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Beteiligung am SFB/Transregio 138 - Dynamiken der Sicherheit

Sonderforschungsbereich / Transregio 138: Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive

Laufzeit: 2014-2017

Sprecher:                                         Koordinator in Gießen:
           Prof. Dr. Horst Carl
Seminar für Neuere Geschichte          Historisches Institut, Frühe Neuzeit
Philipps-Universität Marburg               Justus-Liebig-Universität Gießen
Wilhelm-Röpke-Str. 6C                      Otto-Behaghel-Str. 10C
35032 Marburg                                  35394 Gießen


Kurzbeschreibung:

Die Forscherinnen und Forscher der beiden Universitäten Marburg und Gießen sowie des Herder-Instituts für historische Ostmitteleuropaforschung widmen sich ab 2014 im SFB/TRR 138 dem Thema „Dynamiken der Sicherheit. Formen der Versicherheitlichung in historischer Perspektive“. Sie untersuchen, wie sich in der Geschichte Vorstellungen von Sicherheit entwickelten und wie diese in den politischen Prozess gelangten. Dabei geht es um die Darstellung und die Herstellung von Sicherheit – Vorgänge, die einander bedingen und deren Verhältnis in historisch unterschiedlichen Dynamiken und Prozessstrukturen erforscht werden soll. Diese dyna­mischen Prozesse fasst der SFB/TRR begrifflich als Versicherheitlichung.

 

Der SFB/TRR greift dabei Forschungsansätze der Politikwissenschaft, konkret das Modell der Securitization der Copenhagen School der Internationalen Beziehungen, auf und entwickelt diese in historischer Perspektive weiter. Somit führt der Forschungsverbund erstmalig eine umfassende Analyse der politischen Dynamiken durch, mit denen Versicherheitlichungspro­zesse bzw. die ihnen entgegengesetzten Entsicherheitlichungsprozesse verbunden sind – einschließlich ihrer Ambivalenzen und Dialektiken.

 

Hierfür liegt dem SFB/TRR kein festes, statisches Verständnis von Sicherheit zugrunde. Vielmehr wird Sicherheit als im historischen Prozess veränderbar und variabel angesehen, als ein gesellschaftliches Konstrukt, das Gegenstand rivalisierender Deutungen und Interessen ist und das daher wie andere Grund- und Wertbegriffe der politisch-sozialen Sprache nur historisch fassbar wird. Aus diesem Ansatz folgt, dass sich die Analyse des Forschungsverbundes nicht auf einen Zeitabschnitt, etwa die im Rahmen der Sicherheitsforschung bislang im Vordergrund stehende jüngste Zeitgeschichte, konzentriert, sondern Epochengrenzen überschreitet, diese dadurch überprüft und ggf. auflöst. Ziel der gemeinsamen, interdisziplinären Forschungsarbeit des SFB/TRR 138 ist es, zunächst zu einem Analyseinstrumentarium und schließlich im Verlauf der zwölfjährigen Förderzeit zu einer Gesamttypologie der Dynamiken von Sicherheit in der Geschichte zu gelangen.