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Newsletter

Newsletter 4/2018

ZMI-Newsletter 4/2018

erstellt von Sebastian Baier zuletzt verändert: 27.11.2018 16:56 Historie

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ZMI-Newsletter 4/2018

Editorial

 

Liebe Freund*innen des ZMI

 

Dorothée de Nève
Dorothée de Nève
Wenn das Jahr zur Neige geht, ist es Zeit Bilanz zu ziehen und Dank zu sagen: Wir bedanken uns im Namen des ZMI insbesondere bei allen, die auch in diesem Jahr unsere Arbeit mit wertvollen Ideen und engagierter Arbeit unterstützt und Interesse an einem gemeinsamen Dialog gezeigt haben. Eine Forschungseinrichtung wie das ZMI kann nur wissenschaftliche Expertise in gesellschaftliche Diskurse transferieren und zur Lösung gesellschaftspolitisch relevanter Fragen beitragen, wenn es gelingt, Forschung in unterschiedliche Kontexte einzubinden.

Der Blick auf unsere Aktivitäten der vergangenen Wochen zeigt einmal mehr, wie vielschichtig und intensiv die Netzwerke sind, in denen das ZMI agiert. Hierzu gehört die Zusammenarbeit mit Medienschaffenden wie Philipp Schnee (Redakteur), Franziska Schutzbach (Bloggerin) oder Adrian Oeser (Filmemacher), die in dem Format „Stimmen aus der Praxis“ oder in Podiumsdiskussionen mit uns kooperieren. Aktive des ZMI sind auch in den vergangenen Wochen wieder in verschiedenen Print- und Rundfunkformaten in Interviews und Analysen sichtbar gewesen. Die Zusammenarbeit mit Gästen anderer Universitäten, die ihre wissenschaftliche Expertise in öffentliche Veranstaltungen, Interviews und Tagungen einbringen, und die interdisziplinären Kooperationen innerhalb der JLU – etwa mit dem Forschungsverbund Antidemokratische Haltungen – charakterisieren die Arbeit am ZMI. Dr. Nadyne Stritzke, zentrale Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der JLU, hat das ZMI zu einem neuen Format der Zusammenarbeit im Kontext der Veranstaltung 100 Jahre FrauenWahlRecht eingeladen. All diese Aktivtäten zeigen, dass es dem ZMI auch in diesem Jahr gelungen ist, die eigenen Türen zu öffnen und den produktiven Austausch zu suchen. Mit diesen Aktivitäten ist auch jede Menge Spaß verbunden, weil wir neue Thematiken, Kolleg*innen und Kooperationsformen kennen und schätzen gelernt haben. 

In den vergangenen Monaten hat sich außerdem das bestehende mediale Repertoire des ZMI weiter entwickelt. Hierzu gehört u.a., dass an der Tagung zu Wissens- und Bildungsmedien im Forschungsschwerpunkt Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft sowie an dem Workshop Inhalte und Wirkungen von (halb-)fiktionalen Unterhaltungssendungen mit Videokonferenzen gearbeitet wurde. Nicht zuletzt ist unser neuer ZMI-Blog inzwischen online. Selbst wenn die technische Umsetzung aufgrund datenschutzrechtlicher Restriktionen derzeit (noch?) nicht unseren eigenen Erwartungen an Interaktivität entspricht, freuen wir uns sehr, dass es uns mit einem ersten Blogbeitrag zu Digitalisierung – Verheißung und Ernüchterung gelungen ist, unsere Expertise in die aktuellen Debatten in und außerhalb der JLU einzubringen.

Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Ihnen im Neuen Jahr!

-           Ihre Dorothée de Nève

 

 

 


 

Inhalt ZMI-NEWSLETTER 4/2018

 

Editorial

 

News

Das ZMI wünscht frohe Weihnachten

ZMI geht mit eigenem Blog online

 

Veranstaltungsankündigungen

Learning Activism?! – Knowledge production, education and action in social movement contexts – Gastvortrag von Aziz Choudry

Jutta Hergenhan spricht im Rahmen der Educational Linguistics-Vortragsreihe zu Gendern in Frankreich: von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben

'Verdrängte Vergangenheit' im Feature. Konzeption einer Radiosendung zur Geschichte des Rechtsterrorismus – Philipp Schnee zu Gast bei Stimmen aus der Praxis

‚Die Wahrheit‘ und ‚das Böse‘: Semantiken asymmetrischer Gegenbegriffe und die Paradoxien der Demokratie –  öffentlicher Vortrag von Karsten Fischer

Zum pädagogischen und beraterischen Haltungsbegriff in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung – Gastvortrag von Reiner Becker

 

ZMI-Videos

Videomitschnitt der Podiumsdiskussion FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918

Drei Fragen an Franziska Schutzbach

Podiumsdiskussion: Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl 2018

Gießen 68. Ein revolutionärer Traum – Filmprojekt der ZMI-Sektion Medien und Geschichte und der Fachjournalistik jetzt auf YouTube

 

Aktivitäten und Events der letzten Monate

FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918. Gemeinsame Veranstaltung des ZMI mit der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU

Podiumsdiskussion und offene Debatte: Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl 2018

Podiumsdiskussion zum Ergebnis der Midterm Elections in den USA: Abstimmung über Trump. Was bedeuten die US-Zwischenwahlen für Trump und für uns?

Tagesworkshop Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien (print und digital) des ZMI-Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft

ExpertInnen-Workshop Inhalte und Wirkungen von (halb-)fiktionalen Unterhaltungssendungen 

Stimmen aus der Praxis: Tatjana Heid zu Politischer Digital-Journalismus in Zeiten von 'Fake-News', Filmemacher Adrian Oeser zum Thema Wer die Geschichte verändert, verändert den Film

Sabine Heymann bei EURODRAM-Jahresversammlung in Budapest

Gastvortrag: Beate Küpper zu Einstellungen gegenüber LSBTIQ* als Facette antidemokratischer Haltungen 

 

In den Medien

Heiner Goebbels' Werk Everything that happened and would happen im Guardian und in der New York Times 

Dorothée de Nève im Deutschlandfunk zu Religion in der Politik, im Gießener Anzeiger zur nachlassenden Kraft der Volksparteien

Claus Leggewie: Das Kapital der Union ist verbraucht – Gastkommentar im Handelsblatt

„CDU im Wandel“ – Dorothée de Nève bei phoenix zu Angela Merkels angekündigtem Rückzug aus der Politik und zur Landtagswahl in Hessen

Verena Schäfer-Nerlich bei phoenix zu Angela Merkels Rede über die Zukunft Europas

 

Neues aus den Seniorprofessuren

 

Neues aus der Ludwig Börne-Professur

Europa. Eine Welt von gestern? – die Ringvorlesung des Präsidenten koordiniert von Claus Leggewie 

Claus Leggewie und Bernd Messinger führten in der Universitätsbibliothek ein Gespräch zur 68er-Revolte 

 

Neues aus der Otto Behaghel-Professur

Germanistische Begegnungen: Dietmar Rösler moderierte Sektion Deutsch als Fremdsprache 

Werkstattgespräche Deutsch als Fremdsprache

Paradigmenwechsel und ihre Folgen

Digitale Medien in Integrationskursen an Deutschen Volkshochschulen

Workshops für studieninteressierte Geflüchtete: Kommunikation an der Universität

 

Neues aus der Georg Büchner-Professur

Werkstattgespräche zu Everything That Happened and Would Happen, Interviews mit dem Guardian und der New York Times

Sonic Wunderkammer – Improvisationskonzert von Heiner Goebbels im Teatro Massimo

There Is No Such Thing As A Giessen School

Ensemble, Team & Polypony - …But in Strong Artistic Experience One Is Always Alone — Gespräch mit Heiner Goebbels veröffentlicht

Heiner Goebbels‘ Industry and Idleness in Amsterdam und Vortrag in der Academy for Theatre and Dance 

Heiner Goebbels in der Elbphilharmonie Hamburg

Neue Solo-Komposition auf Tour in Frankreich

Heiner Goebbels / Heiner Müller: Der Mann im Fahrstuhl im Deutschlandradio und in der AdK Berlin 

 

Personalia

Rahel Schmitz neue Koordinatorin der ZMI-Öffentlichkeitsarbeit

Jonas Feike, Laura Schilling und Sophia Trogemann neue Hilfskräfte für Öffentlichkeitsarbeit und Recherche

Shiori Kitaoka von der Universität Tokyo für Forschungsaufenthalt am ZMI

Merve Usta neue wissenschaftliche Hilfskraft im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten

Berit Beckers neue studentische Hilfskraft der ZMI-Sektion Medien und Gender

Niklas Ferch wechselt im Rahmen eines neuen Drittmittel-Forschungsprojekts zu Instrumenten innerparteilicher Demokratie an das IfP

Philipe Zenz wechselt an das Stadttheater Gießen

 

Publikationen

Thomas Gloning, Gerd Fritz und Juliane Glüer zu Historical Pragmatics of Controversies

Bettina Severin-Barboutie und Nikola Tietze über Flucht als Handlungszusammenhang

Andreas Langenohl Zum medialen Wandel mathematischer Repräsentationen in der neoklassischen Wirtschaftstheorie

Ludwig Duncker über Wege zur ästhetischen Bildung

 

 

 


 

News

Das ZMI wünscht frohe Weihnachten

 

 

 

 

ZMI geht mit eigenem Blog online

Erster Blogbeitrag von Katrin Lehnen und Dorothée de Nève zum Thema Digitalisierung – Verheißung und Ernüchterung

Das ZMI stellt ab sofort mit einem eigenen Blog aktuelle medienbezogene Fragestellungen und Entwicklungen zur Debatte. Damit schafft das ZMI ein neues Format der Wissenschaftskommunikation an der JLU. Der Blog ist Teil der ebenfalls neu gestalteten ZMI-Homepage im übersichtlich strukturierten Kacheldesign, das einen visuell ansprechenden und klaren Zugang zu den Aktivitäten und der Expertise des Zentrums bietet. Das ZMI strebt mit seinem neuen Blog den interdisziplinären wissenschaftlichen Austausch zwischen Angehörigen der JLU untereinander und mit der interessierten Öffentlichkeit an. Mit dem Blog sollen die am Zentrum diskutierten Themen medienwissenschaftlicher Forschung sichtbar gemacht werden und zu inhaltlichen Debatten anregen.

Im ersten Blogbeitrag Digitalisierung – Verheißung und Ernüchterung diskutieren Prof. Katrin Lehnen (Geschäftsführende Direktorin des ZMI) und Prof. Dorothée de Nève (stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI) unterschiedliche Zuschreibungen an die Digitalisierung wie auch Folgen der Digitalisierung. Dabei rücken sie verschiedene Aspekte in den Fokus: Während Digitalisierung häufig als Projektionsfläche für Heilsversprechen (Leistungsoptimierung, erhöhte Lebensstandards, etc.) dient, wird sie ebenso oft als Bedrohung wahrgenommen, etwa im schulischen Bereich. Der Zugang zu einem differenzierteren Digitalisierungsbegriff, so Lehnen und de Nève, lässt sich nur über eine interdisziplinäre Herangehensweise entwickeln, die sowohl die technologische und infrastrukturelle wie auch die ökonomische, rechtliche und soziale Dimension der Digitalisierung betrachtet.

Im kommenden Blogbeitrag Die solidarische Gesellschaft sichtbar machen wird Johannes Diesing vom Institut für Politikwissenschaft Begriffe aus der Bewegungsforschung und der Kommunikationswissenschaft diskutieren. Dabei wird er sich unter anderem mit den Ereignissen von Chemnitz im vergangenen August und September befassen.

