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Artikelaktionen

Sektionsveranstaltungen

Infos

Hier finden Sie alle Veranstaltungen, die von den sechs Sektionen des ZMI ausgerichtet werden.

Sektion 1

Archiv

ExpertInnen–Workshop zu Inhalten und Wirkungen von fiktionalen und halb-fiktionalen politischen Medienangeboten

ExpertInnen–Workshop zu Inhalten und Wirkungen von fiktionalen und halb-fiktionalen politischen Medienangeboten

Am 23. und 24. November 2018 hielt Prof. Simone Abendschön (JLU / ZMI-Sektion 1) in Kooperation mit Prof. Mona Krewel (Cornell University, USA) einen ExpertInnen-Workshop zum Thema "Inhalte und Wirkungen von (halb-)fiktionalen Unterhaltungssendungen" ab.

Folgende Fragen wurdemit renommierten ExpertInnen aus Kommunikations- und Politikwissenschaft diskutiert: Welche grundlegenden Vorstellungen von Politik vermitteln die fiktionalen bzw. halb-fiktionalen Unterhaltungssendungen? Gibt es länderspezifische und formatspezifische Unterschiede? Welche mobilisierenden oder demobilisierenden Effekte gehen von den fiktionalen bzw. halb-fiktionalen Unterhaltungssendungen auf die RezipientInnen aus?

An dem Workshop nahmen Prof. Simone Abendschön und Prof. Mona Krewel (Cornell University USA), Prof. Christiane Eilders und Dr. Cordula Nitsch (jeweils Universität Düsseldorf), Prof. Carsten Wünsch und Dr. Miriam Czichon (jeweils Universität Bamberg), Dr. Marco Dohle (Universität Düsseldorf), Dennis Lichtenstein (ZU Friedrichshafen), Prof. Thorsten Faas (Freie Universität Berlin) und Prof. Andrea Römmele (Hertie School of Governance, Berlin) teil.

 

 

(20.11.2018, Rahel Schmitz)

Podiumsdiskussion mit Volker Beck: Politisierung 1968/2018: Theorie – Protest – Revolte Auftakt der ZMI-Veranstaltungsreihe (Neue) Herausforderungen der Wissenschaft

Podiumsdiskussion mit Volker Beck: Politisierung 1968/2018: Theorie – Protest – Revolte Auftakt der ZMI-Veranstaltungsreihe (Neue) Herausforderungen der Wissenschaft

Für die Geschichte von 1968 erscheint die Politisierung der Universitäten und Studierenden unverzichtbar, wobei die sogenannten Studentenrevolten in den USA andere inhaltliche Schwerpunkte hatten (Rassismus, Bürgerrechte, Anti-Vietnamkrieg) als in Deutschland ("Unter den Talaren..."). Im Vergleich dazu konnte in den letzten Jahren nur das Thema Studiengebühren zu Protesten und Blockaden motivieren. Auch kursiert allerorten das Gerücht von den völlig unpolitischen Studierenden. Im Gegensatz dazu stehen das Unbehagen gegenüber politisch (falsch?) agierenden ProfessorInnen, die Diskussionen um genderquotierte Seminarliteratur und die politische Korrektheit der Meinungen, Themen und Fassadengestaltungen.

Das spannende Thema der Politisierung der Universität und der Wissenschaft damals und heute wird im Rahmen eines Podiumsgespräches am Montag, 28. Mai 2018 um 18 Uhr c.t. in der Aula der JLU diskutiert. Prominent besetzt ist das Podium mit Volker Beck (Mitglied des Bundestages 1994-2017, Lehrbeauftragter an der Ruhr-Universität Bonn), Prof. Dr. Regina Kreide (Politikwissenschaft JLU) und Prof. Dr. Arnd Pollmann (Philosophie, Alice Salomon Hochschule Berlin). Die Veranstaltung wird eröffnet von der Vizepräsidentin der JLU, Prof. Dr. Verena Dolle, und moderiert von Prof. Dr. Elif Özmen (Philosophie JLU & ZMI).

Die Podiumsdiskussion stellt zugleich den Auftakt einer Veranstaltungsreihe des ZMI (Sektion 1) dar, die über drei Semester hinweg die Probleme der Politisierung, Ökonomisierung und Instrumentalisierung, als neuen Herausforderungen der Wissenschaft, in den Blick nehmen möchte

Über die Veranstaltung wurde bereits im Vorfeld in der Presse berichtet. Die Ankündigung der Gießener Allgemeinen finden Sie hier, der Bericht der Alsfelder Allgemeinen ist hier zu lesen und die Vorberichterstattung des Gießener Anzeiger finden Sie hier.

Die Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität zu dieser Veranstaltung können Sie hier lesen.

 

 (25.04.2018, Katharina Monaco)

ZMI-Workshop Darstellbarkeit

ZMI-Workshop Darstellbarkeit

Das Problem der bildlichen Darstellbarkeit verbindet Politik, Gesellschaft und visuelle Medien. Deutlich ist, dass Gebote von Schicklichkeit und Scham, Akte von Zensur und Bilderstreit, Behauptungen von Machbarkeit und visueller Evidenz in Konkurrenz treten und sich überkreuzen, wo es um das Darstellbare, seine Möglichkeiten und Grenzen geht. Was darf, kann, muss oder soll wie und von wem zu sehen gegeben werden? Dieses Feld auszuloten erweist sich als interkulturell schwierig und interdisziplinär herausfordernd.

Im Verlauf des zweitägigen Workshops, der am Donnerstag 3. und Freitag 4. Mai 2018 im Margarete-Bieber-Saal stattfindet, werden ausgewählte, das Problem der Darstellbarkeit exemplifizierende Bilder (Presse- und Alltagsfotos, technische und medizinische Bildgebung, Artefakte aus sozialen Medien, handwerklich hergestellte Bilder hochkünstlerischen und populären Charakters) von unterschiedlicher disziplinärer Warte kommentiert. Das Konzept zielt auf eine mehrstimmige Beleuchtung der Darstellungsproblematik und sucht nach Schnittpunkten und Eigensinn der sich ins Gespräch begebenden Fachdisziplinen. Die drei Betrachtungen am Donnerstag, 3. Mai 2018, beschäftigen sich mit medialen und technischen Konventionen sowie deren Darstellbarkeitsgrenzen. Um 18 Uhr hält Charlotte Klonk, Professorin für Kunst und Neue Medien, die unter anderem auf Terrorbilder spezialisiert ist (Humboldt-Universität Berlin), eine öffentliche keynote lecture mit dem Titel "Opfer- statt Täterbilder. Aber wie und welche?". Der Vortrag findet ebenfalls im Margarete-Bieber-Saal statt. Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Die vier Betrachtungen am Freitag, 4. Mai 2018, beschäftigen sich mit kulturellen und gesellschaftlichen Konventionen sowie deren Darstellbarkeitsgrenzen.

Veranstaltet wird der Workshop im Rahmen der ZMI-Sektion 1 und der Ludwig Börne-Professur. Er wird von Prof. Claudia Hattendorff und Prof. Ansgar Schnurr vom Institut für Kunstpädagogik, Prof. Sigrid Ruby vom Institut für Kunstgeschichte sowie Prof. Claus Leggewie, Ludwig-Börne-Professur der JLU, organisiert.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie hier.

(25.04.2018, Katharina Monaco)

Sektion 2

Archiv

Das ZMI gratuliert: Carsten Gansel erhält das Bundesverdienstkreuz

Das ZMI gratuliert: Carsten Gansel erhält das Bundesverdienstkreuz

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Ministerpräsident Erwin Sellering (Mecklenburg-Vorpommern) mit dem JLU-Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Carsten Gansel. Foto: Staatskanzlei Mecklenburg-Vorpommern
Aufgrund seiner Verdienste um die deutsche Literatur ist der Literaturwissenschaftler Prof. Carsten Gansel (Sektion 2) in seiner Heimat Mecklenburg-Vorpommern mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Erwin Sellering überreichte den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland an Gansel und drei weitere Geehrte. „Mit dieser hohen Auszeichnung ehren wir Menschen, die etwas ganz Besonderes, etwas Herausragendes geleistet haben, die sich mit viel Idealismus und Einsatzbereitschaft einer Aufgabe widmen, die der Gemeinschaft, die uns allen zugutekommt”, sagte Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) anlässlich der Verleihung in der Staatskanzlei in Schwerin.
Carsten Gansel gründete 1990 die Mecklenburgische Literaturgesellschaft in Neubrandenburg, deren Vorsitzender der Literaturwissenschaftler bis heute ist. Er ist zudem Mitbegründer des national wie international renommierten Uwe-Johnson-Literaturpreises und seit 2006 dessen Sprecher. Erst kürzlich hat er mit dem von ihm herausgegebenen Band „Durchbruch bei Stalingrad“ für Furore gesorgt. Es war ihm gelungen, die 1949 vom russischen Geheimdienst konfiszierte Urfassung des großen Antikriegsromans von Heinrich Gerlach in russischen Archiven wiederzufinden. Ebenfalls 2016 erschien die von Carsten Gansel besorgte Neuedition der im Archiv aufgefundenen Originalfassung von Hans Falladas Welterfolg „Kleiner Mann - was nun?“.

(15.05.2017, Katharina Monaco)

Erzählen über Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur. Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West in Literatur und Medien – ZMI fördert internationale DFG-Tagung

Erzählen über Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur. Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West in Literatur und Medien

ZMI fördert internationale DFG-Tagung 

Prof. Carsten Gansel aus der Sektion 2 des ZMI und Prof. Bettina Kümmerling-Meibauer von der Universität Tübingen organisieren eine Tagung zu Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur und anderen Medien, die vom 30. Juni bis zum 2. Juli auf Schloss Rauischholzhausen stattfindet. Die interdisziplinäre Tagung bietet WissenschaftlerInnen aus verschiedenen Fachdisziplinen (u.a. Neurophysiologie und -psychologie, Soziologie, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Skandinavistik, Komparatistik, Kindheitsforschung, Medienwissenschaft/-didaktik, Kinderliteratur-wissenschaft) ein Forum zum gegenseitigen Austausch und zur weiterführenden Diskussion.

Ein Schwerpunkt der Tagung liegt auf der Verbindung zwischen gewandelten Kindheitsbildern und Erzählungen über Kindheit und Jugend in Europa seit den 1990er Jahren. Dabei steht die Verbindung von historischen und aktuellen theoretischen Fragestellungen im Vordergrund, um auf diese Weise neue Forschungsperspektiven auf die vielfältigen literarischen Darstellungen und die Komplexität des Gegenstandes zu gewinnen. Eine besondere Stellung nehmen in diesem Rahmen die Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendliteratur/-Medien sowie Literatur für Erwachsene hinsichtlich der Darstellung von Kindheit und Jugend in verschiedenen europäischen Ländern ein. Weitere Themen, mit denen sich die Konferenz befassen wird, sind die Unterscheidung zwischen nationalen und transnationalen Konzepten von Kindheit und Jugend, die Entwicklung neuer narrativer Formate, die sogar hybride Erzählformen – einschließlich von medialen Adaptionen – generiert haben, die Bedeutung des kulturellen Raumes und der literarischen Topographie, die Verbindung von autobiographischem Erzählen und Gedächtnis und der Einfluss von Migrationsbewegungen auf die Entstehung von Narrationen, die durch einen multikulturellen und mehrsprachigen Zugang charakterisiert sind.

Zum vollständigen Programm klicken Sie hier.

(28.06.2016, Ann-Marie Riesner)

Madgermanes - Buchpräsentation GELESO 2017

Madgermanes

Buchpräsentation im Rahmen des Geschichtslesesommers 2017

In der DDR waren rund 20.000 Vertragsarbeiter aus Mosambik zwischen 1979 und 1991 beschäftigt. Ihr Aufenthalt, der bis auf vier Jahre befristet war, sollte ihnen vor allem eine Berufsausbildung ermöglichen, um nach ihrer Rückkehr zum Aufbau eines unabhängigen sozialistischen Mosambiks beitragen zu können. Die Realität sah jedoch gänzlich anders aus. Für ihre Ausbildung gab es keinerlei Verwendung. Die Comic-Autorin Birgit Weyhe hat mit ihrem Graphic Novel Madgermanes ein Stück deutsch-afrikanische Geschichte recherchiert und aufgearbeitet. Sie erzählt die hierzulande kaum bekannte Geschichte dieser Menschen. Durch subtiles Einfügen von Erinnerungsobjekten und allegorischen Motiven entstand ein Comic, der in seiner Bild- und Erzählsprache die Grenzen zwischen afrikanischer und europäischer Kultur überschreitet.

Birgit Weyhe verbrachte ihre Kindheit in Ostafrika und studierte Literatur, Geschichte und Illustration in Konstanz und Hamburg. Seitdem arbeitet sie als freie Illustratorin und Comic-Zeichnerin. Madgermanes wurde mit dem Comicbuchpreis der Berthold Leibinger Stiftung 2015 und dem Max & Moritz Preis 2016 für das „beste deutschsprachige Comic“ ausgezeichnet.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der Professur für Didaktik der Geschichte (Prof. Vadim Oswalt; ZMI-Sektion 2) und des Literarischen Zentrums Gießen e.V. (Prof. Sascha Feuchert; Vorsitzender des LZG und ZMI-Sektion 4). Im Rahmen des Geschichtslesesommers 2017 stellt Birgit Weyhe ihren Graphic Novel am 20. Juni 2017 um 10 Uhr im Hörsaal A2, Philosophikum I der JLU Gießen vor. Moderieren werden Monika Rox-Helmer vom Historischen Institut der JLU und Anna-Lena Heid vom LZG. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen zum Graphic Novel finden Sie hier, ein Interview mit der Autorin können Sie hier nachlesen sowie hier Hintergrundinformationen zu den Madgermanes in Maputo.

(14.06.2017, Katharina Monaco)

Sektion 3

Archiv

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics

 

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics

Im Rahmen des Forschungsverbundes Educational Linguistics finden im Sommersemester 2019 drei Vorträge statt. Als Vortragende werden Prof. Dr. Camilla Badstübner-Kizik (Poznań), Prof. Dr. Gabriele Budach  (Luxemburg) sowie Prof. Dr. Jürgen Kurtz (Gießen) erwartet. Die Vorträge finden dienstags, um 18:15 im Seminargebäude Philosophikum, Raum 202 (Alter Steinbacher Weg 44) statt.

Am 07. Mai 2019 hält Prof. Dr. Camilla Badstübner-Kizik ihren Vortrag zum Thema "Linguistic Landscape – mediale didaktische Ressource vor Ort?"

Der Vortrag von Prof. Dr. Gabriele Budach zum Thema "Moving objects: Digitale Inszenierung als Methode des sprach- und kulturübergreifenden Lernens." findet am 28. Mai statt. 

Am 18. Juni spricht Prof. Dr. Jürgen Kurtz zum Thema "Fremdsprachenlernen im digitalen Wandel: Augmentierte Bildungsmedien als adaptive Assistenzsysteme."

Alle Interessenten sind herzlich willkommen.

 

 

(30.04.2019, Rahel Schmitz)

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics im Wintersemester 2018/19

Vortragsreihe des Forschungsverbundes Educational Linguistics im Wintersemester 2018/19

Programm Educational Linguistics 2018/19
Programm Educational Linguistics 2018/19

Im Rahmen des Forschungsverbundes Educational Linguistics fanden im Wintersemester 2018/2019 zwei Vorträge sowie eine Podiumsdiskussion statt. Als Referenten wurden Dr. Dinah Leschzyk (JLU Gießen, Institut für Romanistik) und Dr. Jutta Hergenhan (JLU Gießen, Zentrum für Medien und Interaktivität) erwartet. Die Vorträge fanden dienstags, um 18:15 im Seminargebäude Philosophikum, Raum 202 (Alter Steinbacher Weg 44) statt.

Am 20.11.2018 hielt Dr. Dinah Leschzyk ihren Vortrag zum Thema „Brasilien: Zwischen 'Gender-Revolution' und 'Staatsstreich'. Gendersensibler Sprachgebrauch in der Krise.“

Am 4.12.2018 sprach Dr. Jutta Hergenhan zum Thema „Gendern in Frankreich: von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben.“

Am 22.1.2019 in der Aula vom Uni-Hauptgebäude fand Podiumsgespräch zum Thema „Studierende, SuS und Bürger*innenmeister*innen/ - Möglichkeiten und Grenzen des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs.“ statt. An der Diskussion nahmen Prof. Dr. Anja Binanzer (Erfurt), Prof. Dr. Gabriele Diewald (Hannover), Prof. em. Dr. Peter Eisenberg (Potsdam) sowie Prof. Dr. Ekkehard Felder (Heidelberg) teil. Moderation: Prof. Dr. Helmuth Feilke (Gießen) und Prof. Dr. Mathilde Hennig (Gießen).

Alle Interessierten waren herzlich willkommen.




(31.10.2018, Niklas Ferch)

Schulmedien im digitalen Wandel – Steffen Obeling hält Gastvortrag zu fremdsprachlichen Lehrwerken der Zukunft

Schulmedien im digitalen Wandel – Steffen Obeling hält Gastvortrag zu fremdsprachlichen Lehrwerken der Zukunft

 

"In Deutschland füllen wir oftmals nur die Klassenzimmer mit Computern, nicht die Computer mit den richtigen Inhalten", schrieb die FAZ bereits im Januar 2016 zu digitalen Medien in Schulen[1]. Das Thema der Digitalisierung von Lehrmaterial ist in der Didaktik präsenter denn je. Wenn weite Teile der Gesellschaft, die Wirtschaft und die Unterhaltungsbranche immer digitaler werden, wieso sollte die Digitalisierung dann Halt vor den Schulen und der Lehre machen?

Mit den Fragen, Herausforderungen und Chancen der Digitalisierung in der Lehre befasst sich die Vortragsreihe "Lehrmaterial digital?" des Forschungsverbundes Educational Linguistics im Sommersemester 2018.

Lag früher der Fokus im Bereich des Fremdsprachenunterrichts vor allem auf dem klassischen Buch, so werden heutzutage immer mehr moderne Techniken und Medien angewandt, um Fremdsprachen zu vermitteln. Ob Computer, Tablets oder Smartboards, moderne Techniken halten immer weiter Einzug in den Fremdsprachenunterricht.  Wie diese Techniken und das traditionelle Lehrwerk in Buchform miteinander kombiniert werden können, ist eine Herausforderung, der sich die Fremdsprachendidaktik stellen muss. Wie dies möglich ist, erfahren Sie im Vortrag von Steffen Obeling zum Thema "Schulmedien im digitalen Wandel – Wie sollen fremdsprachliche Lehrwerke der Zukunft (nicht) aussehen?". Der Vortrag findet am Dienstag, 5. Juni 2018, um 18:15 Uhr im Seminargebäude Philosophikum, Raum 202 (Alter Steinbacher Weg 44) statt.  

Obeling ist Mitglied des Zentrums für schulpraktische Lehrerausbildung in Düren und Lehrwerksautor. Die Themen der funktionalen Integration digitaler Komponenten in fremdsprachliche Lehrwerke sowie die Arbeit mit dem Tablet und die damit einhergehende Frage nach dem Datenschutz werden im Zentrum des Vortrags stehen. Aus seiner langjährigen Erfahrung mit digitalen Unterrichtsmedien stellt Steffen Obeling Ansätze vor, in denen die digitalen Angebote der Lehrwerke das Fremdsprachenlernen bereichern können.

Der Vortrag stellt die erste von drei Veranstaltungen der Vortragsreihe "Lehrmaterial digital?" dar. Am 19. Juni 2018 folgt Frank Tscherwens und Stefan Kyas Vortrag zum Thema "Hat das Schulbuch eine Zukunft? Die digitale Transformation aus Verlagssicht." Am 3. Juli 2018 schließt die Veranstaltungsreihe mit Dr. Tushar Chaudhuris Vortrag zum Thema "Integrated Language Learning & Social Awareness. Das ILLSA Projekt von der Idee zum Produkt."

 


[1] faz.net, Stand 04.06.2018

 

(04.06.2018, Max Stümpel)

Sektion 4

Archiv

Filmgespräch: Die Sonneninsel

Die Sonneninsel Poster

Die Sektion "Medien und Geschichte" lädt zu Filmvorführung und anschließendem Gespräch mit Regisseur und Filmwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Elsaesser ein.

 

Im Deutschland der 1920er Jahre steht Liesel Elsaesser zwischen zwei Männern: Verheiratet ist sie mit Martin Elsaesser, und Leberecht Migge liebt sie. Beide Männer sind Architekten. Thomas Elsaesser, Enkel von Martin Elsaesser und einer der weltweit renommiertesten Filmwissenschaftler, erzählt in seinem Essayfilm die Liebes- und Familiengeschichte unter Verwendung privater Filmaufnahmen und Dokumente aus dem Familienarchiv. Martin Elsaesser prägte als Stadtbaudirektor das Stadtbild der Finanzmetropole Frankfurt am Main (1925 bis 1935). Leberecht Migges Interesse hingegen galt hauptsächlich der Garten- und Landschaftsarchitektur. Auf der "Sonneninsel" in der Nähe von Berlin versuchte der "Urahn" der grünen Bewegung mit Liesels Unterstützung seine Idee von sozialem Ausstieg und Selbstversorgung umzusetzen. Dort begegneten auch die beiden Männer einander. Thomas Elsaesser verknüpft seine Liebes- und Familiengeschichte mit der Reflexion der konträren architektonischen Konzepte Elsaessers und Migges, des Bauens im Geiste des kapitalistischen Wachstumsdenkens oder einer Stadtplanung, die dem Gemeinwohl verpflichtet ist und auf Ideen zurückgeht, die bis heute in der grünen Bewegung fortleben.

 

Das Screening findet am Donnerstag den 4. Juli 2019 um 19:30 Uhr im Kinocenter Gießen, Bahnhofstraße 34 statt. Der Eintritt beträgt 5 €.


(24.06.2019, Jonas Feike)

"Stimmen aus der Praxis": Die Reportage - Zwischen Nähe und Distanz

"Stimmen aus der Praxis": Die Reportage - Zwischen Nähe und Distanz


Logo Stimmen aus der PraxisDonnerstag, 9. Mai, 18:15 Uhr, C 214

 

Lena Niethammer hat Geschichte studiert, ist jetzt 29 Jahre alt und arbeitet sehr erfolgreich als freie Journalistin in Berlin. Sie schreibt vor allem Langzeitreportagen und Porträts u.a. für das Süddeutsche Zeitung Magazin, den Spiegel, für Reportagen, Die Zeit und den Tagesspiegel. Ihre Reportagen sind eindringlich und gehen einem nach der Lektüre noch lange durch den Kopf. Das liegt sowohl an der persönlichen Beziehung, die Lena Niethammer zu ihren ProtagonistInnen offenkundig entwickelt, als auch an der gelungenen Dramaturgie ihrer Reportagen. Sie wurde bereits mit dem Axel Springer Preis und dem Georg Schreiber Preis ausgezeichnet und mehrfach für den Deutschen Reporterpreis nominiert.

 

Wir wollen mit Lena Niethammer am Beispiel zweier ihrer Texte über ihre Arbeit sprechen. "Sieht mich jemand?" ist das Porträt eines 45-Jährigen, der per Kleinanzeige unter dem Titel „Gottverdammte Einsamkeit“ nach einem einzigen Menschen suchte, der mit ihm in den Zoo ging. Mehr sei hier nicht verraten. Lesen Sie lieber selbst:  

http://www.reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Reporterpreis_2017/niethammer_sieht.pdf
Die Reportage "Täter und Opfer" handelt von sexuellem Missbrauch in einer Familie, dem Zerbrechen der Familie und dem Versuch zu verzeihen. Lena Niethammer hat dazu Antworten aus ihren langen Einzelinterviews mit der Tochter, dem Vater und der Mutter zu einem Gespräch komponiert, das die drei miteinander nie geführt hatten.

http://www.reporter-forum.de/fileadmin/pdf/Reporterpreis_2017/niethammer_opfer.pdf

Hier finden Sie weitere Reportagen von Lena Niethammer: https://cargocollective.com/LenaNiethammer

 

(07.05.2019, Jonas Feike)


Gastbeitrag: Nachbericht zur Spring School: "Frozen Moments in History"

Historische Momentaufnahmen / Frozen Moments in History

Spring School – Justus Liebig Universität Gießen, 11.–15. März 2019

Ulrike Koppermann & Michaela Scharf

 

Die Analyse visueller Zeugnisse und hier insbesondere von Fotografien ist zu einem integralen Bestandteil zeitgeschichtlicher Forschung geworden. Zeithistoriker_innen sind nicht länger Zuschauer_innen einer von anderen Disziplinen wie der Kunstgeschichte geführten Diskussion um die Bedeutung von Fotos; sie gestalten die Debatten um den iconic bzw. visual turn in den Geisteswissenschaften maßgeblich mit. Die Suche nach neuen Ansätzen zur Interpretation und Analyse visueller Produktionen unter Berücksichtigung ihrer Herstellungs- und Rezeptionskontexte stand im Mittelpunkt der vom Arbeitsbereich Fachjournalistik Geschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen in Kooperation mit dem Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) organisierten Springschool “Frozen Moments in History”. In einem gemischten Programm aus Workshops, Vorträgen und Exkursionen diskutierten Nachwuchswissenschaftler_innen sowie Expert_innen der historischen Bildforschung und fotografischen Praxis anhand verschiedener Fotokonvolute und Kontexte den Erkenntniswert und Interpretationsmöglichkeiten historischer Fotografien für die kultur- und geschichtswissenschaftliche Forschung.

Paul_Lowe_Keynote
Paul Lowe bei seiner Keynote: „Witness to Existence: Reflections on Life During Conflict 1989-1999“
In seiner Keynote veranschaulichte der mehrfach preisgekrönte Pressefotograf Paul Lowe (London College of Communication) seine fotojournalistischen Leitgedanken anhand einzelner Fotos vom Fall der Mauer und der Rumänischen Revolution in 1989, der Hungersnot in Somalia 1992, der Zerstörung von Grozny 1994/1995 sowie der Belagerung von Sarajevo 1992–1996. Aus journalistischer Perspektive bilde Fotografie ein einzigartiges Medium, um der Welt von den Erfahrungen der Bevölkerung in Krisengebieten zu berichten und damit – in Anlehnung an Butler – bisher unbekanntes Leid erst beklagbar („grievable“) zu machen. Als Fotograf strebe er daher danach, innerhalb eines Fotos wesentliche Elemente einzufangen, aus welchen sich eine Erzählung der Emotionen und Ereignisse vor Ort ergebe. Insbesondere suche er nach einer visuellen Sprache, um die menschliche Erfahrung politischer Konflikte sowie ihre zeitliche Dimension in Einzelfotos verdichtet zu vermitteln. Dass diese eigenen inhaltlichen und kompositionellen Überlegungen nur eine von vielen Deutungsmöglichkeiten eines Fotos darstellen und schon der Publikationskontext eine neue mit sich bringen kann, begreift er gerade als Chance für einen vielstimmigen Diskurs. In der anschließenden Diskussion um Tropen einer fotografischen Kriegsikonografie zeigte er ausgehend von seiner eigenen Erfahrung auf, dass sich motivische Muster und Wiederholungen vor allem ergeben, weil sich ähnliche historische Phänomene an verschiedenen Orten wiederkehrend ereignen.    

Im Mittelpunkt von Lowes Workshop stand die Visualisierung und Konzeptualisierung von Täter_innenschaft in Fotos britischer und US-amerikanischer Kriegsfotografen während und unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg. Einführend stellte er zwei zunächst motivisch ähnliche Fotos des bei der US Army akkreditierten Fotografen John Florea einander gegenüber. Sie zeigen jeweils die leicht schneebedeckte Leiche eines GIs und eines Wehrmachtsoldaten, welche beide in den Ardennen im Kampf ums Leben kamen. Ihren Tod aber inszenierte der Fotograf mit subtilen Mitteln, sodass – so zeichnete es sich in der Diskussion schnell ab – der Eindruck von würdevoller Totenruhe nur bei dem toten GI aufkommt. Wie ambivalent und abhängig von der Perspektive der Betrachter_innen das Verständnis von Opfer- und Täter_innenschaft sein kann, zeigt auch die Zusammenschau der Signal Corps Fotos von US Soldaten, welche die SS-Kampfgruppe Peiper bei Malmedy ermordet hatte, sowie von kriegsgefangenen Invaliden der Waffen-SS, welche GIs in Dachau exekutiert hatten. Während das Massaker von Malmedy als Trauma in die amerikanische Kriegsgeschichtsschreibung einging, sei das zweite Kriegsverbrechen nicht zuletzt von George S. Patton vertuscht worden. Die irritierende Unklarheit einer kategorischen Einordnung wiederholte sich auch bei einer Serie Mug Shot Portraits, welche ein britischer Fotograf von ehemaligem KZ-Personal und Überlebenden in Bergen Belsen nach der Befreiung aufgenommen hatte. Die personalisierende Funktion von Portraits lud uns Betrachter_innen dazu ein, in den Gesichtern nach Zeichen zu suchen, die eine Einordnung ermöglichen.

Katharina Stornig und Florian Hannig (beide JLU Gießen) stellten vor, wie in unterschiedlichen historischen Kontexten Fotos aus Westafrika dazu dienten, räumlich entfernten Betrachter_innen u.a. in Deutschland die Ereignisse vor Ort nahezubringen. Einerseits machte die Norddeutsche Missionsgesellschaft zwischen 1863 und 1865 in Südwest-Ghana Gruppenportraits von Kindern, welche sie mit privaten Spenden aus der Sklaverei freigekauft hatte, und schickte die Fotos an die Geldgeber. Der Fotograf Don McCullin hingegen wollte, dass seine Fotos des Unabhängigkeitskrieges in Biafra 1967 ihre Betrachter_innen „hart treffen“ (Zitat).

Workshop_Stornig_Hannig
Workshop: „Making sense of historical photographs from distant Lands“ mit Katharina Stornig und Florian Hannig
Diese Funktionalisierungen der Fotos finden sich jeweils belegt in schriftlichen Quellen, welche direkt auf die Fotos Bezug nehmen und damit auch einen Einblick in ihre zeitgenössische Rezeption geben. Das Monatsblatt der Missionsgesellschaft lobte die „schweigenden und doch redenden Bilder“, da sie in ihren Augen von Erfolgen der Mission zeugten. Aus John Bergers Kommentar zu McCullins Fotos spricht hingegen Enttäuschung, dass die Fotos Betrachter_innen nicht zur Veränderung der Verhältnisse zu mobilisieren vermochten. Da die Kontroverse um die politischen Wirkungsmöglichkeiten von Fotografie im kritischen Diskurs eine lange Tradition hat, ergab sich im Plenum die Forderung, diese Diskussion ihrerseits zu historisieren.        

 

Die Fotografin und Künstlerin Lucie Marsmann (Bielefeld) gab den Teilnehmer_innen Einblicke in ihre kreative und persönliche Auseinandersetzung mit dem fotografischen Nachlass ihrer Großeltern Ulla und Willi. Beim Durchstöbern der privaten Fotos stieß sie auf ein sich wiederholendes Motiv: Ulla und Willi fotografierten sich gegenseitig oftmals am selben Ort und in derselben Pose. In ihrem Fotobuch “Ulla und Willi. Eine persönliche Darstellung von Familie und Beziehung(en)” arrangiert Marsmann die in den 1950er- bis 1980er-Jahren entstandenen Fotos ihrer Großeltern neu, kombiniert sie mit Fotos von Erinnerungsstücken und -orten und regt damit zur eingehenden Reflexion von Ullas und Willis Bildpraxis an. Die Fotografien dienten – so die Überlegungen der Künstlerin – wohl nicht nur der Produktion von Erinnerung sowie der persönlichen Selbstvergewisserung der Großeltern, sondern entfalteten auch eine stabilisierende Wirkung für deren Paarbeziehung. In der Diskussion zeigte sich, wie sehr der jeweilige Rezeptionskontext die Interpretation der privaten Fotografien bestimmt. Während im privaten sowie im künstlerischen Rezeptionsmodus die eigene Involviertheit der Betrachter_innen der Fotos stärker im Mittelpunkt steht und Aspekte der persönlichen Emotionalisierung reflektiert werden, evoziert ein wissenschaftlicher Lektüremodus Fragen nach dem gesellschaftlichen Kontext der Fotografien, ihren politischen Bezügen und ihren jeweiligen sozialen und kulturellen Funktionen.

Im Zentrum des Workshops von Paul Betts (University of Oxford) standen Pressefotografien von Josip Broz Tito, die den jugoslawischen Staatschef während verschiedener Auslandsreisen durch Afrika zeigen. Nach dem Bruch mit Josef Stalin und der Loslösung Jugoslawiens von der Sowjetunion im Jahr 1948 war Tito als Initiator und späterer Vorsitzender der Blockfreien Staaten darum bemüht, eigene diplomatische Beziehungen – unter anderem zu den ehemaligen Kolonialstaaten in Afrika – aufzubauen. Die Pressefotografien von Titos Auslandsreisen spielten eine wesentliche Rolle im Rahmen der Kulturdiplomatie: Sie visualisierten die Beziehungen zwischen Jugoslawien und den neuen afrikanischen Ländern. Tito setzte in Hinblick auf seine Selbstinszenierung insbesondere auf kulturellen Austausch und Informalität: Er schlüpfte im Rahmen der Staatsbesuche mitunter in die traditionellen Gewänder des jeweiligen Landes und ließ sich mit den neuen Staatschefs häufig in privaten Settings und freundschaftlichen Posen fotografieren. Trotz der Bemühungen um einen neuen Stil der Repräsentation, der Egalität, Intimität und Volksnähe suggerieren sollte, scheinen viele der Pressefotografien einen kolonialen Blick zu reproduzieren. Insbesondere ein Foto, das während Titos Besuchs in Ghana im Jahr 1961 entstand, führte unter den Teilnehmer_innen zu regen Diskussionen. Das für die europäische Presse gedachte Bild zeigt den jugoslawischen Staatschef im weißen Anzug, auf einem weißen Podest stehend, umgeben von afrikanischen Diplomaten in dunklen Anzügen und einem Ghanaer in traditionell-gemusterter Kleidung, der hier einen übergroßen Sonnenschirm hält, um Tito Schatten zu spenden. Die Teilnehmer_innen gingen der Frage nach, inwiefern sich dieses Setting sowie die davon angefertigte Fotografie als Reproduktionen kolonialer Machtverhältnisse interpretieren lassen und spekulierten, wer dieses Setting wohl aus welchem Grund so gewählt hatte. Dieses Beispiel verdeutlicht die Schwierigkeit – sowohl für die westlichen Länder, aber auch für die neuen afrikanischen Staaten selbst – eine neue visuelle Sprache zu finden, die sich nicht länger an bildlichen Konventionen des Kolonialismus orientiert.

In der Sektion für studentische Forschungsprojekte stellte zuerst Laura Busse (HU Berlin) vor, wie sie in Anlehnung an die serielle Ikonographie von Ulrike Pilarczyk anhand zweier Fotos – eines aus dem Kontext kolonialer Großwildjagd in British Eastafrica und eines von deutschen Wehrmachtssoldaten im Krieg gegen die Sowjetunion – den bislang lose verwendeten Topos der fotografischen Trophäe diskutiert und neu begründet. Zum einen betont sie die Notwendigkeit analytisch zu unterscheiden, inwiefern das Motiv – z.B. getötete Feinde – als Siegeszeichen fungiert oder das materielle Foto die Funktion des Siegeszeichens übernimmt, wenn „die Beute“ selbst nicht mehr vorliegt. Da zu dem zweiten Foto keine Kontextinformationen verfügbar sind, erarbeitet sie eine ausführliche Bildbeschreibung und -interpretation, um dennoch aus dem Fotos heraus Argumente zu entwickeln, wie motivische und kompositionelle Details zusammenwirken, sodass der Eindruck einer Trophäe – im Foto und als Foto – entsteht.

Das materielle Objekt und seine kulturellen Verwendungsformen standen ebenfalls für Ulrike Koppermann (JLU Gießen) im Vordergrund, als sie die Bedeutung des Fotoalbums als mediales Dispositiv für die Repräsentation historischer Kontexte untersuchte. Für ein Album, das die Fotografen des SS-Erkennungsdienstes des KZ Auschwitz im Sommer 1944 unter dem Titel „Umsiedlung der Juden aus Ungarn“ anfertigten, zeichnete sie anhand eines der transmedialen Narratologie entliehenen Modells nach, wie die Überlieferung der „Ungarn-Aktion“ durch mediale Spezifika eines Albums geformt wird.

Workshop_Betts
Paul Betts bei seinem Workshop „Tito in Africa“
Sibylle Wuttke (Friedrich-Schiller-Universität Jena) stellte erste Quellenfunde aus ihrem Arbeitsbereich innerhalb des Forschungs- und Bildungsprojekt „Sozialismus im Bild. Visuelle Aneignung von DDR-Lebenswelten“ am Historischen Institut vor. Bei ihren Recherchen nach fotografischen Quellen zu alternativen Lebensentwürfen stellt sich zunächst die Herausforderung, wie die Sammlung zu organisieren wäre, um vom Material ausgehend tradierte Annahmen aufzubrechen. Zugleich wurde diskutiert, inwiefern der Begriff von „Alltagsfotografie“ nicht ein Paradox und fehlleitend sein kann, da der Alltag selten Thema der fotografischen Überlieferung ist und diese sich stattdessen auf besondere Anlässe konzentriert.

Ausgangspunkt von Benjamin Glöckler (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und seiner Analyse der visuellen Konstruktion des Alterns zu Beginn des 21. Jahrhunderts waren Kataloge mit den Gewinnerfotos zweier veranstalteter Wettbewerbe, die zur Einsendung „neuer Bilder des Alterns“ aufgerufen hatten. Glöckler zeigte auf, wie die Wettbewerbe angesichts des demografischen Wandels und der Restrukturierung des Sozialstaates seit den 1990er-Jahren darauf ausgerichtet waren, defizitäre Altersbilder zu überwinden und visuell ein Gegenbild zu schaffen: die „jungen Alten“ – aktiv, produktiv und autonom. Die Bildauswahl setzt damit normativ nun auch für alternde Menschen neoliberale, von Wirtschaft und Politik präferierte Subjektvorstellungen und suggeriert Alter als neue „Ressource“. In den Überschriften der Kataloge – u.a. „Generationsverhältnis“, „Herausforderungen und Endlichkeit“ oder „Aktivität im Alter“ – entfallen hingegen offenkundig Themen wie Einsamkeit, Altersarmut oder Tod. Bildpolitisch werden diese Lebensrealitäten ausgeschlossen.

Im Rahmen einer Exkursion nach Marburg besuchten die Teilnehmer_innen zwei Institutionen, die sich mit der Archivierung, wissenschaftlichen Aufarbeitung sowie Vermittlung von Fotografien befassen. Im Bildarchiv des Herder Instituts für Ostmitteleuropaforschung bekamen die Teilnehmer_innen einen Einblick in verschiedene Bildbestände zur Topografie sowie Kunst- und Kulturgeschichte Ostmitteleuropas. Neben Architekturfotos stellten die Mitarbeiter_innen historische Schrägluftbilder der Ostgebiete des ehemaligen Deutschen Reiches, Dokumentaraufnahmen des polnischen Fotografen Stefan Arczyński und eine Reihe an Fotoalben vor. Insbesondere der fotografische Nachlass von Hermann Beyerlein, der als deutscher Postbeamter zwischen 1939 und 1944 im besetzten Warschau tätig war und in rund 300 Fotografien Eindrücke von der besetzten polnischen Hauptstadt festhielt, erweckte die Aufmerksamkeit der Teilnehmer_innen. Im Anschluss an die gemeinsame Diskussion der Archivalien veranschaulichte die hausinterne Fotografin den Prozess der Digitalisierung historischer Bildquellen und führte die Gruppe in die Kühlkammer, in der die Fotonegative gelagert werden. Abschließend erhielten die Teilnehmer_innen eine umfassende Einführung in die Systematik des digitalen Bildkataloges, wobei hier Fragen der Kategorisierung, Verschlagwortung und Verlinkung der Materialien im Zentrum der Diskussion standen.

Den Nachmittag verbrachte die Gruppe im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg der Philipps-Universität Marburg, das kunstgeschichtliche Dokumentarfotografien sowohl anfertigt, als auch sammelt, archiviert und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellt. Nach einer kurzen Einführung in den Bildindex der Kunst und Architektur, einer Bilddatenbank, in der die Bestände von Foto Marburg erschlossen und online verfügbar gemacht werden, führte die Leiterin der fotografischen Sammlung Sonja Feßl die Teilnehmer_innen in das Depot, in dem Negative verschiedener Formate gelagert werden. Frau Feßl zeigte hier anhand von Glasnegativen die Aufnahme- und Bearbeitungstechniken frühester Fotografen_innen und machte deutlich, dass Nachbearbeitung und Retusche keinesfalls erst Erfindungen der digitalen Fotografie darstellen. Abschließend demonstrierte der hausinterne Fotograf den Digitalisierungsprozess von analogen Architekturfotos sowie die technischen Möglichkeiten der digitalen Bildbearbeitung.

FotoMarburg
Exkursion zum Bildarchiv Foto Marburg
Den Abschluss der Spring School bildete der Workshop von Sylvia Necker (University of Nottingham) zu “Deutsch-Jüdischen Fotoalben als Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Forschung”. Bereits der gewählte Titel des Workshops “Konkurrenz der Erzählungen oder: sehen, was gar nicht drauf ist” lud zur Reflexion eigener Forschungsperspektiven ein, unter denen wir die Fotos jeweils lesen. Schließlich bestimmt das Wissen um Deportation und Massenvernichtung von Juden und Jüdinnen während der nationalsozialistischen Herrschaft den Blick auf das Quellenmaterial maßgeblich mit. Privatfotografien von Juden und Jüdinnen fungieren insbesondere im Ausstellungskontext oftmals als direkter visueller Link zwischen Judentum und Holocaust und dies obwohl sie weder eine spezifische Form des Jüdisch-Seins zum Ausdruck bringen, noch die Diffamierung oder Ermordung von Juden und Jüdinnen zeigen. Auch als Forscher_innen sind wir nicht davor gefeit, die Fotos vor dem Hintergrundwissen um den Holocaust zu interpretieren und in ihnen Spuren von jüdischer Differenz zu suchen. Selbst die Benennung der Materialien als “jüdische Fotoalben” verschleiert die Tatsache, dass sich diese nicht per se als jüdisch klassifizieren lassen. Dennoch war der Erfahrungshorizont von Juden und Jüdinnen im Nationalsozialismus ein fundamental anderer als jener von “Volksgenossen”, weshalb sich Fragen nach der Funktion von privater Fotografie für Angehörige einer Gruppe, die nicht zur “Volksgemeinschaft” gehörte, in anderer Weise stellen. Im Anschluss an Neckers Einführung wurden die Teilnehmner_innen dazu angehalten, selbst mit dem Quellenmaterial zu arbeiten und in Arbeitsgruppen jeweils ein Fotoalbum zu analysieren. Während der Gruppenarbeit wurde deutlich, dass verfügbare Kontextmaterialien nicht ausschließlich als methodischer Vorteil zu werten sind, versperren sie doch oftmals den Blick auf die Fotoalben. Ausgehend von diesem Befund diskutierten die Teilnehmer_innen über verschiedene methodische Herangehensweisen an das Bildmaterial und gingen der Frage nach, inwiefern hier Synergien zwischen Methoden der Kunstgeschichte (wie bspw. der seriellen Ikonografie) und Methoden der Geschichtswissenschaft (wie bspw. der dichten Kontextualisierung) fruchtbar gemacht werden können.

Wenngleich die vorgestellten Quellen grundverschieden waren und jeweils einer präzisen Kontextualisierung bedurften, wiederholten sich methodische Problemstellungen und Ansätze: Da visuelle Quellen Forscher_innen breitere Interpretationsmöglichkeiten bieten als schriftliche, fordern sie einmal mehr dazu auf, den Referenzrahmen und die Voraussetzungen der Lesarten zu reflektieren. Wertvoll, aber selten überliefert, sind dabei ergänzende Quellen, die über die zeitgenössische Rezeption Aufschluss bieten, sodass diese wiederum der eigenen gegenübergestellt werden kann. Als besondere Herausforderung stellten sich private Fotografien dar, bei denen das Verhältnis von zeithistorischem Kontext, persönlicher Biografie und fotografischer Praxis häufig uneindeutig bleibt. Demgegenüber bieten die Bildpresse zu Staatsbesuchen und Bildwettbewerbe Untersuchungsbeispiele dafür, wie visuelle Mittel im Interesse einer politischen Agenda eingesetzt und politisch gewollte Mitteilungen inszeniert werden. Erhellend für die historische Forschungsperspektive waren zudem die Ausführungen der Archivar_innen und Fotograf_innen, deren Wissen über fotografische Arbeitstechniken sowie Sammlungsgenese und -erschließung der Analyse und Recherche zu weiterer Präzision verhelfen kann. 

 

(09.04.2019, Jonas Feike)

Sektion 5

Archiv

Workshop zum Thema "Der Comic als Form"

 

Workshop zum Thema "Der Comic als Form"

Comic_Form

Aus der Popkultur sind Comics längst nicht mehr wegzudenken. Auch die akademische Wissenschaft hat den Comic inzwischen als Forschungsobjekt für sich entdeckt. In diesem Sinne widmet sich der Workshop "Der Comic als Form - Bildsprache, Ästhetik, Narration" am 27. Juni 2019 dem visuellen Medium. Die interdisziplinären Vorträge untersuchen die verschiedensten Aspekte des Comics: von Transmedialität über Ikonographie bis hin zu theologischen Thematiken, um nur einige Beispiele zu nennen.

Der Workshop wird von Prof. Jörn Ahrens (JLU Gießen) organisiert und findet im Margarete-Bieber-Saal statt. Das Tagungsprogramm sowie weitere Informationen über die Teilnehmer finden sich hier.

 

 

 

 

(20.02.2019, Rahel Schmitz)

Hungry Eyes Festival 2017: ein Festival zwischen Film, Performance und Kunst

Hungry Eyes Festival 2017: ein Festival zwischen Film, Performance und Kunst 

Kurzfilme, Fotoausstellungen, Installationen und Diskussionsveranstaltungen rund um das Medium Film standen im Zentrum des erstmals stattfindenden Hungry Eyes Festival. Vom 28. bis 30. Juli 2017 veranstalteten Studierende der Angewandten Theaterwissenschaften der JLU Gießen und Absolventen der Filmhochschule Mainz die internationale und intermediale Veranstaltung zum Thema Film und Bildmedien in den Räumen der Alten Universitätsbibliothek und des Instituts für Angewandte Theaterwissenschaften.

Das Hungry Eyes Festival bot einen intermedialen und interaktiven Blick auf das Thema Film. So wurden neben den zahlreichen Kurzfilmen auch Installationen und Fotoausstellungen präsentiert. Am 30. Juli 2017 fand eine Podiumsdiskussion zum Thema Beamen auf Bühnen statt, bei der die ZuschauerInnen dazu eingeladen waren mitzudiskutieren. Schon am 28. Juli 2017 konnten sich die BesucherInnen des Festivals aktiv beteiligen, von 15 bis 18:30 Uhr wurde ein 35-mm-Film-Material-Workshop mit Filmkünstler Jos Diegel angeboten.

Hungry Eyes
BesucherInnen des Hungry Eyes Festival beim Filmworkshop. Foto: Hungry Eyes Festival 2017

Studenten der Hochschule für Gestaltung Offenbach arrangierten die virtuelle 360º-Fotoausstellung Sentiment Solutions. In der Virtual Reality (VR)-Installation I See Colors von Moritz Lapke konnten BesucherInnen mit einer VR-Brille individuell einen abstrakten virtuellen Raum erkunden. Die Installation Europa Mon Amourorientierte sich an der Videospiel-Ästhetik und animierte die BesucherInnen zu einem interaktiven Umgang mit dem Medium Film. Der große Erfolg des Festivals ließ sich nicht zuletzt an den Publikumszahlen messen: An jedem der drei Abende verzeichnete das Festival ca. 100 interessierte BesucherInnen.

Das Interesse an dem Gießener Filmfestival war nicht nur bei den Teilnehmenden festzustellen. Mit einer finanziellen Förderung unterstützten neben dem ZMI unter anderem die Hessische Theaterakademie und die Hessiche Film- und Medienakademie das Team des Hungry Eyes in ihrem spannenden Anliegen, das Medium Film von allen Seiten zu beleuchten.

 (22.12.2017, Max Stümpel)

Das ZMI gratuliert: ORDNUNG – Ein theatrales Essay beim OUTNOW! Festival in Bremen zu sehen

Das ZMI gratuliert: ORDNUNG – Ein theatrales Essay beim OUTNOW! Festival  in Bremen zu sehen

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Grafik: Maren Wiese
Nun wird auch in Bremen das Leben geordnet! Das ZMI freut sich zusammen mit Gesa Bering und Stephan Dorn über die Einladung zum OUTNOW! Internationales Performing Arts Festival in Bremen und gratuliert herzlich. Aus über 400 Bewerbungen aus ganz Europa wurde Ordnung zusammen mit 20 weiteren Inszenierungen für das Festival ausgewählt. Dieses findet vom 2. – 6. Juni 2017 statt, Ordnung wird am 3. Juni von 22-23 Uhr in der Schwankhalle Bremen aufgeführt. Ordnung wurde unter anderem vom ZMI gefördert und feierte im November 2016 Premiere im Künstlerhaus Mousonturm Frankfurt.


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Grafik: Maren Wiese
Bering und Dorn setzen sich in ihrem theatralen Essay mit der Frage nach einer ganzheitlichen Ordnung auseinander. 

Ist es möglich, die Welt zu archivieren? Komplett und lückenlos? Kann man die gesamte Geschichte - nicht nur den Teil, den Gewinner geschrieben haben - vollumfassend nacherzählen? Sämtliche Phänomene, Ideologien, Philosophien, Religionen, alle Dinge, Wissenschaften und Künste zwischen zwei Buchdeckeln vollständig und endgültig bändigen? Alle Menschen, die gesamte Tier- und Pflanzenwelt?

Geht das?

- Ja.

Stephan Dorn hat genau dies getan. Sein Lebenswerk, das Buch „Ordnung“, ist perfekt. Es ist Lexikon, Ratgeber, Gebrauchsanweisung. Die Welt ist hiermit erklärt.

Fast.

Nur ein guter letzter Satz fehlt noch und natürlich ein Punkt.  Die Zuschauer sind herzlich dazu eingeladen diesem Punkt beizuwohnen.

 

Konzept, Regie, Performance und Text sind von Gesa Bering und Stephan Dorn entwickelt worden. Verantwortlich für die  Ausstattung ist Annatina Huwiler, für die technische Gestaltung Jost von Harleßem und für die Grafik und Animation Maren Wiese.
Gefördert wurde das Projekt vom Institut für Angewandte Theaterwissenschaft (JLU Gießen) in Kooperation mit dem Künstlerhaus Mousonturm und der Hessischen Theaterakademie (HTA) sowie dem ZMI, dem Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Kulturamt der Stadt Gießen und der Gießener Hochschulgesellschaft.

Weitere Informationen zum Festival sowie zur Aufführung finden Sie hier.  Einen Trailer des Festivals mit allen eingeladenen Produktionen finden Sie hier

(18.05.2017, Katharina Monaco)