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„Einer der letzten Autorenfilmer Hollywoods!“

„Einer der letzten Autorenfilmer Hollywoods!“

ZMI-Filmreihe „Das erste Mal – Langfilmdebüts von Kinogrößen“ stellt Christopher Nolans „Following“ vor

Am Mittwoch dem 28. Mai war es wieder soweit. Der Filmwissenschaftler, Kulturmanager, Moderator, Journalist und Gastredner dieses Abends Urs Spörri führte am zweiten Termin der vierzehntäglich stattfindenden ZMI-Filmreihe im Margarete-Bieber-Saal in Christopher Nolans Debütwerk „Following“ ein und schärfte so die Sinne des filminteressierten Publikums für die nachfolgende Filmvorführung. Dabei wies Spörri zu Beginn seiner Einführung darauf hin, dass Nolan nicht nur einer der kommerziell erfolgreichsten Hollywoodregisseure der vergangenen Jahre, sondern auch einer der letzten Autorenfilmer Hollywoods ist. So schreibt Nolan die Drehbücher zu all seinen Filmen gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan selbst, seine Frau Emma ist Producerin und bei „Following“ führte Nolan sogar selbst die Kamera. Die Entstehungsgeschichte von „Following“ sei auch deshalb bemerkenswert, weil der Film mit dem sensationell kleinen Budget von 6000 £ gedreht wurde. Da die Freunde, die Nolan für die Besetzung der Rollen anheuerte wochentags ihrer Arbeit nachgingen, konnten die Dreharbeiten über ein ganzes Jahr hinweg immer nur samstags stattfinden, weshalb „Following“ auch als „Feierabendfilm“ bezeichnet wurde.

Spörri

Aber schon mit „Following“ beweise Nolan erstmals seine Vorliebe für verschachtelte Erzählstrukturen, düstere Atmosphäre und doppelbödige Geschichten. Deshalb, so Spörri, sei „Following“ die logische Vorstufe für Nolans Meisterwerk „Memento“. Diese Tatsache illustrierte Spörri anhand von 11 Merkmalen bzw. Motiven, die sich auf dramaturgischer, motivischer und technischer Ebene finden und auch für die späteren Werke Nolans charakteristisch sind. Zu diesen 11 Merkmalen gehöre das Erzählen non-linearer, antichronologischer Geschichten mit komplizierten Erzählstrukturen. Dabei bewegt sich Nolan genrehaft in der Tradition des Film noir, wobei seine Filme durch eine radikale und selbstbewusste Dekonstruktion ihrer Story den Zuschauer auf eine Metaebene entführen. Manipulation und Illusion, Träume sowie Schuld und Rache seien die zentralen Motive aller Filme Nolans. Ebenso verhalte es sich mit dem Bösen, das schicksalhaft wie im Film noir aus dem Nichts kommt und mit der Gewalt, die, durchaus brutal und erschreckend, ein zentrales Element seiner Filme darstellt, dabei aber nur selten offen gezeigt wird. In „Following“ wie auch bei Nolans späteren Filmen findet sich ferner das Motiv des beobachteten Beobachters. Hinsichtlich technischer Parallelen zwischen Nolans Filmen verwies Spörri auf das Anfangsbild, das bereits zu Beginn der Filme Aufschluss über deren Verlauf gebe, Flashbacks, Wiederholungen, Jump Cuts und eine elliptische Erzählweise.  

 

 (Bild: Urs Spörri während seiner Einführung zu Christopher Nolans "Following".)