 

 

 

 


Veranstaltungsankündigungen

Learning Activism?! – Knowledge production, education and action in social movement contexts – Gastvortrag von Aziz Choudry

Am 17. Dezember 2018 setzt Aziz Choudry, Ph.D. (Associated Professor, Faculty of Education, McGill University, Montreal, Canada) mit seinem Gastvortrag Learning Activism?! – Knowledge production, education and action in social movement contexts die Vortragsreihe des interdisziplinären Forschungsverbundes antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation im Wintersemester fort. Aziz Choudry zieht eine Verbindung zwischen Bildung und sozialen Bewegungen und hebt die Relevanz von Lernprozessen hervor. Er argumentiert, dass das im Kontext von Aktivismus und sozialen Bewegungen gewonnene Wissen die Grundlage für die Einordnung aktueller Entwicklungen in der Migrationspolitik ist. Der öffentliche Gastvortrag mit anschließender Diskussion findet um 18:00 Uhr im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, 35390 Gießen, statt.

 

 

 

Jutta Hergenhan spricht im Rahmen der Educational Linguistics-Vortragsreihe zu Gendern in Frankreich: von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben

Der Forschungsverbund Educational Linguistics nimmt in seiner Vortragsreihe dieses Semester den geschlechtergerechten Sprachgebrauch in den Fokus.

Dr. Jutta Hergenhan (Wissenschaftliche Geschäftsführerin des ZMI, Gießen) führt die Reihe am 15. Januar 2019 mit Ihrem Vortrag Gendern in Frankreich: von der Feminisierung der Berufsbezeichnungen zum inklusiven Schreiben fort. In der französischen Sprache wird seit dem Ende der 1970er Jahre „gegendert“, allerdings in unterschiedlicher Weise je nach länderspezifischem Kontext. Im Gegensatz zum französischsprachigen Kanada tat Frankreich sich schwer mit der Akzeptanz geschlechtergerechter Sprache. Der Vortrag wird einen Einblick in die Entwicklung geschlechtergerechter Sprache in Frankreich geben: ihre rechtlichen Rahmenbedingungen, konkrete Gestaltungsmöglichkeiten und -schwierigkeiten, sich wandelnde Zielsetzungen. Gleichzeitig geht er auf die Ursprünge geschlechterungerechter Sprache ein: sprachinstitutionelle Traditionen, der Grammatik inhärente Rationalitäts- und Geschlechterdiskurse, gesellschaftliche Geschlechtervorstellungen.

Mit einem Podiumsgespräch am 22. Januar 2019 findet die Educational Linguistics-Vortragsreihe zum geschlechtergerechten Sprachgebrauch ihren Abschluss. Studierende, SuS und Bürger*innenmeister*innen/ – Möglichkeiten und Grenzen des geschlechtergerechten Sprachgebrauchs lautet das Thema dem sich Prof. Anja Binanzer (Erfurt), Prof. Gabriele Diewald (Hannover), Prof. em. Peter Eisenberg (Potsdam) und Prof. Ekkehard Felder (Heidelberg) widmen. Moderation: Prof. Helmuth Feilke (Gießen) und Prof. Mathilde Hennig (Gießen).

Die Veranstaltungen finden jeweils dienstags um 18:15 Uhr statt. Veranstaltungsort des Einzelvortrags ist das Seminargebäude Philosophikum, Raum 202 (Alter Steinbacher Weg 44). Das Podiumsgespräch findet in der Aula der JLU (Universitätshauptgebäude, Ludwigstraße 23) statt.

Am 20. November 2018 eröffnete Dr. Dinah Leschzyk (Institut für Romanistik, Gießen) die Vortragsreihe des Forschungsverbunds Educational Linguistics mit dem Thema: Brasilien: Zwischen "Gender-Revolution" und "Staatsstreich". Gendersensibler Sprachgebrauch in der Krise.

 

 

 

'Verdrängte Vergangenheit' im Feature. Konzeption einer Radiosendung zur Geschichte des Rechtsterrorismus – Philipp Schnee zu Gast bei Stimmen aus der Praxis

stimmen aus der praxis logoIn der gemeinsamen Veranstaltungsreihe Stimmen aus der Praxis der ZMI-Sektion Medien und Geschichte und der Fachjournalistik Geschichte spricht am 15. Januar 2019 um 18 Uhr, in Raum C 214 des Philosophikum I, Philipp Schnee (Redakteur, Moderator, Autor für DLF) über 'Verdrängte Vergangenheit' im Feature. Konzeption einer Radiosendung zur Geschichte des Rechtsterrorismus. Am konkreten Beispiel eines Radiofeatures von Deutschlandfunk Kultur sollen journalistische Zugänge zu historischen Themen diskutiert werden. Wie gelingt eine sowohl tiefgründige als auch radiophone Umsetzung? Welche Besonderheiten sind bei der journalistischen Gattung Feature zu beachten? Wie sehen von der ersten Idee bis zur Produktion die konkreten Arbeitsabläufe aus? Was muss und wie wird recherchiert?

 

 

 

‚Die Wahrheit‘ und ‚das Böse‘: Semantiken asymmetrischer Gegenbegriffe und die Paradoxien der Demokratie –  öffentlicher Vortrag von Karsten Fischer

Die Wahrheit und das BöseDas Konzept der asymmetrischen Gegenbegriffe greift auf ein heuristisches Instrument der Diskursanalyse zurück, das von Reinhart Koselleck skizziert worden ist. Gemeint sind Begriffspaare, die i.) binär, ii.) von universalem Anspruch und iii.) wertend sind. Zudem ergänzen sich die (Gegen-) Begriffe nicht, sondern sind iv.) asymmetrisch. Es handelt sich demzufolge um „auf ungleiche Weise konträre Zuordnungen“, die eine wechselseitige Anerkennung geradezu ausschließen, indem stets eine abschätzige Bedeutung einfließt.

Dass es solche radikalen begrifflichen Dualismen nicht nur in der politischen Theorie, sondern auch in der Praxis der Demokratie gibt, wird der Vortrag von Prof. Karsten Fischer (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft, LMU München) an den Beispielen „Wahrheit“ und „Böse“ untersuchen und zur Diskussion stellen. Die Veranstaltung findet am Donnerstag, den 24. Januar 2019, von 19:00 bis 20:30 Uhr, im Margarete-Bieber-Saal, Ludwigstraße 34, statt.

Der Vortrag findet im Rahmen des von Prof. Elif Özmen, ZMI-Sektion Macht – Medium – Gesellschaft, organisierten 1. Gießener Workshop Praktische Philosophie statt, der die philosophische Relevanz von asymmetrischen Gegenbegriffen – etwa (Un)Moral, (Un)Gerechtigkeit, (Un)Sichtbarkeit, (In)Humanität, (Un)Versehrtheit, (Miss)Achtung, (Un)Würde – in den Fokus nimmt.

 

 

 

Zum pädagogischen und beraterischen Haltungsbegriff in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung – Gastvortrag von Reiner Becker

Am 29. Januar 2019 findet der dritte Gastvortrag des interdisziplinären Forschungsverbundes Antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation im Wintersemester 2018/19 statt.

Dr. Reiner Becker (Leiter des Demokratiezentrums im Beratungsnetzwerk Hessen – Gemeinsam für Demokratie und gegen Rechtsextremismus, Institut für Erziehungswissenschaft, Philipps-Universität Marburg) spricht zum Thema Zum pädagogischen und beraterischen Haltungsbegriff in Zeiten gesellschaftlicher Polarisierung. Er setzt sich dabei insbesondere mit den Fragen auseinander, wodurch eine „demokratische Haltung“ im Kontext von pädagogischen und beraterischen Professionen charakterisiert werden kann, und inwiefern persönliche und professionelle Haltungen von VerantwortungsträgerInnen zu einer Überwindung von gesellschaftlichen Polarisierungen beitragen können.

Der Gastvortrag mit anschließender Diskussion findet um 18:00 Uhr im Biologischen Hörsaal des Hauptgebäudes (Ludwigstr. 23) statt.

 

 


 

 

ZMI-Videos

Videomitschnitt der Podiumsdiskussion FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918

Am 12. November 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht verkündet und damit eine wichtige Grundlage für die politische Gleichberechtigung von Frauen und Männern geschaffen. Anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums hatte das ZMI gemeinsam mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU am 12. November 2018 zu einem feierlichen Abend in die Aula der JLU eingeladen.

Über die Dynamik von Fort- und Rückschritten im Kampf um politisch-gesellschaftliche Partizipation diskutierten Rebecca Beerheide vom Deutschen Journalistinnenbund aus Berlin, Dr. Jana Günther, Soziologin von der Technischen Universität Dresden, Christel Riemann-Hanewinckel, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., und Franziska Schutzbach, Medienwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin an der Universität Basel. Die Moderation übernahm Louisa A. Süß. Die Paneldiskussion war lebhaft, anregend, und spannend: So berichtete zum Beispiel Christel Riemann-Hanewinckel von ihren Erfahrungen im Parlament in der Zeit, als um die Vergewaltigung in der Ehe als Straftat gestritten wurde.

Das ZMI hat die Veranstaltung aufgezeichnet. Den Videomitschnitt der Posiumsdiskussion FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918 können Sie auf YouTube ansehen.

Im neuen ZMI-Interview Drei Fragen an… mit Franziska Schutzbach spricht diese außerdem darüber, welchen Wert Hashtags wie #MeToo oder #Aufschrei haben, was die Schweiz ihren Frauen schuldig ist und inwiefern Hasskommentare zu Wahrnehmungsverzerrung beitragen.

Einen ausführlichen Nachbericht der Jubiläumsveranstaltung FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918 mit ihrem facettenreichen Rahmenprogramm finden Sie hier.

 

 

 

Drei Fragen an Franziska Schutzbach

 

Franziska Schutzbach sprach mit dem ZMI darüber, welchen Wert Hashtags wie #MeToo oder #Aufschrei haben, was die Schweiz ihren Frauen schuldig ist und inwiefern Hasskommentare zu Wahrnehmungsverzerrung beitragen. Franziska Schutzbach ist Geschlechterforscherin und Soziologin. Sie lehrt an der Universität Basel und der Technischen Universität Berlin. Außerdem ist sie feministische Aktivistin und Bloggerin. Sie gibt das Online-Magazin Geschichte der Gegenwart mit heraus und veranstaltet zweimal im Monat den Feministischen Salon in Zürich und Basel. Sie ist im Vorstand von Terre des Femmes. 2016 initiierte sie mit einigen anderen den Hashtag #SchweizerAufschrei. Kürzlich veröffentlichte sie im Xanthippe Verlag das Buch Die Rhetorik der Rechten. Rechtspopulistische Diskursstrategien im Überblick.

Zum Video gelangen Sie hier.

 

Podiumsdiskussion: Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl 2018

In Hessen war vor der Landtagswahl noch alles möglich und politische Partizipation von großem Wert. Darum auch die einleitenden Worte: „Diskutieren Sie weiter!“ des Präsidenten der JLU Prof. Joybrato Mukherjee am 23. Oktober 2018. Das ZMI organisierte an diesem Tag gemeinsam mit der Reihe Kontroversen des Instituts für Politikwissenschaft eine offene Podiumsdiskussion mit dem Titel Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl. Die Veranstaltung wurde von rund 250 Personen besucht. Das Publikum war eingeladen, Fragen, Zweifel und Ideen zu artikulieren und gemeinsam mit den Gästen auf der Bühne zu diskutieren.

Vier ExpertInnen der Universitäten Jena, Kassel und Gießen gaben jeweils ein kurzes kontroverses Statement von fünf Minuten zur Bedeutung der Wahlen am 28. Oktober 2018 ab. Kontrovers bedeutet in dieser Reihe auch, dass nichts abgesprochen wird. Die Podiumsgäste geben ihren Input spontan. Den Rest der Zeit wird mit dem Publikum diskutiert, hinterfragt, kritisiert und auch gepöbelt. So entstand an diesem Abend eine lebhafte Diskussion mit substanziellen Inputs aus dem Publikum, die Sie im Videomitschnitt der Debatte verfolgen können.

Einen Bericht zur Podiumsdiskussion finden Sie in diesem Newsletter in der Rubrik Aktivitäten und Events der letzten Monate.

 

 

 

Gießen 68. Ein revolutionärer Traum – Filmprojekt der ZMI-Sektion Medien und Geschichte und der Fachjournalistik jetzt auf YouTube

Vor 50 Jahren protestierten die „68er“ in der gesamten Bundesrepublik. Nachdem der Dokumentarfilm Gießen 68. Ein revolutionärer Traum, der sich mit dem Vermächtnis des langjährigen Gießener Grünenpolitikers und „68ers“ Heinrich Brinkmann beschäftigt, im Sommer 2018 schon öffentlich in Gießen aufgeführt wurde, ist er nun auch auf YouTube online.

 

Der Film, der eine Masterprojektarbeit von Studierenden der Fachjournalistik Geschichte der JLU Gießen ist, ist auf dem YouTube-Kanal des ZMI abrufbar.

 

 

 


 

Aktivitäten und Events der letzten Monate

FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918. Gemeinsame Veranstaltung des ZMI mit der Zentralen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU

Am 12. November 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht verkündet und damit eine wichtige Grundlage für die politische Gleichberechtigung von Frauen und Männern geschaffen. Anlässlich dieses 100-jährigen Jubiläums hatte das ZMI gemeinsam mit der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU am 12. November 2018 zu einem feierlichen Abend in die Aula der JLU eingeladen.

Der Sektempfang zu Beginn und das Buffet zum Abschluss luden zum regen Austausch untereinander ein, und boten die Gelegenheit, sich durch eine inhaltliche Posterausstellung näher über die Galerie Gießener Akademikerinnen zu informieren, die ebenfalls zentraler Punkt der Veranstaltung war. Neben der lebendigen Podiumsdiskussion wurde die Veranstaltung von zwei Improvisationstheaterkünstlerinnen aus Berlin und einer studentischen Musikgruppe kreativ begleitet. Der Eintritt zu der öffentlichen Veranstaltung war frei. Das Publikum setzte sich aus Studierenden, Universitätsangehörigen und BesucherInnen aus der Stadt und dem Umland zusammen.

JLU-Vizepräsidentin Prof. Verena Dolle begrüßte die Anwesenden im Namen der JLU, und Dr. Nadyne Stritzke, in ihrer Funktion als Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte der JLU, setzte die Veranstaltung in den gegenwärtigen Kontext. Prof. Simone Abendschön leitete den Abend durch eine thematische Einführung ein. 

100 Jahre Frauenwahlrecht1
JLU-Vizepräsidentin Verena Dolle hält ihr Grußwort. Über ihr ist die Porträtgalerie Gießener Akademikerinnen zu sehen. Foto: Rolf Wegst
100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts sind Frauen weder im Bundestag noch in den Länder- und Kommunalparlamenten gleichberechtigt vertreten und demokratische Grundwerte werden wieder in Frage gestellt. Über die Dynamik von Fort- und Rückschritten im Kampf um politisch-gesellschaftliche Partizipation diskutierten Rebecca Beerheide vom Deutschen Journalistinnenbund aus Berlin, Dr. Jana Günther, Soziologin von der Technischen Universität Dresden, Christel Riemann-Hanewinckel, Parlamentarische Staatssekretärin a.D., und Franziska Schutzbach, Medienwissenschaftlerin und Geschlechterforscherin an der Universität Basel. Die Moderation übernahm Louisa A. Süß. Die Paneldiskussion war lebhaft, anregend, und spannend: So berichtete zum Beispiel Christel Riemann-Hanewinckel von ihren Erfahrungen im Parlament in der Zeit, als um die Vergewaltigung in der Ehe als Straftat gestritten wurde.

100 Jahre Frauenwahlrecht2
Die Referentinnen: Franziska Schutzbach, Christel Riemann-Hanewinckel, Louisa Süß, Rebecca Beerheide, und Jana Günther (v.l.n.r.). Foto: Rolf Wegst
Nach der Diskussion lockerte der Auftritt zweier Improvisationstheaterkünstlerinnen den Abend auf; das Duo griff das Thema des Abends immer wieder auf, brachte zum Lachen, und regte weiter zum Nachdenken an.

Eine vom ZMI und dem Büro der Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten der JLU speziell für den Anlass erstellte Ausstellung veranschaulichte zum einen die Entwicklung des Wahlrechts, zum anderen die Geschichte der Akademikerinnen an der Universität Gießen. Abgebildet waren Frauen verschiedener Fachrichtungen und Werdegänge: Von Regina Josepha von Siebold, der 1815 die erste Ehrendoktorwürde für „Entbindungskunst“ verliehen wurde, über Dr. Wera Krilitschewsky, die 1904 als erste Frau in Hessen, noch vor Beginn des offiziellen Frauenstudiums, ihre Promotion in Chemie ablegte, bis hin zur ersten Vizepräsidentin der JLU, Dr. Katja Becker. Manche der Frauen litten unter den politischen Gegebenheiten ihrer Zeit. So wählte Dr. Krilitschewsky den Freitod, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen und Margarete Bieber, erste Habilitandin und erste außerordentliche Professorin, sah sich zum Exil gezwungen.

100 Jahre Frauenwahlrecht3
Ein Gast betrachtet eines der Ausstellungsposter. Foto: Rolf Wegst
Die Ausstellung korrespondierte mit der Porträtgalerie von zwölf Gießener Akademikerinnen, die für die Dauer der Veranstaltung in der Aula zu sehen war. Die bunte Galerie der Akademikerinnen sollte auf der einen Seite einen Kontrast zu der Porträtgalerie der (ausschließlich männlichen) Dekane bilden, die in der Aula hängt, und zum anderen den akademischen Beitrag von Frauen im Allgemeinen und dieser Frauen im Besonderen ins Bewusstsein rufen. Die Frage vieler Besucher, was nun mit der Galerie in der Zukunft passieren wird, bleibt vorerst noch unbeantwortet.

Das ZMI hat die Veranstaltung aufgezeichnet. Den Videomitschnitt der Posiumsdiskussion FrauenWahlRecht – Bewegte Zeiten seit 1918 können Sie auf YouTube ansehen.

Im neuen ZMI-Interview Drei Fragen an… mit Franziska Schutzbach spricht diese außerdem darüber, welchen Wert Hashtags wie #MeToo oder #Aufschrei haben, was die Schweiz ihren Frauen schuldig ist und inwiefern Hasskommentare zu Wahrnehmungsverzerrung beitragen.

Nachbesprechungen der Veranstaltung finden sich im Gießener Anzeiger und in der Gießener Allgemeinen. Weitere Informationen und das Programm finden Sie hier.

 

 

 

Podiumsdiskussion und offene Debatte: Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl 2018

 

In Hessen war vor der Landtagswahl noch alles möglich und politische Partizipation von großem Wert. Darum auch die einleitenden Worte: „Diskutieren Sie weiter!“ des Präsidenten der JLU Prof. Joybrato Mukherjee am 23. Oktober 2018. Das ZMI organisierte an diesem Tag gemeinsam mit der Reihe Kontroversen des Instituts für Politikwissenschaft eine offene Podiumsdiskussion mit dem Titel Wirf Deine Stimme in die Waagschale! Zur Bedeutung der hessischen Landtagswahl. Die Veranstaltung wurde von rund 250 Personen besucht. Das Publikum war eingeladen, Fragen, Zweifel und Ideen zu artikulieren und gemeinsam mit den Gästen auf der Bühne zu diskutieren.

Vier ExpertInnen der Universitäten Jena, Kassel und Gießen gaben jeweils ein kurzes kontroverses Statement von fünf Minuten zur Bedeutung der Wahlen am 28. Oktober 2018 ab. Kontrovers bedeutet in dieser Reihe auch, dass nichts abgesprochen wird. Die Podiumsgäste geben ihren Input spontan. Den Rest der Zeit wird mit dem Publikum diskutiert, hinterfragt, kritisiert und auch gepöbelt.

Hessen erscheine von außerhalb relativ stabil, so Dr. Ossip Fürnberg aus Jena. Prof. Dorothée de Nève aus Gießen sagte, es sei an der Zeit, die hohe Unentschlossenheit (von 44%) vieler WählerInnen ernst zu nehmen und zu verstehen. Darauf folgte eine passende Ergänzung von Dr. Verena Schäfer-Nerlich, auch aus Gießen. Wer in Betracht ziehe, nicht zu wählen oder befürchte, bezüglich der eigenen Interessen falsch zu wählen, fände Hilfe beim ersten hessischen Wahl-O-Mat, der emotional diskutierte Themen wieder versachliche und damit eine wichtige Informationsfunktion erfülle. Schließlich läge, so Prof. Wolfgang Schroeder aus Kassel, die größte Gefahr in der Polarisierung und Fragmentierung der Parteien, die mögliche Koalitionsbildungen erschweren. Hessen sei, so betrachtet, nicht sehr stabil. Moderiert wurde der Abend von Frau Prof. Julia Schwanholz aus Kassel.

Hessenwahl_Publikum
In der gut besuchten Aula der JLU wurde lebhaft diskutiert.
Diese Statements provozierten an diesem Abend eine lebhafte Diskussion mit substanziellen Inputs aus dem Publikum, die Sie im Videomitschnitt der Debatte verfolgen können.

 

 

 

Podiumsdiskussion zum Ergebnis der Midterm Elections in den USA: Abstimmung über Trump. Was bedeuten die US-Zwischenwahlen für Trump und für uns?

Poster Midterm Elections_In den USA wurden am 6. November 2018 die Zwischenwahlen abgehalten. Während die Republikaner im Senat einen Sieg davontrugen, mussten sie im Repräsentantenhaus die Kontrolle an die Demokraten abgeben. In diesem Jahr waren die Wahlen von besonderem gesellschaftlichem und politischem Gewicht: Die Midterms und ihre Ergebnisse können als eine Abstimmung über Trump und seine Präsidentschaft gelesen werden, denn die Zusammensetzung des Kongresses beeinflusst maßgeblich die Handlungsfreiheit des Präsidenten. Könnte eine Erschwerung der Durchsetzung von Trumps innenpolitischen Zielen durch einen geteilten Kongress dazu führen, dass er sich verstärkt der Außenpolitik zuwendet? Macht der Verlust einer Mehrheit im Repräsentantenhaus ein Amtsenthebungsverfahren möglich?

Gleichzeitig spiegelt sich im Ablauf der Wahlen auch die aufgeladene genderpolitische Situation in den Vereinigten Staaten: Von Trumps zahlreichen frauenfeindlichen Äußerungen auf Twitter oder in Pressekonferenzen, über die umstrittenen Kavanaugh-Ford-Anhörungen, bis hin zu Unsicherheiten in Bezug auf reproduktive Rechte und die gleichgeschlechtliche Ehe in Anbetracht des nun konservativ besetzten Obersten Gerichtshofes bestehen hier starke Kontroversen. In diesem Kontext sticht besonders heraus, dass 2018 mehr Frauen für den Senat, das Repräsentantenhaus und für Gouverneursämter kandidierten als je zuvor. Nach der Wahl ziehen nun über 100 dieser Frauen in den Kongress ein und tragen damit zu einer größeren Vielfalt bei: Vertreten sind Veteraninnen, queere Frauen, muslimische Frauen, latein- und afroamerikanische sowie indigene Frauen, und auch Frauen der jüngeren Generation.

Olson Midterms
Greta Olson (links) sprach in ihrem Vortrag auch darüber, wie Trump vor den Zwischenwahlen Ängste in der Bevölkerung vor illegaler Einwanderung schürte und illustrierte dies mit einer Cover Art des New Yorker. Rechts im Bild: Dorothée de Nève und Andreas Schwarzkopf.
Über die Ergebnisse der US-Zwischenwahlen, ihre Bedeutung in Bezug auf Trump und ihren Einfluss auf Gesellschaft und Politik in Europa diskutierten am 11. Dezember 2018 Prof. Helmut Breitmeier (Politikwissenschaft JLU), Ralph C. Freund (Republicans Overseas Germany), Prof. Greta Olson (Amerikanistik JLU), und Andreas Schwarzkopf (Frankfurter Rundschau). Moderiert wurde die Diskussion von Prof. Dorothée de Nève (Politikwissenschaft JLU). Die Veranstaltung fand im Margarete-Bieber-Saal (Ludwigstraße 34) statt. Sie war öffentlich, der Eintritt frei.

Der Gießener Anzeiger hat einen Bericht über die Podiumsdiskussion veröffentlicht.

Greta Olson in der Frankfurter Rundschau über die Midterm Elections in den USA

In einem Gastbeitrag in der Frankfurter Rundschau diskutierte Prof. Greta Olson bereits am 10. Dezember 2018 die Ergebnisse der Midterm Elections. Dabei geht sie unter anderem auch auf die umstrittene Wahl Brett Kavanaughs zum Obersten Richter und den Handelsstreit mit China ein.

Den vollständigen Beitrag finden Sie hier.

 

 

 

Tagesworkshop Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien (print und digital) des ZMI-Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft

Lehrbücher als Wissens- und BildungsmedienAm 9. November 2018 fand im Rahmen der Workshopreihe „Wissens- und Bildungsmedien“ des ZMI-Forschungsschwerpunkts Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft (LBM) ein zweiter Tagesworkshop zum Thema Lehrbücher als Wissens- und Bildungsmedien (print und digital) statt. Die Veranstalter Prof. Thomas Gloning und Melanie Grumt Suárez hatten ReferentInnen der JLU und von anderen Universitäten (Greifswald, Mainz), Institutionen (Georg-Eckert-Institut in Braunschweig, Gutenberg-Institut für Weltliteratur und schriftorientierte Medien in Mainz) und einem Medienunternehmen (L-Pub) für Beiträge gewinnen können. Auf dem Tagesworkshop wurden sechs Fachvorträge und zwei Posterbeiträge vorgestellt und präsentiert. Zusätzlich wurden zwei Referentinnen per Videokonferenz gehört.

Thomas Gloning (JLU/ZMI Gießen) begrüßte zunächst die ReferentInnen und Gäste des Workshops und eröffnete dann auch den Tagesworkshop offiziell mit seinem Vortrag Lehrbücher als Medien der Wissensorganisation: Ein Panorama. Gloning stellte in seinem Vortrag eine Vielzahl von Fragen und Forschungsaufgaben für die Lehrbuchforschung zusammen, die zukünftig auch von TextlinguistInnen mitgedacht und abgearbeitet werden können. Anhand von breit gefächerten Beispielen zeigte er, welches sprachwissenschaftliche Methodenarsenal zur Bearbeitung dieser Fragen verwendet werden kann.

Der zweite Referent, Prof. Vadim Oswalt (JLU/ZMI Gießen), widmete sich in seinem Beitrag Geschichtskarten im Schulbuch. Der Experte beschrieb neben der historischen Entwicklung der Machart von Atlanten auch die konzeptionelle Gestaltung und Neugestaltung von Geschichtskarten, indem er auch aus seiner eigenen Tätigkeit als Beiträger zu Schulbüchern sprach. Oswalt zeigte eindrucksvoll, wie mit Karten auch Geschichtsbilder und Sichtweisen historischer Gegenstände konstituiert werden können.

Aus einer anderen Perspektive auf das Schulbuch blickten Dr. Maret Nieländer und Sedef Karakan (Georg-Eckert-Institut (GEI) – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung, Braunschweig). Als Mitarbeiterinnen am GEI stellten sie in ihrem Vortrag zunächst die digitale Textsammlung und Recherchetools am GEI vor, mit Hilfe derer ForscherInnen digitale historische Schulbücher lesen und nutzen können. Sie berichteten darüber hinaus auch über die Formen der semantischen Erschließung der umfangreichen Bestände des GEI. Karakan präsentierte in der Mittagspause ein darauf bezogenes Poster zu dem aktuellen Projekt Semantische Konzepte in Schulbüchern (SemKoS) am GEI. Das Projekt verfolgt das Ziel, ein neues Recherchewerkzeug zu entwickeln, das über eine Stichwortsuche hinausgeht und semantisch zusammenhängende Inhalte findet.

In der Mittagspause konnte auch ein weiteres Poster von Vanessa Appoh (ehemals JLU, jetzt L-Pub Offenbach) besichtigt werden. Das Poster präsentierte u.a. eine aktuelle lehrbuchbasierte Lese-Lern-App für den Fremdsprachenerwerb des Technologie-Startups L-Pub.

Nach der Pause stellte Melanie Grumt Suárez (JLU Gießen) exemplarisch zwei digitale Begleitmaterialien zu Lehrbüchern für die Hochschullehre vor. An zwei Beispielen (webbasiertes Begleitprogramm in der Biologie und Lehrfilm in der Medizin) konnte das Spektrum von z.B. Selbsttätigkeit, Anschaulichkeit und Interaktivität gezeigt werden. Im Mittelpunkt standen darüber hinaus Aspekte der multimodalen Machart und der Medienspezifik der Angebote und die Frage nach dem „Mehrwert“ dieser Angebote.

Prof. Christoph Bläsi (Universität Mainz) und Dr. Steffen Sammler (GEI) fragten in ihrem Beitrag: Wie sind bei Bildungsmedien die Zusammenhänge zwischen Wissensordnungen, Produktqualität, etc. auf der einen und Produktionsbedingungen auf der anderen Seite, v.a. im Vergleich unterschiedlicher politischer, ökonomischer, oder juristischer Konfigurationen der Bildungsmedienproduktion (in unserem Fall: Fokus auf mittelständischen Unternehmen für den Fall von Marktwirtschaften)?. Dabei stellten sie auch zwei darauf bezogene Projekte zur Entwicklung der Schulbuchproduktion vor.

ZMI-LBM_Lehrbuecher
Steffen Sammler, Tanja Skerlavaj, Dietmar Rösler, Vanessa Appoh, Christoph Bläsi, Ina Daßbach, Katrin Lehnen, Pavla Schäfer, Vadim Oswalt und Thomas Gloning (v.l.n.r.).
 

Dr. Pavla Schäfer (Universität Greifswald) gab Einblicke in ihr geplantes Habilitationsprojekt. Sie untersucht sprachliche Muster in Lehrbüchern zur Inneren Medizin und zur Homöopathie in einer vergleichenden Perspektive. Ihre Argumentation stützt sie mit der Konzeption der Denkstile nach Ludwik Fleck.

Zum Schluss der Veranstaltung wurden zwei Beiträgerinnen per Videokonferenz gehört: Dr. Mariana Hebborn (ehemals JLU/ZMI, jetzt IBM Seoul) stellte Grundzüge ihrer abgeschlossenen Dissertation vor und zeigte, wie sich Textgliederungsstrukturen in Lehrbüchern als Quellen für die Erstellung von terminologischen Ontologien nutzen lassen.

Abschließend wurde der Beitrag von Dr. Jana Kiesendahl (Universität Greifswald) gehört, der sich erneut den Schulbüchern zuwandte. Kiesendahl fragte u.a. danach, welchen Stellenwert das Thema digitale Medien im Schulbuch Deutsch hat und mit welchen Schreib- und Übungsstrategien dieses Thema in das Schulbuch und den Unterricht eingebettet wird.

Mit rund 20 TeilnehmerInnen konnte in den Räumen des GCSC ein LBM-Tagesworkshop mit anregenden Diskussionen abgehalten werden.

Für 2019 ist die Publikation der vorgetragenen Beiträge und weiterer Einreichungen in der Reihe Sprache, Literatur, Kommunikation – Geschichte und Gegenwart geplant. Das vollständige Programm des Workshops finden Sie hier; das Booklet of Abstracts zu den genannten Vorträgen steht hier zum Download bereit.

Für das Jahr 2019 planen die Veranstalter in der zweiten Jahreshälfte einen weiteren Tagesworkshop zu Wissens- und Bildungsmedien. Der thematische Schwerpunkt und der Termin werden rechtzeitig bekannt gemacht.

 

 

 

ExpertInnen-Workshop Inhalte und Wirkungen von (halb-)fiktionalen Unterhaltungssendungen

Marco Dohle
Marco Dohle.
Am 23. und 24. November 2018 fand im Hauptgebäude der JLU ein ExpertInnen-Workshop zum Thema Inhalte und Wirkungen von fiktionalen und halb-fiktionalen politischen Medienangeboten statt. Organisiert wurde der Workshop von Prof. Simone Abendschön, Sprecherin der Sektion 1 des ZMI, in Zusammenarbeit mit Prof. Mona Krewel von der Cornell University, USA. Die beiden Wissenschaftlerinnen möchten ein deutsch-amerikanisches Forschungsprojekt in diesem Bereich etablieren. Der Workshop diente dabei der Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen, die in diesem Bereich forschen, v.a. aus der Medien- und Kommunikationswissenschaft. Im Workshop wurden von den Teilnehmenden laufende und abgeschlossene Forschungsarbeiten im klassischen Konferenzformat präsentiert und diskutiert.

Prof. Christiane Eilders und Dr. Cordula Nitsch von der Universität Düsseldorf stellten dabei unter dem Titel Politik in der Fiktion eine Systematisierung von Filmen und Fernsehserien vor, während Prof. Carsten Wünsch und Miriam Czichon von der Universität Bamberg Agenda-Setting-Wirkungen der amerikanischen Fernsehserie Die Simpsons präsentierten. Dr. Dennis Lichtenstein von der Zeppelin University Friedrichshafen stellte Forschungsergebnisse aus einem Projekt vor, das insbesondere von Jugendlichen und jungen Erwachsenen genutzte Medieninhalte ins Visier nimmt. Lichtenstein zeigte unter dem Titel Aufklärer, Journalisten und Unterhalter wie Satiriker und Social Political Video Creators ihre Rolle wahrnehmen und wie sie Politik inhaltlich darstellen.

Per Skype zugeschaltet wurde die Politikwissenschaftlerin Prof. Andrea Römmele von der Hertie School of Governance Berlin, die einige Thesen ihres demnächst erscheinenden Buchs Zur Sache. Für eine neue politische Streitkultur in Politik und Gesellschaft mit Bezug auf die politischen Kommunikationsformate Polit-Talkshows vorstellte. Nach überaus regen Diskussionen zu den Vorträgen klang der Abend bei einem gemeinsamen Abendessen im Dachcafé aus.

Am nächsten Morgen wurde das Thema des Workshops noch mit drei weiteren Präsentationen mit anschließenden Diskussionen vertieft. Der Unterhaltungsforscher Dr. Marco Dohle von der Universität Düsseldorf stellte in seinem Vortrag Die ‚Flüchtlingskrise‘ im Kinderfernsehen und als Scripted-Reality-Format?die Grenzen von Politikvermittlung in unterhaltenden Kontexten und weitere Ergebnisse eines BMBF- geförderten Forschungsprojekts vor. Danach ging es zuvorderst um methodische Möglichkeiten der Erforschung von Medienwirkungen politischer Medienangebote. Der Politikwissenschaftler Prof. Thorsten Faas von der FU Berlin, ein renommierter Experte im Bereich der Forschung zu den Wirkungen der so genannten ‚TV-Duelle‘ vor Wahlen, stellte den Einsatz von RTR Measurements und Experimenten bei der Messung von Medienwirkungen vor. Danach fassten die Organisatorinnen des Workshops Prof. Mona Krewel und Prof. Simone Abendschön den Stand der Forschung sowie die Forschungsdesiderate des Themengebiets insbesondere aus einer ländervergleichenden politikwissenschaftlichen Perspektive zusammen.

Zum Ende des Workshops wurden gemeinsame zukünftige interdisziplinäre Forschungs- und Konferenzkooperationen diskutiert. Es wurde festgehalten, dass man im kommenden Jahr ein gemeinsames Konferenzpanel bei einer internationalen Konferenz ausrichten möchte und überlegen sollte, ein Forschungsnetzwerk zu gründen, welches sich auch für gemeinsame Drittmittel bewerben könnte.

 

 

 

Stimmen aus der Praxis: Tatjana Heid zu Politischer Digital-Journalismus in Zeiten von 'Fake-News', Filmemacher Adrian Oeser zum Thema Wer die Geschichte verändert, verändert den Film

stimmen aus der praxis logoDigital-Journalismus ist das Spannendste, was der Journalismus derzeit zu bieten hat, und gleichzeitig mit das Anstrengendste. Nachrichten machen nie Pause, die LeserInnen reagieren sofort und sogar namhafte PolitikerInnen zweifeln die Integrität der Medien an.

Wie gestaltet sich die Arbeit in einem modernen, auf Digital-Journalismus ausgerichteten Newsroom? Was heißt das eigentlich: multimedial arbeiten? Und was ist der Reiz von Politik-Journalismus, wo die Klickbringer oft eher Sport, Unterhaltung und Crime sind? Wie lässt sich mit dem Vertrauensverlust in die Medien umgehen?

Diese Fragen beantwortete Tatjana Heid, ehemalige Fachjournalistik-Studentin und heute Head of News & Politik bei t-online.de, im Rahmen der Reihe Stimmen aus der Praxis der ZMI-Sektion Medien und Geschichte. Außerdem berichtete die leidenschaftliche Politikjournalistin in ihrem Vortrag Politischer Digital-Journalismus in Zeiten von 'Fake-News' über ihren Weg vom Hörsaal in den Beruf. Die Veranstaltung fand am 4. Dezember 2018 im Philosophikum I der JLU statt. Einen ausführlichen Bericht der Veranstaltung finden Sie bei UNIversum.

Filmemacher Adrian Oeser zum Thema Wer die Geschichte verändert, verändert den Film. Filme mit und ohne Sprechtexte im Vergleich

Zwei Filme, unterschiedliche Themen, aber noch wichtiger: grundverschiedene Macharten. Der Filmemacher Adrian Oeser präsentierte am 20. November 2018, im Philosophikum I der JLU zwei Arbeiten aus seinem Filmstudium, die in ihrem Aufbau verschiedenen Erzählweisen entsprechen.

Adrian Oeser studierte von 2015 bis 2018 an der Filmakademie Baden-Württemberg Regie mit dem Schwerpunkt Fernsehjournalismus. Seit seiner Schulzeit produziert, dreht und schneidet er dokumentarische Filme. Neben seinem Studium der Soziologie, das er 2015 mit einem Master abschloss, entstand der Langfilm Erhobenen Hauptes. (Über)Leben im Kibbuz Ma’abarot sowie das crossmediale Webprojekt Eine Ausnahme. Überleben Freundschaft Widerstand. Seit 2016 arbeitet Adrian Oeser als freier Filmemacher, unter anderem für WDR, HR und Arte.

Die Dokumentation Bag Mohajer – Tasche des Flüchtlings porträtiert drei Geflüchtete, die aus den Resten der Schlauchboote und Schwimmwesten, die auf den griechischen Inseln stranden, Taschen nähen. Für sie ein Akt der Selbstermächtigung und ein Weg, ihre Geschichte an Orte zu tragen, an die sie selbst nicht reisen können.

Der journalistisch gehaltene Film Von Neonazis und Superhelden – Die Kleinstadt Themar und der Rechtsrock porträtiert die Kleinstadt Themar in Thüringen. Hier finden seit dem vergangenen Jahr regelmäßig große Rechtsrockkonzerte statt, auf denen sich die militante europäische Neonazi-Szene vernetzt. Doch in dem kleinen Ort regt sich auch Widerstand gegen die rechten Umtriebe. Der Film lässt die verschiedenen Seiten zu Wort kommen und geht der Frage nach, wie die Neonazi-Aktivitäten den kleinen Ort verändert haben.

Nach den Screenings diskutierte Adrian Oeser mit dem Publikum, wie die Wahl der Form die filmische Erzählweise beeinflusst. Die Diskussion wurde von Themen wie dem Umgang mit „problematischen“ Interviewpartnern und der Frage danach, ob und wann in einer Fernsehdokumentation auf einen Sprechertext verzichtet werden kann bestimmt.

Einen ausführlichen Bericht der Veranstaltung finden Sie bei UNIversum.

 

 

 

Sabine Heymann bei EURODRAM-Jahresversammlung in Budapest

Sabine Heymann war bei der Jahresversammlung 2018 von EURODRAM, die vom 25. bis 28. Oktober in Budapest stattfand. EURODRAM ist ein europaweit agierendes Netzwerk für Theater in Übersetzung, das den Austausch zwischen ÜbersetzerInnen, AutorInnen und der europäischen Theaterszene fördert. Mit seinen Lesekomitees deckt EURODRAM fast alle Sprachgruppen Europas und der angrenzenden Staaten des Mittelmeerraumes und Zentralasiens ab. An der Jahresversammlung in Budapest nahmen 15 von insgesamt 28 Sprachkomitees teil. Neben Berichten über die Aktivitäten der einzelnen Komitees sowie der Debatte über strukturelle Maßnahmen und Formen der Zusammenarbeit mit anderen europäischen Netzwerken stand vor allem die Situation des ungarischen Theaters im Fokus. Theateraufführungen aktueller Stücke und Gespräche mit AutorInnen boten eine lebhafte  Begegnung mit der ungarischen Theaterszene. Großen Raum nahm die Diskussion über Möglichkeiten und Grenzen der Promotion übersetzter zeitgenössischer Dramen und über die Arbeit der ÜbersetzerInnen im europäischen Kontext ein. Dazu ein Zitat aus dem General Assembly Report: „We also used the meeting to highlight a general lack of appreciation when it comes to the work of a translator and how crucial it is to bring translators in closer contact with theatre makers again, especially in the case of languages with fewer speakers. The translator is an ambassador, he / she can build (cultural) bridges, and sometimes needs to act as the agent of the play / playwright and fight for the text to get read or published.” Sabine Heymann wurde zur Koordinatorin der Arbeitsgruppe TRANSLATOR bestimmt, die sich mit der allzu oft verkannten Rolle der ÜbersetzerInnen befassen wird.

 

 

 

Gastvortrag: Beate Küpper zu Einstellungen gegenüber LSBTIQ* als Facette antidemokratischer Haltungen

Am Dienstag, den 27. November 2018, eröffnete Prof. Beate Küpper (Professorin für Soziale Arbeit in Gruppen und Konfliktsituationen, Hochschule Niederrhein, Mönchengladbach) die Vortragsreihe des interdisziplinären Forschungsverbundes antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation im Wintersemester 2018/19. Prof. Küpper sprach zum Thema Homolobby, Genderwahn und Zerstörung der Familie. Einstellungen gegenüber LSBTIQ* als Facette antidemokratischer Haltungen und berichtete dabei über empirische Befunde zur Verbreitung abwertender Einstellungen gegenüber LSBTIQ* und ihre Verknüpfung zu anderen Ausdrucksformen antidemokratischer Haltungen. Der Gastvortrag fand im Biologischen Hörsaal des JLU-Hauptgebäudes statt.

 

 

 

 

 

In den Medien

Heiner Goebbels' Werk Everything that happened and would happen im Guardian und in der New York Times

Prof. Dr. h.c. Heiner Goebbels
Heiner Goebbels. Foto: W. Bergmann
 

Das jüngste Werk des Komponisten und Bühnenregisseurs Prof. Heiner Goebbels, Everything that happened and would happen (10. bis 21. Oktober 2018, Manchester Mayfield Railway Station), wurde kürzlich im britischen Guardian und in der New York Times ausführlich besprochen. Everything that happened and would happen ist eine rund dreistündige Liveperformance, die im Rahmen des Manchester International Festivalaufgeführt wurde und sich durch Verwendung von Livemusik, Tanz, Visuals, Sound und Film mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auseinandersetzt.

Heiner Goebbels hat seit dem Frühjahr 2018 die am ZMI verortete Georg Büchner-Professur inne.

 

 

 

Dorothée de Nève im Deutschlandfunk zu Religion in der Politik, im Gießener Anzeiger zur nachlassenden Kraft der Volksparteien

Dorothée de Nève
Dorothée de Nève
Im Interview mit dem Deutschlandfunkdiskutierte die geschäftsführende Direktorin des Instituts für Politikwissenschaft, Prof. Dorothée de Nève, am 3. Dezember 2018, welche Rolle Religion im aktuellen Parteien-Wettbewerb spielt. Eine zentrale Frage in Hinblick auf die Wahl einer Nachfolgerin oder eines Nachfolgers für die CDU-Vorsitzende Angela Merkel: Was bedeutet das „C“ für die Partei und was bedeutet es den drei Spitzenkandidaten für den CDU-Vorsitz?

Das vollständige Interview finden Sie hier.

Dorothée de Nève im Gießener Anzeiger zur nachlassenden Kraft der Volksparteien

Nach den Landtagswahlen in Bayern und Hessen, bei denen CSU, CDU und SPD herbe Verluste hinnehmen mussten, werden die Rufe nach einer personellen und programmatischen Neuaufstellung der Volksparteien immer lauter. In einem sich weiter ausdifferenzierten Parteiensystem stellt sich nicht zuletzt auch die Frage, ob das Konzept der „Volkspartei“ insgesamt ausgedient hat.

Im Interview mit dem Gießener Anzeiger beantwortet de Nève die wichtigsten Fragen nach den beiden Landtagswahlen: Wie wird sich die Parteienlandschaft in den kommenden Jahren verändern? Wie viel Kraft haben die „Volksparteien“ Union und SPD überhaupt noch? Und hat die Volkspartei als solche nicht ohnehin ausgedient?

Das vollständige Interview finden Sie hier zum Nachlesen (Hinweis: Der Artikel ist Paywall-geschützt).

 

 

 

Claus Leggewie: Das Kapital der Union ist verbraucht – Gastkommentar im Handelsblatt

 

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Claus Leggewie. Foto: KWI
Ludwig Börne-Professor Claus Leggewie blickt vor dem Hintergrund des Endes der Ära Merkel als CDU-Parteivorsitzende in einem Gastkommentar im Handelsblatt, das am 6. Dezember 2018 erschienen ist, auf die Regierungsjahre Angela Merkels zurück. Leggewie findet anerkennende Worte für die Bundeskanzlerin und gelangt dennoch zu der Meinung: „In Erinnerung bleiben wird eine Vorsitzende Merkel, die eine moralisch heruntergekommene Autobranche retten wollte und Emmanuel Macrons Steilvorlagen allesamt kläglich vergeben hat.“ Claus Leggewie sieht die Gefahr einer Spaltung der CDU und in der Person Annegret Kramp-Karrenbauers als neuer Parteivorsitzender zwar die Aussicht auf Kontiniutät in der CDU, vermisst aber eine Führungsperson, die überzeugende Antworten auf die innen- wie außenpolitisch drängendsten Fragen unserer Zeit findet.

Zum Gastkommentar von Claus Leggewie im Handelsblatt.

 

 

 

„CDU im Wandel“ – Dorothée de Nève bei phoenix zu Angela Merkels angekündigtem Rückzug aus der Politik und zur Landtagswahl in Hessen

Dorothée de Nève bei phoenix zur „CDU im Wandel“

Die stellvertretende Geschäftsführende Direktorin des ZMI, Prof. Dorothée de Nève, war am Vormittag des 15. November 2018 zu Gast in der Sendung phoenix plus. Im Gespräch mit Moderator Klaus Weidmann und Prof. Stefan Marschall (Politikwissenschaftler, Uni Düsseldorf) diskutierte sie mögliche Zukunftsszenarien mit Blick auf die Nachfolge Angela Merkels im Amt des bzw. der Parteivorsitzenden, gegenwärtige Flügelkämpfe innerhalb der Partei sowie eine mögliche programmatische Neuausrichtung.

Die Sendung kann auf der Webseite von phoenix noch bis Mai 2019 nachträglich angeschaut werden.

Dorothée de Nève zu Angela Merkels angekündigtem Rückzug aus der Politik

Am 29. Oktober 2018 analysierte Dorothée de Nève bei phoenix vor Ort im Studiogespräch mit Florian Bauer die Ankündigung Angela Merkels, sich schrittweise aus der Politik zurückziehen zu wollen. Die Bundeskanzlerin hatte an diesem Tag vor dem Hintergrund des Ergebnisses der Hessischen Landtagswahl auf einer Pressekonferenz in Berlin bekannt gegeben, auf dem Bundesparteitag der CDU im Dezember nicht noch einmal als Parteivorsitzende antreten zu wollen und darüber hinaus nach Ende der laufenden Legislaturperiode als Bundeskanzlerin ihre politische Karriere beenden zu wollen.

Dorothée de Nève am Landtagswahlabend bei phoenix

Bereits am Wahlabend war de Nève bei phoenix vor Ort im Studiogespräch mit Michael Kolz, um die vorläufigen Ergebnisse der Wahl sowie deren Konsequenzen für die Arbeit der Großen Koalition auf Bundesebene zu analysieren. Einen Ausschnitt des Gesprächs sehen Sie hier.

 

 

 

Verena Schäfer-Nerlich bei phoenix zu Angela Merkels Rede über die Zukunft Europas

Die Projektkoordinatorin des Forschungsverbundes Antidemokratische Haltungen – Herausforderungen für Bildung und Sozialisation, Dr. Verena Schäfer-Nerlich, war am 13. November 2018 zu Gast im Studio bei phoenix, um die Rede Angela Merkels über die Zukunft Europas, die die Bundeskanzlerin an diesem Tag vor dem Europäischen Parlament hielt, zu analysieren.

Ausschnitte der Sendungen phoenix vor Ort und phoenix der Tag sind auf YouTube eingestellt.

 

 

 


 

Neues aus den Seniorprofessuren

Neues aus der Ludwig Börne-Professur

Europa. Eine Welt von gestern? – die Ringvorlesung des Präsidenten koordiniert von Claus Leggewie

Europa Ringvorlesung LeggewieEuropa sei eine Welt von gestern, so lautete das verzweifelte Vermächtnis des Schriftstellers Stefan Zweig mitten in der Katastrophe des Kontinents. Nach 1945 ist der Westen wie ein Phönix aus der Asche auferstanden, im Jahr 1990 wurde die auf der Konferenz von Jalta beschlossene Teilung Deutschlands überwunden. Doch heute mehren sich Stimmen, die Europa erneut bedroht sehen – von innen und von außen. Die Ringvorlesung des Präsidenten der JLU nimmt in diesem Wintersemester unter dem Titel Europa. Eine Welt von gestern? aus verschiedenen Blickwinkeln eine Zeitdiagnose vor und behandelt aktuelle Krisenphänomene, aber auch die Chancen, die ein vereintes Europa als Welt von morgen hat. Im Jahr vor der Wahl zum neunten Europäischen Parlament bietet die JLU damit wertvolle Einblicke in einen hochaktuellen Themenkomplex.

Im ersten Vortrag des Jahres am 21. Januar 2019 beleuchtet Prof. Peter-André Alt in seinem Beitrag mit dem Titel Universitäten für Europa die Anfänge der europäischen Universitäten im Mittelalter, ihre Verfassung, Organisation und die transnationale Idee einheitlicher Wissenschaft. Er befasst sich anschließend mit der Frage, was Universitäten im 21. Jahrhundert zu einem friedlichen und freiheitlichen Europa im Zeichen produktiver Zusammenarbeit beisteuern können. Als Orientierungsrahmen dient ihm dabei Emmanuel Macrons Vision eines neuen Europa der Wissenschaften, die er aufgreift und weiterentwickelt.

Im Vortrag mit dem Titel Europäische Vergesellschaftung: Das Europa der Leute legt Prof. Steffen Mau am 28. Januar 2019 den Fokus auf den europäischen Integrationsprozess, der nicht allein eine Angelegenheit der Politik ist, sondern auch die Gesellschaften und die Lebenswelten der Bürgerinnen und Bürger verändert. Der europäische Integrationsprozess schafft neue Netzwerke, neue Formen von Mobilität und mehr grenzüberschreitenden Austausch. Steffen Mau interessiert sich für diese »horizontale Europäisierung« und fragt, wie dadurch neue Solidaritäten, Ungleichheiten und Konflikte hervorgebracht werden.

Zum Abschluss der Vorlesungsreihe liest der in Köln lebende Schriftsteller Navid Kermani am 7. Februar 2019 (Donnerstag) aus seinem Buch Entlang den Gräben. Eine Reise durch das östliche Europa bis nach Isfahan. Der literarische Text ist eine Spurensuche in einem immer noch fremd anmutenden, von Kriegen und Katastrophen zerklüfteten Gebiet, das östlich von Deutschland beginnt und sich über Russland bis zum Orient erstreckt. Navid Kermani ist entlang der Gräben gereist, die sich gegenwärtig in Europa neu auftun: von seiner Heimatstadt Köln nach Osten bis ins Baltikum und von dort südlich über den Kaukasus bis nach Isfahan, die Heimat seiner Eltern. Mit untrüglichem Gespür für sprechende Details erzählt er in seinem Reisetagebuch von vergessenen Regionen, in denen auch heute Geschichte gemacht wird.

Im Anschluss an die Lesung werden in einem von Prof. Claus Leggewie moderierten Autorengespräch die für die Ringvorlesung relevanten Aspekte vertieft.

Alle Vorträge finden in der Aula im Universitätshauptgebäude (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen) statt. Sie beginnen jeweils um 19:15 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen zu den zurückliegenden Terminen und allen Vortragenden finden Sie hier.

 

 

 

Claus Leggewie und Bernd Messinger führten in der Universitätsbibliothek ein Gespräch zur 68er-Revolte

Das Erbe der 68er-Revolte lag am 4. Dezember im Fokus der Veranstaltung Das Jahr der Revolte in der Universitätsbibliothek der JLU. In einem Gespräch mit Lesung diskutierte Prof. Claus Leggewie mit dem Grünen-Politiker Bernd Messinger, welche Spuren 1968 hinterlassen hat und welche Parallelen der heutige Zeitgeist zur Revolution vor 50 Jahren aufweist.

Ausgangspunkt für das Gespräch bildete das Buch Das Jahr der Revolte: Frankfurt 1968 von Bernd Messinger und Claus-Jürgen Göpfert, Redakteur der Frankfurter Rundschau. Letzterer war leider verhindert und konnte daher nicht an der Veranstaltung teilnehmen.

Eine Berichterstattung über die Diskussion im Gießener Anzeiger finden Sie hier.

 

 

 


 

Neues aus der Otto Behaghel-Professur

Germanistische Begegnungen: Dietmar Rösler moderierte Sektion Deutsch als Fremdsprache

Jährlich führt der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) eine Begegnungstagung durch, auf der sich Germanisten aus einer bestimmten Region mit germanistischen Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland mehrere Tage lang zu einem intensiven Austausch treffen. Dabei stehen sowohl fachliche Themen als auch die Entwicklung der Germanistik in der jeweiligen Region auf dem Programm. Nach Nordamerika im letzten Jahr waren bei der diesjährigen Tagung in Bonn vom 18. bis 21. Oktober 2018 die Slowakei, Tschechien und Ungarn die Partnerländer.

In seiner Eigenschaft als Mitglied des Beirats Germanistik des DAAD leitete Prof. Dietmar Rösler dabei zusammen mit seiner tschechischen Kollegin Prof. Hana Andrášová von der Südböhmischen Universität České Budějovice die Sektion Deutsch als Fremdsprache, in der in großer thematischer Breite sowohl Forschungsarbeiten zu Lehr-/Lernprozessen und Motiven für das Deutschlernen als auch kontrastive Fragestellungen behandelt wurden.

 

 

 

Werkstattgespräche Deutsch als Fremdsprache

Wer anfängt, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten, kann didaktische Unterstützung gebrauchen. An sechs Tagen, beginnend mit dem 1. November 2018, bietet Dr. Tamara Zeyer, Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten, in diesem Wintersemester in den Räumen des Akademischen Auslandsamts Einführungen in ausgewählte unterrichtsbezogene Themen und Möglichkeiten zur Reflexion der eigenen Praxis an. Zur Auswahl stehen die folgenden Themen: Medien und Apps im DaF-Unterricht, Aussprachetraining, Unterrichtsplanung, Wortschatz- und Grammatikerwerb, Lieder im DaF-Unterricht, Lernen mit Bewegung, Förderung der Mündlichkeit und Kreatives Schreiben. Genauere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier.

 

 

 

Paradigmenwechsel und ihre Folgen

Nicht nur in den Kulturwissenschaften, auch in der Fremdsprachenforschung ist das leichtfertige Behaupten von immer neuen Turns oder Paradigmen ein beliebtes akademisches Vorgehen. Vom Paradigmabegriff im Kuhnschen Sinne ist dabei wenig übrig geblieben, er rutscht ab ins akademische Marketing. Welche Auswirkungen dies für die Forschung und die Praxis des Fremdsprachenunterrichts hat, diskutiert Dietmar Rösler in: „The only turn worth watching in the 20th century is Tina Turner’s. How the sloganisation of foreign language research can impede the furthering of knowledge and make life difficult for practitioners“. In: Schmenk, Barbara/Breidbach, Stephan/Küster, Lutz (Hrsg): Sloganization in Language Education Discourse. Bristol: Multilingual Matters, 2018, 42-56.

 

 

 

Digitale Medien in Integrationskursen an Deutschen Volkshochschulen

Am 19. und 20. November 2018 fand die Fachtagung des Deutschen Volkshochschul-Verbandes Digitales Lernen in Grundbildung und Integration in Köln statt. Dr. Tamara Zeyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten, leitete den Workshop zum Thema Digitale Medien im Sprachunterricht – Von der Idee zum Konzept, in dem das Potenzial der digitalen Medien für die Sprachförderung von DaF-/DaZ-Lernenden besprochen wurde. Es wurde darüber diskutiert, wie digitale Medien in die Arbeitskontexte der Workshopteilnehmenden sinnvoll eingebunden werden könnten.

 

 

 

Workshops für studieninteressierte Geflüchtete: Kommunikation an der Universität

Im Rahmen des Buddyprogramms der JLU wurden studieninteressierten Geflüchteten und internationalen Studienbewerbenden im November 2018 zwei Workshops zum Thema „Deutsch für die Uni“ unter der Leitung von Dr. Tamara Zeyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten, angeboten. In den Workshops wurden strukturelle Aspekte deutscher Hochschulen mit dem besonderen Fokus auf die Kommunikation an der Universität besprochen. Die Teilnehmenden lernten Kommunikationsstrategien in unterschiedlichen Kontexten (in Seminaren, mit Professoren und per E-Mail) kennen und konnten sie in verschiedenen Übungen und Aktivitäten während des Workshops anwenden.

Buddyprogramm
Die Teilnehmenden des Buddyprogramms der JLU während des Workshops „Deutsch für die Uni“.
 

 

 


 

 

Neues aus der Georg Büchner-Professur

Werkstattgespräche zu Everything That Happened and Would Happen, Interviews mit dem Guardian und der New York Times

Everything That Happened and Would Happen
Foto: Thanasis Delgiannis
Die erfolgreich verlaufende Aufführungsserie seines neuen Musiktheaterstücks Everything that happened and would happen (10. bis 21. Oktober 2018, Manchester Mayfield Railway Station) wurde von zwei Werkstattgesprächen mit Prof. Heiner Goebbels begleitet: im Goethe Institut London im Gespräch mit dem Direktor des British Museum Dr. Hartwig Fischer und im Witworth Musuem Manchester mit der britischen Komponistin Claudia Molitor. Everything that happened and would happen ist eine rund dreistündige Liveperformance, die im Rahmen des Manchester International Festival aufgeführt wurde und sich durch Verwendung von Livemusik, Tanz, Visuals, Sound und Film mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges auseinandersetzt.

In zwei Interviews erläuterte Heiner Goebbels seine neue szenische Arbeit. Im britischen Guardian erschien der Artikel From bombsites to Usain Bolt: Manchester relives 100 years of war and peace, in der New York Times 120 Years of European History, in 3 Disorienting Hours.

 

 

 

Sonic Wunderkammer – Improvisationskonzert von Heiner Goebbels im Teatro Massimo

Teatro Massimo
Mit rund 1300 Sitzplätzen ist das Teatro Massimo das größte Theater Italiens und das drittgrößte in Europa. Foto: Heiner Goebbels
Der aufführungsreiche Herbst, in dem weitere Konzerte und Theateraufführungen in Philadelphia, Moskau und Prag stattfanden, endete am 30. November 2018 mit einem Duo Konzert im Teatro Massimo, der Oper von Palermo, wo Heiner Goebbels am Flügel zusammen mit dem sizilianischen Saxophonisten Gianni Gebbia zu einer Sonic Wunderkammer zusammenkam. Es war – nach mehr als 25 Jahren – das erste, abendfüllende Improvisationskonzert mit Heiner Goebbels. Ihm ging ein Gespräch mit dem Musikwissenschaftler Prof. Dario Oliveri von der Universität Palermo voraus.

 

 

 

There Is No Such Thing As A Giessen School

Nach einer Keynote, die Heiner Goebbels im vergangenen Jahr an der Aleksander Zelwerowicz National Academy of Dramatic Art, in Warschau, zur internationalen Konferenez Giessen and others – Cross-disciplinary theatre education gehalten hat, ist inzwischen sein Beitrag There Is No Such Thing As A Giessen School auch im PTJ (Polish Theatre Journal) erschienen und sowohl in englischer wie auch in polnischer Sprache frei zugänglich. Darin sagt Heiner Goebbels unter anderem: „We are a university, but our institute has the character of an art school. So there is the coexistence of two extremely different systems, and of course it is defined by a permanent struggle between the different demands of a university and of an art school (for example, I am the only professor at the university who has no doctorate). But it is a very creative struggle and we have to be aware of maintaining this struggle and this coexistence, and not to solve it in favor of one side or the other.“

 

 

 

Ensemble, Team & Polypony - …But in Strong Artistic Experience One Is Always Alone — Gespräch mit Heiner Goebbels veröffentlicht

Dieses Gespräch mit Prof. Heiner Goebbels über 'ein Zusammensein in zeitgenössischen darstellenden Künsten' ist auf den Seiten 75-96 im von Eliane Beaufils und Eva Holling im November 2018 im Neofelis Verlag, Berlin, herausgegebenen Buch Being-With in Contemporary Performing Arts erschienen.

 

 

 

Heiner Goebbels‘ Industry and Idleness in Amsterdam und Vortrag in der Academy for Theatre and Dance

Im großen Saal des Amsterdamer MUZIEKGEBOW sind am 10. Januar 2019 in einem Portraitkonzert vier Ensemble-Stücke zu hören, die für das kompositorische Werk von Heiner Goebbels zentral sind: Industry and Idleness (nach einem Motiv von William Hogarth), Herakles 2 nach einem Text von Heiner Müller, die Samplersuite (aus Surrogate Cities) und La Jalousie – Geräusche aus einem Roman von Alain Robbe-Grillet. Mit dem Insomnio Ensemble, Leitung Ulrich Pöhl.

Indutry and Idleness
La Jalousie. Das Insomnio Ensemble, Leitung Ulrich Pöhl Foto: Heiner Goebbels
Am selben Tag hält Heiner Goebbels in der Academy for Theatre and Dance in Amsterdam um 17:30 Uhr in der Reihe Half6 den Vortrag On Aesthetics of Absence.

 

 

 

Heiner Goebbels in der Elbphilharmonie Hamburg

Mit der kurzen acapella Komposition für vier Männerstimmen The Excursion into the Mountains (Der Ausflug ins Gebirge) nach einem Text von Franz Kafka, wird im Rahmen eines Konzertes der Theatre of Voices (Leitung Paul Hillier) am 13. Januar 2019 zum ersten Mal eine Komposition von Heiner Goebbels in der neuen Hamburger Elbphilharmonie zu hören sein. Paul Hillier hat gemeinsam mit dem Vokalensemble Theatre of Voices für den Großen Saal der Elbphilharmonie einen Konzertabend entworfen, der zeitlich von Jóhann Jóhannsson bis zur Vokalkunst des Leoninus, also zu den ersten Ansätzen chorischer Mehrstimmigkeit im Kontext der Pariser Notre-Dame-Schule, zurückgeht: Werke für Vokalensemble und für Chor A-cappella, die für die Entwicklung gerade der abendländischen Musiktradition über Jahrhunderte hinweg so bestimmend waren.

Das vollständige Programm finden Sie hier.

 

 

 

Neue Solo-Komposition auf Tour in Frankreich

No 20/58 ist eine 2018 in der Schweiz uraufgeführte Solo Komposition für Erwan Karavec, den international durch sein zeitgenössisches Repertoire herausragenden Bagpipe Virtuosen aus der Bretagne. In ihr verarbeitet Heiner Goebbels zwei Arien aus der Johannes Passion von Johann Sebastian Bach. In mehreren Konzerten ist sie im Februar 2019 in Frankreich in einer überarbeiteten Fassung zu hören: Brest 1. Februar, Nantes 2. Februar und Orleans 7. Februar.

 

 

 

Heiner Goebbels / Heiner Müller: Der Mann im Fahrstuhl im Deutschlandradio und in der AdK Berlin

Das von Heiner Goebbels vertonte Hörstück Der Mann im Fahrstuhl von Heiner Müller wird am 2. Januar 2019 um 21:30 Uhr bei Deutschlandradio zu hören sein. Anschließend werden Heiner Goebbels und Christoph Buggert von Julia Gabel nach dem Beginn ihrer Arbeit mit Texten von Heiner Müller im Hörspiel befragt.

Fahrstuhl
Heiner Goebbels und Heiner Müller vor der Generalprobe zu Der Mann im Fahrstuhl auf dem Frankfurter Art-Rock-Festival 1987 Foto: Hans Kumpf
Am 7. Februar 2019 präsentiert Heiner Goebbels das Hörstück in der Akademie der Künste Berlin und bespricht es mit Christoph Buggert und Thomas Irmer.

 

 

 

 

 

Personalia

Rahel Schmitz neue Koordinatorin der ZMI-Öffentlichkeitsarbeit

Seit dem 15. November 2018 verstärkt Rahel Schmitz M.A. das Team des ZMI und koordiniert zukünftig die ZMI-Öffentlichkeitsarbeit. Nach ihrem literaturwissenschaftlichen Studium am University College Maastricht, der University of California (Los Angeles) und der Universiteit Leiden kam sie im Oktober 2015 als Doktorandin an die JLU. Aktuell promoviert sie am Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) zum Thema Gothic Fiction.

Jonas Feike, Laura Schilling und Sophia Trogemann neue Hilfskräfte für Öffentlichkeitsarbeit und Recherche

Seit November bzw. Dezember 2018 wird die ZMI-Öffentlichkeitsarbeit von drei neuen Hilfskräften unterstützt

Jonas Feike hat einen Bachelor-Abschluss in den Fächern Geschichte und evangelische Theologie in Bochum erworben und studiert nun an der JLU im Master Fachjournalistik Geschichte und Geschichte und leitet seit Februar 2018 die Redaktion des Online-Magazins UNIversum der Gießener Fachjournalisten.

Laura Schilling studiert in Gießen im Bachelor Angewandte Theaterwissenschaft. Zuvor arbeitete Laura Schilling im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahres in Tel Aviv in der Altenarbeit sowie im Moshe Dayan Centre for Middle Eastern and African Studies und sammelte dort praktische Erfahrungen. Nachdem sie an der Freien Universität Berlin das BA Studium der Theaterwissenschaft aufgenommen hatte, wechselte sie 2015 an die JLU.

Sophia Trogemann hat im Jahr 2017 ihr Bachelor-Studium Sprache, Literatur, Kultur mit den Fächern Germanistik, Soziologie und Erziehungswissenschaften abgeschlossen. Aktuell befindet sie sich im Masterstudium an der JLU und belegt „Texte - Medien – Sprachkompetenz“ im Hauptfach sowie „Germanistische Literaturwissenschaft“ im Nebenfach. Seit Oktober 2016 arbeitet Sophia Trogemann zudem als studentische Hilfskraft mit den Tätigkeitsbereichen Career Service und Öffentlichkeitsarbeit/Marketing am Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC).

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Rahel Schmitz, Jonas Feike, Laura Schilling und Sophia Trogemann (v.l.n.r.). Fotos: Fotostudio Celebi, Vulkan Optik, Matthew Jastrzemski, Fotostudio Stylewerk
 

 

 

 

Shiori Kitaoka von der Universität Tokyo für Forschungsaufenthalt am ZMI

Shiori_Kitaoka
Shiori Kitaoka.
Shiori Kitaoka (M.A.), PhD Student an der Tokyo Universität, Graduate School of Arts and Sciences und Forschungsmitglied des Zentrum für Deutschland- und Europastudien, Universität Tokyo, Komaba (DESK) ist im Rahmen eines Forschungsaufenthalts am ZMI. Kitaokas Forschungsschwerpunkt ist „Deutsches Theater und das Flüchtlingsproblem“, insbesondere die Betrachtung des Engagements der Hamburger Theaterwelt seit 2013.

Das Thema „Flucht und Asyl“ ist seit ein paar Jahren ein neuer „Trend“ in der deutschsprachigen Theaterwelt geworden. Heutzutage wird „Flüchtlingstheater“ nicht nur in der freien Szene, sondern auch in den großen Theaterhäusern aufgeführt. Diese befassen sich traditionell eher weniger mit einem solchen „Politischen Thema“.

Kitaokas Projekt versucht, nicht nur durch Text- und Aufführungsanalyse, sondern auch mit der soziologischen Methode, die Einwirkung der deutschen Theaterwelt auf die Gesellschaft, die Diskurse, die von dieser Debatte erregt wurden, und den Einfluss solcher Diskurse auf das Flüchtlingstheater zu reflektieren. Es hat zum Ziel, den Einfluss, den Theater und Gesellschaft aufeinander ausüben, wechselseitig zu erhellen.

Der Forschungsaufenthalt am ZMI dauert vom 15. November bis 20. Dezember 2018. An der 2. Ostasiatischen DAAD-Zentrenkonferenz (Tokyo Universität, Komaba Campus) im Jahr 2017 war der Kontakt zu Prof. Dorothée de Nève, Ina Daßbach und Benedikt Philipp Kleer und die Idee und nun schließlich die Umsetzung eines Forschungsaufenthalts entstanden.

„Ich finde das ZMI eine ideale Institution für interdisziplinäre Forschung wie meine. Zum Beispiel hatte ich schon die Gelegenheit mit Prof. Heiner Goebbels und Prof. Uwe Wirth zu sprechen. Von Prof. Goebbels bekam ich theatralische, von Prof. Wirth literarische und ästhetische Hinweise zu meinem Projekt. Die alltäglichen und wissenschaftlichen Gespräche mit MitarbeiterInnen (ExpertInnen in verschiedenen Bereichen) am ZMI sind sehr sinnvoll für mich, um neue Perspektiven zu entwickeln“, so Shiori Kitaoka.

„Ich danke Prof. de Nève für die wunderbare Forschungsmöglichkeit hier und ich danke allen am ZMI für den herzlichen Empfang und die herzliche Aufnahme. Es wäre sehr schön, wenn ein weiterer wissenschaftlicher Austausch ermöglicht würde. Ich würde mich freuen, wenn es zu einer weiteren, stärkeren und dauerhaften Kooperation und Verbindung zwischen dem ZMI und dem DESK käme.“

 

 

 

Merve Usta neue wissenschaftliche Hilfskraft im HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten

Merve Usta M.A. ist seit November 2018 neue wissenschaftliche Hilfskraft am ZMI für das HMWK-Projekt Digitale Medien beim Deutscherwerb von studieninteressierten Geflüchteten. Nach einem Bachelorstudium der Sprache und Kommunikation als Hauptfach und Europa im globalen Wandel als Nebenfach an der Universität Siegen, schloss Usta im Januar 2018 das Masterstudium im Fach Sprachtechnologie und Fremdsprachendidaktik an der JLU ab. Neben ihrer Tätigkeit am ZMI ist Merve Usta als Lehrkraft für DaF im Akademischen Auslandsamt tätig.

 

 

 

Berit Beckers neue studentische Hilfskraft der ZMI-Sektion Medien und Gender

Berit Beckers wird zum 1. Januar 2019 als neue studentische Hilfskraft in der Sektion Medien und Gender mitarbeiten. Beckers studiert im dritten Semester den Masterstudiengang Komparatistik (Vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft) an der JLU.

Im Rahmen ihres Studiums hat Berit Beckers vom 15. Oktober bis 15. Dezember 2018 am ZMI ein Praktikum absolviert. Dabei unterstützte sie in erster Linie die Sektion Medien und Gender sowie den Bereich der ZMI-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

 

 

 

Niklas Ferch wechselt an das IfP

Niklas_Ferch
Niklas Ferch.
Prof. Dorothée de Nève und Niklas Ferch M.A. haben den Zuschlag erhalten, ein Drittmittelprojekt zur vergleichenden Untersuchung von Instrumenten innerparteilicher Partizipation und Kommunikation zu realisieren. Verglichen werden im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Parteien aus verschiedenen europäischen Ländern und Kanada. Aufgabe und Ziel der Untersuchung ist es, die Formen politischer Partizipation und Kommunikation in ausgewählten Parteien sowie deren qualitative Substanz empirisch zu untersuchen und systematisch zu beschreiben. Die Fördersumme für sechs Monate beträgt rund 40.000 Euro; zuzüglich werden die Reisekosten für die Feldforschung vom Auftraggeber getragen.

Zur Bearbeitung des Projekts am Lehrstuhl von Dorothée de Nève am Institut für Politikwissenschaft hat Niklas Ferch zum 15. Dezember 2018 das ZMI verlassen. Ferch hat in Gießen, Bremen und Dänemark Sozialwissenschaften und Sozialpolitik studiert und seit Juni 2018 als wissenschaftliche Hilfskraft am ZMI im Forschungsschwerpunkt Literalität und Bildung in der Mediengesellschaft sowie in der Öffentlichkeitsarbeit gearbeitet. Im Rahmen eines weiteren Projektes der Friedrich-Ebert-Stiftung hat er kürzlich außerdem eine vergleichende Studie zu Strategien im Umgang mit Rechtspopulismus mitherausgegeben.

 

 

 

Philipe Zenz wechselt an das Stadttheater Gießen

Philipe Zenz ist seit dem 1. Juli 2018 am ZMI im Bereich Technik tätig. Zum 1. Januar 2019 wechselt Zenz an das Stadttheater Gießen. Philipe Zenz studiert Musikwissenschaften an der JLU und ist Gründungsmitglied des im Jahr 2014 gegründeten Kollektivs AVEV-Audio Concepts, bei dem er für Komposition, Sounddesign und Audioproduktion zuständig ist.

 

 

 

 

 

Publikationen

Thomas Gloning, Gerd Fritz und Juliane Glüer zu Historical Pragmatics of Controversies

Thomas Gloning hat gemeinsam mit Gerd Fritz und Juliane Glüer im November 2018 bei John Benjamins (Amsterdam/Philadelphia) das Buch Pragmatics of Controversies. Case studies from 1600 to 1800 zu Fallstudien zur Geschichte der Kontroverse herausgegeben. Die Fallstudien befassen sich mit Formen der wissenschaftlichen Interaktion in der Gelehrtenrepublik und der Nutzung von (damals) neuen Wissenschaftsmedien (wissenschaftliche Zeitschriften, Rezensionsorgane, Wissenschaftshandbücher) in den Bereichen Astronomie, Medizin, Chemie, Philosophie und Theologie. Protagonisten der behandelten Kontroversen sind u.a.: Kepler, Hobbes, Leibniz, A.H. Francke und der Chemiker F.A.C. Gren.

 

 

 

Bettina Severin-Barboutie und Nikola Tietze über Flucht als Handlungszusammenhang

Flucht als HandlungszusammenhangFlucht steht in einem umkämpften Handlungszusammenhang – an der Schnittstelle von Gewalt und Herrschaftsordnungen, von internationalen Rechtsnormen und nationalen Interessen, von Solidarität und existenzieller Bedrohung. Zugleich ist Flucht ein offener Prozess, geprägt durch das Spannungsverhältnis zwischen der »Kunst des Handelns« (Michel de Certeau) von Menschen auf der einen Seite und von Gemeinschaftsvorstellungen, Grenzregimen, bevölkerungspolitischer Kontrolle und Steuerung sowie ökonomischen und politischen Machtasymmetrien auf der anderen Seite. Flucht als Handlungszusammenhang zu untersuchen erfordert deshalb stets, beides im Blick zu haben – die unterschiedlichen Akteure selbst und die Bedingungen ihres Handelns. Die Beiträge des von Bettina Severin-Barboutie und Nikola Tietze im Dezember herausgegebenen Themenhefts Flucht als Handlungszusammenhang der vom Zentrum für Zeithistorische Forschung, Potsdam, veröffentlichten Zeitschrift Zeithistorische Forschungen verfolgen dies in zweierlei Weise: Einige AutorInnen liefern konkrete Fallbeispiele, indem sie Zugehörigkeitskategorien historisieren, Flüchtlingsrouten nachgehen, Lebensbedingungen, Handlungsoptionen und Anpassungsleistungen nach der Flucht untersuchen oder literarische Gegen-Welten vorstellen. Andere Beiträge nähern sich dem Thema stärker methodisch-theoretisch. Sie diskutieren akteurszentrierte Handlungskonzepte, fragen nach dem epistemologischen Potential von Selbstzeugnissen für die Flüchtlings- und Migrationsforschung oder diskutieren Erkenntnismöglichkeiten älterer sozialwissenschaftlicher Studien. Dabei werfen die Beiträge auch Licht auf imaginierte, visualisierte oder erinnerte Erfahrungsräume, die in Medien inszeniert oder vermittelt werden. Kirsten von Hagen beispielsweise betrachtet in ihrem literaturwissenschaftlichen Essay Räume, die mit den Mitteln der literarischen Fiktion in neueren deutschen und französischen Romanen geschaffen werden – teils auch mit autobiographischen Bezügen zu den Lebenswegen der VerfasserInnen. In der Summe beleuchten die Beiträge daher nicht nur Handlungsformen in vorstrukturierten Herrschaftsordnungen bzw. -räumen sowie Wechselwirkungen zwischen beiden Ebenen. Sie interessieren sich zugleich für geeignete Konzepte und Quellen, mit denen Menschen vor, während und nach der Flucht als AkteurInnen erforscht werden können.

 

 

 

Andreas Langenohl Zum medialen Wandel mathematischer Repräsentationen in der neoklassischen Wirtschaftstheorie

Prof. Andreas Langenohl hat im 17. Heft des Archivs für Mediengeschichte in dem von Friedrich Balke, Bernhard Siegert und Joseph Vogl 2017 im Fink Verlag, ‚München, herausgegebenen Band Medien der Finanz den Beitrag Zum medialen Wandel mathematischer Repräsentationen in der neoklassischen Wirtschaftstheorie veröffentlicht.

Medien und Finanz widmet sich der Funktion von Medien in der Entstehung und Etablierung moderner Finanzwirtschaft. Ausgangspunkt ist der offenkundige Sachverhalt, dass symbolische und technische Medien in engem Austausch mit Institutionen, Kulturtechniken und administrativen Prozeduren nicht nur die Monetarisierung neuzeitlicher Wirtschaftsräume bestimmten, sondern vor allem die Ausbreitung und Innovationsschübe finanzkapitalistischer Wirtschaftsweisen diktierten.

Weitere Informationen finden Sie auf der Webseite des Fink-Verlags.

Im von Christian Klöckner und Stefanie Müller im Mai 2018 herausgegebenen Sonderheft der Zeitschrift Finance & Society 4(1), 2018, mit dem Titel Financial Times hat Andreas Langenohl einen Artikel zu Sources of financial synchronism: Arbitrage theory and the promise of risk-free profit veröffentlicht. Es handelt sich um eine Open Source Publikation. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

 

 

 

Ludwig Duncker über Wege zur ästhetischen Bildung

Wege zur ästhetischen BildungProf. Ludwig Duncker hat im November 2018 beim kopaed-Verlag, München, die Publikation Wege zur ästhetischen Bildung. Anthropologische Grundlegung und schulpädagogische Orientierungen herausgegeben. Die Schule tut sich heute oft schwer, ästhetische Fragen des Lernens angemessen zu beachten. Ihr traditionelles Selbstverständnis sowie aktuelle bildungspolitische Aufmerksamkeiten blenden die ästhetischen Dimensionen eher aus. Dabei zählen diese zu den zentralen Aspekten, wenn es darum geht, Kindern und Jugendlichen nicht nur in ihren bevorzugten Formen der Aneignung von Wirklichkeit entgegenzukommen, sondern sie auch in einem kulturellen Sinne kompetent zu machen. Gerade in einer Mediengesellschaft gewinnen ästhetische Formen der Kommunikation an Bedeutung und deshalb müssen auch in der Schule Maßnahmen einer „ästhetischen Alphabetisierung“ ergriffen und mit einer kulturellen Kompetenz verbunden werden. Auch ist Lernen im Kindesalter primär ästhetisches Lernen. Ästhetische Bildung, die dies beachtet und aufgreift, ausdifferenziert und ergänzt, ist deshalb nicht als Ausschmückung des Schulalltags, sondern als ein integrativer Kern des Bildungsgeschehens zu verstehen. Sie wird sichtbar im Aufprall der Sinne auf die Vielfalt der Phänomene, in Szenen des Alltags und der Erfahrung von Kunst, in den Phänomenen des Staunens und Ergriffenseins, der interessierten Begegnung mit Personen und Sachen, nicht zuletzt in Spiel und Phantasie. Die Kommunikation im Alltag, die Suche nach Verständigung und die Ausbildung einer umfassenden kulturellen Kompetenz sind nicht denkbar ohne eine angemessene Berücksichtigung der ästhetischen Dimensionen des Lernens.

Das Buch will solche Zusammenhänge in zahlreichen Facetten ansprechen und klären. Zugrunde gelegt wird die Perspektive der pädagogischen Anthropologie, die versucht, Lernprozesse von den Kindern und Jugendlichen her zu verstehen, um darauf aufbauend sinnvolle Konsequenzen nicht nur für das Verständnis von Kindheit und Jugendalter, sondern auch für die Gestaltung von Schule und Unterricht zu formulieren. Dabei gilt es schultheoretische und didaktische Antworten zu finden, die geeignet sind, Wege zur ästhetischen Bildung zu öffnen.

 

 

 

 

 

 

 

 

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