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Germanistik |
Hinweise zur Benutzung
Hinweise zum Grundstudium der Sprachwissenschaft
Im Bereich der Sprachwissenschaft werden regelmäßig Proseminar e zu folgenden vier grundlegenden Themenbereichen angeboten (sog. Basisseminare): Grammatik, Kommunikationsanalyse, Sprachvariation, Sprachgeschichte. Kenntnisse in diesen Themenbereichen sind notwendig für ein erfolgreiches Studium der Sprachwissenschaft. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Besuch von Basisseminaren. Wenn Sie wissen wollen, was in Basisseminaren behandelt wird, dann können Sie Lernzielkataloge zu diesen Seminartypen im Sekretariat (Raum B 112) bekommen. Sie finden die Lernzielkataloge auch im Internet:
Hinweise zum Studiengang Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik
Studienberatung
Lehramtsstudiengänge
L
1:Prof. Dr. W. Kluge (B 212, T: 29100)
L
2:Prof. Dr. W. Gast (B 209, T: 29115)
L
3:Prof. Dr. H. Ramge (B 107, T. 29040)
L
5:Prof. Dr. C. Gansel (B 208, T. 29145)
Andere Studiengänge
Magister:Prof.
Dr. G. Kurz (B 130, T. 29070)
Dr. Pott (B 132, 29084)
S. Wodianka (C 28, T. 29098)
Allgemeine
und Vergleichende
Literaturwissenschaft:Prof. Dr. Ch. Lubkoll (B 137, T. 29074)
Angewandte
Sprachwissenschaft und
ComputerlinguistikProf. Dr. H. Lobin (D 407, T. 29050)
Deutsch als Fremdsprache (DaF):Prof. Dr. D. Rösler (B 203, T. 29125)
Drama,
Theater, Medien:Prof. Dr. E. Leibfried (B 138, T. 29073)
A. Hammer (B 156, T. 29077)
Text und Medien und Fachjournalistik:Prof. Dr. W. Gast (B 209, T. 29115)
Sonstige
germanistische Bausteine
und Studienelemente:Prof. Dr. G. Oesterle (B139, T. 29090)
A. Hammer (B 156, T. 29077)
Betreuung ausländischer Studierender:N.N.
Studienberatung
außerdem durch die Fachschaft Germanistik (B 32)
Einführung in die Literaturdidaktik
Proseminar L1,2,3,5
Di, 10-12, E4 Beginn: 18.04.2000
In der Einführungsveranstaltung werden didaktisch-methodische Grundlagen der Arbeit mit literarischen Texten im institutionellen Rahmen der Schule, Konzepte der Leseförderung und der literaturtheoretischen Fundierung einer literarischen Praxis behandelt. In einem begleitenden Tutorium wird in die Technik wissenschaftlichen Arbeitens (Arbeitstechniken, Recherchen, Bibliographieren, Zitieren) eingeführt.
LiteraturG. Lange et al. (1998): Taschenbuch des Deutschunterrichts. Bd. 2. Hohengehren: Schneider. – G. Rückriem et al. (1997): Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. Paderborn: Schöningh.
Dr. Michael Schlott
Einführung in die Literaturwissenschaft
EinführungsseminarL1/L2/L5/L3, Mag., Prom./DTM, ND/DaF
Di 10-12, B 128 Beginn: 18.04.2000
Dr. Sandra Pott
Einführung in die Literaturwissenschaft
EinführungsseminarL1/L2/L5/L3, Mag., Prom./DTM, ND/DaF
Di 10-12, B 33 Beginn: 18.04.2000
Gemeinsame Ankündigung: Ziel des Einführungskurses ist die Vermittlung einer möglichst breiten germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer Themen wird in die Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens eingeführt. Dazu gehören zunächst grundlegende Fertigkeiten wie Bücherkunde, Bibliographieren, Quellenerschließung, schriftliche Form wissenschaftlicher Arbeiten etc. Darüber hinaus werden folgende Bereiche behandelt: Beschreiben und Verstehen literarischer Texte; literarische Gattungen; Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung. Die Veranstaltung soll auch dazu beitragen, die eigenen Erwartungen und Interessen an ein Germanistikstudium zu reflektieren. Die Einführung wird mit einer – in allen Kursen identischen – Klausur abgeschlossen.
LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 7. Aufl. München: Fink 1997 (UTB 1583).
Dr. Martin Wachtel
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,HF/NF
Di 10-12, B 106 Beginn: 18.04.2000
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Theorien, Begriffe und Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft.
Die TeilnehmerInnen sollen lernen,
-mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
-eigenständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Nach den einzelnen thematischen Blöcken haben sie Gelegenheit, das Gelernte in Form von Übungen zu vertiefen und anzuwenden.
Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium.
Themen sind hier
-wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
-Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.
Dr. Rüdiger Vogt
Einführung in die Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik
EinführungsseminarL1,2,5
Di 10-12, F6 Beginn: 25.04.2000
In dieser Veranstaltung beschäftigen sich die Studierenden mit grundsätzlichen Aspekten von Sprache und ihrem Gebrauch: Ausgehend vom Kommunikationsbegriff werden unterschiedliche Konzeptualisierungen von Sprache thematisiert. Die Grundlagen grammatischer Sprachbeschreibung werden ebenso thematisiert wie die sprachlichen Formen in der direkten Interaktion.
Vorlesung
Gesprächsanalyse
Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10-12, A 5 Beginn: 19.04.2000
In der Vorlesung wird erörtert und an vielen Beispielen verdeutlicht, an welchen Maximen sich Menschen orientieren, wenn sie in alltäglicher Weise miteinander kommunizieren: Wie kommt es, dass Gespräche meistens ‘gelingen’, auch wenn Vieles unklar bleibt? Welche Störungen gibt es im Prozess der Verständigung? Nach welchen Prinzipien sind Gespräche aufgebaut? Wieweit beeinflussen die Bedingungen der Gesprächssituation die Struktur und den Verlauf von Gesprächen?
Ein Schwerpunkt der Vorlesung liegt in der Darstellung der verschiedenen Formen des gesprochenen Deutsch und der Eigenschaften gesprochener Sprache gegenüber schriftlichen Texten.
Grundstudium
Klaus-Peter Ulbrich
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 10-12, B 24 Beginn: 18.04.2000
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.
Das Seminar soll einen möglichst umfassenden Überblick über die Arbeitsgebiete und die Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft bieten und dadurch den TeilnehmerInnen die nötigen Grundlagen für den Besuch sprachwissenschaftlicher Proseminar e vermitteln. Dabei werden folgende ausgewählte Themen behandelt:
-Zeichentheorie
-Grundlagen der sprachlichen Kommunikation
-Pragmatik / Sprechakttheorie
-Textlinguistik / Gesprächsanalyse
-Grammatik / Grammatiktheorien
Die Erarbeitung der einzelnen Arbeitsgebiete wird jeweils mit entsprechenden Übungen abgeschlossen.
Dr. Martin Wachtel
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 8-10, B 106 Beginn: 18.04.2000
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben. Ziel des Seminars ist es, den TeilnehmerInnen einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete der Sprachwissenschaftzu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,
-mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,
-selbständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Nach den einzelnen thematischen Blöcken sollen die TeilnehmerInnen das Gelernte in Form von Übungen vertiefen und anwenden.
Prof. Dr. Henning Lobin
Syntaxtheorie
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 16-18, G 26 Beginn: 18.04.2000
In diesem Seminar sollen einige neuere formalisierte Syntaxtheorien behandelt werden. Die neuere Syntaxforschung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Integration von Aspekten der Semantik auf der einen Seite und der Morphologie auf der anderen Seite angestrebt wird. Dazu werden Repräsentationsverfahren benötigt, die die komplexen Beziehungen zwischen diesen linguistischen Beschreibungsebenen auszudrücken erlauben. Als ein Instrument, die Integration praktisch zu vollziehen, hat sich seit einigen Jahren die Technik der Unifikation durchgesetzt, die inzwischen einige Grammatiktheorien so stark durchzogen hat, dass man auch von Unifikationsgrammatiken spricht. Das Seminar wird sich mit zwei derartigen Grammatiktheorien ausführlich beschäftigen, mit der Lexical Functional Grammar und mit der Head-driven Phrase Structure Grammar. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars wird zu Beginn des Semesters ein Reader mit den relevanten Texten zur Verfügung gestellt.
Prof. Dr. Henning Lobin
Einführung in die Texttechnologie
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 14-16 u. Mi 12-14, G 25 Beginn: 18.04.2000
Die Verfügbarkeit standardisierter Textkodierungstechniken in den letzten Jahren hat zur Herausbildung eines Gebietes geführt, das sich mit der effizienten Produktion, Bearbeitung und Umsetzung großer Textmengen – z.B. in Sachbuchverlagen, Nachrichtenagenturen, bei Internet-Inhaltsanbietern – befasst. Dabei steht eine Strukturierungsmethodik textueller Inhalte im Zentrum, bei der grammatische Verfahren Anwendung finden und somit ein enger Bezug zum Gebiet der Linguistik und Sprachtechnologie gegeben ist. Auf der Basis der Standard Generalized Markup Language (SGML) bzw. ihrer vereinfachten Variante XML sollen in diesem Einführungskurs in einem ersten Schritt die Grundlagen der Texttechnologie vermittelt werden. Anhand konkreter Publikationsprojekte geht es in einem zweiten Schritt dann um die Integration texttechnologischer Verfahren in digitale Publikationsprojekte, etwa im Zusammenspiel mit strukturorientierten Editoren oder Transformationswerkzeugen. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Kurses werden deshalb Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer sowie in der Programmierung erwartet sowie die Bereitschaft zur Mitwirkung an exemplarischen digitalen Publikationsprojekten.
Prof. Dr. Henning Lobin
Praxiskurs Grammatik
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Do 8-10, G 26 Beginn: 20.04.2000
Der Praxiskurs Grammatik ist für diejenigen als eine Fortsetzung der Auseinandersetzung mit Grammatik gedacht, die bereits Grundkenntnisse in diesem Bereich erworben haben, etwa durch den Besuch der Vorlesung “Grammatik der deutschen Gegenwartssprache” im WS 1999/2000. In diesem Kurs soll die konkrete grammatische Analysearbeit eingeübt werden, und zwar auf der Grundlage realer Texte aus unterschiedlichen Textsorten. Zu dieser Tätigkeit gehört z.B. die Wortklassenbestimmung, die Satzgliedanalyse, die Interpretation besonderer Wortstellungsverhältnisse oder die Analyse der Satzverknüpfungen im Text. Grundlage bilden Texte sowohl schriftsprachlicher als auch gesprochensprachlicher Provenienz, etwa literarische Texte, juristische Texte, spontansprachliche Dialoge usw. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Kurses wird deshalb die Bereitschaft zu einer aktiven Teilnahme erwartet, insbesondere zur Behandlung konkreter grammatischer Analyseaufgaben.
Dr. Roland Mulch
Einführung in die Dialektologie des Deutschen
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, Phil. II, E 07 Beginn: 20.04.2000
Nach der Erklärung wichtiger Begriffe im Bereich von “Dialektalität” werden wir verschiedene Verfahren dialektologischen Arbeitens kennenlernen. Im Mittelpunkt dieser Einführung sollen exemplarisch die “Wege und Forschungsschwerpunkte der Dialektologie im deutschsprachigen Raum” stehen.
Wir wollen einen Bogen spannen von der Areallinguistik über die regionalsprachliche Kartographie zur Dialektlexikographie und gegenwärtigen Soziodialektologie.
Prof. Dr. Hans Ramge
Sprachvariation im Deutschen
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Do 16-18, B 106 Beginn: 20.04.2000
Muttersprachliche Sprecherinnen und Sprecher verfügen in der Regel über eine Fülle sprachlicher Varianten, die sie je nach Kommunikationssituation, Gesprächspartner, Thema usw. einsetzen. Diese Varianten liegen auf sehr unterschiedlichen Variationsebenen, z.B. zwischen Dialekt und Standardsprache, fachsprachlicher und alltäglicher Kommunikation. Unterschiedliche Sprachvarianten bewirken Unterschiedliches: Sie haben wichtige kommunikative Funktionen, z.B. die, Vertrautheit oder Distanz zu vermitteln.
Im Basisseminar sollen die verschiedenen Arten sprachlicher Variation im Überblick erarbeitet werden und anhand von kleinen Einzelbeobachtungen und Aufnahmen der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer vertieft beschrieben und analysiert werden.
Prof. Dr. Hans Ramge
Personennamen
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, B 106 Beginn: 20.04.2000
Unter Personennamen (Anthroponymen) als Oberbegriff versteht man vor allem die Vornamen und Familiennamen, aber auch Beinamen, “Spitznamen”, Hausnamen u.ä.
Im Seminar werden hauptsächlich drei Teilbereiche aus dem umfangreichen Sachgebiet behandelt:
-Wie sind die Personennamen im Deutschen entstanden, und wie haben sie sich entwickelt?
-Wie lassen sich Personennamen deuten?
-Welche Funktionen haben Personennamen heute: Welche Motive der Namengebung und des Namengebrauchs sind beobachtbar?
Die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer können (und sollen) zu einzelnen Fragestellungen eigene kleinere (empirische) Untersuchungen anstellen.
Dr. Jörg Riecke
Grundzüge der deutschen Sprachgeschichte
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.HF/NF
Fr 10-12, B 106 Beginn: 28.04.2000
In diesem Proseminar geht es um die Entwicklung der deutschen Sprache von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wo und wann liegen diese Anfänge? Was verbindet das Deutsche mit den übrigen Sprachen und was ist dagegen "typisch deutsch"? Welche politischen und kulturellen Einflüsse haben die Anfänge begünstigt und wie hat sich schließlich unsere heutige Standardsprache aus diesen Anfängen heraus entwickelt? Zur Beantwortung dieser Leitfragen werden wir zuerst ein chronologisches Gerüst erarbeiten, in dem die wesentlichen sprachlichen und außersprachlichen Faktoren aufeinander bezogen werden. Untersucht werden Wandlungen im Bereich der Laute, der Wörter und des Satzbaus. Dann wollen wir uns einzelne Bereiche anhand von Textbeispielen genauer ansehen, etwa die Sprache der mittelhochdeutschen Dichtung, die Sprache Luthers und die Sprache Goethes.
Im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen die folgenden Titel:
LITERATUR: Piergiuseppe Scardigli: Der Weg zur deutschen Sprache. Von der indogermanischen bis zur Merowingerzeit, Bern - Berlin - Frankfurt/M. - New York - Paris - Wien 1994. - Christopher J. Wells: Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990.
Prof. Dr. Rosemarie Rigol
Spracherwerb: Stand der Sprachbeherrschung bei Sechsjährigen
Proseminar , ab 3. SemesterL1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Fr 10-12, B 24 Beginn: 28.04.2000
Vor Beginn des Schrifterwerbs, der die Sichtweisen auf Sprache verändert, können Kinder sich mit dem Sprecher ihrer Sprache verständigen, wenn auch gelegentlich eingeschränkt.
Fragestellung: Welche Einzelstränge der Sprache werden wie gut beherrscht? (Lexikon, Prosodie, Syntax, Pragmatik.) Wie relevant sind diese für die Teilhabe an der Schriftkultur? Wie läßt sich der Sprechstand ermitteln?
Leistungsnachweis: Ermittlung der Sprachbeherrschung eines Teilgebietes an Sprechaufnahmen. Hausarbeit.
PD Dr. Ralf-Peter Ritter
Morphologie
Proseminar L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 14-16, C 29 Beginn: 19.04.2000
Morphologie ist im weitesten Sinne die “Lehre von den Wortformen”. Diese stehen auch im Mittelpunkt der geplanten Veranstaltung: ihre Analyse und die Gewinnung morphologischer Grundelemente, Beschreibung der Flexion und Analyse von Wortbildungsprinzipien. Außerdem sollen die unterschiedlichen Konzepte der Item-an Arrangement-Grammar, die Prozeßmorphologie und das Word-and-Paradigm-Modell behandelt werden.
LITERATUR: wird in der Veranstaltung bekanntgegeben.
Dr. Martin Wachtel
Kommunikationsanlyse
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,Mag.,DaF,HF/NF
Mo 16-18, G 26 Beginn: 17.04.2000
Das Seminar gehört zum Typ “Basiseminar”. Es vermittelt Grundkenntnisse im Arbeitsbereich der Kommunikationsanalyse. Folgende Themen werden behandelt:
1.Der Begriff der sprachlichen Handlung, des Handlungsmusters sowie die unterschiedlichen Aspekte sprachlichen Handelns.
2.Kommunikative Prinzipien als Kriterien zur Bewertung von Kommunikation.
3.Texttypologie und Grundstrukturen unterschiedlicher Texttypen.
Am Beispiel eines Medienverbundes unterschiedlicher Werbetexte sollen Anwendungsaspekte der Kommunikationsanalyse erörtert und erprobt werden.
Dr. Martin Wachtel / Prof. Dr. Wolfgang Gast
Zielgruppe 50Plus: Kommunikationsanalysen zu Genres, Rollenkonfigurationen und zielgruppenspezifischer Werbung
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,HF/NF
Vorbesprechung: Di 02.05.2000, 14-16, B 106
Voranmeldung erforderlich
Ankündigung: siehe S. 53.
Dr. Dagmar Wodtko
Einführung in die Etymologie
Do 14-16, C 30L3,Mag.,Prom.
Proseminar Beginn: 20.04.2000
Diese Einführung gibt einen Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen der historischen Wortforschung. Nach einer allgemeinen Einführung in die Thematik und die Methoden sollen ausgehend von bekannten Sprachen eine Reihe von Fallbeispielen betrachtet werden. Dabei werden Teile des Wortschatzes in Hinblick auf Semantik einerseits und Herkunft andererseits genauer betrachtet.
Die Veranstaltung ist für Teilnehmer ohne Vorkenntnisse geeignet. Sprachwissenschaftliche Grundkenntnisse sind von Vorteil. Ein benoteter Seminarschein kann durch Übernahme eines mündlichen Referats erworben werden.
LITERATUR: wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.
Dr. Dagmar Wodtko
Die gotische Bibel des Ulfila
Do 16-18, C 30L3,Mag.,Prom.
Proseminar Beginn: 20.04.2000
Die Veranstaltung bietet nach einer kurzen Einleitung zunächst einen synchronen Abriß der gotischen Grammatik. Anschließend soll – begleitet von Textlektüre – die historische Grammatik ausführlicher behandelt werden. Dabei wird das Gotische einerseits exemplarisch als germanische Sprache herausgehoben, andererseits aber auch auf Ähnlichkeiten und Unterschiede anderer germanischer Sprachen (Deutsch, Englisch) aufmerksam gemacht. Die Eigenheiten des Germanischen und innerhalb dessen des Gotischen sollen so herausgearbeitet werden.
Teilnahme kann ohne Vorkenntnisse erfolgen. Grundkenntnisse in einer beliebigen älteren indogermanischen Sprache sind von Vorteil, aber nicht Bedingung. Ein benoteter Seminarschein kann bei Bedarf durch eine Klausur am Semesterende erworben werden.
LITERATUR: W. Bramne, A. Ebbinghaus 1999: Gotische Grammatik. Tübingen, Max Niemeyer Verlag (andere Auflagen ab 16. von 1961 möglich). – H. Krahe 1967: Historische Laut- und Formenlehre des Gotischen. Zweite Auflage bearbeitet von E. Seebold, Heidelberg: Verlag Winter. – Weitere Literatur wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.
Hauptstudium
Prof. Dr. Hans Ramge
Talkshows
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Di 16-18, B 106 Beginn: 18.04.2000
Talkshows ergießen sich breiartig in den Programmen des öffentlichen und des privaten Fernsehens. Ganz unterschiedliche Konzepte der inhaltlichen und formalen Präsentation haben sich dafür in den letzten Jahren entwickelt und etabliert. Im Seminar soll erarbeitet werden, wie die Talkshow medial inszeniert ist, unter welchen Bedingungen und mit welchen Zielen Gespräche vorgeführt werden. Von daher lässt sich eine Typologie der derzeitigen Talkshows entwickeln und in Analysen einzelner Talkshows genauer beschreiben. Als leitende Gesichtspunkte treten dabei hervor:
-Welche Rolle spielen Moderatoren und Moderatorinnen bei der Gesprächsorganisation und dem Gesprächsmanagement?
-Mithilfe welcher Prozeduren erfolgen Selbstinszenierungen, Imageschutz und Imagebeschädigung der Gesprächsbeteiligten?
-Welchen Ansprüchen wollen einzelne Talkshows genügen, und wie werden sie dem in inhaltlicher und formaler Hinsicht gerecht?
Dr. Jörg Riecke
Textlinguistische Analysen
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Fr 14-16, B 106 Beginn: 28.04.2000
Der Untersuchungsgegenstand der Textlinguistik sind "Texte", das heißt sprachliche Einheiten, die mehr als einen Satz umfassen und deshalb im Rahmen der Syntax nicht mehr beschrieben werden können. Wie kommt es aber überhaupt dazu, daß wir eine Aneinanderreihung von Einzelsätzen, etwa einen Roman, einen Zeitungsartikel, einen Vorlesung skommentar oder ein Kochrezept als zusammenhängende Einheit empfinden? Wir werden untersuchen, wie sich die Einheit "Text" genauer bestimmen läßt und welche verschiedenen Typen von Texten es gibt. Welche sprachlichen Bauelemente konstituieren einen konkreten "Text"? Diese Frage werden wir mit Hilfe von Beispielen zu klären versuchen. Die dazu ausgewählten Texte stammen in der Mehrzahl aus dem 20. Jahrhundert, um aber Entwicklungstendenzen erkennen zu können, wollen wir uns auch mit Beispielen aus mittelhochdeutscher und frühneuhochdeutscher Zeit befassen. Eine Liste mit Basistexten ist in der Sprechstunde erhältlich.
Zur Vorbereitung empfehle ich Ihnen:
LITERATUR: Klaus Brinker: Linguistische Textanalyse. Einführung in Grundbegriffe und Methoden. Berlin 1992. - Johannes Singer: Grundzüge einer rezeptiven Grammatik des Mittelhochdeutschen, Paderborn, München, Wien, Zürich 1996; Kapitel "Grundlagen der Textgrammatik".
Dr. des. Britt-Marie Schuster
Studienangebot "Informationsvermittlung und
Medien"
Kommunikation in Unternehmen - ein Blick in die Praxis der angewandten
Linguistik
Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 16-18, B 106 Beginn: 17.04.2000
Effizientes und reibungsloses Kommunizieren wird von Unternehmen als entscheidender Faktor für eine funktionierende Unternehmenskultur ("corporate identity") und damit für wirtschaftlichen Erfolg gesehen. Für text- und kommunikationsanalytisch geschulte SprachwissenschaftlerInnen ergeben sich dadurch vielfältige Beschäftigungsfelder. Im Seminar wollen wir uns einerseits damit auseinandersetzen, welche Strategien Unternehmen heute schon wählen, um ihrer kommunikativen Zielorientierung nahezukommen, andererseits auch sprachwissenschaftlichen Entwürfe kennenlernen, die sich mit der Verbesserung des "alltäglichen" Kommunizierens auseinandersetzen. Zunächst wollen wir uns exemplarisch Mittel wie Mitarbeiterzeitungen, Imagebroschüren ansehen, die von Unternehmen u.a. dazu eingesetzt werden, um die Identifikation eines Arbeitsnehmers / einer Arbeitnehmerin mit seinem / ihrem Unternehmen zu stärken. Zusammen mit einem Pratiker soll erarbeitet werden, wie Mitarbeiterzeitungen aussehen und wie sie aus sprachwissenschaftlicher Perspektive verbessert werden könnten. Danach wollen wir uns der Praxis der betriebsinternen Kommunikation zuwenden, die oftmals eben nicht reibungslos, sondern mit erheblichem Aufwand funktioniert: Es werden mißverständliche Anweisungen gegeben, stark asymmetrische Kommunikationsweisen verhindern gemeinsames Arbeiten, Konfliktsituationen können sprachlich nur unzureichend bearbeitet werden ... Anhand von Aufnahmen authentischer Gespräche soll versucht werden, ein Kommunikationstraining zu entwickeln, das auf die Bedürfnisse von Unternehmen zugeschnitten ist.
Prof. Dr. Fritz Vahle
Sprache und Bewegung – Theoretische Annäherung und praktische Übungen
Hauptseminar L1,L2,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 10-12, B 9 Beginn: 17.04.2000
Was war zuerst da: Sprache oder Bewegung? Baut Sprache auch Bewegung auf? Entsteht Sprache mit der Inanspruchnahme des ”Sprachorgans” bzw. mit dem Erwerb einer Fähigkeit in einer bestimmten Entwicklungsphase des Kindes? Oder sind Menschwerdung und Sprachentstehung ein gleichzeitiger und einheitlicher Prozeß?
Die Fragen sind nicht so einfach zu beantworten, wie es scheint. “Am Anfang war das Wort” ist nicht nur religiös zu verstehen ... Neuere Forschungsergebnisse zum Problem der pränatalen Sprachanbahnung können hier wichtige Zusammenhänge zwischen Psychomotorik und Sprachwissenschaft verdeutlichen.
Das Seminar gibt eine Einführung in das – angesichts heutiger Lernschwierigkeiten immer wichtiger werdende – Problemfeld von Sprache und Bewegung. Nicht nur durch theoretische Erörterungen, sondern auch durch praktische Übungen (insbesondere neue Bewegungslieder). Die Frage, inwieweit hier neue Angebote für Jungen notwendig geworden sind, soll ebenfalls behandelt werden.
LITERATUR: Günter Clauser: Die vorgeburtliche Entstehung der Sprache als anthropologisches Problem, Stuttgart 1971 – Alfred A. Tomatis: Der Klang des Lebens, Reinbek bei Hamburg, 1990 – Fritz Vahle: Hupp, Tsching, Pau, Beltz-Verlag, 1996 – Fritz Vahle: Kinderlied, Beltz-Verlag, 1992 – Renate Zimmer, Fritz Vahle: Ping Pong Pinguin, Herder-Verlag, 2000
Dr. Martin Wachtel
Fachsprachen und spezialisierte Kommunikationsformen
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 14-16, B 106 Beginn: 17.04.2000
Das Seminar wird am Beispiel der Fachsprachen zunächst wichtige Grundlagen sprachlicher Variation und dann den Zusammenhang zwischen Sprachstruktur, Sprachgebrauch und gesellschaftlichen Funktionen fachsprachlicher Kommunikation erörtern.
Folgende Themen werden behandelt:
1.Dimensionen der Sprachvarianz.
2.Geschichte der Fachsprachen.
3.Sprachstrukturelle Merkmale von Fachsprachen.
4.Sprachgebrauch und Institution.
5.Funktion und gesellschaftliche Relevanz der Kommunikation unter Fachleuten sowie der Kommunikation zwischen Fachleuten und Laien.
6.Problemorientierte Analysen von fachsprachlichen Dialogen und Texten.
Prof. Dr. Hans Ramge
Examenskolloquium
Zeit und Ort: n.V.L1,L2,L3,L5,Mag.
Das Examenskolloquium bietet den Teilnehmerinnen und
Teilnehmern Gelegenheit, ihre Arbeitsschwerpunkte in umfangreichere thematische
Zusammenhänge einzuordnen, vorzustellen und zu diskutieren.
Dr. Martin Wachtel
Examenskolloqium
OberseminarL1,L2,L5
Mo 18-20, B 106 Beginn: 17.04.2000
Im Examenskolloqium erhalten die Examenkandidaten und -kandidatinnen Gelegenheit, sprachwissenschaftliche Themen zu erabeiten und zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen.
Mediävistik
Vorlesung
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Die Literatur der althochdeutschen Zeit (ca. 750 – ca. 1050)
Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF,GH
Mo 8.30-9.45, A 3 Beginn: 17.04.2000
Entstehungsbedingungen einer volkssprachlichen Literatur im 8. Jahrhundert – Interpretation ausgewählter Texte.
Grundstudium
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und
Literatur.
Das Weltbild des Mittelalters – Aus dem Buch der Naturdes Konrad von Megenberg
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, B 106 Beginn: 17.04.2000
Einführung in die deutsche Sprachgeschichte mit dem Fokus auf der mittelhochdeutschen Grammatik; Einübung in das Verstehen mittelhochdeutscher Texte anhand eines Prosatextes aus der Mitte des 14. Jahrhunderts.
Das Buch der Natur des Regensburger Domkanonikus Konrad von Megenberg ist die erste größere volkssprachliche Naturkunde des Mittelalters und bietet außerordentlich interessante Einblicke in das Deutsch des späteren Mittelalters sowie in das religiös bestimmte, gleichwohl schon für Kritik offene Weltbild des Mittelalters und die Mentalität seiner Menschen.
Die Textauszüge werden in Kopie zur Verfügung gestellt, ebenso ein Skript zu Sprachgeschichte und Grammatik (Unkosten insgesamt ca. 8 DM).
Der Leistungsnachweis erfolgt durch eine Klausur am Ende des Semesters.
Bettina Hofmann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: "Tagelieder"
Proseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Mi 10-12, B !06 Beginn: 19.04.2000
Dieses Seminar setzt zwei gleichwertige Akzente, nämlich sowohl einen sprachhistorischen als auch einen literaturwissenschaftlichen. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt vermittelt. Gleichzeitig sollen die TeilnehmerInnen Kenntnisse über die mittelhochdeutsche Dichtung erlangen und zur Interpretation derselben befähigt werden. Als Textgrundlage dienen uns in diesem Seminar verschiedene Tagelieder. Viele der bekannten mittelhochdeutschen Autoren haben Tagelieder verfaßt - eine lyrische Gattung, die den engen thematischen Rahmen der höfischen Dichtung überschreitet, poetisieren sie doch die morgendliche Trennung eines Liebespaares nach einer gemeinsam verbrachten Nacht. Voraussetzungen für den Erwerb eines qualifizierten Scheines dienen regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit sowie das Bestehen der Klausur am Seminarende.
LITERATUR: Tagelieder des Mittelalters, Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, (Reclam) Stuttgart 1992.
Beate Martin
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung. Kindheit und Jugend in der deutschen Literatur des Mittelalters
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mi 14-16, B 106 Beginn: 19.04.2000
“Fehlen der Literalität, Fehlen einer Idee von Erziehung, Abwesenheit von Schamgefühl – dies sind die Gründe dafür, dass es in der Welt des Mittelalters keine Vorstellung von Kindheit gab.” (Neil Postman: Das Verschwinden der Kindheit. [1987])
Wir werden dieser These im Rahmen des Proseminar s nachgehen und untersuchen, wie Kindheit und Jugend in den literarischen Texten des Mittelalters gespiegelt werden.
Dabei ist zu fragen, wie Kinder und Jugendliche in mhd. Epen charakterisiert werden, d.h. inwiefern sich die Darstellung von Erwachsenen und Kindern überhaupt voneinander unterscheidet. Aufschlussreich ist hier auch ein Blick auf die mhd. Bezeichnungen für Kinder und Jugendliche (‚kint‘, ‚maget‘, ‚jungelinc‘).
Die Teilnehmer werden zudem in die deutsche Sprachgeschichte und die Grammatik des Mittelhochdeutschen eingeführt.LITERATUR: Alle Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt. Skript zum Proseminar .
Dr. Dagmar Wodtko
Die gotische Bibel des Ulfila
Do 16-18, C 30L3,Mag.,Prom.
Proseminar Beginn: 20.04.2000
Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.
Hauptstudium
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Manlîchiu wîp – Starke Frauen in der Literatur des Mittelalters
Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, B 31 Beginn: 20.04.2000
Die mediävistische Gender-Forschung diskutiert die Frage, welche Form der Geschlechterdifferenzierung im Mittelalter überhaupt vorlag: Ging man von zwei Geschlechtern aus (two-sex-Modell) oder nur von einem (one-sex-Modell).
Grundlegend für diese Diskussion wurden die Bücher von:
Thomas Laqueur: Auf den Leib geschrieben. Die Inszenierung der Geschlechter von der Antike bis Freud. Frankfurt a.M. 1992 (medizinisch-naturwissenschaftlich) – Judith Butler: Das Unbehagen der Geschlechter. Frankfurt a.M. 1991 (philosophisch-schwierig)
Die germanistische Diskussion ist gut zusammengefasst in dem Band:
Ingrid Benewitz/Helmut Tervooren: Manlîchiu wîp, wîplîch man. Zur Konstruktion der Kategorien ‚Körper‘ und ‚Geschlecht‘ in der deutschen Literatur des Mittelalters (= Beiheft zur Zeitschrift für Deutsche Philologie 9). Berlin 1999.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Examenskolloquium
OberseminarL3,Mag.Prom.,HF/NF
Mo 14-16, B 31 Beginn: 17.04.2000
Vorbereitung auf das Staatsexamen im Bereich Mediävistik-Sprachwissenschaft. Anhand von Kurzreferaten und Materialien wird das sog. mediävistische und sprachhistorische »Grundlagenwissen« erarbeitet (wozu auch eine Einführung in die mediävistische Didaktik gehört), das in einer Prüfung über die Spezialgebiete hinaus verlangt werden kann. Im Frage- und Antwortspiel wird die mündliche Prüfung eintrainiert.
Nebenfach Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik
N.N.
Informatik II
Vorlesung 4 SWS, Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.
N.N.
Übung Informatik II
Übung 2 SWS, Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.
Prof. Dr. Henning Lobin
Syntaxtheorie
Proseminar
Di 16-18, G 26 Beginn: 18.04.2000
Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.
Prof. Dr. Henning Lobin
Einführung in die Texttechnologie
Proseminar
Di 14-16 u. Mi 12-14, G 25 Beginn: 18.04.2000
Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.
Georg Rehm, M.A.
Semantik und Lexikon
Proseminar
Mi 10-12, G 26 Beginn: 19.04.2000
Dieses Seminar bietet eine Einführung in die Semantik, also diejenige Teildisziplin der Sprachwissenschaft, die sich mit der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke beschäftigt.
In den ersten Sitzungen wird zunächst ein Überblick über die Breite des Feldes semantischer Forschung gegeben. Daraufhin können -- je nach Interessenslage der Teilnehmerinnen und Teilnehmer -- verschiedene Schwerpunkte wie lexikalische Semantik, semantische Netze, Lexikonrepräsentationsformalismen, Korpuslinguistik etc. besprochen werden. Im Rahmen von Referaten sind -- u.U. in Gruppenarbeit -- neben der Präsentation der zugrundeliegenden Theorien und Formalismen auch Vorführungen von implementierten Systemen wie beispielsweise "WordNet" möglich.
Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Seminar ist die Veranstaltung "Grundlagen der Computerlinguistik". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten die Bereitschaft mitbringen, im Laufe des Semesters ein Referat zu übernehmen. Ein Leistungsnachweis kann durch ein Referat sowie eine schriftliche Ausarbeitung des Referatsthemas erworben werden.
Der Seminarplan sowie eine Literaturliste werden in den Semesterferien im World Wide Web unter der Adresse http://www.uni-giessen.de/~g91063/teaching.shtml verfügbar sein.
Georg Rehm, M.A.
Automatisches Zusammenfassen von Texten
Proseminar
Do 14-16, G 25 Beginn: 20.04.2000
Die durch das Internet stetig wachsende Informationsflut hat seit einigen Jahren einen lange vernachlässigten angewandten Bereich der Computerlinguistik wieder in den Fokus der aktuellen Forschung gerückt: Die automatische Erzeugung von Textzusammenfassungen.
In diesem Seminar werden zunächst aus den fünfziger und sechziger Jahren stammende, für die Entwicklung dieses Teilgebiets sehr wichtige Arbeiten vorgestellt, auf deren Ergebnissen noch heute ein Großteil der aktuellen Forschung aufbaut. Daraufhin werden neuere Ansätze der maschinellen Generierung von Textzusammenfassungen behandelt, u.a. automatische Diskursanalyse mittels der Rhetorical Structure Theory, Schema-basierte Informationsextraktion und verschiedene Aspekte der Zusammenfassung von Hypertext-Dokumenten.
Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Seminar ist die Veranstaltung "Grundlagen der Computerlinguistik". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten die Bereitschaft mitbringen, im Laufe des Semesters ein Referat zu übernehmen. Ein Leistungsnachweis kann durch ein Referat sowie eine schriftliche Ausarbeitung des Referatsthemas erworben werden.
Der Seminarplan sowie eine Literaturliste werden in den Semesterferien im World Wide Web unter der Adresse http://www.uni-giessen.de/~g91063/teaching.shtml verfügbar sein.
Literarische Mythen
Vorlesung L1,2,3,5; MA/Prom.; AVL; DTM; DaF
Mi 10-12, A 3 Beginn: 19.4.2000
Die Bezüge zwischen Literatur und Mythos sind vielfältig.
Zum einen sind überlieferte Mythen immer wieder - bis in die Gegenwart -
Gegenstand literarischer Bearbeitungen; zum zweiten ist der Mythos selbst - als
Darstellungs- und Organisationsform von Aporien - eine spezifische poetische
Aussageweise; zum dritten hat die Literatur ihrerseits teil an kollektiver
Mythenbildung.Daraus ergeben sich drei Ebenen der Betrachtung literarischer
Mythen, die in dieser Vorlesung vorgestellt werden sollen: a) Im Bereich der
thematolo-gischen Mythosforschung geht es um den Nachvollzug der historischen
Transformationsprozesse, in denen eine 'Arbeit am Mythos' betrieben wird (Hans
Blumenberg). b) Die poetologische Mythosforschung fragt systematisch nach den
narrativen Strategien und Strukturen des Mythos als 'symbolische Form' (Ernst
Cassirer). c) Die kulturwissenschaftliche Mythosforschung schließlich
untersucht die semiologische Dimension der Hervorbringung von kollektiven Mythen
(Roland Barthes).Die Vorlesung versteht sich als Einführung in die Analyse
literarischer Mythen. Dabei wird auf einschlägige Mythostheorien Bezug
genommen; vor allem aber werden die Zusammenhänge anhand von anschaulichen
Beispielen entfaltet. Eine Lektüreliste zur Vorbereitung findet sich ab Mitte
Februar in einem Ordner in der germanistischen Bibliothek.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Unverzichtbares
Vorlesung L1/L2/L5/L3, Mag., Prom. HF/NF
Do 14-16, A3 Beginn: 20.4.2000
Die Vorlesung geht davon aus, daß es schwieriger wird, das ABC (Adorno, Benjamin, Krakauer ...) zu lernen. Das, was zum Wissensstandard gehört, wird immer umfangreicher. Zugleich verdankt die Vorlesung sich der Beobachtung, daß Basiswissen nicht (mehr) vorhanden ist. Hier ist eine ruhige Antwort nötig. Ich werde mit den Neandertalern beginnen und bald nach Heidegger aufhören.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Einfache Formen der Literatur
Vorlesung L1, L2, L3, Mag., Prom., DaF, HF/NF, GH
Do 16-18, A5 Beginn: 20.04.2000
Die Fragestellung der Vorlesung geht von der Vermutung aus, daß die Literatur als eine Art Ausarbeitung und Sublimation von alltäglichen, ‚vorliterarischen‘ Formen (Witz, Anekdote, Erzählung, Klatsch, Merksprüche, Sprichwörter usw.) beschrieben werden kann. Solche elementaren, ‚einfachen‘ Formen und ihre literarische Ausarbeitungen werden vorgestellt und diskutiert.
Literatur: André Jolles, Einfache Formen.
Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1958 (zuerst: 1930). – Hermann
Bausinger: Formen der Volkspoesie. Berlin: Erich Schmidt, ²1980. – Deborah
Tannen. Talking voices. Cambridge: U.P., 1991.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Vormärz (Epochenzyklus Teil V)
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Di 16–18, A1 Beginn: 18.04.2000
Im Rahmen der sechs Semester umfassenden Vorlesung sreihe wird die literaturhistorische Epoche Vormärz vorgestellt.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Andreas Gryphius. Lyrik und Drama
Proseminar (Grundlagenseminar)L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF
Mo 14-16, B 9 Beginn: 17.04.2000
Man kann Gryphius auch als einen Autor lesen, der von einer bestürzenden Aktualität ist. Seine Dichtungen sind bestimmt vom Erlebnis des großen und langen Krieges, das seine alteuropäische Weltanschauung bestätigt. Wir beginnen mit dem Trauerspiel Catharina von Georgien, das ganz zweifellos der Lektüre Schwierigkeiten entgegensetzt. Es wird ein Ziel der Veranstaltung sein, die Lesbarkeit barocker Texte zu erleben.
LITERATUR: Zur Einführung: E. Mannack, A.G (Sammlung Metzler), dann alles, was bei Reclam erschienen ist.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Satire
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Do 16-18, B128 Beginn: 20.04.2000
(nähere Informationen rechtzeitig, vor Beginn des Sommersemesters 2000, durch Aushang.)
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Psychoanalytische Literaturinterpretation am Beispiel Freuds
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Do 10-12, B128 Beginn: 20.04.2000
Gelesen und diskutiert werden zwei Abhandlungen Freuds: Der Witz und seine Beziehung zum Unbewußten (1905); Der Wahn und die Träume in W. Jensens (>Gradiva< (1907). Diese Abhandlungen sind als TB-Ausgaben erhältlich. Referatthemen können/sollen in den Semesterferien übernommen werden.
Sascha Feuchert
Holocaust-Literatur: Auschwitz
Proseminar L2, L3, Mag.
Fr 10-12, E4 Beginn: 28.04.2000
Obgleich sich mittlerweile auch in Deutschland der Begriff ”Holocaust-Literatur” eingebürgert hat und sogar als eine Art Genrebezeichnung leidlich ‚funktioniert‘, bleiben die inhaltlichen Zuschreibungen weiterhin weitgehend diffus. Bislang wurde wenig Aufwand darauf verwandt, genau zu bestimmen, was man sinnvollerweise für die praktische Arbeit des Literaturwissenschaftlers (und –didaktikers) unter diesem Terminus verstehen kann. Dabei sind Definitionen durchaus keine Fingerübungen: Sie determinieren und plausibilisieren Fragestellungen, eröffnen relevante Untersuchungsfelder, und - auch das ist durchaus nicht unbedeutend - sie reizen zu Widerspruch. Das Seminar wird daher fast notwendigerweise seinen Ausgang bei der Definition des Begriffes ‚Holocaust-Literatur‘ nehmen: Es wird - ebenso zwingend - beide Begriffsteile in die Überlegungen einschließen müssen. Besonderes James E. Youngs Studie Writing and Rewriting the Holocaust (1988; dt.: Beschreiben des Holocaust) soll dabei im Mittelpunkt stehen. Youngs hauptsächliches Interesse gilt der ”Qualität bzw. Faktizität der Erinnerung” in den Texten von Überlebenden (aber auch Nachgeborenen). Im Mittelpunkt seiner Überlegungen stehen die ”hermeneutischen Aktivitäten bei der Texterzeugung”. Youngs Studie fußt auf der Einsicht, daß ”wir, die Nachgeborenen des Holocaust, die Ereignisse jener Zeit allein durch das erfahren können, was uns in dieser oder jener Form davon überliefert ist.” Im zweiten Teil des Seminars soll versucht werden, anhand ausgewählter Auszüge zentrale Darstellungsprobleme, Interpretationen und Intentionen, die die Texte der Holocaust-Literatur kennzeichnen, exemplarisch freizulegen. Die Auswahl der Beispieltexte, die allesamt über Auschwitz, das größte Konzentrations- und Vernichtungslager, sprechen, muß dabei notwendigerweise prekär bleiben - das um so mehr, als die Zahl der Schriften, die von der im ersten Teil erarbeiteten Definition erfaßt werden, noch nicht feststeht: Grundlegende Untersuchungen zur gesamten Thematik fehlen nach wie vor. In diesem Seminar-Abschnitt soll auch besonders der Fragenachgegangen werden, ob und wie man die Texte sinnvoll im Deutschunterricht in der Schule einsetzen kann. Lehramtsstudierende (L2, L3) sind also besonders herzlich willkommen! (Die Teilnahme am Proseminar ”Lyrik nach Auschwitz? Adornos Provokation und die Folgen” wird empfohlen)
Literatur: James E. Young: Beschreiben des Holocaust. Frankfurt: Suhrkamp 1997. -Sem Dresden: Holocaust und Literatur. Frankfurt: Jüdischer Verlag 1997. - Manuel Köppen/Klaus R. Scherpe (Hgg.): Bilder des Holocaust. Literatur – Film – Bildende Kunst. Köln u.a.: Böhlau 1997. - Sascha Feuchert (Hg.): Holocaust-Literatur: Auschwitz. (=Arbeitstexte für den Unterricht) Stuttgart: Reclam 2000.
Wolfgang Jordan M.A.
Lyrik nach Auschwitz? Adornos Provokation und die Folgen
Proseminar L1, L2, L3, Mag.
Fr 14-16, B128 Beginn: 28.04.2000
Das Seminar nimmt Adornos berühmtes Diktum: ”nach Auschwitz ein Gedicht zu schreiben ist barbarisch” zum Ausgangspunkt poetologischer wie literaturhistorischer Überlegungen. Im ersten Teil des Seminars soll geklärt werden, ob mit Adornos Urteil generell alle Gedichte nach Auschwitz gemeint sein können, ob ein allgemeines Darstellungsverbot von Auschwitz oder aber eine wohlüberlegte Provokation vorliegt. Mitbedacht werden soll dabei auch, wie sich diese schroffe Form der ‚Absage‘ zu Adornos ästhetischem Denken allgemein verhält.Anschließend sollen literaturtheoretische Reflexionen und literarische Reaktionen von Dichtern bzw. Autoren eingehender vor dem Hintergrund der im ersten Teil erarbeiteten Lesarten des ‚Verdikts‘ diskutiert werden. Fast immer formulierte man Ablehnungen, die allerdings angesichts der theoretischen Implikationen häufig zu kurz griffen.Zum Abschluß wird ein Ausblick auf die zeitgenössische philosophische Diskussion um ein ”Sprechen nach Auschwitz” (Lyotard) erarbeitet. Hierbei soll deutlich werden, daß (und warum) ‚Auschwitz‘ sowohl im literaturtheoretischen als auch im philosophischen Diskurs wieder verstärkt präsent ist.(Die Teilnahme am Proseminar ”Holocaust-Literatur: Auschwitz” wird empfohlen.)
Literatur: Petra Kiedaisch (Hg.): Lyrik nach Auschwitz? Adorno und die Dichter. Stuttgart: Reclam 1995. -Manuel Köppen/Klaus R. Scherpe (Hgg.): Bilder des Holocaust. Literatur – Film – Bildende Kunst. Köln u.a.: Böhlau 1997. - Gerhard Schweppenhäuser: Ethik nach Auschwitz. Adornos negative Moralphilosophie. Hamburg/Berlin: Argument- Verlag 1993. - Gerhard Schweppenhäuser/Mirko Wischke (Hgg.): Impulse und Negativität. Ethik und Ästhetik bei Adorno. Hamburg/Berlin: Argument-Verlag. 1995.
Dr. Harald Neumeyer
Literatur und Medien im 20. Jahrhundert
Proseminar Mag, AVL, DTM, Prom
Do 16-18, C27 Beginn: 20.04.2000
Ausgehend von einer Klärung des Begriffs ‘Medium’ sollen im Seminar folgende Aspekte behandelt werden:
–die Geschichte der Medien (von der Höhlenmalerei über den Buchdruck bis zum Cyperspace);
–Medientheorien des 20. Jahrhunderts (Benjamin, Mc Luhan, Baudrillard, Virilio, Flusser);
–das Buch als virtuelle Welt und Literatur als Aufzeichnungsmedium;
–die Diskussion um die Möglichkeiten eines literarischen Realismus angesichts des Mediums der Photographie und die Versuche einer konzeptionellen Verknüpfung von Literatur und Photographie (Breton, Handke, Brinkmann);
–die ‘Kino-Debatte’ zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die dabei diskutierte Konkurrenz der Medien von Kino und Theater und die Frage nach einem filmischen Erzählen im Roman der Moderne (Dos Passos, Döblin, Musil);
–die Thematisierung von Medien (Telefon, Fernseher usw.) in der Literatur (Kafka, Beckett, Jelinek, Pynchon);
–der Hypertext (Nelson) und das Textverständnis des Poststrukturalismus (Barthes, Derrida)
Dr. Bettina Bannasch
Geschwisterliebe
Proseminar (b,c)L1, L2, L3, L5, Mag., DaF, NF, DTM
Mi 10-12, B24 Beginn: 19.4.2000
In jenen Texten seit der Jahrhundertwende, die von einem inzestuösen Bruder-Schwester-Verhältnis handeln, erscheint die Geschwisterliebe als eine Extremform der 'gewöhnlichen' Liebesbeziehung. An ihrem Beispiel werden Fragen von Moral und Gesellschaft, von Tabubruch und (religiöser) Schuld erörtert. Doch fallen all diese Spielarten letztlich dem Musilschen Verdikt anheim: "Das gehört zu den Prinzipien der Profanliebe! Also eigentlich schon Spiel wider sie selbst." So begeben sich in Musils Mann ohne Eigenschaften die Geschwister Ulrich und Agathe auf eine "Reise an den Rand des Möglichen" und wagen ein Experiment, das - wie Bachmann es formuliert hat - mit dem "Geschäfte des Gottergriffenen manches zu tun hat." Das Seminar widmet sich dem Motiv der Geschwisterliebe im Spannungsfeld von schuldhafter Liebesverstrickung und Gottergriffenheit. Der Schwerpunkt des Seminars wird auf der Beschäftigung mit dem Motiv der Geschwisterliebe in Musils Mann ohne Eigenschaften liegen. Darüber hinaus gelesen werden Texte von Byron, Georg Trakl, Fritz von Unruh, Leonhard Frank, Frank Thiess, Gerhart Hauptmann, Thomas Mann, Hanns Henny Jahn und Thomas Bernhard.
LITERATUR: Die Kenntnis von Musils Mann ohne Eigenschaften wird vorausgesetzt.
Dr. Stephan Jaeger
Einführung in die Literaturtheorie und Kulturwissenschaft
Proseminar AVL (evtl. Mag., DaF, L3)
Di 12-14, B128 Beginn:18.4.2000
Das Seminar gehört zu den beiden Einführungsveranstaltungen im Fach ‘Komparatistik’. In diesem Kurs werden in der ersten Hälfte am Beispiel ausgewählter Texte grundlegende Literaturtheorien behandelt: Hermeneutik, Rezeptionsästhetik, Strukturalismus, Dekonstruktion sowie Intertextualitätstheorien. Im zweiten Teil werden kulturwissenschaftliche Ansätze besprochen, die auch für die Literaturwissenschaft von Nutzen sein können: Psychoanalyse, Kultursemiologie, Diskursanalyse, Mentalitätengeschichte, New Historicism, Gender Studies und Medientheorien. Dabei werden u.a. Texte von Gadamer, Iser, Barthes, de Man, Derrida, Freud, Lacan, Eco, Foucault, J. Assmann, Greenblatt, Butler und Flusser diskutiert. Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die Methodendiskussion innerhalb der Literaturwissenschaft zu vermitteln und in genauer Textlektüre zentrale Aspekte der einzelnen Ansätze herauszuarbeiten. Das Seminar steht – soweit die Teilnehmerzahl nicht zu hoch ist – auch all denjenigen offen, die sich für ‚Theorien‘ interessieren.
Jörn Steigerwald
Liebeslyrik des 17. Jahrhunderts
(Fleming, Harsdörfer, Hoffmannswaldau, Günter, Greifenberg)
Proseminar (Grundlagenseminar)L1/L2/L5/L3/Mag./Prom.
Mo 10-12, B2417.04.2000
Das Seminar zielt auf zwei grundlegende Punkte für das Literaturstudium ab. So steht zunächst die Frage: Wie interpretiere ich ein Gedicht? im Mittelpunkt des Interesses. Dabei sollen Fragen nach der rhetorischen Verfaßtheit von Texten, der Motivik und der Sprachartistik usw. behandelt werden. Darauf aufbauend werden weitere Komplexe betrachtet,die in der Liebeslyrik zentral sind: Wie wird über Liebe gesprochen? Wer spricht wen in und mit der Liebeslyrik an? Wie funktioniert das Sprechen über Liebe? Dies soll zum einen in der historischen Perspektive erfolgen, d.h. wie sieht die sogenannte ‘Codierung von Intimität’ in der Adelsgesellschaft des 17. Jahrhunderts aus. Was ist unter Galanterie zu verstehen etc. Zum anderen sollen neuere theoretische Zugänge vorgestellt werden, die sich mit diesem Thema beschäftigen (Gender-Studies), um sie am Text zu erproben. Im Mittelpunkt jeder Sitzung steht die intensive Lektüre der Gedichte, die durch weitere Kontextualisierungen erschlossen werden sollen. Als Vorbereitung ist eine möglichst breite Lektüre von Gedichten der obengenannten Autoren wünschenswert.
Guido Naschert / Britta Herrmann
Kulturelle Identität.
Deutschsprachige Texte der 90er Jahre.
Proseminar L1/L2/L5/L3/Mag./Prom./DTM/NF/DAF
Fr 10-17 (Blockseminar), C3 Beginn: siehe Aushang
Kultur wird einerseits von Individuen und Gruppen geschaffen, andererseits schafft sie umgekehrt deren Identität. Der Mensch ist somit Subjekt und Objekt von Kultur. Kultur aber ist kein fixes, homogenes Gebilde, sondern bietet – wie die cultural und postcolonial studies gezeigt haben – ein Geflecht an Wissensbeständen, Praktiken und Repräsentationsformen, die stets neu verhandelt werden: durch Reinszenierung, Differenzsetzung, Durchkreuzung. Als Teil kultureller Selbstbeschreibung und Selbstauslegung spielt die Literatur nach wie vor eine wichtige Rolle für das Aushandeln oder Fixieren kultureller Positionen, Grenzen und Hierarchien, dies insbesondere vor dem Hintergrund gegenwärtiger post-nationaler Verschiebungen (Globalisierung, displacement, Hybridität). Innerhalb des Seminars wird es darum gehen, anhand von deutschsprachigen Texten der neunziger Jahre (Zaimoglu, Götz, Hettche, Brussig, Gstrein, Hensel, Schulze, Schrott, Senocak u.a.) die Formen und Bedingungen kultureller Identitätsbildung im Zusammenhang mit der (postmodernen) Ausweitung des Kulturbegriffs zu bestimmen. Dabei wäre etwa ebenso nach den Veränderungen im deutschen Selbstverständnis (Wiedervereinigung, multikulturelles Einwanderungsland) und den damit verbundenen Auseinandersetzungen zwischen einem liberalen und einem kommunitarischen Gesellschaftsbegriff zu fragen, wie nach dem Verhältnis von Nationalliteratur und kultureller Vielfalt (Subkultur, Populärkultur, lokale Kulturen...), nach den Möglichkeiten neuer sprachlicher und/oder literarischer Formen, nach Formen der Intermedialität, den (Ausschluß-) Praktiken von Literaturbetrieb und Institutionalisierung, politischer Funktionalisierung von Literatur, Grenzen von literaturwissenschaftlichen Lektüremodellen (Text – Biographie - Hermeneutik).Wir bemühen uns darum, einige der behandelten AutorInnen nach Gießen einzuladen. Die Literatur- und Leseliste für das Seminar liegt aus (s. Aushang) und ist von allen TeilnehmerInnen in den Semesterferien komplett zu lesen. Das Seminar findet teilweise als Blockveranstaltung statt.
Dr. Günter Butzer
Der Monolog
Proseminar (b, c)L1, L2, L3, L5, Mag., DaF, NF, DTM, AVL
Blockseminar: Mi 17.5.2000 B31 und 17./18.6.2000 B31
VORBESPRECHUNG: Mi, 19.04., 10 h s.t., Raum B 132.
Der Monolog ist eine literarische Redeform, die in unterschiedlichen Gattungen angetroffen wird. Am bekanntesten ist wohl der dramatische Monolog, doch findet er sich häufig auch in der Lyrik, und nicht zuletzt gibt es eine lange Tradition des Prosamonologs. Das Seminar untersucht die Elemente monologischer Rede und ihre Rolle im jeweiligen Gattungszusammenhang. Behandelt werden Dramenauszüge und dramentheoretische Texte zum Monolog, monologische Lyrik sowie Monologe in narrativen Kontexten. Der zeitliche Schwerpunkt liegt in der frühen Neuzeit (16.–18. Jh.), in der der Monolog in allen Gattungen einerseits einen vehementen Aufschwung erlebt, andererseits aber auch ebenso heftig kritisiert und sogar pathologisiert wird. Daneben werden auch antike (Gebetsrede und Klagegesang in der Tragödie, meditatives Selbstgespräch) und moderne Formen (Monodrama, innerer Monolog, monologische Prosa) einbezogen. Im Vordergrund steht das Interesse an den sprachlichen Mitteln, den gattungsspezifischen Aufgaben und den kommunikativen wie auch den ‚psychotechnischen‘ Funktionen monologischer Rede.
EINFÜHRUNG: P. v. Matt, Der Monolog, in: W. Keller (Hg.), Beiträge zur Poetik des Dramas, Darmstadt 1976, 71–90.
Dr. Andreas Hoeschen
Kleists Erzählungen: Text und Interpretation
Proseminar (a, b)L1, L2, L3. L5, Mag., DTM, NF/DaF
Do 18-20, B31 Beginn: 20.4.2000
Die Erzählungen Heinrich von Kleists sind und waren in ihrer Prägnanz und Vieldeutigkeit ein dankbarer Gegenstand literaturwissenschaftlicher Interpretation. Welche Zugangsweisen dabei möglich sind und welchen Erklärungswert sie besitzen, soll im Seminar anhand ausgewählter Modellanalysen erörtert werden.
LITERATUR: Heinrich von Keist: Sämtliche Erzählungen. Reclam UB 8232. - Zur Einführung: Thomas Wichmann: Heinrich von Kleist. Stuttgart 1988 (Sammlung Metzler 240). - Interpretationen: Kleist Erzählungen. Hg. v. Walter Hinderer. Stuttgart 1998 (Reclam UB 17505). - Positionen der Literaturwissenschaft. Hg. v. David Wellbery. München 1987. - Ein Ordner mit weiteren ausgewählten Interpretationen wird zu Semesterbeginn zur Verfügung stehen.
Stephanie Wodianka
(Un-)Männliches und (Un-)Weibliches bei Franz Grillparzer
Proseminar (a, b)Mag., L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF, DTM
Mi 8.30-10Uhr, B128 Beginn: 19.04.2000
Adam und Eva im Garten Eden, männliche Schwäche und Passivität, Frauenherrschaft, ”das Weib als solches” und gegenseitiges Nichtverstehen - die Thematisierung von Geschlechtlichkeit, Geschlechterrollen und des Verhältnisses zwischen den Geschlechtern durchzieht das Werk Grillparzers wie ein roter Faden. Im Seminar sollen Erzählungen, Dramen und Gedichte des österreichischen Autors (1791-1872) im Hinblick auf Vorstellung und Darstellung von ”(Un-)Männlichem” und ”(Un-)Weiblichem” untersucht werden. Unter diesem Aspekt erscheinen auch andere Leitmotive wie Ordnung und Unordnung, Grenze und Zerfall, Konvention und Auflehnung, Schicksal und Handeln in neuem Licht.Auf dem Seminarprogramm stehen ”Sappho” (Trauerspiel), ”Das Kloster bei Sendomir” (Erzählung), ”Das goldene Vließ” (Trauerspiel-Trilogie), ”Des Meeres und der Liebe Wellen” (Trauerspiel), ”Libussa” (Trauerspiel), ”Der arme Spielmann” (Erzählung), ”Die Jüdin von Toledo” (Trauerspiel) und ”Cherubin” (Gedicht). Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zu regelmäßiger Lektüre – die angegebenen Primärtexte sind als reclam-Ausgaben im Buchhandel erhältlich. Nähere Informationen zum Seminarablauf sowie ein Handapparat mit der zugrundezulegenden Literatur finden sich ab Ende März in der Fachbereichsbibliothek.
PD Dr. Carola Hilmes
Publikationsbedingungen für Schriftstellerinnen zwischen 1750 und 1830
Proseminar Mag., L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF, DTM, Prom.
Mo 16-18 , C27 Beginn: 17.4.2000
Was schreiben Frauen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und welche Regeln (Möglichkeiten und Restriktionen) der Publikation gibt es für ihre Werke? Diese Fragestellung soll im Seminar an ausgewählten Fällen erörtert werden. Der Bogen ist dabei zu spannen von dem damals wohl bekanntesten Werk einer Frau, dem Briefroman "Geschichte des Fräuleins von Sternheim" (1771) von Sophie von La Roche, zu Therese Hubers literarischem Engagement; sie war ja nicht nur Schriftstellerin, sondern auch Redakteurin von Cottas neugegründetem "Kunst-Blatt" und vom "Morgenblatt" (seit 1817). In diesem Zusammenhang erörtert werden soll die Frage, welche Rolle die Schriftstellerinnen in der literarischen Öffentlichkeit spielten; ein besonderes Augenmerk soll dabei den Dramatikerinnen gelten. Auch das eigene Selbstverständnis als Literatin gilt es jeweils zu berücksichtigen.
Einführende Literatur: Helge Meise, Die Unschuld und die Schrift. Deutsche Frauenromane im 18. Jahrhundert, Frankfurt am Main 1992. -- "Allles ... von mir!" Therese Huber (1764-1829), Schriftstellerin und Redakteurin, bearbeitet von Andrea Hahn und Bernhard Fischer, Marbach am Neckar 1993. -- Anne Fleig, Handlungs-Spiel-Räme. Dramen von Autorinnen im Theater des ausgehenden 18. Jahrhunderts, Würzburg 1999. -- Sigrun Schmid, Der "selbstverschuldeten Unmündigkeit" entkommen. Perspektiven bürgerlicher Frauenliteratur, Würzburg 1999.
Dr. Johannes Lehmann, Roland Borgards M.A.
Verstehen - Geschichte, Praxis und Grenzen der Hermeneutik
Proseminar L3, MA,AVL,DTM
Di 12-14, B31
Die Literaturwissenschaft ist heute von einer großen Methodenvielfalt geprägt. Es mag fast scheinen, als seien Methoden beliebig wählbare Werkzeuge oder Gegenstände eines endlosen Methodenstreits. Ausgangspunkt dieses Seminars ist weder Vielfalt noch Streit, sondern das ”Verstehen” als eine Grundoperation der Literaturwissenschaft.Das systematische Nachdenken über das Verstehen hat eine Geschichte, die - unter dem Titel der Hermeneutik - vor etwa zweihundert Jahren begann: als ein Nachdenken über die Kluft zwischen dem Ich und dem Anderen, zwischen dem Gegenwärtigen und dem historisch Vergangenen, zwischen der lebendigen Empfindung und dem toten Medium der Schrift. Wie es im 18. Jahrhundert zu diesem Nachdenken kam und wie es sich im 19. und 20. Jahrhundert entwickelte (Geschichte), was die Hermeneutik für die Interpretation von Texten leistet (Praxis) und was sich aus der Perspektive von Strukturalismus, Dekonstruktion und Diskursanalyse gegen sie einwenden läßt (Grenzen), ist Thema des Seminars. Dies soll eine Orientierung in der methodischen Vielfalt ermöglichen und den Methodenstreit als Geschichte der Auseinandersetzungen mit dem Verstehen verstehbar machen.
LITERATUR: Zur ersten Sitzung sollte gelesen sein: Das Gedicht Sehnsucht (1834) von Joseph von Eichendorff (zu finden in diversen Eichendorff-Ausgaben). Sowie: Heinrich Bosse, Verstehen, in: Bosse/Renner (Hg.), Literaturwissenschaft. Einführung in ein Sprachspiel, Freiburg 1999, S.63-81.
Dr. Joachim Jacob
Rhythmus, Metrum, Reim
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom, DaF
Mi 10-12, B31 Beginn: 19.04.2000
Rhythmus, Metrum und Reim gehören zu den Grundformen des literarischen Ausdrucks vom Beginn der Literaturgeschichte an. Nicht nur Gedichte, sondern auch andere literarische Formen, wie etwa das Epos, sind durch die bewußte Komposition der lautlichen Dimension der Sprache bestimmt. Das Seminar verfolgt zwei Ziele. Zum einen sollen differenzierte Grundlagenkenntnisse vermittelt, Reimschemata, Vers- und Strophenformen u.a.m. an unerschiedlichen literarischen Beispielen von Andreas Gryphius bis Rolf Dieter Brinkmann erarbeitet werden. Insofern aber die Verwendung solcher Mittel kein Selbstzweck ist, sondern in vielfältiger Weise bedeutungstragend sein kann, wird die Erörterung der Absichten und Vorstellungen, die sich in den Werken selbst, aber auch in den Poetiken verschiedener Epochen mit dieser Ausdrucks- und Wirkungsdimension des literarischen Textes verbunden haben, breiten Raum einnehmen.
Obligatorisch für die Teilnahme ist die Anschaffung von: Wolfgang Kayser, Kleine deutsche Versschule, Tübingen und Basel: Francke 251995 [oder andere Auflage] (UTB 1727), DM 16,80. Zur Vorbereitung und Anschaffung empfohlen: Gerhard Kurz, Macharten. Über Rhythmus, Reim, Stil und Vieldeutigkeit, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 1999.
Barbara Thums
Karl Philipp Moritz: Literatur und Anthropologie als ‘Erfahrungsseelenkunde’
Proseminar L1,2,3,5, Mag, DTM, NF, DaF
Mo 10-12, B31
Im Rahmen der ‘kulturwissenschaftlichen Wende’ literarischer Theoriebildung und dem neuen Interesse an literarischer Anthropologie ist die Lektüre von Karl Philipp Moritz’ Werk besonders reizvoll. Nicht nur überkreuzen sich hier die für das gesamte 18. Jahrhundert signifikanten literarischen, theologischen und populärphilosophischen Diskurse, mit Aufklärung und Empfindsamkeit, Moralphilosophie und Pädagogik, sowie mit Pietismus und Mystik sind überdies diejenigen Felder benannt, die Literatur und Anthropologie in Moritz’ Werk gemäß dem Titel und Motto des von ihm herausgegebenen ‘Magazins zur Erfahrungsseelenkunde’ - dem ‘Gnothi Sauton / Erkenne dich selbst’ - als Gegenstand der Psychologie ausweisen. Die ästhetischen Lösungsversuche auf die Frage ‘Was ist der Mensch?’ werden in Moritz’ ‘psychologischem’ Roman ”Anton Reiser” und in seinem ‘allegorischen’ Romankomplex ”Andreas Hartknopf” am Leitfaden des Körpers entlang gesucht und dem Paradigma der Erfahrung unterstellt. Unter Einbezug methodischer Fragestellungen unseres Faches sollen diese Problemfelder gemeinsam im Seminar erarbeitet werden.
LITERATUR: Karl Philipp Moritz. Werke. Hg. v. Heide Hollmer u. Albrecht Meier. Bd. 1: Dichtungen und Schriften zur Erfahrungsseelenkunde. Frankfurt/Main 1999.
Helga Meise
Die Dramen der Gottschedin (1713-1762)
Proseminar (a, b)L1,2,5, L3, Mag, Prom, DTM, ND/DaF, AVL
Blockseminar, Zeit n.V.
L.A.V. v. Gottsched war nicht nur eine unentbehrliche Mitarbeiterin ihres Mannes, des Dichters, Dramatikers, Übersetzern, Herausgebers und entscheid. Dichtungstheoretikers der 1. Hälfte des 18. Hg., Joh. Christoph Gottsched, sie trat auch selbst als Dramatikerin hervor.Gegenstand des Seminars sind die Dramen der Gottschedin, der kul. Kontext, in dem sie entstehen, die ästhet. und moralische Auseinandersetzunen, an denen sie teilhaben. Im Zentrum der Diskussion wird die Frage nach den Bedingungen und Möglichkeiten weiblicher weiblicher Autorschaft stehen.
Literatur zur Vorbereitung: Mit der Feder in der Hand. Briefe aus den Jahren 1730-1762. Hg. v. I. Kording. Darmstadt 1999
Prof. Dr. K. Inderthal
Max Frisch
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag, Prom, HF/NF
Mo 14-16, B128 Beginn: 17. 4. 2000
Thema der Erörterung sind die Romane Stiller, Homo faber, Mein Name sei Gantenbein, die Erzählungen Montauk und Der Mensch erscheint im Holozän, besonders die Tagebücher, das Stück Andorra.
LITERATUR: J. H. Petersen, Max Frisch, Stuttgart 1989, 2., erw. u. verb.
Prof. Dr. K. Inderthal
Alexander Kluge: Literatur, Film, Theorie
Proseminar (a,b)L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF
Mo 16-18, B 128 Beginn: 17.04.00
"Samenkörner der Erkenntnis", nannte Jürgen Habermas, "diese merkwürdigen Erzählungen in Schrift, Ton und Bild". Erörtert werden sollen Kluges ästhetisch-literarische Prosa, ein Film und Theoreme zum Realismus.
LITERATUR:Th. Böhm-Christl, (Hrg.), Alexander Kluge, Frankfurt/M. 1983. - R. Stollmann, Alexander Kluge zur Einführung, Hamburg 1998.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Heinrich von Kleist. Dramen
Hauptseminar L3, Mag./Prom. HF/NF, DTM
Do 16-18, B24 Beginn: 20. 04. 2000
Daß Goethe mit dem preußischen Junker nichts anfangen konnte, den "Zerbrochnen Krug" hat er zwar in Weimar inszeniert, aber so schlecht, daß es ein Mißerfolg wurde, kann nicht verhindern, sich die großen Dramen genauer anzuschauen. Es sollen alle, beginnend mit der "Familie Schroffenstein" besprochen werden.
Nützlich ist der Erwerb einer Kleist Werkausgabe, z.B. von H. Sembdner. Man sollte auch die Briefe zur Einarbeitung in den Autor lesen. Nützlich als erster Überblick: P. Staengle, H.v.K. bei dtv
Prof. Dr. Günter Oesterle / Prof. Dr. Martin Seel
Jean Paul
Hauptseminar L3, Mag., Prom., DTM, HF/NF, AVL
Mo 14-16, B24 Beginn: 17.04.2000
(nähere Informationen rechtzeitig, vor Beginn des Sommersemesters 2000, durch Aushang.)
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Prof. Dr. Hartmut Stenzel
Lyrik der Moderne in Frankreich und Deutschland um 1900.
Hauptseminar L3, Mag./Prom., HF, NF, DaF, AVL
Di 14-16, Phil.II, G 119 Beginn: 18.04.2000
"Die Poesie ist eine republikanische Rede, eine Rede, die ihr eigenes Gesetz und ihr eigener Zweck ist, wo alle Teile freie Bürger sind und mitbestimmen dürfen." (F. Schlegel, Kritische Fragmente)Diese Formulierung Friedrich Schlegels kann gerade wegen der bemerkenswerten Widersprüchlichkeit, in der sie einen grundsätzlichen Autonomieanspruch der Poesie ("eigenes Gesetz" und "eigener Zweck") mit politischen Assoziationen besetzt ("republikanische Rede", "freie Bürger"), einen Ausgangspunkt für die in dem Seminar geplante komparatistische Auseinandersetzung mit dem Gegenstandsbereich "Lyrik der Moderne" bezeichnen. Zwar scheint den für dieses Feld charakteristischen Textstrategien zunächst vor allem die Absage an traditionelle Funktionen der Dichtung gemeinsam zu sein, jene Verweigerung von syntaktischer, semantischer und gedanklicher Kohärenz, die Hugo Friedrich in seiner für lange Zeit grundlegenden Darstellung der 'Struktur der modernen Lyrik' dazu veranlaßt hat, ihre Besonderheit in negativen Kategorien zu bestimmen. Doch können Unmöglichkeit von oder Absage an bedeutungsstiftende Formen dichterischen Sprechens auch positiv gefaßt werden. Sie eröffnen Möglichkeiten einer von gesellschaftlichen Anforderungen entlasteten Freisetzung des Umgangs mit dem sprachlichen Material und dichterische Entwürfe einer Subjektivität, die sich jenseits gesellschaftlicher Zwänge zu konstruieren versucht. Insofern kann der radikale Autonomieanspruch der Lyrik der Moderne über die Rückzugspositionen des "l'art pour l'art" hinaus auch als ein Negations- und Konstruktionspotential verstanden werden, dem durchaus gesellschaftskritische Brisanz zukommen kann.Im Seminar werden wir einzelne Aspekte, Möglichkeiten und Stationen des mit diesen Charakteristika global umrissenen Textfeldes in gemeinsamer Textarbeit und Gedichtinterpretation erarbeiten. Den ersten Schwerpunkt bildet dabei die französische Lyrik, wo sich seit der zweiten Hälfte des 19. Jhs. wesentliche Grundzüge der Lyrik der Moderne entfalten. Diese sollen exemplarisch an Gedichten und Texten von Baudelaire, Rimbaud und Mallarmé sowie - im Übergang ins 20. Jh. - von Apollinaire untersucht werden. Danach werden wir mit Schwerpunkten auf der Dichtung der Jahrhundertwende (Holz, George u.a.) und dem Expressionismus Probleme und Perspektiven der verzögerten und zunächst eher zurückhaltenden Aufnahme und Umgestaltung von Impulsen der französischen Lyrik der Moderne in Deutschland untersuchen (auch anhand der Übersetzung französischer Gedichte). Da dieses Vorbild in mancher Hinsicht erst nach dem zweiten Weltkrieg ganz zum Tragen kommt, soll ein Ausblick auf Paul Celans Dichtung das Seminar abschließen.
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Goethes 'Faust'
Hauptseminar L3, MA, Prom., AVL, DTM
Do 10-12, B 24 Beginn 20.4.2000
Vorbesprechung und Anmeldung: Mi, 16.2., 13 Uhr st.
"Mein Faust ist das Werk eines Kollektivwesens, und es
trägt den Namen Goethe." Diese provokative Aussage Goethes über sein 'opus
magnum' bildet den Ausgangspunkt des Seminars.Die Faustdichtung ist durchzogen
von zahlreichen Anspielungen auf die kulturelle Tradition. So setzt sich der
Autor nicht nur konstruktiv und innovativ mit dem seit dem 16. Jahrhundert überlieferten
Fauststoff auseinander; vielmehr liest sich das Werk insgesamt als eine Summe
der abendländischen Kulturentwicklung. Mythische Folien, literarische Zitate,
philosophische Horizonte, historische und politische Markierungen,
kulturgeschichtliche Zusammenhänge und nicht zuletzt Bezüge zu Kunst und Musik
bilden ein intertextuelles Verweisnetz, das einander überlagernde,
"inkommensurable" Bedeutungsschichten zusammenführt. Das Seminar
hat zum Ziel, in genauer Textlektüre (Faust I und II) die vielfältigen
Perspektiven und 'Kon-Texte' aufzuarbeiten und dabei begleitend einschlägige
Forschungspositionen zu diskutieren. Voraussetzung zur Teilnahme ist genaue
Textkenntnis. Eine Literaturliste findet sich ab Mitte Februar in einem
Seminarordner in der germanistischen Bibliothek.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Gedichte Hölderlins
Hauptseminar L1,L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF
Mo 16-18, B24 Beginn: 17.04.2000
In diesem Seminar werden ausgewählte Gedichte Hölderlins interpretiert. Zugrundegelegt wird eine Leseausgabe, die im Frühjahr 2000 im Reclam-Verlag erscheinen wird, daneben die Klassiker-Ausgabe (hg. v. Jochen Schmidt) und die Münchener Ausgabe (hg. v. Michael Knaupp) der Werke Hölderlins.
Zur Einführung: Günter Martens: Friedrich Hölderlin.. Reinbek: Rowohlt, 1996. – Gerhard Kurz. Interpretationen. Gedichte von Friedrich Hölderlin. (Hg.). Stuttgart: Reclam 1996.
Dr. Christine Haug
”Und wenn sie auch in Luftschiffen von Planet zu Planet fahren, sie können doch Barbaren sein” – Zur Genese des phantastisch-technischen Zukunftsromans in Deutschland um 1900
Hauptseminar Mag., L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF, Prom.
Mo 14-16, B33 Beginn: 17.04.2000
Auf dem deutschen Unterhaltungsmarkt setzte sich im Vorfeld des Ersten Weltkrieges vermehrt die literarische Gattung des phantastisch-technischen Zukunftsromans durch, der nach dem Vorbild Jules Vernes und in der Tradition des Abenteuerromans, entweder von phantastisch-abenteuerlichen Expeditionen mit hypermodernen Reisemaschinen handelte, oder, als frühe Variante der in den 1920er Jahren so populären Science Fiction, außerirdische Kontakte, interplanetarischer Kolonialismus oder die zivilisatorischen Folgen von kosmischen Katastrophen beschrieb. Die literarische Imagination entfaltet sich in unmittelbarer Wechselwirkung mit populärwissenschaftlichen Reflexionen von Wissenschaft und Technik; zahlreiche Verfasser von Zukunftsphantasien waren Naturwissenschaftler und Ingenieure, z. B. Kurd Lasswitz oder Hans Dominik. Die astrale Phantastik war populäres Vermittlungsmedium für wissenschaftliche und technische Innovationen wie auch für die Artikulation von kulturkritischen Positionen. An verschiedenen Romanbeispielen, u.a. Kurd Lasswitz‘ ”Auf zwei Planeten” (1897), Max Haushofers ”Planetenfeuer” (1899), Robert Krafts ”Die neue Erde” (1910) oder die Romane von Hans Dominik, sollen die Anfänge des von hauptsächlich kommerziellen Faktoren bestimmten literarischen Gattung ”Science Fiction” rekonstruiert und analysiert werden.
Literatur: Roland Innerhofer: Deutsche Science Fiction 1870-1914. Rekonstruktion und Analyse der Anfänge einer Gattung. Wien/Köln/Weimar: Böhlau 1996; Hans-Joachim Schulz: Science Fiction. Stuttgart: Metzler 1986 (Sammlung Metzler 226).
Prof. Dr. Dieter Arendt
Günter Grass – oder: dieAngst des Schriftstellers vor ”Musen und Lorbeer”
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Mi 10-12, B 128 Beginn: 19.04.2000
‚Günter Grass – oder die Angst des Schriftstellers vor ”Musen und Lorbeer”‘. Der Autor hat sich damit sowohl in der Tradition der Poeterei als auch in der Poetologie der Gegenwart eindeutig positioniert. Sein literarisches Oeuvre ist mit den Maßstäben überkommener Gattungen und Formen – Lyrik, Novelle, Schauspiel, Roman – nicht selbstverständlich kongruent. Namhafte Literaturkritiker , Rezensenten und Interpreten sind nicht selten in Verlegenheit und die Leser verstört. Der Autor hat dennoch ein internationales Leserpublikum und die Stockholmer Akademie ehrte ihn mit dem Nobelpreis.
LITERATUR: Im Seminar soll der Versuch gemacht werden, mit Hilfe der Reden und Aufsätze des Autors sein Oeuvre zu erschließen. Die Sekundär-Literatur ist sehr umfangreich und Empehlungen wären bedingt vom Zufall. Es ist ratsam, sich an die Primär-Texte zu halten: Danziger Trilogie und weitere Werke nach Wahl; dazu Texte aus Reden, Aufsätzen und Gespräch-Interviews. (Werkausgabe bei Luchterhand Bd. II. III. IX. X.) Empfehlenswert das Buch des Herausgebers Volker Neuheus: Schreiben gegen die verstreichende Zeit: Zu Leben und Werk von Günter Grass. München 1997. (dtv 12445)
Dr. Lothar Schneider
Gellert
Hauptseminar (a, b, c)L1, L2, L3, L5, Mag. Prom., DTM
Mo 10-12, E4 Beginn: 17.4.00
Vorbesprechung: Mo 8. 2.00 12.15, B 128
Sie sollen fotografiert oder gefilmt werden und man verlangt von Ihnen ‘ganz natürlich’ zu sein? Wie ist ‘Natürlichkeit’, wie wird sie literarisch hergestellt?Das Seminar befaßt sich mit der Poetologie dieses und verwandter Begriffe (Herz, Geschmack, Gemüt) in der Aufklärung. Betrachtet wird dabei das Werk eines Mannes, bei dem Goethe Stilistikunterricht nahm; der drei Verleger reich machte, ohne selber reich zu werden; dessen Grab eingezäunt werden mußte, weil sein Schmuck wiederholt von Verehrern geplündert worden war und dessen Nachnahme schließlich zum Begriff wurde: (Christian Fürchtegott) Gellert. Im Zentrum steht die Prosa, vor allem der Roman Das Leben der schwedischen Gräfinn von G**** und eine poetologische Schrift, die Praktische Abhandlung von dem guten Geschmacke in Briefen.
Literatur: Christian Fürchtegott Gellert: Das Leben der schwedischen Gräfinn von G***. Stuttgart (anschaffen!); ders.: Gesammelte Schriften. Hg. v. Bernd Witte. Berlin/New York 1989ff. (Bd. 4, S. 105-152: Briefe, nebst einer praktischen Abhandlung....); Bernd Witte [Hg.]: ‘Ein Lehrer der ganzen Nation’. Leben und Werk Christian Fürchtegott Gellerts. München 1990; ders.: Die Individualität des Autors: Gellerts Briefsteller als Roman eines Schreibenden. In: German Quaterly 62,1 (1989), 5-14.
PD Dr. Andrea Jäger
Das Ende der Utopie. Neubestimmungen des Subjekts in der Literatur der neunziger Jahre.
Hauptseminar (b,c)L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF
Mi 14-17 (14tägig), B24 Beginn: 19.04.2000
Vorbesprechung und Anmeldung: Montag, 14. Februar, 12.30 Uhr B 128
Mit dem Zusammenbruch der sozialistischen Staatenwelt hat sich das utopische Denken (nicht zum ersten Mal) endgültig desavouiert. Für viele Autoren bedeutet dies einen schmerzlichen Verlust, für andere – vor allem jüngere Autoren – ist das Ende der Utopie selbstverständlicher Ausgangspunkt ihres Schreibens. Doch unabhängig davon, ob das Ende der Utopie beklagt, begrüßt oder einfach hingenommen wird, gemeinsam ist den literarischen Texten der neunziger Jahre, daß sie den Subjektbegriff neu konzipieren. Vielfach anknüpfend an Theoreme der Postmoderne steckt die Literatur das Feld ab, auf dem das Subjekt sich noch als wirksames erweist, wenn es als historisches außer Kraft gesetzt scheint. Das Seminar wird sehr unterschiedliche Versuche thematisieren, das Subjekt neu zu bestimmen. U. a. werden Texte besprochen von Volker Braun, Ingo Schulze, Thomas Brussig, Ulrich Woelk, Birgit Vanderbeke. Außerdem wird das Seminar sich ausführlich mit dem Internet-Roman von Rainald Goetz und den diversen literarischen Internet Projekten beschäftigen. Genaue Lektürehinweise gibt es in der Vorbesprechung.
Dr. Thomas Borgard
Elitismus und »Massendemokratie«. Literaturgeschichtliche Prozesse in der frühen Bundesrepublik
Hauptseminar L3, Mag, Prom, DTM
Mi14-18 (14tätig),. B128 Beginn: S. Aushang
Die Feiern zum »Millenium« haben erneut gezeigt, daß die sogenannte Informationsgesellschaft von einer eschatologischen Erwartungshaltung durchdrungen ist; sie betrifft den Glauben, durch das quantitative Anwachsen der Kommunikationsströme werde sich rationales Handeln auf globaler Ebene durchsetzen. Angesichts dieser zweifelhaften Projektion, die von normativ aufgeladenen Sozialtheorien (Habermas, Luhmann) genährt wird, scheint ein nüchterner Blick auf die konkreten Mechanismen der »massendemokratischen Revolution« (Panajotis Kondylis) geboten. Dies soll in dem Seminar am Beispiel der Literatur der späten 1940er und 1950er Jahre geschehen. Ausgangspunkt der Analyse ist das Faktum, daß die Priorität des Wieder- bzw. Neuaufbaus der politischen, militärischen und ökonomischen Ordnung bei den Autoren eine zweifache Reaktion hervorrief. So beförderte die Aufhebung der Oberherrschaft der geistigen Güter (d.h. eines Grundwerts noch des bürgerlichen Harmoniestrebens im 19.Jahrhundert) über die materiellen durch den konsumierenden Hedonismus ein asketisch-elitäres Außenseitertum des Dichters. Doch ist dieser nicht nur symbolisch Handelnder, dessen literarische Techniken sich vermehrt intersubjektiven Kommunikationszusammenhängen widersetzen, sondern auch durch seine Umwelt konditioniert: Er ist der »Hund seiner Zeit« (Canetti), der seine äußere Unfreiheit durch die Erinnerung und Aufbewahrung literarischer Traditionen kompensiert oder mit aggressiven Kommentaren den allgegenwärtigen Herrschaftsmechanismus aufdeckt.
LITERATUR. Gelesen werden Werke von Alfred Andersch (Sansibar oder Der letzte Grund), Hans Henny Jahnn (Die Nacht aus Blei), Uwe Johnson (Mutmaßungen über Jakob) und Arno Schmidt (Leviathan, Brand’s Haide, Schwarze Spiegel). Es wird empfohlen, sich in den Semesterferien auf mindestens einen der genannten Texte bzw. Autoren vorzubereiten. Hinweise zur Verfügbarkeit der Texte in käuflicher Form oder in der Institutsbibliothek erfolgen mit Beginn der Semesterpause per Aushang (B 132). Das Seminar setzt Lesefreude und Bereitschaft zu regelmäßiger Mitarbeit sowie Interesse an fachübergreifenden Fragestellungen voraus. Zur ersten Orientierung empfiehlt sich Wolfgang Proß: Arno Schmidt. München 1980. Eine ausführliche Literaturliste wird zu Seminarbeginn bereitgestellt.
Prof. Dr. K. Inderthal
Schillers ästhetische Schriften
Hauptseminar a,bL3, Mag., Prom., DTM, HF/NF
Di 14-16, B 128 Beginn: 18.04.00
Obligatorische Anmeldung Mo, 14.2.00, 13.15 Uhr Raum B
128
Thema der Erörterung sollen sein: Über Bürgers Gedichte, Kallias oder über die Schönheit, über Anmut und Würde, Vom Erhabenen, über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, über naive oder sentimentalische Dichtung.
LITERATUR: Einzelausgaben bei Reclam.- F. Schiller, über das Schöne und die Kunst, Schriften zu Ästhetik, München 1984.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft
OberseminarL1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF, DTM
Mo 16-18, B33 Beginn: 17. 04. 2000
Das OS versteht sich wie seit langem als workshop und Bastelbude, wo im Blick auf das nahe Ende [sc. des Studiums] über das Leben danach weniger nachgedacht als gehandelt wird. Konkrete ständige Projekte sind z.B. Verlagslektorate, Austellungsplanung und -durchführung (diesmal speziell einer interaktiven Ausstellung zu Goethes Farbenlehre, die z.B. in Dresden und Wien gezeigt werden soll), Messeplanung und -durchführung.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Doktorandenkolloquium
OberseminarL3, Mag., Prom., DTM
Do 18-20, B128 Beginn: 20.04.2000
Das Kolloquium richtet sich an Examenskandidaten und Doktoranden; es sollen Promotionsvorhaben und laufende Dissertationen vorgestellt und diskutiert werden. Um eine sinnvolle Planung und Vorbereitung zu gewährleisten, wird um Voranmeldung bis Ende März 2000 gebeten.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Literaturwissenschaftliches Kolloquium
OberseminarL1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF
Fr 10-12, B128 Beginn: 21.04.2000
Wichtige literaturwissenschaftliche Neuerscheinungen werden vorgestellt und diskutiert. Wenn der Wunsch besteht, können mehrere Sitzungen zur Prüfungsvorbereitung vorgesehen werden. Zu den Neuerscheinungen bitte Aushang beachten.
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Almuth Hammer, M.A.
Paul Ricœur, Zeit und Erzählung
Oberseminar (c)AVL, Mag., L3, Prom.
Mi 18-20 B128 Beginn: 19.4.2000
Vorbesprechung und Anmeldung: bitte Aushang beachten!
Das Werk Paul Ricœurs, der neben Hans-Georg Gadamer die zeitgenössische Hermeneutik wesentlich geprägt und weiterentwickelt hat, ist in Deutschland erst verspätet rezipiert worden. Dies mag u.a. auch an der Vielzahl der philosophischen sowie linguistischen und psychoanalytischen Ansätze liegen, die er in sein Denken einbezieht. Gerade weil es ihm aber gelingt, "aktuelle philosophische Grabenkämpfe zwischen Dekonstruktivisten und Hermeneutikern, aber auch Diskurstheoretikern in eine ergiebige Diskussion zu überführen" (Mattern), ist er für die Literaturtheorie so interessant. - Das Seminar versucht, anhand der Lektüre von Zeit und Erzählung die hermeneutische Verfahrensweise Ricœurs, die er selbst einmal als "Umweg der Deutung" beschrieben hat, schrittweise nachzuvollziehen.
LITERATUR: Paul Ricœur, Zeit und Erzählung, 3 Bde., München 1988-91; Jens Mattern, Ricœur zur Einführung, Hamburg 1996
Prof. Dr. K. Inderthal
Ästhetik Hegels
Oberseminar a,b L3, Mag, Prom, DTM
Di 16-18, B 128 Beginn: 18. 4. 2000
In gemeinsamer Lektüre sollen Hegel Auffassung der Kunst und der Dichtung kritisch erörtert werden.
LITERATUR: P. Szondi, Hegels Lehre von der Dichtung, in: Szondi, Poetik und Geschichtsphilosophie I, Studienausgabe der Vorlesung en Bd.2, Hg. v. S. Metz u. H.-H. Hildebrandt, S.267 ff.
Anja von Kanitz
Stimm- und Sprechübungen für Lehramtsstudierende
GrundlagenseminarL1/L2/L5/L3
Montag 10-12, B128 Beginn: 17.4.2000 Anmeldung: Mo 17.4.2000 8.30 B128
Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)
Bei Angehörigen bestimmter Berufsgruppen treten Stimmstörungen nach einigen Berufsjahren in signifikant hoher Zahl auf. Besonders davon betroffen sind u. a. Lehrer und Lehrerinnen. Die Stimme ist bei mehrstündigem Unterricht vor einer größeren Gruppe mit entsprechendem Geräuschpegel im Raum großen Belastungen ausgesetzt. Bei einer nicht optimalen Sprechtechnik führt dies schnell zu einer Überlastung der am Stimmbildungsprozeß beteiligten Körperteile und entsprechenden Beschwerden. In dieser Veranstaltung werden Übungen zur Ausbildung einer tragfähigen Sprechstimme und verbesserten Sprechtechnik angeboten. Ziel ist die Optimierung der stimmlichen und sprecherischen Fähigkeiten der Studierenden. Neben der Vermittlung theoretischen Wissens über die physiologischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit an Atmung, Stimme und Sprechen. Für die praktischen Übungen (ab 3. Seminarsitzung) wird eine Decke/Matte, warme Socken und bequeme Beinkleidung (Jogginghose o.ä.) benötigt.
Leistungsnachweis: Regelmäßige aktive Teilnahme und Bearbeitung von Aufgabenstellungen in der Veranstaltung.
Anja von Kanitz
Lyrik sprechen mit Kindern
GrundlagenseminarL1/L2/L5/L3
Mo 12-14, B128 Beginn: 17.4.2000
Anmeldung: Mo 17.4.2000 8.30 B128
Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)
Schwerpunkt dieses Seminars ist die Beschäftigung mit Methoden zum lebendigen Vortrag von Dichtung. Bei der Auswahl der Gedichte, der Interpretations- und Erarbeitungsmethoden ist die Eignung für den Gebrauch im Deutschunterricht mit Kindern und Jugendlichen entscheidend. Alle vorgestellten Ansätze zur Erschließung von Gedichten für den mündlichen Vortrag werden praktisch in der Seminargruppe erprobt, so dass Theorie und Praxis im Seminar in enger Verbindung stehen werden. Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur AKTIVEN Mitarbeit im Seminar und die Lust, Neues auszuprobieren. Es wird empfohlen, parallel die Veranstaltung von Dr. Jacob ”Rhythmus. Metrum.Reim” (Mi 10-12 B31) zu besuchen.
Leistungsnachweis: Erarbeitung und mündlicher Vortrag von Gedichten; Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit zu einem Gedicht; Protokoll einer Sitzung.
Anja von Kanitz
Konfliktbewältigung im Gespräch
GrundlagenseminarL1/L2/L5/L3
Blockseminar 12./13./19.Mai 2000 B31; Anmeldung: Mo 17.4.2000, 8.30 B128
Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)
Ein Miteinander mehrerer Menschen ohne Konflikte ist nicht denkbar. Verschiedene Interessen, Ansichten, Gewohnheiten führen zwangsläufig zu Konflikten. Auch im Schulalltag sind Konflikte also selbstverständliche Begleiterscheinungen des Umgangs miteinander, sei es zwischen Lehrer/in – Schüler/in, Schüler/in – Schüler/in, Eltern – Lehrer/in, Lehrer/in – Lehrer/in etc. In diesem Seminar wollen wir uns mit Methoden befassen, die Hilfestellung bieten können, mit Konflikten im Schulalltag konstruktiv umzugehen.
Leistungsnachweis: regelmäßige, aktive Teilnahme und Bearbeitung von Aufgaben im Seminar.
Anja von Kanitz
Freie Rede
GrundlagenseminarL1/L2/L5/L3
Blockseminar 7./8./14.Juli 2000 B31. Anmeldung: Mo 17.4.2000, 8.30 B128
Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)
Trainieren des freien Sprechens vor größeren Gruppen ist das Ziel dieser Lehrveranstaltung. Ausgehend von den zukünftigen beruflichen Anforderungen der Lehramtsstudierenden behandeln wir verschiedene Formen der Rede. Schwerpunkt liegt dabei auf der anregenden und verständlichen Vermittlung von Sachinformation. Neben den rhetorischen Techniken zur Vorbereitung und Präsentation von Redebeiträgen, befassen wir uns mit der Optimierung der eigenen Sprechtechnik, der Wirkung auf die Zuhörenden und dem Umgang mit Lampenfieber. Feedback der Gruppe und der Dozentin sollen helfen, sich und andere besser einschätzen zu lernen und die eigenen rhetorischen Fähigkeiten gezielt zu verbessern.
Leistungsnachweis: Regelmäßige, aktive Teilnahme und die Vorbereitung/Präsentation mehrerer Redebeiträge/Kurzvorträge.
Vorlesung L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Mo 16-18, A3 Beginn: 17.04.2000
Thomas Mann darf zu den wichtigsten deutschsprachigen Erzählern des zwanzigsten Jahrhunderts gerechnet werden. Eine Umfrage des Münchener Literaturhauses und der Bertelsmann Buch AG unter 99 Schriftstellern, Kritikern und Germanisten im Januar 1999 ergab, daß drei seiner Romane zu den zehn wichtigsten des Jahrhunderts gehören sollen. So ist der 125. Geburtstag dieses Autors am 6. Juni 2000 ein Anlaß, in sein Werk einzuführen und es in einem Überblick vorzustellen. Der Akzent soll dabei auf den Romanen und Erzählungen liegen. Das umfangreiche essayistische Werk, die Briefe und Tagebücher sollen nur am Rande, wo es zum Verständnis des dichterischen Werkes erforderlich scheint, behandelt werden. Zugleich sollen die wichtigsten Ergebnisse der umfangreichen Forschungsliteratur der letzten Jahrzehnte dargestellt werden.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Eintritt in die literale Welt – Die neue Theorie und Praxis des Anfangsunterricht
Vorlesung L1,5
Di 14.30-16, A 2 Beginn: 25.04.2000
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Vorlesung L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Mo 10-11, A 4 Beginn: 17.04.2000
Kommentar: siehe Seite 62.
Dr. Karl W. Bauer
Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)
EinführungsseminarL1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)
Di 10-12, C 27 Beginn: 18.04.2000
Das Seminar soll Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule geben. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.
Dr. Karl W. Bauer
Comics und Zeichentrickfilme im Deutschunterricht
Proseminar L1,2,3,5, DaF
Mi 08-10, E 6 Beginn: 19.04.2000
Comics, Cartoons und Animationsfilme gehören zu den meist rezipierten Medien-Texten von Schülerinnen und Schülern unterschiedlichen Alters. Als Gegenstand des Deutschunterrichts waren sie lange Zeit verpönt und bilden auch heute noch keinen festen Bestandteil im Stoffkanon des Faches.
Diesem Problem soll das Seminar nachgehen und dabei gleichzeitig in die Grundlagen der Geschichte, Struktur, Typologie, Rezeption und Didaktik dieser populären Literaturform einführen.
LITERATURScott McLoud: Comics richtig lesen. Hamburg: Carlsen Studio 1994. - Andreas C. Knigge: Comics. Vom Massenblatt ins multimediale Abenteuer. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1996.
Ingeborg Berndt
Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz
Proseminar L1,5
Mo 18-20, B 210 Beginn: 08.05.2000
Di 16-18, C 3 Beginn: 25.04.2000
Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.
Prof. Dr. Swantje Ehlers
Zur Erzähldidaktik
Proseminar L1,2,3,5, HF, Mag./Prom.
Mo 16-18, E 6 Beginn: 17.04.2000
Das Erzählen ist eine Form, wie Menschen Erfahrungen verarbeiten, strukturieren und tradieren. Mit welchen erzählerischen Mitteln Erfahrungsinhalte organisiert werden und wie in Lehr-/Lernsituationen mit erzählenden Texten und den in ihnen verschlüsselten Welten, Sehweisen und Erlebnissen umgegangen werden kann, um Verstehenskompetenzen zu entwickeln und Handlungs-/Sehmöglichkeiten von Schülern zu erweitern, sind leitende Fragestellungen des Seminars.
Literatur: F. K. Stanzel (1985). Theorie des Erzählens. Göttingen: Vandenhoek. – Praxis Deutsch 1990, H. 100; Diskussion Deutsch 1992, H. 128.
Renate Fritz
Grammatik im Unterricht
Proseminar L2,3,5
Fr 10-12, B 210 Beginn: 28.04.2000
Der Grammatikunterricht führt oft ein trauriges Leben im Deutschunterricht. Während in den Literaturunterricht viele Neuerungen Eingang gefunden haben, die kreativen und handlungsorientierten Unterricht ermöglichen, wird der Grammatikunterricht von den Lehrern oft lieblos vorbereitet und ist bei den Schülerinnen und Schülern nach wie vor unbeliebt. Wie lässt sich Grammatik- und Literaturunterricht sinnvoll verbinden? Wieviel grammatisches Wissen brauchen Schülerinnen und Schüler für das Schreiben von guten Aufsätzen? Wie hängt die Rechtschreibung, die Zeichensetzung mit grammatischen Fragen zusammen? Diese Fragen sollen im Seminar an schulnahen Beispielen beantwortet werden. Dabei soll vorgeführt und ausprobiert werden, wie bunt und vielfältig, an Situationen oder Funktionen orientiert Grammatikunterricht sein kann.
Literatur: Menzel, W.: Praxis Deutsch Sonderheft Grammatik: Praxis und Hintergründe. Friedrich-Verlag 1995. - Heringer, H.J.: Kleine deutsche Grammatik. Berlin: Cornelsen 1997.
Prof. Dr. Carsten Gansel
Techno, Spass, Gewalt, Cyberspace – Formen von “Wirklichkeitserkundung” in der aktuellen Kinder- und Jugendliteratur
Proseminar L1,2,3,5, HF/NF, Mag./Prom., DaF
Di 16-18, B 31 Beginn: 25.04.2000
Von Bertolt Brecht stammt der Hinweis: “Es verändert sich die Wirklichkeit, um sie darzustellen, muß die Darstellungsart sich ändern”. Eben diese Denkfigur läßt sich auf die aktuelle Kinder- und Jugendliteratur anwenden, die zunehmend als ein zeitdiagnostisches Medium funktioniert und “Wirklichkeitserkundung” betreibt. Auch dies ist ein Grund, warum eine Gruppe von Jung-Autorinnen in neuer Weise wahrgenommen und von jungen Leuten gelesen wird. Texte von Judith Hermann (“Sommerhaus, später”), Andreas Steinhöfel “Die Mitte der Welt”, Benjamin von Stuckrad-Barre (“Sololabum”), Nick Hornby (“High Fidelity”), Zoran Drvenkar (“Niemand. S o stark wie wir”) oder Irving Welsh (“Trainspotting”) haben Formen gefunden, um das Lebensgefühl einer Generation auszudrücken, die durch eine Risiko-, Medien- und Erlebnisgesellschaft geprägt wird. Das Seminar fragt danach, in welcher Weise bestimmte “Wirklichkeitssegmente” zum Gegenstand literarischer Darstellung werden, welche Folgen dies für Begriff wie Wertung der KJL nach sich zieht und inwieweit der Literaturunterricht davon betroffen sein kann.
LITERATUREine Liste mit Vorschlägen für die Primär- und Sekundärliteratur kann zu Semesterende im Sekretariat eingesehen werden.
Prof. Dr. Carsten Gansel
Von E.T.A. Hoffmann über Michael Ende bis zu Stephen King – Das Phantastische und seine Subgenres zwischen Märchen, Horror und Fantasy (Film)
Proseminar L1,2,3,5, HF/NF, Mag./Prom., DaF
Mi, 08-10, B 210 Beginn: 26.04.2000
Die Rede von der Postmoderne hat mindestens dahingehend für das Lesen Bedeutung, als die Grenzen zwischen Erzählen, Spannung, Unterhaltung auf der einen und literarischer Innovation auf der anderen Seite fließender geworden sind. Entgegensetzungen zwischen sogenannter “hoher” und “niederer” Literatur, zwischen “E” und “U” erscheinen wenig produktiv. Dies gilt insbesondere auch für den “Gebrauch” des Phantastischen. Im Seminar werden entsprechend die vielfältigen Ausprägungen, Varianten, Formen der Phantastik diskutiert. Neben Klassikern (u.a. E.T.A. Hoffmann, Tieck, Poe, Tolkien) geraten erfolgreiche Autoren bzw. Texte des 20. Jhdts. von Michael Ende bis Stephen King ins Blickfeld. Schließlich geht es um aktuelle Entwicklungen, wobei Fantasy ebenso eine Rolle spielen soll wie die sogenannten Scheibenweltromane von Terry Pratchett.
LITERATUREine Liste der Pirmär- und Sekundärliteratur kann im Sekretariat eingesehen werden.
Prof. Dr. Wolfgang Gast/Dr. Martin Wachtel
Zielgruppe 50 Plus: Kommunikationsanalysen zu Genres, Rollenkonfigurationen und Werbung
KompaktseminarL1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Vorbesprechung: Di 02.05, 14-16, B 210
Das Seminar befaßt sich mit dem Programmangebot des Deutschen Fernsehens für die immer bedeutender werdenden Zielgruppen der Über-Fünfzigjährigen. Folgende Themenschwerpunkte werden u.a. behandelt:
1.Welche Zielgruppenreichweite haben die Programmangebote der ‚Prime Time‘?
2.Welche Themen, Genres, Rollentypologien und Dramaturgien kennzeichnen das Programmangebot für die o.g. Zielgruppen?
3.Welche Qualitätsansprüche formulieren die Über-Fünfzigjährigen bezogen auf die einzelnen Genres des Programmangebotes?
4.Welche Typologie des Senioren/der Seniorin entfaltet die zielgruppenspezifische Werbung?
Das Seminar wird als Kompaktseminar durchgeführt. Die Kompaktveranstaltung wird in Rauischholzhausen Anfang Juli an einem Wochenende stattfinden.
Voranmeldung: Zi 207, Frau Klein.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Gegenwartsliteratur im Deutschunterricht: Der Literatur- und Medienautor Jurek Becker
Proseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Di 10-12, B 210 Beginn: 25.04.2000
Jurek Becker gehört zum Literaturkanon des Deutschunterrichts: insbesondere als Autor von “Jakob der Lügner” ist er weithin bekannt geworden. Das Seminar versucht, die breitgefächerte Produktion Beckers aufzuarbeiten, nicht zuletzt auch seine Drehbucharbeiten für die Anwaltsserie “Liebling Kreuzberg”.
Voranmeldung: Zi 207, Frau Klein.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Lesen durch Schreiben und Drucken – die neu begründete ”natürliche Methode”
Proseminar L1,5
Di 10-12, 14tgl., C 30 Beginn: 25.04.2000
Vor nunmehr 20 Jahren, im Oktober 1980, veröffentlichten Heiner Boehncke und Jürgen Humburg bei rororo das Taschenbuch “Schreiben kann jeder”. Diese Buch hat beunruhigend gewirkt, weil deutlich wurde, dass trotz Schulpflicht und ausgefeilter Methodik dennoch nicht jeder schreiben gelernt hat: Die Wahrnehmung, dass es eine bis dahin übersehene große Zahl von Analphabeten gab und gibt, hat die Sprachdidaktik aufgerüttelt. Seither haben Sprachdidaktik und die anderen beteiligten Wissenschaften eine neue Theorie des Schriftspracherwerbs theoretisch erarbeitet und praktisch erprobt und haben nun ihrerseits auch den Beitrag von Célestin Freinet, des französischen Reformpädagogen und Begründers der Schuldruckerei, rezipiert: Vom Schreiben- und Lesenlernen – die natürliche Methode”, der bis dahin nur unter Druckern und Freinetgruppierungen bekannt war und durch die Publikation von Boehncke/Humburg der gesamten Zunft bekannt geworden ist.
In diesem Seminar wird es um die neue Theorie und Praxis des Schriftspracherwerbs gehen. Das Seminar wird angeboten zusammen mit der nachfolgenden Übung: “Einführung in die Schuldruckerei”.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Einführung in die Schuldruckerei
Übung, KontaktstudiumL1,5
Di 10-12, B 25, weitere Zeiten n.V. Beginn: 18.04.2000
Übung in Kleingruppen zum Proseminar .
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen werden ab sofort im Raum der Schuldruckerei (B25) entgegengenommen.
Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen: Freinet, Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel leider vergriffen.) Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtscheibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.
Dr. Barbara Kluge
Handlungsbereiche im Deutschunterricht der Grundschule
Proseminar L1
Do 10-12, B 210 Beginn: 27.04.2000
Der Hessische Rahmenplan Grundschule nennt für den Deutschunterricht vier Handlungsbereiche. Die Handlungsbereiche sollen nicht als isolierte Anteile des Fachs verstanden und praktiziert werden. Möglichkeiten, diese Aspekte in einen “verbundenen Sprachunterricht” aufzunehmen, sollen in diesem Seminar theoretische ermittelt und praktisch erprobt werden.
Dr. Gudrun Marci-Boehncke
Märchen, Mythen, Medien – Von der Aktualität symbolischer Formen für Kinder
Proseminar L1,2,3,5, Mag./Prom, HF/NF, DaF
Fr 10-12, C 27 Beginn: 28.04.2000
Ob in der Werbung, im Film, im Videoclip oder Computerspiel – überall wird mit symbolischen Formen gearbeitet. Manche sind den antiken Mythen entlehnt, andere der Bibel. Viele kennt man aus Märchen. Figuren, Embleme und Erzählmuster besitzen Tradition. Diese Traditionen kennenzulernen ermöglicht ein erweitertes Verständnis moderner Medientexte. Es verschafft Kontexte und stellt Bezüge zur Literatur her. Im Seminar sollen u.a. für die Medienerziehung unterrichtspraktische Modelle erarbeitet werden, die solche symbolischen Formen in modernen Medien aufspüren und an literarische Traditionen binden.
Literatur: Röll, Franz Josef:Mythen und Symbole in populären Medien. Frankfurt am Main: Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik, 1998 - Erlinger, Hans Dieter/Hußmann, Anja (Hrsg.): Medienerziehung im Deutschunterricht. Materialien für die Praxis. Essen:Die blaue Eule, 1998
Henryk Pattensen
“Kinder- und Jugendliteratur zum Thema Sucht in der Schule für Lernhilfe”
Proseminar L5
Di, 16-19, B 33 Beginn: 02.05. bis 20.06.2000 (8 Termine)
Der aktuelle Lehrplan der Schule für Lernhilfe geht von der zentralen Aufgabe des Literaturunterrichts bei der Suche des kindlichen bzw. jugendlichen Individuums nach Sinnhilfen aus und empfiehlt das “Lesen mindestens einer literarischen Langform über (Jugend-) Probleme aus dem Alltag”
In einer Ära der fächerübergreifenden und projektgeleiteten Diskussion in der (Sonder-) Pädagogik spielen Kinder- und Jugendromane, die die jugendlichen Welten beschreiben, eine bedeutende Rolle. Wenn diese Bücher kindliche bzw. jugendliche Wirklichkeit widerspiegeln, dann müssten sie zugleich auch auf der sprachlichen Ebene Auskunft auf die Frage geben, aus welchen Gründen heraus dies geschieht, die Frage nach den literarischen Mustern dieses Genres beantworten, den Weg der Literarisierung von Sachbüchern zum Thema beantworten, den Beitrag dieser Literatur zur Suchtprävention überprüfen und damit die zeitgenössische Literatur qualitativ analysieren und einen Beitrag zur kulturellen Jugendarbeit leisten.
Ein Verlaufsprogramm wird zu Beginn des Semesters am schwarzen Brett ausgehängt. In der Bibliothek des Instituts steht ein Semesterapparat mit Kopiervorlagen, Literaturhinweisen und Titellisten bereit.
Es wird von den Teilnehmern erwartet, dass sie im nennenswerten Umfang lesen.
Dr. Rüdiger Vogt
Jugendsprache
Proseminar L1,2,3,5, DaF, Mag./Prom., HF/NF
Mo 08-10, B 210 Beginn: 17.04.2000
Der Sprachgebrauch Jugendlicher in peer-groups lässt sich zunächst allgemein bestimmen als kritische Auseinandersetzung mit der „Erwachsenensprache“, also den sprachlichen Normen, die vor allem Eltern und Lehrer vermitteln. Die Medien nehmen in diesem System die Funktion einer Gelenkstelle wahr, indem sie einerseits selbst öffentliche Sprache repräsentieren, andererseits Jugendliche u.a. als Adressaten von Werbung auch in spezifischen Programmen anzusprechen suchen. Dieses Wechselspiel zwischen Medien und jugendlichen Sprechstilen steht soll in empirischen fundierten Analysen rekonstruiert werden.
Prof. Dr. Dieter Arendt
Günter Grass – oder: die Angst des Schriftstellers vor “Musen und Lorbeer”
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF, DaF
Mi 10-12, B 128 Beginn: 19.04.2000
Ankündigung: siehe Seite 41
Prof. Dr. Dieter Arendt
Magister- und Dissertations-Themen
OberseminarL1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF
B 212 Beginn: nach Vereinbarung
Nur für angemeldete Magistranden und Doktoranden.
Dr. Karl W. Bauer
Kinderkultur und Deutschunterricht
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, Mag.
Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 18.04.2000
Lebenswelten und kulturelle Praxen von Kindern sind seit langem Forschungsgegenstand verschiedener Disziplinen (u.a.Volkskunde/Europäische Ethnologie, Erziehungswissenschaft, Pschychologie, Soziologie, Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaft).
Kulturwissenschaftliche Ansätze versuchen verstärkt seit den 70er Jahren eine gemeinsame Perspektive im Konzept der Kinderkultur zu skizzieren. Diese sollen im Seminar aufgearbeitet und um die Reflexion (fach)didaktischer Fragen erweitert werden.
Dr. Karl W. Bauer
Examenskolloquium
KolloquiumExamenskandidatinnen/en vom WS 2000/01
Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 25.04.2000
Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Nov./Dez. 2000 ihr Examen ablegen.
Prof. Dr. Swantje Ehlers
Märchenwelten und Zaubergärten
Hauptseminar L2,3, HF, /Mag./Prom.
Mi 10-12, C 30 Beginn: 19.04.2000
Volks- und Kunstmärchen erzählen von verzauberten Gärten, verirrten Helden, schönen Feen, von Nixen und salamandrischen Wesen. Wie Märchenwelten in ihrer spielerischen Phantasie und ihren magischen Bildern den Leser in ihren Bann ziehen und in pädagogischer Perspektive aufgeschlossen werden können, ist das Thema dieses Seminars.
Literatur: M. Lüthi (1981): Das europäische Volksmärchen. München: Francke. – V. Klotz (1985): Das europäische Kunstmärchen. Stuttgart: Metzler.
Prof. Dr. Carsten Gansel / José Fernandez
“Als habe ich zwei Leben” – Autobiographien, Brief- und Tagebuch – Romane in der Literatur
Hauptseminar L1,2,3,5, HF/NF, Mag./Prom., DaF
Mi 10-12, E 5 Beginn: 26.04.2000
In der Gegenwart zeigt sich ein zunehmendes Interesse der Leser an “authentischen Geschichten”. Die ist ein Grund, warum Briefe, Tagebücher, Autobiographien sich einer so hohen Nachfrage erfreuen. Dafür stehen u.a. die Tagebücher von Victor Klemperer oder Brigitte Reimann. Das Seminar wird verschiedenen Ausprägungen von Tagebuch- und Brief-(Roman) nachgehen sowie autobiographische Texte untersuchen. Dabei soll nicht zuletzt nach Gründen für den Erfolg wie nach Parametern der Bewertung gefragt werden. Das Spektrum der Texte reicht von V. Klemperer, R. Reimann, R. Klüger, J. Semprunbis hin zu einem Text wie Walter Kempowskis “Echolot” und nicht zuletzt den fiktionalen Brief- und Tagebuchformen in der Kinder- und Jugendliteratur (Kirsten Boie, Christine Nöstlinger).
LITERATUR: Eine Liste mit Vorschlägen für die Primär- und Sekundärliteratur kann zu Semesterende im Sekretariat Zi. 207 (Frau Klein) eingesehen werden.
Prof. Dr. Carsten Gansel
Kanon und Deutschunterricht in der Mediengesellschaft – Theorie und Praxis
Oberseminar/ KolloquiumL1,2,5, DaF
Di 18-20, B 31 Beginn: 25.04.2000
In einem ersten Teil wird eine systematisierende Darstellung gegenwärtiger Grundpositionen der Kanondiskussion angestrebt. Ausgehend davon werden aus der Vielzahl existierender Ansätze Vorschläge für einen möglichen “Umgang” mit dem Kanonproblem in system- bzw. modernisierungstheoretischer Perspektive unterbreitet (Stichworte: Pluralisierung und Kanon-Öffnung). Im zweiten Teil ist zu überprüfen, welche Folgen die aktuelle Kanondiskussion für die Literaturdidaktik hat, mit anderen Worten: welche Überlegungen wurden übernommen und inwieweit, welche nicht und warum nicht, wie steht das Schulfach Deutsch zur Forderung nach einer Öffnung des Kanons, inwiefern gehen Forderungen nach Kanonöffnung an die Wurzeln des traditionellen Selbstverständnisses eines Faches, das nationalphilologisch ausgerichtet ist.
Das Oberseminar dient insbesondere der Vorbereitung auf die Prüfung (WS 2000) und ist für Examenskandidaten verbindlich.
LITERATUREine Liste mit Vorschlägen für die Primär- und Sekundärliteratur kann zu Semesterende im Sekretariat eingesehen werden.
Prof. Dr. Carsten Gansel / Prof. Dr. Rosemarie Rigol
Literatur als Therapie? Lesen für und mit Kindern
Hauptseminar L1, L2, L3, L5
Di 14-16, Raum n.V. Beginn: 25.4.2000
In theoretischen wie empirischen Untersuchungen zur Wirkung literarischer Texte werden ihre unterhaltenden „Funktionen“ herausgestellt. Wiederholt ist davon die Rede, daß bestimmte Texte eine Art „Lebenshilfe“ sind, ja sogar therapeutische Funktion haben können. Das Seminar, das in Zusammenarbeit mit der Universitäts-Kinderklinik durchgeführt wird, soll sich mit der Frage beschäftigen, wie literarische Texte für kranke Kinder beschaffen sein könnten, ob spezielle Auswahlkriterien zu berücksichtigen sind, ob und wie Kinder und auch die begleitenden Erwachsenen (Mütter, Väter) auf das konkrete Textangebot ansprechen.
Das Seminar wird zwei Veranstaltungsformen miteinander verbinden. Zum einen geht es darum, die Relevanz bestimmter Textgattungen und Textsorten für den Kommunikationsraum Krankenhaus zu diskutieren. Zum anderen geht es um die praktische Arbeit der Studierenden mit kranken Kindern, das Lesen und Vorstellen von Büchern.
Wegen der besonderen Bedingungen wird das Seminar geblockt und die Teilnehmerzahl begrenzt.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Filmische Adaption von Literatur im politischen Kontext (zwischen 1930-1950)
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Mi 10-12, B 210 Beginn: 26.04.2000
Es ist eine Binsenweisheit, daß Filme mehr noch als literarische Texte vom politischen Kontext ihrer Entstehung abhängig sind. Besonders totalitäre Systeme haben Filmadaptionen von Literatur in besonderer Weise geprägt. Im und um das Dritte Reich herum wollen wir diesen Spiegelungen genauer nachgehen. Die herangezogenen Verfilmungen reichen von Oertels “Schimmelreiter”-Verfilmung bis zu Staudtes “Untertan”. Dazwischen liegen die zahlreichen Filmadaptionen im 3. Reich, die sich meist als Filmkomödien (Kleider machen Leute, Feuerzangenbowle) oder Melodramen (“Immensee”) scheinbar unpolitisch präsentieren.
Voranmeldung: Zi 207, Frau Klein.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Kolloquium für Examenskandidaten
OberseminarL1,2,5
Di 08.30-10, B 9 Beginn: 25.04.2000
Das Kolloquium bereitet thematisch und organisatorisch auf die Lehramtsprüfungen L1,L2 und L5 im Herbst 2000 vor.
Prof. Dr. Ulrich Karthaus / Dr. Rüdiger Vogt
Komik und Lachen in Kommunikation und Literatur
Hauptseminar L1,2,5, Mag./Prom., HF./NF., DaF
Mo 10-12, B 210 Beginn: 17.04.2000
Weshalb lachen wir? Worüber lachen wir? Ist das Lächerliche immer und für alle lächerlich? Diese Fragen sollen theoretisch und anhand von Beispielen erörtert werden. Zu diesen Beispielen gehören der Witz, die Anekdote, der Schwank und die Komödie ebenso wie Humor, Ironie und Satire. Darüber hinaus soll die Funktion des Lachens für soziale, kommunikative Beziehungen in alltäglichen Unterhaltungen untersucht werden.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Grammatikarbeit und Rechtschreiblernen
Hauptseminar /KontaktstudiumL1,5
Mo 10-12, C 3 Beginn und Anmeldungen: 17.04.2000
Das Seminar wird der Frage nachgehen, welche Grammatikarbeit in der Primarstufe geleistet wird und geleistet werden kann, und wird Einblicke vermitteln in die Geschichte des Schreibkonventionen vom Mittelhochdeutschen bis zu Gegenwart, woraus wiederum eine Theorie des Rechtschreiblernens abgeleitet wird.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
“Kleine Stücke” – Schreibseminar in Schloß Rauischholzhausen
Oberseminar L1,2,5
Do 08.06. und Fr 09.06. ganztägig und weitere Seminare nach Vereinbarung
Beginn und Einführung: Di 02.05., 17 Uhr, B 210
Beschränkte Teilnehmerzahl. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung. Anmeldungen ab 17. April im Sekretariat, Zimmer B213.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Sprachdidaktik: Schrift und Schriftlichkeit in der Primarstufe
Oberseminar/KolloquiumL1,5
Do 17-19, C 26 Beginn: 27.04.2000, 14tgl.
Dr. Rüdiger Vogt
Sprachdidaktisches Kolloquium für Examenskandidaten
OberseminarL1,2,5
Mo 16-18, B 210 Beginn: 17.04.2000, 14tgl.
In dieser Veranstaltung sollen neben allgemeinen Problemen der Sprachdidaktik - im Sinne einer „Studienausgangsveranstaltung“ - auch solche behandelt werden, die für die beabsichtigten Prüfungen von Bedeutung sind.
Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Veranstaltungen wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 1998/99 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt. Bitte beachten Sie auch die Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur!
Praktikumssvorbereitende Veranstaltungen
BauerMi 10-12, C 2619.04.
Berndt Mo 16-18, E 508.05.
FritzFr 08-10, B 21028.04.
VogtDi 08-10, B 21018.04.
Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen:siehe Aushang im
Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.
Prof. Dr. Swantje Ehlers
Schreiben in der Fremdsprache
Hauptseminar AS
Di, 16-18, B 9 Beginn: 18.04.2000
Auf der Grundlage der modernen Schreibforschung sollen in diesem Seminar Prozesse des Lernens, in einer fremden Sprache zu schreiben, behandelt werden. Des weiteren sollen gemeinsam im Seminar Komponenten einer Schreibdidaktik für Deutsch als Fremdsprache erarbeitet werden.
Literatur B. Kast (1998): Fertigkeit Schreiben. München: Langenscheidt. – P. R. Portmann (1991): Schreiben und Lernen. Tübingen: Narr.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Vorlesung L1,2,3,5, AS, HF./NF., Mag./Prom., DaF
Mo 10-11, A 4 Beginn: 17.04.2000
Diese Vorlesung gibt einen ersten Überblick über alle Aspekte des natürlichen und institutionell gesteuerten Lernens des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache. Sie richtet sich in erster Linie an diejenigen Studierenden, die Deutsch als Fremdsprache als Aufbaustudium, als Magisternebenfach oder als ‘F6-Zusatzfach’ beginnen.
Aber auch Studierende der anderen Studiengänge, vor allem Lehramtsstudierende, sind eingeladen, sich auf diese Weise einen Überblick über einen Bereich zu verschaffen, der, da es in Schule und Erwachsenenbildung kaum noch rein einsprachige und monokulturelle Lehr- und Lernsituationen gibt, in der späteren Berufspraxis von Relevanz sein kann.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Übung zur Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Proseminar AS, NF, Mag./Prom., DaF
Mo 11-12, A 4 Beginn: 17.04.2000
Nur in Verbindung mit der Einführungsvorlesung
Diese Veranstaltung richtet sich nur an diejenigen Studierenden, die Deutsch als Fremdsprache als Aufbaustudium, als Magisternebenfach oder als ‘F6-Zusatzfach’ beginnen. Der Besuch von Vorlesung und Übung ist Voraussetzung für den Erwerb des Einführungs-Scheins.
In dieser Übung werden arbeitsteilig die für Deutsch als Zweit- und Fremdsprache relevanten Einführungen, Zeitschriften, Bibliographien und all die Lehrbücher, Internetadressen usw., die man für den Unterricht braucht, erkundet.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Die Bedeutung des Sprachvergleichs für das DaF-Lernen
Proseminar AS, NF., Mag./Prom., DaF
Do 14-16, B 210 Beginn: 20.04.2000
Rekapituliert werden zuerst die unterschiedlichen Vorstellungen, die es in der Fremdsprachendidaktik über die Bedeutung bzw. die Schädlichkeit des Sprachvergleichs gegeben hat,. Danach wird differenziert: Wie wichtig ist der Sprachvergleich für a) die Lehrenden, b) die Lehrmaterialmacher und Curriculumsentwickler und c) die Lernenden selbst?
Im zweiten Teil des Seminars werden linguistische und didaktische Sprachvergleiche durchgeführt und diskutiert. (Achtung: Der Scheinerwerb erfolgt in diesem Seminar nur über eine vergleichende Hausarbeit, wobei Vorentwürfe der Hausarbeit im zweiten Teil des Seminars diskutiert werden.)
Prof. Dr. Dietmar Rösler
DoktorandInnenkolloquium
OberseminarAS, DaF
Mo 14-16, 14tgl., B 210 Beginn: 17.04.2000
Vorbesprechung: 17.04., 13 Uhr
Nach Voranmeldung.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Kolloquium für ExamenskandidatInnen
OberseminarAS, DaF
Mo 14-16, 14tgl., B 210 Beginn: 17.04.2000
Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft auf Themensuche sind. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Übungen und Aufgaben analysieren und gestalten
Hauptseminar NF, Mag./Prom., DaF
Fr, 10-14, C 30 Beginn: 28.04.2000 und 12.05. bis 09.06.2000
Diese Veranstaltung soll die Tradition der Freitagsseminare im Sommersemester wieder aufnehmen, die im letzten Sommer durch mein Dekanat unterbrochen worden war. Die Veranstaltungen dieser Reihe (bisher: Lehrmaterialanalyse, Landeskunde-Projekte, Dramapädagogik) hatten drei gemeinsame Eigenschaften: am Ende hatte jede(r) Studierende etwas Konkretes in der Hand, was sie/er später in den Unterricht mitnehmen konnte,die Arbeitsbelastung ging weit über das hinaus, was man normalerweise von einem Seminar erwarten konnte und (soweit ich das beurteilen kann) entwickelte sich durch die Intensität der Arbeit auch ein überdurchschnittliches Zufriedensein mit dem Seminar.
Thema dieses Seminars sind Übungen und Aufgaben, also etwas, was meist als recht langweilig angesehen wird. Während sich viele Lehrende für die Entwicklung aufregender Projekte oder Simulationen, für die Ausarbeitung spannender Themen usw. sofort erwärmen können und in diese viel Zeit investieren,greift man bei Übungen oft auf das zurück, was gerade gedruckt vorliegt, egal, wie gut oder schlecht gemacht dies sein mag. Und dies, obwohl Übungen für den Lernfortschritt von nicht zu unterschätzender Wichtigkeit sind.
In dem Seminar wollen wir zuerst sichten, was für Übungsformen auf Papier und im Internet vorhanden sind, und analysieren, nach welchen Kriterien man Übungen und Aufgaben beurteilen kann. Daran an schließt sich die Feinarbeit; die Seminarteilnehmer sollen für bestimmte sprachliche Teilbereiche und bestimmte Zielgruppen Übungen entwerfen und Schritt für Schritt überarbeiten, so daß sie am Ende in der Lage sind, selbständig Übungen von hoher Qualität zu entwerfen. Da im letzten Semester ein Seminar zur Ausspracheschulung angeboten wurde und in diesem Semester gesonderte Seminare zum Schreiben und Hören stattfinden, werden wir uns auf Übungen für die Bereiche Grammatikvermittlung, Wortschatzvermittlung und Leseverstehen konzentrieren.
Angelika Braun
Landeskunde im Unterricht Deutsch als Fremdsprache
Proseminar NF., Mag., DaF
Mo, 12-14, B 210 Beginn: 17.04.2000
Der erste Teil des Seminars erschließt verschiedene Problemfelder, die in Zusammenhang mit einer Didaktik der Landeskunde diskutiert werden (Kulturbegriff, Lehr-/Lernziele, Kanon), bzw. bei der Begegnung mit Menschen, mit Realien oder mit Texten, die aus einem anderen kulturellen Kontext als dem eigenen stammen, eine Rolle spielen (stereotype Wahrnehmung, kontrastive Semantik und Pragmatik).
Der zweite Teil beschäftigt sich mit Entwürfen für landeskundliches Lernen. Dabei wird es sowohl um lehrwerkunabhängige komplexe Szenarien wie Simulationen und Unterrichtsprojekte gehen (Biographiesimulation, Austausch- und Telekommunikationsprojekte, erlebte Landeskunde) wie um Vorschläge und Aufgaben zum landeskundlichen Lernen in neueren Lehrwerken.
Stephanie Hann
Methodik und Didaktik des Hörverstehens
Proseminar DaF
Fr 10-14, C 26 Beginn: 05.05.2000
Das Seminar ist unterrichtspraktisch aufgebaut. Nach einer kurzen Erarbeitung der theoretischen Grundlagen der Hörverstehensdidaktik soll die systematische Entwicklung des Hörverstehens im DaF-Unterricht besprochen werden. Dazu wird eine Typologie von Hörübungen erarbeitet, werden (authentische und nichtauthentische) Hörtexte klassifiziert, auf die Verwendbarkeit im Unterricht überprüft und didaktisiert. Die bekannten DaF-Lehrwerke aus dem Anfänger- und Fortgeschrittenenbereich sollen im Hinblick auf Hörtexte und -übungen untersucht werden. Zum Abschluß sollen Unterrichtseinheiten zum Hörverstehen vorbereitet, vorgestellt und besprochen werden.
Nicola Würffel
Deutsch als Fremdsprache im Internet
Proseminar AS, NF., Mag./Prom., DaF
Mo 16-18, Ort: s. Aushang Beginn: 17.04.2000
Wie ist die zunehmend diskutierte Bedeutung des Internets für den institutionell gesteuerten und außerinstitutionellen DaF-Unterricht einzuschätzen? Wie kann ich als (zukünftige/r) DaF-Lehrende/r die inzwischen vielfältigen Informations- und Kommunikationsangebote kritisch beurteilen und didaktisch sinnvoll in meinem Unterricht einsetzen?
Diesen sehr umfassenden Fragen wollen wir uns im Seminar vorsichtig annähern. Dazu gehört zum einen die Lektüre theoretischer Texte, zum anderen aber vor allem die praktische Erkundung der “neuen Lernumgebung”. Letztere soll in zwei Schritten erfolgen: Zuerst wollen wir sichten, was das Internet an (Lern-) Angeboten im Bereich DaF bietet. Danach wollen wir uns intensiver mit zweien beschäftigen: “German on the Web:Reading German” und “Jetzt-Online”. Dabei wird uns erstens der Blick von außen leiten (welche sprachlehr- und –lerntheoretischen Konzepte liegen denKursen zugrunde und wie nutzen sie die Möglichkeiten des Mediums?). Zweitens wollen wir uns über den Blick von innen informieren (wie funktioniert die praktische Erstellung solcher Kurse?) und auf diesem Wege auch erfahren, welche beruflichen Möglichkeiten das Internet für DaF-Lehrende bieten könnte.
Es wird für DaF-Lehrende zukünftig immer schwieriger werden, das Internet zu ignorieren, da Sprachkursteilnehmende verstärkt dessen Nutzung für den Unterricht einfordern. Das Seminar richtet sich deshalb ganz bewußt nicht nur an Studierende, die schon Erfahrung mit dem Internet haben, sondern vor allem an all die, die bisher noch gar nicht oder wenig mit dem Internet in Berührung gekommen sind.
| Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de |
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Anmerkungen bitte an: webmaster@germanistik.uni-giessen.de |
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ss00.shtml Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr |