JLU Giessen

Fachbereich 05
Sprache, Literatur, Kultur

Germanistik

 

Fachbereich Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis:

Sommersemester 1998


Inhalt

Hinweise zur Benutzung
Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs
Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur
Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literatur
Sprecherziehung
Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Sprechstundentermine der Lehrenden
Termine der Fachschaft
Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek, Ausleihbedingungen

Hinweise zur Benutzung

Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.

Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Dezember 1996 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.

Studienberatung

Beauftragter für die Studienberatung ist Herr StR i.H. Bialke, bei dem auch die Studienordnungen erhältlich sind. Herr Bialke ist auch Zwischenprü fungsbeauftragter des Fachbereichs Germanistik und damit zuständig für die fachliche Zulassung zur Zwischenprüfung.

Abkürzungen

HF: - Hauptfach, NF = Nebenfach

L1: - Lehramt an Grundschulen

L2: - Lehramt an Haupt- und Realschulen

L3: - Lehramt an Gymnasien

L5: - Lehramt an Sonderschulen

Prom.: - Promotion

Mag.: - Magister;

DaF: - Deutsch als Fremdsprache

AVL: - Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft

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Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs

Einführung in das Studium der Germanistik

Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten:

1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),

2. einem Einführungsseminar und

3. einem Tutorium.

Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsveranstaltungen für das Sommersemester erfolgt am Donnerstag, den 16.4.1998, um 8.00 Uhr im Hörsaal A2 über eine schriftliche Wahl. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit. Wer diesen Termin nicht wahrnehmen kann, kann bereits ab März vor dem Zimmer B142 oder in der Fachschaft ein Wahlformular erhalten, ausfüllen und in Zimmer B142 abgeben.

Diese Wahl ist zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Sommersemester, nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder abmelden.

Die Teilnahmelisten der Einführungen mit Raumangaben hängen am Montag, den 20.4.1998, in allen Instituten aus.

Prof. Dr. Christine Lubkoll / Dr. Harald Neumeyer

Einführung in die Literaturtheorie und Kulturwissenschaft

Proseminar AVL

Di 14-16, B 31 21.04.98

Das Seminar gehört zu den beiden Einführungsveranstaltungen im neu eingerichteten Fach ,Komparatistik' (eine ,Einführung in die vergleichende Literatur- und Kulturgeschichte' findet jeweils im Wintersemester statt, die ,Einführung in die Literaturtheorie und Kulturwissenschaft' jeweils im Sommersemester). In diesem Kurs werden in der ersten Hälfte ausgewählte Bereiche der Literaturtheorie behandelt (Texttheorien: Hermeneutik, Strukturalismus und Dekonstruktivismus; Intertextualitätstheorien und Theorien der literarischen Übersetzung). In einem zweiten Schritt werden kulturwissenschaftliche Ansätze besprochen, die für die Literaturwissenschaft nutzbar gemacht werden können (Mentalitätsgeschichte, Diskursanalyse, Systemtheorie, Kultursemiologie, Gender-Forschung). Die theoretischen Diskussionen werden jeweils mit der exemplarischen Anwendung an literarischen Texten verbunden.

Es wird empfohlen, begleitend die Einführungsvorlesung in die Komparatistik zu besuchen.

Das Seminar steht, soweit die Teilnehmerzahl nicht zu hoch ist, auch Studierenden der Germanistik offen.

Dr. Michael Schlott

Einführung in die germanistische Literaturwissenschaft

Einführungsseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, AVL

Do 14-16, B 128 16.04.1998

Ziel des Seminars ist die Vermittlung einer möglichst breiten germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer thematischer Komplexe werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in philologische Verfahrensweisen eingeübt und mit erprobten Strategien der literaturwissenschaftlichen Problembearbeitung bekannt gemacht. Die Erarbeitung wichtiger methodologischer, wissenschaftsgeschichtlicher und studienorganisatorischer Grundlagen des Faches wird nicht zu kurz kommen und soll - ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Studierenden - auch eine Auseinandersetzung mit dem (nicht unproblematischen) Verhältnis von angezielter Berufspraxis und germanistischem Studium enthalten. Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, sich auch auf das sog. philologische Handwerk einzulassen: Bücherkunde, bibliographische Schulung, Quellenerschließung, Archivierung, Umgang mit Zitaten, schriftliche Form germanistischer Arbeiten etc.

LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 3. Auflage. München: Fink 1993 (UTB 1582).

Prof. Dr. Carsten Gansel

Einführung in die Literaturwissenschaft und Literaturdidaktik

Einführung L1, L2, L5, DaF

Mi 10-12, C27 Beginn: 22.04.98

Das Seminar führt in Grundbegriffe, Methoden und Arbeitstechniken der Literaturwissenschaft und -didaktik ein. Schwerpunkte bilden die Analyse von Erzähltexten. Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet.

N.N.

Einführung in die Sprachwissenschaft / Sprachdidaktik

Einführung L1, L2, L5

Di 10-12 Beginn: 21.04.98

Dr. Thomas Gloning

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1,L2,L3,L5,Mag.

Di 10-12, F 6 Beginn: 21.04.1998

Wir haben einen Sommer lang Zeit, uns mit der deutschen Sprache, mit unterschiedlichen Formen des Sprachgebrauchs und mit der Sprachwissenschaft zu beschäftigen. Danach sollten Sie beurteilen können, ob bzw. wie Sie in diesem weiten Feld weiterstudieren wollen oder können. Ich schlage vor, wir befassen uns mit Themen, die als Beispiele für unterschiedliche Bereiche und Fragestellungen dienen können, z.B.: Grundstrukturen des Streitens und Argumentierens (Bereich Kommunikationsanalyse); Verständlichkeit und Optimierung von Gebrauchstexten (Bereich Angewandte Sprachwissenschaft); Sprachgebrauch und neue Medien (Bereich Computerlinguistik); Nominalgruppen im Deutschen (Bereich Grammatik); Textentwicklungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart (z.B. in Briefen, Rezepten, Zeitungen; Bereich Sprachgeschichte). - Dabei möchte ich Ihnen auch einige Hilfsmittel zeigen (z.B. Bibliographien oder das Internet) und Sie mit wichtigen Arbeitsformen vertraut machen.

Dr. Antje Holzhauer

Einführung in die Literaturwissenschaft -
Der Ritter: Krieger, Politiker, Verführer

Einführungsseminar L1,L2,L3,L5,Mag.

Di 10-12, B 31 Beginn: 21.04.1998

Der Einführungskurs soll Grundbegriffe, Methoden und Arbeitstechniken der Literaturwissenschaft vermitteln und an Beispielen aus der mittelalterlichen Literatur einüben.

Die Beschäftigung mit mittelalterlichen Texten, Erarbeitung von Kurzreferaten und Erstellung einer Hausarbeit sind Inhalte dieses Seminars. Ein begleitendes Tutorium führt in wissenschaftliche Arbeitstechniken (Protokoll, Referat, Hausarbeit) ein und erklärt die Benutzung wichtiger Hilfsmittel (Bibliographien, Handbücher, Fachzeitschriften).

LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft, München 3. Aufl. 1993 (UTB 1582). - Hilkert Weddige: Einführung in die Germanistische Mediävistik, München 3. Aufl. 1997 (Beck). - Bumke/Cramer/Kartschoke: Geschichte der deutschen Literatur im Mittelalter, 3. Bde., München 1990f. (dtv 4551, 52, 53). - Joachim Bumke: Höfische Kultur, München 2. Aufl. 1986 (dtv 4442).

Dr. Martin Wachtel

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,HF/NF

Di 10-12, B 24 Beginn: 21.04.1998

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.

Die TeilnehmerInnen sollen lernen,

- mit Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,

- eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier:

- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,

- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

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Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur

Deutsche Sprache

Vorlesungen

Prof. Dr. Hans Ramge

Sprache in Zeit und Raum

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10-12, A 5 Beginn: 15.04.1998

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Geschichte der deutschen Sprache und ihre Ausdifferenzierung in (dialektalen) Sprachräumen. Dabei wird in den Grundzügen dargestellt, wie heutige Sprachvarianten (Dialekte - Umgangssprachen - Standardsprache; gesprochenes und geschriebenes Deutsch, soziale Varianten) sich historisch entwickelt haben und - umgekehrt - welche Erkenntnisse aus den heutigen Verhältnissen für die Erhellung der Sprachgeschichte zu gewinnen sind. Im Zusammenhang der Vorlesung werden auch Modelle und Theorien zur Beschreibung und Erklärung von Sprachwandel und Sprachveränderung in Zeit und Raum diskutiert.

Grundstudium

Prof. Dr. Hans Ramge

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar (Grundlagenseminar) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 16-18, B 106 Beginn: 21.04.1998

Das Proseminar ist als einführendes Grundlagenseminar eine Komplementärveranstaltung für Studierende, die eine 'Einführung mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft' besucht haben. Es vermittelt einen Überblick über die Gegenstände und Methoden der Sprachwissenschaft mit dem Ziel, die Teilnehmer/innen zu befähigen, sprachwissenschaftliche Fragen mithilfe der Fachliteratur selbständig zu bearbeiten und sprachliche Texte verschiedener Art zu analysieren.

Dr. Martin Wachtel

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 8-10, B 106 Beginn 21.04.1998

Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.

Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,

- mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,

- selbständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Im Rahmen der einzelnen thematischen Blöcke sollen die TeilnehmerInnen in Form von Übungen das Gelernte anwenden und vertiefen.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Einführung in die Textlinguistik

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Do 16-18, B 106 Beginn: 16.04.1998

Das Schreiben, das Analysieren und das reflektierte Verwenden von Texten sind Hauptaufgaben von Germanistinnen und Germanisten in Studium und Beruf. Die erfolgreiche Bewältigung dieser Aufgaben setzt eine genaue Kenntnis der Aufbauprinzipien von Texten voraus. In diesem Proseminar sollen zunächst diese Aufbauprinzipien eingeführt werden, von der einfachen Satzverknüpfung über die thematische Struktur bis hin zur Anordnung und Verknüpfung von größeren Textbausteinen. An praxisnahen Fragen sollen behandelt werden: alternative Möglichkeiten des Textaufbaus, Wissensaufbau mit Texten, Verständlichkeit von Texten, Kommunikationen mit Text und Bild. In der zweiten Semesterhälfte werden praktische Übungen zur Textanalyse, Textproduktion und Textverbesserung gemacht. Als Leistungsnachweis dienen 2 Tests und die Anfertigung eines selbstkommentierten Übungstexts.

Juliane Glüer

Die ersten Zeitungen

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 16-18, B 31 Beginn: 20.04.1998

Im Zentrum des Seminars soll ein neues Medium der frühen Neuzeit stehen, die Meßrelation, eine halbjährlich erscheinende Nachrichtensammlung; zum Vergleich werden weitere Berichtsmedien der Zeit herangezogen. In den Meßrelationen lassen sich eine Reihe interessanter Texttypen finden wie z.B. reportagehafte oder legendenhafte Erzählungen, Wunderberichte und kommentierende Texte, die in dem Seminar beschrieben werden sollen. Weitere Gesichtspunkte der Analyse sollen etwa die Prinzipien des globalen Aufbaus der Meßrelationen, der Umgang mit den Quellen und die Reichweite der Einlösung von Qualitätsprinzipien wie Quellentransparenz, Unparteilichkeit und Verständlichkeit sein. - Dieses Seminar ist zugleich eine Einführung in das Frühneuhochdeutsche.

LITERATUR: Fritz, Gerd/ Straßner, Erich (Hg.): Die Sprache der ersten deutschen Wochenzeitungen im 17. Jahrhundert. Tübingen 1996.

Dr. Roland Mulch

Einführung in die kommunikative Dialektologie

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 14-16, Phil. II, E 07 Beginn: 16.04.1998

Wenn man den Dialekt auffaßt "als ein historisches Phänomen, das sich im Laufe der Zeit in seinem Charakter ändert, und das deshalb auch in jeder Zeitepoche in unterschiedlicher Weise zu definieren ist", dann konzentrieren sich die Inhalte der Dialektologie auf drei Schwerpunkte:

  1. gesellschaftliche Gruppierungen
  2. gesellschaftliche Situation
  3. Raum

Den drei genannten Bereichen kann man auch drei Teildisziplinen der Dialektologie zuordnen: Dialektgeographie, pragmatische und soziologische Aspekte der Dialekte. Mit diesen Fragestellungen wollen wir uns in diesem Seminar beschäftigen.

LITERATUR: Klaus J. Mattheier, Pragmatik und Soziologie der Dialekte. Heidelberg 1980 (UTB 994)

Dr. Anne Potthoff-Knoth

Einführung ins Althochdeutsche

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Fr 10-12, G 27 Beginn: 17.04.1998

Die althochdeutsche Sprache (ca. 750-1050 n.Chr.) ist die älteste schriftlich bezeugte Stufe des Deutschen. Ihre Sprachquellen sind u.a. Inschriften, Glossen, Übersetzungstexte und autochthone Texte. Zum Althochdeutschen zählen die Merseburger Zaubersprüche, das Hildebrandslied, das Wessobrunner Gebet; bedeutende Persönlichkeiten althochdeutscher Literatur sind Notker III. von St. Gallen sowie Otfrid von Weißenburg. Anhand der Lektüre ahd. Texte soll in dieser Veranstaltung ein Einblick in die Sprache und Literatur des Althochdeutschen gegeben werden.

Dr. Regina Quentin

Geschlechtsspezifisches Erzählen bei Kindern

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 18-20, B 106 Beginn: 16.04.1998

Gegenstand der Lehrveranstaltung ist der Zusammenhang von Sprache und Geschlecht. Im Mittelpunkt des Seminars steht die Frage, ob es Unterschiede im Sprach- und Erzählverhalten von Jungen und Mädchen gibt. In Anlehnung an zentrale Arbeiten zur Erzählforschung und unter Berücksichtigung textlinguistischer Fragestellungen sollen sowohl schriftliche als auch mündliche Texte, verschiedene Textformen und unterschiedliche Altersstufen betrachtet werden.

Aufgrund der begrenzten vorliegenden Literatur zu diesem Thema werden eigenständige Untersuchungen der Teilnehmenden die Grundlage der Seminararbeit bilden.

LITERATUR: Samel, Ingrid (1995): Einführung in die feministische Linguistik. Berlin. - Boueke, Dietrich/ Schülein, Frieder/ Büscher, Hartmut/ Terhorst, Evamaria/ Wolf, Dagmar (1995): Wie Kinder erzählen. Untersuchungen zur Erzähltheorie und zur Entwicklung narrativer Fähigkeiten. München. - Hausendorf, Heiko/ Quasthoff, Uta M. (1996): Sprachentwicklung und Interaktion. Eine linguistische Studie zum Erwerb von Diskursfähigkeiten. Opladen.

Dr. Jörg Riecke

Wortgeschichten

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 16-18, B 31 Beginn: 16.04.1998

Wörter haben, wie alles im Leben, ihre Geschichte. Woher kommen die Wörter unserer Sprache? Warum haben sich viele von ihnen im Laufe der Zeit so sehr verändert, daß wir sie in älteren Texten oft kaum noch wiedererkennen können? Veränderungen vollziehen sich auf der Ausdrucksseite der Sprache, auf der Inhaltsseite oder in beiden Bereichen. Wortgeschichten können sehr alt sein und den ganzen abendländischen Kulturraum umspannen (Hanf, Ingwer) oder neuere Entwicklungen der Sprach- und Kulturgeschichte widerspiegeln (Tante, Onkel; Frauenzimmer). In diesem Proseminar soll ausgewählten Wortgeschichten nachgespürt werden. Im Zusammenhang betrachtet dient die Beschäftigung mit der Wortgeschichte zugleich aber auch als Einführung in die historische Semantik und in die Lexikologie des Deutschen. Im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen den folgenden Titel:

LITERATUR: Elmar Seebold: Etymologie. Eine Einführung am Beispiel der deutschen Sprache. Beck'sche Elementarbücher, München 1981.

Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Spracherwerb

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 8-10, B 31 Beginn: 15.04.1998

Auf der Grundlage angeborenen Wissens erwerben Kinder die Sprache der Gemeinschaft, in der sie leben; mit dieser grundsätzlichen Feststellung ist jedoch noch nichts geklärt. In dem Seminar sollen mit Hilfe einer umfassenden Sammlung von Sprachdaten von Kindern bis zu 4 Jahren die folgenden Fragen bearbeitet werden:

  1. In welchem zeitlichen Rahmen läuft der Spracherwerb ab?
  2. Welche speziellen Entwicklungsrhythmen gibt es bei der quantitativen Erweiterung - der Herausbildung des phonetisch-phonematischen Könnens - der Grammatik - des Lexikons?
  3. In welcher Weise ist das Sprachangebot aus der Umwelt an der Entwicklung beteiligt?

Leistungsnachweis: Analyse eines Protokolls als Hausarbeit aufgrund der Verfahren aus dem Seminar.

Britt-Marie Schuster, M.A.

Einführung in die Stilistik

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 14-16, B 31 Beginn: 16.04.1998

In diesem Seminar soll die Frage beantwortet werden, was unter dem Begriff "Stil" zu verstehen ist, wie sich der Stil eines Textes sprachlich ausdrückt und wie einzelne Stile voneinander abgegrenzt werden können (z.B. Gruppenstil, Zeitstil etc.). Das Seminar besteht aus zwei, aufeinander aufbauenden Teilen: Nach einem Durchgang durch die gängigen Stiltheorien und einer Einführung in die Grundbegriffe der Stilistik soll den SeminarteilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben werden, das erworbene Wissen anhand von eigenen Textanalysen zu erproben. Die Textanalysen stützen sich dabei auf literarische Texte (z.B. von Thomas Mann und Franz Kafka), Gebrauchstexte (z.B. Geschäftsbriefe), sie sollen aber auch Reden und Dialoge aus der mündlichen Kommunikation umfassen.

LITERATUR: B. Sowinski, Stilistik, Stuttgart 1991.

Klaus-Peter Ulbrich

Theorie und Praxis fachsprachlicher Kommunikation

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 14-16, B 24 Beginn: 21.04.1998

Die zunehmende Differenzierung der industriellen Gesellschaften in Teilsysteme führt zu entsprechend spezialisierten Kommunikationsformen. Gegenstand dieses Seminars sind die strukturellen und funktionalen Eigenschaften dieser fachsprachlichen Kommunikationsformen. Dabei sollen die sprachlichen Methoden und Verfahren für eine Analyse von fachsprachlichen Texten vorgestellt werden. Darüber hinaus wird insbesondere auf die Probleme der Kommunikation zwischen Fachleuten und Laien eingegangen. Anhand verschiedener Textbeispiele soll dieses Thema anschließend vertieft werden.

Dr. Martin Wachtel

Film- und Fernsehanalyse

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 14-16, B 24 Beginn: 20.04.1998

Das Seminar bietet eine Einführung in die Entwicklung, Struktur und Analyse audiovisueller Texte. Neben einer ausführlichen Darstellung unterschiedlicher Transkriptionssysteme werden folgende ausgewählte Themen behandelt:

- Geschichte der Montageformen: Vom Stummfilm zum Videoclip

- Text-Bild-Theorie und Verständlichkeit

- Programmgeschichte ausgewählter Film- und Fernsehgattungen

Diese Themen sollen in Projektgruppen bearbeitet werden.

Dr. Martin Wachtel

Medien und Kommunikation als Lernfeld

Proseminar L1,L2,L3,L5

Mo 18-20, C 30 Beginn: 20.04.1998

Die Medienlandschaft hat in den vergangenen Jahren radikale Umbrüche erfahren und die Bedingungen öffentlicher wie auch privater Kommunikation haben sich maßgeblich verändert. Das wachsende Medienangebot schafft vielfältige neue Möglichkeiten der Kommunikation, der Information, der Unterhaltung und des Lernens. Folgerichtig gewinnt der schulische Arbeitsbereich 'Umgang mit Medien' wachsende Bedeutung. Dies dokumentieren auch die neuen Rahmenpläne 'Deutsch' des Hessischen Kultusministeriums. In diesem fachdidaktischen Zusammenhang wird das Seminar wichtige medienwissenschaftliche und medienpraktische Kenntnisse und Fertigkeiten vermitteln. Folgende Themen werden behandelt:

- Produktions- und Produktanalyse

- Mediengeschichte: Textgattungen und Textstrukturen im Medienwandel

- Medienvergleich

- Medienwirkung, Mediennutzung, Mediensozialisation, Medienbiographie

- Produktionspraxis: Grundkenntnisse aktiver Medienarbeit

Hauptstudium

Prof. Dr. Gerd Fritz

Kontroversen. Struktur und Geschichte einer Kommunikationsform

Hauptseminar L3,Mag,Prom.,HF/NF

Mo 14-16, B 106 Beginn: 20.04.1998

Kontroversen bilden eine Familie von komplexen Kommunikationsformen, die zumeist deskriptive, argumentative und polemische Elemente enthalten. Sie spielen eine wichtige Rolle in der politischen, der religiösen, der literarischen und natürlich auch der wissenschaftlichen Kommunikation. Im günstigen Fall klären Kontroversen die Standpunkte und dienen dem Erkenntnisgewinn. In diesem Seminar soll zunächst eine Einführung in Grundstrukturen dieser Kommunikationsformen gegeben werden, mit einem Schwerpunkt auf dem Repertoire und der Verknüpfung argumentativer Züge (z.B. Einwände, Argumente, Schlüsse). Anschließend sollen exemplarische Analysen von Ausschnitten neuerer Kontroversen erarbeitet werden. In der zweiten Semesterhälfte liegt der Schwerpunkt der Arbeit auf der Analyse einer Kontroverse aus der Zeit um 1700. Vorausgesetzt werden elementare Kenntnisse der Dialoganalyse und der Argumentationslehre. Zur Vorbereitung empfehle ich die Lektüre von Fritz (1994) und Heringer u.a. (1977). Die Funktion von Kontroversen als Mittel des Erkenntnisgewinns beleuchtet Dascal (1997). Kopien der angegebenen Texte finden Sie im Seminarordner in der Fachbereichsbibliothek.

LITERATUR: Fritz, G.: Grundlagen der Dialogorganisation. In: Fritz, G. / Hundsnurscher, F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse. Tübingen 1994, 177-202. - Heringer, H.J. u.a.: Einführung in die Praktische Semantik. Heidelberg 1977. (Kap. 13: Argumentieren). -
Dascal, M.: Epistemology, controversies, and pragmatics. Tel Aviv 1997 (Mskr.).

Prof. Dr. Gerd Fritz

Modalverben im Deutschen. Syntax - Semantik - Geschichte

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 10-12, B 106 Beginn: 21.04.1998

Das Seminar dient der Einführung in theoretische und methodische Fragen der grammatischen und semantischen Beschreibung. Die Modalverben des Deutschen (dürfen, können, mögen, müssen, sollen, wollen) sind ein besonders geeigneter Gegenstand für diesen Zweck, weil sie sich auszeichnen (i) durch einen besonderen syntaktischen Status zwischen Haupt- und Hilfsverben, (ii) durch eine auffallende Struktur ihres Systems von Verwendungsweisen (Er kann Latein, Du kannst jetzt aufhören, Er kann in Bonn gewesen sein) und (iii) durch eine interessante semantische Entwicklungsgeschichte.

LITERATUR: Öhlschläger, G.: Zur Syntax und Semantik der Modalverben des Deutschen. Tübingen 1989. - Fritz, G.: Historische Semantik der Modalverben. Problemskizze - exemplarische Analysen - Forschungsüberblick. In: Fritz, G./ Gloning, Th. (Hg.): Untersuchungen zur semantischen Entwicklungsgeschichte der Modalverben im Deutschen. Tübingen 1997, 1-158.

Dr. Thomas Gloning

Metaphern

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF

Di 8-10, B 33 Beginn: 21.04.1998

»Hört man jemanden sagen: ›Sally ist ein Eisklotz‹, oder: ›Sam ist ein Schwein‹, so wird man wahrscheinlich annehmen, daß der Sprecher nicht meint, was er wörtlich sagt, sondern metaphorisch spricht. Wahrscheinlich wird man keine großen Schwierigkeiten haben herauszubekommen, was er meint. Wenn er sagt: ›Sally ist eine Primzahl zwischen 17 und 23‹ oder ›Bill ist eine Stalltür‹, so nimmt man möglicherweise immer noch an, daß er metaphorisch spricht; aber es ist viel schwieriger herauszubekommen, was er meint«. Dies ist der Anfang von John Searles Aufsatz über Metaphern, der eine Reihe interessanter Fragen aufwirft, z.B.: Wie funktioniert eigentlich metaphorische Rede und unter welchen Bedingungen? Wie hängt metaphorische Rede mit der Bedeutung sprachlicher Ausdrücke zusammen? Welche Gründe gibt es, metaphorisch zu reden? Wo reden die Leute metaphorisch und wo nicht? - Wenn bestimmte Metaphern immer wieder gebraucht werden, verfestigen sie sich und gehören schließlich zum etablierten Inventar sprachlicher Mittel. Sie geben, so hoffen manche, auch Aufschluß über die kognitive Organisation des Menschen oder zeigen wichtige Grundzüge einer Kultur. - Im Seminar sollten wir (1) grundlegende Texte über Metaphern lesen (z.B. Searle, Lakoff/Johnson); (2) den Gebrauch von Metaphern in unterschiedlichen Kommunikationsformen untersuchen; (3) die Konsequenzen metaphorischer Rede für unterschiedliche Wortschatzbereiche des Deutschen erarbeiten.

LITERATUR: Searle, J.R.: Ausdruck und Bedeutung. Untersuchungen zur Sprechakttheorie. Frankfurt a.M. 1982. - Lakoff, G./ Johnson, M.: Metaphors we live by. Chicago/ London 1980.

Prof. Dr. Hans Ramge

Journalistische Textsorten

Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 16-18, B 106 Beginn: 20.04.1998

Das Hauptseminar ist Teil des Studienangebots 'Informationsvermittlung und Medien' und deshalb für die Studierenden gedacht, die sich an dem mehrsemestrigen Studienangebot des Instituts beteiligen. In dem Seminar sollen die wichtigsten theoretischen und praktischen Einsichten in Produktion und Rezeption journalistischer Textsorten vermittelt werden. Dabei stehen die Printmedien, vor allem die Tageszeitungen, im Vordergrund, und der inhaltliche Schwerpunkt liegt bei Nachrichten und Kommentaren. Es sollen Fragen des medialen Settings, der Textorganisation und -präsentation, der Verständlichkeit und der Funktionen journalistischer Textsorten behandelt werden. Zum Seminar gehört verbindlich eine Kompaktveranstaltung mit einem Praktiker aus dem Medienbereich.

Prof. Dr. Hans Ramge / Britt-Marie Schuster, M.A.

Das Wilde Kind von Aveyron und das Problem der sprachlichen Sozialisation

Oberseminar L3,L5,Mag.,Prom.,DaF

Mo 18-20, B 106 Beginn: 20.04.1998

Die 'Wilden Kinder' (oder 'Wolfskinder') und die sich meist anschließenden Bemühungen um ihre späte Sozialisation sind kulturhistorisch von hohem Interesse, weil ihr merkwürdiges Erscheinen nicht nur Staunen und sensationslüsterne Neugier auslöst, sondern leicht in den philosophischen, pädagogogischen, medizinischen, linguistischen Diskurs der Zeit gerät. Ausgehend von dem Fall Gene, der in den siebziger Jahren eine große Debatte in den USA auslöste, soll das Schwergewicht des Seminars in der Analyse eines besonders gut dokumentierten Falls aus der Zeit um 1800 bestehen: Das 'Wilde Kind' Victor von Aveyron und die Bemühungen des Arztes Dr. Itard um seine sprachliche Sozialisation berühren Kernpunkte der anthropologischen Debatten der Zeit, im Ergebnis aber auch wegen der wissenschaftlichen Bedeutung Itards die weitere Entwicklung der Sprachlernpädadogik - mit Auswirkungen bis in die Gegenwart (in der Pädadogik, aber auch z.B. in F. Truffauts Film L'enfant sauvage). Dieses ziemlich komplexe Gefüge aus kultur- und wissenschaftsgeschichtlichen Fragestellungen soll, Interessen der Teilnehmer/innen folgend, aus der Perspektive der Kindersprach- und Spracherwerbsforschung genauer untersucht werden.

Prof. Dr. Fritz Vahle

Sprache und Bewegung (mit praktischen Übungen)

Hauptseminar L1,L2,L5

Mo 10-12, B 9 Beginn: 27.04.1998

Das Thema wird zunächst aus frühgeschichtlicher Sicht und aus der Sicht gegenwärtiger kindlicher Sprach- und Bewegungsentwicklung betrachtet. Da-bei werden bereits pränatale Entwicklungen berücksichtigt, z.B. der Funk-tionszusammenhang von Hirn, Herz, Hand und Gehör beim Embryo als Voraussetzung für die spätere Entwicklung des Kindes. Erste Kinderworte im Be-wegungskontext und in ihrer bisher selten gesehenen poetischen Potenz werden behandelt. Es folgt eine Erörterung menschlicher Bewegungsformen (Gehen, Stehen, Sitzen) aus sprach- und bewegungsdidaktischer Sicht und der folgenden Fragen: Hat die Beweglichkeit und Energie unserer Hände etwas mit unserem Denken und Sprechen zu tun? Lassen sich im Zusammenhang von Berühren, Fühlen und Sprechen - spielerisch vorgeführt in einem Bewegungslied - nicht nur das Erleben angestrebter Harmonie von Denken und Fühlen, sondern auch Gefühlsblockaden (bis hin zur Mißbrauchs- und Gewaltproblematik) erörtern? - Übungen zur körperlichen und sprachlichen Beweglichkeit werden im Sinn von pädagogisch orientierten Selbsterfahrungen und in ihrer praktischen Anwendung für die spätere Arbeit mit Kindern erprobt. Auch interkulturelles Lernen, Impulse aus fernöstlichen und europäischen Bewegungskulturen werden berücksichtigt. In diesem Sinne spielen auch im Seminar entsprechende Bewegungsübungen, Bewegungslieder und Bewegungsmeditationen eine zentrale Rolle.

LITERATUR: Fredrik Vahle: Kinderlied. Erkundungen zu einer frühen Form der Poesie im Menschenleben. Weinheim/Basel: Beltz 1992 (Beltz Grüne Reihe). - Ders.: Hupp Tsching Pau. Das Bewegungsliederbuch. Weinheim/Basel: Beltz 1996 (Reihe Beltz Praxis).

Dr. Martin Wachtel

Sprache in der Politik - Politik in der Sprache.

Hauptseminar L2,3,5, Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 16-18, B 24 Beginn: 20.04.1998

PolitikerInnen, JournalistInnen und politische Öffentlichkeit bilden den Zusammenhang, in dem politische Kommunikation sich entfaltet. Themen werden von den Parteien gezielt propagiert, Kontroversen öffentlichkeitswirksam eingeführt, parteipolitisch polarisiert und - insbesondere im Wahlkampf - auf Kandidaten hin personalisiert. Journalisten und Medien nutzen das Kommunikationsangebot der Parteien als Propagandisten, als neutrale Informationsvermittler, als Advokaten allgemeiner oder spezifischer Interessen und/oder als 'Quotenjäger', die den Aufmerksamkeits- und Unterhaltungswert personalisierter Kontroversen für ihre Programme nutzen. Die interessierten Adressaten wiederum wenden sich diesem massenmedialen Angebot mit unterschiedlichen Interessen zu: Als ParteigängerInnen können sie eine Verstärkung ihrer Überzeugungen anstreben, als WählerInnen können sie Argumente für Wahlentscheidungen suchen, als politisch interessierte BürgerInnen sammeln sie aktuelle Informationen über aktuelle politische Themen und als eskapistisch orientierte Zuschauer, Zuhörer und Leser suchen sie in der Rezeption vor allem Unterhaltung, Aufregung und Entspannung.

Das Seminar wird in dem skizzierten Zusammenhang und am Beispiel vergangener Bundestagswahlkämpfe die Entwicklung und Veränderung ausgewählter Vermittlungformen politischer Kommunikation untersuchen. Interessierten Studierenden wird zudem die Möglichkeit geboten, projektorientiert an Analysen zum Bundestagswahlkampf 1998 mitzuwirken.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Linguistisches Colloquium

Oberseminar L3,Mag.,Prom.

Mo 18-20, C 26 Beginn: 20.04.1998

Im Linguistischen Colloquium sollen in diesem Semester neuere Publikationen, vor allem aus dem Bereich der Geschichte von Kommunikationsformen und der Lexikologie, behandelt werden. Daneben sollen entstehende wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt werden. Auf Wunsch können auch Themen diskutiert werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.

Dr. Martin Wachtel

Examens-Kolloqium

Oberseminar L1,L2,L5

Mo 20-22, B 106 Beginn: 20.04.1998

Mittelalterliche Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Deutsche Dichtung des Mittelalters (Epochenzyklus)

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF,
Gasthörer/innen

Di 16-18, A 1 Beginn: 21.04.1998

Entstehungsbedingungen der deutschen Dichtung im frühen Mittelalter - Das Mittelalter als Epoche / Epochen des Mittelalters - Alt- und mittelhochdeutsche Dichtung (8.-15. Jahrhundert): Gattungen, Tendenzen, die wichtigsten Texte - Erinnertes Mittelalter oder: Mittelalter nach dem Mittelalter ( Romantik, Gegenwart)

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Europäische Reiseberichte und Länderbeschreibungen. 2. Teil: Mittelalter und Frühe Neuzeit

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF,AVLHörer/
innen aller Fachbereiche,Gasthörer/innen,
WV,GS/HS
Mi 8.30-10.00, A 5 Beginn: 15.04.1998

In ausgewählten Beispielen europäischer mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Reiseberichte und Länderbeschreibungen werde ich diese Erzählgattung vorstellen und eine Reihe von Mitteilungsmustern beschreiben. Ab Mitte des 13. Jahrhunderts beginnt eine entscheidende Wandlung durch den Einfall der Mongolen und die Erschließung neuer Handelswege, neues Wissen über ferne, in der Antike unbekannte Länder wird durch Reiseberichte und Länderbeschreibungen vermittelt.

LITERATUR: Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur. Hrsg. von Peter J. Brenner. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1989. - Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch unter redaktioneller Mitarbeit von Rudolf Schulz. Amsterdam, Atlanta 1992. - Folker E. Reichert, Begegnungen mit China. Die Entdeckung Ostasiens im Mittelalter. Sigmaringen, Thorbecke 1992.

TEXTE: Marco Polo, Il Milione. Die Wunder der Welt. Zürich, Manesse Verlag 1983. Weitere ausgewählte Texte werde ich mit bibliographischen Angaben in der Vorlesung nennen.

Grundstudium

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann / Bettina Hoffmann

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: Moriz von Craûn

Proseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Di 14-16, B 106 Beginn: 21.04.1998

Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt - Interpretationsfähigkeit mittelhochdeutscher Dichtung um 1200.

Der »Moriz von Craûn« erzählt die Geschichte des Rittertums, Ritterfahrt und Turnier des Moriz, sein mißglücktes Minneabenteuer und seine Rache an der Dame. Das anonyme Stück ist eine Versnovelle aus dem ersten Drittel des 13. Jahrhunderts, die in der Tradition der Minnediskurse steht.

TEXT: Moriz von Craûn. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Stuttgart: Reclam, 1992 (UB 8796)

LITERATUR: Skript zum Proseminar

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Einführung in die mittelhochdeutsche Literatur: Hartmann von Aue: "Iwein"

Proseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,GS

Do 16-18, B 33 Beginn: 16.04.1998

Lektüre des mittelhochdeutschen Textes, sprachgeschichtliche Erläuterungen, Übersetzung ins Neuhochdeutsche und inhaltliche Interpretation. Ziel des Seminars: Selbständiges Übersetzen eines mittelhochdeutschen Textes mit Wörterbuch und Grammatik. Kenntnisse in mhd. Literatur- und Sprachgeschichte.

TEXT: Hartmann von Aue, Iwein. Hrsg. von G.F. Benecke und K. Lachmann. Studienausgabe. Berlin, Walther de Gruyter, oder: Hartmann von Aue, Iwein. Aus dem Mittelhochdeutschen übertragen, mit Anmerkungen und einem Nachwort versehen von Max Wehrli. Zürich, Manesse Verlag 1988 (zweisprachige Ausgabe: mhd. Text und nhd. Übersetzung). - Im Seminar wird die Studienausgabe aus dem Verlag de Gruyter benützt - ohne Übersetzung!

LITERATUR und Hilfsmittel für die Einführung: Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit Berichtigungen und Nachträgen von Ulrich Pretzel. 37. Aufl. Stuttgart, S. Hirzel Verlag 1986 - neuere oder ältere Aufl. können auch benützt werden; - Karl Helm, Abriß der mittelhochdeutschen Grammatik... Tübingen, Max Niemeyer Verlag, neuere oder neueste Aufl.; - Joachim Bumke, Geschichte der deutschen Literatur im hohen Mittelalter. München, Deutscher Taschenbuch Verlag 1990; - Joachim Bumke, Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. Bd. 1 und Bd. 2. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1986; - Werner Paravicini, Die höfisch-ritterliche Kultur des Mittelalters. München, R. Oldenbourg Verlag 1994; - Maurice Keen, Das Rittertum. München, Zürich, Artemis Verlag 1987.

Bitte Text, Wörterbuch und Grammatik zur ersten Sitzung mitbringen

Hauptstudium

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Wolframs von Eschenbach Parzival

Hauptseminar/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 10-12, B 106 Beginn: 16.04.1998

Problemorientierte Lektüre ausgewählter Textstellen - Schwerpunktthemen (mit komparatistischem Akzent): Ritterbild, Frauenbild, Arbeit des Erzählers

TEXT: Wolfram von Eschenbach, Parzival. Mittelhochdeutsch/ Neuhochdeutsch. 2 Bde.: Reclam 3681/3682 - Chrétien de Troyes, Perceval. Altfranzösisch / Deutsch: Reclam 8649

LITERATUR: Joachim Bumke, Wolfram von Eschenbach: Sammlung Metzler 36

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Felix Fabry's Reise ins Heilige Land 1483/84 in der deutschen Fassung nach dem Druck von 1557

Forschungsseminar

Haupt-/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS

Di 18.00-19.30, B 33 Beginn: 21.04.1998

Diese von dem Ulmer Dominikaner Felix Fabry selbst bearbeitete deutsche Fassung seines großen lateinischen Reiseberichts im 'Evagatorium' ist bisher weitgehend unbekannt geblieben. Eine moderne Ausgabe des Textes gibt es nicht, den Teilnehmern des Seminars steht ein Ausdruck des Mikrofilms des Drucks zum Kopieren zur Verfügung. Wir lernen in ausgiebiger Lektüre und Kommentierung diesen Bericht kennen und vergleichen erstmals in der Forschung ausgewählte Abschnitte mit der vollständigen lateinischen Fassung mit der Frage, wie sich die für adlige Laien bearbeitete deutsche Fassung von der lateinischen, die für die Mitbrüder geschrieben wurde, unterscheidet. Im Hintergrund steht die Frage nach dem Unterschied von lateinischer und deutscher Wissensliteratur am Ende des 15. Jahrhunderts.

TEXT: Zum Einlesen: Felix Fabry, Galeere und Karawane. Pilgerreise ins Heilige Land, zum Sinai und nach Ägypten 1483. Bearbeitet und mit einem Nachwort versehen von Herbert Wiegandt. Stuttgart, Thienemann Verlag 1996. (Gekürzte Übersetzung der lateinischen Ausgabe, leider ohne Angaben, wo etwas ausgelassen ist.)

LITERATUR: Zu Felix Fabry: den Artikel im Verfasserlexikon. Außerdem: Ursula Ganz-Blättler, Andacht und Abenteuer. Berichte europäischer Jerusalem- und Santiago-Pilger (1320-1520). Tübingen, Gunter Narr Verlag 1990.

Voraussetzung zur Teilnahme: Abgelegte Zwischenprüfung in Germanistik, Interesse an selbständiger wissenschaftlicher Arbeit am Text, gute mittelhochdeutsche und lateinische Sprachkenntnisse.

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Thüring von Ringoltingen: "Melusine". Romankunst um die Mitte des 15. Jahrhunderts

Haupt/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,AVL,WP,HS

Mo 18-19.30, B 33 Beginn: 20.04.1998

Der Roman von Melusine in den französischen und der deutschen Fassung hat in den letzten Jahren beachtliches Interesse von verschiedenen Seiten gefunden. Ich möchte ihn als einen für seine Zeit typischen "historischen" Roman interpretieren. Wir werden die Fassung von Thüring von Ringoltingen im Seminar gemeinsam lesen und diskutieren. Für Studierende mit guten französischen Sprachkenntnissen und des Studiengangs AVL ist Gelegenheit zum Vergleich mit der französischen Fassung von Coudrette gegeben.

TEXT: (die maßgebende Ausgabe mit Einführung und Stellenkommentar:) Melusine, in: Romane des 15. und 16. Jahrhunderts. Nach den Erstdrucken mit sämtlichen Holzschnitten. Hrsg. von Jan-Dirk Müller. Frankfurt, Deutscher Klassiker Verlag 1990. - Als Lesetext im Seminar benützen wir die Ausgabe: Thüring von Ringoltingen, Melusine. Hrsg. von Hans-Gert Roloff. Stuttgart, Reclam 1991. - Le Roman de Mélusine ou Histoire de Lusignan par Coudrette. Ed. Par Eleanor Roach. Paris, Klincksieck 1982.

LITERATUR: Die Einführung von Jan-Dirk Müller zu seiner Ausgabe, - Xenja von Ertzdorff, Die Fee als Ahnfrau - und: Thüring von Ringoltingen als Erzähler des Romans von Melusine (1456). Beide Beiträge in: Xenja von Ertzdorff, Spiel der Interpretation. Gesammelte Aufsätze zur Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit. Göppingen, Kümmerle 1996.

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Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literatur

Vorlesungen

Ringvorlesung

Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext. Die ästhetische Erfindung der Moderne in Literatur, bildender Kunst, Musik und Alltagskultur. Teil 2

Ringvorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DaF

Mo 18-20, A 4 20.04.98

Diese Ringvorlesung ist eine interdisziplinäre Veranstaltung des neu eingerichteten Graduiertenkollegs ,Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext' und richtet sich an die interessierte universitäre Öffentlichkeit. Die am Kolleg beteiligten Gießener Hochschullehrer werden in Vorträgen ihren jeweiligen Schwerpunkt im Rahmen des Forschungsprogramms vorstellen; außerdem werden auswärtige Expertinnen und Experten eingeladen, die aus ihren einschlägigen Forschungszusammenhängen berichten und damit der Diskussion im GK wichtige Impulse vermitteln.

Folgende Fächer sind am Graduiertenkolleg beteiligt: Anglistik (Grabes, Nünning); Germanistik (Inderthal, Kurz, Leibfried, Lubkoll, Oesterle, Vollhardt), Klassische Archäologie (Martini), Klassische Philologie (Landfester), Komparatistik, Kunstgeschichte (Baumgartner), Musikwissenschaft (Andraschke), Philosophie (Marquard), Romanistik (Rieger, Stenzel); Soziologie (Giesen).

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Subjektivität und Literatur

Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Mo 16-18, A 5 20.04.98

Das Thema dieser Vorlesung ist die Ausbildung und Modellierung der neuzeitlichen Subjektivität in der Literatur. Textbeispiele reichen vom Mittelalter bis in die Gegenwart.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Goethe. Zu dessen näherem Verständnis

Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Do 14-16, A 3 16.04.98

Das Goethe-Jahr ist nicht mehr zu verhindern. Die Vorlesung, die im Untertitel eine alte, erste Publikation des Romantikers Carus aufgreift, wird den Frankfurter, der weithin nicht mal mehr als Denkmal bekannt ist, umständlich (so ein Lieblingsausdruck des Klassikers für ausführlich) vorstellen. Sie dient so der Vorbereitung des 250. Geburtstages.

Für eine im Konzept vorliegende Monographie des Olympiers werden Testleser gesucht.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Einführung in das Studium der allgemeinen und vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft

Vorlesung AVL, Mag., und Prom., L3, DTM, DaF, und Hörer
aller geisteswissenschaftlichen Fächer

Mi 10-12, B 9 15.04.98

Die Vorlesung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden des Faches Komparatistik, das seit dem Wintersemester 1997/98 in Gießen studiert werden kann. Die Veranstaltung richtet sich aber auch an Studierende der NDL oder anderer Philologien, die sich für interdisziplinäre Perspektiven interessieren.

Gegenstand der Vorlesung ist ein Überblick über Kernbereiche der ,Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft': Literaturtheorie (wissenschaftstheoretische Voraussetzungen des Textverstehens; Theorie literarischer Kunstmittel; Gattungstheorie; Intertextualität; Theorie der literarischen Übersetzung) und vergleichende Literaturgeschichte (literarische Epochen, Gattungsgeschichte und Thematologie im übernationalen Vergleich; Rezeptionsgeschichte und interkulturelle Austauschprozesse). Außerdem werden - entsprechend der Gießener Ausrichtung der Komparatistik - die Beziehungen zwischen der Literatur und anderen Künsten (Musik, bildende Kunst und darstellende Kunst) sowie kulturwissenschaftliche Ansätze (Mentalitätsgeschichte, historische Diskursanalyse, Kultursemiologie und gender-Forschung) thematisiert.

All diese Bereiche werden in der Vorlesung exemplarisch behandelt. Eine Lektüreliste wird zu Beginn ausgegeben

Grundstudium

Brückenkurse

Vanessa Dippel

Mythologie

Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF

Do 10-12, B 128 16.04.98

Mythologiekenntnisse gehören zu den unverzichtbaren Grundlagen eines Literaturstudiums. Viele Texte werden sowohl inhaltlich als auch strukturell nicht verstanden, wenn das erforderliche mythologische Vorwissen fehlt. Die gemeinsame Lektüre der Ovidschen "Metamorphosen" soll einen Einblick in die Welt der Mythen geben und zur selbständigen Erarbeitung mythologischer Texte anregen. Außerdem ist geplant, die Geschichte der Rezeption durch wichtige Nachschlagewerke wie dem "Hederich" oder dem "Kleinen Pauly" zu verfolgen.

Teilnahmebedingung ist die Lektüre der "Metamorphosen".

LITERATUR: Publius Ovidius Naso (Ovid): Metamorphosen. Übersetzt von Hermann Breitenbach. Stuttgart: Reclam 1971.

Matthias Werner

Lektüre biblischer Texte

Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF

Freitag, 10-12, B 128 17.04.98

Seit rund 2000 Jahren ist die Bibel als Hl. Schrift Grundlage aller christlichen Religionen. Über ihre Funktion als normierende Glaubensgrundlage hinaus ist sie jedoch auch ein Stück Literatur, das durch alle Jahrhunderte hindurch eine raumgreifende Wirkungsgeschichte entfaltete und bis in unsere Zeit Schriftsteller die Auseinandersetzung mit diesem Buch, seinen Inhalten und Motiven suchen läßt. In diesem Brückenkurs soll es darum gehen, die Bibel unter literarischen Aspekten in ihrer Vielschichtigkeit kennenzulernen. Es ist geplant, Fragen der Entstehungsgeschichte zu erörtern, längere Texte aus verschiedenen Büchern der Bibel zu lesen, an ausgewählten Perikopen Methoden der Bibelauslegung im Ansatz auszuprobieren, Motive und Gattungen zu erarbeiten, um schließlich die Grundlagen für Fragen der Rezeption biblischer Inhalte in der deutschen Literatur zu schaffen.

Proseminare

Dr. Bettina Bannasch (in Zusammenarbeit mit der Dramaturgie des Stadttheaters Gießen)

Bertolt Brecht

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM

Do 10-12, C 26 16. 04. 97

Kaum jemand hat das zeitgenössische Theater so sehr beeinflußt wie der Autor und Theatermacher Bertolt Brecht. Das von der Universität und dem Stadttheater gemeinsam veranstaltete Seminar hat zum Ziel, Brechts Schaffen zugleich aus literaturwissenschaftlicher und theaterpraktischer Perspektive zu beleuchten. Neben der Diskussion ausgewählter Stücke wird es also z. B. um Brechts Theatertheorie und ihren Einfluß auf die zeitgenössische Ästhetik, sein Verständnis der Bühnenmusik und seine Grundsätze zur Schauspielmethodik gehen. Am Stadttheater Gießen wird parallel zum Seminarzeitraum Brechts Mutter Courage erarbeitet. In diesem Zusammenhang haben die Teilnehmer des Seminars die Möglichkeit, Einblick in die Probenarbeiten zu gewinnen und Möglichkeiten eines aktuellen dramaturgischen und inszenatorischen Zugriffs auf dieses Stück zu erörtern.

Dr. des. Thomas Borgard

Literatur und Poetik im Übergang vom Spätbarock zur Frühaufklärung: Tradition und neues Menschenbild

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Di 16-18, B 33 21.04.98

Im Mittelpunkt stehen literarische, poetologische und philosophische Texte, aus deren Analyse zunächst die Entstehung einer Situation einsichtig wird, in der - wissenssoziologisch gesprochen - mehrere Modelle um ein Monopol auf "Seinsauslegung" zu konkurrieren beginnen. Mit der Entdeckung der Bedeutung des naturwissenschaftlichen und medizinischen Experiments geht die von profunder Skepsis begleitete Frage einher, ob es eine "Weltweisheit" auf der Basis der Naturerkenntnis geben könne. Ihr entspricht die erneute Aufnahme und Überprüfung antiken Wissens sowie der Rhetorik-Tradition, in deren kontroversem Verlauf sich die charakteristische Doppelgesichtigkeit der Aufklärung zwischen Rationalität und Emotionalität ausprägt. Vor dem Hintergrund einer zunächst auf einem entfernten Gebiet - dem Naturrecht - einsetzenden Konzeption des "natürlichen Menschen" ist für Literatur, Poetik und Ästhetik zwischen 1720 und 1750 ein Wandel der ethischen Selbstinterpretation festzustellen, die alle Merkmale einer im europäischen Kontext verorteten "anthropologischen Achsendrehung" zeigt.

LITERATUR: Andreas Gryphius: Gedichte (RUB 8799) - Christian Hofmann von Hofmannswaldau: Gedichte (RUB 8889) - Barthold Heinrich Brockes: Irdisches Vergnügen in Gott (RUB 2015) - Friedrich von Hagedorn: Gedichte (RUB 1321-23) - Albrecht von Haller: Die Alpen (RUB 8963) - Johann Christoph Gottsched: Schriften zur Literatur (RUB 9361) - Alexander Gottlieb Baumgarten: Philosophische Betrachtungen über einige Bedingungen des Gedichtes (Philosophische Bibliothek/Meiner); ders.: Theoretische Ästhetik (Philosophische Bibliothek/Meiner). Die empfohlene Forschungsliteratur wird durch einen Aushang (Raum 132) bekanntgegeben.

Dr. Günter Butzer

Friedrich Nietzsche als literarischer Autor

Proseminar L1, L2, L3, Mag.

Di 10-12, B 128 21.04.98

Friedrich Nietzsche hat nicht nur in seiner Philosophie die Bedeutung von Stil und Bildlichkeit für unseren Zugang zur Welt hervorgehoben, sondern in einer Reihe von Texten die Verbindung von ,Denken' und ,Dichten' erprobt. Im Seminar sollen neben grundlegenden ästhetischen Schriften die wichtigsten literarischen Werke Nietzsches behandelt und ihre Beziehung zur Tradition untersucht werden. Dabei besteht die Möglichkeit, sich eingehend mit zentralen literaturwissenschaftlichen Themen (Theorie der Tragödie und der Autobiographie, Satire und Parodie, Metapherntheorie) auseinanderzusetzen.

LITERATUR: Folgende Texte Nietzsches: Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik. - Über Wahrheit und Lüge im außermoralischen Sinne. - Also sprach Zarathustra. - Dionysos-Dithyramben. - Ecce homo.

Almuth Hammer, M.A.

(Selbst-)Inszenierung und Grenzüberschreitung - Else Lasker-Schüler

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mo 14-18 (14-tägig) 20.04.98; ab 27.04.98 14-tägig

Raum: s. Aushang

"Man konnte weder damals noch später mit ihr über die Straße gehen, ohne daß alle Welt stillstand und ihr nachsah." (Benn) Else Lasker-Schülers "Selbststilisierungen" (Feßmann) haben die Rezeption ihrer Werke schon immer beeinflußt; die Verwebung zahlreicher biographischer Details und Anspielungen in ihre Texte macht es gleichermaßen problematisch wie notwendig, ihre Biographie bei der Interpretation ihrer Werke mit einzubeziehen. Wie aber können wir Else Lasker-Schüler lesen, ohne nur ihre Lebensgeschichte voyeuristisch nachzubuchstabieren? Anders gefragt: Welches Verständnis von Autorschaft verbirgt sich hinter der permanenten Grenzüberschreitung zwischen ,Lebenswirklichkeit' und dichterischer Fiktion? "Else Lasker-Schüler hat", so Feßmann, "die Trennung zwischen der Sphäre der Poesie und der der Wirklichkeit nicht akzeptiert." Durch immer neue Inszenierungen in ihren Texten läßt Else Lasker-Schüler nicht nur zeitgenössisches Geschehen und literarische Gestaltung ineinandergreifen, auch in der Auflösung der literarischen Gattungen, in der Verweigerung des Weiblichkeitsparadigmas oder in ihrer Auseinandersetzung mit dem Judentum wie mit der nationalsozialistischen Hetze werden Traditionen ausgehöhlt, eben Grenzen überschritten. Das Seminar versucht anhand ausgewählter Beispiele diesen Inszenierungen nachzugehen.

LITERATUR: Else Lasker-Schüler, Gedichte (Kopien im Seminarordner); Der Prinz von Theben; Der Malik; Das Hebräerland; IchundIch (alle in: Ges. Werke Bd.2, hg.v. Friedhelm Kemp), - Meike Feßmann, Spielfiguren. Die Ich-Figurationen Else Lasker-Schülers als Spiel mit der Autorrolle, Stuttgart 1992.

Almuth Hammer M.A. / Dr. Manfred Koch

Joseph Roth

Proseminar L1, L2, L3, L5; Mag.; Prom; Komp

Di 12-16, (14-tägig), C 3 21. 04. 98, ab 28. 04. 98 14-tägig

Joseph Roth (1894-1939) ist einer der herausragenden Erzähler dieses Jahrhunderts. Als Sohn jüdischer Eltern in Ostgalizien geboren, lebte er in den 20er Jahren als Journalist und Romancier in Wien und Berlin. Vor der nationalsozialistischen Machtergreifung floh er 1933 nach Paris, wo er auf traurige Weise sein Leben beendete: Er soff sich buchstäblich zu Tode. Selbst in diesen letzten Jahren entstanden aber noch Erzählungen, die jene unvergleichliche Mischung von Melancholie und Komik, von Märchenton und Detailgenauigkeit aufweisen, an der man Roths Prosa sofort erkennt. Das Seminar gibt einen Überblick über Roths wichtigste Romane und Erzählungen etwa ab 1922. Thematische Schwerpunkte werden sein: Literatur und Politik; Judentum; der Mythos des Habsburgerreichs; Variation der Erzählformen (Reportage, Legende, Parabel, religiöse Geschichte usw.). Wer teilnehmen will, sollte vor Beginn die folgenden vier Romane gelesen haben: Flucht ohne Ende; Hotel Savoy; Radetzkymarsch; Die Kapuzinergruft (alle in billigen Taschenbuchausgaben bei Kiepenheuer u. Witsch erhältlich = kiwi Nr. 329; 178; 190; 125).

LITERATUR: Wolfgang Müller-Funk, Joseph Roth (Becksche Autorenbücher).

Dr. Christine Haug

Kolportageliteratur und Kolportagebuchhandel im späten 18. und 19. Jahrhundert

Proseminar L1, L2, L3, Mag., Prom.

Mo 16-18, C 30 20.04.98

Der Hausierhandel mit Druckwaren florierte seit der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Kolporteure versorgten breite Bevölkerungsschichten gerade im ländlichen Bereich mit Bilderbögen, religiösen Traktaten und kleineren Broschüren mit Sachinformationen und Unterhaltungsliteratur sowie mit verbotener Literatur. Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde dieses Angebot ergänzt durch Heftchen- und Serienproduktionen sowie Kolportage- und Fortsetzungsromane. Heftchenserien, z. B. "Buffolo Bill" oder "Nick Carter", und die Romane von Karl May, erlebten enorme Absatzquoten. Der Kolportagehandel entwickelte sich zu einem eigenständigen Zweig der Buchbranche, der mit neuartigen und teilweise aggressiven Werbestrategien neue Leserschichten erschloß. Der Kolportagehandel galt deshalb als wirkungsvollster Distributor für populäre Schriften. Die massenhafte und staatlichen Institutionen unkontrollierbar erscheinende Rezeption von populärer Literatur rief neben konservativen Lesepädagogen auch die Zensur auf den Plan, die mit Verboten und Diffamierungskampagnen ihre Verbreitung zu hemmen suchte.

Im Seminar beschäftigen wir uns einerseits mit den buchhistorischen und lesesoziologischen Fragestellungen, z. B. den innovativen Organisations- und Vertriebsstrukturen des Kolportagehandels sowie dem Rezeptionsverhalten der möglichen Zielgruppen; andererseits werden wir an konkreten Textbeispielen Inhaltsanalysen vornehmen und die Handlungsstrukturen und Erzähltechniken einer genaueren Betrachtung unterziehen.

LITERATURVORSCHLÄGE: Gabriele Scheidt: Der Kolportagebuchhandel (1869-1905). Eine systemtheoretische Rekonstruktion. Stuttgart, 1994 (hier vor allem S. 129-295); Georg Jäger: Der Kampf gegen Schmutz und Schund. In: Archiv für Geschichte des Buchwesens 31 (1988), S. 163-191; Altrud Dumont: Bewertung von Literatur - Ermittlung von Trivialität. In: Weimarer Beiträge 32 (1986), Heft 11, S. 1908-1924.

Dr. Carola Hilmes

Frauen zwischen Klassik und Romantik: Karoline von Günderrode, Bettine von Arnim, Rahel Varnhagen

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mo 16-18, E 5 20.04.98

Auffällig ist der starke Anteil klassischer Elemente in den literarischen Zeugnissen und im eigenen Selbstverständnis derjenigen Frauen, die üblicherweise als Romantikerinnen bezeichnet werden. Ausgehend von Karoline von Günderrode, die als einzige ein Werk im engeren Sinne hinterlassen hat, sollen die Briefbücher Bettine von Arnims untersucht werden, insbesondere das der Freundin gewidmete. Die literarische Form des Briefes als spezifischer Ausdrucksmöglichkeit für Frauen einerseits und als ein bereits in die Moderne vorausweisendes dialogisches Gestaltungsprinzip andererseits bilden den Fokus des Interesses. Deshalb sollen abschließend die Briefwechsel der Rahel Levin Varnhagen vorgestellt und die jeweils unterschiedlichen Präsentations- und Verständigungsmodi herausgearbeitet werden.

EINFÜHRENDE LITERATUR: Christa Wolf "Der Schatten eines Traumes. Karoline von Günderrode - ein Entwurf" (1978) und "Nun ja! Das nächste Leben geht aber heute an. Ein Brief über die Bettine" (1979), in: dies., Die Dimension des Autors, Frankfurt a. M.: Luchterhand 1990, S. 511-571 u. S. 571-610. "Im Schlaf bin ich wacher". Die Träume der Rahel Levin Varnhagen, hrsg. von Barbara Hahn, Frankfurt a. M.: Luchterhand 1990.

Dr. Beatrix Himmelmann

Sarah Kofman, Freuds Ästhetik

Proseminar (Blockseminar) L1, L2, L3. Mag.

Fr, Sa, So, 10-14, Fr: C 26, Sa/So: B 128

01.-03.05.98; 08.-10.05.98 Vorbesprechung: 17.04.98 (10-12)

Im Zentrum des Seminars stehen Lektüre und Diskussion des Buchs "Die Kindheit der Kunst. Eine Interpretation der Freudschen Ästhetik" von Sarah Kofman. Sarah Kofman, 1994 in Paris gestorben, hat sich vor allem mit Nietzsche und Freud beschäftigt und auseinandergesetzt. Stark beachtet wurde ihre 1995 erschienene Autobiographie "Rue Ordener, Rue Labat".

Thema ihres Buchs über Freuds Ästhetik ist die Beziehung zwischen Kunst und Psychoanalyse. Diese ist augenfällig, denkt man an Arbeiten Freuds wie "Der Moses des Michelangelo", "Eine Kindheitserinnerung aus ,Dichtung und Wahrheit'", "Eine Kindheitserinnerung des Leonardo da Vinci". Folgende Aspekte des Themas sollen unter anderem behandelt werden: die Kunst als Erkenntnismodell für psychische Prozesse, der Traum als Paradigma des Kunstwerks, der Text als Symptom, das ästhetische Vergnügen, der Narzißmus der Kunst, das Leben als Spiel. Die von Kofman herangezogenen Schriften Freuds, so "Die Traumdeutung", "Totem und Tabu", "Der Mann Moses", "Das Unheimliche", sollen in Auszügen gelesen werden.

TEXTE: Sarah Kofman, Die Kindheit der Kunst. Eine Interpretation der Freudschen Ästhetik, München 1993.; Sigmund Freud, Studienausgabe, edd. A. Mitscherlich, A. Richards, J. Strachey, Frankfurt a.M. 1982.

Prof. Dr. Klaus Inderthal

Novellen

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Mo 14-16, B 128 20.04.98

Geschichte und Poetik der Novelle sollen erörtert werden aufgrund von Einzelinterpretationen zu Novellen von Goethe bis ins zwanzigste Jahrhundert.

LITERATUR: H. Aust, Novelle, Stuttgart 1990. - K. K. Polheim, Hrsg., Theorie und Kritik der deutschen Novelle von Wieland bis Musil, Tübingen 1970. - H. Schlaffer, Poetik der Novelle, Stuttgart 1993.

Prof. Dr. Klaus Inderthal

Zum Werk von Christa Wolf

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Mo 16-18, B 128 20.04.98

Thema der Interpretationen des Proseminars soll das Gesamtwerk von Christa Wolf sein.

LITERATUR ZUR EINFÜHRUNG: K. Sauer, Hrsg., Christa Wolf, Materialienbuch, Darmstadt u. Neuwied 1985, neue u. überarbeitete Aufl.

Dr. Manfred Koch

Petrarca und der deutsche Petrarkismus

Proseminar L1, L2, L3, Mag, Prom, AVL

Mi 10-12, B31 15. 04. 98

Francesco Petrarca (1304-1374) war der erste moderne Mensch. Das jedenfalls behaupten viele Kulturgeschichten, und wer Petrarca liest, kommt kaum umhin, ihnen recht zu geben. Speziell seine Liebeslyrik vermittelt den Eindruck einer Subjektivität, die uns trotz des Abstands von 600 Jahren beinahe vertraut vorkommt. Mit dieser Liebeslyrik und ihrer Rezeption (und Umformung) im sogenannten europäischen Petrarkismus wollen wir uns im Seminar beschäftigen. Im ersten Teil lesen und interpretieren wir Gedichte aus Petrarcas Canzoniere (mit Übersetzung), im zweiten Teil werden drei wichtige Autoren des 17. und frühen 18. Jahrhunderts behandelt, die als Vertreter des deutschen Petrarkismus gelten: Paul Fleming, Hofmann von Hofmannswaldau und Johann Christian Günther. Das Seminar soll zugleich ein Lektürekurs über einen Klassiker der Weltliteratur und eine Einführung in die einflußreichste Traditionslinie der Liebeslyrik sein. Italienischkenntnisse sind nicht erforderlich, aber natürlich hilfreich.

TEXT: F. Petrarca, Il Canzoniere. Ital.-Deutsch. DTV-Taschenbuch.

LITERATUR: Gerhart Hoffmeister, Petrarca. Stgt. 1997 (Slg. Metzler Bd. 301).

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Einführung in die Gedichtinterpretation

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF

Di 10-12, B 128 21.04.98

In diesem Seminar werden ausgewählte Gedichte vom 16. bis zum 20. Jahrhundert analysiert.

ZUR EINFÜHRUNG UND ALS GRUNDLAGE: D. Burdorf, Einführung in die Gedichtanalyse, 2. Aufl., Stuttgart 1996.

Prof. Dr. Erwin Leibfried / S. Feuchert

Alfred Bock - kulturwissenschaftlich

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Mo 14-16, B 33 20.04.98

Der Gießener Alfred Bock verdiente, so bekannt zu sein wie etwa Theodor Storm.

Ein ausführliches Seminarprogramm hängt jetzt schon aus (an Tür R 138) und ist im Internet unter uni-giessen.de/~929 zu finden.

Dr. Helga Meise

Dramatik von Frauen im 20. Jahrhundert

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM

Do 12-14, B 128 16.04.98

1930 gibt Marieluise Fleißer der "Szene" zu Protokoll: "So wie im Leben der Völker das Drama erst bei hochentwickelter Kultur aufzutreten pflegt, ist es als typiosche Leistung bei der Frau einfach noch nicht vorhanden." Auch wenn die Schriftstellerin keineswegs allein für diese Meinung einsteht, so frappiert ihre Aussage, umso mehr, als sie - unterstützt von Bertolt Brecht - erst kurz zuvor selbst als Autorin zweier brisanter Stücke Aufsehen erregt hatte, des "Fegefeuers in Ingolstadt" (UA 1926) und der "Pioniere in Ingolstadt" (UA 1929).

Das Seminar geht diesem Widerspruch nach. Es analysiert exemplarisch Stücke von Dramatikerinnen, die im Laufe des Jahrhunderts geschrieben wurden. Parallel dazu fragt es nach den sich wandelnden Bedingungen ihrer Rezeption. Behandelt werden Else Lasker-Schüler, Marieluise Fleißer, Ilse Langner, Nelly Sachs, Gerlind Reinshagen, Friederike Roth, Elfriede Jelinek, Marlene Steeruwitz und Kerstin Specht.

LITERATUR ZUR VORBEREITUNG: Helga Kraft: Ein Haus aus Sprache. Dramatikerinnen und das andere Theater. Stuttgart 1996.; Anne Stürzer: Dramatikerinnen und Zeitstücke. Ein vergessenes Kapitel der Theatergeschichte von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit. Stuttgart 1993.

Dr. Christian Soboth

Friedrich Schiller: Dramen

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, AVL

Mo 10-12, B 128 15.04.98

Der Philosoph Schiller, insbesondere der Verfasser der ,Briefe zur ästhetischen Erziehung des Menschen', scheint den Dramatiker Schiller verdrängt zu haben. Dabei verdient gerade der Dramatiker, weil er seinem Erstling das Motto ,in tyrannos' beigibt, weil er immer wieder die Fragen nach der politischen Macht und der politischen Verantwortung, nach dem Wollen, dem Sollen und dem Müssen, nach der Determiniertheit und der Freiheit menschlichen Handelns und nach dem Prinzip Hoffnung im Dickicht einer kriegerischen Geschichte stellt, mehr Aufmerksamkeit. Das Seminar versucht an ausgewählten Beispielen ein Profil des Dramatikers Schiller zwischen Sturm und Drang und Klassik zu erarbeiten. Zugleich versteht sich das Seminar als Einführung in die Dramenanalyse.

LITERATUR: Die Räuber, Kabale und Liebe, Don Carlos, Wallenstein, Maria Stuart, Wilhelm Tell. - Dieter Borchmeyer, Tragödie und Öffentlichkeit - Schillers Dramaturgie im Zusammenhang seiner ästhetisch-politischen Theorie und rhetorischen Tradition. München 1973. - Schillers Dramen. Neue Interpretationen. Herausgegeben von Walter Hinderer. Stuttgart 1979. - Bernhard Asmuth, Einführung in die Dramenanalyse. 3. Auflage. Stuttgart 1990. (=SM 188) - Volker Klotz, Geschlossene und offene Form im Drama. 8. Auflage. München 1976.

Dr. Christian Soboth

Jungsein und Erwachsenwerden in der Literatur (Teil II): 1890 bis 1933

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL

Mo 8-10, B 128 15.04 98

Das Seminar knüpft an seinen Vorgänger aus dem Sommersemester 1997 an. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen.

LITERATUR (Lektürevorschläge, woraus ein Programm erst entwickelt werden soll): Hofmannsthal, Age of innocence; Das Märchen der 672. Nacht; Lucidor. - Schnitzler, Fräulein Else. - G. Hauptmann, Hanneles Himmelfahrt. - Musil, Die Verwirrungen des Zöglings Törleß. - Penzoldt, Der Zwerg (2. Fassung: Die Leute aus der Mohrenapotheke). - Hesse, Unterm Rad; Der Steppenwolf. - Torberg, Der Schüler Gerber. - Toller, Eine Jugend in Deutschland. - Wedekind, Frühlings Erwachen. - H. Mann, Abdankung; Der Jüngling. - T. Mann, Unordnung und frühes Leid. - A. Bronnen, Vatermord. - Hasenclever, Der Sohn. - Klaus Karlstetter, Das Bildnis des Jugendlichen in der deutschsprachigen Erzählliteratur der Zeit zwischen dem 1. Weltkrieg (1918) und der Diktatur (1930). Stockholm 1980. - Der Mythos Jugend. Herausgegeben von Thomas Koebner, Rolf-Peter Janz und Frank Frommler. Frankfurt a. M. 1985. - Lutz Roth, Erfindung des Jugendlichen. München 1993. - Götz Eisenberg/Reimer Gronemeyer, Jugend und Gewalt. Der neue Generationenkonflikt oder Der Zerfall der zivilen Gesellschaft. Reinbek bei Hamburg 1993.

Hauptstudium

ACHTUNG: Zu den Hauptseminaren findet die Vorbesprechung und Anmeldung bereits in der letzten Seminarwoche statt! Bitte beachten Sie die Termine!

Hauptseminare

Prof. Dr. Klaus Inderthal

Ingeborg Bachmann

Hauptseminar L3, Mag., Prom., HF/NF

Di 14-16, B 128 21.04.98

Thema des Hauptseminars soll, neben den Gedichten, schwerpunktmäßig die Prosa der "Todesarten" sein.

LITERATUR: I. Bachmann, Werke, hg. v. Ch. Koschel, I. v. Weidenbaum, C. Münster, München u. Zürich 1978 u. ö. - I. Bachmann, "Todesarten"-Projekt, Kritische Ausgabe, Unter Leitung v. R. Pichl hg. v. M. Albrecht u. D. Göttsche, München u. Zürich 1995. - Kein objektives Urteil - nur ein lebendiges, Texte zum Werk von Ingeborg Bachmann, hg. v. Ch. Koschel u. I. v. Weidenbaum, München 1989.

PD Dr. Andrea Jäger

Formen historischen Erzählens im 19. Jahrhundert.

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mi 14-17 (14-tägig), B31 22.04.98

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts gilt der Vergleich mit den historischen Wissenschaften als Richtschnur zur Beurteilung des historischen Romans, der Gattung der einzelnen Werke. Die Diskussion darüber, ob der historische Roman überhaupt eine literarische Gattung oder eher ein fragwürdiger Zwitter sei - weder echte Wissenschaft, noch wirkliche Literatur -, ob und wieviel Fiktionalität er verkrafte, ohne sich selbst ad absurdum zu führen, unterstellt die Abhängigkeit des historischen Romans von außerliterarischen, wissenschaftlichen Maßstäben als selbstverständlich. Diese traditionelle Betrachtungsweise wird das Seminar in der Analyse der Erzählform einschlägiger Geschichtsromane des 19. Jahrhunderts hinterfragen, und zwar vor dem Hintergrund der Debatten innerhalb der Geschichtswissenschaften, die den Wahrheits- und Objektivitätsanspruch der Historiographie kritisch reflektieren.

Vorbesprechung: Mi 11.2.1998, 13.00, B31

Prof. Dr. Gerhard Kurz / Prof. Dr. Martin Seel

Theorien der Metapher

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF

Do 16-18, B 128 16.04.98

Was eine Metapher ist, suchen sowohl Philosophen als auch Literatur- und Sprachwissenschaftler zu beantworten. In diesem Seminar werden Theorien der Metapher von Aristoteles bis Blumenberg und Lakoff diskutiert. Als Textbeispiel wird u. a. Celans "Engführung" behandelt.

EINFÜHRENDE UND GRUNDLEGENDE LITERATUR: Aristoteles, Poetik (Reclam-Ausgabe); H. Blumenberg, Paradigmen zu einer Metaphorologie, Archiv für Begriffsgeschichte 6, 1960, S. 7-142; 301-305; ders., Beobachtungen an Metaphern, Archiv für Begriffsgeschichte 15, 1971, S. 161-214; A. Haverkamp, Hg., Theorie der Metapher, 2. Aufl. Darmstadt 1996; G. Kurz, Metapher, Allegorie, Symbol, 4. Aufl. Göttingen 1997.

Vorbesprechung: Fr 13. 2. 98, 12.00-13.00, B 128

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Goethes Frauen

Hauptseminar L3, Mag./Prom. HF/NF, DTM

Do 16-18, B 9 16.04.98

Das Thema beginnt mit Mutter Aja und Schwester Cornelia, die als weiblicher Werther verstanden werden kann. Es folgt dann eine lange Reihe von Frauen, die meist auch mit bestimmten Dichtungen verbunden sind (Käthchen mit der Leipziger Anakreontik, Friederike mit der Sesenheimer Empfindsamkeit, Lotte mit Werther, Frau von Stein weniger mit Dichtungen, das auch, mehr aber mit Briefen, Minna Herzlieb mit den Sonetten und den Wahlverwandtschaften, Marianne Jung-von Willemer mit dem Divan etc.). Die Fragestellung wird pluralisch, also mehrfach sein. Einmal soll das alte Muster, das in der Formulierung Bruchstücke einer großen Confession vorgegeben ist, beachtet werden; dann soll in den Blick geraten, daß Goethe - schon immer bekannt für seine gelungenen Frauendarstellungen - als gendersensibler Poet begriffen werden kann (z. B. in dem Monodrama Proserpina).

Literatur zu diesem Thema ist, wie überall bei Goethe, ohne Ende. Die Briefe von Goethes Mutter gibt es bei Reclam, Cornelia Goethe, Briefe und Correspondance secrète, 1990. Der Briefwechsel mit Christiane, mit Frau von Stein ist ediert. Weitere einschlägige Literatur ist leicht zu finden.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Das absolute Gedicht. Lyrikkonzepte im Spannungsfeld von Romantik und Moderne.

Hauptseminar L3, Mag., Prom., AVL

Mi 18-20, B 128 15.04.98

"Modernes Dichten ist entromantisierte Romantik." Diese These von Hugo Friedrich (in seinem Buch ,Die Struktur der modernen Lyrik') soll im Seminar komparatistisch überprüft und fruchtbar gemacht werden. Dabei stehen zunächst poetische Konzepte von Romantikern zur Debatte, die in die Moderne weisen (Brentano, Nerval, E. A. Poe); anschließend konzentriert sich das Seminar auf die intensive vergleichende Lektüre von Gedichten der ,Klassischen Moderne' (Baudelaire, Rimbaud, Mallarmé, T. S. Eliot, Rilke u. a.). Ziel der gemeinsamen Arbeit ist vor allem die systematische Analyse avantgardistischer Schreibweisen und ihrer impliziten Poetologie; darüber hinaus soll das Seminar aber auch einen Beitrag leisten zur Auseinandersetzung mit dem Begriff der literarischen Moderne, wobei Forschungspositionen von Hugo Friedrich bis Julia Kristeva in die Diskussion einbezogen werden.

Vorbesprechung und Anmeldung: Mi 11. 02., 13 Uhr s.t., B 128.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Goethes ,Wahlverwandtschaften'. Positionen der Forschung.

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM

Do 10-12, B 128 16.04.98

Goethes Roman ,Die Wahlverwandtschaften' wurde bereits unmittelbar nach seinem Erscheinen, anschließend in der Literaturwissenschaft unter verschiedensten Aspekten kontrovers diskutiert. Im Seminar sollen einschlägige Forschungspositionen erarbeitet und kritisch reflektiert werden, um die Vielschichtigkeit und Faszinationskraft des Textes von möglichst vielen Seiten zu beleuchten. Dabei geht es nicht um eine chronologische oder gar lückenlose Rekapitulation der Forschungsgeschichte, auch nicht um eine systematische Erörterung verschiedener methodischer Ansätze, sondern um eine problemorientierte Auseinandersetzung unter thematischen Gesichtspunkten. Folgende Themen sollen - unter Zuhilfenahme inspirierender literaturwissenschaftlicher Beiträge - behandelt werden: Der Kontext des naturwissenschaftlichen Diskurses; die mythologischen Schichten des Romans; die ,Wahlverwandtschaften' als Eheroman; Natur und Landschaftsgarten; Ästhetik und Poetologie in den ,Wahlverwandtschaften'; das Verhältnis von Novelle und Roman (mit Blick auf die ,Wanderjahre'); die ,Wahlverwandtschaften' im literarischen Feld der Romantik.

Vorbesprechung und Anmeldung: Mi. 11. 02., 13.30 Uhr, B 128.

Dr. Michael Schlott

Von der "barocken" Sprachgesellschaft zur "aufgeklärten" Sozietät - Gemeinschaftsbildung und ,Literaturpolitik' zwischen 1650 und 1750

Hauptseminar L2, L3, Mag., Prom.

Fr. 12-14, B 128 17.04.98

Seit der Mitte des 15. Jahrhunderts wird "Gelehrsamkeit" bzw. "gelehrte" Bildung zum Ausweis einer - ,bürgerlichen' - Führungselite und rechtfertigt ihre Stellung neben dem Adel am Fürstenhof. Regional unterschiedlich führt dieser Prozeß einen Wandel der bis dahin gültigen Erziehungsprinzipien ein, der auch das Rollenbild des Adels in Richtung auf das meritokratische Leistungsprinzip veränderte. Das Seminar nimmt seinen Ausgang bei diesem Grundpfeiler des humanistischen Sozialitätsmodells: Der ,adeligste' Mensch ist nicht der sozial ranghöchste, sondern der das entelechetische Prinzip ,Mensch' am reinsten verkörpernde. Am Beispiel einiger "patriotischer" Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts werden die charakteristischen symbolischen Interaktionsformen und ,ästhetischen' Entwürfe zu entwickeln sein, die - als Fundament ihres geheimen Selbstverständnisses von der Philosophie des wahren Adels - bis hinein ins 18. Jahrhundert zu verfolgen sind.

LITERATUR: Wolfgang Huber: Kulturpatriotismus und Sprachbewußtsein. Studien zur deutschen Philologie des 17. Jahrhunderts. Frankfurt/M. u. a. 1984. - Karl F. Otto, jr.: Die Sprachgesellschaften des 17. Jahrhunderts. Stuttgart 1972. - Christine Treml: Humanistische Gemeinschaftsbildung. Soziokulturelle Untersuchung zur Entstehung eines neuen Gelehrtenstandes in der frühen Neuzeit. Hildesheim u. a. 1989. - Renate Jürgensen: Utile cum dulci. Mit Nutzen erfreulich. Die Blütezeit des Pegnesischen Blumenordens in Nürnberg 1644 bis 1744. Wiesbaden 1994. - Europäische Sozietätsbewegung und demokratische Tradition. Die europäischen Akademien der Frühen Neuzeit zwischen Frührenaissance und Spätaufklärung. Hg. v. Klaus Garber u. a. Tübingen 1996.

Dr. Lothar Schneider

Naturalismus. Auf der Schwelle zur Moderne

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag, DTM, DaF

Fr. 10-12, B 31 17.04.98

Naturalismus ist eine Literatur präziser und engagierter Darstellung gesellschaftlicher Wirklichkeit und eine Literatur formaler Experimente und die erste deutsche Literaturströmung, die die Beschreibung moderner Großstadt in den Mittelpunkt stellt. Alle drei Aspekte werden im Seminar an theoretischen und literarischen Beispielen thematisiert und diskutiert werden.

Um die Vielfalt des Naturalismus und seine formale, bisweilen spielerische Dimension zeigen zu können, wird auf Texte zurückgegriffen werden, die auf dem Buchmarkt nicht erhältlich sind. Diese finden Sie ab Semesterende in einem Ordner in der FbB. Schauen Sie mal rein!

LITERATUR: Theorie des Naturalismus. Hg. v. Theo Meyer. Stuttgart 1973; Prosa des Naturalismus. Hg. v. Gerhard Schulz. Stuttgart 1973; Arno Holz/Johannes Schlaf: Papa Hamlet/Ein Tod. Stuttgart 1963.

Dr. Christian Soboth

Wahnsinn in der Literatur der Romantik

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Di 10-12, B 33 16.04.98

Die Romantik ist nicht nur das Heimelige und Heimatliche, das Behagliche und das Gemütliche oder Gemütvolle. Sie ist auch eine Epoche und Literatur des Experiments, der Grenzerfahrung und -übergänge, eine Literatur des Fremden und Befremdens. In kaum einer, vielleicht in keiner Epoche der deutschen Literatur treten derart gehäuft, derart sympathisch und sympathetisch gezeichnet Grenzgänger und Normabweichler in Erscheinung, so daß man sagen kann, die Romantik habe auch den Wahnsinn literaturfähig und -würdig gemacht, und das jenseits und unabhängig von normativen philosophischen, theologischen oder medizinisch-psychologischen Vorbehalten und Vor-Urteilen. Der Wahnsinnige und sein Wahnsinn interessieren vor allem als Sonden zur Erweiterung nicht nur des existenziellen, sondern auch und vor allem des ästhetischen Vokabulars der Literatur. Der Wahnsinnige bietet nicht nur ein reizvolles Thema, an dem sich tradierte wissenschaftliche und ästhetische Wahrnehmungsmuster und Bewertungsmaßstäbe dessen erproben und korrigieren lassen, was normal oder anormal, gesund oder krank heißt. Er bietet ebenso die Mölichkeit zur Entwicklung neuer ungewohnter und ungewönlicher Darstellungsformen, die zu Bausteinen einer die klassizistische Äthetik der Begrenzung konterkarierenden Ästhetik der Entgrenzung und Verausgabung werden.

LITERATUR: Ein Reader, der ab dem 15. März als Kopiervorlage in der Seminarbibliothek bereit steht. - Arnim, Der tolle Invalide auf dem Fort Rattoneau. - Hoffmann, Der Sandmann. - Kleist, Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik. - Tieck, Der blonde Eckbert; Der Runenberg. - Wackenroder, Das merkwürdige musikalische Leben des Tonkünstlers Joseph Berglinger (in: Wackenroder/Tieck, Herzensergießungen eines kunstliebenden Klosterbruders). - Brentano/Görres, BOGS der Uhrmacher. - Georg Reuchlein, Bürgerliche Gesellschaft, Psychiatrie und Literatur. Zur Entwicklung der Wahnsinnsthematik in der deutschen Literatur des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts. München 1986. - Jutta Osinski, Über Vernunft und Wahnsinn. Bonn 1983. - Werner Obermeit, »Das unsichtbare Ding, das Seele heißt.« Die Entdeckung der Psyche im bürgerlichen Zeitalter. Frankfurt a. M. 1980. - Wolfgang Promies, Der Bürger und der Narr oder Das Risiko der Phantasie. Sechs Kapitel über das Irrationale in der Literatur des Rationalismus. Frankfurt a. M. 1987.

Dr. Christian Soboth

Was ist Aufklärung?

Hauptseminar L1, L2, L3, Mag., Prom.

Di 8-10, B 128 16.04.98

Von den Antworten auf diese epochemachende Frage ist kaum mehr in Erinnerung geblieben als Kants griffige Definition vom "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". Aufgabe des Seminars ist erstens die Lektüre der anderen Antworten, wie sie in den von Bahr und Hinske herausgegebenen Anthologien vorliegen (s. u.), und ist zweitens die ästhetische Probe auf die diskursiven, philosophisch-theologischen Exempla, d. h. nach den Spuren der Aufklärung in drei literarischen Werken zu fragen.

LITERATUR: Was ist Aufklärung? Thesen und Definitionen. Herausgegeben von Ehrhard Bahr. Stuttgart 1978. (=RUB 9714) - Was ist Aufklärung? Beiträge aus der Berlinischen Monatsschrift. In Zusammenarbeit mit Michael Albrecht ausgew., eingel. und mit Anm. versehen von Norbert Hinske. Darmstadt 1973. - Lessing, Nathan der Weise. - Wezel, Belephegor oder Die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne. - Wieland, Peregrinus Proteus. - Nicolao Merker, Die Aufklärung in Deutschland. München 1982. - Willi Oelmüller, Die unbefriedigte Aufklärung. Beiträge zu einer Theorie der Moderne von Lessing, Kant und Hegel. Mit einer neuen Einleitung. Frankfurt a. M. 1979. - Lexikon der Aufklärung. Deutschland und Europa. Herausgegeben von Werner Schneiders. München 1995. - Die Primärliteratur (das Reclambändchen, Lessing, Wezel und Wieland) sollte bis zum Beginn des Seminars gelesen sein.

Oberseminare

Prof. Dr. Klaus Inderthal

Literarische Hermeneutik

Haupt/Oberseminar L3, Mag., Prom., HF/NF

Di 16-18, B 128 21.04.98

Thema sollen die Kunst-/Literaturauffassung der Hermeneutik sein und die Frage, ob ästhetische Erfahrung hermeneutisch faßbar und aufhebbar sei.

LITERATUR ZUR EINFÜHRUNG: P. Szondi, Einführung in die literarische Hermeneutik, Studienausgabe der Vorlesungen, Bd. 5, hg. v. J. Bollack u. H. Stierlin, Frankfurt/M. 1975. - Ph. Forget, Hrsg., Text und Interpretation, Deutsch-französische Debatte mit Beiträgen von J. Derrida, Ph. Forget, M. Frank, H.-G. Gadamer, J. Greisch, F. Laruelle, München 1984.

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Literaturwissenschaftliches Kolloquium

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Fr 10-12, B 128 17. 04. 97

In diesem Oberseminar werden wichtige literaturwissenschaftliche Neuerscheinungen diskutiert. (Siehe besonderen Aushang Ende des Wintersemesters) Auf Wunsch können einige Sitzungen für die Vorbereitung auf mündliche Prüfungen vorgesehen werden.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF, DTM

Mo 16-18, C 26 20.04.98

Das OS versteht sich wie seit langem als workshop und Bastelbude, wo im Blick auf das nahe Ende über das Leben danach weniger nachgedacht als gehandelt wird. Konkret kann das bevorstehende Goethe-Jahr, das nicht mehr zu verhindern ist, Anlaß für viele Projekte sein.

In den Feriensprechstunden kann Material eingesehen oder abgeholt werden.

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Sprecherziehung

Anja von Kanitz

Argumentation und Diskussion

Zeit: 1./2. und 3. Mai 1998, jeweils 10-17 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Teilnehmerbeschränkung: 20 Personen (ExamenskanditatInnen werden bevorzugt)

Sowohl im Unterricht als auch in der Auseinandersetzung mit Schülerinnen, Schülern, Kolleginnen, Kollegen und Eltern sind Lehrerinnen und Lehrer sehr stark gefordert, was ihre Argumentations- und Diskussionsfähigkeit betrifft.

In diesem Seminar haben Lehramtsstudierende die Gelegenheit, grundlegende Prinzipien der Argumentation und Diskussion zu erlernen. Folgende Inhalte werden behandelt und in praxisorientierten Übungen erprobt: Hörerorientierte Auswahl von Argumenten, gezielter Aufbau von argumentativen Beiträgen, Formen von Argumenten und ihre Entkräftung, Einbringung eigener Vorstellungen in eine Diskussion, Umgang mit konträren Meinungen, Reaktion auf manipulative oder unfaire Beiträge, Kooperation mit anderen, ergebnisorientierte Diskussion, Umgang mit Störfaktoren, Aufgaben der Diskussionsleitung.

Leistungsnachweis: Aktive, regelmäßige Teilnahme; Lösung von Aufgabenstellungen im Seminar.

Anmeldung, Beratung und Information: 22.04.98, 10-14 Uhr, Raum C 26, Tel. 99-29078

Anja von Kanitz

Stimm- und Sprechübungen für Lehramtsstudierende

5. und 20./21. Juni 1998, jeweils 10-17 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben

Teilnehmerbeschränkung: 20 Personen (ExamenskanditatInnen werden bevorzugt)

Bei Angehörigen bestimmter Berufsgruppen treten Stimmstörungen nach einigen Berufsjahren in signifikant hoher Zahl auf. Besonders davon betroffen sind u. a. Lehrer und Lehrerinnen, da deren Stimme bei mehrstündigem Unterricht vor einer größeren Gruppe mit entsprechendem Geräuschpegel im Raum großen Belastungen ausgesetzt ist. In dieser Veranstaltung werden Übungen zur Ausbildung einer tragfähigen Sprechstimme und verbesserten Sprechtechnik angeboten. Ziel ist die Optimierung der stimmlichen und sprecherischen Fähigkeiten der Studierenden. Neben der Vermittlung theoretischen Wissens über die physiologischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit an Atmung, Stimme und Sprechen. Aktive Teilnahme und die Bereitschaft, die im Unterricht erlernten Techniken auch zu Hause zu üben, sind unabdingbar.

Leistungsnachweis: Regelmäßige aktive Teilnahme, Übungen zu Hause.

Anmeldung, Beratung und Information: 22. 4. 98, 10-14 Uhr, Raum C 26, Tel. 99-29078Dietrich Bialke

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Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Vorlesung

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Theorie und Praxis des Schriftspracherwerbs

Vorlesung L1, L5

Di 14-16, A 2 Beginn: 21.04.98

Einführung

Dr. Karl W. Bauer

Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)

Einführungsseminar L1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)

Di 10-12, C 27 Beginn: 21.4.98

Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der

Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Turorium

werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.

Grundstudium

Dr. Karl W. Bauer

Theater für Kinder

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.

Mi 8-10, E 6 Beginn: 21.04.98

Professionelles Theater für Kinder ist seit Anfang der 70er Jahre nicht mehr nur "Weihnachtsmärchen" und "Puppenspiel", sondern umfaßt ein Spektrum unterschiedlicher Stücktypen und dramaturgischer Konzepte. Diese sollen-an ausgewählten Beispielen- im Seminar diskutiert werden, wobei Streifzüge in die Geschichte des Kindertheaters sowie Ansätze zur didaktischen Auseinandersetzung einzubeziehen sind.

Ingeborg Berndt

Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz - Freies Schreiben in der Grundschule

Proseminar L1, L5

Mo 18-20, B 210 Beginn: 20.04.98

Di 16-18, C 3 Beginn: 21.04.98

Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.

Renate Fritz

Argumentieren - Diskutieren - Erörtern in den Sekundarstufen 1 und 2

Proseminar L2, L3

Fr 10-12, C 29 Beginn: 17.04.98

Das Argumentieren spielt in vielen schulischen Gesprächs- und Schreibformen eine wichtige Rolle. Man spricht z.B. über Probleme in der Klasse, man schreibt über in der Literatur dargestellte Probleme, man nimmt Stellung zu Textaussagen, man diskutiert in Planungssituationen.

Im Seminar sollen Unterrichtsbausteine zu diesem Bereich vorgestellt, entworfen, diskutiert und eventuell auch ausprobiert werden.

LITERATUR: Schreiben: Erörtern (Praxis Deutsch, Heft 99)

Prof. Dr. Carsten Gansel

Im Land der Kinder, Märchen und Abenteuer - Astrid Lindgren und ihr Werk im Medienverbund

Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF

Mi 8-10, C 27 Beginn: 22.04.98

Das Werk von Astrid Lindgren nimmt inzwischen eine zentrale Stellung im System "Kinder- und Jugendliteratur" ein. Der literarische Erfolg der Lindgren-Texte hat seinen Grund auch in der Verbreitung durch verschiedene Medien-Adaptionen (Kinofilm, Fernsehserie, Werbung, Video, CD-Rom). Im Seminar werden ausgehend von der Analyse der wichtigsten Lindgren-Texte ("Pippi Langstrumpf", "Mio, mein Mio", "Die Brüder Löwenherz", Ronja Räubertochter", "Kinder von Bullerbü") Grundfragen der Kinder- und Jugendliteratur diskutiert.

Kenntnis und Vorlage der ausgewiesenen Lindgren-Texte sind Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Eine Liste der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat Zimmer 207 aus.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Veränderungen der Medienlandschaft: Neue Strukturen, Formen und Funktionen des Fernsehens

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., DaF

Di 8-10, B 210 Beginn: 21.04.98

Seit Einführung des dualen Systems Mitte der 80er Jahre hat sich die Veränderung der deutschen/europäischen Medienlandschaft beschleunigt: der Konzentrationsprozess hat zugenommen, neue TV-Formate wurden entwickelt und vom Publikum positiv aufgenommen, Infotainment hat sich in den meisten Programmbereichen etabliert. Die Vermutung erhärtet sich, daß die Wirklichkeitsbilder, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, in wichtigen Dimensionen Medienbilder sind, die durch soziale Wirklichkeitserfahrungen nicht korrigiert werden.

Wir wollen im Seminar in thematisch und genrespezifisch bestimmten Arbeitsgruppen eine "Bilanz '98" ziehen. Die Bereitschaft zu Ihrer Mitarbeit in diesen Gruppen ist Teilnahmebedingung.

Empfohlen als Basislitertur zur Anschaffung: Fischer Lexikon Publizistik/Massenkommunikation. Hrsg. von E. Noelle-Neuman et al., FfM. 1994 (= Fischer-Tb. 12 260 DM 26,90).

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Das Wirkungspotential der Fernsehserien: Bilder der Geschlechter, Generationen und Berufe

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., DaF

Fr 8-10, B 9 Beginn: 24.04.98

In diesem Punkt unterscheiden sich öffentlich-rechtliche und private Programme kaum: Serien aus deutscher Produktion findet man überall - pro Woche ca. 60 neue Folgen, dazu kommen zahlreiche Wiederholungen. Unentwegt werden Geschlechterrollenbilder, Bilder von Alten und Jungen, von Lehrern, Ärzten, Rechtsanwälten, usw. den auf die unterhaltende Handlung konzentrierten Rezipienten vermittelt.

Im Seminar sollen diese Bilder herausgefiltert und ihr Wirkungspotential für unterschiedliche Publika näher bestimmt werden.

Die einführende Literatur zu diesem Thema ist auf zahlreichen Zeitschriften und Sammelbänden verstreut (Media-Perpsektiven, Medien praktisch,. medien und erziehung, Praxis Deutsch, usw.): der Seminarapparat wird ab Anfang März in der FB-Bibliothek zur Verfügung stehen.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Dramen Gerhart Hauptmanns

Proseminar L1, L2, L3, L5, HF/NF, Mag./Prom., DaF

Di 16-18, C 26 Beginn: 21.04.98

Gerhart Hauptmanns Name verbindet sich mit dem Naturalismus. Seine Dramen stehen heute noch auf deutschen Spielplänen. Ihren Stil, ihre dramaturgischen Besonderheiten will das Seminar verdeutlichen. Zugleich soll der Begriff Naturalismus erörtert und des näheren bestimmt werden. Welche Dramen behandelt werden, soll zu Beginn des Seminars erörtert werden, auch, um den Wünschen der Teilnehmer entgegen zu kommen.

Dr. Sabine Keiner

Migration als Thema in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur seit 1960

Proseminar L2, L3, HF/NF, Mag.,/Prom.

Di 18-20, C 30 Beginn: 21.4.98

Seit den ersten Anwerbeabkommen mit Italien (1955) und der Türkei (1963) wanderten sog. Arbeitsmigranten nach West-Deutschland ein und in der Folge dieser größeren Migrationsbewegungen nach dem zweiten Weltkrieg entstanden auch literarische Texte von MigrantInnen und von deutschen AutorInnen, in denen sich in vielfältiger Weise die verschiedenen Erfahrungen mit Migration spiegeln und Migration zu einem literarischen Motiv wird.

Im Seminar werden Texte aus der Migrationsliteratur - vor allem von bekannten AutorInnen wie H. Böll, G. Wallraff, R. W. Fassbinder, M. Esser, S. Nadolny oder A. Ören, F. Biondi und R. Demirkan - Untersuchungsgegenstand sein. Anhand der ausgewählten Erzählungen und Romane werden u.a. die Entwicklungslinien in der Migrationsliteratur herausgearbeitet, die Texte auf Bilder vom Eigenen, Anderen und Fremden und auf ihre Rolle im interkulturellen Prozeß hin untersucht. Neben den literaturwissenschaftlichen Fragestellungen wird es auch um Überlegungen hinsichtlich einer Behandlung dieser Texte im Literaturunterricht gehen.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Schreibenlernen im Langsdorfprojekt.

Nur in Verbindung mit der Übung: "Einführung in die Druckerei."

Proseminar L1, L5

Di 10-12, C 26 Beginn: 21.04.98 14tgl.

Die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz schreibt: "Schreibenkönnen war für mich ein Geschenk. Kaum, daß ich am Ende des ersten Schuljahres das Alphabet beherrschte, schrieb ich Wörter, Sätze, Reime auf und empfand eine ungeheure Lust dabei ..." Diese Lust am Schreiben und an eigenen Texten hätte Ingeborg Drewitz schon wesentlich früher erleben können, wenn ihre Schule damals schon gewagt hätte, die vor- und außerschulischen Schreiberfahrungen in die Arbeit des Schreibenlernens aufzunehmen. Die neuere Theorie des Schriftspracherwerbs sieht Kinder bei ihrem "Weg zur Schrift" als Agenten ihres Lernens. Wie weit eine solche Theorie auch die Praxis des Anfangsunterrichts und die gesamte deutschunterrichtliche Arbeit der Grundschule verändert, wird nach Anfängen an der Schule Lich-Langsdorf nunmehr bereits an verschiedenen Schulen der Region erprobt und beobachtet.
Wesentliches Element im Langsdorf-Projekt ist der Einsatz der Schuldruckerei. Das Seminar wird daher in Verbindung mit einer Übung zur Einführung in DIE THEORIE UND PRAXIS DER SCHULDRUCKEREI angeboten. Die Teilnahme an dieser Übung ist verbindlich.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem Wintersemester werden vorab berücksichtigt.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Einführung in die Schuldruckerei

Verbindliche Übung zum Proseminar "Schreibenlernen im Langsdorfprojekt

Proseminar L1, L5

Di 10-12, B 25 Beginn: 21.04.98

weitere Zeiten nach Vereinbarung

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem WS 97/98 werden vorab berücksichtigt.

Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen:

Freinet, Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel aber leider vergriffen.) Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtscheibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.

Dr. Gudrun Marci-Boehncke

Deutsche Geschichte in Film und Fernsehen

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., DaF

Di 10-12, C 29 Beginn: 21.04.98

Im Seminar soll die Darstellung deutscher Geschichte im Film nicht nur hinsichtlich ihrer inhaltlichen Ausgestaltung sondern auch hinsichtlich ihrer ästhetischen Präsentation untersucht werden. Fragestellungen beziehen sich dabei auf das Verhältnis von Politik und Gesellschaft, von Produktionsrahmen, Intention und tatsächlicher Rezeption verschiedener Werke. Der historische Schwerpunkt des Seminar wird auf der Zeit nach 1946 liegen.

LITERATUREMPFEHLUNGEN: Der Film in der Geschichte. Hg. v. Knut Hickethier. Eggo Müller, Rainer Rother. Berlin 1997. Deutsche Geschichte ab 1945. Hg. v. Rudolf Joos/Isolde B. Mozer/Richard Stang FfM; 1990.

Henryk Pattensen

Sprachliches Lernen bei Sondernschülern

Proseminar L5

Di 16-18, C 30 Beginn: 21.04.98

Mit Bezug auf die Diskussion über den Schriftspracherwerb als entwicklungspsychologisch komplexen Vorgang und über Entwicklungsphasen des Spracherwerbs und Lesealtertheorien sollen in diesere Übung didaktisch-moethodische Überlegungen und Begründungen für eine differenzierte Arbeitsweise im modernen Rechtschreibunterricht ebenso diskutiert werden wie Anforderungen an Leselehrgänge und methodische Konzeptionen. Dazu gehören auch Erklärungsansätze und Strukturanalysen folgender Bereiche:

- Erstlesereihen als Alternative zur Fibel

- Mündliches Erzählen im Unterricht

- Der Deutschunterricht für Kinder mit fremder Muttersprache

- Spontane Schreibversuche

- Überlegungen zum computerunterstützten Schriftspracherwerb (Computer als Medium der Schriftkultur)

- Deutsch-Programme für schriftsprachschwache Kinder und Jugendliche

- Kindliche Sprach- und Sprechstörungen am Beispiel der verzögerten Sprachentwicklung

Prof. Dr. H. G. Rötzer

Erzählgedichte

Proseminar L1, L2, L5

Mo 10-12, B 210 Beginn: 04.05.98

In einer repräsentativen Auswahl werden Erzählgedichte (Balladen) aus vier Jahrhunderten für den Unterricht in der Schule Interpretiert.

LITERATUR: Deutsche Balladen, herausgegeben von H. Laufhütte, Reclam UB 8501

Prof. Dr. H. G. Rötzer

Grammatik und Rechtschreibung

Proseminar L1, L2, L5, DaF

Mo 14-16, B 210 Beginn: 04.05.98

In dem Seminar werden Fragen behandelt, die sowohl für die Grammatik als auch für die Rechtschreibung (wechselseitig) Folgen haben; z.B. Groß- und Kleinschreibung, Zusammen- und Getrenntschreibung, Satzgefüge usw.

Grundlage ist die neue "amtliche Regelung der deutschen Rechtschreibung", abgedruckt im "Duden" und im "Bertelsmann".

Dr. Rüdiger Vogt

Fußball in den Massenmedien

Proseminar L1, L2, L3, L5

Mo 8-10, B 210 Beginn: 20.04.98

Im Sommer 1998 finden in Frankreich die Spiele zur Fußballweltmeisterschaft statt. Aus diesem Anlaß werden die Teilnehmer die massenmedialen Produktions- und Rezeptionsbedingungen sowohl von Fußballberichterstattung als auch von Inszenierungsstrategien untersuchen. Dabei gilt es, die medialen Besonderheiten zu berücksichtigen: Die sprachliche Gestaltung in der Fernsehberichtserstattung über ein live-gesendetes Spiel unterscheidet sich von der ebenfalls direkt übertragenen Rundfunk-Reportage; davon zu unterscheiden ist die zeitversetzte zusammenfassende Berichterstattung in den Tageszeitungen. Darüber hinaus sollen auch Interviewer-Taktiken und Selbstdarstellungsinszenierungen der Aktiven in den Mittelpunkt des Interesses rücken.

Die Teilnehmer erarbeiten in Gruppen selbst gewählte Themen, stellen Zwischenergebnisse ihrer inhaltlichen Auseinandersetzung im Seminar vor und schreiben dann eine wissenschaftliche Hausarbeit.

LITERATUR: Quentin, R. 1989. Sprache im Bild. Fußballreportagen in Sportsendungen des deutschen Fernsehens. Marburg: Hitzeroth.

Hauptstudium

Prof. Dr. Dieter Arendt

Europäische Märchen-Motiv-Tradition seit der Aufklärung

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF,

Mi 10-12, B 128 Beginn: 15.4.98

Das für die Institute DIDAKTIK, NDL und AVL geltende Seminar ist komparatistisch strukturiert: Märchen-Motive verschiedener Völker werden verglichen im jeweiligen historischen Kontext; die literarhistorische Interpretation gipfelt in der Frage: Was ist ein Volksmärchen?

Alle Texte werden deutschsprachig gelesen, was nicht ausschließt, daß Sprachkundige die arabischen, neapolitanischen bezw. italienischen und französischen Texte zum Vergleich heranziehen können. Motiv-Beispiele: La Belle au bois dormant / Schwanen-Mädchen / Das bucklich Männlein / Dummlinge / Tierbräutigam / Mädchen im Turm / Chaperon rouge / Aschenkind / Undinen u.a.

Sek. Lit. in der jeweiligen Besprechung von Einzelthemen.

Prof. Dieter Arendt

Themen von Mag.- Prom.-Arbeiten

Oberseminar L1, L2, L3, L5

Dr. Karl W. Bauer

Medien und Lernen

Kolloquium L1, L2, L3, L5, DaF, Mag.

Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 28.4.1997

In Verbindung mit der "AG Medien und Lernen" (Bauer, Marci-Boehncke, Gast, Vogt) und unter Beteiligung auswärtiger Fachkolleginnen und -kollegen sollen in diesem Kolloquium aktuelle medienwissenschaftliche und -pädagogische Ansätze diskutiert werden.

Dr. Karl W. Bauer

Examenskolloquium

Kolloquium Examenskandidatinnen/-en vom Winter 1998

Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 21.4.1997

Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im

Okt./Nov. 1998 ihr Examen ablegen.

Dr. Roswitha Budeus-Budde / Prof. Dr. Carsten Gansel

Kinder- und Jugendliteratur und Literaturkritik - Theorie und Praxis

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Di 16-18, B 24 Beginn: 21.4.98 (sowie als Block)

Das Seminar wird zunächst Grundfragen der literarischen Wertung im Sozialsystem Literatur bzw. Kinder- und Jugendliteratur diskutieren. Ausgehend davon werden Strukturen und Mechanismen von Literaturkritik in einer Mediengesellschaft sowie ihre "Kriterien" analysiert. Im zweiten Teil geht es in Verbindung mit einer renommierten deutschen Tageszeitung ("Süddeutsche Zeitung") um die praktische Anwendung literaturkritischer Maßstäbe am Gegenstand Kinder- und Jugendliteratur. In diesem Rahmen werden u.a. Rezensionen zu ausgewählten Texten erarbeitet.

Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine Voranmeldung erforderlich (Zi 208).

Eine Liste der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat Zimmer 207 aus.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Deutschunterricht zwischen Hermeneutik, Handlungsorientierung und Dekonstruktion? - Aktuelle literaturdidaktische Positionen in der Diskussion

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DaF

Kolloquium für Examenskandidaten.

Di 18-20, B 31 Beginn: 21.04.1998

Seit den 80er Jahren ist dem sogenannten "herkömmlichen" hermeneutischen bzw. kognitiv-analytischen Literaturunterricht "Kopflastigkeit" zum Vorwurf gemacht worden. Statt dessen befürworten eine Reihe von Didaktikern produktive, handlungsorientierte Verfahren. Im Seminar werden die verschiedenen aktuellen Ansätze beschrieben, analysiert und ihre Konsequenzen für den Literaturunterricht an Textbeispielen geprüft.

Die Teilnahme ist für Examenskandidaten verbindlich.

Eine Liste der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat Zimmer 207 aus.

Prof. Dr. Wolfgang Gast / Dr. Gudrun Marci-Boehncke

Von Folies-Bergère bis Faberhaft Guth: KABARETT - ein Rezeptions- und Produktionsseminar

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., DaF

Mi 18-20/8-10 B 210 Beginn:. 22.04.98

Im Seminar wird es zum einen darum gehen, verschiedene kabarettistische Formen und Funktionen zu analysieren und sie historisch-politisch wie humortypisch einzuordnen. Andererseits soll aber auch produktiv mit dem Genre umgegangen und kleine kabarettistische Übungen entworfen und realisiert werden.

Diese Organisationsform setzt deshalb Flexibilität und Mut sowie Zeit zu kreativer Produktion voraus.

Persönliche Anmeldung bei den Seminarleitenden ist erforderlich. Ein Reader zu den Themenaspekten Ironie, Satire, Parodie und Kabarett wird zum Semesteranfang im Sekretariat bei Frau Klein (Zi 207) bereit liegen.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Kolloquium für Examenskandidaten: Neue medienpädagogische und medienwissenschaftliche Literatur

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., DaF

Di 10-12, B 210 Beginn: 21.04.98

Im wöchentlichen Wechsel wird die Veranstaltung für Lehramts- und Magisterstudierende getrennt durchgeführt: im pädagogischen Teil sollen neue Vorschläge zu "Medienerziehung in der Schule" kennengelernt und beurteilt werden (Die Diskussion wurde in den letzten Jahren vor allem in den einschlägigen Zeitschriften geführt). Mit den Mag./Prom.-Studierenden sollen neuere kommunikationswissenschaftliche Beiträge gelesen und diskutiert werden, etwa der "konstruktivistische Ansatz" bei Merten/Schmidt/Weischenberg: Die Wirklichkeit der Medien. Opladen 1994 (Seminar-Apparat in der FB-Bibliothek).

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Colloquium für Examenskandidaten

Oberseminar L1, L2, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mo 10-12, C 26 Beginn: 20.04.1998

Das Colloquium will mit den Kandidaten Fragen einer sinnvollen und ökonomischen Examensvorbereitung besprechen. Zugleich sollen mögliche Prüfungsthemen behandelt werden. Fragen wie z.B. Welche Bücher oder Aufsätze soll man für die Prüfung lesen? oder welche Gegenstände können die Grundlage eines sinnvollen Prüfungsgespräches bilden? werden voraussichtlich im Mittelpunkt stehen.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus / Prof. Dr. Peter Nitsche

Jugendstil und Symbolismus in Dichtung und Musik

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mi 10-11,30, Phil.II, H D Beginn: 21.04.1998

Vor allem in drei europäischen Zentren, in Paris, Berlin und Wien, entwickelte sich in den Jahrzehnten um 1900 die Kunst der Moderne. Sie ist in der Musik mit den Namen Richard Strauss, Claude Debussy und Arnold Schönberg verbunden, in der deutschsprachigen Dichtung mit Hugo von Hofmannsthal, Rainer Maria Rilke und Stefan George. Das Seminar will die Begriffe Jugendstil, Symbolismus, Moderne und Impressionismus überprüfen und definieren, indem es Werke jener Künstler, die zwischen 1890 und 1914 entstanden sind, zur Diskussion stellen.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Goethe, Faust

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mo 16-18, C 27 Beginn: 20.04.1998

Goethes Faust-Dichtung, die ihn sein Leben lang beschäftigte, wird sicherlich nicht erschöpfend in einem kurzen Sommersemester behandelt werden können. Aber das Seminar kann einen Zugang zum 'Urfaust', 'Faust I' und 'Faust II' eröffnen, auch durch die Diskussion und den Vergleich verschiedener Faust-Kommentare (v.a. Gaier, Schöne). Die Entstehung und Veränderung der Konzeption soll dabei ebenso behandelt werden wie der Topos vom "faustischen" Deutschen.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Grammatikarbeit und Rechtschreiblernen in der Grundschule

Hauptseminar L1, L5, Kontaktstudium

Mi 10-12, C 26 Beginn: 15.04.98

Anmeldungen aus dem WS97/98 werden vorab berücksichtigt

Nicht nur für den Unterricht in Schulgrammatik, sondern auch für die Lehre des Rechtschreibens und sogar schon für das erste Schreiben der Schulanfänger ist Lehrerinnen und Lehrern sprachwissenschaftliches Wissen nicht nur hilfreich: es ist unabdingbar. Das Seminar wird der Frage nachgehen, welche Grammatikarbeit in der Primarstufe geleistet wird und geleistet werden kann, und wird Einblicke vermitteln in die Geschichte des Schreibkonventionen vom Mittelhochdeutschen bis zu Gegenwart, woraus wiederum eine Theorie des Rechtschreiblernens abgeleitet wird.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Kreatives Schreiben; Seminar und Blocksem. in Schloß Rauischholzhausen.

Oberseminar L1, L5,

ganztägig Beginn: 03./04.07.98

Am 09./16.07., 18-20, B 210

Kompaktseminar in Schloß Rauischholzhausen. Bitte Aushang beachten! Vorherige Anmeldung erforderlich in Zi 213. Beschränkte Teilnehmerzahl. Den Teilnehmern und Teilnehmerinnen entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Kolloquium für Examenskandidaten

Kolloquium L1, L,5

Mi 17-19, B 25 Beginn: 22.04.98.

Weitere Termine nach Vereinbarung.

Prof. Dr. H. G. Rötzer

Literatur des Barock - ein Thema für die Schule?

Hauptseminar L1, L2, L3, L5

Mi 10-12, B 210 Beginn: 06.05.1998

Die Literatur des Barock ist in den Lehrplänen der Realschulen und Gymnasien ein fester Bestandteil (angesiedelt meistens in der "Mittelstufe"). An einzelnen Textbeispielen soll in dem Seminar untersucht werden, ob und wie sich die Zeit des Barock vermitteln läßt.

LITERATUR: Marian Szyrocki, Die deutsche Literatur des Barock, Reclam UB 9924 Die deutsche Literatur in Text und Darstellung: Barock, Reclam UB 9613

Prof. Dr. H. G. Rötzer

Examenskolloquium

Hauptseminar/AS HF Mag./Prom.,.DaF

Mi 13, B 206 Beginn: 06.05.1998 Vorbesprechung, Blockseminar

Es werden die noch anstehenden Abschlußarbeiten (DaF, Magister, Promotion) und Themenbereiche für die Prüfungen besprochen.

Dr. Rüdiger Vogt

Zur Ontogene von Diskursfähigkeit

Hauptseminar L!; L2, L3, L5, Mag/Prom, HF/NF

Mo 10-12, B 33 Beginn: 20.04.1998

Die Entwicklung der individuellen Gesprächsfähigkeit während der Schulzeit steht im Mittelpunkt dieses Seminars, in dem die Teilnehmer vor allem empirisch arbeiten. Sie erheben in Schulklassen sprachliche Daten von Unerrichtsgesprächen, bereiten sie auf und untersuchen sie in Hinblick auf die Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler zur verbalen Interaktion. In einer gemeinsamen Orientierungsphase werden die grundlegenden Paradigmen zur Beschreibung der interaktiven Entwicklung erarbeitet, um so Kategorien zu entwickeln, die geeignet sein könnten, die erhobenen sprachlichen Daten zu analysieren.

Die Teilnehmer bearbeiten in Gruppen selbst zugänglich gemachte sprachliche Daten von unterrichtlichen Interaktionssequenzen, stellen Zwischenergebnisse ihrer inhaltlichen Auseinandersetzung im Seminar vor und schreiben dann eine wissenschaftliche Hausarbeit.

LITERATUR:Bruner, J.S. 1987. Wie das Kind sprechen lernt. Bern: Huber. Hausendorf, H. / Quasthoff, U.M. 1996. Sprachentwicklung und Interaktion. Eine linguistzische Studie zum Erwerb von Diskursfähigkeiten. Opladen: Westdeutscher Verlag. Piaget, J. 1972. Sprechen und Denken des Kindes. Düsseldorf: Schwann.

Dr. Rüdiger Vogt

Perspektiven der Sprachdidaktik

Oberseminar/Examenskolloquium L1, L2, L5

Mo 16-18,. B210 (14 tg) Beginn: 20.04.98

Welche Aufgaben hat der Deutschunterricht, speziell der Sprachunterricht im ausgehenden 20. Jahrhundert? Je nach Perspektive läßt sich die Sozialität Bundesrepublik als Risiko-, Erlebnis- oder Ellenbogengesellschaft beschreiben. Nicht zuletzt von der Perspektive und den davon abhängigen Zielen hängt es ab, was Schüler in der Schule lernen sollen: Rechtschreibung pauken oder Kritikfähigkeit erproben. Um diese Fragen und die daraus resultierenden Aufgaben der Sprachdidaktik soll es in diesem Oberseminar gehen.

Examenskandidaten haben hier auch Gelegenheit, ihre Fragen einzubringen.

Schulpraxis

Siehe Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.

Deutsch als Fremdsprache

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Theorien des Zweit- und Fremdsprachenerwerbs

Seminar/AS DaF

Do 10-12, B 210 Beginn: 16.04.98

In diesem Seminar sollen die folgenden Fragen diskutiert werden: Verläuft der Zweitspracherwerb parallel zum Erstspracherwerb? Wie unterschiedlich sind natürlicher Zweitspracherwerb und Fremdsprachenlernen in Institutionen wie Schule und Universität? Gibt es die sog. 'kritische Periode', ein bestimmtes Alter, von dem ab sich die Art des Zweitspracherwerbs und des Fremdsprachenlernens ändert? Wie verläuft der Spracherwerb von genuin bilingualen Personen? Wie gesichert sind die vorhandenen Antworten auf diese Fragen? Welche Auswirkungen haben sie auf die Fremdsprachendidaktik?

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Kolloquium für Examenskandidaten

Oberseminar/AS DaF

Do 14-16, B 210 Beginn: 16.4.98

Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft auf Themensuche gehen wollen. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Dramapädagogischer DaF-Untericht

Seminar/AS DaF

Fr 10-14, 14tg., B 210 Beginn: 17.4.97

In einer ersten kurzen und intensiven Lesephase wird alles zur Kenntnis genommen, was sich der Einsicht nicht verschließt, daß am Sprachenlernen vielleicht nicht nur die Köpfe der Lernenden beteiligt sein sollten. Danach erfolgt eine Einengung. Gefragt wird 'nur' noch: wie produktiv sind welche Aspekte des szenischen/dramatischen Lernens für eine Effektivierung des Fremdsprachenlernens, die sich nicht als Gegensatz zur ganzheitlichen Bildung sieht? Abhängig von Begeisterungsfähigkeit und Engagement der SeminarteilnehmerInnen werden wir danach in einem dritten Teil so praktisch wie möglich erarbeiten, wie sich dramapädagogische Elemente in das institutionelle Fremdsprachenlernen integrieren lassen.

Vorbereitende Lektüre: Schewe, Manfred; Fremdsprache inszenieren. Zur Fundierung einer dramapädogogischen Lehr- und Lernpraxis. Oldenburg 1993

Prof. Dr. Michael Legutke, Prof. Dr. Dietmar Rösler

Technologie und Fremdsprachenlernen

Hauptseminar/AS DaF, EFL

Mo 16-18, B 440 Beginn: 20.4.98

Neue Lehrwerke auf CD-ROM, Sprachlerntandems per email, das Internet als Ort des Zugriffs auf aktuelle Informationen und als Ort des Sprachlernens, interactive video usw. sind einige der Stichwörter, die in den letzten Jahren in die fremdsprachendidaktische Diskussion Eingang gefunden haben. Diskutiert werden soll, wo das Potential dieser sog. Neuen Medien und wo ihre Gefahren liegen, welche Implikationen sich aus ihnen für die Autonomie des Lernens, die Rolle der Lehrenden, die Gestaltung des Lernorts usw. ergeben und inwieweit ihnen die Gefahr droht, in einem Jahrzehnt, wie heute vielerorts die Sprachlabore, als Investitionsruinen herumzustehen.

Von den Teilnehmern wird erwartet, daß sie 'internettauglich'sind, einen email-Anschluß haben. Wir gehen außerdem davon aus, daß sich alle Teilnehmer zwischen den Seminaren an einem elektronischen Diskussionsforum beteiligen. Aufgrund der beschränkten Teilnehmerzahl ist eine persönliche Anmeldung erforderlich.

Christina Lang-Melcher

Stereotypen im Unterricht Deutsch als Fremdsprache

Proseminar/AS DaF

Mi 10-12, E 5 Beginn: 22.4.98

Stereotypen und Vorurteile sind aus dem Fremdsprachenunterricht nicht wegzudenken. Sie existieren sowohl in den Köpfen der Lernenden als auch der Lehrenden. DaF-Lehrende werden in kulturheterogenen Kursen täglich mit der Komplexität des usammenspiels von Auto- und Heterostereotypen konfrontiert. Aufgrund von Untersuchungen wissen wir, daß sich Stereotypen während bzw. nach einem Auslandsaufenthalt nicht automatisch abbauen. Stereotype Urteilsstrukturen erweisen sich Erfahrungen und Wissen gegenüber als resistent, sie können sogar teilweise noch verstärkt werden.

Für uns stellt sich die Frage nach dem konkreten Umgang mit Stereotypen und Vorurteilen im DaF-Unterricht. Wie begegenen wir stereotypen Einstellungen im Unterricht? Wie gelingt es uns Stereotypen zu identifizieren, aufzubrechen bzw. zu relativieren?

Dr. Wieland Raatz

Qualitätssicherung im DaF-Unterricht

Seminar/AS DaF

Mi 14-18, B 210 Beginn: 22.04.98/06.05./20.05/17.06./01.07.

Fr 5.6. 14-19, Sa 6.6. 9-14

Die Normierung von Qualitätskriterien - immer schon üblich in der Industrie - hat sich seit einigen Jahren auch in unterschiedlichen Bereichen des Dienstleistungssektors durchgesetzt. Mit zunehmender Tendenz werden auch Träger von Aus- und Weiterbildung in diee Entwicklung einbezogen.

In dieser Seminarveranstaltung soll möglichst praxisnah untersucht werden, welche Auswirkungen unterschiedliche Konzepte der Qualitätssicherung auf die Arbeit privater Schulen für Deutsch als Fremdsprache haben können.

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Termine

Sprechstundentermine der Lehrenden

Beachten Sie bitte auch die Aushänge in den Instituten!

Name          Raum   Tel.:        Termine in     Termine im SS 1997                             
                     0641/99-     den                                                           
                                  Semesterferien                                                

Arendt        B 212  29100        nach           Fr 10-11                                       
                                  Vereinbarung                                                  

Bauer         B 215  29105        siehe Aushang  Mi 15.30-17.00                                 

Berndt        B 211  29102        nach           s. Aushang                                     
                                  Vereinbarung                                                  

Bialke        B 140  29082        siehe Aushang  s. Aushang                                     

Ehrismann     B      29034        s. Aushang     Mo 9.45-10.15                                  
              109a                               Do 11.45-12.15                                 

Fritz         B 111  29030        siehe Aushang  Do 14-15                                       

Gansel        B 208  29145                       Mi 14-15                                       

Gast          B 209  29115        Mo, 03.03. u.  Mi 10.30-12                                    
                                  14.04.: 11-13                                                 
                                  u. n.V.                                                       

Gloning       B 113  29032        s. Aushang     Mi 11-12                                       

Hammer        B 156               s. Aushang     s. Aushang                                     

Haug          B 141  29091        s. Aushang     s. Aushang                                     

Hegen                priv.        n.V.           n.V.                                           
                     06004/2877                                                                 

Himmelmann    B 129               n.V.           n.V.                                           

Holzhauer     E 012  29200        n.V.           n.V.                                           

Inderthal     B 134  29075        n.V.           Di 16-17                                       

Jäger                06401-42975  n.V.           n.V.                                           

Karthaus      B 204  29135        n.V.           s. Aushang                                     

Kluge         B 212  29100        .s. Aushang    Mo 13-14                                       

Koch          B 156  29077        n.V.           n.V.                                                                                          

Konrad-Tromsd B 211  29102        nach           Di 12-13                                       
orf                               Absprache;                                                    
                                  Tel. (priv.):                                                 
                                  06403/5594                                                    

Kurz          B 130  29070        s. Aushang     ab 01.06.: Mi 9-12                             

Leibfried     B 138  29073        Mo 17          Mo 18                                          

Lubkoll       B 137  29074        Mo, 10.03.:    Mi 12-13                                       
                                  11                                                            
                                  Mi, 26.03. :                                                  
                                  11                                                            

Marci-Boehnck B 203  29103        n.V.           n.V.                                           
e                                                                                               

Mulch         E 012  29201        n.V.           s. Aushang                                     

Oesterle      B 139  29090        n.V.           n.V.                                           

Quentin              priv.        nach           n.V.                                           
                     06421/27526  Vereinbarung                                                  

Ramge         B 107  29040        Di 9-10        Di 15-16                                       
                                  außer                                                         
                                  25.3.-8.4.97                                                  

Riecke        B 104  29042        n.V.           Mi 11-12                                       

Rösler        B 205  29125        s. Aushang     Mo 14-15                                       

Rötzer        B 206  29110        Mo, 03.03.,    Mo 13-14                                       
                                  Mo 07.04.: 11                                                 

Schmidt,      B 133  29076        n.V.           n.V.                                           
Harald                                                                                          

Schmidt,      B 104  29042 o.     n.V.           n.V.                                           
Herbert              29044                                                                      

Schuster      B 104  29042        n.V.           Do 10-11                                       

Soboth        B 132               n.V.           n.V.                                           

Vahle         B 103  29036        n.V.           n.V.                                           

Vogt          B 214  29104        s. Aushang     Di 12-13                                       

von           B 109  29035        n.V.           Fr 10.30,                                      
Ertzdorff-Kup        priv.:0641/4                n.V.                                           
ffer                 6923                                                                       

Wachtel       B 114  29033        s. Aushang     Di 12-13                                       


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Termine der Fachschaft

Die Fachschaft Germanistik trifft sich während des Semesters mittwochs um 13.00 Uhr.

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Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek (FBB 09), Ausleihbedingungen

1. Allgemeine Informationen

Adresse: Otto-Behaghel-Str. 10 (Haus B), 35394 Gießen, Tel.: 0641/99-29181, -29182, -29183 (Aufsicht).

Öffnungszeiten: Mo-Do 9-17, Fr 9-15, vorlesungsfreie Zeit: halbtags nach Aushang.

Status: Präsenzbibliothek.

Bestand: ca. 115.000 Bände, 165 lfde Zeitschriften, Schallplatten, Mikrofiche-Editionen, Videothek.

Ausstattung: ca. 50 Leseplätze, Kopiermöglichkeit, Mikrofiche-Lesegerät, 4 PC (OPAC = Online Public Access Catalogue).

Kataloge: Alphabetischer Katalog.

Besondere Sammelgebiete: DDR-Literatur, Medien, Deutsch als Fremdsprache, Kinder- und Jugendliteratur.

Teilbestände befinden sich an Sonderstandorten:

- - Bibliothek Hermeneutik und Literaturkritik, Haus C, Zi. 4, (vormittags geöffnet), (Tel.:0641/99-15524).

- - Universitätsbibliothek (1. Stock): sprachwissenschaftliche und mediaevistische Bestände, Sonderkatalog (bis 10/1995).

- - Videothek im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Zi. B 207, 9-12, Tel. 0641/99-29121).

2. Ausleihen von Büchern

Wenn Sie ein Buch ausleihen wollen, beachten Sie bitte die Ausleihbedingungen:

- - Wochenendausleihe von Fr bis Mo unter Vorlage eines Studenten- oder UB-Ausweises während des Semesters,

- - 2 Wochen unter Vorlage eines Studenten- oder UB-Ausweises während der Semesterferien.

Für ExamenskandidatInnen des FB 09:

- - bis zu 2 Wochen (Bescheinigung erforderlich).

Für jedes Buch muß ein Leihschein mit Durchschlag ausgefüllt werden.

Von der allgemeinen Ausleihe sind ausgeschlossen:

- - allgemeine Auskunftsmittel,

- - Bibliographien,

- - Wörterbücher und Lexika,

- - Zeitschriften, Rara,

- - Bücher/Materialien aus den Semesterapparaten von Veranstaltungen.

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Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de


Anmerkungen bitte an:
webmaster@germanistik.uni-giessen.de
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ss98.shtml
Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr