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Fachbereich 05 Sprache, Literatur, Kultur |
Germanistik |
Sommersemester 2001
Hinweise zur Benutzung.............................................................................................................
Studienberatung..................................................................................................................
Veranstaltungen des Fachgebiets Germanistik.....................................................................
Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur......
Deutsche Sprache....................................................................................................................
Vorlesungen.........................................................................................................................
Grundstudium......................................................................................................................
Hauptstudium....................................................................................................................
Mediävistik.............................................................................................................................
Vorlesung...........................................................................................................................
Grundstudium....................................................................................................................
Hauptstudium....................................................................................................................
Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik............................................
Vergleichende Sprachwissenschaft....................................................................................
Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literaturwissenschaft.....................
Vorlesungen.......................................................................................................................
Proseminare........................................................................................................................
Hauptseminare...................................................................................................................
Oberseminare.....................................................................................................................
Sprecherziehung................................................................................................................
Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.......
Vorlesungen.......................................................................................................................
Einführung..........................................................................................................................
Grundstudium....................................................................................................................
Hauptstudium....................................................................................................................
Schulpraxis.........................................................................................................................
Deutsch als Fremdsprache...................................................................................................
Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.
Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Dezember 2000 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.
Im Bereich der Sprachwissenschaft werden regelmäßig Proseminare zu folgenden vier grundlegenden Themenbereichen angeboten (sog. Basisseminare): Grammatik, Kommunikationsanalyse, Sprachvariation, Sprachgeschichte. Kenntnisse in diesen Themenbereichen sind notwendig für ein erfolgreiches Studium der Sprachwissenschaft. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Besuch von Basisseminaren. Wenn Sie wissen wollen, was in Basisseminaren behandelt wird, dann können Sie Lernzielkataloge zu diesen Seminartypen im Sekretariat (Raum B 112) bekommen. Sie finden die Lernzielkataloge auch im Internet:
– über die Homepage des Fachbereichs 09 http://www.uni-giessen.de/fb09/ (dort LEHRANGEBOT, dann BASISSEMINARE anklicken)
– direkt unter der URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm.
Im Bereich der Mediävistik werden regelmäßig Proseminare mit dem Thema Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur angeboten. Der Besuch eines solchen Seminars ist für Studierende des Lehramtsstudiengangs L 3 obligatorisch, für andere Studiengänge fakultativ. Der Besuch anderer mediävistischer Proseminare ist generell fakultativ, jedoch zur Vertiefung des Lernstoffs erwünscht. Den Lernzielkatalog für das mediävistische Einführungsseminar finden Sie in den Aushängen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur sowie im Internet:
– über die Homepage des Fachbereichs 09 http://www.uni-giessen.de/fb09/2 (dort LEHRANGEBOT, dann BASISSEMINARE anklicken).
– direkt unter der URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm.
Das Fach „Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik” erlaubt es Studierenden der verschiedenen Magisterfächer, eine anwendungsorientierte, berufsbezogene Spezialisierung vorzunehmen, die im Schnittpunkt zwischen Linguistik, Informatik und Neuen Medien angesiedelt ist. Nähere Informationen zu dem Studiengang, den Kombinationsmöglichkeiten und zum Praxisbezug sind bei Prof. Dr. H. Lobin in D 407, per Email (mailto:Henning.Lobin@germanistik.uni-giessen.de) und auf der Homepage des Arbeitsbereichs (http://www.uni-giessen.de/fb09/ascl/) zu erhalten. Bitte beachten Sie auch die gesonderten Informations- und Einführungsveranstaltungen zu diesem Studiengang.
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Allgemeine Studienberatung: Prof. Dr. K. Inderthal (B 133, T. 29075)
Lehramtsstudiengänge
L 1: Prof. Dr. W. Kluge (B 212, T: 29100)
L 2: Prof. Dr. W. Gast (B 209, T: 29115)
L 3: Prof. Dr. H. Ramge (B 107, T. 29040)
L 5: Prof. Dr. C. Gansel (B 208, T. 29145)
Andere Studiengänge
Magister:
Prof. Dr. G. Kurz (B 130, T. 29070)
Dr. Pott (B 132, 29084)
S. Wodianka (C 28, T. 29098)
Allgemeine
und Vergleichende
Literaturwissenschaft:
Prof. Dr. Ch. Lubkoll (B 137, T. 29074)
Angewandte
Sprachwissenschaft und
Computerlinguistik
Prof. Dr. H. Lobin (D 412, T. 29050)
Deutsch als Fremdsprache (DaF): Prof. Dr. D. Rösler (B 203, T. 29125)
Drama,
Theater, Medien:
Prof. Dr. E. Leibfried (B 138, T. 29073)
A. Hammer (B 156, T. 29077)
Text und Medien und Fachjournalistik: Prof. Dr. W. Gast (B 209, T. 29115)
Sonstige
germanistische
Bausteine
und Studienelemente:
Prof. Dr. G. Oesterle (B139, T. 29090)
A. Hammer (B 156, T. 29077)
Betreuung ausländischer Studierender: N.N.
Studienberatung außerdem durch die Fachschaft Germanistik (B 32)
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Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten:
1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),
2. einem Einführungsseminar und
3. einem Tutorium.
Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsveranstaltungen für das Sommersemester erfolgt am Dienstag, den 17.04.2000, um 8.00 Uhr im Hörsaal A2 über eine schriftliche Wahl. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit.Diese Wahl ist zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Sommersemester, nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder abmelden. Die Teilnehmerlisten der Einführungen mit Raumangaben hängen ab Donnerstag, den 19.04.2001, an den schwarzen Brettern in allen Instituten aus.
Einführung in die Literaturwissenschaft [Gemeinsame Ankündigung]
Ziel des Einführungskurses ist die Vermittlung einer möglichst breiten germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer Themen wird in die Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens eingeführt. Dazu gehören zunächst grundlegende Fertigkeiten wie Bücherkunde, Bibliographieren, Quellenerschließung, schriftliche Form wissenschaftlicher Arbeiten etc. Darüber hinaus werden folgende Bereiche behandelt: Beschreiben und Verstehen literarischer Texte; literarische Gattungen; Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung. Die Veranstaltung soll auch dazu beitragen, die eigenen Erwartungen und Interessen an ein Germanistikstudium zu reflektieren. Die Einführung wird mit einer – in allen Kursen identischen – Klausur abgeschlossen.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Einführungsseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Di 10-12, B 128 Beginn: 24.04.2001
Guido Naschert
Einführungsseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Di 10-12, B 31 Beginn: 24.04.2001
Prof. Dr. C. Gansel
Einführung in die Literaturwissenschaft/-didaktik
Einführungsseminar L1,2,5
Mi, 08.15-10, B210 Beginn: 17.04.01
Das Seminar dient der Einführung in Grundlagen der Literaturwissenschaft und -didaktik. Es werden die maßgeblichen Erzählkategorien sowie Methoden der Analyse wie Interpretation poetischer Texte diskutiert. Die Texte, an denen gearbeitet wird, gehören gleichermaßen zur KJL wie zur Allgemeinliteratur.
Dr. Martin Wachtel
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsseminar L1(WF),L2,L3,L5,MA,HF/NF
Di 10–12, B 24 Beginn: 24.04.2001
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Theorien, Begriffe und Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft.
Die TeilnehmerInnen sollen lernen,
- mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
- eigenständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Nach den einzelnen thematischen Blöcke haben Sie Gelegenheit, das Gelernte in Form von Übungen zu vertiefen und anzuwenden.
Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium.
Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
- Übungen zu elementaren Techniken wissenschaftlichen Arbeitens.
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Neuere Entwicklungen der Semantik
Vorlesung L1,L2,L3,L5,DaF,MA,Prom.
Mo 14–16, A 1 Beginn: 23.04.2001
Die Semantik (Bedeutungstheorie) beschäftigt sich mit der Bedeutung von sprachlichen Ausdrücken, z.B. Wörtern und Sätzen. Sie untersucht, in welcher Weise Sprecher/Schreiber und Hörer/Leser die Bedeutung von Wörtern und Sätzen nutzen, um das auszudrücken, was sie selbst meinen, und um das zu verstehen, was andere meinen. In dieser Vorlesung soll zuerst eine Einführung in Grundfragen der Semantik gegeben werden. Im weiteren Verlauf werden vor allem zwei Fragen näher betrachtet, die in der letzten Zeit die semantische Diskussion bestimmt haben: 1. Wie baut sich die Satzbedeutung aus der Bedeutung kleinerer Einheiten auf? (Das Problem der sog. Kompositionalität). 2. Wie beschreibt man die verschiedenen Verwendungsweisen von Ausdrücken und wie erklärt man den Zusammenhang dieser Verwendungsweisen? (Das Problem der Polysemie). Polysemie von Ausdrücken erzeugt oft Mehrdeutigkeit von Äußerungen und spielt deshalb eine wichtige Rolle beim Verstehen von Gesprächen und beim Interpretieren von Texten. Für alle Germanistinnen und Germanisten ist es nützlich, darüber etwas zu wissen. – Neben der Darstellung von Problemen und Konzeptionen der Semantik wird den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Vorlesung auch Gelegenheit zu eigenen Analyseübungen gegeben.
Prof. Dr. Henning Lobin
Grammatik und Grammatiktheorie im 20. Jahrhundert
Vorlesung L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF
Do 8–10, A 4 Beginn: 19.04.2001
In dieser Vorlesung soll die Entwicklung grammatiktheoretischer Konzeptionen im 20. Jahrhundert anhand von Originaltexten verfolgt werden. Schwerpunkte werden dabei die strukturalistischen Ansätze der dreißiger Jahre, die Dependenzgrammatik von den fünfziger bis in die achtziger Jahre sowie die drei Stufen der Generativen Grammatik (1957, 1965 und 1981) bilden. Ein wichtiger Aspekt der Vorlesung ist es weiterhin, Querbezüge zu weniger bekannten Grammatiktheorien herzustellen, um so ein einigermaßen vollständiges Bild über die Entwicklung im 20. Jahrhundert zu vermitteln, das im letzten Teil auch die unmittelbar in die Gegenwart wirkenden Theorien der achtziger und frühen neunziger Jahre berücksichtigen wird.
Prof. Dr. Hans Ramge
Sprache im Unterricht
Vorlesung L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF
Mi 10–12, A 4 Beginn: 18.04.2001
Sprechen ist die wichtigste Tätigkeit in den meisten Unterrichtsprozessen, typischerweise im Unterrichtsgespräch zwischen Lehrenden und Schülern/innen. Die Erforschung der 'Unterrichtssprache' gehört zu den pädagogisch-praxisorientierten Aufgaben einerseits, kann andererseits aber auch als Modell dienen für linguistisch-gesprächsanalytische Untersuchungen. Die Interessen richten sich dabei auf Gesamtstrukturen, Muster und Mikroanalysen gleichermaßen. Die Vorlesung will einen Überblick über die wichtigsten Verfahren und Erkenntnisse bieten, indem sowohl makrostrukturell orientierte Verfahren (wie z.B. Bellack u.a., Sinclair/Coulthard) als auch auf musterorientierte Analysen wie Aufgabenlösen, Erzählen/Berichten (z.B. Ehlich/Rehbein) und auf Mikrostrukturen wie Lob und Tadel, Korrekturhandlungen u.ä. bezogene Untersuchungen vorgestellt werden.
Der Besuch der Vorlesung wird besonders auch den Studierenden der Lehrämter L1, L2, L5 empfohlen, die in nächster Zeit den Sprach-Teil ihrer Prüfung bei mir ablegen wollen.
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Klaus-Peter Ulbrich, M.A.
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10–12, B 106 Beginn: 18.04.2001
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.
Das Seminar soll einen möglichst umfassenden Überblick über die Arbeitsgebiete und die Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft bieten und dadurch den TeilnehmerInnen die nötigen Grundlagen für den Besuch sprachwissenschaftlicher Proseminare vermitteln.
Dabei werden folgende ausgewählte Themen behandelt:
– Zeichentheorie
– Grundlagen der sprachlichen Kommunikation
– Pragmatik/Sprechakttheorie
– Textlinguistik/Gesprächsanalyse
– Grammatik/Grammatiktheorien
Die Erarbeitung der einzelnen Arbeitsgebiete wird jeweils mit entsprechenden Übungen abgeschlossen.
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar: Beginn: 17.04.2001
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.
Ziel des Seminars ist es, den TeilnehmerInnen einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,
– mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,
– selbständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Nach den einzelnen thematischen Blöcke sollen die TeilnehmerInnen das Gelernte in Form von Übungen vertiefen und anwenden.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Linguistische Analyse von Fernsehnachrichten
Proseminar L1,L2,L3,L5,DaF,MA,HF/NF
Di 10–12, B 106 Beginn: 17.04.2001
Das Seminar behandelt aus linguistischer Sicht die Grundstrukturen des Genres „Fernsehnachrichten“. Ziel des Seminars ist die Verbesserung der Fähigkeit zur Analyse von Nachrichtensendungen und -beiträgen und damit auch der Fähigkeit zum Lehren von Medienkompetenz. Untersucht werden sollen: unterschiedliche Nachrichtenformate, der Zusammenhang von Text und Bild, Themenstruktur in Nachrichtensendungen, das Berichten über Redeereignisse, (Un)Verständlichkeit von Fernsehnachrichten, Formen und Entwicklungstendenzen der Fernsehmachrichten.
Literatur: Manfred Muckenhaupt: Fernsehnachrichten gestern und heute. (Mit Videokassette). Tübingen: Gunter Narr Verlag 2000.
Daniel Kölligan, M.A.
Sprachwandel
Proseminar L3,MA,Prom.,HF/NF
Do 14–16, B 33 Beginn: 19.04.2001
Wie und warum verändert sich Sprache? Diesen beiden Fragen soll in diesem einführenden Seminar, das sich v.a. an Studierende philologischer Disziplinen richtet (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slavistik, Klassische Philologie usf.), nachgegangen werden. Dabei sollen allgemeine Prinzipien des Sprachwandels in den Bereichen Phonologie, Morphologie, Syntax und Semantik dargestellt und an Beispielen verdeutlicht sowie mögliche Faktoren, die Sprachwandel bewirken, diskutiert werden. Auch extreme Formen des Sprachwandels wie Pidginisierung, Kreolisierung und Sprachtod sollen betrachtet werden.
Ein Leistungsnachweis kann durch ein Referat erworben werden. Literatur wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.
Prof. Dr. Henning Lobin
Syntax und Morphologie
Proseminar MA,HF/NF
Mi 12–14, B 26 Beginn: 18.04.2001
In diesem Seminar sollen einige neuere Syntaxtheorien behandelt werden. Die neuere Syntaxforschung zeichnet sich dadurch aus, dass eine Integration von Aspekten der Semantik auf der einen Seite und der Morphologie auf der anderen Seite angestrebt wird. Dazu werden Repräsentationsverfahren benötigt, die die komplexen Beziehungen zwischen diesen linguistischen Beschreibungsebenen auszudrücken erlauben. Als ein Instrument, die Integration praktisch zu vollziehen, hat sich seit geraumer Zeit die Technik der Unifikation durchgesetzt, die inzwischen einige Grammatiktheorien so stark durchzogen hat, dass man auch von Unifikationsgrammatiken spricht. Das Seminar wird sich vor allem mit der Lexical Functional Grammar ausführlich beschäftigen. Der Schwerpunkt im Seminar liegt auf der praktischen Arbeit mit diesem Grammatikformalismus. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars sollten die Bereitschaft mitbringen, in Projektgruppen am Computer mit Hilfe einer speziellen Entwicklungsumgebung Grammatiken selbst zu entwickeln und auszutesten. Zu Beginn des Semester wird ein Reader mit relevanten Texten zur Verfügung gestellt.
Jan Lüsing, M.A.
Grundlagen der Kommunikationsanalyse
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Do 8–10, C 27 Beginn: 19.04.2001
Der Gebrauch der Sprache, die Sprachpraxis, läßt sich beobachten und beschreiben. Dialoge, Artikel, Aufsätze, Monographien u.a. bilden das empirische Ausgangsmaterial, das sich als eine spezifische Abfolge zusammenhängender, kommunikativer Elemente darstellt, je nachdem, was für ein Perspektive man wählt. Als eine besonders fruchtbare Perspektive hat sich die Betrachtung der Sprachpraxis als eine Art Spiel erwiesen. Innerhalb eines solchen Sprachspiels macht man einen Spielzug, indem man eine sprachliche Äußerung tätigt. Beispiele für solche Spielzüge sind: Grüßen, Vorwerfen, Entschuldigen, Behaupten, Bestreiten. Mit ihnen lassen sich verschiedene kommunikativen Aufgaben lösen. Durch das Inventar an Spielzügen und charakteristischen Spielverläufen von Partien lassen sich Textsorten wie Gebrauchsanleitungen, wissenschaftliche Kontroversen, Erzählungen, Gutachten usw. definieren. Bei der Wahl von Anschlußzügen folgt ein Spieler bestimmten Strategien und mit jedem Zug eröffnet und verbaut ein Spieler sich und seinen Mitspielern bestimmte Züge. Qualitätskriterien für Texte werden formuliert in Ratschlägen für erfolgreiche Partien.
Mit dieser Idee der Sprachspiele, ihren Stärken und Grenzen vertraut zu machen, ist Ziel des Seminars.
Literatur: Fritz, G.: Grundlagen der Dialoganalyse. In: Fritz, G./Hundsnurscher F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse; Tübingen 1994; S. 177-202.
Dr. Roland Mulch
Dialekt und regionale Sprachkultur im Westmitteldeutschen
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,HF/NF
Do 14–16, Phil. II, E 07 Beginn: 19.04.2001
Diese Einführung soll einerseits einen Überblick über den Forschungsstand der Dialektforschung in den letzten Jahrzehnten bieten, andererseits soll die Stellung und Verwendung der dialektalen Variante im gesellschaftlichen Kontext diskutiert werden.
In einem ersten Themenschwerpunkt erhalten die Teilnehmer Einsicht in Methoden und Ergebnisse der Dialektologie des Westmitteldeutschen. Ein zweiter Themenkomplex befasst sich beispielsweise mit Mundartliteratur (Autor[inn]en, Themen, Formen), Mundartpflege und Dialektverwendung.
Die Vergabe der Themen erfolgt in der ersten Seminarsitzung.
Prof. Dr. Hans Ramge
Spracherwerb
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF
Do 8–10, B 106 Beginn: 19.04.2001
Das Proseminar beschäftigt sich propädeutisch mit der Frage, wie es zu erklären ist, dass kleine Kinder so ungeheuer rasch und kreativ etwas so unheuer Schwieriges und Komplexes wie ihre Muttersprache lernen. Es wird im Seminar erarbeitet, welche Bedingungsfaktoren (vermutlich) in welcher Weise zusammenspielen und welche (theoretischen) Vorannahmen über 'Angeborensein' und 'Umwelt' dabei gemacht werden müssen. In diesem Zusammenhang wird erarbeitet, nach welchen Prinzipien und mit Hilfe welcher Prozeduren sich der Spracherwerb auf den verschiedenen sprachlichen Ebenen (Lauterwerb, Wortbildung, Bedeutungsentwicklung, Syntax, Pragmatik) im Wesentlichen vollzieht.
Der Besuch des Seminars wird besonders auch den Studierenden der Lehrämter L1, L2, L5 empfohlen, die in nächster Zeit den Sprach-Teil ihrer Prüfung bei mir ablegen wollen und dafür noch einen sprachwissenschaftlichen Leistungsnachweis benötigen.
Gerd Richter, M.A.
Methoden der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 8–10, B 106 Beginn: 18.04.2001
Dieses Seminar will einen Überblick über die Methoden der Sprachwissenschaft geben. Im ersten Teil soll anhand der Wissenschaftsgeschichte der Linguistik die Entwicklung der Methoden und Verfahren herausgearbeitet werden. Im zweiten – eher praktisch orientierten – Teil des Seminars sollen einzelne Methoden der heutigen Sprachwissenschaft, wie sie in verschiedenen Teildisziplinen angewendet werden, exemplarisch vorgestellt und kritisch diskutiert werden. Hierzu werden in einem ersten Schritt grundlegende Kenntnisse in der Wissenschaftstheorie und der empirischen Sozialforschung vermittelt. Im zweiten Schritt wollen wir nicht nur einige ‚quantitative‘ und ‚qualitative‘ Methoden, sondern auch Verfahren kennenlernen, die in der (empirischen) Sprachwissenschaft zur Anwendung kommen. Berücksichtigt werden hierbei nicht nur ‚genuin‘ linguistische Methoden und Verfahren, sondern auch sozialwissenschaftliche, die Eingang in die empirische Sprachwissenschaft gefunden haben.
Detailliertere Informationen zu diesem Seminar können Sie im Laufe der Semesterferien unter der URL http://www.uni-giessen.de/~g913/lehre.html abrufen.
LITERATUR: Bartschat, Brigitte: Methoden der Sprachwissenschaft. Von Hermann Paul bis Noam Chomsky. Berlin 1996. – Schlobinski, Peter: Empirische Sprachwissenschaft. Opladen 1996.
Dr. Jörg Riecke
Grundzüge der deutschen Sprachgeschichte
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,MA,Prom.
Do 10–12, G 25 Beginn: 19.04.2001
In diesem Proseminar geht es um die Entwicklung der deutschen Sprache von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wo und wann liegen diese Anfänge? Was verbindet das Deutsche mit den übrigen Sprachen und was ist dagegen "typisch deutsch"? Welche politischen und kulturellen Einflüsse haben die Anfänge begünstigt und wie hat sich schließlich unsere heutige Standardsprache aus diesen Anfängen heraus entwickelt? Zur Beantwortung dieser Leitfragen werden wir einerseits – beginnend mit der germanischen und vorgermanischen Zeit – ein chronologisches Gerüst erarbeiten, in dem die wesentlichen sprachlichen und außersprachlichen Faktoren aufeinander bezogen sind. Zum anderen wollen wir uns einzelne Bereiche genauer ansehen, etwa die Sprache Luthers am Beispiel der Schrift "Von Kaufshandlung und Wucher" (Weimarer Ausgabe 15, S. 293-313) und die Sprache Goethes am Beispiel eines Ausschnitts aus den "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten" (Weimarer Ausgabe 18, S. 191-222). Diese Texte sollten Sie zum Semesterbeginn schon gelesen haben. Im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen den folgenden Titel:
LITERATUR: C.J. Wells, Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990.
Prof. Dr. Rosemarie Rigol
Schrift: Geschichte – Struktur – Orthographie
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.
Fr 10–12, B 106 Beginn: 20.04.2001
Das Seminars ist mit den folgenden Themen befasst:
– das Verhältnis Sprache – Schrift, bezogen auf Organisation der Schrift, und die Schriftnorm (Orthographie), deren Fundierung in Phonologie und Grammatik;
– die Entwicklung der Schrift, vorgestellt an einigen Schriftbeispielen aus der Geschichte;
– das Problem Analphabetismus, innerhalb und außerhalb schriftkundiger Gesellschaften.
Leistungsnachweis : Schriftlich ausgearbeitetes Referat zum Themenbereich Geschichte oder Hausarbeit im Themenbereich Analphabetismus.
Literaturangabe und Referatthemen auf Anfrage.
Dr. Britt-Marie Schuster
Sprachvariation
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 14–16, E 6 Beginn: 23.04.2001
Tagtäglich machen wir die Erfahrung, daß unsere Sprachverwendung von vielen Einflußfaktoren abhängig ist. In der Sprachvariationsforschung wird versucht, diese Faktoren zu benennen und ihre jeweilige Tragweite zu bestimmen.
Im Seminar werden wir uns insbesondere mit geographischer (Dialekte und Stadtsprachen), sozialer (Soziolekte und Gruppensprachen, z.B. die Jugendsprache), situativer (code-switching), fachspezifischer (Fachsprachen) und individueller (Idiolekte) Sprachvariation auseinandersetzen. Ebenfalls thematisiert werden die Sondersprachen (z.B. Rotwelsch) und ihre Bedeutung.
Claudia Tamme
Deutsche Grammatik
Proseminar (Basisseminar)L1,L2,L3,L5, MA,DaF,HF/NF
Do 14–16, B 31 Beginn: 19.04.2001
Ziel dieses Seminars ist es, Grundkenntnisse in zentralen Bereichen der deutschen Grammatik und grammatischen Analysemethoden zu vermitteln. Außerdem werden verschiedene Beschreibungen der deutschen Grammatik gegenübergestellt.
Klaus-Peter Ulbrich, M.A.
Phonetik und Phonologie des Deutschen
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,DaF
Di 14–16, B 24 Beginn: 17.04.2001
Phonetik und Phonologie sind Wissenschaften, die sich mit den Lauten der gesprochenen Sprache befassen. Um diese adäquat beschreiben zu können, werden spezielle Lautschriften benötigt. Ziel dieses Seminars ist es, in das gebräuchlichste phonetische Alphabet (API) einzuführen. Am Beginn steht daher eine ausführliche praktische Phase mit Hör- und Schreibübungen. Daraufhin werden die sprachlichen Funktionen der Laute und ihre Klassifizierungen innerhalb des Systems der deutschen Sprache erörtert. Abschließend soll mittels Sprachproben von Kindern aufgezeigt werden, wie Sprachentwicklungsstörungen auf Lautebene zu erkennen sind, die einer therapeutischen Behandlung bedürfen. Zielgruppen des Seminars sind vor allem Studierende der Lehramtsstudiengänge. Es bietet keine Hilfestellung zum praktischen Erlernen einer besseren Aussprache des Deutschen.
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Prof. Dr. Gerd Fritz
Linguistische Erzähltheorie und Erzählanalyse
Hauptseminar L1,L2,L5
Do 16–18, B 106 Beginn: 19.04.2001
Anmeldung zum Seminar in der Zeit vom 15.02. – 18.04.2001 im Sekretariat (Raum B 112).
Das Erzählen spielt in unserem Leben und zurecht auch in den Lehrplänen der verschiedenen Schulstufen eine wichtige Rolle. Wir erzählen, um Erfahrungen auszutauschen, um uns zu unterhalten, um uns zu rechtfertigen usw. Dabei hängt die Form des Erzählens eng mit der jeweiligen Funktion zusammen. Mit den Formen und Funktionen alltäglichen Erzählens hat sich die linguistische Erzählforschung beschäftigt, auf deren Methoden und Ergebnisse sich das geplante Seminar stützt. Themen des Seminars sollen sein: 1. Grundstrukturen von Erzählkommunikationen, 2. Erzählen in unterschiedlichen Kommunikationssituationen, 3. Wie entwickeln sich die Erzählfähigkeiten von Kindern?, 4. Erzählen als Gegenstand des Schulunterrichts.
Voraussetzung für die Teilnahme sind Grundkenntnisse der linguistischen Kommunikationsanalyse.
Lektüre zum ersten Einstieg: Fritz, Gerd: Kohärenz. Grundfragen der linguistischen Kommunikationsanalyse. Tübingen 1982. (Kap. 9: Erzählen).
Prof. Dr. Henning Lobin
Informationstechnologie und Neue Medien
Hauptseminar L3,MA,Prom.
Di 14–16, B 26 Beginn: 17.04.2001
Der Erfolg des World Wide Web ist im Wesentlichen dadurch zu erklären, dass die Strukturierung der darin vermittelten Informationen offenen Standards unterliegt. Die Hypertext Markup Language (HTML) bildete den Grundstein für diese Entwicklung, inzwischen ist im Umfeld des für die Standardisierung zuständigen World Wide Web Consortium eine ganze Familie von Standards entstanden, die beinahe jeden Aspekt der textorientierten, hypermedialen Informationstechnologie abdecken.
In dem Hauptseminar sollen die wichtigsten Vertreter dieser Familie von Standards im Original gelesen und in ihren gegenseitigen Zusammenhängen betrachtet werden. Die Behandlung jedes Standards wird durch praktische Übungen flankiert, weshalb von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern in jedem Fall eine aktive Mitarbeit erwartet wird. Vorkenntnisse im Umgang mit HTML und XML sind erforderlich.
Die verwendeten Texte werden über die Web-Seite des Seminars zur Verfügung gestellt.
Prof. Dr. Hans Ramge
Sprache in Institutionen
Hauptseminar L2,L3,L5,MA
Do 10–12, B 106 Beginn: 19.04.2001
Der Sprachgebrauch in sozialen Situationen variiert auf Grund ganz verschiedener Einflussfaktoren. Gespräche, die sich in institutionell definierten Räumen wie Schule, Gericht, Behörde, Krankenhaus vollziehen, sind von den kommunikativen und gesellschaftlichen Zwecken dieser Institutionen auf allen Ebenen geprägt. Andererseits reproduzieren sie nicht nur diese institutionellen Bedingungen, sondern vermögen sie auch (in gewisser Hinsicht) zu suspendieren und perspektivisch zu verändern.
Im Seminar soll – nach einer Diskussion engerer und weiterer 'Institutions'-Konzepte – in einer Reihe von Muster- und Fallanalysen gezeigt werden, wie diese Mechanismen funktionieren. Dabei stehen BERATUNGEN (als linguistisch beschreibbare Handlungsform) in ihren institutionellen Ausprägungen und Spielarten im Mittelpunkt.
Eigene Aufnahmen und Auswertungen von Gesprächen sind erwünscht.
Prof. Dr. Gerhard Kurz / Prof. Dr. Hans Ramge
Stiluntersuchungen zu Goethes „Leiden des jungen Werthers“
Oberseminar L3,MA,Prom.
Di 8–10, B 128 Beginn: 24.04.2001
Die besondere Bedeutung dieses Romans lag und liegt nicht nur in seiner thematischen Brisanz, sondern auch in seiner textlichen und stilistischen Form. Daher wollen wir in diesem Seminar die beiden Fassungen des Romans einschließlich der Quellen und Vorlagen im Hinblick auf sprachliche und ästhetische Eigenschaften und Veränderungen untersuchen. Zugrundegelegt wird die Edition der beiden Fassungen des Romans von M. Luserke im Reclam-Verlag (Nr. 9762).
Dr. Jörg Riecke
Sprachgeschichte in Sprachgeschichten
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.
Di 16–18, B 106 Beginn: 17.04.2001
In diesem Hauptseminar werden zwei Ziele verfolgt. Zum einen soll ein vertiefter Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache und ihrer einzelnen Etappen erarbeitet werden. Die Behandlung wesentlicher Einschnitte und Veränderungen soll zu einem Gesamtbild der strukturellen Entwicklungstendenzen der deutschen Sprache und der sie beeinflußenden außersprachlichen Faktoren hinführen. In einem zweiten Schritt soll festgestellt werden, auf welche Weise in den Sprachgeschichten des Deutschen diese Sprachgeschichte dargestellt wird. Welche – unterschiedlichen – Schwerpunkte werden gesetzt, wie sind diese Darstellungen etwa hinsichtlich ihrer Verständlichkeit, ihrer didaktischen Brauchbarkeit und ihrer methodischen Grundannahmen zu beurteilen? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen je eine Sprachgeschichte genauer untersuchen und in Form einer kritischen Besprechung im Seminar vorstellen. Die Themen können ab sofort in der Sprechstunde vergeben werden. Eine erste Grundlage bietet:
C.J. Wells, Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990.
Dr. Britt-Marie Schuster
Deutsche Sprache in der Frühen Neuzeit
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 10–12, E 6 Beginn: 23.04.2001
Sprachgeschichtlich ist die Frühe Neuzeit der Sprachepoche des Frühneuhochdeutschen zuzurechnen. Das Seminar wendet sich schwerpunktmäßig den folgenden Themen zu:
– der Vereinheitlichung von überregionalen Schreib- und Texttraditionen, die in diesem Zeitraum kontinuierlich fortgesetzt wird (z.B. durch Reformation und Bauernkrieg),
– der Entstehung neuer Texttypen (z.B. Zeitungen) und dem Ausbau privater Schriftlichkeit (z.B. Privatbriefe, Kalender oder Tagebücher),
– der Entwicklung der Fach- und Wissenschaftssprachen (z.B. Handwerkertexte, medizinische Schriften),
– der Sprachpflege, die im 16. Jh. begonnen und dann im 17. Jh. systematisch fortgeführt wird.
Ziel des Seminars ist es, die wichtigsten sprachgeschichtlichen Entwicklungen aufzuzeigen und in Fragen der historischen Sprachbetrachtung und des Sprachwandels einzuführen. Die Bereitschaft, Quellentexte auszuwerten, wird vorausgesetzt.
Prof. Dr. Fritz Vahle
Sprache und Bewegung – Reflexionen und Übungen zur leiblichen und sprachlichen Beweglichkeit
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.
Mo 10–12, B 9 Beginn: 23.04.2001
In diesem Seminar werden Elemente einer bewegungsorientierten Sprachauffassung dargestellt und in praktischen Beispielen vermittelt. Die gängige Sprachauffassung (Sprache als System sprachlicher Zeichen, Konventionalität des sprachlichen Zeichens usw.) muß gerade da ergänzt werden, wo es um die Entstehung von Sprache, den Zusammenhang von grobmotorischer und sprachlich-feinmotorischer Bewegung, um sprachliche Kreativität und heilpädagogische Verwendung von Sprache geht. Sprache ist in diesem Sinne ein motorisch-kognitiv spezialisiertes Verständigungs- und Vergeistigungsmedium, ein Zusammenhang von aufeinander verweisenden Spuren, ein fließendes Ensemble unterschiedlicher Sprachspiele. Dies erfordert nicht nur eine andere Erklärung von Sprache, sondern auch einen anderen Umgang mit ihr. Angesichts der pädagogischen Schwierigkeiten an unseren Schulen ist es dringend erforderlich, mehr Geist in den Bewegungsbereich (gegen rein körperliche Leistungsorientierung) und mehr Bewegung in den geistigen Bereich (gegen verkopfte und körperferne Lern- und Zeichenpraxis) zu bringen. Erste Schritte hierzu sollen im Seminar vorgestellt und selber erfahren werden.
LITERATUR: wird im Seminar bekanntgegeben.
Dr. Martin Wachtel
Konstruktionen von Wirklichkeit in den Massenmedien
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,HF/NF
Mo 16–18, B 106 Beginn: 23.04.2001
Ein großer Teil unseres Wissens über die Welt beruht nicht auf unmittelbarem Erleben und Handeln, sondern auf massenmedial angebotenen Sekundärinformationen. Die Meldungen, Kommentare und Bildangebote der Nachrichtensendungen, die Inhalte und die kaleidoskopische Struktur der Magazine, die Formen und Inhalte des Dokumentarfilms und der Reportage, aber auch die Realismus-Illusionen des ‘big brother’ und der vielfältigen ‘daily soaps’ sind Informationsquellen, die Rezipienten nutzen und zu einer Realitätsvorstellung integrieren. Die genannten, sehr unterschiedlichen Programm-Sparten, ihre Selektionsmechanismen, Präsentationsformen und Bilderwelten prägen so auch die Weltbilder ihres Publikums. Das Seminar wird Inhalte, Rollenkonfigurationen, Konventionen der Produktion und Präsentation, kurz die inszenatorische Aufbereitung dieser Wirklichkeitsangebote herausarbeiten. Im Zentrum der Seminararbeit stehen Produktanalysen einzelner Fernsehgenres aus den Programm-Sparten der Information und Unterhaltung.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Linguistisches Colloquium
Oberseminar L3,MA,Prom.
Di 14–16, B 106 Beginn: 17.04.2001
Im Linguistischen Colloquium sollen neue Entwicklungen der Textlinguistik diskutiert werden, u.a. Methoden der linguistischen Analyse von Online-Angeboten. Daneben sollen entstehende Dissertationen, Examens- und Magisterarbeiten vorgestellt und diskutiert werden. Auf Wunsch können auch Themen behandelt werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.
Prof. Dr. Hans Ramge
Examenskolloquium
Oberseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,HF/NF
Zeit und Raum n.V.
Im Examenskolloquium werden für die Kandidatinnen und Kandidaten, die im Sommersemester ihre Prüfung bei mir ablegen, Prüfungsschwerpunkte besprochen und in übergreifendere (linguistische) Zusammenhänge gestellt.
Dr. Martin Wachtel
Examenskolloquium
Oberseminar L1,L2,L5
Mo 18–20, B 106 Beginn: 23.04.2001
Im Examenskolloquium erhalten die Examenkanditaten und -kandidatinnen Gelegenheit, sprachwissenschaftliche Themen zu erarbeiten und zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen.
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Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Die Nibelungen – der Mythos vom Mittelalter bis zur Gegenwart
Vorlesung L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF,GH
Mo 8.30–10.00, A 3 Beginn: 23.04.2001
Der Mythos von den Nibelungen gehört zu jenen Mythen, die in Deutschland – aus je unterschiedlichen zeithistorischen Interessen – immer wieder rezipiert wurden. Die Vorlesung beschreibt einzelne Realisierungen des Mythos von der „Edda“ und dem „Nibelungenlied“ über die Romantik, Friedrich Hebbel, Richard Wagner, den Nibelungenfilm Fritz Langs bis hin zum neuen Mediävalismus der Gegenwart und fragt nach den jeweiligen zeithistorischen Schwerpunkten und Interessen der Mythenrezeption. Auf diese Weise wird ausschnitthaft auch ein Einblick in die Mentalitätsgeschichte der Deutschen, insbesondere des deutschen Bildungsbürgertums und seiner Erinnerungskultur vermittelt.
Zur Vorbereitung empfehle ich: Otfrid Ehrismann: Nibelungenlied. Epoche – Werk – Wirkung. München 1987 (vergriffen) – Die Nibelungen. Hrsg. v. Joachim Heinzle u. Anneliese Waldschmidt. Frankfurt a.M. 1991.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur: Politische Lieder Walthers von der Vogelweide
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,DaF
Do 8.30–10.00, B 33 Beginn: 19.04.2001
Das Seminar führt anhand der Übungseinheiten „Chronologie“, „Sprachgeografie, Konsonantismus – Die II. Lautverschiebung“, „Geregelter Lautwechsel und Lautwandel im Vokalismus“, „Konjugation – Der Ablaut“, „Deklination und Steigerung“, „Metrik“ und „Zur Dichtung um 1200“ in die Grundlagen der Mediävistik ein. – Als Textgrundlage sind politische Lieder des bedeutendsten Lyrikers des Mittelalters, Walther von der Vogelweide (ca. 1170 bis ca. 1230), gewählt. Walther nimmt darin zu allgemeinen politischen und ethischen Fragen, zugleich auch zu ganz konkreten politischen Fakten Stellung, so dass Sie neben der Einführung in Sprache und Literatur auch in die Grundzüge der politischen Geschichte um 1200 („Staufer versus Welfen“) eingeführt werden.
Für die Einführung in die Mediävistik erhalten Sie zu Beginn der ersten Stunde ein Skript (ca. 7,30 DM). Als Grundlage für die Lektüre benötigen Sie: Walther von der Vogelweide. Werke. Bd. 1: Spruchlyrik. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Hrsg. v. Günther Schweikle. Stuttgart: Reclam, 1994 (nur diese Ausgabe!).
Den Leistungsnachweis erhalten Sie nach dem regelmäßigem Besuch der Veranstaltung und einer bestandenen Klausur (Modell im Skript).
Bettina Hofmann-Käs
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung. Mittelhochdeutsche Lyrik - ein Überblick
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA,Prom.,HF/NF
Mo 13.30–15 Uhr, B 31 Beginn: 23.04.2001
Dieses Seminar setzt zwei gleichwertige Akzente, nämlich sowohl einen sprachhistorischen als auch einen literaturwissenschaftlichen. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt vermittelt. Gleichzeitig sollen die TeilnehmerInnen Kenntnisse über die mittelhochdeutsche Dichtung erlangen und zur Interpretation derselben befähigt werden. Als Textgrundlage dient uns in diesem Seminar die Reclam-Ausgabe Deutsche Gedichte des Mittelalters.Weder thematisch noch an einen bestimmten Autor gebunden werden Sie einen repräsentativen Überblick über die mittelhochdeutsche Lyrik von ihren Anfängen bis ca. 1500 bekommen. Das heißt, dass Sie im Laufe des Seminars verschiedene Dichter kennenlernen werden und auch alle Grundthemen der weltlichen Sangvers-Lyrik: Liebe, Religiöses, Moral, Ethik und Politik. Als Voraussetzung für den Erwerb eines qualifizierten Scheines dienen regelmäßige Teilnahme u. Mitarbeit sowie das Bestehen der Klausur am Seminarende.
LITERATUR: Deutsche Gedichte des Mittelalters, Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, (Reclam) Stuttgart 1993.
Beate Martin
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur: Der Bauer in der deutschen Literatur des Mittelalters
Proseminar L1,L2,L3,L5,MA.,Prom.,HF/NF
Mi 14–16, B 106 Beginn: 18.04.2001
In vielen mittelalterlichen Liedern, Schwänken und Erzählungen findet sich die Figur des groben und ordinären Bauern, der häufig dem maßvoll handelnden, schönen und tugendhaften Ritter gegenübergestellt wird.
Anhand ausgesuchter Texte aus Heinrich Wittenwilers „Ring“, den Liedern Neidharts und dem „Meier Helmbrecht“ werden wir uns näher mit der Rolle des Bauern als Gegenentwurf zu höfischen Tugend- und Schönheitsvorstellungen beschäftigen.
LITERATUR: Grundlage für die Klausur ist das Skript zum Proseminar, das Sie in der ersten Sitzung erwerben können.
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Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Das Nibelungenlied
Hauptseminar
L3,MA,Prom. (für andere nur nach Besuch eines mediävistischen
Proseminars)
Mo 12–14, B 106 Beginn: 23.04.2001
Ergänzend zur Vorlesung, aber nur auf den mittelalterlichen Text bezogen. – Das „Nibelungenlied“ gehört zu den besten und am meisten gelesenen Texten des Mittelalters. Anhand der Seminar-Lektüre und einzelner Referate wird die Kunst seiner Interpretation vermittelt. Die Referate befassen sich mit den aktuellen Fragen der Forschungsliteratur und mit der Präsentation einzelner zentraler Textstellen.
In Bezug auf den Leistungsnachweis unterscheide ich: (1) Teilnahmeschein (Anfertigung eines leichteren Referats); (2) Leistungsnachweis im eigentlichen Sinne (Anfertigung eines anspruchsvolleren Referats oder einer Hausarbeit).
Den Leistungsnachweis erhalten Sie nach dem regelmäßigen Besuch der Veranstaltung und der Anfertigung eines Referats oder einer Hausarbeit.
Als Grundlage für die Lektüre benötigen Sie: Das Nibelungenlied. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Hrsg. v. Siegfried Grosse. Stuttgart: Reclam, 1997 (nur diese Ausgabe!).
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Examenskolloquium
Oberseminar L3,MA,Prom. (andere nach vorheriger Absprache)
Mo 14–16, B 106 Beginn: 23.04.2001
In diesem Seminar werden Sie auf das Staats- oder Magisterexamen (Sprachwissenschaft mit Schwerpunkt Mediävistik) vorbereitet. Teilnehmen kann also nur, wer ein solches Examen auch anstrebt und im mediävistischen Hauptseminar einen qualifizierten Leistungsnachweis erworben hat. Wenn Sie die Mediävistik als Prüfungsgebiet wählen, benötigen Sie drei Spezialgebiete, die Sie aus den Bereichen Epik (z.B. „Parzival“, „Nibelungenlied“, „Erec und Iwein“, „Tristan“), Lyrik (z.B. „Walther von der Vogelweide“, „Neidhart von Reuental“, „Oswald von Wolkenstein“, „Lyrik vor Walther“, „Lyrik neben Walther“), Rezeptionsgeschichte (z.B. „der Mythos von den Nibelungen“, „der Artus-Mythos“, „der Walther-Mythos“), historische Semantik (nach meinem Buch Ehre und Mut, Aventiure und Minne. Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter (München 1995)) oder Sprachgeschichte wählen können; in einem dieser Gebiete müssen Sie einen didaktischen Schwerpunkt (etwa nach Ina Karg: Und waz si guoter lêre wernt. Mittelalterliche Literatur und heutige Literaturdidaktik. Frankfurt a.M. 1998) setzen und Sie müssen mindestens einen sprachlichen Schwerpunkt wählen.
Im Seminar will ich versuchen, Ihnen ein wenig die Prüfungsangst zu nehmen, indem ich anhand Ihrer Kurzreferate und Textstellen zur historischen Semantik die Prüfungssituation simuliere. Die Teilnahme am Seminar soll Ihnen auch einen Überblick über das geben, was „man“ über die Spezialgebiete hinaus in der Mediävistik wissen sollte, um einen möglichst guten Abschluss zu erzielen.
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Georg Rehm, M.A.
Softwareentwicklung: Texttechnologie in der Praxis
Übung MA
Do 14–18, B 26 Beginn: 19.04.2001
Diese Veranstaltung schließt sich unmittelbar an den Kurs "Linux und Texttechnologie" (WS 2000/2001) an, der eine Voraussetzung für den Besuch dieser Übung ist.
In diesem Kurs werden die TeilnehmerInnen ein Semester lang ein text-technologisches Projekt erarbeiten: Ausgehend von einer Aufgabenstellung werden zunächst in Kleingruppen die einzelnen Module des Gesamtsystems (z.B. die Dokumenttyp-Definition, die Datenbank, Transformationsmechanismen etc.) konzipiert und implementiert. Diese Module sowie die eingesetzten Werkzeuge und Methoden werden der Gruppe regelmäßig in Kurzvorträgen vorgestellt und diskutiert, um das Zusammenspiel aller Teilkomponenten zu gewährleisten. Am Ende des Semesters wird eine Gesamtpräsentation des Vorhabens stattfinden, das abschließend auch schriftlich in Form eines Projektberichts dokumentiert werden soll.
Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Kurses wird die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit erwartet. Um eine frühzeitige Anmeldung per E-Mail an Georg.Rehm@uni-giessen.de wird gebeten.
Weitere Hinweise werden in den Semesterferien im World Wide Web unter der Adresse http://www.uni-giessen.de/~g91063/courses.shtml veröffentlicht.
Prof. Dr. Henning Lobin
Grammatik und Grammatiktheorie im 20. Jahrhundert
Vorlesung MA
Do 8–10, A 4 Beginn: 19.04.2001; Text siehe Deutsche Sprache, Vorlesungen.
Prof. Dr. Henning Lobin
Syntax und Morphologie
Proseminar MA
Mi 12–14, B 26 Beginn: 18.04.2001; Text: siehe Deutsche Sprache, Grundstudium.
Prof. Dr. Henning Lobin
Informationstechnologie und Neue Medien
Hauptseminar MA
Di 14–16, B 26 Beginn: 17.04.2001; Text: siehe Deutsche Sprache Hauptstudium.
Prof. Dr. Henning Lobin
Computerlinguistisches Kolloquium
Kolloquium MA
Di 16–18, G 25 Beginn: 17.04.2001
Gegenstand dieses Kolloquiums sind aktuelle Forschungsarbeiten aus dem Gebiet der Computerlingustik und Texttechnologie. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird erwartet, dass sie dazu durch die federführende Vorbereitung einzelner Themen beitragen.
Daniel Kölligan, M.A.
Sprachwandel
Proseminar L3,MA,Prom.,HF/NF
Do 14–16, B 33 Beginn: 19.04.2001; Text: siehe Deutsche Sprache, Grundstudium.
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Die einzelnen Veranstaltungen sind den drei folgenden Schwerpunkten zugeordnet: Theorie und Methoden der Literaturwissenschaft (a), Literatur und Geschichte (b) und ästhetische Theorie, Poetik, Literaturtheorie (c).
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Rhetorik, Poetik, Ästhetik im Überblick. Von Aristoteles bis zum New Historicism
Vorlesung (a, b, c) L1, L2, L3, Mag., Prom., DTM, HF, NF, GH, DaF
Mi 12–14, A 2 Beginn: 18.04.2001
Die Vorlesung kann keine umfassende, wohl aber eine überblicksorientierte Darstellung der seit der Antike diskutierten Grundannahmen der Dichtungstheorie geben. Nach einer kurzen Einführung in das System und die Geschichte der Rhetorik sowie der normativen, praktische Anweisungen erteilenden Poetik folgen Erörterungen fundamentaler Begriffe und Problemstellungen in ausgewählten historischen Kontexten: Nachahmung bzw. Wirklichkeitsdarstellung und Realismusdebatten; Kunst und Sinnlichkeit; Zwecke und Medien der Poesie; Autonomie der Kunst und Ästhetik; Kunst verstehen (Hermeneutik) oder nicht verstehen (Dekonstruktion); vernetzte Texte und Kulturwissenschaft (New Historicism).
Forschungsliteratur zu den wichtigsten Autoren, ihren Werken und den behandelten historischen Phasen wird in den jeweiligen Vorlesungen genannt. Zur Einführung seien die theoretischen und epochenspezifischen Artikel im Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft (Neubearbeitung des Reallexikons der deutschen Literaturgeschichte. 3. Auflage. Berlin: Verlag Walter de Gruyter) Bd. 1 [1997] und Bd. 2 [2000] empfohlen; einzusehen in der Instituts- bzw. Universitätsbibliothek.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Theorie und Geschichte des Tragischen und der Tragödie
Vorlesung (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DTM, HF/NF,Studium Generale
Do 14-16, A 3 Beginn: 19.04.2001
Die Vorlesung wird bei den Griechen beginnen und – vielleicht – bei Kroetz aufhören. Vielleicht: weil auch zu reflektieren ist, ob und wie in der Moderne Tragödie noch möglich ist. Nur deutsch kann man so etwas nicht machen: Blicke ins europäische Ausland (jedenfalls Frankreich und England) sind nötig, besonders auch, wenn einzelne Motive und Stoffe in ihren Abschattungen verfolgt werden (Iphigenie, Medea). Begleitet wird die Analyse der Dramen durch ein Referat der Theorie, mindestens von Aristoteles bis Hegel. Vorbereiten kann man sich, indem man die großen Tragödien, die zum abendländischen Kanon gehören, liest (Sophokles, Shakespeare, Goethe, Schiller, Hebbel).
Dr. Lothar Schneider
Novalis. Eine intellektuelle Biographie der Frühromantik
Vorlesung (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag. Prom., DTM
Mi 16-18, A 5 Beginn: 18.04.2001
Die Vorlesung gibt einen Überblick über Werk und Person Friedrich von Hardenbergs und eine Einführung in die poetologische, politische und wissenschaftliche Situation der Zeit.
LITERATUR: Als Werkausgabe empfohlen wird: Novalis: Werke. München: Beck 1987; an Sekundärliteratur aktuell sind: B. Wanning: Novalis zur Einführung. Hamburg 1996; Arctander O’Brien: Novalis. Signs of Revolution. Durham & London 1995; H. Uerlings: Friedrich v. Hardenberg, genannt Novalis. München: Metzler 1981.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Literatur des Exils 1933-45
Vorlesung (a, b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, GH
Mo 16-18, A 1 Beginn: 23.04.2001
Als Vorbereitung zu dieser Vorlesung empfehle ich: A. Kantorowicz: Politik und Literatur im Exil, dtv. Nr. 1280 (München 1983); als Grundlage: Deutsche Literatur im Exil 1933-1945. Texte und Dokumente, hg. v. M. Winkler, Reclam-Verlag Nr. 9865.
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Epochenzyklus VIII: Nachkriegsliteratur und Gegenwartsliteratur
Vorlesung (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, AVL, DTM, GH
Di 16-18, A 1 Beginn: 17.04.2001
Bitte beachten: Aus organisatorischen Gründen müssen die beiden letzten Vorlesungen des Epochenzyklus in umgekehrter Reihenfolge gehalten werden. Die Vorlesung 'Epochenzyklus VII: Moderne' wird auf das WS 2001/02 verschoben, die Vorlesung 'Epochenzyklus VIII: Nachkriegsliteratur und Gegenwartsliteratur' findet vorgezogen im SS 2001 statt.
Diese Überblicksvorlesung behandelt schwerpunktmäßig Ausrichtungen der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur von 1945 bis Mitte der 60er Jahre: Literaturpolitik und literarische Strömungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit bis 1949; die Spaltung in zwei deutsche Literaturen (westdeutsche und DDR-Literatur); die Gruppe 47; Differenzierungen und Wechselbezüge zwischen der österreichischen, schweizerischen und westdeutschen Literatur; gattungsspezifische Entwicklungen (Lyrik, Hörspiel, Theater, Romane der 50er und 60er Jahre); die Politisierung der Literatur in den 60er Jahren. Im zweiten Teil werden dann exemplarisch Tendenzen der Gegenwartsliteratur in den 70er, 80er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts diskutiert (Neue Innerlichkeit, Postmoderne, Literatur nach der Wende).
LITERATUR: Zur Vorbereitung empfehle ich: Barner, Wilfried u.a.: Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart. München 1994. Ein Vorlesungsprogramm wird zu Beginn der Vorlesung verteilt.
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Prof. Dr. Günter Oesterle
Ringvorlesung zum Graduiertenkolleg ‚Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext. Die ästhetische Erfindung der Moderne in Literatur, Bildender Kunst, Musik und Alltagskultur.’
Ringvorlesung (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DaF, DTM
Mo 18-20, A 4 Beginn: 23.04.2001
Prof. Dr. S. Ehlers / Prof. Dr. E. Leibfried / Prof. Dr. H. Lobin
Ringvorlesung: Germanistik und Beruf
Ringvorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, HF/NF – Studium Generale
Mo 18-20 (14tg.), A 1 Beginn: 30.04.2001
Die Vorlesung wird in Zusammenarbeit mit dem Arbeitsamt angeboten. Eingeladen zu Vorträgen werden Absolventen, die nach einem abgeschlossenen Studium der Germanistik eine Stelle in der Wirtschaft gefunden haben (Lektoren, Journalisten, ...); sie werden über die Berufspraxis berichten. - Bitte beachten Sie die aktuellen Ankündigungen in der Presse und auf Plakaten; zu Semesterbeginn wird ein genauer Zeit- und Themenplan ins Internet gestellt.
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Dorette Albrecht, M.A./ Dr. Christine Haug
Bibliographisches Wissen: der richtige Umgang mit literarischen Bibliographien, Nachschlagewerken, Handbüchern und Lexika
Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF
Mo 14-16, F 5 Beginn: 23.04.2001
Der schnelle zeit- und arbeitsökonomische Zugriff auf die relevante Literatur stellt einen nicht weniger wichtigen Arbeitsschritt für Ihre Hausarbeiten dar wie die schriftlichen Ausführungen selbst. Das Seminar bietet den Teilnehmern die Möglichkeit einer gründlichen Einarbeitung in die verschiedenen Typen von Bibliographien (Allgemeinbibliographien, Fachbibliographien, Zeitschriftenbibliographien, Literaturrecherche im Internet usw.), literarischen Handbüchern, Kommentaren und Lexika. Mit zahlreichen praktischen Übungen sollen Sie in eine sinnvolle Literaturrecherche eingewiesen werden, die sich eben nicht nur auf die elektronischen Datenbanken und Bibliothekssysteme beschränkt. Zudem werden wir uns sowohl mit der Geschichte der Bibliographien als auch beispielhaft mit der Bedeutung von literarischen Bibliographien für die Literatur- und Kulturgeschichte auseinandersetzen. Thematisiert werden auch grundlegende Fertigkeiten des literaturwissenschaftlichen Arbeitens. Das Seminar wird mit einer Klausur abgeschlossen.
LITERATUR: Grundlegend: Carl Paschek: Praxis der Literaturinformation Germanistik. Berlin 1999; Wolfgang Rasch: Gutzkow-Bibliographie. 2 Bde. Bielefeld 1998; Hansjürgen Blinn: Informationshandbuch deutsche Literaturwissenschaft. 3. neu bearb. u. erw. Aufl. Frankfurt 1994.
Stephanie Waldow
Einführung in die Literaturtheorie und Kulturwissenschaft
Proseminar (a) L3, Mag., DTM, NF, DaF, AVL
Di 14-16, C 26 Beginn: 17.04.2001
Das Seminar gehört zu den beiden Einführungsveranstaltungen im Fach ‚Komparatistik‘. In diesem Kurs werden in der ersten Hälfte am Beispiel ausgewählter Texte grundlegende Literaturtheorien behandelt: Hermeneutik, Rezeptionsästhetik, Strukturalismus, Dekonstruktion sowie Intertextualitätstheorien. Im zweiten Teil werden kulturwissenschaftliche Ansätze besprochen, die auch für die Literaturwissenschaft von Nutzen sein können: Psychoanalyse, Kultursemiotik, Diskursanalyse, Mentalitätengeschichte, New Historicism, Gender Studies und Medientheorie. Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in die Methodendiskussion innerhalb der Literaturwissenschaft zu vermitteln und in genauer Textlektüre zentrale Aspekte der einzelnen Ansätze herauszuarbeiten. Das Seminar steht – soweit die Teilnehmerzahl nicht zu hoch ist – auch all denjenigen offen, die sich für ‚Theorien‘ interessieren.
Dr. Andreas Hoeschen
Wilhelm Meisters Lehrjahre: Modellroman und poetologische Kritik
Grundlagenseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, NF, DaF
Do 18-20, B 33 Beginn: 19.04.2001
„Sie sprachen viel herüber und hinüber, und endlich war folgendes ungefähr das Resultat ihrer Unterhaltung: [...] Der Roman muß langsam gehen, und die Gesinnungen der Hauptfigur müssen [...] das Vordringen des Ganzen zur Entwicklung aufhalten“. Derart im Werk selbst über sein poetologisches Muster belehrt, fällt es schon leichter, der nicht immer sehr spannungsreichen Handlung zu folgen. Im Seminar soll durch eine Analyse der Figurenkonstellationen, Personen- und Wirklichkeitsdarstellung ein Zugang zu dem kanonischen ‚deutschen Bildungsroman‘ erarbeitet sowie anhand zeitgenössischer Kritiken der Lehrjahre ein Überblick der romanpoetologischen Auseinandersetzungen von 1800–1830 erreicht werden.
LITERATUR: Johann Wolfgang Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre. Stuttgart 1982 (Reclam UB 7826). - Friedrich Schlegel: Kritische und theoretische Schriften. Stuttgart 1978 (Reclam UB 9880) - Ein Ordner mit weiteren ausgewählten Kritiken wird bei Semesterbeginn zur Verfügung stehen.
Dr. Joachim Jacob
Theorie der Metapher
Grundlagenseminar (a) L3, Mag., Prom., DaF, AVL
Mi 8.30-10, B 128 Beginn: 18.04.2001
Unter den zahlreichen rhetorischen Stilfiguren kommt der Metapher eine besondere Bedeutung zu. Denn über die Zweckbestimmung des ‚bildlichen’, ‚uneigentlichen’ Redens hinaus, das Gemeinte anschaulich zu illustrieren, ist die eigentümliche Kreativität, die dem metaphorischen Sprechen zu eigen ist, als Inbegriff des poetischen Ausdrucks überhaupt aufgefaßt geworden. Sind demzufolge Metaphern Grundlage der Poesie, kann entsprechend Metapherntheorie auch als eine gute Einführung in Literaturtheorie dienen. Gegenstand des Seminars sind zunächst zentrale Texte aus der Theoriegeschichte der Metapher (Aristoteles, Nietzsche, Blumenberg, Black, Ricoeur, De Man). Korrespondierend dazu sollen Äußerungen zum Problem der Metapher von Dichtern selbst sowie einschlägige literarische Beispiele zur Praxis der Metapher herangezogen und analysiert werden.
LITERATUR: Anselm Haverkamp (Hrsg.), Theorie der Metapher, Darmstadt 21996 [Zusammenstellung der wichtigsten neueren Positionen]. - Klaus Müller-Richter und Arturo Larcati (Hrsg.), Der Streit um die Metapher. Poetologische Texte von Nietzsche bis Handke, Darmstadt 1998 [Textsammlung mit einleitenden Kommentaren]. - Zur einführenden Lektüre empfohlen: Gerhard Kurz, Metapher. Allegorie. Symbol, Göttingen 41997, bes. S. 7-27.
Prof. Dr. Klaus Inderthal
Novelle
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.
Mo 14-16, B 128 Beginn: 23.04.2001
Geschichte und Poetik der Novelle sollen erörtert werden aufgrund von Einzelinterpretationen zu Novellen von Goethe bis ins 20. Jahrhundert.
LITERATUR: H. Aust, Novelle, Stuttg. 1990. - K. O. Pohlheim, Theorie und Kritik der deutschen Novelle von Wieland bis Musil, Tübingen 1970. - H. Schlaffer, Poetik der Novelle, Stuttgart 1993.
Sprechstd.: Mo, 13-14 Uhr, Feriensprechstd.: nach tel. Vereinbarung.
Guido Naschert
Das Totengespräch
Proseminar (a, b, c) L3, Mag., Prom, DTM, AVL
Di 16-18, C 30 Beginn: 17.04.2001
Gegenstand des Seminars sind literaturtheoretische, historische und topische Aspekte der literarischen Sondergattung des Totengesprächs, die im ersten Teil von ihren antiken Anfängen bei Lukian über Fontenelle, Fassmann, Wieland, Goethe bis zu Grillparzer, Mauthner und Arno Schmidt verfolgt werden soll. Mit der überblicksartigen Kenntnis dieser Tradition läßt sich im zweiten Teil der Schritt über die Gattungsgrenzen hinaus machen und die Vorstellung eines dialogischen Verhältnisses zur Vergangenheit als ein grundlegendes, aber auch angreifbares hermeneutisches Modell betrachten. Auf diesem Wege wird in eine Reihe von aktuellen Fragestellungen der Literaturtheorie eingeführt: Gattungsfragen; Dialogtheorie; das Verhältnis von Schrift und Gespräch; Begriffe wie Tradition, Weltliteratur und Kanon; Intentionalität und Autorschaft. Je nach Interesse und Kenntnisstand können auch Erscheinungsformen des Gesprächs mit den Toten außerhalb der Literatur (etwa in der bildenden Kunst) einbezogen werden. In der ersten Sitzung (Anmeldung & Referatsvergabe) wird das selten angebotene, aber äußerst spannende Seminarthema ausführlich vorgestellt.
LITERATUR: St. Greenblatt: Verhandlungen mit Shakespeare. Innenansichten der englischen Renaissance. Berlin 1990 (Einleitung). – U. Japp: Rekapitulation der Weltliteratur. Arno Schmidts Totengespräche, in: DVjS 71 (1997), S. 164-177. – J. Rutledge: The Dialogue of the Dead in Eighteenth-Century Germany. Bern, Frankfurt/M. 1974. – H. Schelle: [Art.] Totengespräch, in: Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte IV (1984), Sp. 475-512.
Christina Dongowski
Statuenliebe. Stationen des ästhetischen und poetischen Diskurses über die Antike 1750–1830: Winckelmann, Lessing, Herder, Goethe, Heinse, Eichendorff, Heine
Proseminar (b) L3, Mag., Prom., DTM, NF, DaF
Mo 10-12, B 33 Beginn: 23.04.2001
Winckelmann ‚erfindet‘ mit der „edlen Einfalt und stillen Größe der griechischen Meisterwerke“ nicht nur die moderne Kunstgeschichte und Archäologie, vor allem setzt er ein ästhetisches und poetisches Faszinosum in die Köpfe deutscher Gelehrter und Schriftsteller, die antike Statue. Von aufklärerischen und klassizistischen Theoretikern wird sie als ideales Kunstwerk bzw. als ideale Humanität diskutiert. In ihr scheint die Versöhnung von Geist und Körper gelungen. Für romantische Schriftsteller schlägt das klassische Ideal ins Gegenteil um: Die antike Statue, nun exklusiv weiblich, wird zum fatalen Objekt erotischer Obsessionen und richtet reihenweise hoffnungsvolle Jünglinge zugrunde. Im Seminar soll diesem Weg der antiken Statue vom idealen Objekt klassizistischer Ästhetik zur romantischen Projektionsfigur bildungsbürgerlicher Phantasien nachgegangen werden. Die klassischen germanistischen Epochenbegriffe Klassik und Romantik werden dabei ebenso gestreift wie die Gattung Beschreibungsliteratur und Fragen nach dem Körper als kulturellem Produkt.
LITERATUR: J. J. Winckelmann: Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke in der Malerei und Bildhauerkunst (RUB). - ders.: Laokoon-Beschreibungen, in: Pfotenhauer/Bernauer/Miller (Hgg.): Frühklassizismus. Position und Opposition: Winkelmann, Menges, Heinse. Frankfurt a.M. 1995, S. 186-191. - J. G. Herder: Plastik (1778); J. W. Goethe: Über Laokoon (beides in: Pfotenhauer/Sprengel (Hgg.): Klassik und Klassizismus. Frankfurt a.M. 1995. - G. E. Lessing: Laokoon. Oder über die Grenzen der Malerei und Poesie (RUB). - W. Heinse: Ardinghello (RUB). - J. v. Eichendorff: Das Marmorbild (RUB). - H. Heinse: Florentinische Nächte und Elementargeister (in: Sämtliche Werke).
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Klassische Tragödien
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, HF, NF
Mo 14-16, B 9 Beginn: 23.04.2001
Quasi begleitend zur Vorlesung ‚Theorie und Geschichte des Tragischen und der Tragödie‘ werden einzelne Tragödien und Trauerspiele einer genaueren Betrachtung unterzogen. Zunächst soll der klassische Kanon beachtet werden: Sophokles, König Ödipus, Antigone; Shakespeare, Hamlet, Lessing, Emilia Galotti, Schiller, Don Karlos, Hebbel, Maria Magdalena. Zu dieser Veranstaltung wird ab Mitte Februar ein detaillierter Sitzungsplan mit Lektürehinweisen im Internet stehen (www.uni-giessen.de/~g929).
Dr. Barbara Thums
Goethes Wilhelm Meisters Wanderjahre
Proseminar (b, c) L3, Mag., DTM, NF, DaF
Do 10-12, B 24 Beginn: 19.04.2001
Während sich die Theatralische Sendung als Theaterroman beschreiben läßt und die Lehrjahre paradigmenbildend für die Gattung des Bildungsromans wurden, fällt eine angemessene Beschreibung der Wanderjahre als dem letzten Projekt des Gesamtkomplexes der ‚Wilhelm-Meister‘-Romane schwer. Die Wanderjahre sind ein heterogenes Textgefüge, das die ästhetischen Entwürfe um 1800 reflektiert und mit dem Konzept der Entsagung auf die traumatisierenden Erfahrungen der Französischen Revolution reagiert. Derart wurden sie beschrieben als „Dokument der Schwierigkeiten, die der Roman-Autor Goethe mit der Erzählung der Lebensgeschichte eines modernen Subjekts, eines Bürgers der neu entstehenden Welt hatte” (Neumann). Wer Lust hat, sich anhand dieses Textes mit gattungstheoretischen Fragestellungen, mit unterschiedlichen Konzepten von Autorschaft und Subjektivität zu beschäftigen, sei herzlich eingeladen.
LITERATUR: Gerhard Neumann: Kommentar zu ‚Wilhelm Meisters Wanderjahren‘. In: Johann Wolfgang Goethe: Sämtliche Werke – Briefe, Tagebücher und Gespräche. Bd. I,10. Hg. v. Gerhard Neumann und Hans-Georg Dewitz. Frankfurt/Main 1989.
PD Dr. Carola Hilmes
Publikationsbedingungen für Schriftstellerinnen zwischen 1770 und 1830
Proseminar (b, c) alle Studiengänge (außer AVL)
Mo 16-18, B 24 Beginn: 23.04.2001
Was schreiben Frauen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts und welche Regeln (Möglichkeiten und Restriktionen) der Publikation gibt es für ihre Werke? Diese Fragestellung soll im Seminar an ausgewählten Fällen erörtert werden. Der Bogen ist dabei zu spannen von dem damals wohl bekanntesten Werk einer Frau, dem Briefroman Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771) von Sophie von La Roche, zu Therese Hubers literarischem Engagement; sie war ja nicht nur Schriftstellerin, die lange unter dem Namen ihres Mannes publizierte, sondern auch Redakteurin von Cottas neugegründetem Kunst-Blatt und vom Morgenblatt (seit 1817). In diesem Zusammenhang interessiert nicht zuletzt die Frage, welche Rolle die Schriftstellerinnen in der literarischen Öffentlichkeit spielten; ein besonderes Augenmerk soll dabei den Dramatikerinnen gelten. Auch das eigene Selbstverständnis der Literatinnen gilt es jeweils zu berücksichtigen.
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Susanna Lulé
Musik in der Literatur um 1800
Proseminar (b, c) L3, Mag., AVL, DTM
Mi 10-12, B 9 Beginn: 18.04.2001
Die Idee des Musikalischen bildet eine Art Leitmodell der ästhetischen Reflexion um 1800. In literarischen Texten spiegelt sich dies in vielfacher Weise: das Zeichensystem der Musik wird thematisiert als Utopie einer rein poetischen Aussageform; Musiker erscheinen als Prototypen eines romantischen Künstlertums; musikalische Strukturen werden zum Vorbild für die poetische Produktion.
Das Seminar erarbeitet diese Zusammenhänge in drei Schritten. Zunächst werden verschiedene Facetten der Thematisierung von Musik anhand folgender Musikernovellen untersucht: Wackenroder, Berglingernovelle; Brentano/Görres, BOGS der Uhrmacher; Kleist, Die Heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik; E.T.A. Hoffmann, Ritter Gluck. Anschließend stehen poetologische bzw. musikästhetische Reflexionen E.T.A. Hoffmanns im Zentrum (Rezension zu Beethovens fünfter Sinfonie; Der Dichter und der Komponist). Schließlich soll an einzelnen Beispielen diskutiert werden, in welcher Weise musikalische Strukturen in literarischen Texten fruchtbar gemacht werden (Hoffmann, Kreisleriana; Tieck, Die schöne Magelone, Oper als ästhetisches Modell).
LITERATUR: Carl Dahlhaus, Die Idee der absoluten Musik. – Eine ausführliche Leseliste ist ab Mitte Februar im Sekretariat von Frau Weimer erhältlich (Raum G 32).
Dr. Bettina Bannasch / Sanne van der Ouderaa
Gespräche über Kunst
Proseminar (b, c) alle Studiengänge
Mi 14-18 (14tg.), B 128 Beginn: 18.04.2001
Im Mittelpunkt des Seminars steht das Galerieerlebnis in der Literatur um 1800. Die Texte dieser Gattung markieren einen Wandel des Verhältnisses vom Betrachter zum betrachteten Kunstwerk: Als emphatische Erlebnis-Berichte wenden sie sich ebenso gegen die rhetorische Bildauffassung des 17. Jahrhunderts wie gegen die werkzergliedernde Analyse moderner Kunstbetrachtung. Im Zentrum des Seminars soll daher nicht so sehr die Frage „Inwiefern Kunstwerke beschrieben werden können?“ (Moritz) stehen. Vielmehr werden wir versuchen herauszufinden, von welcher Qualität die ästhetischen Erfahrungen sind, die hier beschrieben werden. Gelesen werden Texte von Diderot, Goethe, Richardson, Wackenroder, Schlegel, Heinse, Moritz, Forster, Carus, Merck und Burckhart. Das Seminar wird sich auf die Analyse von literarischen Texten beschränken, dennoch versteht es sich von seiner Fragestellung her als interdisziplinär; die Teilnahme von Studierenden der Kunstgeschichte wird daher ausdrücklich begrüßt.
LITERATUR: Zur Einführung in die Thematik wird der Aufsatz von Klaus Herding empfohlen: ”...Woran meine ganze Seele gesogen...”. Das Galerieerlebnis - eine verlorene Dimension der Kunstgeschichte?. In: Kunst und Kunsttheorie 1400-1800, hg. v. Peter Ganz u.a. Wiesbaden 1991, S. 257-286.
Roland Borgards
Georg Büchner
Proseminar (b, c) alle Studiengänge
Mi 14-16, B 33 Beginn: 18.04.2001
In Büchners Texten kreuzen sich die Linien von Politik, Ästhetik und Anthropologie. Das heißt erstens: politisches Handeln ist immer durchdrungen von ästhetischen Formen, mal mit restaurativem, mal mit subversivem Effekt. Und das heißt zweitens: der Ort der Politik ist der Mensch in seiner psychischen und physischen Verfaßtheit; Menschen machen nicht einfach Politik, sondern werden von der Politik gemacht. Im Seminar wollen wir Büchners politische Ästhetik bzw. anthropologische Politik vor allem in seinem Revolutionsdrama Dantons Tod und der Erzählung Lenz verfolgen. Neben den Themen des Körpers, der Macht, der Medizin und des beständigen Rückbezugs auf das Denken des 18. Jahrhunderts soll es dabei auch um die in Büchners Fall besonders schwierige Frage der Editionswissenschaft gehen. Teilnahmevoraussetzung ist die möglichst komplette Lektüre von Georg Büchner, Werke und Briefe. Münchner Ausgabe, hg. v. K. Pörnbacher u. a., dtv klassik, München 1988 (neueste Auflage 1999, zur Anschaffung empfohlen) vor Seminarbeginn.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Prosa und Lyrik bei Droste-Hülshoff
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF
Di 14-16, B 31 Beginn: 17.04.2001
Das Werk der Droste ist philologiekritisch (ihre Familie übte u. a. eine Art Zensur aus!), rezeptionsgeschichtlich (im Kulturkampf wurde sie als „katholische Dichterin“ vereinnahmt) und poetologisch (sie widersetzte sich erfolgreich in „ganz veraltete Formen (...) zurückgeschraubt“ zu werden) hochinteressant. Auf Grund der Forschungslage lässt sich das Widersprüchliche an ihrer „Schauer-Poetik“ herausarbeiten. Das Seminar wird sich auf Die Judenbuche, die Westphälischen Schilderungen, die Balladen und Verserzählungen konzentrieren.
LITERATUR: Ronald Schneider: Annette von Droste-Hülshoff. Zweite Auflage. Stuttgart 1995 (Saumburg/Metzler). - Walter Gödden: Annette von Droste-Hülshoff. Leben und Werk. Eine Dichterchronik. Bern 1994 (Peter Lang). - Walter Gödden: Die andere Annette. AvDH als Briefschreiberin. Paderborn 1991. – Sämtliche Werke in zwei Bänden. Hrsg. von Bodo Plachta und Winfried Woesler. Frankfurt/M. 1994.
Dr. des. Udo Roth
Mesmerismus, Somnambulismus, Hypnose – und Literatur
Proseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DTM, AVL
Do 14-16, B 128 Beginn: 19.04.2001
Die ‚Entdeckung’ des „animalischen“ Magnetismus im Jahre 1774 durch Franz Anton Mesmer löste in den folgenden Dezennien nicht nur in der medizinischen und naturwissenschaftlichen Fachliteratur heftige Diskussionen um das Für und Wider dieses Heilkonzepts aus, die später mit den Termini „Somnambulismus“ und „Hypnose“ bezeichneten Phänomene fanden – und finden – seit 1775 ebenso vielfältigen Eingang in die Belletristik. In den Werken Ifflands, Thümmels, Wielands, bei Schiller und Goethe wird die literarischen Auseinandersetzung mit magnetischen Phänomenen manifest, doch waren es vor allem die Vertreter der literarischen Romantik wie Arnim, Brentano, Novalis, Jean Paul oder Hoffmann, die den animalischen Magnetismus in ihre Werke einfließen ließen.
Das Seminar will versuchen, anhand ausgewählter Texte die zwischen unkritischer Begeisterung und heftiger Ablehnung schwankende Verarbeitung dieser naturwissenschaftlich-medizinischen Thematik beispielhaft zu erläutern und Tendenzen einer Literarisierung herauszuarbeiten.
Texte: Christoph Wilhelm Hufeland: Mesmer und sein Magnetismus. In: Der Teutsche Merkur vom Jahre 1784, 4. Vjh., Okt. 1784, S. 60-90; August Wilhelm Iffland: Der Magnetismus; Heinrich von Kleist: Prinz Friedrich von Homburg; Adelbert von Chamisso: Die Wunderkur; Karl Leberecht Immermann: Der Carneval und die Somnambüle; Ludwig Tieck: Liebeswerben; Guy de Maupassant: Der Horla; Peter Sloterdijk: Der Zauberbaum; darüber hinaus soll anhand von Robert Wienes Das Cabinet des Dr. Caligari (Drehbuch: Carl Mayer u. Hans Janowitz) die filmische Umsetzung untersucht werden.
Literatur zur Einführung und Vorbereitung: Anneliese Ego: „Animalischer Magnetismus“ oder „Aufklärung“. Eine mentalitätsgeschichtliche Studie zum Konflikt um ein Heilkonzept im 18. Jahrhundert. Würzburg 1991. - Jürgen Barkhoff: Magnetische Fiktionen. Literarisierung des Mesmerismus in der Romantik. Stuttgart u. Weimar 1995.
Christiane Holm, M. A.
Autorschaft und Partnerschaft im 20. Jahrhundert
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF
Mi 10-12, B 31 Beginn: 18.04.2001
Schreiben und Leben sind zwei völlig verschiedene Dinge. Einer der grundlegenden Unterschiede besteht darin, daß Schreiben ein einsames Geschäft ist, während sich das Leben meist als Zusammenleben gestaltet. Auf dem Hintergrund dieser Überlegung ist es naheliegend, daß schreibende Paare diese Problematik in ihren Texten auf paradigmatische Weise verhandeln.
Gegenstand des Seminars sind Texte von fünf populären heterosexuellen Paaren, die - oft schon in Titel oder Widmung - explizit auf das Gegenüber oder auf dessen Texte reagieren, die private Paarbeziehung also in unterschiedlicher Form zur Lektüreanweisung machen. Dabei wird eine zentrale Frage sein, wie in diesen autobiographisch markierten Texten Autorschaft und Partnerschaft, Schreiben und Leben, aber auch Schreiben und Lesen ins Verhältnis gesetzt werden.
Behandelt werden sollen Texte folgender schreibender Paare:
· Lou Andreas-Salomé und Rainer Maria Rilke
· Bertolt Brecht und Marieluise Fleißer
· Gottfried Benn und Else Lasker-Schüler
· Hans Bellmer und Unica Zürn
· Ilse Aichinger und Günter Eich
LITERATUR zur Einführung: Gerda Marko: Schreibende Paare. Liebe, Freundschaft, Konkurrenz. München 1995. Ab dem 1. April wird eine erste Textauswahl im Handapparat vorliegen, Ergänzungsvorschläge sind willkommen.
Dr. Frank Grunert
Ästhetisches Erkennen im Werk Siegfried Kracauers
Proseminar (c) L3, Mag., Prom., DTM
Do 8-10, B 128 Beginn: 19.04.2001
Das Werk des Journalisten, Essayisten und Romanciers Siegfried Kracauer ist außerordentlich vielgestaltig und literarisch wie theoretisch kaum auf einen Nenner zu bringen. Ein beträchtlicher Teil seiner vor allem in den 20er und frühen 30er Jahren entstandenen Feuilletons sind der journalistischen Tagesarbeit verpflichtet, und doch verbindet er mit ihnen einen Erkenntnisanspruch, der dem seiner philosophischen Essays und seinen soziologischen Analysen in nichts nachsteht. Kracauer will durch einen physiognomischen Blick auf die „unscheinbaren Oberflächenäußerungen“ der ihn umgebenden Gesellschaft die Signatur seiner Zeit dechiffrieren. Das Abseitige und bloß Zufällige war in seinen Augen geeignet, „einen unmittelbaren Zugang zu den Grundgehalten des Bestehenden“ zu verschaffen. Ob Kracauers Konzept einer eher untheoretischen, mimetischen Erkenntnis getragen hat, oder ob sie am Ende doch der Kritik Adornos verfällt, soll in der Seminararbeit geklärt werden. Im Zentrum der Analyse stehen dabei ausgewählte Essays und Feuilletons, Filmkritiken und sein Roman Ginster. Das definitive Programm wird in Absprache mit den Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmern in der ersten Sitzung festgelegt.
TEXTE: Siegfried Kracauer: Schriften . Bde 1-8. Frankfurt am Main 1971ff.
LITERATUR: Gertrud Koch: Kracauer zur Einführung. Hamburg 1996. Inka Mülder: Siegfried Kracauer – Grenzgänger zwischen Theorie und Literatur. Seine frühen Schriften 1913-1933. Stuttgart 1985. Theodor W. Adorno: Der wunderliche Realist. In: Ders.: Noten zur Literatur. Frankfurt am Main 1981, S. 388-408.
Wolfgang Jordan, M. A.
Nationalsozialismus im Werk Bertolt Brechts
Proseminar (b) L1, L2, L5, L3, Mag., DTM, NF, DaF, AVL
Fr 10-12, B 128 Beginn: 20.04.2001
Im Mittelpunkt dieses Proseminars steht die dichterische Auseinandersetzung Bertolt Brechts mit dem Nationalsozialismus. Anhand von ausgewählten Werken sollen die direkten Bezüge sowie die indirekten Verweise zum Faschismus in Gedichten und Dramen Brechts untersucht und interpretiert werden. Zum Einstieg in die Thematik wird mit der vom Engagement gegen den in Deutschland aufsteigenden Faschismus gekennzeichneten Lyrik begonnen, die Brecht bis 1931 verfaßt hat. Anschließend werden einzelne im Exil entstandene Gedichte behandelt, die sich weitgehend von einer unmittelbaren Reflexion politischer Themen verabschiedet haben, ohne deswegen – auch nur im geringsten – unpolitisch zu sein.
Hauptgegenstand des Seminars stellen aber drei zentrale Stücke Brechts dar: Furcht und Elend des Dritten Reiches, Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Uí und Mutter Courage und ihre Kinder. Sie schildern die psychologische und politische Situation in Deutschland nach der Machtübertragung, die kriminelle Facette des Regimes sowie die unheilvolle Verstrickung von Besitzverhältnissen und sozialer Aggression. Die Dramen werden in der Analyse nach ihren formalen Strukturprinzipien, ihrem Motivreichtum und ihrer Wirksamkeit hin befragt und diskutiert.
LITERATUR: Bertolt Brecht: Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Uí. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1975. - Bertolt Brecht: Furcht und Elend des Dritten Reiches. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1975. - Bertolt Brecht: Mutter Courage und ihre Kinder. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 371982.
Prof. Dr. Klaus Inderthal
Christa Wolf
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF, NF
Mo 16-18, B 128 Beginn: 23.04.2001
Thema der Einzelinterpretationen im Seminar soll das Gesamtwerk von Christa Wolf werden.
LITERATUR zur Einführung: K. Sauer, (Hrsg.), Christa Wolf, Materialienbuch, Darmstadt u. Neuwied 1985, neue u. überarbeitete Aufl.
Sprechstd.: Mo 13-14, Feriensprechstd.: nach tel. Vereinbarung.
Sascha Feuchert
Jurek Beckers Romanzyklus zum Mord an den europäischen Juden
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5 Mag., DTM, NF, DaF
Fr 10-12, B 24 Beginn: 20.04.2001
Jurek Becker war zwei Jahre alt, als er ins Getto Lodz verschleppt wurde. Selbst hatte er an diese Zeit keine Erinnerung mehr – und doch prägte sie sein ganzes Leben und Schaffen. Im Mittelpunkt des Seminars stehen Jurek Beckers Romane Jakob der Lügner, Der Boxer und Bronsteins Kinder. Alle drei Werke sind Versuche des Autors, jüdischen Biographien im Angesicht des Holocaust literarisch nachzugehen: Während Jakob der Lügner den Alltag in einem polnischen Getto schildert, befaßt sich Der Boxer mit der Situation ehemaliger KZ-Häftlinge in der Nachkriegszeit; in Bronsteins Kinder wird die jüdische Nachkriegsgeneration mit dieser Problematik konfrontiert.
Literatur: Becker, Jurek: Bronsteins Kinder. Frankfurt am Main 1997. - Ders.: Jakob der Lügner. Frankfurt am Main 1999. - Ders.: Der Boxer. Frankfurt am Main 1998. - Arnold, Heinz Ludwig: Jurek Becker. München 1992. - Heidelberger-Leonard, Irene: Jurek Becker. Frankfurt am Main 1992.
Dr. des. Sandra Pott
Medientheorie. Neue Medien – alte Literaturwissenschaft?
Proseminar (a, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Di 12-14, B 128 Beginn: 17.04.2001
„Medienkompetenz“ gilt als „germanistische Schlüsselqualifikation“. Was ist das und wie läßt sich so etwas studierenderweise erwerben? Diese und ähnliche Fragen sollen im Seminar beantwortet werden. Wir wollen Merkmale der ‚neuen Medien‘ und der damit zusammenhängenden kulturellen Phänomene (‚Hyperculture‘, ‚New Economy‘ etc.) am Gegenstand (theoretische und literarische Texte) beschreiben. Was ist ein Medium? Was unterscheidet den Hyptertext vom Text, was die Computerphilologie von der Philologie? Im Blick auf solche Fragen wollen wir uns schließlich mit alten und neuen Arbeitsmitteln und -techniken für Literaturwissenschaftler vertraut machen. Voraussetzungen für die Teilnahme am Seminar sind gute Kenntnisse der englischen Sprache.
LITERATUR: Davis, Eric: TechGnosis. Myth, Magic and Mysticism in the Age of Information. New York 1998. - Dyson, Esther: Release 2.1. A design for living in the Digital Age. London u. a.: Penguin Books 1998. - Landow, George P.: Hypertext. The Convergence of Contemporary Critical Theory and Technology. Baltimore u. London 1992. - Luhmann, Niklas: Die Realität der Massenmedien. Opladen ²1996.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Beschreibungen des Individuums: Autobiographie und Tagebuch als literarische Formen (Teil I)
Proseminar (a, b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Di 14-16, B 33 Beginn: 17.04.2001
„Selberlebensbeschreibungen“ (Jean Paul) sind wieder ein gefragtes Produkt auf dem literarischen Markt: Experimente wie die von Helmut Krausser vorgelegten Monatsprotokolle oder das Internet-Tagebuch von Rainald Goetz haben großen Erfolg. Von diesen chronologischen Aufzeichnungen unterscheidet sich die Autobiographie durch ihre narrative Organisation und die rechtfertigende, informierende oder unterhaltende Bezugnahme auf lebensgeschichtlich bedeutsame, also ausgewählte Sachverhalte, wobei die Grenze zwischen Fiktion und Wirklichkeitsdarstellung nicht immer eindeutig zu ziehen ist. – Wir beginnen das Seminar mit Beispielen aus der Gegenwartsliteratur und entwickeln von hier aus eine ‚literarische Reihe‘, die bis in das 19. Jahrhundert zurückführt. Im nächsten Wintersemester sollen in einem Hauptseminar (Teil II) Texte der Frühen Neuzeit – von Goethe bis zu Girolamo Cardano – untersucht werden.
LITERATUR zur Einführung: Michaela Holdenried: Autobiographie. Stuttgart: Reclam 2000 (Universal-Bibliothek 17624); Martina Wagner-Egelhaaf: Autobiographie. Stuttgart, Weimar: Metzler 2000 (Sammlung Metzler 323).
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PD Dr. Helga Meise
Sophie von La Roche
Hauptseminar (a, b) alle Studiengänge (außer AVL)
Mi 12-14, B 128 Beginn: 18.04.2001
Sophie von La Roche (1730-1807) ist die erste Frau des 18. Jahrhunderts und damit die erste deutsche Schriftstellerin, die sich und ihre Familie von der Arbeit ihrer Feder ernähren kann. Ihr erster Roman, die Geschichte des Fräuleins von Sternheim (1771/1772), ist der erste deutsche Romanbestseller und der erste Roman, der im Zuge der Wiederentdeckung der deutschen Frauenliteratur neu aufgelegt wurde. Das Seminar unterzieht nicht nur Leben und Werk der Autorin, sondern auch die neuere Forschung einer kritischen Prüfung. Leitfragen sind: Welche Bedeutung kommt La Roches Werk für die Neuformierung von ‚genre‘ und ‚gender‘ im ausgehenden 18. Jahrhundert zu? Welchen Stellenwert haben Autorin und Werk in aktuellen Diskussionen um gender studies und weibliche Ästhetik, die Zusammenhänge zwischen gender, Literatur und Kultur?
LITERATUR zur Vorbereitung: Sophie von La Roche: Geschichte des Fräuleins von Sternheim. Hrsg. von Barbara Becker-Cantarino. Stuttgart 1983 (rub 7934). - Ich bin mehr Herz als Kopf. Sophie von La Roche. Ein Lebensbild in Briefen. Herausgegeben von Michael Maurer. München 1983. - Gudrun Loster-Schneider: Sophie La Roche. Paradoxien weiblichen Schreibens im 18. Jahrhundert. Tübingen 1995 (Mannheimer Beiträge zur Sprach- und Literaturwissenschaft, 26).
Vorbesprechung: Mi., 07.02.2001, 10.00-11.00 Uhr, B 137.
Dr. Günter Butzer
Genieästhetik
Hauptseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DaF, DTM, AVL
Do 10-12, B 33 Beginn: 19.04.2001
Das Seminar führt in die Genieästhetik des 18. Jahrhunderts in England, Frankreich und Deutschland ein. Behandelt werden theoretische Texte u. a. von Shaftesbury, Young, Gerard, Diderot, Herder und Kant. Thematische Schwerpunkte bilden die Enthusiasmus-Diskussion der Frühaufklärung, die veränderte Rolle der Einbildungskraft sowie der Wechsel vom rhetorischen Wirkungs- zum ästhetischen Ausdrucksmodell von Poesie. Die theoretischen Konzeptionen sollen anhand von zeitgenössischen literarischen Werken u. a. von Klopstock, Young, Sterne, Diderot und Goethe überprüft werden.
Anmeldung (mit Ausgabe von Seminarprogramm und Literaturhinweisen): Mi, 07.02.2001, 10.00 Uhr, C 28.
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Friedrich Schiller
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DaF, DTM
Do 10-12, B 128 Beginn: 19.04.2001
Im Werk Schillers stehen kunsttheoretische, philosophische, anthropologische und historische Reflexionen in einem engen Wechselverhältnis mit literaturpolitischen Zielsetzungen und der Erprobung literarischer Modelle (Novelle, Elegie, Ballade, Dramenkonzepte vom ‚bürgerlichen Trauerspiel‘ über das ‚dramatische Gedicht‘ bis hin zur ‚klassizistischen‘ und zur ‚romantischen Tragödie‘). Das Seminar untersucht die Bezüge zwischen theoretischen Schriften und literarischer Produktion anhand einer einschlägigen Textauswahl, wobei das Lektüreprogramm weitgehend der Chronologie folgt und die historischen Untersuchungen aus Zeitgründen ausgeklammert werden. Den Auftakt bilden die Novelle Der Verbrecher aus Infamie (1786) sowie die Dramen Kabale und Liebe (1784) und Don Karlos (1787). Im nächsten Schritt werden die philosophisch-ästhetischen Abhandlungen aus den 90er Jahren diskutiert: Über Anmut und Würde; Vom Erhabenen; Über das Pathetische; Über die ästhetische Erziehung des Menschen; Über naive und sentimentalische Dichtung; außerdem die Schrift Die Schaubühne als eine moralische Anstalt betrachtet. Schließlich folgt eine Auseinandersetzung zunächst mit weltanschaulichen Gedichten und Balladen (Die Götter Griechenlands, 1788/1800; Der Spaziergang, 1795; Der Taucher, 1797; Die Bürgschaft, 1798), sodann mit späten Dramen (Maria Stuart, 1800; Die Jungfrau von Orleans, 1801; Die Braut von Messina, 1803).
Voraussetzung zur Teilname ist die Bereitschaft, sich auf dieses Lektürepensum einzulassen. Ein genaues Seminarprogramm und eine Literaturliste werden in der Vorbesprechung verteilt und finden sich ab Mitte Februar in einem Seminarapparat in der Bibliothek.
Vorbesprechung und Anmeldung: Do, 15.02.2001, 12.00 Uhr, G 29.
Prof. Dr. Marcel Baumgartner / Prof. Dr. Günter Oesterle
Goethe und die Kunst
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Blockveranstaltung Beginn: siehe Aushang
an drei Freitagen im Semester
„Das Bild von der harmonischen Persönlichkeit Goethes hat sehr lange verdeckt, dass sein Schaffen von Anfang an aus dem Krisenbewusstsein motiviert ist.“ (Friedmar Apel). Wir möchten versuchen, Goethes Orientierung an der bildenden Kunst, die Bedeutung Winckelmanns und der Antike in seinen Reisebeschreibungen (Italienische Reise), in seinen kunsttheoretischen Schriften, in seiner Farbenlehre, in seiner Dichtung (Hermann und Dorothea) als Ausdruck dieses Krisenbewusstseins zu lesen.
LITERATUR: Sabine Schulze (Hrsg.): Goethe und die Kunst. Ostfieldern 1994 (erste Lektüreempfehlung daraus: Annette Seemann: Goethes Leben und seine Beziehung zur bildenden Kunst. S. 581-619). - Helmut Pfotenhauer, Peter Sprengel (Hrsg.): Klassik und Klassizismus. Frankfurt 1995. - Ernst Osterkamp: Im Buchstabenbilde. Studien zum Verfahren Goethescher Bildbeschreibungen. Stuttgart 1991. - Norbert Miller: Goethes Begegnung mit Jakob Philipp Hackert. Der Jahreszeiten-Zyklus des Malers und „die Landschaft nach der Natur“ als klassizistisches Programm. In: Die Vier Jahreszeiten im 18. Jahrhundert. Heidelberg 1986, S. 185-224.
Prof. Dr. Günter Oesterle / Prof. Dr. Rolf Reichhardt
Interkulturelle Bildlichkeit um 1800
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Mo 10-12.30 (14tg.), B 128 Beginn: 23.04.2001
Ein Militärkritiker hat jüngst bemerkt, dass Napoleon auf seinem Italienfeldzug zum ersten Mal systematisch massenreproduzierte Schlachtenbilder als propagandistisches Mittel eingesetzt hat. „1796 entstand zwischen Generalstäben und Massenmedien eine Allianz.“ Diese punktuelle Beobachtung wollen wir allgemeiner formulieren und zeigen, dass im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts eine Revolution in der Wahrnehmung korrespondierte mit neuartigen Reproduktionstechniken. Die Bedeutung von Text und Bild soll medienhistorisch untersucht werden. Am Beispiel der interkulturellen Beziehungen zwischen Deutschland, England und Frankreich soll das Hauptseminar unkonventionelle und neuartige Zugänge zu solchen Phänomenen wie die Ballonfahrten, Stadtwahrnehmungen, Modedarstellungen und politische Karikaturen eröffnen. Wir werden dabei Modernisierungsphänomene der Publizistik genauso behandeln wie literarische Satiren und bildnerische Karikaturen. Ausgehend von den Stadtbeschreibungen des späten 18. Jahrhunderts und Lichtenbergs Hogarth-Kommentaren sollen die internationalen Bildbeziehungen über die von dem Weimarer Verleger Bertuch herausgegebene Zeitschrift London und Paris und die antinapoleonischen Karikaturen bis zu den Satiren der berühmten Caricature in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts verfolgt werden.
LITERATUR: Conrad Wiedemann (Hg.): Rom-Paris-London. Erfahrung und Selbsterfahrung deutscher Schriftsteller und Künstler in fremden Metropolen. Ein Symposion, Stuttgart 1988. - Heinz Brüggemann: „Aber schickt keinen Poeten nach London!“ Großstadt und literarische Wahrnehmung im 18. und 19. Jahrhundert. Texte und Interpretationen. Reinbek 1985 (Rowohlt).
Prof. Dr. Günter Oesterle / Prof. Dr. Anette Schwarz (Cornell)
Das Unheimliche in der Dichtung des 19. Jahrhunderts
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Blockveranstaltung Beginn: siehe Aushang
Freitag/Samstag, ganztägig
Ich beabsichtige mit der vom Sonderforschungsbereich „Erinnerungskulturen“ im Sommersemester eingeladenen Gastprofessorin aus Cornell (Ithaca) ein Blockseminar zu Fragen des Unheimlichen im 19. Jahrhundert (von Ludwig Tieck bis Siegmund Freud) zu veranstalten. Frau Schwarz schreibt gerade ein Buch zu diesem Thema. Sie wird den Teilnehmern/innen zugleich die in den Vereinigten Staaten gängigen Diskussionen vorstellen können. Bitte Aushänge beachten!
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Fürst, Bürger, Außenseiter, Intellektueller: Dichterrollen im 19. und 20. Jahrhundert
Hauptseminar (a, b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, DTM, AVL
Mo 10-12, B 31 Beginn: 23.04.2001
In diesem Seminar sollen exemplarische Dichterrollen von Goethe bis Grass untersucht werden. Welche Rollen gab es? Wer ‚formulierte‘ diese Rollen? Der Dichter, das Publikum? Entsprachen diese Rollen der sozialen Position der Autoren? Wie und warum veränderten sie sich? - Bitte Aushang in den Semesterferien zum Seminarprogramm beachten.
LITERATUR: Zur Vorbereitung empfehle ich: Metamorphosen des Dichters: das Selbstverständnis deutscher Dichter von der Aufklärung bis zur Gegenwart, hg. v. G. E. Grimm, Frankfurt a.M. 1992.
PD Dr. Dorothee Kimmich
Realismus und Realismustheorien in Deutschland und Frankreich
Hauptseminar (b, c) alle Studiengänge
Fr 12-15.30 (14tg.), B 128 Beginn: 20.04.2001
„Der Realismus in der Kunst ist so alt als die Kunst selbst, ja, noch mehr: er ist die Kunst.“ Immer schon, so Fontane, sei es das „volle Menschenleben“ gewesen, das aller wahren Kunst als Vorbild gedient habe. Dem Vorfindlichen gelte es aber, eine künstlerische Form zu geben. An diesem Punkt gehen die Meinungen der Zeitgenossen weit auseinander. Das Seminar soll einen Überblick verschaffen über die thematischen Schwerpunkte der Realismus-Debatte. Die Lektüre realistischer Romane und Dramen soll ästhetische Debatte und Kunst vermitteln. Die Debatte um das, was Realismus in der Kunst sein könnte und sollte, hat in Frankreich schon im frühen 19. Jahrhundert begonnen und sich hauptsächlich auf die bildende Kunst beschränkt. Von einer eigentlichen „Theorie“ läßt sich dann erst im Anschluß an die Pariser Ausstellung der Bilder von Courbet 1855 und Champfleurys Réalisme sprechen. Eine interessante Diskussion entsteht dabei um das neue Medium Photographie, um dessen Status als Kunst und die Herausforderung für den Realismus herkömmlicher Art (vgl. dazu Baudelaire über den Salon 1859). Die deutsche Realismus-Debatte ist eng an die politische und soziale Entwicklung nach 1848 gebunden. Die Auseinandersetzung mit der Romantik spielt eine entscheidende Rolle. Das Verhältnis zu Geschichte und Geschichtsphilosophie ist ein weiteres wichtiges Thema: Die Rezeption der Romane von Walter Scott und ein Geschichtsverständnis, das in kritischer Verarbeitung von Hegels Philosophie entsteht, sind prägend für die Romantheorie des deutschen Realismus. Die Rezeption des deutschen Realismus in Frankreich und umgekehrt die - meist verspätete - Reaktion auf den französischen Realismus in Deutschland sollen auch zum Thema des Seminars werden. Referate werden in der Vorbesprechung vergeben (09.02.2001, 11.30 Uhr, B 137). Vorschläge zu einer Erweiterung (oder Veränderung) der Themen- und Literaturliste sind willkommen.
LITERATUR: Realismus und Gründerzeit, Bd. 1 und 2, hrsg. von Max Bucher, Werner Hahl, Georg Jäger, Reinhard Wittmann (Manifeste und Dokumente zur deutschen Literatur 1848-1880), Stuttgart 1986. - A. Stifter, Nachsommer. - ders., Bunte Steine. - F. Hebbel, Judith. - G. Keller, Züricher Novellen. - ders., Der grüne Heinrich. - W. Raabe, Die Chronik der Sperlingsgasse. - K. F. Gutzkow, Zeitdiagnosen u. a. - Th. Fontane, Cecile. - ders., Effi Briest. - Gustave Flaubert, Trois Contes. - ders., Madame Bovary.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Drama des Naturalismus
Hauptseminar L3, Mag., Prom., HF, NF, DTM
Do 16-18, B 128 Beginn: 19.04.2001
Gelesen werden die kanonisierten Dramen des Naturalismus, beachtet wird auch deren und dessen Theorie. Zu dieser Veranstaltung wird ab Mitte Februar ein detaillierter Sitzungsplan mit Lektürehinweisen im Internet stehen (www.uni-giessen.de/~g929).
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Hermann Brochs Die Schlafwandler und Robert Musils Der Mann ohne Eigenschaften (1930/32)
Hauptseminar (a, b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF, DaF, AVL
Mo 16-18, B 33 Beginn: 23.04.2001
In diesem Jahr wird das Feuilleton an den 50. Todestag von Hermann Broch erinnern. Noch bevor die Gedenkartikel erscheinen, werden wir bereits mit dem Versuch begonnen haben, Brochs Romantrilogie Die Schlafwandler (1930/32) mit Robert Musils gleichzeitig publizierten Roman Der Mann ohne Eigenschaften in Beziehung zu setzen. Was verbindet die beiden wissenschaftlich und philosophisch geschulten Autoren miteinander? Nicht allein spezifische Generationserfahrungen, wie die Entstehung der künstlerischen Avantgardebewegungen oder das Auseinanderbrechen der alten Ordnungen im Ersten Weltkrieg, denn diese wurden von vielen geteilt; entscheidend ist vielmehr deren theoretische Verarbeitung, die Deutung der Epoche in der – selbst seinem Gehalt gegenüber – reflektierten Form des Romans.
Prof. Dr. Klaus Inderthal
Peter Handke
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF
Di 14-16, B 128 Beginn: 17.04.2001
Thema soll – in Einzelinterpretationen – das Gesamtwerk von Peter Handke werden.
LITERATUR zur Einführung: Peter Handke, Aber ich lebe nur von den Zwischenräumen, Ein Gespräch, geführt von H. Gamper, Frankfurt/M. 1990. - R. Fellinger, (Hrsg.), Peter Handke, Frankfurt/M. 1985.
Anmeldung: Mo, 12.02.2001, 13.15 Uhr, B 128.
Sprechstd.: Mo 13-14 Uhr, Feriensprechstd.: nach tel. Vereinbarung.
PD Dr. Andrea Jäger
Liebediener – Schattenboxerin? Frauenbilder in aktuellen Romanen, geschrieben von Frauen
Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF
Mi 14-17 (14tg.), B 31 Beginn: 25.04.2001
Das Seminar beschäftigt sich mit Romanen und Erzählungen von Frauen, die in den letzten zwei Jahren erschienen sind. Alle Texte erzielten in der Öffentlichkeit eine große Resonanz. Die Kritik reihte sie ein als Beispiele für die „junge deutsche Lust am Erzählen“. Das Seminar untersucht die Frauenbilder, die in den Werken zum Tragen kommen. Obwohl sie alle von Frauen geschrieben wurden, sind diese Werke nicht ohne weiteres zur Frauenliteratur zu zählen. Sie gehen auf Distanz zu feministischen Bestimmungen der Weiblichkeit und werfen einen neuen, realistischen Blick auf die Zwischenresultate weiblicher Emanzipation.
Unter anderem werden besprochen: Karen Duve: Keine Ahnung. Jenny Erpenbeck: Geschichte vom alten Kind. Julia Franck: Liebediener. Elke Naters: Lügen. Inka Parei: Die Schattenboxerin. Kathrin Röggla: Irres Wetter. Maike Wetzel: Hochzeiten.
Vorbesprechung und Anmeldung: Montag, 07.02.2001, 13.30 Uhr, B 31.
Prof. Dr. Klaus Inderthal
Theorie der Metapher
Haupt-/Oberseminar (a, c) L3, Mag., Prom., HF, NF, DTM
Di 16-18, B 128 Beginn: 17.04.2001
Die Theorie der Metapher soll – mit Rücksicht auf Max Black, Hans Blumenberg, Jacques Derrida, Paul de Man, Paul Ricoeur u. a. – erörtert werden.
LITERATUR zur Einführung: A. Haverkamp, (Hrsg.), Theorie der Metapher, Studienausgabe, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, 1996, 2. erg. Ausgabe.
Anmeldung: Mo, 12.02.2001, 13.15 Uhr, B 128.
Sprechstd.: Mo, 13-14 Uhr, Feriensprechstd.: nach tel. Vereinbarung.
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Prof. Dr. Gerhard Kurz
Literaturwissenschaftliches Kolloquium
Oberseminar (a, b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DaF
Fr 10-12, B 128 Beginn: 20.04.2001
In diesem Oberseminar werden wichtige literaturwissenschaftliche Neuerscheinungen diskutiert. Wenn der Wunsch besteht, können mehrere Sitzungen zur Prüfungsvorbereitung vorgesehen werden.
Prof. Dr. Gerhard Kurz / Prof. Dr. Hans Ramge
Stiluntersuchungen zu Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“
Oberseminar (a, b, c) L3, Mag., Prom., DaF
Di 8-10, B 128 Beginn: 24.04.2001
Ankündigung: siehe Seite 16
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft
Oberseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF, NF, DTM
Mo 16-18, B 31 Beginn: 23.04.2001
Das OS versteht sich wie seit langem als workshop und Bastelbude, wo im Blick auf das nahe Ende [sc. des Studiums] über das Leben danach weniger nachgedacht als gehandelt wird. Konkrete ständige Projekte sind z. B. Verlagslektorate, Ausstellungsplanung und -durchführung, Messeplanung und -durchführung. Sollte der Wunsch geäußert werden, zu erarbeiten, was PC und Literatur bedeuten kann, so ist etwa auch eine Einführung in das möglich, was man animierte Präsentation heute nennt.
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Von der ‚Querelle‘ zu ‚Laokoon‘. Ästhetische Debatten im 17. und 18. Jahrhundert in Frankreich, England und Deutschland
Oberseminar (c) L3, Mag., Prom., AVL, DTM
Mi 18-20, B 128 Beginn: 18.04.2001
In einem wichtigen Aufsatz über „Ästhetische Normen und geschichtliche Reflexion in der ‚Querelle des Anciens et des Modernes‘“ zeigt Hans Robert Jauss die wesentlichen Impulse auf, die von der ‚Querelle‘ ausgehen und den Prozeß der Ausdifferenzierung ästhetischer Positionen vom späten 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert entscheidend prägen. Dabei geht es nicht nur um das normative Vorbild der Antike bzw. eine ästhetische Standortbestimmung in der ‚Moderne‘ und das damit aufkommende Bewußtsein von Historizität, sondern auch um Fragen wie etwa das Nachahmungsprinzip, die Einbildungskraft, das Schöne und das Erhabene, schließlich den systematischen Vergleich zwischen den Künsten. Das Seminar hat zum Ziel, die bedeutendsten ästhetischen Schriften des späten 17. und des 18. Jahrhunderts unter diesen Gesichtspunkten zu untersuchen: von Perrault und Boileau über Dubos, Batteux, Burke, Diderot und Rousseau bis hin zu Winckelmann, Lessing, Sulzer und Moritz. Ein Literaturverzeichnis und ein Reader mit den für das Seminar relevanten Texten (teilweise in Auszügen) ist ab Mitte Februar im Sekretariat von Frau Weimer, Raum G 32, erhältlich.
Vorbesprechung und Anmeldung: Do., 15.02.2001, 12.30 Uhr, Raum G 29.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Germanistik als Kulturwissenschaft?
Oberseminar (a, b, c) L3, Mag., Prom., DTM, HF, NF
Di 18-21, B 128 Beginn: 17.04.2001
Seit der Mitte der 1990er Jahre sprechen wir auch hierzulande vom cultural turn. Inzwischen sind erste Institute für Kulturwissenschaft gegründet worden und es ist eine Flut von Grundsatzpapieren, Programmschriften, Sammelbänden, Kritiken, Erwiderungen und Dupliken erschienen, über die selbst jüngere Internet-Bibliographien eine nur unzureichende Orientierung geben. Wir werden einige der – im weiteren Sinn – literaturtheoretischen Beiträge diskutieren, zu denken ist etwa an Friedrich Kittlers Kulturgeschichte der Kulturwissenschaft (München: Fink 2000). Daneben bietet das Seminar ein Forum für Examenskandidaten. Eine persönliche Anmeldung ist nicht erforderlich, doch sollten Interessenten, die im Rahmen des Oberseminars den Entwurf einer Abschlußarbeit vorstellen möchten, sich vorab mit mir in Verbindung setzen (gerne auch per e-mail).
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Prof. W. Kluge
Schriftlichkeit, Entwicklungen in Theorie und Didaktik des Anfangsunterrichts
Vorlesung L1,5
Di, 14.30-16, A2 Beginn: 24.04.01
Prof. M. Legutke / Prof. D. Rösler
Fremdsprachenlernen mit den Neuen Medien
Vorlesung/Seminar L1,2,3,5, DaF, NF; MA, Prom
Do, 12-13, 1st. A4 Beginn: 19.04.01
Ankündigung: s. Deutsch als Fremdsprache
Dr. K. Bauer
Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)
Einführungsseminar L1, (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)
Di, 10-12, C27 Beginn: 17.04.01
Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.
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Dr. K. Bauer
Theater für Kinder
Proseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Mi, 08-10, E6 Beginn: 18.04.01
Mi, 10-12, C 27 Beginn: 18.04.01
Professionelles Theater für Kinder ist seit den 70er Jahren nicht mehr nur “Weihnachtsmärchen” und “Puppenspiel”, sondern umfasst ein Spektrum unterschiedlicher Stück-Typen und dramaturgischer Konzepte. Diese sollen an ausgewählten Beispielen im Seminar diskutiert werden, wobei Streifzüge in die Geschichte des Kindertheaters sowie Ansätze zur didaktischen Auseinandersetzung einzubeziehen sind.
Dieses Proseminar wird wegen der zu erwartenden hohen Teilnehmerzahl zweimal angeboten.
I. Berndt
Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz
Proseminar L1,5
Mo, 18-20, B9 Beginn: 23.04.01
Di, 16-18, C3 Beginn: 24.04.01
Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.
Prof. S. Ehlers
Methoden im Literaturunterricht
Proseminar L1,2,3,5, HF/NF, MA, Prom
Di, 10-12, E4 Beginn: 17.04.01
Die Literaturdidaktik hat eine Fülle an methodischen Vorschlägen zur Arbeit mit literarischen Texten im Unterricht entwickelt. Die verschiedenen Methoden, Konzepte und ihre Leitprinzipien sollen im Seminar behandelt und kritisch gegenübergestellt werden. Die jeweiligen Methoden sollen vor dem Hintergrund literaturdidaktischer Positionen reflektiert und in ihrer konkreten Realisierung behandelt werden. Zu den methodischen Ansätzen gehören u. a. der Projektunterricht und handlungsorientierte Verfahren.
Empfohlene Literatur: J. Fritzsche/H. Ivo (1992): Projekte im Deutschunterricht. Stuttgart: Klett. G. Waldmann (1998): Produktiver Umgang mit Literatur im Unterricht. Hohengehren: Schneider.
Prof. S. Ehlers
Zwei- und Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht – Proseminar als Einführung für 1. Sem.
Proseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Di, 16-18, B33 Beginn: 17.04.01
Die Klassenräume sind zunehmend durch sprachliche und kulturelle Heterogenität gekennzeichnet, ohne dass eine ausreichende und fundierte Sprachpolitik dieser Realität Rechnung trägt. In Grund-, Haupt- und Sonderschulen finden sich hohe Anteile von Kindern zugewanderter Sprachminderheiten. In diesem Seminar sollen die theoretischen Grundlagen von Zwei- und Mehrsprachigkeit und insbesondere der Erwerb von Lesefähigkeit behandelt werden. Ebenso sollen die schulischen Bedingungen und die derzeitige Erziehungspolitik in der Bundesrepublik analysiert werden. Vor diesem Hintergrund besteht ein weiteres Ziel des Seminars darin, Empfehlungen für eine zweisprachige Erziehung und geeignete Unterrichtsmodelle zu erarbeiten.
Empfohlene Literatur: G. Behlke (1999): Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht. Hohengehren: Schneider. S. Ehlers (2000): Lesesozialisation zugewanderter Sprachminderheiten.
R. Fritz
Unterrichtsplanung
Proseminar L2,3,5
Mo, 10-12, C30 Beginn: 23.04.01
Wie plane ich eigentlich Deutschunterricht? Warum ist es so wichtig, dass ich mich frage, was ich mit meinem Unterricht überhaupt erreichen will? Was soll ich für Inhalte auswählen? Welche Inhalte sind vorgeschrieben, wo habe ich Spielraum? Wie kann ich Texte präsentieren? Wie schaffe ich es, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler sich intensiv mit dem Thema beschäftigen? Welche Differenzierungsmöglichkeiten gibt es? Wie kann ich Ergebnisse sichern, auswerten oder präsentieren lassen? Kann ich auch “offenen” Unterricht planen?
Fragen dieser Art sollen im Seminar an praktischen Beispielen bearbeitet und theoretisch hinterfragt werden.
Literatur: Meyer, H.: UnterrichtsMethoden I: Theorieband, II: Praxisband. Frankfurt 1994; Meyer, H.: Leitfaden zur Unterrichtsvorbereitung. Frankfurt 1993. Sehrbock, P.: Freiarbeit in der Sekundarstufe I. Frankfurt 1993.
Prof. W. Gast
Medienpädagogische Analysen: Verfilmte Literatur deutscher Realisten
Proseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Di, 10-12, B210 Beginn: 24.04.01
Die Werke der deutschen Realisten (Fontane, Storm, Keller, u.a.) sind seit langem beliebte Vorlagen für Film- und Fernsehadaptionen.
Im Seminar werden die Verfilmungen als Teile der Rezeptionsgeschichte literarischer Werke, aber auch im Blick auf ihren medienpädagogischen Stellenwert hin untersucht. Die Kenntnis der wichtigsten Merkmale der Filmsprache wird vorausgesetzt.
Literatur: Hugo Aust, Literatur des Realismus. Stuttgart (Sammlung Metzler Bd. 157); Wolfgang Gast: Film und Literatur. Einführung in Begriffe und Methoden der Filmanalyse. Grundbuch. Frankfurt/M. (Diesterweg) 1993 liegt voraussichtlich ab März 2001 als Skript und/oder CD-ROM vor (Zi B207, Frau Klein)
Prof. W. Gast
Mediensozialisation
Proseminar/Kompaktseminar L1,2,3,5, HF/NF, MA, Prom
Termin: Siehe Aushang Beginn: 24.04.01
Anmeldung erforderlich! (Zi. 207)
Dieses Kompaktseminar will vielfältige Aspekte heutiger Mediensozialisation untersuchen. Dabei sollen Merkmale und Funktionen von Buch/Lesen ebenso thematisiert werden wie das Fernsehen “als Familienmitglied” und die Rolle der Neuen Medien. Ein besonderer Fokus wird auf der sozialisierenden Funktion populärer TV-Formate liegen.
Literatur: Neil Postman, Das Verschwinden der Kindheit. Frankfurt/M. 1983 u.ö. Bettina Hurrelmann u.a., Familienmitglied Fernsehen. Opladen 1996; Shell-Studie ‚Jugend 2000‘
Filmsprache - Filmtheorie - Filmanalyse
Proseminar L1,2,3, Mag., Prom., HF/NF
Mi, 16-18, B210 Beginn: 18.04.2001
“Filme zu ‚sehen‘ ist leicht. Da sie Wirklichkeit nachahmen, findet jeder Zugang zu ihrer Oberfläche. Filme zu verstehen ist schwierig. Denn sie erzählen in ihrer eigenen Sprache, die zu entschlüsseln ein geschultes Auge verlangt. Je mehr einer über Filme weiß, desto mehr teilen sie ihm mit” (James Monaco). Im Seminar soll mit der Einführung in Grundlagen der Filmtechnik und Filmsprache, mit Exkursen in die Geschichte des Films und mit der Lektüre einiger grundlegender Texte zur Theorie des Films den Teilnehmern ein Instrumentarium zur Filmanalyse an die Hand gegeben werden. Vorausgesetzt wird eine gewisse Kenntnis der Materie Film, d.h. wichtiger Filme der Filmgeschichte, herausragender Regisseure etc.. Eine aktive Teilnahme am Seminar, die Bereitschaft zur Lektüre zahlreicher, auch theoretischer Texte, die Ansicht zahlreicher Filme auch außerhalb der Seminarstunden, ist Bedingung. Geplant sind gemeinsame Besuche von Filmen sowie Exkursionen zu Filmmuseen (z.B. Ffm., Berlin). Anmeldung erforderlich! Bitte unbedingt in die im Sekretariat ausliegende Liste eintragen!
LITERATUR: James Monaco, Film verstehen. Kunst, Technik, Sprache, Geschichte und Theorie des Films und der Medien. Reinbek bei Hamburg 2000. Wolfgang Gast, Film und Literatur. Grundbuch, Ffm. 1993
Prof. Dr. W. Kluge
Einführung in die Schuldruckerei - praktische Übungen
Proseminar L1,5
Di, 10-12, B25, 14tägl. u.n.Vereinb. Beginn: 17.04.01
Übung in Kleingruppen zum Proseminar “Die Schuldruckerei im Rahmen des Konzepts ‚Kinder auf dem Weg zur Schrift‘ ”.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen werden ab sofort im Sekretariat, Zimmer B 213 entgegengenommen.
Prof. Dr. W. Kluge
Die Schuldruckerei im Rahmen des Konzepts “Kinder auf dem Weg zur Schrift”
Proseminar L1,5
Di, 10-12, 1st., C3, 14tg. Beginn: 24.04.01
Begleitseminar für Teilnehmer an der Einführung in die Praxis der Schuldruckerei (L1,5)
Das Seminar wird in Verbindung mit einer Übung zur “Einführung in die Technik der Schuldruckerei” angeboten. Im Seminar wird die theoretische Grundlegung eines den Forderungen des neuen Hessischen Rahmenplans entsprechenden fibelfreien Anfangsunterrichts erarbeitet. Die Übung führt Kleingruppen in die Praxis ein. Die Teilnahme an dieser Übung ist daher verbindlich.
Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen:
Freinet, Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichsbibliothek zugänglich, im Handel leider vergriffen.) — Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtschreibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.
Dr. G. Marci-Boehncke
Filmhits für Kids
Proseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Blockveranstaltung an 3 Wochenenden; Beginn: Ort und Zeit s. Aushang zu Semesterbeginn
priv. Filmsichtung obligatorisch
In banger Erwartung blicken viele Kinder, Jugendliche und Pädagogen dem Erscheinen von “Harry Potter” als Film entgegen. Wird er nicht die Phantasie zerstören, eine riesige Enttäuschung werden für alle Leserinnen und Leser der phantastischen Bestseller? War das nicht auch so bei der “Unendlichen Geschichte”? Der Umgang mit Kinderfilmen – vor allem auch im Unterricht – soll im Kontext verschiedener Produktions- und Rezeptionsbedingungen thematisiert und geübt werden. Erwartungshaltungen unterschiedlicher Publika können dabei ebenso im Mittelpunkt potentieller Unterrichtseinheiten stehen wie zeitgeschichtliche Rahmenbedingungen, die Filmästhetik, der Vergleich zur Literaturvorlage, die Pressekritik, das Merchandising oder der Medienverbund inklusive Internet. Von Emil und den Detektiven, dem Hitlerjungen Quex, dem fliegenden Klassenzimmer, Winnetou und Co., den Kindern aus Nr. 67, den Vorstadtkrokodilen, Drei Nüssen für Aschenbrödel, Momo, E.T., Alice im Wunderland, dem kleinen Vampir und möglichen anderen, natürlich auch Harry Potter – selbst wenn er noch nicht im Kino war.
LITERATUR: Joachim von Gottberg, Lothar Mikos, Dieter Wiedemann (Hrsg.): Kinder an die Fernbedienung. Berlin 1997; Gudrunb Lukasz-Aden, Christel Strobel: Der Kinderfilm von A bis Z, München 1988.
Dr. R. Vogt
Texte beurteilen und bewerten
Proseminar L1,2,3,5
Mo, 08-10, B210 Beginn: 23.04.01
In dieser Veranstaltung sollen Kriterien für die Beurteilung und Bewertung von Schülertexten besprochen, geprüft und angewendet werden. Dabei kommen sowohl die im Deutschunterricht gängigen traditionellen Raster zur Anwendung als auch Ansätze, die eine andere Perspektive versprechen. Am Beispiel von Schülertexten werden in Anlehnung an das Zürcher Raster zur Textanalyse eigene Wege zur Beurteilung entwickelt.
Dr. R. Vogt
Internet und Deutschunterricht
Proseminar L1,2,3,5
Di, 10-12, UB Computerraum Beginn: 24.04.01
Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung ab 9.4.2000 in B 213
In dieser Veranstaltung erarbeiten die Teilnehmer projektorientiert Möglichkeiten der Nutzung des Internets nicht nur für Deutschlehrer, sondern auch für Lehramtsstudenten des Faches.
I. Wetzel
Lesesozialisation
Proseminar L1,2,3,5, HF/NF, MA, Prom
Do, 10-12, B210 Beginn: 19.04.01
In diesem Seminar sollen zum einen Bedingungsfaktoren der Lesesozialisation aus den Bereichen Familie und Schule zum anderen Einflüsse unserer Mediengesellschaft auf die Lesesozialisation aufgezeigt werden. Verbunden damit werden auch die Themen Leseförderung und Literarische Sozialisation Gegenstand des Seminars sein.
LITERATUR: Eggert, Hartmut/ Garbe, Christine (1995): Literarische Sozialisation. Stuttgart und Weimar: Metzler. – Hurrelmann, Bettina (u.a.) (1993): Lesesozialisation. Bd.1, Leseklima in der Familie. Gütersloh: Verlag Bertelsmann Stiftung.
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Prof. Dieter Arendt
Europäische Märchen
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, MA, Prom., HF/NF, AVL.
Mi, 10-12, B128 Beginn: 18.04.01
Das für die Institute DIDAKTIK, NDL und AVL geltende Seminar ist komparatistisch strukturiert: Märchen-Motive verschiedener Völker werden verglichen im jeweiligen historischen Kontext: die literarhistorische Interpretation gipfelt in der Frage: Was ist ein Volksmärchen?
Alle Texte werden deutschsprachig gelesen, was nicht ausschließt, daß Sprachkundige die arabischen, neapolitanischen bzw. italienischen und französischen Texte zum Vergleich heranziehen können.
Motiv-Beispiele: Dornröschen (La Belle au bois dormant) / Schwanenmädchen / Das bucklicht Männlein / Dummlinge / Tierbräutigam (Beast-Marriage) / Mädchen im Turm (Rapunzel; Persinette) / Rotkäppchen (Chaperon rouge) / Aschenkinder (Cennerentola; Cendrillon) / Undinen u.a.
Literatur: Friedmar Apel: Die Zaubergärten der Phantasie. Heidelberg: Winter 1978. Volker Klotz: Das europäische Kunstmärchen. Fünfundzwanzig Kapitel seiner Geschichte von der Renaissance bis zur Moderne. Stuttgart: Metzler 1985.
Prof. Dr. Dieter Arendt
Magister- und Dissertations-Themen
Oberseminar L3, MA, Prom., HF/NF
Fr, 11-13, B212 Beginn: 20.04.01
Thematik orientiert an Magister-Arbeit, Dissertation und mündlicher Prüfung.
Dr. K. Bauer
Der “Struwwelpeter” und seine Nachfolger
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Di, 16-20, B31, 14-tägl. Beginn: 17.04.01
Das 1844 von dem Frankfurter Nervenarzt Heinrich Hoffmann verfasste Bilderbuch hat sich zum einen als unverwüstlicher Klassiker erwiesen, zum anderen schon früh zahlreiche Nachahmungen, Umschriften, Parodien etc. hervorgerufen. Das Seminar soll der Entstehungsgeschichte des Originals ebenso nachgehen, wie exemplarische Analysen seiner Nachfolger vornehmen sowie strittige Fragen der Rezeption und pädagogischen Bewertung zu klären versuchen.
Dr. K. Bauer
Examenskolloquium
Oberseminar Examenskandidatinnen/-en vom Winter 2001
Di, 16-20, B31, 14-tägl. Beginn: 24.04.01
Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Okt./Nov. 2001 ihr Examen mit der mündlichen Prüfung abschließen.
Prof. S. Ehlers
Die Kurzgeschichte im Deutschunterricht
Hauptseminar L2,3,5, HF/NF, MA, Prom
Mi, 10-12, C26 Beginn: 18.04.01
Die Kurzgeschichte ist eine beliebte Lektüre in der Schule und vielfältig einsetzbar im Sekundarbereich. Das Seminar wird zunächst auf die Gattung und die Entwicklungsgeschichte der Kurzgeschichte eingehen, um dann entsprechend den Lernervoraussetzungen und im Hinblick auf curriculare Ziele das didaktische Handlungsfeld aufzuschließen. Auf dieser Grundlage sollen gemeinsam konkrete Unterrichtsmodelle für die Behandlung der Kurzgeschichte erarbeitet werden.
Literatur: Marx, Lenoie (1977): Die deutsche Kurzgeschichte. 2. überarb. und erw. Auflage. Stuttgart: Metzler
Prof. S. Ehlers
Examenskolloquium
Oberseminar L2,3,5, HF/NF, MA, Prom
Mo, 18-20, B210, 14tägl. Beginn: 30.04.01
Alle, die bei mir im Herbst 2001 Prüfungen machen möchten, sind verpflichtet, an diesem Oberseminar teilzunehmen. Fragen, die die mündliche Prüfung, die Klausur und wissenschaftliche Hausarbeiten betreffen, werden im Rahmen dieses Kolloquiums behandelt.
Chr. Busch / Prof. C. Gansel
Vom Buch zum Film oder Erzählen von Geschichte(n) – Johnsons “Jahrestage” und ihre Verfilmung
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Di, 16-18, B210 Beginn: 17.04.01
Die Verfilmung nach Uwe Johnsons “Jahrestage” unter der Regie von Margarete von Trotta gehört zu den TV- bzw. Filmereignissen des Jahres 2000. Entscheidend für die Realisierung des Anfang der 90er Jahre begonnenen ARD-Projektes war die Erarbeitung des Drehbuches. Die Drehbuchautoren Christoph Busch und Peter Steinbach standen vor der Aufgabe, Johnsons Figuren ein Film-Leben zu geben, sie handeln zu lassen, sie zu vitalisieren. Zudem hatten sie nach Wegen zu suchen, die komplexe Struktur des Textes in das Film-Medium zu übersetzen. Im ersten Teil des Seminars werden ausgewählte Aspekte von Johnsons “Ingrid Babendererde”, “Mutmassungen über Jakob”, “Jahrestage” diskutiert. Im zweiten Teil erfolgt gemeinsam mit einem der beiden Drehbuchautoren – Christoph Busch – eine Arbeit am Drehbuch zu “Jahrestage”. Dabei wird einerseits der Weg vom Text über das Drehbuch zum Film verfolgt und andererseits an Szenen gearbeitet, die letztlich nicht in die Filmfassung gekommen sind. Dieser zweite Teil wird in einem Block realisiert.
Voraussetzung für die Seminarteilnahme ist die Kenntnis der genannten Johnson-Texte wie der Verfilmung Eine persönlich Anmeldung ist erforderlich. (Begrenzte Teilnehmerzahl)
Prof. C. Gansel
Zwischen literarischer Bildung und Lesedidaktik – Vom Umgang mit Texten im Deutschunterricht
Oberseminar L1,2,3,5
Mi, 10-12, B33 Beginn: 18.04.01
Das Seminar wird insbesondere am Gegenstand KJL Fragen der Examensvorbereitung sowie neuere Sekundärliteratur diskutieren.
Prof. W. Gast
50 Jahre Fernsehspiel – Ein Beitrag zur Gegenwartsliteratur?
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Mi, 10-12, B210 Beginn: 18.04.01
Das Fernsehspiel hat sich seit seinen Anfängen vor etwa 50 Jahren als eigenständiges Mediengenre etabliert. Im Seminar wollen wir ‚Fernsehfilme‘ der unterschiedlichsten Art – Literaturverfilmungen, Originalfernsehspiele, docu-dramas, u.a.m. – analysieren und dabei die historischen Stationen der Gattungsgeschichte berücksichtigen.
Literatur: Knut Hickethier, Das Fernsehspiel der Bundesrepublik 1951 - 1977. Stuttgart 1980; Knut Hickethier, Die Fernsehserie und das Serielle des Fernsehens. Lüneburg 1991 (Eine 50-Seiten-Kopiervorlage bei Frau Klein, Zi. B 207; dort auch eine Literaturliste zum Thema).
Prof. W. Gast
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1,2,5
Di, 08.30-10, B210 Beginn: 24.04.01
Es sollen Fragen und Probleme der Vorbereitung und des Ablaufs von Prüfungen besprochen sowie wichtige, häufig gewählte Prüfungsthemen exemplarisch behandelt werden.
Prof. U. Horstmann / Prof. U. Karthaus
Angelsächsische und deutsche Kurzgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Hauptseminar L1,2,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Mo, 10-12, C27 Beginn: 23.04.01
Die Kurzgeschichte wird in der deutschen Literaturwissenschaft und –didaktik meist als eine literarische Nachkriegserscheinung gesehen, deren Blütezeit in die fünfziger und sechziger Jahre fällt. Dies Bild sehr verkürzt; in der englischsprachigen Literatur gibt es zahlreiche bedeutende Kurzgeschichten schon im neunzehnten Jahrhundert, deren Lektüre und Analyse das an den deutschen Exemplaren der Gattung orientierte Bild erweitern kann. Ziel des Seminars soll sein, den Blick der Studierenden des Faches Deutsch auf die Möglichkeiten zu richten, die sich zur Bereicherung des Deutschunterrichts auf diesem Feld anbieten.
Prof. P. Nitsche / Prof. U. Karthaus
Thomas Manns Roman >Doktor Faustus<. Dichtung und Musik
Hauptseminar L2,3, Mag.
Mo, 16-18, Phil. II, D7 Beginn: 23.04.01
Thomas Manns >Doktor Faustus< wurde 1999 von Schriftstellern, Kritikern und Germanisten unter den zehn wichtigsten Romanen des 20. Jahrhunderts genannt. Der intellektuelle und ästhetische Rang dieses Werkes ist in seiner Problematik und in seiner Struktur begründet. Die Geschichte Deutschlands, die während seiner Entstehung in der Katastrophe des NS-Staates mündete, wird mit der Geschichte der deutschen Innerlichkeit und Musikalität in Beziehung gesetzt und mit literarischen Mitteln gestaltet, die an musikalischen Verfahren orientiert sind. Das Seminar will diese Zusammenhänge erörtern. Die Kenntnis des Romans wird vorausgesetzt.
Prof. W. Kluge
Grammatik für die Grundschule – Tradition und Veränderung
Hauptseminar L1,5
Mo, 10-12, G25 Beginn: 23.04.01
“Der andere Grammatikunterricht”: Unter diesem Titel haben Wolfgang Boettcher und Horst Sitta 1978 ein Buch herausgebracht, das für den Grammatikunterricht der Sekundarstufe ein Umdenken forderte und Vorschläge machte für einen “anderen” Grammatikunterricht.
Nach dem “anderen Grammatikunterricht” für die Grundschule müssen wir noch suchen. Zwar vermittelt der neue Hess. Rahmenplan von 1995 bereits eine gute Perspektive, die schulische Praxis aber wird noch weitgehend von einer wenig reflektierten Weiterführung einer am Gymnasium orientierten traditionellen Schulgrammatik bestimmt. Das Seminar soll zu Reflexion, Kritik und neuer Konzeptbildung beitragen.
Prof. W. Kluge
ANSCHRIFTEN. Freies, kreatives Schreiben.
Oberseminar L1,2,5
Kompaktseminar in Rauischholzhsn. Vorbesprechung: Di, 24.04.01, 17 Uhr, B24
Do 7.6., 13 Uhr – Sa 9.6., 17.30 Anmeldung ab 17.04. Zi 213
Beschränkte Teilnehmerzahl. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung. Anmeldungen ab 17. April im Sekretariat, Zimmer B 213.
Prof. W. Kluge
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1
Di, 17-19, B24, 14tägl. Beginn: 08.05.01
Dr. R. Vogt
Geschichte des Deutschunterrichts: Erika Essen
Hauptseminar L1,2,3,5
Mo, 10-12, B210 Beginn: 23.04.01
Das Werk der bedeutenden Marburger Deutschdidaktikerin Erika Essen steht im Mittelpunkt dieser Veranstaltung, vor allem ihre 1955 erschienene "Methodik des Deutschunterrichts". Das Gewicht ihrer Arbeiten soll durch einen Vergleich mit den einschlägigen vorangegangenen Arbeiten - vor allem der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus -, mit zeitgleichen und nachfolgenden Ansätzen bestimmt werden. Darüber hinaus soll auch die aktive Lehrerin erscheinen: Durch Befragungen von Schülern und Kollegen Essens soll ein konkretes Bild ihrer Person und ihrer Persönlichkeit gezeichnet werden.
Dr. R. Vogt
Aktuelle Fragen der Fachdidaktik Deutsch
Hauptseminar L1,2,5
Di, 08-10, C25 Beginn: 24.04.01
Diese Veranstaltung richtet sich nicht nur an Examenskandidaten, sondern auch an andere Studierende in der Phase des Hauptstudiums. Im Mittelpunkt der Arbeit steht - neben für das Examen einschlägigen Themen - die Aufarbeitung aktueller deutschdidaktischer Diskussionen in den einzelnen Bereichen.
Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Sommersemester ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der Nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt.
Vorbereitung
I. Bernd Mo, 16-18, B9 Beginn: 23.04.01
R. Fritz Mo, 8-10, C30 Beginn: 23.04.01
Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen nach Vereinbarung. Siehe auch Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.
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Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.
Prof. S. Ehlers
Zwei- und Mehrsprachigkeit im Deutschunterricht – Proseminar als Einführung für 1. Sem.
Proseminar L1,2,3,5, DaF, HF/NF, MA, Prom
Di, 16-18, B33 Beginn: 17.04.01
Ankündigung: s. S. 48.
E. Kiefer
Film und Theater im deutschsprachigen Raum nach 1945 als Gegenstand der Landeskunde
Proseminar NF, MA, AS
Fr, 14-16, B210 Beginn: 20.04.01
In diesem Proseminar wird es darum gehen, Film und Theater als Gegenstand und Medium der Landeskundevermittlung kennenzulernen. Im interkulturellen, kommunikativen Ansatz von Landeskundevermittlung werden Verhaltensweisen und damit der Alltag, bzw. die Alltagskultur ins Zentrum gerückt. Vermittlung der "hohen Kultur" wird eher mit einem traditionellen Ansatz von Landeskunde verbunden, in dem es primär um Faktenvermittlung geht. Diese beiden Richtungen müssen sich jedoch nicht ausschliessen. Film und Theater sind teils eindeutig der "hohen Kultur" zuzuordnen, teils sind sie Unterhaltung, zugleich sind sie ein Medium für die Vermittlung von Alltag, Geschichte und Lebensgefühl eines Landes. Gerade im nicht deutschsprachigen Ausland, in dem ein direkter Kontakt zur Realität der deutschsprachigen Länder nur schlecht herzustellen ist, können Film und Theater idealer Gegenstand für den Landeskundeunterricht sein.
Grundwissen über die Film- und Theatergeschichte nach 1945, bzw. die Bereitschaft es sich anzueignen, sollte vorhanden sein.
B. Ludwig
Ausspracheschulung
Proseminar NF, AS
Mi, 10-12, C30 Beginn: 18.04.01
In diesem Proseminar geht es um die Erarbeitung von Phonetikübungen für den Fremdsprachenunterricht in homogenen und heterogenen Sprachkursen. Insbesondere soll thematisiert werden, ob und inwieweit in DaF-Lehrwerken -v.a. der neueren Lehrwerkgeneration- phonetische Übungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus können auf Wunsch auch Einzelfallanalysen von SeminarteilnehmerInnen durchgeführt werden.
LITERATUR: Dieling, Helga. Phonetik im Fremdsprachenunterricht Deutsch. Berlin u.a.: Langenscheidt, 1992. – Cauneau, Ilse. Hören, Brummen, Sprechen: Angewandte Phonetik im Unterricht Deutsch als Fremdsprache. Handbuch und Begleitheft, München: Klett, 1992.
Prof. D. Rösler
Didaktik des Anfängerunterrichts: die ersten 20 Stunden
Seminar NF, MA, AS
Di, 10-12, B33 Beginn: 17.04.01
Die Gruppe konstituiert sich, die Beziehung von Lehrenden und Lernenden und die Einstellungen der Lernenden zum Lernprozeß, zu Zielsprache und –kultur werden festgelegt, Arbeitsroutinen bilden sich usw. Die ersten Stunden des Fremdsprachenunterrichts stellen Weichen im Hinblick auf Motivation und Art des Lernens, die langfristig für den Lernerfolg von besonderer Bedeutung sind.
Gleichzeitig sind die ersten Stunden die Zeit des ‚Sprachnotstands’. Wie gehen Lehrende und Lernende mit den beschränkten sprachlichen Mitteln, die zur Verfügung stehen, um? Erfolgt eine inhaltliche Infantilisierung der Lernenden? Welche Rolle spielt in den ersten Stunden die Ausgangssprache der Lernenden? Wie wichtig sind Lehrbücher für die Anfangsphase? Welche sprachlichen Aspekte sollten sinnvollerweise in den ersten zwanzig Stunden behandelt werden? Diesen und anderen Fragen werden wir im Seminar in einer Mischung aus Lehrmaterialanalyse, Selbsterfahrung, Diskussion traditioneller und alternativer Ansätze usw. nachgehen.
Prof. D. Rösler
Interkulturelles Lernen im DaF-Unterricht
Seminar NF, MA, AS
Di, 14-16, B210 Beginn: 17.04.001
Das Stichwort ‘interkulturell’ dominiert nicht nur in der Fremdsprachendidaktik die Diskussionen der letzten zwanzig Jahre. Im Seminar werden wir versuchen, all das, was dabei ins Blickfeld gerückt wurde - Interkulturelle Germanistik, interkulturelle Fremdsprachendidaktik, interkulturelle Landeskunde, interkulturelles Training für Manager und Kulturvermittler, interkulturelle Pragmalinguistik, interkulturelle Pädagogik - zumindest anzuschauen. Der Schwerpunkt der Arbeit im Seminar liegt jedoch in der Auseinandersetzung mit der Frage, wie beim DaF-Lernen in Institutionen außerhalb des deutschsprachigen Raums interkulturelles Lernen als Teil des Sprach- und Kulturerwerbs stattfindet und unterstützt werden kann.
Prof. D. Rösler
DaF-Lernen mit den Neuen Medien
Seminar NF, MA, AS
Do, 10-12, B26 Beginn: 19.04.01
Nur in Verbindung mit der Vorlesung Legutke/Rösler ‚Fremdsprachenlernen mit den Neuen Medien‘ Beschränkte Teilnehmerzahl. Anmeldung ab 16.02., B213
Parallel zur Vorlesung werden hier für den DaF-Bereich relevante Materialien und Konzepte analysiert.
Prof. M. Legutke / Prof. D. Rösler
Fremdsprachenlernen mit den Neuen Medien
Vorlesung L1,2,3,5, NF, MA, AS, Prom
Do, 12-13, A4 Beginn: 19.04.01
Lernsoftware, Email-Kommunikation und Internetrecherchen sind nicht allein deshalb von Bedeutung für das Fremdsprachenlernen, weil Neue Medien im Trend liegen. Bevor man sie in das Fremdsprachenlernen integriert, muß man zeigen, daß sie einen ‚didaktischen Mehrwert’ haben, und aufpassen, daß ihr Einsatz nicht einen Rückschritt hinter den in der Fremdsprachendidaktik erreichten Stand des Wissens darstellt.
In der Vorlesung werden Potential und Grenzen des Einsatzes der Neuen Medien im Fremdsprachenunterricht abgewogen. Behandelt werden u.a. die folgenden Themen: Rückblick auf Erfolg und Mißerfolg der ‚alten’ Medien, Authentizität und Autonomie im Fremdsprachenunterricht, Entwicklung von Medienkompetenz, der gesellschaftliche Kontext des Einsatzes der Neuen Medien, Formen kooperativen Lernens mit den Neuen Medien (Email, Chat, Tandem, Lerngruppenpartnerschaften), Kriterien für die Evaluierung von Lernsoftware, Überblick über vorhandene Software für verschiedene Sprachen und Sprachlernniveaus, kurstragende vs. integrierte Lernsoftware, Verhältnis von Selbstlernen und Lernen im Klassenverband, Rolle des Lehrers.
Prof. D. Rösler
Examenskolloquium
Oberseminar NF, MA, AS, L1,2
Do, 14-16, 1st, B210 Beginn: 19.04.-31.05.01
Da ich in diesem und im kommenden Semester aufgrund eines ‚Prüfer-Engpasses’ auch verstärkt in den Bereichen L1 und L2 prüfen werde, wird das Examenskolloquium in diesem und im kommenden Semester jeweils am Anfang auf die Interessen der L1 und L2 Studierenden zugeschnitten sein.
Prof. D. Rösler
Doktorandinnenkolloquium
Seminar Prom
Do, 14-16, 1st, B210 Beginn: 07.06.-12.07.01
N. Würffel
Innovativ-alternative Lehrmethoden im Fremdsprachenunterricht
Proseminar NF, MA, AS
Mo, 16-18, B210 Beginn: 23.04.01
Seit Jahren gibt es in der Fremdsprachendidaktik Lehrmethoden, die als innovative oder alternative Methoden bezeichnet werden. Im Seminar werden wir uns mit einigen dieser Methoden beschäftigen, wobei wir uns nicht nur auf geschlossene Formen wie die Suggestopädie, Total Physical Response, Psychodrama etc. beschränken werden, sondern auch offenere Formen bzw. Verfahren wie die Globale Simulation, Lernen durch Lehren, Tandemmethode etc. miteinbeziehen werden. Folgende Fragen werden dabei im Mittelpunkt stehen: Stellen diese Methoden wirklich Alternativen zu “traditionellen” oder “main-stream” Lehrmethode(n) dar? Inwieweit sind Teile der Alternativen Methoden immer schon oder inzwischen selbstverständlicher Bestandteil der “main-stream” Methode(n)? Wenn nicht, lassen sich Aspekte dieser Methoden auch in z.B. prüfungsorientierte Kurse integrieren oder eignen sich die Methoden nur für spezielle Zielgruppen?
Die Beschäftigung mit den Methoden wird sich nicht auf die theoretischen Ebene beschränken. Gerade weil die meisten dieser Methoden “alle Sinne ansprechen” wollen, erscheint eine praktische Erprobung zumindest von Elementen der einzelnen Methoden für ein besseres Verständnis notwendig. Wir werden die Methoden deshalb nach einer theoretischen Erarbeitung ansatzweise anhand eigener Unterrichtsentwürfe erproben und anschließend im Plenum reflektieren.
LITERATUR: Henrici, Gert; Zöfgen, Ekkehard (Hrsg.): Innovativ-alternative Methoden. Tübingen (Gunter Narr) 1996. (= Fremdsprachen lehren und lernen 25).
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Anmerkungen bitte an: webmaster@germanistik.uni-giessen.de |
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ss01.shtml Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr |