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Germanistik |
Kommentiertes
Vorlesungsverzeichnis
des Fachbereichs Germanistik
der Justus-Liebig-Universität Gießen
Sommersemester 1999
Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das
Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier
vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein
gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen
angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird
in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern
festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und
Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.
Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Dezember 1998 wieder.
Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw.
an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden
der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist
auch an den Dienstzimmern angeschlagen.
Im Bereich der Sprachwissenschaft werden regelmäßig Proseminare zu
folgenden vier grundlegenden Themenbereichen angeboten (sog. Basisseminare):
Grammatik, Kommunikationsanalyse, Sprachvariation, Sprachgeschichte, Kenntnisse
in diesen Themenbereichen sind notwendig für ein erfolgreiches Studium der
Sprachwissenschaft. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Besuch von
Basisseminaren. Wenn Sie wissen wollen, was in Basisseminaren behandelt wird,
dann können Sie Lernzielkataloge zu diesen Seminartypen im Sekretariat (Raum B
112) bekommen. Sie finden die Lernzielkataloge auch im Internet:
- über die Homepage des Fachbereichs 09 http://www.uni-giessen.de/fb09
(dort LEHRANGEBOT, dann BASISSEMINARE anklicken)
- direkt unter der URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm
Im Bereich der Mediävistik werden regelmäßig Proseminare mit dem Thema Einführung
in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur angeboten. Der Besuch eines
solchen Seminars ist für Studierende des Lehramtsstudiengangs L3 obligatorisch,
für andere Studiengänge fakultativ. Der Besuch anderer mediävistischer
Proseminare ist generell fakultativ, jedoch zur Vertiefung des Lernstoffs erwünscht.
Den Lernzielkatalog für das mediävistische Einführungsseminar finden Sie in
den Aushängen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche
Literatur sowie im Internet:
- über die Homepage des Fachbereichs 09 http://uni-giessen.de/fb09
(dort LEHRANGEBOT, dann BASIS-SEMINARE anklicken
- direkt unter URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm
AVL: Allgem. und vergleichende L1: Lehramt an Grundschulen
Literaturwissenschaft L2: Lehramt an Haupt undRealschulen
DaF: Deutsch als Fremdsprache L3: Lehramt an Gymnasien
DTM: Drama, Theater, Medien L5: Lehramt an Sonderschulen
GH: Gasthörer Mag.: Magister
GS: Grundstudium NF: Nebenfach
HaF: Hörer aller Fachbereiche Prom.: Promotion
HF: Hauptfach WF: Wahlfach
HS: Hauptstudium WV: Wahlvertiefungsveranstaltung
Einführung in das Studium der Germanistik
Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei
Komponenten:
1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),
2. einem Einführungsseminar und
3. einem Tutorium.
Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsseminare erfolgt über eine
schriftliche Wahl, die am 13. 4. 1999 um 8.00 Uhr c.t. im Hörsaal A1
stattfindet. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit. Diese Wahl ist
zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Semester,
nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder
abmelden und Ihre Teilnahme um ein Semester verschieben. Erst eine Woche später,
in der jeweiligen ersten Einführungsveranstaltung, wird die Verteilung auf die
Tutorien geregelt.
Die Teilnahmelisten mit Raumangaben hängen am Ende der ersten Semesterwoche
an den ,Schwarzen Brettern' in allen Instituten aus.
Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Einführung in die Literaturwissenschaft und -didaktik
Proseminar L1,2,3,5, Mag.,/Pro., DaF, HF/NF
Di 10-12, B33 Beginn: 13.04.
Das Proseminar will die Teilnehmer mit Methodenfragen bekannt machen, indem
Texte verschiedener literarischer Gattungen analysiert werden, wie z.B.
Kurzgeschichten, Balladen oder Novellen. Ein begleitendes Tutorium soll
Techniken wissenschaftlichen Arbeitens vermitteln.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Einführung in die Literaturwissenschaft
Einführungsseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, AVL
Di 10-12, B 128 Beginn: 20.4.1999
Im Rahmen dieses Einführungskurses werden Erzählungen von Hebel
exemplarisch untersucht.
Zugrundegelegt wird die Ausgabe: J. P. Hebel, Schatzkästlein des rheinischen
Hausfreundes, Reclam-Verlag, Nr. 142. Weitere empfohlene Literatur: E.
Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft, neueste Auflage.
Dr. Michael Schlott
Einführung in die Literaturwissenschaft
Einführungsseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, AVL
Di 10-12, B 31 Beginn: 20.4.1999
Ziel des Seminars ist die Vermittlung einer möglichst breiten
germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer
thematischer Komplexe werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in philologische
Verfahrensweisen eingeübt und mit erprobten Strategien der
literaturwissenschaftlichen Problembearbeitung bekannt gemacht. Die Erarbeitung
wichtiger methodologischer, wissenschaftsgeschichtlicher und
studienorganisatorischer Grundlagen des Faches wird nicht zu kurz kommen und
soll - ausgehend von den Interessen und Bedürfnissen der Studierenden - auch
eine Auseinandersetzung mit dem (nicht unproblematischen) Verhältnis von
angezielter Berufspraxis und germanistischem Studium enthalten.
Teilnahmevoraussetzung ist die Bereitschaft, sich auch auf das sogenannte
philologische Handwerk einzulassen: Bücherkunde, bibliographische Schulung,
Quellenerschließung, Archivierung, schriftliche Form germanistischer Arbeiten
etc.
LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft.
3. Auflage. München: Fink 1993 (UTB 1582).
Dr. Martin Wachtel
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsveranstaltung L1 (WF),L2,L3,L5,Mag.,HF/NF
Di 10-12, B 24 Beginn: 13.04.1999
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und
Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.
Die TeilnehmerInnen sollen lernen,
- mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
- eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen
anfertigen zu können.
Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium.
Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.
Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit,
der wichtige Texte zum Thema enthält.
Prof. Dr. Hans Ramge
Sprache und Gesellschaft - Soziolinguistik
Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10-12, A 5 Beginn: 14.04.1999
Die soziale Natur der Sprache führt dazu, dass sich gesellschaftliche
Differenzen in unterschiedlichem Sprachgebrauch niederschlagen und
widerspiegeln. Die historisch gewordenen und die ständig neu entstehenden
Sprachvarianten finden sich in allen Ebenen der Sprache (Laute, Formen, Syntax,
Lexik) und des sprachlichen Handelns (Semantik, Muster). Sie führen zu
Variationsskalen unterschiedlicher Art, z.B. der zwischen Standardsprache und
Dialekt, zwischen einfachem und ausgearbeitetem Sprachgebrauch, zwischen
altmodischem und progressivem Sprachgebrauch, zwischen privatem und öffentlichem
Sprachgebrauch. Am wichtigsten ist der Niederschlag sozialer Erfahrungen da, wo
unterschiedlicher Sprachgebrauch biographische Folgen haben kann, im
Schulerfolg. Diese 'klassische' Fragestellung der Soziolinguistik wird in der
Vorlesung ebenso behandelt wie die an der Untersuchung von Sprachdifferenzen in
und zwischen sozialen Gruppen interessierte Soziolinguistik (W. Labov und die
Folgen). Sie hat besonders in der Erforschung der Stadtsprachen wichtige
Einsichten gewonnen, vor allem auch über kommunikative Funktionen des Gebrauchs
von Sprachvarianten. Darüber hinaus werden weitere Substandards des Deutschen
wie die Dialektgliederung und Gruppenvarietäten wie Jugendsprachen und
Sondersprachen besprochen.
Klaus-Peter Ulbrich
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 14-16, B 24 Beginn:13.04.1999
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in
die Sprachwissenschaft besucht haben.
Das Seminar soll einen möglichst umfassenden Überblick über die
Arbeitsgebiete und die Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft bieten
und dadurch den TeilnehmerInnen die nötigen Grundlagen für den Besuch
sprachwissenschaftlicher Proseminare vermitteln.
Dabei werden folgende ausgewählte Themen behandelt:
- Zeichentheorie
- Grundlagen der sprachlichen Kommunikation
- Pragmatik / Sprechakttheorie
- Textlinguistik / Gesprächsanalyse
- Grammatik / Grammatiktheorien
Die Erarbeitung der einzelnen Arbeitsgebiete wird jeweils mit entsprechenden
Übungen abgeschlossen.
Dr. Martin Wachtel
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 8-10, B 106 Beginn: 13.04.1999
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in
die Sprachwissenschaft besucht haben. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern
einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der
Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen, mit
sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können und selbständig Analysen zu
sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können. Im Rahmen der
einzelnen thematischen Blöcke sollen die TeilnehmerInnen in Form von Übungen
das Gelernte vertiefen und anwenden.
Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit,
der wichtige Texte zum Thema enthält.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Deutsche Grammatik (Basisseminar)
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,DaF,HN/NF
Mo 14-16, B 106 Beginn: 12.04.1999
Dieses Seminar gehört zum Typ "Basisseminar”. Es vermittelt
Grundlagen der grammatischen Analysemethoden und Grundkenntnisse in zentralen
Bereichen der deutschen Grammatik, sozusagen das grammatische Handgepäck des
Germanisten für alle Lebenslagen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Struktur
der Nominalphrase (die vom Kanzler seit Jahren angekündigten Sparmaßnahmen
im Personalbereich) und die Syntax des Verbs (daß Peter die Bücher hat
wollen übersetzen lassen, Peter hat die Bücher übersetzen
lassen wollen). In beiden Bereichen sollen besonders auch die
Wortstellungsregularitäten behandelt werden. Um die Teilnehmer mit
Darstellungsformen und Nutzungsmöglichkeiten unterschiedlicher Grammatiken
vertraut zu machen, sollen Grammatikvergleiche zu einzelnen Problemfeldern
erarbeitet werden. Neben der Duden-Grammatik (5. Aufl. 1995) sollen vor allem
Heringers "rezeptive Grammatik" ("Lesen lehren lernen",
1988) und Eisenbergs "Grundriß der deutschen Grammatik" (3. Aufl.
1994) herangezogen werden. Erste Hinweise auf die Art der syntaktischen
Betrachtung, die im Seminar praktiziert werden soll, finden Sie in Grewendorf/Hamm/Sternefeld:
Sprachliches Wissen. Frankfurt am Main 1987, 156-181; 213-216.
Dr. Thomas Gloning
Textorganisation und Textproduktion (Basisseminar)
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.DaF,HF/NF,GH
Mi 8.30-10, B33 Beginn: 14.04.1999
Ein wichtiger Aspekt des Verstehens von Texten ist es, die Organisation, die
innere Struktur eines Textes zu durchschauen. Zur inneren Struktur von Texten
gehört zum Beispiel: (i) der Zusammenhang verschiedener Teilthemen eines
Textes, z.B. Hergang eines Unfalls, Ursachen des Unfalls, Folgen für die Opfer,
geforderte Konsequenzen; (ii) der Zusammenhang zwischen unterschiedlichen Handlungsformen,
die mit Textbestandteilen realisiert werden, z.B. etwas beschreiben, Gründe für
etwas nennen, Forderungen aufstellen; (iii) der sog. Wissensaufbau, also
die Tatsache, daß bestimmte Wissensbestandteile entweder vorausgesetzt oder früh
im Text eingeführt werden müssen, damit spätere Passagen von einem Leser oder
einer Leserin verstanden werden können. - Diese und ein paar andere
Organisationsprinzipien von Texten sind aber nicht nur wichtig für das
Verstehen von Texten, sie sind auch brauchbare Hilfsmittel für die Produktion
von 'guten', durchschaubaren Texten. - Das Seminar soll drei Schwerpunkte haben:
Einführung von Prinzipien des Textaufbaus, Anwendung dieser Prinzipien in
Analyseübungen; Anwendung dieser Prinzipien in Produktionsübungen.
Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Internet unter: http://www.uni-giessen.de/~g909/lehre.htm
Britt-Marie Schuster, M.A.
Einführung in die Grammatik (Basisseminar)
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 10-12, B 31 Beginn: 12.04.1999
In diesem Seminar sollen die Grundbegriffe (Satz, Phrasenstruktur etc.),
Arbeits- und Darstellungsmethoden der Grammatik des Deutschen vermittelt werden.
Die Studierenden sollen dabei die Fähigkeit erwerben, grammatische Strukturen,
die vom Wort bis zu komplexen Sätzen reichen, zu erkennen, angemessen zu
beschreiben und hinsichtlich ihrer kommunikativen Wirksamkeit zu bestimmen (z.B.
Wortstellungsvarianten). Fakultativ kann ein Repetitorium der traditionellen
Schulgrammatik angeboten werden.
Dr. Martin Wachtel
Kommunikationsanalyse: Grundfragen der Beschreibung von
Text-Bild-Kommunikationen
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 14-16, B 31 Beginn: 13.04.1999
Das Seminar bietet eine Einführung in Struktur, Funktion und Analyse
audiovisueller Texte. Neben einer ausführlichen Darstellung unterschiedlicher
Transkriptionssysteme werden folgende ausgewählte Themen behandelt.
- Zeichentypologie:Was ist ein Zeichen und wie lassen sich Zeichentypen
unterscheiden?
- Zum Begriff des kommunikativen Handeln: Gibt es Unterschiede zwischen dem
kommunikativen Handeln mit Sprache und dem kommunikativen Handeln mit Bildern?
- Text-Bild-Zusammenhänge: Wie sind Text und Bild in audiovisuellen
Textsorten aufeinander bezogen?
- Problemorientierte Analyse audiovisueller Textsorten: Verständlichkeit von
Wissenschaftsmagazinen, Informativität und Attraktivität von
Nachrichtensendungen, Authentizität von Reportagen und Dokumentationen etc.
Dr. Roland Mulch
Sprachliche Landeskunde im Mitteldeutschen
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF Seit der Dialekt offensichtlich beliebt, zumindest beachtet und verbreitet
ist wie selten zuvor, ist das allgemeine Interesse am Regionalen deutlich
angestiegen. Eine Konsequenz daraus zeigt sich auch in der verstärkten
Zuwendung zu regionaler Sprachforschung. Dieses Proseminar will die Geschichte
der sprachlichen Landesforschung im Mitteldeutschen darstellen und die
Leistungen und Ergebnisse der Sprachforschung dieses Dialektraums in
Vergangenheit und Gegenwart verdeutlichen.
Prof. Dr. Hans Ramge
Linguistik der Kleinanzeige
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 16-18, B 106 Beginn: 12.04.1999
Kleinanzeigen in Zeitungen, die sich auf mitteilenswerte private Ereignisse
beziehen wie Geburts-, Verlobungs-, Hochzeits- und Todesanzeigen und
entsprechende Danksagungen spiegeln in ihrer sprachlichen und formalen
Gestaltung Konventionen und individuelle Absichten gleichermaßen. In Grußanzeigen,
vor allem aber in Heirats-, Bekanntschafts- und Kontaktanzeigen verbinden sich
oft hochgradig künstliche Sprachgesten (Bildlichkeit, Lyrik) mit Klischees und
Stereotypen trivialster Art. Sich öffentlich mitzuteilen und zugleich zu verhüllen,
die Herstellung von Selbst- und Fremdbildern führt zu interessanten Sprach- und
Textmustern, nicht nur in Abhängigkeit vom jeweiligen Gegenstand der Anzeige,
sondern auch vom Medium und vom Professionalisierungsgrad.
Prof. Dr. Rosemarie Rigol
Spracherwerb: Motherese - Mutter/Kind-Interaktion
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Fr 10-12, B 106 Beginn: 16.04.1999
Während des Spracherwerbs wird das Kind von mindestens einem Erwachsenen
begleitet; in der Regel ist das die Mutter. Über die Rolle dieses
Sprachangebotes ist vor 20 - 10 Jahren viel diskutiert worden; je nach der
theoretischen Position der Diskutanten (Nativisten - Lernbarkeitsvertreter -
Kognitivisten) schwankten die Einschätzungen der Begleitsprache zwischen
entbehrlich und unentbehrlich. Hinzu kommt, daß sich empirische
Spracherwerbsuntersuchungen häufig auf die Kinderäußerungen beschränken, so
daß man sich kein klares Bild von der Begleitsprache machen kann. Auch die Überlegungen
zu Motherese und Babytalk beziehen sich nicht sprachwissenschaftlich
systematisch auf die Dyade Mutter - Kind. Die Veranstaltung wird thematisch
geleitet von den Fragen nach der Beschaffenheit der Begleitsprache und nach
deren Zielrichtung im Hinblick auf das sprachliche Können des Kindes. Die
Arbeit erfolgt an Texten zum Thema und analytisch an empirischem Material.
Leistungsanforderungen: Referat zu Texten (Verabredungen können am Ende des
WS getroffen werden), Hausarbeit (Analyse von Gesprächsprotokollen).
Dr. Martin Wachtel
Wortbildung
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10-12, B 106 Beginn: 14.04.1999
Wer von Wortbildung redet, setzt voraus, daß es Wörter gibt. Das Seminar
wird sich zunächst mit dieser Voraussetzung befassen und fragen, ob und wie das
'Wort' im Zeichensystem der deutschen Sprache als definierbare Einheit gegeben
ist. Danach werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:
- Warum ist Wortbildung notwendig?
- Woraus bildet man neue Wörter?
- Welche Regeln steuern die Wortbildungsprozesse?
Abschließend sollen anwendungsorientierte Fragen erörtert werden. Mögliche
Themen sind hier z.B. die Wortbildung in Fachsprachen, Wortbildungen in der
Werbung, Wortbildung und ihre Behandlung im Deutschunterricht.
Dr. Dagmar Wodtko
Einführung ins Gotische
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, G 27 Beginn: 15.04.1999
Die Veranstaltung bietet nach einer kurzen Einleitung zunächst einen
synchronen Abriß der gotischen Grammatik. Anschließend soll - begleitet von
Textlektüre - die historische Grammatik ausführlicher behandelt werden. Dabei
wird das Gotische einerseits exemplarisch als germanische Sprache herausgehoben,
andererseits aber auch auf Ähnlichkeiten und Unterschiede anderer germanischer
Sprachen (Deutsch, Englisch) aufmerksam gemacht. Die Eigenheiten des
Germanischen und innerhalb dessen des Gotischen sollen so herausgearbeitet
werden.
Teilnahme kann ohne Vorkenntnisse erfolgen. Grundkenntnisse in einer
beliebigen älteren indogermanischen Sprache sind von Vorteil aber nicht
Bedingung. Ein benoteter Seminarschein kann bei Bedarf durch eine Klausur am
Semesterende erworben werden.
LITERATUR: W. Braune/A. Ebbinghaus 1981: Gotische Grammatik. 19. Auflage. Tübingen:
Max Niemeyer Verlag. (andere Auflagen ab 16. von 1961 möglich). - H. Krahe
1967: Historische Laut- und Formenlehre des Gotischen. Zweite Auflage bearbeitet
von E. Seebold. Heidelberg: Verlag Winter. - Weitere Literatur wird in der
Veranstaltung bekannt gegeben.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Geschichte von Kommunikationsformen
Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Di 10-12, B 106 Beginn: 13.04.1999
Kommunikationsformen (z.B. die Formen der akademischen Prüfung) und
Textsorten (z.B. die Nachrichtenmeldung) sind eingespielte Lösungen für
bestimmte kommunikative Aufgaben (die Überprüfung von Wissen, die Information
über Ereignisse in der Welt). Diese Lösungen haben sich historisch entwickelt
und entwickeln sich auch weiter. Jede Gesellschaft hat einen bestimmten
"kommunikativen Haushalt” von derartigen Formen. Die Geschichte von
Kommunikationsformen ist ein neuer Zweig der sog. Historischen Pragmatik. In
diesem Seminar sollen Methoden der Geschichte von Kommunikationsformen
dargestellt und in praktischen Übungen erprobt werden. Thematische Schwerpunkte
des Seminars bilden Formen der Kontroverse und Formen der Berichterstattung, vor
allem im 16. und 17. Jahrhundert.
Als Literatur stehen dem Seminar u.a. die Beiträge zu zwei demnächst
erscheinenden einschlägigen Sammelbänden zur Verfügung: Fritz, G./Jucker, A.
(Hg.): Kommunikationsformen im Wandel der Zeit. Tübingen: Niemeyer (im Druck);
- Jucker, A./Fritz, G./Lebsanft, F. (eds.): Historical Dialogue Analysis.
Amsterdam: Benjamins (im Druck)
Zur Einführung: Fritz, G.: Geschichte von Dialogformen. In: Fritz, G./Hundsnurscher,
F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse. Tübingen 1994, 545-562.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Polysemie
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Do 16-18, B 106 Beginn: 15.04.1999
Viele Wörter haben unterschiedliche Verwendungsweisen, z.B. das Adjektiv scharf
(scharfes Messer, scharfer Pfeffer, scharfe Auseinandersetzung).
Diese Bedeutungseigenschaft von Wörtern bezeichnet man als Polysemie. Seit
einigen Jahren steht die Polysemie wieder im Zentrum der semantischen
Diskussion, wobei die Grundfrage dieser Diskussion lautet: Wie verträgt sich
die Vielfalt von Verwendungsweisen mit der Annahme einer einheitlichen Bedeutung
von Wörtern? Praktisch gewendet lautet diese Frage: Wie können die
Sprecher/innen solche komplizierten Bedeutungszusammenhänge lernen und
benutzen? Eine der Antworten auf diese Fragen lautet: Die Verwendungsweisen sind
untereinander auf systematische Art verknüpft. Im Seminar soll zunächst eine
Einführung in Grundlagen der Bedeutungstheorie gegeben werden, mit einem
Schwerpunkt auf der Frage der Polysemie. Dazu gehört auch die Betrachtung von Möglichkeiten
der metaphorischen und metonymischen Verwendung von Wörtern. Dann sollen
Methoden der Beschreibung von Polysemie an Beispielen aus der deutschen Sprache
erarbeitet werden. Schließlich soll die historische Entwicklung von Polysemien
untersucht werden.
Zur ersten Einführung: Fritz, G.: Historische Semantik. Stuttgart 1998.
(Sammlung Metzler Bd. 313; Abschnitt "Bedeutungstheoretische und
methodische Grundlagen”, S. 13-23.)
Dr. Thomas Gloning
Lexikographie: Wörterbücher nutzen, Wörterbücher machen
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.DaF,HF/NF,GH
Mi 12-14, B33 Beginn: 14.04.1999
Die Lexikographie ist die Lehre von den Wörterbüchern und vom Wörterbuchmachen.
Zentrale Fragen der Lexikographie sind etwa der interne Aufbau von Wörterbuchartikeln,
die unterschiedlichen Benutzerinteressen und Nutzungsmöglichkeiten, der in
einem Wörterbuch erfaßte Sprachausschnitt, aber auch die handwerklichen Fragen
der Wörterbuchproduktion. - Lexikographische Kenntnisse sind nützlich bei der
Arbeit mit Wörterbüchern, sie schärfen die Sensibilität für sprachliche
Erscheinungen, die in Wörterbüchern beschrieben sind (z.B. Verwendungsweisen,
regionale, gruppensprachliche, fachliche Verbreitung, historische Entwicklung,
Übersetzungsäquivalente u.ä.), sie sind aber auch Voraussetzung für die
Produktion neuer Wörterbücher, die im mehrsprachigen Europa von zunehmender
Bedeutung sind. - Im Seminar werden wir uns u.a. mit folgenden Themen befassen:
(i) Anlage, Informationstypen, Artikelaufbau und Nutzungsmöglichkeiten
wichtiger Wörterbücher des Deutschen; (ii) Materialgrundlagen der Wörterbucharbeit,
z.B. Corpora; (iii) Einrichtung elektronischer Wörterbücher.
Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Internet unter: http://www.uni-giessen.de/~g909/lehre.htm
Prof. Dr. Hans Ramge
Goethes Hessisch. Sprachgeschichte zwischen 1749 und 1849
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Di 16-18, B 106 Beginn: 13.04.1999
Als kleiner sprachhistorischer Beitrag zum Goethe-Jahr soll in diesem Seminar
über die hinreichend bekannten, einigermaßen trivialen Dialektismen Goethes
vom Typ Ach neige, du Schmerzensreiche hinaus das sprachliche Umfeld in
Frankfurt und im hessischen Sprachraum ansatzweise rekonstruiert werden. Dazu
gehören neben Mündlichkeit spiegelnden Quellen wie den Briefen der Mutter
Goethes z.B. frühe Ansätze zum Sammeln von Volkssprachlichem (sog. Idiotismen)
bis hin zu den vielfältigen Sammlungen der Brüder Grimm, aber auch der frühen
Romantiker. Es sollen ferner Einstellungen und Bewertungen Goethes (und seiner
Zeitgenossen) zu Sprache und Sprachvarietäten wie Dialekten, Jiddisch, Französisch
(Hugenotten) im hessischen Sprachraum herausgefunden werden und schließlich der
Weg zur Literarisierung des Dialekts, bis hin zu Mundartlyrik und Niebergalls Datterich
umrissen werden.
Dr. Jörg Riecke
Fachprosa des Mittelalters und der frühen Neuzeit
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 16-18, B 31 Beginn: 12.04.1999
Fachliterarische Texte haben im wesentlichen zwei Ziele oder Funktionen: Zum
einen kann im Medium der Schrift Wissen aufbewahrt und beliebig weitergegeben
werden. Zum andern sind sie - meist - auf eine unmittelbare Anwendung hin
ausgerichtet. Die meisten fachliterarischen Texte beziehen sich also auf
konkrete Dinge der Welt, auf Magenschmerzen, auf den Lauf der Gestirne oder auf
das Deuten von Träumen (um nur einige wenige Beispiele zu nennen). In diesem
Hauptseminar sollen die bis in die althochdeutsche Zeit zurückreichenden Vorläufer
und Anfänge des hochmittelalterlichen Fachschrifttums behandelt werden, es
sollen aber auch die Blüten dieser Textsorte selbst gelesen und genauer
untersucht werden. Dabei geht die sprachwissenschaftliche Analyse Hand in Hand
mit Fragen nach der Funktion dieser Texte, ihrer Interpretation und ihrer
Stellung im mittelalterlichen Wissenskanon. Der thematische Schwerpunkt wird auf
medizinischen Texten und auf den deutschsprachigen Traumbüchern des
Mittelalters liegen. Eine Bibliographie, weitere Hinweise und die Möglichkeit
zur Anmeldung erhalten Sie ab sofort in meiner Sprechstunde. Zur ersten
Orientierung empfehle ich ihnen:
LITERATUR: William Crossgrove: Die deutsche Sachliteratur des Mittelalters,
Bern - Berlin - Frankfurt/M. 1994.
Prof. Dr. Fritz Vahle
Sprache und Bewegung: Rhythmus - Wort - szenisches Spiel
Hauptseminar L1,2,5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, B 9 Beginn: 19.04.1999
"Sprache und Bewegung” ist kein einzelnes Seminarthema, es sind zunächst
eher zwei große Forschungs- bzw. Lehrbereiche mit unterschiedlichsten
Einzeldisziplinen. "Sprache und Bewegung” läßt sich jedoch auch
integrativ behandeln: Zunächst phylogenetisch (Entstehung von menschlicher
Beweglichkeit und Sprache) sowie ontogenetisch: Entwicklung der Sprache beim
Kind von der Basis seiner psychomotorischen Entwicklung aus. Dabei spielt das Phänomen
Rhythmus nicht nur eine musikalische, sondern auch eine bewußtseins- und
sprachbildende Rolle ... Theorie soll im Seminar jedoch immer auch praktisch,
d.h. in Bewegungsübungen zur Eigenerfahrung und zur Weitergabe an Kinder
betrieben werden. Dabei werden neue Bewegungslieder und ihre Überleitung in
szenisches Spiel von besonderer Bedeutung sein.
Dr. Martin Wachtel
Public Relations: Zur Analyse einer strategischen Form öffentlicher
Kommunikation
Hauptseminar L2,3,Mag.,HF/NF
Mi 8-10, B 106 Beginn: 14.04.1999
Die wachsende Informationsflut und die Verlagerung von Relevanz in das
Mediensystem haben zur Folge, daß Sachverhalte, die nicht in den Medien
auftauchen, als nicht relevant gelten. Folgerichtig entwickelte sich eine
Profession, die die strategische, mediengerechte und glaubwürdige Konstruktion
von Sachverhalten durch öffentliche Kommunikation betreibt: Public Relations.
Ziel des Seminars wird es sein, durch Analyse von PR-Produkten folgende Fragen
zu beantworten:
- Wie unterscheiden sich Werbung und PR?
- Welche Typen von PR gibt es?
- Was sind die Funktionen, Leistungen und Aufgaben der PR?
- Was sind die Medien der PR und welche besonderen kommunikativen Aufgaben
sind im Medienverbund zu bewältigen?
- Gibt es eine 'Ethik der PR'?
Prof. Dr. Gerd Fritz
Linguistisches Colloquium
Oberseminar L3,Mag.,Prom.
Di 14-16, B 106 Beginn:13.04.1999
Im Linguistischen Colloquium sollen aktuelle linguistische Probleme
diskutiert werden, insbesondere aus den Bereichen der Kommunikationsanalyse
(Struktur von Kontroversen), der Textsortengeschichte und der Lexikologie
(Organisationsprinzipien des Wortschatzes). Auf Wunsch können auch Themen
behandelt werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.
Prof. Dr. Hans Ramge
Aktuelle Probleme der Sprachgeschichtsforschung und ihrer Vermittlung
Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 18-20, B 106 Beginn: 12.04.1999
Mit interessierten Studierenden soll diskutiert und erprobt werden, welche
neueren Ergebnisse und Aspekte der historischen Linguistik bei der
Neubearbeitung eines Arbeitsbuchs zur deutschen Sprachgeschichte nach
inhaltlichen und didaktischen Kriterien zu berücksichtigen sind und wie das
methodisch aufbereitet werden kann. Im Mittelpunkt werden Fragen des
Sprachwandels, der Genese und Differenzierung von Textsorten und (faktisch) der
Übergang von der mittelalterlichen zur (früh)neuzeitlichen Sprachepoche
stehen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer müssen (mindestens) eine
sprachhistorische Veranstaltung besucht haben.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Das Bild der Frau in der deutschen Literatur des Mittelalters
Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF,GH
Mo 8.30-10.00, A3 Beginn: 12.04.1999
These: Das literarische Frauenbild des Mittelalters ist patriarchal
funktionalisiert; es reflektiert im Rahmen einer beachtlichen Frauenverehrung
und Entzauberung der Welt deemanzipatorische Interessen in den verschiedensten
Facetten. Die These wird an den bekanntesten epischen und lyrischen Texten der
Zeit erprobt.
Sie benötigen keine spezifischen Text-Vorkenntnisse. Texte, Textstrukturen,
Bibliographie, wichtigste Daten und Thesen usw. werden Ihnen in einem Skript zur
Verfügung gestellt (ca.7-9 DM, erwerbbar in der ersten Sitzung).
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Deutsche und lateinische Literatur im Mittelalter und in der frühen
Neuzeit
Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF,AVL.HaF,
GH,WV,GS/HS
Mo 10-12., A 3 Beginn: 12.04.1999
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur: Proseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, B 106 Beginn 12.04.1999
Mediävistisches Proseminar: Anhand eines Skripts zu Sprachgeschichte und
Grammatik (ca. 3 DM) sowie Liedern Walthers von Vogelweide wird in die
mittelhochdeutsche Sprache und Literaturgeschichte mit dem Ziel eingeführt,
eine eigenständige Verstehens-Kompetenz für mittelhochdeutsche Texte zu
erwerben. - Scheinerwerb durch Klausur.
Texte und der »Kleine Lexer« werden zur Verfügung gestellt.
Bettina Hofmann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, C 29 Beginn: 12.04.1999
Dieses Seminar setzt zwei gleichwertige Akzente, nämlich sowohl einen
sprachhistorischen als auch einen literaturwissenschaftlichen. Es werden
Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem
Schwerpunkt vermittelt. Gleichzeitig sollen die TeilnehmerInnen Kenntnisse über
die mittelhochdeutsche Dichtung erlangen und zur Interpretation derselben befähigt
werden. Als Textgrundlage dient neben dem Script zum Proseminar ein von mir
zusammengestellter Reader mit dem Thema "Gespräche über die
Minne". Die Minne ist ein ausgesprochen wichtiges Thema
mittelhochdeutscher Literatur. In vielen Epen lassen die Dichter ihre
Protagonisten in Monologen bzw. Dialogen das Wesen der Minne reflektieren und
diskutieren, so zum Beispiel in Veldekes Eneide.
Als Voraussetzungen für den Erwerb eines qualifizierten Scheines dienen
regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit sowie das Bestehen der Klausur am
Seminarende.
Beate Martin
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur: Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 14-16, B 31 Beginn: 19.04.1999
Mit Hartmanns von Aue ‚Iwein' liegt uns ein "klassischer” Artusroman
vor, der bestens geeignet ist, Neueinsteigern ins Mittelhochdeutsche erste
Einblicke in die höfische Ethik und Kultur des Mittelalters zu gewähren.
Darüber hinaus werden die Teilnehmer in die deutsche Sprachgeschichte und
die Grammatik des Mittelhochdeutschen eingeführt.
LITERATUR: Hartmann von Aue: Iwein. Hg. von G.F. Benecke und K. Lachmann. Neu
bearbeitet von Ludwig Wolff. Bd. 1.: Text. 7. Aufl. Berlin 1968 (oder neuere
Aufl.). - Skript zum Proseminar.
Dr. Jörg Riecke
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur: Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 14-16, B 33 Beginn: 12.04.1999
Das Proseminar dient als Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und
Literatur. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte und der
mittelalterlichen Literatur vermittelt. Textgrundlage ist "Der arme
Heinrich" Hartmanns von Aue. Der Besuch des Proseminars wird mit einer
Klausur abgeschlossen. Zur Anschaffung wird empfohlen:
Hartmann von Aue: Der arme Heinrich. Hrsg. von Hermann Paul, 16., neu bearb.
Auflage besorgt von Kurt Gärtner, Tübingen 1996.
Zur ersten Orientierung kann dienen: Thomas Bein: Germanistische Mediävistik.
Eine Einführung, Berlin 1998.
Dr. Anne Potthoff-Knoth
Einführung in die althochdeutsche Sprache und Literatur
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 10-12, G 27 Beginn: 15.04.1999
Die althochdeutsche Sprache (ca. 750 - 1050 n. Chr.) ist die älteste
schriftlich bezeugte Stufe des Deutschen. Ihre Sprachquellen sind u.a.
Inschriften, Glossen, Übersetzungstexte und autochthone Texte. Zum
Althochdeutschen zählen die Merseburger Zaubersprüche, das Hildebrandslied,
das Wessobrunner Gebet; bedeutende Persönlichkeiten althochdeutscher Literatur
sind Notker III. von St. Gallen sowie Otfrid von Weißenburg. Anhand der Lektüre
ahd. Texte soll in dieser Veranstaltung ein Einblick in Sprache und Literatur
des Althochdeutschen gegeben werden.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Oswald von Wolkenstein
Haupt-/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, B 106 Beginn: 15.04.1999
Oswalds von Wolkenstein (um 1376-1445) lyrisches Werk repräsentiert die Spätphase
der höfischen Dichtung und gehört neben dem Walthers und Neidharts zu dem
bedeutendsten des Mittelalters. Seine hohe Komplexität, seine formale Virtuosität
und seine inhaltliche Polyvalenz verlangt eine sensible Interpretationskunst,
die im Seminar eingeübt werden soll. - Texte werden zur Verfügung gestellt.
LITERATUR: Dieter Kühn: Ich Wolkenstein.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann/Prof. Dr. Hans-Heinrich Kaminski
Frauen im Spannungsfeld von aktivem Gestalten, Bestimmtwerden und Opferung
Haupt-/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 16-18, C 27 Beginn: 15.04.1999
Erarbeitung historischer und literarischer Frauenbilder des 12. und 13.
Jahrhunderts (u.a. Eleonore von Aquitanien, Beatrix von Burgund, Constanze von
Sizilien, Hildegard von Bingen, Marie de France, Elisabeth von Thüringen;
Laudine, Enite, Herzeloyde, Gyburg, Kriemhild).
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Kolloquium für Examenskandidatinnen und -kandidaten sowie Doktorandinnen
z.n.V. L3,Mag.,Prom.
Die einzelnen Veranstaltungen sind den drei folgenden Schwerpunkten
zugeordnet: Theorie und Methoden der Literaturwissenschaft (a), Literatur und
Geschichte (b) und Ästhetische Theorie, Poetik, Literaturtheorie (c).
Vorlesungen
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Deutsche und lateinische Literatur im Mittelalter und in der frühen Neuzeit
Vorlesung (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, AVL, DaF, DTM
Mo 10-12, B 33 Beginn: 12.4.1999
An ausgewählten Beispielen der mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen
Literatur möchte ich die enge Verbindung zwischen lateinischer und
volkssprachiger Literatur aufzeigen. Vorgestellt werden u.a. die ‚Reise des
hl. Brandan'; ‚Waltharius'; der früheste "höfische Roman”: ‚Ruodlieb';
Heinrich von Veldeke, ‚Eneit'; naturkundliche Schriften, besonders Konrad von
Megenberg, ‚Buch der Natur', Niclas von Wyle und Autoren des Frühhumanismus
in Deutschland, besonders Aeneas Silvius Piccolomini und Erasmus von Rotterdam.
LITERATUR: Karl Langosch, Mittellatein und Europa. Führung in die
Hauptliteratur des Mittelalters. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft 1990.
Einige Texte zum Einlesen: Waltharius. Lateinisch/Deutsch. ... Stuttgart,
Reclam 1994 - Ruodlieb. Mittelateinisch und Deutsch ... Stuttgart, Reclam 1974 -
Heinrich von Veldeke, Eneasroman. Mittelhochdeutsch/ Neuhochdeutsch ...
Stuttgart, Reclam 1986 - Gesta Romanorum. Lateinisch/ Deutsch ... Stuttgart,
Reclam 1991 - Legenden: Jacobus de Voragine, Legenda Aurea. Auswahl in deutscher
Übersetzung. Zürich, Manesse Bibliothek der Weltliteratur 1982 - Enea Silvio
Piccolomini, Euryalus und Lucretia. Lateinisch/Deutsch ... Stuttgart, Reclam
1993 - Translationen von Niclas von Wyle. Hrsg. von Adalbert von Keller.
Nachdruck Hildesheim, Georg Olms 1967 - Erasmus von Rotterdam, Ausgewählte
Schriften. Lateinisch und Deutsch. Bd. 6: ... Vertraute Gespräche. Darmstadt,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1967.
Weitere Literaturangaben in der Vorlesung.
Empfehlung: Lektüre der hier genannten Texte schon vor Beginn des SS 99!
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Aufklärung (im Rahmen des Epochenzyklus)
Vorlesung (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF
Di 16-18, A 1 Beginn: 20.04.1999
Der dritte Teil des literaturgeschichtlichen Überblicks folgt in der
Konzeption der Vorlesung zur "Frühen Neuzeit", die ich im vergangenen
Wintersemester gehalten habe: Längsschnitte durch die Geschichte der Poetik und
einzelner Gattungen verbinden sich mit Miniaturen zu Autoren und Werken, Ausführungen
zur Real- und Wissenschaftsgeschichte ergänzen die Darstellung. -
,Neueinsteiger' und Studienanfänger sind willkommen.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Goethe. Aus Anlaß des 250. Geburtstages
Vorlesung (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF , DaF, DTM
Do 14-16, 2 st., A 3 Beginn: 15.4.1999
Der 250. Geburtstag dürfte Anlaß genug sein, den Frankfurter Poeten zu
erinnern und vorzustellen. In diesem Jahr werden über 300 Publikationen in
Buchform zu Goethe erwartet; da ist es gut, einmal anzuhalten und zu betrachten,
was wir an Deutschlands dichterischem Flaggschiff, das im poetischen Meer der
Weltliteratur segelt, haben.
Das Groteske in der bildenden Kunst und Literatur
Vorlesung (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF DTM, DaF, AVL
Mo 14-16 Uhr, A 2 Beginn: 12.4.1999
Die Vorlesung wird mit den in der Naturkunde von Plinius beschriebenen
"Erdrandsiedlern" beginnen und deren Nachgeschichte bis ins 18.
Jahrhundert verfolgen. Sie wird danach an ausgewählten Beispielen die
ikonographischen und literarischen Muster des Grotesken von Fischart und Bosch
bis zu Swift, Klingemann, Achim von Arnim und Scheerbart, von Ensor, Dix bis
Grosz vorstellen.
LITERATUR: Katrin Kröll, Hugo Steger (Hg.): Mein ganzer Körper ist Gesicht.
Groteske Darstellungen in der europäischen Kunst und Literatur des
Mittelalters. Freiburg 1994. - Wolfgang Kayser: Das Groteske in Malerei und
Dichtung. Reinbek 1960. - André Chastel: Die Groteske. Streifzug durch eine zügellose
Malerei. Berlin 1997. - Michail Bachtin: Rabelais und seine Welt. Frankfurt/M.
1987.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Kafka II
Vorlesung (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Do 18-20, A 5 Beginn: 15.4.1999
Der Besuch des ersten Teils der Vorlesung ist nicht Voraussetzung für den
Besuch dieser Vorlesung.
Sigrid Schunk
Mythologie
Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF
Zeit und Ort: s. Aushang Beginn: 1. Semesterwoche
Die Kenntnis antiker Mythologie ist z. T. unentbehrliche Voraussetzung für
ein adäquates Verständnis von Literatur. Trotz seines an sich illustrativen
und klärenden Charakters kann der Mythos nämlich bisweilen zur großen
Barriere werden. Nach einer Differenzierung der Begriffe "Mythos" und
"Logos" soll deshalb die Lektüre zentraler Mythen (Medea, Orpheus,
Prometheus u. a.) im Mittelpunkt des Kurses stehen. Textgrundlage bilden dabei
neben Homer und Hesiod insbesondere Ovids "Metamorphosen", die als
Grundbuch abendländischer Mythologie zu verstehen sind, da sie schon
jahrhundertelang erhaltene Mythen systematisieren und gruppieren. Der Kurs
richtet sich somit speziell an Studierende, die im Rahmen des (Griechisch- und)
Lateinunterrichts nur oberflächlich Kontakt zur antiken Mythologie aufnehmen
konnten.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Faust. Vom Volksbuch zu Goethe
Grundlagenseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF
Mo 14-16, B 9 Beginn: 12.4.1999
Durch Goethes Faust ist die Thematik vom quacksalbernden Magier der frühen
Neuzeit zu einem bedeutenden Komplex der Literatur geworden. Betrachtet werden
sollen die unterschiedlichen Ausgestaltungen und Lösungen: von der christlichen
Verurteilung und Verdammung dessen, der mit dem Teufel paktiert, bis zur
Errettung Faust in Goethes Menschheitsdrama.
In den Feriensprechstunden können schon Themen besprochen werden.
Jens Ahlbrecht, M.A.
"Laß die Sprache dir seyn, was der Körper den Liebenden" -
Gedichte und Interpretationen
Grundlagenseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF
Mi 10-12, B 24 Beginn: 14.4.1999
In diesem Proseminar mit einführendem Charakter stehen zwei völlig
verschiedene Textsorten gleichermaßen im Zentrum des Interesses: Gedichte und
literaturwissenschaftliche Interpretationen. Das Seminar will einerseits erste
Zugänge zur Lyrik-Interpretation eröffnen, andererseits aber auch und gerade
unentbehrliches Handwerkszeug des allgemeinen wissenschaftlichen Arbeitens
vermitteln und einüben. Im Sinne dieses doppelten Interesses setzt sich das
Seminarprogramm sowohl aus der Erarbeitung der wichtigsten Grundbegriffe zur
Gattung Lyrik und dem gemeinsamen Interpretieren ausgewählter Gedichte als auch
aus der Vermittlung der grundlegenden Prinzipien des wissenschaftlichen
Arbeitens (Konzeption wissenschaftlicher Hausarbeiten, Strategien bei der
Erschließung von Sekundärliteratur, pragmatische Textexegese,
wissenschaftlicher Stil etc.) und deren Gebrauch anhand konkreter
Aufgabenstellungen zusammen.
Textgrundlage des Proseminars bildet die folgende Lyrik-Anthologie, die von
allen Teilnehmern angeschafft werden soll: Hay, Gerhard und Steinsdorff, Sibylle
von (Hrsg.): Deutsche Lyrik vom Barock bis zur Gegenwart. München 1980 u.ö. (=
dtv-Taschenbuch Nr. 2077; Preis ca. 20,- DM)
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Literatur des 16. Jahrhunderts
Proseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF, DaF, DTM
Mo 18-20, B 128 Beginn: 19.04.1999
Das Seminar wird Anfänger ohne Vorkenntnisse in die Literatur der Frühen
Neuzeit einführen, wobei der >Prosaroman< und die Satire im Mittelpunkt
stehen. Die Textauswahl richtet sich (zunächst) nach den im Reclam-Verlag verfügbaren
Ausgaben: Fortunatus (UB 7721); Historia von D. Johann Fausten (UB 1516); Das
Lalebuch (UB 6642); G. Wickram: Das Rollwagenbüchlin.
Zur Ergänzung und Einführung in die Forschung: Romane des 15. und 16.
Jahrhunderts. Hg. v. Jan-Dirk Müller. Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag
1990 (Bibliothek der Frühen Neuzeit Bd. 1).
Christiane Holm M.A. / Gabriele Kremer M.A.
Bürgerliche Töchtererziehung und weibliche Lesesozialisation von 1750
bis 1900
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., NF, DaF, AVL
Mo 10-12, B 128 Beginn: 12.4.1999
Als bürgerliche Töchter um 1900 die höhere Mädchenschule mit der
Zulassung zum Hochschulstudium abschließen können, scheint eine fast 150 Jahre
andauernde und äußerst unübersichtliche Theoriebildung zur Erziehung des
weiblichen Geschlechts ihr vorläufiges Ende gefunden zu haben. Das Seminar
steigt in diese Debatte mit Rousseaus Erziehungsroman Emile ein, da hier
eine Neubestimmung des Weiblichen zum Ausgangspunkt pädagogischer Theorie und
Praxis wird. In der pädagogischen und literarischen Rousseau-Rezeption läßt
sich eine Engführung von Frau und Haus, von Erziehen und Lesen beobachten.
Diesen Wechselbeziehungen will das Seminar nachgehen: Es ist symptomatisch, daß
die Gründungsurkunde selbst ein Roman ist. Das neue Leitbild, die gebildete
Frau, generiert sich aus empfindsamen Romanen. Lesen wird kulturanthropologisch
als "eigentlich weibliche Übung" (Ewald) definiert und weibliche
Sozialisation ist in erster Linie eine Lesesozialisation.
Bald schon gerät dieser Ansatz in eine Krise. Irritiert stellen Ärzte und Pädagogen
fest, daß die übermäßige Romanlektüre "aus Engeln [...] wandelnde
Leichen macht" (Osiander). Die Pädagogik versucht nun, die pathologisierte
weibliche "Lesewuth" (Campe) mit neuen Leserezepten auszukurieren.
Schließlich stellt sich die Ende des 19. Jahrhunderts einsetzende
Frauenbewegung die alten Fragen nach einem weiblichen Lektürekanon, nach
Lesetechnik und nach pädagogischer Funktion des Buches neu.
LITERATUR: Johann Jakob Bodmer / Johann Jakob Breitinger: Bibliothek für die
Frauenspersonen, 1746. - Jean Jacques Rousseau: Emile, 1762. - Sophie v. La
Roche: Geschichte des Fräuleins v. Sternheim, 1771 -. Johann Heinrich Campe: Väterlicher
Rath an meine Tochter 1791. - Johann Heinrich Pestalozzi: Wie Gertrud ihre
Kinder lehrt, 1801. - Betty Gleim: Lesebuch zur Übung in der Declamation, 1810.
- Tinette Homberg: Gedanken über Erziehung u. Unterricht, 1845. - Louise Otto:
Bücher. In: Der Genius des Hauses. 1869. - Caroline S. J. Milde: Lectüre. In:
Der deutschen Jungfrau Wesen und Wirken, 1871. - Johanna v. Sydow: Lectüre. In:
Behalte mich lieb! 1881. - Gertrud Bäumer: Die deutschen Klassiker in der höheren
Mädchenschule, Pfingsten 1899.
Zur Einführung: H. Glantschnig: Frauenbildung. In: Päd. Grundbegriffe. Hg.
v. D. Lenzen. Reinbek 1995. Geschichte der Mädchen - u. Frauenbildung. Hg. v.
E. Kleinau u. C. Opitz. 2 Bde. Ffm. 1996. - M.-C. Hoock-Demarle: Lesen u.
Schreiben i. Dtl. In: Geschichte d. Frauen. Hg. v. G. Duby u. M. Perrot. Bd. 4.
Ffm. u. a. 1994. - W. Martens: Leserezepte fürs Frauenzimmer. In: Archiv f.
Gesch. d. Buchwesens. Bd. XV. Ffm 1975. - H. Meise: Lesen als weibliche Wuth.
In: Die Unschuld u. d. Schrift. Ffm. 1992. - F. A. Kittler: Eine Funktion
Leserin. In: Aufschriebesysteme 1800/1900. Mü. 1987.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Die nicht-mehr-schönen-Künste: Das Komische, Häßliche, die Karikatur
und das Groteske
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Di 14-16, C 27 Beginn: 13. 4. 1999
An ausgewählten Beispielen soll eine Sequenz an Szenen des Komischen,
Darstellungsformen des Häßlichen und Monströsen, Techniken der Charakteristik
und Karikatur sowie Formen des Grotesken vorgestellt und interpretiert werden.
Den Ausgangspunkt wird Fischarts ,Geschichtsklitterung' bilden. Aus dem 17. Jhdt.
sollen Darstellungen des Krieges ausgewählt werden. Aus dem 18. Jhdt. werden
Texte von Jonathan Swift (,Gullivers Travels'), Johann K. Wezel (,Belphegor')
sowie Justus Mösers Schrift (,Harlekin') im Mittelpunkt des Interesses stehen;
Texte von Klingemann (,Nachtwachen des Bonaventura'), Achim von Arnim (,Die
Majoratsherren') sowie von Scheerbart werden als Beispiele aus dem 19. Jhdt. präsentiert.
Lyrik und Drama des Expressionismus bilden den Abschluß.
LITERATUR: Henri Bergson: Das Lachen. Ein Essay über die Bedeutung des
Komischen. Zürich 1972.
Dr. Joachim Jacob
Das Laokoon-Problem. Die Literatur in der Konkurrenz der Medien
Proseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Do 10-12, B 128 Beginn: 15.4.1999
Was eigentlich unterscheidet einen literarischen Text von einem Gemälde oder
einer Skulptur? Das ist die Frage, mit der sich G. E. Lessing in seiner berühmten
Abhandlung "Laokoon: oder über die Grenzen der Malerei und Poesie"
(1766) beschäftigt. Im Seminar soll eben dieses Problem, die bis heute
lebendige Frage nach den spezifischen Möglichkeiten und Grenzen poetischer
Darstellung, diskutiert werden. Lessings epochemachende Abhandlung wird dabei im
Zentrum stehen, ergänzt durch einige andere poetologische Texte, die in diesem
Zusammenhang einschlägig sind (Horaz, Leonardo da Vinci, Breitinger, Klopstock,
Herder). Im Rahmen des Seminars ist außerdem eine Exkursion zum Frankfurter
Museum für Moderne Kunst vorgesehen, um das im 18. Jahrhundert neu bestimmte
Verhältnis zwischen den Künsten an aktuellen Kunstformen der Gegenwart zu
reflektieren.
Mit Seminarbeginn wird ein Reader zur Verfügung stehen. Zur Einführung in
den Problemkreis ist neben der Lektüre des "Laokoon" (Reclam UB 271)
zu empfehlen: Chr. L. Hart Nibbrig (Hrsg.), Was heißt "Darstellen"?,
Frankfurt a.M. 1994.
Dr. Harald Tausch
Der Brief
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Do 10-12, C 30 Beginn: 15.4.1999
Das Seminar möchte eine traditionell unterschätzte Literaturgattung
vorstellen: den Privatbrief. Unter den Vorzeichen einer neuen Subjektivität
erlebt der Brief im 18. Jahrhundert eine ungeahnte Konjunktur. Er wird zu einem
ihrer wichtigsten Medien. Mediengeschichtliche Voraussetzungen - wie die
Alphabetisierung - sind für den Privatbrief ebenso von Bedeutung wie bestimmte
Umorientierungen des Leseverhaltens. Die 'Schriftlichkeit' der Briefe ist Thema
aber auch dort, wo die unverstellte Herzensschrift alle Vermittlungen vergessen
will: in der Empfindsamkeit und ihrem Umgang mit dem neuen Medium. In
literaturgeschichtlicher Hinsicht wird sich das Seminar daher auf das späte 18.
und das frühe 19. Jahrhundert konzentrieren. Inwiefern der Brief im Roman auf
die neuen Entwicklungen reagiert, soll in diesem Zusammenhang einmal weniger
interessieren. Aufklärung, Empfindsamkeit und Romantik könnten dennoch auch in
literaturgeschichtlicher Hinsicht in neuem Licht erscheinen.
Zur Einführung in die Problematik wird empfohlen: R. M. G. Nickisch: Brief.
Stuttgart 1991 (= Sammlung Metzler 260); K. Beyrer / H.-Chr. Täubrich (Hg): Der
Brief. Eine Kulturgeschichte der schriftlichen Kommunikation. Heidelberg 1996;
G. Mattenklott und H. Schlaffer (Hg.): Deutsche Briefe 1750-1950. Frankfurt/M.
1988.
Caroline Welsh (M.A.)
Sirenische Gesänge
Proseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF, AVL
Do 18-20, B 128 Beginn: 15. 4. 1999
Im Denken der Aufklärung sollte die Vernunft "den Menschen aus seiner
selbstverschuldeten Unmündigkeit" (Kant) herausführen und die Freiheit
des Individuums garantieren. Aus der Perspektive des ausgehenden zwanzigsten
Jahrhunderts scheint dieses Projekt der Aufklärung jedoch gescheitert. In der
Dialektik der Aufklärung führen Adorno und Horkheimer in ihrem Versuch,
den Faschismus als ein Phänomen der Aufkärung zu verstehen, die Selbstzerstörung
der Aufklärung auf ein ihr selbst inhärentes Merkmal zurück, das den Umschlag
von Aufklärung in Mythos zur Folge hat. Als ,Allegorie der Dialektik der Aufklärung'
spielt ihre Interpretation der homerischen Erzählung von den Sirenen in diesem
Zusammenhang eine entscheidende Rolle. Nach einer gründlichen Lektüre der in
diesem Zusammenhang wichtigen Kapitel der Dialektik der Aufklärung und
der Odyssee Homers sollen in diesem Seminar die Transformationen des
Sirenenmythos von der Romantik bis zur literarischen Moderne im Hinblick auf
ihre Kritik an Modernisierungsprozessen und deren Verarbeitung in der Literatur
untersucht werden. Dabei stehen die durch die Naturwissenschaften aufkommenden
Veränderungen in der Einstellung zur Natur und das sich ändernde Verhältnis
von Mündlichkeit und Schriftlichkeit, aber auch die Verbindung von
Weiblichkeit, Natur und Mündlichkeit im Vordergrund.
Texte: Homer: Odyssee; Adorno und Horkheimer: Dialektik der Aufklärung.
Philosophische Fragmente (Folgende Kapitel: Begriff der Aufklärung, Exkurs I.,
Exkurs II.); Clemens Brentano: Wunderbare Geschichte von BOGS dem Uhrmacher, Die
Chronika des fahrenden Schülers, Die Rheinmärchen; Franz Kafka: Das Schweigen
der Sirenen, Das Schloß; Dieter Wellershoff: Die Sirene; Garcia Morales: Das
Schweigen der Sirenen
Vorbereitung: Wir werden die Texte in der obigen Reihenfolge besprechen. Sie
sollten in den Semesterferien zur Vorbereitung auf jeden Fall die Odyssee
Homers und die relevanten Kapitel der Dialektik der Aufklärung lesen.
Richard Stratenschulte
Lyrik um 1900
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM
Di 8-10. B 128 Beginn: 13.4.1999
Selten ist soviel Lyrik produziert und gedruckt worden wie im ausgehenden
Drittel des 19. Jahrhunderts. Naturalismus, Décadence und Fin de siècle sind
einige Schlagworte, die diese Zeit des Unter- bzw. Übergangs und Neubeginns
kennzeichnen. Naturwissenschaftliche Theorien zeitigen beträchtliche
literarische Folgewirkungen. Literatur bzw. Lyrik wird zu einem
"Experiment" gesellschaftlicher Konstellationen. Die Lyrik der Zeit
als "Frauen- und Goldschnittliteratur" (Fritz Koegel, 1886) steht der
"Poesie derBahnfahrt" (Dehmel) gegenüber. Die widersprüchlichen
Positionen bieten ein weitreichendes Forschungsfeld. Im Seminar soll verstärkt
der Einfluß naturwissenschaftlicher Theorien und Theoriebildung auf die
literarische Produktion Beachtung finden.
LITERATUR: Günter Häntzschel: Bibliographie der deutschsprachigen
Lyrikanthologien. 1840-1914. Band 1.2. München u. a. 1991. - Peter Sprengel:
Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1870-1900. Von der Reichsgründung
bis zur Jahrhundertwende. München 1989. - Klaus Wieland: Der Strukturwandel in
der deutschsprachigen Lyrik vom Realismus zur frühen Moderne. Bonn 1996.
Dr. Bettina Bannasch / Dr. Günter Butzer
Jüdische Autobiographien nach 1945
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., DaF, NF, DTM, AVL
Di 18-20, C 29 Beginn: 13.4.1999
Die Frage, wie die Erfahrung des Holocaust zu gestalten sei, findet in den
Texten der Überlebenden immer schon eine Antwort. Die Diskussion, ob diese
Antworten ästhetisch adäquat und/oder politisch korrekt seien oder nicht, geht
an den konkreten Texten vorbei. Sie erarbeiten Erzählformen, die über ein
,authentisches Erlebnisprotokoll' weit hinausgehen. Sie wissen um die
Schwierigkeiten eines Schreibens, das vor allem das eigene Überleben bezeugt.
Sehr genau reflektieren die Autorinnen und Autoren das Verhältnis von
Dargestelltem und Nichtdarstellbarem, das Problem der Fiktionalisierung sowie
die Fallen des Erzählens. Im Seminar werden folgende Texte behandelt: Tadeusz
Borowski Bitte, die Herrschaften zum Gas!, Primo Levi Ist das ein
Mensch?, Jean Améry Die Tortur, Imre Kertész Roman eines
Schicksallosen, Alexander Tišma Kapo, Ruth Klüger weiter leben,
Binjamin Wilkomirski Bruchstücke.
Prof. Dr. K. Inderthal
Zum Werk von Hans Magnus Enzensberger
Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.
Mo 16-18, B 128 Beginn: 12.4.1999
Das Proseminar, zugeordnet dem Bereich Literatur und Geschichte, soll dem
lyrischen Gesamtwerk von Hans Magnus Enzensberger gelten, auch mit Rücksicht
auf einige Essays.
Literatur zur Einführung: R. Grimm, (Hrsg.), Hans Magnus Enzensberger,
Frankf./M. 1984.
Prof. Dr. K. Inderthal
Interpretationen zu neuerer Lyrik
Proseminar (a, b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.
Mo 14-16, B 128 Beginn: 12.4.1999
Das Proseminar, zugeordnet den Bereichen: Theorie und Methoden der
Literaturwissenschaft und Literatur und Geschichte, gilt der Erörterung der
Lyrik und Poetik nach 1945; thematisch werden vor allem die Werke von Günter
Eich, Ingeborg Bachmann, Paul Celan u. a.
Literatur zur Übersicht: W. Barner, (Hrsg.), Geschichte der deutschen
Literatur von 1945 bis zur Gegenwart; München 1994.
Dr. Carola Hilmes
Perspektiven feministischer Literaturwissenschaft
Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Mo 16-18, B 24 Beginn: 12.4.1999
In enger Verbindung zur Frauenbewegung und in kritischer Auseinandersetzung
mit den neomarxistischen Positionen der Achtundsechziger bildete sich eine
feministische Literaturwissenschaft heraus, die in den siebziger Jahren
vorwiegend literarische Weiblichkeitsbilder ins Zentrum ihrer Analysen rückte.
Bald schon führte diese Fragestellung zur Notwendigkeit einer feministischen
Revision der Ästhetik, die substantialistische Grundannahmen der
Literaturkritik zur Debatte stellt. Unter dem Titel ,gender studies' schaltet
sich die Frauenforschung in aktuelle Theoriediskussionen ein und verficht -
gegen postmoderne Indifferenz - eine parteiische Wissenschaft.
Im Seminar sollen ausgewählte neuere Beiträge feministischer
Literaturwissenschaft vorgestellt werden (etwa von Julia Kristeva, Hélène
Cixous und Luce Irigaray, von Judith Butler, Jessica Benjamin und Donna Haraway).
Diese theoretischen Positionen können um Modellanalysen feministischer
Interpretation ergänzt werden.
Vorbereitende Literatur: Lena Lindhoff, Einführung in die feministische
Literaturtheorie, Stuttgart/Weimar: Metzler 1995
Almuth Hammer, M.A.
Mythenanalyse und -interpreation am Beispiel von Weiblichkeitsmythen
Proseminar (a, c) AVL, Mag, L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF, Prom
Do 16-18, B 24 Beginn: 15.4.1999
Nachdem ,mythisches Denken' lange als Charakteristikum der sogenannten
,vorgeschichtlichen Kulturen' galt, ist man heute von der ,Gegenwart des Mythos'
auch in den modernen Gesellschaften überzeugt - ablesbar nicht zuletzt am
inflationären Gebrauch des Begriffs.
Das Seminar fragt nach Funktionen des Mythos ebenso wie nach möglichen
Definitionen und Deutungen und versucht, diese theoretischen Überlegungen mit
der konkreten Analyse und Interpretation verschiedener Weiblichkeitsmythen zu
verbinden.
LITERATUR: Folgende literarische Beispiele werden unter anderem diskutiert
(und als Ferienlektüre empfohlen): Fouqué, Undine; Andersen, Die kleine
Meerjungfrau; Wilde, The Fisherman and his Soul; Milton, Paradise lost; Kleist,
Der zerbrochne Krug. Eine ausführliche Literaturliste hängt gegen Ende der
Semesterferien an meiner Tür (B 156) aus.
Stephanie Wodianka
Das Gewissen in der Literatur - die Literatur aus dem Gewissen
Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., AVL
Mi 8-10, B 128 Beginn: 14.4.1999
Was verbindet Gewitter, Winselbrunst und Höllenwurm, Sündengefühl und
Gewissensinventur mit der Entstehung des modernen moralischen Bewußtseins und
der Gattung Autobiographie? Dieser Frage soll im Rahmen des Seminars
nachgegangen werden. Dabei dienen Höllenvisionen aus dem 17. Jahrhundert, Lyrik
von Andreas Gryphius und Paul Fleming und autobiographische Texte wie z. B. Karl
Philipp Moritz' "Anton Reiser", Jean-Jacques Rousseaus "Confessions"
und Franz Kafkas "Brief an den Vater" als Untersuchungsmaterial.
Nähere Informationen sowie einen Handapparat mit der zugrundezulegenden
Literatur finden sich ab Mitte März in der Fachbereichsbibliothek.
Einführende Literatur: Kittsteiner, Heinz Dieter: Die Entstehung des
modernen Gewissens. Frankfurt a. M., Leipzig 1991. - Selbstthematisierung und
Selbstzeugnis. Bekenntnis und Geständnis. Hg. v. Alois Hahn und Volker Knapp.
Frankfurt a. M. 1987.
Dr. Harald Neumeyer
Einführung in die Literaturtheorie und Kulturwissenschaft
Proseminar (a, c) AVL (evtl. L1, L2, L3, L5, Mag., DTM)
Zeit und Ort: s. Aushang Beginn: 1. Semesterwoche
Das Seminar gehört zu den beiden Einführungsveranstaltungen im Fach
,Komparatistik'. In diesem Kurs werden in der ersten Hälfte grundlegende
Literaturtheorien behandelt, die an ausgewählten Texten erörtert werden
sollen: Hermeneutik (Dilthey, Gadamer), Strukturalismus (Barthes, Genette),
Dekonstruktivismus (de Man, Derrida) sowie Intertextualitätstheorien. In einem
zweiten Teil werden kulturwissenschaftliche Ansätze besprochen, die auch für
die Literaturwissenschaft von Nutzen sein können: Kultursemiologie,
Diskursanalyse, Mentalitätengeschichte, New Historicism, Systemtheorie,
Gender-Studies und Medientheorien. Ziel des Seminars ist es, einen Einblick in
die Methodendiskussion innerhalb der Literaturwissenschaft zu vermitteln und in
genauer Textlektüre zentrale Aspekte der einzelnen Ansätze zu erarbeitern.
Das Seminar steht, soweit die Teilnehmerzahl nicht zu hoch ist, auch all
denjenigen offen, die sich für ,Theorien' interessieren.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Theorie und Sprache der Interpretation
Hauptseminar (a) L1, L2, L3, Mag., Prom., DaF, AVL
Do 14-16, B 128 Beginn: 15.4.1999
In diesem Seminar werden ausgewählte Interpretationen literarischer Texte im
Hinblick auf ihre Fragestellungen, argumentative Logik, Voraussetzungen und auf
ihre Sprache analysiert.
Der Handapparat mit wichtigen Abhandlungen zum Thema wird rechtzeitig
vorbereitet.
Prof. Dr. Hartmut Stenzel (Romanistik) / Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Spanisch-deutsche Schelmereien: Der Picaro-Roman und seine Rezeption in
Deutschland
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL
Mo 16-18, B 9 Beginn: 12.4.1999
Was faszinierte die Erzähler und Leser des 16. und 17. Jahrhunderts an der
pikarischen Welt? Und was interessiert den heutigen Leser an den Experimenten
der Subjektkonstitution, die der Schelmenroman vorführt? Diese Fragen sollen im
Ausgang von dem Genre-Modell des Lazarillo de Tormes und im Dialog
zwischen den Nachbarphilologien erörtert werden; den deutschen Part im
intertextuellen Gespräch übernimmt der Simplicissimus von
Grimmelshausen.
LITERATUR. Textausgaben: Reclam UB 1389 und 761. - Forschungsliteratur zur
Einführung: Matthias Bauer: Der Schelmenroman. Stuttgart, Weimar 1994 (SM 282).
- Alberto Martino: Die Rezeption des Lazarillo de Tormes im deutschen
Sprchraum (1555/62-1750). In: Daphnis 26 (1997). S. 301-399. - I. M.
Battafarano, P. Taravacci (Hg.): Il Picaro nella cultura europea. Trento 1989.
(Apollo; 3.)
Dr. Michael Schlott
Johann Christoph Gottsched (1700-1766)
Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DTM
Do 14-16, B 33 Beginn: 15.4.1999
Im Mittelpunkt der Seminararbeit wird Gottscheds ,Versuch einer Critischen
Dichtkunst' (1729; datiert auf 1730) stehen. Im Anschluß an die Erarbeitung der
wichtigsten Theoreme und ,Vorschriften' dieser Regelpoetik sollen die von
Gottsched zusammengetragenen ,Gesetze der Dichtkunst' anhand ausgewählter
Theaterstücke aus der ,Deutschen Schaubühne' (1740-1745) in ihrer belehrenden
und ,bessernden' Funktion exemplifiziert werden. Die in Gottscheds ,eigenen' Stücken
(,Sterbender Cato', ,Parisische Bluthochzeit', ,Agis') entwickelten politischen
Prinzipien von Freiheit, Toleranz und Gleichheit sollen schließlich in ihrer
ideengeschichtlichen Bedeutung für die sogenannte Frühaufklärung untersucht
werden.
LITERATUR: Johann Christoph Gottsched, Schriften zur Literatur. Hg. v. Horst
Steinmetz. Stuttgart 1972 (RUB 9361). - Albert Meier: Dramaturgie der
Bewunderung. Untersuchungen zur politisch-klassizistischen Tragödie des 18.
Jahrhunderts. Frankfurt/M. 1993. S. 36-129.
Vorbesprechung: 29.1.1999, 11.30-12.00, B 128
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Der naturerforschende Goethe
Hauptseminar (b) L3, Mag., Prom. NF, DTM
Do 16-18, B 128 Beginn: 15.4.1999
Goethes naturerforschende Arbeiten galten immer als dilettantische
Spielereien eines Poeten, der besser bei seinem Griffel geblieben wäre.
Besonders in der Farbenlehre - Goethe legt sich hier mit Newton an - fand man
einen Beleg für des Dichters Irrwege. Zunächst einmal soll aufgearbeitet
werden, wo und was Goethe auf dem Gebiet der heutigen Naturwissenschaften getan
hat (in der Vergleichenden Anatomie, Paläontologe, Mineralogie; Meteorologie,
Geologie, usw.). Einen Schwerpunkt wird die Farbenlehre bilden, die keine
Theologie ist (wie eine neuere Publikation meint), sondern Goethes Politologie -
als Replik auf die Französische Revolution.
Zu fragen ist sodann aber, ob etwa heute, unter ökologischem Aspekt, überhaupt
(natur)wissenschaftskritischen Perspektiven, bei dem Klassiker, der für eine
zarte Empirie plädiert, Anregungen zu holen sind.
Erfahrungen aus dem vergangenen Semester lassen es nützlich erscheinen, die
Veranstaltung als Blockseminar durchzuführen, das mit einer Exkursion nach
Weimar verbunden ist (was diesmal besonders attraktiv ist, da Weimar
Kulturhauptstadt sein wird). Genauere Termine an meinem Zimmer.
In den Feriensprechstunden können schon Themen besprochen werden.
LITERATUR. Zur Einführung nützlich: Otto Krätz, Goethe und die
Naturwissenschaften, 2. Aufl. 1998; Georg Schwedt, Goethe als Chemiker, 1998;
Erwin Leibfried, Experimentelle Einführung in die Farbenlehre Goethes, 1999;
Ders., Goethe! Ein Komet am Himmel der Jahrhunderte, 1999.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Achim von Arnim.
Hauptseminar (b) AVL, DaF, L3, Mag., Prom., NF, DTM
Mi 10-12 Uhr, B 31 Beginn 14.4.1999
Das lange vernachlässigte Werk Achim von Arnims (noch heute sind seine
Tagebuchnotizen, große Teile seiner publizistischen Tätigkeit sowie seine
naturwissenschaftlichen Schriften weitgehend unpubliziert) steht gegenwärtig im
Mittelpunkt der Forschungsdiskussion der Romantik. Die beiden Romane Arnims (,Gräfin
Dolores', ,Kronenwächter'), die wichtigsten Erzählungen (,Isabella von Ägypten')
sollen unbedingt vor Beginn des Seminars gelesen werden.
LITERATUR: Die wichtigsten Informationen finden sich in Achim von Arnims
Werke in sechs Bänden. Hrsg. von Roswitha Burwick, Jürgen Knaack, Renate Möhring
und Ulfert Richlefs. Frankfurt 1989 ff. (Bibliothek Deutscher Klassiker).
Dr. Thomas Borgard
Antike Mythen, ,Neoklassizismen': Das deutsche Drama zwischen
Intellektualismus und Sinnlichkeit (Hölderlin, Grillparzer, Gerhart Hauptmann)
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF, DTM
Do 14-16, B 24 Beginn: 15.4.1999
Die abendländische Kultur ist maßgeblich von der Verschmelzung antiker und
christlicher Vorstellungen geprägt. Die in ihnen zum Ausdruck kommenden
Einsichten sind kein Selbstzweck, sondern Quellen moralischer und sozialer
Werte. Schillers Rekurs auf die "klassischen" Universalien war der
Versuch, durch das Mittel "ästhetischer Erziehung" einen Ausgleich
zwischen Kunstideal und politischer Entwicklung herzustellen, ohne daß er den
abstrakt-esoterischen Charakter seines Griechentums reflektiert hätte. Unter
dem Eindruck der Beschäftigung mit den Schriften Rousseaus und den revolutionären
Veränderungen Frankreichs entwickelt ein anderes Mitglied des Tübinger Stifts,
Hölderlin, eine eigene Kulturphilosophie, die in Gestalt des antiken
Philosophen Empedokles dramatisch personifiziert und mythologisch ausgedeutet
wird (Der Tod des Empedokles, 1798ff./1826). Von diesem exemplarischen
Fall ausgehend, untersucht das Seminar den Funktionswandel, den das überlieferte
Wissen in veränderlichen Kontexten bei Grillparzer (Sappho, 1818; Das
goldene Vließ, 1821; Des Meeres und der Liebe Wellen, 1831; 1903
hrsg. v. Hofmannsthal) und Gerhart Hauptmann erfährt (Der Bogen des Odysseus,
1914; 'Atriden'-Tetralogie, 1941/48). Dabei sollen auch gegenseitige Einflüsse
zur Sprache kommen. Besondere Aufmerksamkeit verdient die Ausbildung neuer
Bewertungsmuster durch die kulturpsychologische und ethnologische Forschung. In
seiner Konfrontation mit dem ,vorapollinischen' Griechenland und den
,heidnischen' Wurzeln auch des Christentums entwickelt Hauptmann eine eigenständige
Kunstphilosophie, für die der Mythos nicht die harmonische, sondern tragische
Verfassung der Kultur repräsentiert.
LITERATUR. Zur ersten Orientierung vgl. Peter Sprengel: Die Wirklichkeit der
Mythen. Untersuchungen zum Werk Gerhart Hauptmanns aufgrund des
handschriftlichen Nachlasses. Berlin 1982. - Das Seminar setzt die Bereitschaft
zur Lektüre und Interesse an fachübergreifenden Fragestellungen voraus.
Studenten der Kunstgeschichte und Philosophie sind ebenfalls willkommen. Die
Teilnahme an der ersten Seminarsitzung ist obligatorisch. Ein Aushang (Zi.132)
wird über käufliche Ausgaben sowie über weitere Sekundärliteratur
informieren. Ein Seminarapparat wird Beginn des Semesters bereitgestellt.
Dr. Harald Schmidt / Dr. Lothar Schneider
Orte der Moderne: Wien, Berlin
Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., DaF, Prom., NF, DTM, AVL
Mo 10-12, F 6 Beginn: 12.4.1999
Die Entstehung moderner Literatur in Deutschland ist mit zwei Städtenamen
verbunden: Wien und Berlin. Das Seminar will anhand der jeweiligen Literatur-
und Diskussionskultur die verschiedenen, teilweise kontrastierenden, teilweise
aufeinander bezogenen Konzeptionen moderner Literatur erarbeiten. Dabei wird
sich zeigen, daß die jeweilige literarische Landschaft durch einen spezifischen
Rezeptions- und Reflexionszusammenhang geprägt wird. Im Falle Wiens steht hier
die Auseinandersetzung mit psychologischen Theorien und die Rezeption der französischen
Antinaturalisten im Vordergrund, während in Berlin die Konstitutionsbedingungen
der industriellen und urbanen Gesellschaft stärker in politischen und
philosophischen Kontexten reflektiert werden. Dort steht die Dissoziation des
Subjekts im Zentrum, hier die Möglichkeiten, sich in der Moderne zu
orientieren.
Wir werden versuchen, anhand einiger Schlüsseltexte von der Jahrhundertwende
bis in die zwanziger Jahre die poetologischen und literarischen Physiognomien
der beiden Städte herauszuarbeiten.
LITERATUR. Für Wien: Ferdinand von Saar: Der Brauer von Habrovan; Hermann
Bahr: Die gute Schule; Peter Altenberg: Kleine Prosa; Hugo von Hofmannsthal:
Chandos-Brief, Soldatengeschichte; Richard Beer-Hofmann: Der Tod Georgs; Arthur
Schnitzler: Traumnovelle. Für Berlin: Max Kretzer: Der Millionenbauer; Theodor
Fontane: Die Poggenpuhls; Alfred Döblin: Wadzeks Kampf mit der Dampfturbine;
August Stramm: Rudimentär; Gabriele Tergit: Käsebier erobert den Kurfürstendamm;
Skizzen und kleine Prosa von Naturalismus bis 20er.
Einführende Literatur: Gotthart Wunberg [Hg.]: Die Wiener Moderne. Stuttgart
1995 (= Reclam 7742). Jürgen Schutte, Peter Sprengel [Hg.]: Die Berliner
Moderne. Stuttgart 1987 (= Reclam 8359).
Vorbesprechung: 8.2.99, 13 Uhr, Raum 128
Prof. Dr. K. Inderthal
Bertolt Brecht
Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., NF, DTM, DaF
Di 14-16, B 128 Beginn: 13.4.1999
Das Seminar, zugeordnet den Bereichen: Literatur und Geschichte wie Ästhetische
Theorie, Poetik, Literaturtheorie, soll mit einer Einführung in die Lyrik
Brechts beginnen; im Zentrum des Seminars sollen aber dann die Theoreme zur
epischen Dramatik und zum Lehrstücktheater stehen.
LITERATUR zur Einfüherung: K. Völker, Bertolt Brecht, Eine Biographie, München
u. Wien 1976.
Anmeldung Mo. 8.2.1999, 13.30 Uhr, Raum 128.
PD Dr. Helga Meise
Marieluise Fleißer: Literatur zwischen Repräsentation und "kalter
Persona"
Hauptseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF
Do 10-12, B 24 Beginn: 15.4.1999
Das literarische Werk der Marieluise Fleißer (1901-1974) ist von Widersprüchen
gekennzeichnet: Die Attraktion, die die "Neue Frau" auf die
Schriftstellerin ausübt, steht im Widerspruch mit überkommenen Bindungen an
Herkunft, Religion und Frauenrolle; auf den spektakulären Start als
Schriftstellerin im Berlin der 20er Jahre folgt das Schreibverbot durch die
Nationalsozialisten und die Rückkehr in die bayerische Provinz, aber auch der
Wiederanfang und die Auseinandersetzung mit der (eigenen) Vergangenheit nach dem
Ende des Zweiten Weltkrieges. Das Seminar geht der Bedeutung und Gestaltung
dieser Widersprüche im gesamten dramatischen und erzählerischen Werk der
Schriftstellerin nach.
Lektüre zur Vorbereitung: Marieluise Fleißer: Gesammelte Werke in 4 Bdn.
Hg. v. Günther Rühle. Frankfurt a.M. 21983/89 (11972).; Friedrich Kraft (Hg.):
Marieluise Fleißer. Anmerkungen. Texte. Dokumente. Ingolstadt 1981.; Michael Töteberg:
Marieluise Fleißer. Dramatikerin des Welttheaters. Velber b. Hannover 1977.;
Sissi Tax: Marieluise Fleißer. Basel, Frankfurt am Main 1984.; Helmut Lethen:
Verhaltenslehren der Kälte. Lebensversuche zwischen den Kriegen. Frankfurt am
Main 1994.
Vorbesprechung: 11.2.99, 9-10, B 154
Dr. Christian Soboth
Ernst Jünger II: Nach 1945
Hauptseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, PiF, DaF, PuF
Fr 10-12, B 24 Beginn: 16.4.1999
Fortsetzung des Seminars vom Wintersemester, zu der selbstverständlich auch
neue Interessierte eingeladen sind. Schwerpunkte unserer Diskussion werden sein:
E. J., der Widerstandskämpfer von eigenen Gnaden; der Neubegründer eines
metaphysischen Weltbildes, der Drogenkonsument, der Philosoph des New Age, der
Erzähler der "deutschen Übermoderne" (R. Herzinger), der Postmoderne
und des Posthistoire und schließlich die Frage, was Botho Strauß damit meint,
wenn er 1995 anläßlich von Jüngers 100. Geburtstag schreibt: "Die Epoche
der deutschen Nachkriegsliteratur wird erst vorüber sein, wenn allgemein
offenbar wird, daá sie vierzig Jahre lang vom Jüngerschen Werk überragt
wurde."
Gelesen sein sollen vor Beginn des Seminars: (die Romane) Heliopolis (1949),
Gläserne Bienen (1957) und Eumeswil (1977); (die Erzählungen) Besuch auf
Godenholm (1952) und Eine gefährliche Begegnung (1985); (die Essays) Der
Waldgang (1951), Über die Linie (1955), An der Zeitmauer (1959), Autor und
Autorschaft (1984).
LITERATUR: s. KVV WS 1998/99; zusätzlich: Ernst Jünger im 20. Jahrhundert.
Herausgegeben v. Hans-Harald Müller und Harro Segeberg. München 1995. - Peter
Koslowski, Der Mythos der Moderne. Die dichterische Philosophie Ernst Jüngers.
München 1991. - Helmuth Kiesel, Wissenschaftliche Diagnose und dichterische
Vision der Moderne. Max Weber und Ernst Jünger. Heidelberg 1994.
Vorbesprechung: 12.2.1999, 16-17, B 154
PD Dr. Andrea Jäger
Krisenwahrnehmung in der Nachwende-Literatur der neunziger Jahre
Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DaF, DTM
Mi 14-17 (14tägig), B 128 Beginn: 14.4.1999
Zu Beginn der neunziger Jahre gab es eine Fülle von Texten vor allem von
Schriftstellern, die aus der DDR kamen, die sich mit dem vereinigten Deutschland
auseinandersetzten. Eine Gemeinsamkeit kristallisierte sich bei allen
Unterschieden heraus: Die neue deutsche Wirklichkeit wurde als eine
Krisensituation wahrgenommen, in der bisher gültige und anerkannte Werte außer
Kraft gesetzt worden waren, ohne daß sich ein neuer intellektueller und
moralischer Konsens abgezeichnet hätte. Aus dieser Diagnose zogen die Texte
ganz unterschiedliche Konsequenzen: Einige Schriftsteller - und nicht unbedingt
die, von denen man es erwartet hätte - vollzogen eine konservative Wende und
beklagten den Verlust einer moralischen Substanz, die sie nun an den überkommenen
Verhältnissen, zu deren vehementen Kritikern sie einst zählten, zu bemerken
glaubten. Andere begrüßten die Krisensituation als Chance für
gesellschaftliche Neuanfänge und für literarische Experimente. Inzwischen sind
etliche Werke von ehemaligen Autoren der DDR erschienen, die bereits so etwas
wie eine Bilanz ziehen über die Ängste und Hoffnungen, mit denen die Literatur
auf die Umbruchsituation reagiert hat.
Folgende Werke werden behandelt und sollten von den Teilnehmern gelesen sein:
Jürgen Fuchs: Magdalena. MfS, Memfisblues, Stasi, Die Firma, VEB Horch und
Gauck - Ein Roman. (Berlin: Rowohlt). - Reiner Kunze: ein tag auf dieser erde.
gedichte. (Frankfurt/M.: S. Fischer) - Hans Joachim Schädlich: Trivialroman.
(Reinbek: Rowohlt). - Klaus Schlesinger: Von der Schwierigkeit, Westler zu
werden. (Berlin: Aufbau) - Ingo Schulze: Simple Storys. Ein Roman aus der
ostdeutschen Provinz. (Berlin Verlag).
Wegen einer eventuellen Vorbesprechung beachten Sie bitte den Aushang!
Walter Benjamin
Oberseminar (b, c) L3, Mag., Prom., DTM
Di 16- 18, B 128 Beginn: 13.4.1999
Das Oberseminar, zugeordnet den Bereichen: Literatur und Geschichte wie Ästhetische
Theorie, Poetik, Literaturtheorie, gilt - nach einer Einführung in auch
autobiographische Texte wie die "Berliner Chronik" und die
"Berliner Kindheit um neunzehnhundert" - wesentlich Benjamins
Sprachtheorie, Benjamins "Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen
Reproduzierbarkeit" und den Thesen "Über den Begriff der
Geschichte".
Anmeldung: Mo. 8. 2. 1999, 13.45 im Raum 128
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Literaturwissenschaftliches Kolloquium Oberseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL
Fr 10-12, B 128 Beginn: 16.4.1999
Gelesen und diskutiert werden wichtige neuere literaturwissenschaftliche
Werke. Mehrere Sitzungen können/sollen zur Examensvorbereitung verwendet
werden. Bitte Aushang Ende des Wintersemesters beachten.
Prof. Dr. Erwin Leibfried
Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft
Oberseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM
Mo 16-18, C 26 Beginn: 12.4.99
Das Oberseminar versteht sich wie immer als Bastelbude (oder workshop). Es
soll den Blick richten auf Felder jenseits der reinen Wissenschaft. Es ist eine
Einübung in die Angewandte Literaturwissenschaft. Eingeladen sind Studierende,
die an die Zeit danach denken. Zu erkunden, zu erproben sind Möglichkeiten
wirklichen Handelns.
In den Feriensprechstunden können schon Themen besprochen werden.
Prof. Dr. Günter Oesterle / Prof. Dr. Albert Spitznagel
Geheimnis und Gedächtnis
Oberseminar (c) L3, Mag., Prom., AVL
Mi 18-20 Uhr, B 128 Beginn: 14.4.1999
Georg Simmel hat die Attraktivität des Geheimnisses in dem Angebot einer
"zweiten Welt" sehen wollen. Vergleichbares könnte von der Leistung
des Gedächtnisses und der Erinnerung gesagt werden: auch sie
"erfinden" aus Vorgegebenem neue Welten.
Die angestrebte Skizze einer Kulturgeschichte des Verschweigens und Erinnerns
geht von der identitätsstiftenden Bedeutung von Gedächtnis und Geheimnis in
Autobiographien aus, indem sie sich u. a. den daraus ergebenden narratologischen
Problemen stellt. Sie wird dann die Aufgabe des Gedächtnisses bei den
Strategien des Verheimlichens und Verstellens an Beispielen der Camouflage, der
verdeckenden Schreibweise, der Brieffälschungen und des Inkognito erörtern.
Abschließend soll versucht werden, den ästhetischen Reiz der Oppositionspaare
Erinnern/Vergessen und Geheimnis/Verrat an literarischen Beispielen
vorzustellen.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Literaturgeschichtliche Prozesse in der Frühen Neuzeit
Oberseminar (b, c) L3, Mag., Prom.
Mi 10-12, B 128 Beginn 21.4.1999
Die theoretisch entwickelte Frage nach der ,Verweltlichung' literarischer
Sinnverständigung in der Frühen Neuzeit soll anhandausgewählter Quellen
vertieft werden. Einige Sitzungen sind der Diskussin neuerer Forschungsliteratur
und der Vorstellung von Examensprojekten vorbehalten. Voraussetzung für die
Teilnahme: Persönliche Anmeldung und Absprache von Vortragsthemen vor
Semesterbeginn (Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit).
Themen und Zeiten der Lehrveranstaltungen für Sprecherziehung standen bei
Redaktionsschluß für das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis noch nicht fest.
Bitte beachten Sie die Aushänge!
Lesesozialisation
Vorlesung L1,2,3, Mag./Prom., HF/NF, DaF, AVL
Di 14-16, A4 Beginn: 13.04.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Wege in die Welt der Schrift
Vorlesung L1,5
Di 14.30-16, A2 Beginn: 20.04.
Dr. Karl W. Bauer
Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)
Proseminar L1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)
Di 10-12, C27 Beginn: 13.04.
Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der
Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden
Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.
Dr. Karl W. Bauer
Einführung in die Leseforschung
Proseminar L1,2,3,5
Mi 8-10, E6 Beginn: 14.04.
Lesen und Belesenheit gelten nach wie vor als Ausweis gelungener kultureller
Bildung, die im Zeitalter der elektronischen Medien nicht mehr selbstverständlich
ist - wenn sie es überhaupt jemals war. Das Seminar möchte daher folgenden
Fragen nachgehen: Was heißt und wie entwickelt sich ”Lesen” vom
Grundschulalter an? Welche Rolle spielen dabei Familie, Schule,
Gleichaltrigengruppe, Bibliotheken etc. vor dem Hintergrund sozialer und
geschlechtsspezifischer Differenzen? Welche Erfahrungen haben Leserinnen und
Leser bei der Lektüre gemacht und welche historischen Unterschiede und
Gemeinsamkeiten lassen sich dabei erkennen? Entwickeln sich heute und zukünftig
angesichts von ”Multimedia”, ”Hypertext” und Internet neue Formen von
Literalität, die eine moderne Deutschdidaktik konsequent in ihre Curricula
einbeziehen müßte, - und wie wäre angesichts dieser Entwicklung der Begriff
der ”literarischen Bildung” noch zu fassen?
Ingeborg Berndt
Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz - Freies Schreiben in der Grundschule
Proseminar L1,5
Mo 18-20, B210 Beginn: 19.04.
Di 16-18, B210 Beginn: 20.04.
Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang
mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen?
Schreibkonferenzen.
Dr. Sven Dierks
Medien als Produkt
Proseminar (Kompaktseminar) L1,2,3,5, Mag.
Beginn: siehe Aushang
Renate Fritz
Handlungsorientierter Deutschunterricht
Proseminar L2,3,5
Fr 10-12, B210 Beginn: 23.04.
Früher wurde im Deutschunterricht etwas ”durchgenommen”, etwas
”besprochen”, in den Augen der Schüler ”durchgekaut”,
”totgelabert”, ”vorwärts und rückwärts analysiert”. Der
handlungsorientierte Deutschunterricht verspricht ein Kontrastprogramm: Filme
werden nicht nur analysiert, sondern selbst hergestellt, Gedichte werden nicht
nur interpretiert, sondern umgeschrieben, selbst geschrieben, beantwortet. Zu
Romanen und Jugendbüchern werden Collagen erstellt oder Projekte durchgeführt.
Kurzgeschichten werden illustriert, selbst geschrieben, gespielt, als Hörspiel
bearbeitet. Im Sprachunterricht wird nicht nur etwas ”vorgekaut”, der Umgang
mit der Sprache ist spielerisch, kreativ, setzt sämtliche Sinne ein. Im Seminar
sollen einerseits diese handlungsorientierten Verfahren ausprobiert werden,
andererseits sollen sie theoretisch beleuchtet, ”besprochen” und
”durchgekaut” werden.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Werbekommunikation
Proseminar (Kompaktseminar) L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Beginn: siehe Aushang
Um dem fächerübergreifenden Thema auch organisatorisch gerecht zu werden,
sollen in einem Kompaktseminar die Strukturen, Funktionen und gegenwärtigen
Tendenzen der Werbekommunikation an Beispielen der einschlägigen Medien (Print,
Hörfunk, TV, Kino, Internet) bearbeitet werden. Mehrere Vorbereitungssitzungen
gehen der Kompaktphase voraus.
LITERATUR. Zur Einführung: Werner Kroeber-Riel: Strategie und Technik der
Werbung. Stuttgart 41993. - S.J. Schmidt, B. Spieß (Hrsg.): Werbung, Medien und
Kultur. Opladen 1995. - Voranmeldung wegen begrenzter Teilnehmerzahl unbedingt
erforderlich! (Zi. 207, Frau Klein oder Zi. 209)
Sabine Heymann
”Kultur” im Fernsehen II. Projektbezogenes Seminar mit Exkursionsteil
Proseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF
Mi 16-18, B210 Beginn: 14.04.
Nachdem der erste Teil des Seminars (WS98/99) sich aus Anlaß eines gemeinsam
mit dem Hessischen Rundfunk initiierten Forschungsprojektes überwiegend mit der
Analyse und Wirkung von Kultur-Magazinen des hessenfernsehens befaßt
hat, sollen im zweiten Teil Kulturmagazine von ARD, ZDF, 3sat, ARTE, anderer
”Dritter” Programme und (soweit vorhanden) der Privatsender einer kritischen
Analyse unterzogen werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die
Produktionsbedingungen gerichtet sein. Exkursionen zu den Kulturredaktionen
verschiedener Sender und ein Workshop mit Studierenden, WissenschaftlerInnen und
MacherInnen von Kultur-Magazinen zur Entwicklung möglicher neuer Sendekonzepte
ergänzen das Seminarangebot.
Voraussetzung ist eine sehr gute Kenntnis des aktuellen Angebots von
Kultur-Magazinen im Fernsehen. Das Seminar ist auf (höchstens) 30 Teilnehmer
begrenzt. Voranmeldung: Zimmer B207 (Frau Klein) unbedingt erforderlich.
LITERATUR: Texte, Kritiken und Statements zu dem Thema sind verstreut
erschienen. Im Handapparat kann ein Ordner mit gesammelten Texten und
Kopiervorlagen eingesehen werden.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Didaktische Neugier: Gibt es ein ”natürliches” Schreiben- und
Lesenlernen?
Proseminar L1,5
Di 10-12, A3 Beginn: 20.04.
Der traditionelle, fibelgeleitete Anfangsunterricht im Lesen und Schreiben
hat den Blick verstellt auf das ”Wunder” kindlichen Lernens und Lernenkönnens.
Künftige Lehrerinnen und Lehrer müssen, sich von eigenen Schulerfahrungen
befreiend, eine Neugier und ein Forscherinteresse entwickeln und sehen lernen,
welche Aufgaben von Schreiblernern zu bewältigen sind und welche Strategien sie
dafür ”natürlicherweise” entwickeln. Daran hat didaktisches Handeln sich
zu orientieren.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Die Schuldruckerei: Freies Schreiben und Schreibenlernen.
Übung in Verbindung mit dem
Proseminar ”Didaktische Neugier” L1,5
Di 10-12, B25 weitere Zeiten n.V., Beginn: 13.04.
Schuldruckerei kann, didaktisch klug eingesetzt, zu einem wesentlich fördernden
Element im Prozess des Schriftspracherwerbs werden. Künftige Lehrerinnen und
Lehrer können sich in diesem Seminar des Schuldruckzentrums Gutenberg mit der
Technik gutenbergschen Setzens und Druckens und den neuen Theorien des
Schriftspracherwerbs vertraut machen.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem WS 98/99 werden vorab berücksichtigt.
Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen: Freinet,
Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode."
In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses
Buch ist in der Fachbereichsbibliothek zugänglich, im Handel aber leider
vergriffen.) - Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtschreibvorteil inklusive.
In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf,
mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.
N.N.
Lyrik in der Schule
Proseminar L1,2,3,5, DaF
Mi 10-12, B33 Beginn: 14.04.
N.N.
Lernbereich Schreiben in der Sekundarstufe I und II
Proseminar L2,3
Do 14-16, B31 Beginn: 15.04.
Dr. Gudrun Marci-Boehncke
"Letzte Dinge” - Über Tränen, Küsse, Briefe und Reden in Film und
Fernsehen
Proseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., DaF, HF/NF, GH
Di 10-12, B210 Beginn: 13.04.
"...ein Liebespaar der Leinwand, zwei bildhübsche junge Leute, die in
einem wirklichen Garten mit wehenden Gräsern 'auf ewig' voneinander Abschied
nehmen, zu einer Musikbegleitung, die aus dem Schmeichelhaftesten kompiliert
ist, was aufzutreiben war: wer wollte da widerstehen, wer ließe nicht wonnig
rinnen, was quillt? Das ist Stoff, das ist durch nichts hindurchgegangen, das
lebt aus erster, warmer, herzlicher Hand, das wirkt wie Zwiebel und Nieswurz,
die Träne kitzelt im Dunkeln, in würdiger Heimlichkeit verreibe ich sie mit
der Fingerspitze auf dem Backenknochen." (Thomas Mann: Über den Film.Ges.
Werke in 13 Bänden, Bd.X, S.900)
Letzte Dinge müssen nicht trauerlastig sein. Und Thomas Mann hat Unrecht,
wenn er Filmabschiede als "un-vermittelt" versteht. Der eine sagt:
"Ich schau Dir in die Augen, Kleines" , der andere: ...und jetzt das
Wetter". Ein Seminar von ET über den Campus bis zum Untergang der Titanic.
BESCHRÄNKTE TEILNEHMERZAHL. VORANMELDUNG ERBETEN! Unter:
Gudrun.U.Marci-Boehncke@germanistik.uni-giessen.de
LITERATUR: Hildegard Lorenz: Lauter Abschiede. Funktion und filmische
Realisierung von Abschiedsszenen im Spielfilm. In: Strategien der Filmananlyse.
Hg.v. L. Bauer/E. Ledig/M. Schaudig. München, Diskurs Film Bd. 1, 1987, S.
73-86
Henryk Pattensen
Sprache, Stil und Erzählstruktur in Texten und Lesewerken für Schüler der
Sonderschule
Proseminar L5
Di 16-18, B33 Beginn: 13.04.
Dr. Rüdiger Vogt
Zum Lernbereich "Reflexion über Sprache"
Proseminar L1,L2,L3,L5
Mo 8-10 Beginn: 12.04.99
Zwar haben die neuen Rahmenpläne des Landes Hessen den Lernbereich
"Reflexion über Sprache" zugunsten dem der "Kulturellen
Praxis" aufgegeben, aber dennoch hat der früher als
"Sprachbetrachtung" bezeichnete Unterrichtsstoff immer noch einen
festen Platz im unterichtlichen Geschehen. In dieser Veranstaltung sollen Möglichkeiten
der Thematisierung von sprachlichen Phänomenen in der Schule erörtert werden:
Das Spektrum reicht von der Analyse von Mißverständnissen über die
Auseinandersetzung mit Fachsprachen bis hin zu philosophischen Fragen nach dem
Sprachursprung.
LITERATUR. Franz Fühmann: Die dampfenden Hälse der Pferde im Turm von
Babel. (als dtv-Taschenbuch zum Preis von DM 24,80 erhältlich). Die Lektüre
dieses Buches wird zu Veranstaltungsbeginn vorausgesetzt.
PD Dr. Arne Wrobel
Theorie und Praxis des Schreibens
Proseminar L1, L2, L3, L5
Mo 18-20, C 27 Beginn: 12.4.99
Das Thema "Schrift, Schreiben, Schriftlichkeit" ist in den letzten
fünfzehn Jahren geradezu zu einem Modethema der Sprachwissenschaften geworden.
Insbesondere durch jene Ansätze, die den Prozeß der Textproduktion in den
Blick nehmen, hat auch die Schreibdidaktik neue Impulse erhalten. In dieser
Veranstaltung soll es vor allem darum gehen,
- die wichtigsten Theorien, Methoden und Ergebnisse der Schreibforschung
vorzustellen;
- ihre Relevanz für die Didaktik des Deutschunterrichts zu überprüfen.
Ein weiteres Ziel des Seminars besteht darin, bei den Teilnehmern Reflexionen
über Probleme des eigenen, wissenschaftlichen Schreibens im Studium anzuregen.
In praktischen Übungen kann dann vielleicht konkret erfahrbar werden, ob und
wie Erkenntnisse der Schreibforschung zu einer Verbesserung der Schreibpraxis
beitragen können.
Prof. Dr. Dieter Arendt
Europäische Kunst-Märchen
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF, DaF
Mi 10-12, B210 Beginn: 14.04.
Kunst-Märchen - eigentlich ein Widerspruch: Volks-Märchen, ursprünglich
oral tradiert, werden nicht nur aufgeschrieben, stilisiert und in Sammlungen
verbreitet, sondern überkommene Märchenmotive werden losgelöst, variiert und
kombiniert und zu kunstvollen Märchen-Erzählungen bzw. Märchen-Novellen
ausgeformt. Die Literarisierung beginnt bereits mit Goethes Märchen ‚Die neue
Melusine' und setzt sich fort über Novalis, Brentano, E.T.A. Hoffmann, Adelbert
von Chamisso, Christian Andersen, Oscar Wilde bis in die Gegenwart etwa zu Peter
Rühmkorf. Während in den sog. Volksmärchen das Wunderbare ”selbstverständlich”
ist, stellt sich nun die Frage nach dem Verhältnis von Wunder und Wirklichkeit
bzw. Phantastik und Historie.
Literatur: Friedmar Apel: Die Zaubergärten der Phantasie. Heidelberg: Winter
1978. Volker Klotz: Das europäische Kunstmärchen. Fünfundzwanzig Kapitel
seiner Geschichte von der Renaissance bis zur Moderne. Stuttgart: Metzler 1985.
Prof. Dr. Dieter Arendt
Themen von Magister und Doktoranden
Oberseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF
Fr 11-13, B212 Beginn: 16.04.
Thematik orientiert an Magister-Arbeit, Dissertation und mündlicher Prüfung.
Dr. Karl W. Bauer
Theodor W. Adorno: "Kulturindustrie”
Hauptseminar L1,2,3,5, DaF, Mag.
Di 16-20 (14tägl.), B31 Beginn: 13.04.
Adorno, zusammen mit Max Horkheimer der bekannteste Vertreter der
”Kritischen Theorie” der ”Frankfurter Schule”, galt schon in den
sechziger und siebziger Jahren trotz großer Beachtung in den Kultur- und
Sozialwissenschaften als komplizierter Denker, der nicht einfach zu lesen ist.
In kultur- und medientheoretischen Diskursen der Gegenwart wird er entweder als
'überholt' ignoriert oder als ”Apokalyptiker” (U.Eco) gewertet, der die
Entwicklung der Kultur im Medienzeitalter lediglich in Kategorien des Verfalls
deuten konnte. Bei genauerem Hinsehen erweisen sich gerade seine Arbeiten zur
Theorie der Massenkultur (und der Medien), allen voran das Kapitel
”Kulturindustrie” (Fassungen: 1944, 1947, 1969) in der mit Horkheimer verfaßten
”Dialektik der Aufklärung”, als anregend und durchaus 'unerledigt' - wenn
man bereit ist, sich auf ihre genaue Lektüre einzulassen. Dazu ermutigt - auch
als 'Lesehilfe'- die didaktische Einführung von Heinz Steinert, deren
Anschaffung für alle Seminarteilnehmer verbindlich ist.
LITERATUR: Heinz Steinert: Kulturindustrie, Verlag Westfälisches Dampfboot,
Münster 1998 (dort auf S.15 auch die genauen bibliografischen Angaben zu den
Basistexten von Adorno).
Dr. Karl W. Bauer
Kolloquium ExamenskandidatInnen vomWinter 1999
Oberseminar L1
Di 16-20 (14tägl.), B31 Beginn: s. Aushang Raum B215
Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im
Okt./Nov. 1999 ihr Examen mit der mündlichen Prüfung abschließen.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Medienkompetenz für Schulen via Internet
Hauptseminar L2,3,5
Mo 18-20, B9 Beginn: 19.04.
Die Veranstaltung ist thematisch mit einem Projekt verbunden, welches mit
Unterstützung des Hess. Kultusministers TV-Angebote des Qualitätsfernsehens
(3Sat, Arte, ZDF und ARD) zunächst für den Deutschunterricht der
Sekundarstufen medienpädagogisch aufbereitet, ins Internet stellt und die
Arbeit damit in ausgewählten ‚Schulen am Netz' evaluiert. Daraus ergeben sich
für interessierte Lehramtsstudierende drei mögliche Arbeitsbereiche: a) die
kritische Sichtung und medienpädagogische Aufarbeitung des TV-Programmangebots;
b) die Aufbereitung dieses Materials für eingerichtete Web-Seiten im Hessischen
Bildungsserver; c) die medienpädagogische Evaluation in Schulen.
Interessierte Lehramtsstudierende melden sich bitte rechtzeitig in Zimmer
B207 (Sekretariat Frau Klein) an.
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Literatur des 20. Jahrhunderts im Spiegel ihrer filmischen Rezeption
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom, HF/NF, DaF
Di 18-20, B9 Beginn: 20.04.
Am Ende des Jahrhunderts soll ein Blick zurück auf die deutsche Literatur,
in den Kanon aufgenommene, aber auch weniger bekannte, im Spiegel der filmischen
Interpretation geworfen werden. Die Auswahl soll zugleich nach Epochen und Strömungen
wie auch nach Autoren erfolgen: die Spanne reicht vom Expressionismus über die
Exilliteratur, die DDR-Literatur bis zu verfilmten Werken der jüngsten
Gegenwart.
Der Film wird dabei, als (künstlerische) medienspezifische Interpretation
der Vorträge verstanden, entsprechend auch mit Hilfe filmsprachlicher
Kategorien analysiert.
Einführende Literatur: Paech, Joachim: Literatur und Film. Stuttgart 1988.
Oder zahlreiche Texte und Infos im W. Gast (Hrsg.) Reader zur Vorlesung,
Grundwissen Medienpädagogik. Giessen, WS 1998/99 (in Zi. 207 oder 209 für DM
10,-- erhältlich).
Prof. Dr. Wolfgang Gast
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1,2,5
Di 8-10, B210 Beginn: 20.04.
Es sollen Fragen und Probleme der Vorbereitung und des Ablaufs von Prüfungen
besprochen sowie wichtige, häufig gewählte Prüfungsthemen exemplarisch
behandelt werden.
Prof. Dr. Ulrich Karthaus / Dr. Rüdiger Vogt
Die Kunst der Argumentation
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., DaF, HF/NF
Mo, 10-12, B210 Beginn: 12.04.
Die Fähigkeit, ”richtig”, d.h. angemessen zu argumentieren in der Rede,
der Diskussion, dem Gespräch, in Frage und Antwort, wird auf vielen Feldern
angewendet: in der Philosophie wird sie als Dialektik thematisiert, in der
Reklame zur Überredung verwendet, in Freundschaft und Ehe als Instrument des
Streites oder seiner Beilegung täglich geübt. Das Seminar will ihre Techniken
untersuchen, um die Teilnehmer zur Kritik an Überredungsversuchen wie zur
eigenen erfolgreichen Argumentation zu befähigen.
Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Thomas Mann: >Der Zauberberg<
Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., DaF, HF/NF
Mo 16-18, C27 Beginn: 12.04.
>Der Zauberberg< ist einer der wichtigsten deutschsprachigen Romane der
sog. ‚Klassischen Moderne' zwischen den Weltkriegen. Seine Analyse und
Interpretation ist geeignet, in die Romankunst Thomas Manns einzuführen und
zugleich mit Fragen der Geschichte dieses Jahrhunderts bekannt zu machen. Beide
Ziele verfolgt das Seminar.
Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Colloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., DaF, HF/NF
Di 16-18, C26 Beginn: 13.04.
Fragen der Examensvorbereitung wie die Wahl von Prüfungsthemen oder von
Texten und Literatur sollen erörtert, einzelne Prüfungsthemen beispielhaft
besprochen und Lern- bzw. Arbeitstechniken diskutiert und erläutert werden. Den
Kandidatinnen und Kandidaten die Examensangst zu nehmen, ist dem Seminarleiter
leider nicht möglich. Aber er kann versuchen, sie zu vermindern.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Sprachwissenschaftliche Grundlegung des Sprachunterrichts
Hauptseminar L1,5
Mi 10-12, C30 Beginn: 14.04.
In welcher Weise Schülerinnen und Schülern der ersten Schuljahre
Sprachunterricht hilfreich sein kann auf ihrem Weg in die Welt der Schrift und
in welche traditionellen Formen schulischen Sprachunterrichts überdacht werden
müssen, das zu reflektieren ist eine Aufgabe, der sich Lehrerinnen und Lehrer
in Verantwortung stellen müssen. Die Frage von Konrad Gaiser: ”Wieviel
Grammatik braucht der Mensch?”, provozierend so gestellt im Jahre 1950, ist
heute, ein knappes Jahrhundert später, noch immer nicht beantwortet, und sie
wird endgültig nie beantwortet werden können. Aber: Jede neue Generation von
Lehrerinnen und Lehrern muss in ihrer Weise weiterarbeiten an einer
sprachwissenschaftlich und lerntheoretisch fundierten Kritik des schulischen
Grammatikunterrichts.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Schrift und Gestaltung
Oberseminar L1,2,5
Kompaktseminar in Rauischholzhausen
Vorbesprechung Mi 28.04., 19 Uhr, B210
Die in diesem Seminar entstehenden Texte werden am Ende gedruckt,
illustriert, gestaltet und ausgestellt. Vorherige Anmeldung im Sekretariat
Zimmer B213. Beschränkte Teilnehmerzahl.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung
und Verpflegung.
Prof. Dr. Wolfhard Kluge
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1,5
Mi 17-19, C26 Beginn: Erste Sitzung: 28.04.
N.N.
Literaturprojekte im Sekundarbereich
Hauptseminar L2,3, DaF
Do 10-12, B210 Beginn: 15.04.
(begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldung Zimmer B213.)
Dr. Rüdiger Vogt
Examenskolloquium
Oberseminar L1, L2, L5
Di 8-10, C 27 (14 tg.) Beginn: 19.4.99
In dieser Veranstaltung arbeiten die Teilnehmer nach Interessenlage
examensrelevante Themen auf.
Dr. Rüdiger Vogt
Praxisseminar: Das Thema Drogen im Deutschunterricht der Sekundarstufe I
Hauptseminar L1, L2, L3, L5 (VF, WF)
Mo 16-18 Beginn: 12.04.99
In diesem Seminar haben die Studierenden Gelegenheit, ein vor allem für die
Jahrgangsstufen 8 bis 10 wichtiges Thema für den Deutschunterricht
aufzubereiten, konkreten Unterricht zu planen, ihn durchzuführen und
auszuwerten. Dazu gehört die Auseinandersetzung mit verschiedenen literarischen
und nicht-literarischen Texten ebenso wie die Entwicklung eiuner
Unterrichtsreihe. Diese Unterrichtseinheit kann erprobt werden. Durch eine
audio-visuelle Dokumentation des Geschehens wird auch die Durchführung des
Unterrichts der didaktischen Reflexion zugänglich gemacht.
Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Veranstaltungen wird
vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im
Wintersemester 1998/99 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte
dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit
der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie
den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt. Bitte beachten Sie auch die
Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur!
Ingeborg Berndt
Praktikumssvorbereitende Veranstaltungen
Berndt Mo 16-18, E5 19.04.
Fritz Fr 08-10, B210 16.04.
Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen:siehe Aushang im Institut für
Didaktik der deutschen Sprache und Literatur
Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere
DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar DaF
Mo 14-16, 14tgl. 12.04.
Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die sich
auf ihre Prüfungen vorbereiten, ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft
auf Themensuche gehen wollen. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen
Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Doktorandinnenkolloquium
Oberseminar DaF
Mo 14-16, B210, 14tgl. 19.04.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Lehrmaterial analysieren und gestalten
Proseminar DaF
Do 14-16, B210 15.04.
Lehrwerke, die man in einem Laden kaufen kann, passen meist nicht besonders
gut zu der Gruppe von Lernenden, mit denen man es als Lehrender gerade zu tun
hat. In diesem Seminar werden zuerst die Kriterien erarbeitet, die es einem
erlauben, Lehrwerke im Hinblick auf ihre tatsächliche Verwendbarkeit für
konkrete Lernziele und Zielgruppen zu bewerten. Danach wird herausgearbeitet,
worauf man achten muß, wenn man als Lehrender selbst Material für eine Gruppe
von Lernenden erstellt. In einem dritten Schritt schließlich werden für eine
konkrete Situation vorhandene Lehrwerke adaptiert und eigene Materialien
entwickelt. Da dieser dritte Schritt sehr arbeitsintensiv ist, werden die
Teilnehmer an diesem Seminar gebeten, bei ihrer Semesterplanung darauf zu
achten, daß sich ihre Aktivitäten nicht im letzten Drittel des Semesters häufen;
m.a. W., versuchen Sie bitte, in anderen Seminaren einige Ihrer Referate in der
ersten Semesterhälfte zu halten.
Elena Bellavia
Psycholinguistik des Fremdsprachenlernens: Bedeutungserwerb und Gedächtnis
Proseminar DaF
Mi 12-14, B210 Beginn: 14.04.
Erkenntnisse über die Repräsentation von Wortformen und -bedeutungen können
das Lernen und Behalten fremdsprachiger lexikalischer Einheiten erleichtern. Das
Proseminar beschäftigt sich mit den Beziehungen zwischen linguistischen und
psycholinguistischen Gedächtnismodellen und Fremdsprachenlernen. Insbesondere
konzentriert es sich auf die semantischen Erweiterungsprozesse von lexikalischen
Kategorien.
LITERATUR: Aitchison, Jean: Wörter im Kopf. Tübingen: Niemeyer, 1997
Gudrun Schäfer
Didaktik Deutsch als Fachsprache
Seminar DaF, Mag. NF
Mi 16-18, E5 Beginn: 14.04.
In diesem Seminar geht es um die Vermittlung der Fremdsprache Deutsch als
Fachsprache. Dafür muß man sich zunächst mit dem Begriff der Fachsprachen
auseinander setzen. Als praktischer Anknüpfungspunkt wird auf die Sprache in
naturwissenschaftlichen-technischen Vorlesungen eingegangen unter der
Fragestellung, wie ausländische Studierende auf das Verstehen solcher
Vorlesungen vorbereitet werden können.
LITERATUR: Buhlmann, Rosemarie (1985): Merkmale geschriebener und
gesprochener Texte im Bereich naturwissenschaftlich-technischer Fachsprachen.
Eine Betrachtung unter didaktischen Gesichtspunkten. In: Fachsprache 1/2 (1985),
98-122. - Buhlmann, Rosemarie/ Fearns, Anneliese (1987): Handbuch des
Fachsprachenunterrichts. Unter besonderer Berücksichtigung
naturwissenschaftlich-technischer Fachsprachen. Berlin et al.: Langenscheidt. -
Fluck, Hans-Rüdiger (1996): Fachsprachen: Einführung und Bibliographie. 5. überarb.
und erw. Aufl. Tübingen, Basel: Francke. - Monteiro, Maria/ Rieger, Simone/
Skiba, Romuald/ Steinmüller, Ulrich (1997): Deutsch als Fremdsprache:
Fachsprache im Ingenieurstudium. Frankfurt a.M.: IKO - Verl. für
Interkulturelle Kommunikation. - Monteiro, Maria / Rösler, Dietmar (1993): Eine
Vorlesung ist nicht nur eine Vor-Lesung: Überlegungen zur Beschreibung eines
kommunikativen Ereignisses in der Lehre an der Hochschule. In: Fachsprache 1/2
(1993), 54-67.Hinweise zur Benutzung
Hinweise zum Grundstudium der Sprachwissenschaft
Hinweise zum Grundstudium der Mediävistik
Abkürzungen
Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs
Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und
mittelalterliche Literatur
Vorlesungen
Do 14-16; Phil. II, Karl-Glöckner-Str. 21, Haus E, Raum 07; Beginn: 15.04.1999
Mittelalterliche Literatur
Minnelieder Walthers von der Vogelweide
"Gespräche über die Minne"
Hartmann von Aue: Iwein
Hartmann von Aue, Der arme Heinrich
Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literaturwissenschaft
(Diskussion wichtiger literaturwissenschaftlicher Neuerscheinungen,
Examensvorbereitung)
Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und
Literatur
Deutsch als Fremdsprache
| Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de |
|
Anmerkungen bitte an: webmaster@germanistik.uni-giessen.de |
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ss99.shtml Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr |