JLU Giessen Fachbereich 05
Sprache, Literatur, Kultur
Germanistik

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
des Fachgebiets Germanistik
am Fachbereich Sprache Literatur, Kultur
der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wintersemester 2000/01

Hinweise zur Benutzung

Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.

Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Mai 2000 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.

Hinweise zum Grundstudium der Sprachwissenschaft

Im Bereich der Sprachwissenschaft werden regelmäßig Proseminare zu folgenden vier grundlegenden Themenbereichen angeboten (sog. Basisseminare): Grammatik, Kommunikationsanalyse, Sprachvariation, Sprachgeschichte. Kenntnisse in diesen Themenbereichen sind notwendig für ein erfolgreiches Studium der Sprachwissenschaft. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Besuch von Basisseminaren. Wenn Sie wissen wollen, was in Basisseminaren behandelt wird, dann können Sie Lernzielkataloge zu diesen Seminartypen im Sekretariat (Raum B 112) bekommen. 

Hinweise zum Grundstudium der Mediävistik

Im Bereich der Mediävistik werden regelmäßig Proseminare mit dem Thema Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur angeboten. Der Besuch eines solchen Seminars ist für Studierende des Lehramtsstudiengangs L 3 obligatorisch, für andere Studiengänge fakultativ. Der Besuch anderer mediävistischer Proseminare ist generell fakultativ, jedoch zur Vertiefung des Lernstoffs erwünscht. Den Lernzielkatalog für das mediävistische Einführungsseminar finden Sie in den Aushängen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur sowie im Internet:

Hinweise zum Studiengang Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik

Das Fach „Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik” erlaubt es Studierenden der verschiedenen Magisterfächer, eine anwendungsorientierte, berufsbezogene Spezialisierung vorzunehmen, die im Schnittpunkt zwischen Linguistik, Informatik und Neuen Medien angesiedelt ist. Nähere Informationen zu dem Studiengang, den Kombinationsmöglichkeiten und zum Praxisbezug sind bei Prof. Dr. H. Lobin in D 407, per Email (Henning.Lobin@germanistik.uni-giessen.de) und auf der Homepage des Arbeitsbereichs (http://www.uni-giessen.de/fb09/ascl) zu erhalten. Bitte beachten Sie auch die gesonderten Informations- und Einführungsveranstaltungen zu diesem Studiengang.

Studienberatung

Allgemeine Studienberatung:                              Prof. Dr. K. Inderthal (B 133, T. 29075)

Lehramtsstudiengänge

L 1:                              Prof. Dr. W. Kluge (B 212, T: 29100)

L 2:                              Prof. Dr. W. Gast (B 209, T: 29115)

L 3:                              Prof. Dr. H. Ramge (B 107, T. 29040)

L 5:                               Prof. Dr. C. Gansel (B 208, T. 29145)

Andere Studiengänge

Magister:                              Prof. Dr. G. Kurz (B 130, T. 29070)
                              Dr. Pott (B 132, 29084)
                              S. Wodianka (C 28, T. 29098)

Allgemeine und Vergleichende
Literaturwissenschaft:                              Prof. Dr. Ch. Lubkoll (B 137, T. 29074)

Angewandte Sprachwissenschaft und
Computerlinguistik                              Prof. Dr. H. Lobin (D 412, T. 29050)

Deutsch als Fremdsprache (DaF):                              Prof. Dr. D. Rösler (B 203, T. 29125)

Drama, Theater, Medien:                              Prof. Dr. E. Leibfried (B 138, T. 29073)
                              A. Hammer (B 156, T. 29077)

Text und Medien und Fachjournalistik:                              Prof. Dr. W. Gast (B 209, T. 29115)

Sonstige germanistische Bausteine           
und Studienelemente:                              Prof. Dr. G. Oesterle (B139, T. 29090)

                              A. Hammer (B 156, T. 29077)

Betreuung ausländischer Studierender:                              N.N.

Studienberatung außerdem durch die Fachschaft Germanistik (B 32)

 


Veranstaltungen des Fachgebiets Germanistik

Einführung in das Studium der Germanistik

Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten:

1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),

2. einem Einführungsseminar und

3. einem Tutorium.

Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsveranstaltungen für das Sommersemester erfolgt am Dienstag, den 17.10.2000, um 8.00 Uhr im Hörsaal A2 über eine schriftliche Wahl. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit.Diese Wahl ist zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Sommersemester, nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder abmelden. Die Teilnehmerlisten der Einführungen mit Raumangaben hängen ab Donnerstag, den 19.10.2000, an den schwarzen Brettern in allen Instituten aus.

Einführung in die Literaturwissenschaft [Gemeinsame Ankündigung]

Ziel des Einführungskurses ist die Vermittlung einer möglichst breiten germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer Themen wird in die Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens eingeführt. Dazu gehören zunächst grundlegende Fertigkeiten wie Bücherkunde, Bibliographieren, Quellenerschließung, schriftliche Form wissenschaftlicher Arbeiten etc. Darüber hinaus werden folgende Bereiche behandelt: Beschreiben und Verstehen literarischer Texte; literarische Gattungen; Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung. Die Veranstaltung soll auch dazu beitragen, die eigenen Erwartungen und Interessen an ein Germanistikstudium zu reflektieren. Die Einführung wird mit einer – in allen Kursen identischen – Klausur abgeschlossen.

1) Prof. Dr. Christine Lubkoll

Einführungsseminar (a)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Di 10-12, C30                              Beginn: 24.10.2000

2) Prof. Dr. Gerhard Kurz

Einführungsseminar (a)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Di 10-12, B33                              Beginn: 24.10.2000

3) Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Einführungsseminar (a)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Di 10–12, B 128                              Beginn: 24.10. 2000

LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 7. Aufl. München: Fink 1997 (UTB 1583).

Prof. Dr. Swantje Ehlers

Einführung in die Literaturdidaktik

Proseminar                              L1, L2, L3, L5

Di 10–12, C26                              Beginn: 24.10.2000

In der Einführungsveranstaltung werden didaktisch-methodische Grundlagen der Arbeit mit literarischen Texten im institutionellen Rahmen der Schule, Konzepte der Leseförderung und der literaturtheoretischen Fundierung einer literarischen Praxis behandelt. In einem begleitenden Tutorium wird in die Technik wissenschaftlichen Arbeitens (Arbeitstechniken, Recherchen, Bibliographieren, Zitieren) eingeführt.

Literatur: G. Lange et al. (1998): Taschenbuch des Deutschunterrichts. Bd. 2. Hohengehren: Schneider. – G. Rückriem et al. (1997): Die Technik des wissenschaftlichen Arbeitens. Paderborn: Schöningh.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Einführung in die Literatur- und Mediendidaktik

Proseminar                               L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Di, 10-12, B 210                              Beginn 17.10.2000

Im Zentrum dieser Einführung stehen Fragestellungen, Arbeitsbereiche, Begriffe und Methoden der Literatur- und Mediendidaktik. Erste Schritte auf dem Weg zum angemessenen Umgang mit Medientexten sollen am Thema "Das Kriminalgenre – ‚multimedial' erprobt werden.

Literatur: Peter Nusser, Der Kriminalroman, Stuttgart(Metzler) 2. Auflage überarbeitet 1992.

Dr. Britt-Marie Schuster

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung                              L1(WF),L2,L3,L5,Mag.

Di 10–12, G 25                              Beginn: 24.10.2000

Die Sprachwissenschaft ist diejenige Disziplin, die sich wissenschaftlich mit all dem auseinandersetzt, was Sprache ist und was man mit Sprache tun kann. Das Seminar setzt sich zum Ziel, den Studierenden zu ermöglichen, unterschiedliche Zugangsweisen zum Phänomenbereich “Deutsche Sprache” kennenzulernen. Am Ende des Seminars sollten so unterschiedliche Fragen wie “Wie funktioniert eigentlich ein Gespräch und wie läßt es sich beschreiben?”, “Was tun wir, wenn wir sprechen?”, “Was passiert, wenn man einen Text schreibt oder rezipiert?”, “Was ist eigentlich ‘Bedeutung’?” oder “Wie läßt sich die Wortbildung im Deutschen beschreiben?” beantwortet sein. Im Seminar wird darauf Wert gelegt, den Studierenden eine erste Orientierung zu geben, welche Felder der Sprachwissenschaft welche berufspraktische Relevanz besitzen und wie sich die daraus ergebenden Studienprofile im Verlauf des Studiums ausgebaut werden könnten (z.B. der Textprofi, der/die Medienspezialist/in, der/die Didaktiker/in etc.).

Klaus-Peter Ulbrich, M.A.

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung                              L1(WF),L2,L3,L5,Mag.

Di 10–12, B 24                              Beginn: 24.10.2000

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.

Ziel des Seminars ist die Fähigkeit

1.      mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,

2.      eigene kleine Arbeiten zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier

-   wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,

-   Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

Dr. Rüdiger Vogt

Einführung in die Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik

Einführungsseminar                              L1,2,5

Di 10-12, F6                              Beginn: 24.10.2000

In dieser Veranstaltung beschäftigen sich die Studierenden mit grundsätzlichen Aspekten von Sprache und ihrem Gebrauch: Ausgehend vom Kommunikationsbegriff werden unterschiedliche Konzeptualisierungen von Sprache thematisiert. Die Grundlagen grammatischer Sprachbeschreibung werden ebenso thematisiert wie die sprachlichen Formen in der direkten Interaktion.

Dr. Martin Wachtel

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung                               L1(WF),L2,L3,L5,Mag.

Di 10–12, E 4                              Beginn: 24.10.2000

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Theorien, Begriffe und Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft.

Die TeilnehmerInnen sollen lernen,

–   mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können und

–   eigenständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Nach den einzelnen thematischen Blöcke haben Sie Gelegenheit, das Gelernte in Form von Übungen zu vertiefen und anzuwenden.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier

–   wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,

–   Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

 


Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur

Deutsche Sprache

Vorlesungen

Prof. Dr. Henning Lobin

Grammatik der deutschen Gegenwartssprache

Vorlesung                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF, HF/NF,GH

Do 8–10, A 4                              Beginn: 19.10.2000

Gegenstand dieser Vorlesung ist die grammatische Beschreibung des Deutschen. Dazu gehört, daß man sich zunächst im klaren sein muß, mit welchen Mitteln und Instrumenten man diese Beschreibung durchführen will, denn Grammatik ist nichts Naturgegebenes, sondern in wesentlichen Teilen eine theoretische Konstuktion. Auf der anderen Seite ist es notwendig, daß man weiß, was man mit der gewonnenen grammatischen Beschreibung einer Sprache eigentlich anfangen will. Grammatiken können sehr unterschiedlich gebraucht werden: etwa für den Fremdsprachunterricht, für maschinelle Übersetzungsprogramme oder für den ‘Hausgebrauch’ (wie z.B. die Dudengrammatik). In diesem Kurs soll es um eine weniger spezifische Verwendungsweise gehen. Die grammatische Beschreibung soll hier in Bezug gesetzt werden zu dem, was Sätze oder Texte bei einem Leser bewirken. Man kann die Grammatik einer Sprache nämlich auch als ein Hilfsmittel auffassen für die Auslösung dessen, was überhaupt den Grund der menschlichen Sprachverwendung ausmacht: Ein Schreiber oder Sprecher will erreichen, daß der Leser oder Hörer etwas ganz bestimmtes denkt, will oder glaubt. Und um das zu erreichen, hat er mit der Grammatik ein mehr oder weniger verläßliches Werkzeug an der Hand.

LITERATUR: H.-J. Heringer 1988: Lesen lehren lernen. Eine rezeptive Grammatik des Deutschen. Tübingen: Niemeyer.

Prof. Dr. Hans Ramge

Grundzüge der germanistischen Sprachwissenschaft

Vorlesung                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10–12, A 4                              Beginn: 18.10.2000

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Teilbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft:

–   die Struktur der Sprache und ihre grammatische Beschreibung,

–   die hauptsächlichen Sprachvarietäten des Deutschen (Dialekte und Gruppensprachen),

–   die Grundlinien der Entwicklung der deutschen Sprache, der Sprachgeschichte,

–   die Grundlagen der Kommunikation und des Erwerbs der Sprache,

–   des menschlichen Handelns als sprachlichem Handeln,

–   der Funktion und der Organisation von Gesprächen und von Texten,

–   die Sprache der Medien.

Prof. Dr. Fritz Vahle

Wie geht's – Bewegung & Dialogfähigkeit (mit Übungen, Spielen und Liedern)

Vorlesung                              L1,L2,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 10–11, B 9                              Beginn: 23.10.2000

In dieser Vorlesung geht es um elementare Körperhaltungen – Gebärden und – Bewegungen. Es geht um etwas, was man die "Kommunikationsgeschichte" von Gehen, Stehen, Sitzen, Liegen u. a. nennen kann.

Die Art und Weise, wie wir fühlen, denken und sprechen, variiert mit unserer Körperhaltung. Oft sind wir uns dessen allerdings nicht bewußt, bzw. wenden dem kaum besondere Aufmerksamkeit zu. Insbesondere Kinder drücken ihre Beziehung zu anderen und das, was sie insgesamt fühlen und kommunizieren wollen, durch Körpersignale aus. Sprachliche Botschaften werden oft nur dann von ihnen aufgenommen, wenn sie mit Bewegung verbunden sind. Für behinderte Kinder gilt dies in ganz besonderem Maße. Was wir im Allgemeinen kommunizieren, läuft zu über 90% auf der Ebene von Körpersprache und Intonation ab. Aus dieser Perspektive soll dem Zusammenspiel von energetisch-kinetischen und sprachlichen Elementen der Dialogfähigkeit besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Wie läßt sich in bestimmten Situationen Sprache und Dialogfähigkeit fördern? Wodurch werden sie gehemmt bzw. verhindert? Die Arbeit an diesen Problemen soll nicht nur in theoretischen Reflexionen, sondern auch in Übungen, Spielen und Liedern stattfinden, die später mit Kindern im schulischen Rahmen, aber auch mit Erwachsenen in die Praxis umgesetzt werden können.

Literatur: Fredrik Vahle: Bewegung als Weg – ein Kinderspiel? In: Wolfgang Schleske, Barbara Schwaner-Heitmann: Bewegung als Weg. Kassel 2000, S. 272–239. — Theodore Zeldin: Der Rede Wert. München 1998. – Weitere Literatur wird im Seminar bekannt gegeben.

Grundstudium

Klaus-Peter Ulbrich, M.A.

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10–12, B 31                              Beginn: 18.10.2000

Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.

Das Seminar soll einen möglichst umfassenden Überblick über die Arbeitsgebiete und die Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft bieten und dadurch den TeilnehmerInnen die nötigen Grundlagen für den Besuch sprachwissenschaftlicher Proseminare vermitteln.

Dabei werden folgende ausgewählte Themen behandelt:

–   Zeichentheorie

–   Grundlagen der sprachlichen Kommunikation

–   Pragmatik/Sprechakttheorie

–   Textlinguistik/Gesprächsanalyse

–   Grammatik/Grammatiktheorien

Die Erarbeitung der einzelnen Arbeitsgebiete wird jeweils mit entsprechenden Übungen abgeschlossen.

Dr. Martin Wachtel

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 8–10, B 106                              Beginn: 24.10.2000

Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei lernen Sie,

–   mit sprachwissenschaftlichen Texten zu arbeiten,

–   selbständige Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anzufertigen.

Nach den einzelnen thematischen Blöcke werden wir das Gelernte in Form von Übungen vertiefen und anwenden.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Grundlagentexte zur Kommunikationsanalyse

Proseminar                               L1,L2,L3,L5,Mag.,DaF,HF/NF

Di 10–12, B 106                              Beginn: 17.10.2000

Studierende finden es zu Beginn ihres Studiums oft schwierig, Texte aus dem Bereich der Sprachwissenschaft, der Sprachphilosophie oder der Sprachsoziologie zu lesen. Dieses Proseminar bietet die Gelegenheit, unter Anleitung Grundlagentexte der Kommunikationsanalyse, auch englischsprachige, zu lesen und zu besprechen und damit einen theoretisch fundierten Zugang zu Fragen der Analyse von Dialogen und Texten zu gewinnen. Es sollen Fragestrategien für das aktive Lesen sowie Verfahren der Zusammenfassung, Wiedergabe und Nutzung von wissenschaftlichen Texten gelehrt und mit Aufgaben und Klausuren geübt werden. Thematisch sollen folgende Schwerpunkte behandelt werden: Grundstrukturen von Kommunikationsformen, Sprecherwechsel, Probleme der Referenz, konversationelle Implikaturen, Thema und thematischer Zusammenhang, Textstruktur, Kommunikationsprinzipien, Verständlichkeit. Voraussetzungen: Teilnahme an einem linguistischen Einführungskurs, gute Englischkenntnisse.

LITERATUR zur ersten Orientierung im Themenbereich der Kommunikationsanalyse: Fritz, G.: Grundlagen der Dialogorganisation. In: Fritz, G./Hundsnurscher, F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse. Tübingen 1994, 177–202.

Jan Lüsing, M.A.

Grundlagen der deutschen Grammatik

Proseminar (Basisseminar)                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 10–12, B 106                              Beginn: 16.10.2000

Dieses Basisseminar bietet die Möglichkeit, die grundlegenden Beschreibungskategorien der grammatischen Satzanalyse kennen und anwenden zu lernen. Zu Beginn werden wir erst einmal klären, welche Aspekte der Sprache überhaupt Gegenstand des grammatischen Interesses sind. Danach gilt es, sich die Strukturen der einzelnen sogenannten Phrasen zu erarbeiten. Phrasen sind Einheiten zusammengehöriger Wörter unterhalb der Satzebene. Sie ergeben sich, weil die Wörter eines Satzes in unterschiedlich engen Beziehungen zueinander stehen. Nach dem Kern der Phrase, von dem dann andere Wörter abhängen, läßt sich z.B. zwischen Verbalphrasen, Nominalphrasen, Adjektivphrasen und Präpositionalphrasen unterscheiden. Abschließend werden wir sehen, wie sich das Organisationsprinzip der Phrase in der Dependenzgrammatik und der generativen Grammatik darstellt.

Leistungsnachweis: Nach den jeweiligen thematischen Blöcken werden Übungsaufgaben ausgegeben.

Literatur: Wöllstein-Leisten, A. u.a.: Deutsche Satzstruktur. Grundlagen der syntaktischen Analyse. Tübingen 1997.

Prof. Dr. Hans Ramge

Einführung in die Sprachgeschichte

Proseminar (Basisseminar)                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 10–12, B 106                              Beginn: 19.10.2000

Als Basisseminar vermittelt die Veranstaltung einen Überblick über die grundlegenden Tatsachen der Sprachgeschichte des Deutschen, der Methoden ihrer Erforschung und ihrer Bedeutung für das Verständnis des gegenwärtigen Sprachgebrauchs und Sprachwandels.

Im Seminar werden deshalb zunächst die hauptsächlichen sprachlichen Entwicklungen von den Anfängen bis zum Frühneuhochdeutschen erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dann auf der Bearbeitung der Frage, wie die neuhochdeutsche Schriftsprache entstanden ist und in welchem Verhältnis sie zu anderen Varietäten des Deutschen (Dialekte, Gruppensprachen) steht.

Die sprachgeschichtlichen Erscheinungen werden in Verbindung mit der Lektüre kleiner Texte und Textausschnitte erarbeitet, so dass auch Grundzüge der Entwicklung verschiedener Textsorten erörtert werden können.

An einzelnen sprachgeschichtlichen Phänomen werden, in Verbindung mit Beobachtungen zum gegenwärtigen Sprachgebrauch, Prinzipien und Mechanismen des Sprachwandels und der Sprachveränderung erklärt.

Claudia Tamme

Einführung in die linguistische Kommunikationsanalyse

Proseminar (Basisseminar)                              L1,L2,L3,L5,Mag,Prom,DaF,HF/NF

Do 14–16, B 106                              Beginn: 19.10.2000

Wieso empfinden wir eigentlich eine Kommunikation als gelungen, eine andere als mißlungen? Was sind Kriterien für die Bewertung von Kommunikationen? Wie sind Dialoge und Texte organisiert? Welche Handlungsalternativen haben Kommunikationspartner in verschiedenen Kommunikations­situationen?

Diesen und anderen Fragen soll in dem Seminar nachgegangen werden. Dazu werden Grundbegriffe der linguistischen Kommunikationsanalyse anhand von ausgewählten Texten und Beispielanalysen aus der wissenschaftlichen Literatur diskutiert. Anschließend sollen eigene Analysen zu selbstgewählten Kommunikationsformen angefertigt werden.

Dr. Roland Mulch

Geschichte und Probleme der Dialektologie

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 14–16, Phil. II: E 07                              Beginn: 19.10.2000

In dieser Einführung sollen die Teilnehmer Einsichten in Probleme und Methoden der westmitteldeutschen Mundartforschung gewinnen. Neben den dialektgeographischen Ansätzen europäischer Dialektologie in den letzten einhundert Jahren, die vor allem auf die raumbezogene Untersuchung dialektaler Sprachstrukturen abzielten, soll auf die neueren, an pragmatischen Komponenten orientierten Aspekte in diesem Bereich hingewiesen werden. Es soll versucht werden, die gesellschaftlichen und situativen Bedingungen und Funktionen der Verwendung dialektaler Sprachvarietäten im deutschsprachigen Raum anhand ausgewählter Beispiele zu erläutern.

LITERATUR: Hermann Niebaum/Jürgen Macha: Einführung in die Dialektologie des Deutschen. Tübingen 1999

Gerd Richter, M.A.

Methoden der Sprachwissenschaft

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 8–10, B 106                              Beginn: 18.10.2000

Dieses Seminar will einen Überblick über die Methoden der Sprachwissenschaft geben. Im ersten Teil soll anhand der Wissenschaftsgeschichte der Linguistik die Entwicklung der Methoden und Verfahren herausgearbeitet werden. Im zweiten – eher praktisch orientierten – Teil des Seminars sollen einzelne Methoden der heutigen Sprachwissenschaft, wie sie in verschiedenen Teildisziplinen angewendet werden, exemplarisch vorgestellt und kritisch diskutiert werden. Hierzu werden in einem ersten Schritt grundlegende Kenntnisse in der Wissenschaftstheorie und der empirischen Sozialforschung vermittelt. Im zweiten Schritt wollen wir nicht nur einige ‚quantitative‘ und ‚qualitative‘ Methoden, sondern auch Verfahren kennenlernen, die in der (empirischen) Sprachwissenschaft zur Anwendung kommen. Berücksichtigt werden hierbei nicht nur ‚genuin‘ linguistische Methoden und Verfahren, sondern auch sozialwissenschaftliche, die Eingang in die empirische Sprachwissenschaft gefunden haben.

Detailliertere Informationen zu diesem Seminar können Sie im Laufe der Semesterferien unter der URL http://www.uni-giessen.de/~g913/lehre.html abrufen.

LITERATUR: Bartschat, Brigitte: Methoden der Sprachwissenschaft. Von Hermann Paul bis Noam Chomsky. Berlin 1996. — Schlobinski, Peter: Empirische Sprachwissenschaft. Opladen 1996.

Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Spracherwerb: Die Profilanalyse von Harald Clahsen

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Fr 10–12, B 106                              Beginn: 27.10.2000

Während des Spracherwerbs kommt es gelegentlich zu Verzögerungen und anderen Störungen, außerdem gibt es Kinder mit ernsthaften Sprachbehinderungen. Mit der Profilanalyse hat H. Clahsen den Versuch unternommen, die Entwicklungsphasen im Spracherweb auf die Merkmale zu untersuchen, die eine genaue Aussage zum Stand des kindlichen Sprachkönnens erlauben. Hauptziel war, bei Sprachstörungen die spezifischen Bereiche zu erfassen, damit die Therapie präzis ansetzen kann. So wird auch vermieden, Sprachstörungen als Beeinträchtigung des gesamten kognitiven Vermögens anzusehen und die betroffenen Kinder auszusondern. Clahsens Vorgehen ist linguistisch begründet; die Beschäftigung mit der Profilanalyse setzt mindestens die Bereitschaft voraus, sich auf linguistische Gliederungssysteme einzulassen.

Ziel der Veranstaltung ist es, das analytische System zu erarbeiten und an konkretem Material zu erproben. Ein Nebenergebnis wird der Einblick in die Morphosyntax sein.

LITERATUR: Harald Clahsen (1986): Die Profilanalyse. Ein linguistisches Verfahren für die Sprachdiagnose im Vorschulalter. Berlin, Carl Marhold Verlagsbuchhandlung. – Harald Clahsen (1982): Spracherwerb in der Kindheit: eine Untersuchung zur Entwicklung der Syntax bei Kleinkindern. Tübingen, Narr. – Steven Pinker (1996): Der Sprachinstikt: wie der Geist die Sprache bildet. Aus dem Amerikanischen von Martina Wiese. München, Kindler.

Prof. Dr. Ralf-Peter Ritter

Der Lehnwortschatz des Deutschen

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10–12, C 30                              Beginn: 18.10.2000

Gegenstand der Veranstaltung sind nicht nur die Lexeme, die in alt- und mittel- und (früh)neuhochdeutscher Zeit aus den Kontaktsprachen übernommen wurden, sondern auch die voreinzelsprachlichen Entlehnungen. Schwerpunkte sollen sein: die Frage vorgermanischer (indogermanischer bzw. nichtindogermanischer) Substrate, die keltischen und lateinischen Elemente des Germanischen, die frühen romanischen und slawischen Lehnwörter des Deutschen, die Kulturwörter (letztlich) orientalischer Provenienz und das Lehngut einiger deutscher Dialekte. Abschließend werden Lehnprägungen aus allen Epochen der deutschen Sprachgeschichte behandelt.

Prof. Dr. Ralf-Peter Ritter

Einführung in die Sprachtypologie

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 14–16, C 30                              Beginn: 18.10.2000

Nach der Abgrenzung der typologischen Betrachtungsweise der Sprachen von den anderen vergleichenden linguistischen Disziplinen folgt die Darstellung zunächst der Entwicklung von den Anfängen bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts. Im Anschluß daran werden die Fragen sprachlicher Universalien und ausgewählter Begriffe wie “Ergativität”, “Passiv” oder “Tempus und Aspekt” erörtert.

Dr. Martin Wachtel

Wortbildung

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 16–18, G 26                              Beginn: 16.10.2000

Wer von Wortbildung redet, setzt voraus, daß es Wörter gibt. Das Seminar wird sich deshalb zunächst mit dieser Voraussetzung befassen und fragen, ob und wie das ‘Wort’ im Zeichensystem der deutschen Sprache als definierbare Einheit gegeben ist. Danach werden wir uns mit folgenden Themen beschäftigen:

–   Warum ist Wortbildung notwendig?

–   Woraus bildet man neue Wörter?

–   Welche Regeln steuern die Wortbildungsprozesse?

Abschließend sollen anwendungsorientierte Fragen erörtert werden. Mögliche Themen sind hier z.B. die Wortbildung in Fachsprachen, Wortbildungen in der Werbung, Wortbildung und ihre Behandlung im Deutschunterricht.

Daniel Kölligan, M.A.

Historische Grammatik des Althochdeutschen

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.

Do 16–18, C 30                              Beginn: 19.10.2000

Nach einem kurzen Überblick über das grammatische System des Althochdeutschen sollen ausgehend von der indogermanischen Grundsprache die wichtigsten Veränderungen dargestellt werden, die das Germanische insgesamt und speziell das Althochdeutsche in Laut- und Formenlehre auszeichnen. Ergänzt wird dieser systematische Teil durch einfache Textlektüre mit sprachhistorischem Kommentar. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. Ein Leistungsnachweis kann am Ende des Semesters durch eine Klausur erworben werden.

LITERATUR: wird in der ersten Sitzung bekanntgegeben.

Georg Rehm, M.A.

Programmierpraktikum: Linux und Texttechnologie

Pro‑/Hauptseminar                              Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Do 14–18, B 26                              Beginn: 19.10.2000

Dieses Seminar bietet zunächst eine umfangreiche Einführung in das Betriebssystem Linux. Wir behandeln grundlegende Konzepte wie Open Source-Software, Prozesse, die Shell, das Fenstersystem X11, Desktop-Oberflächen (am Beispiel des KDE), Netzwerkdienste (u.a. den Webserver Apache) und insbesondere die Sammlung zahlreicher Hilfsprogramme, die jedes UNIX-System – somit auch Linux – von Haus aus mit sich führt. Mit Hilfe dieser mächtigen Werkzeuge ist es möglich, sehr effiziente und flexible Manipulationen an Textdateien vorzunehmen, wobei der Einsatz dieser Werkzeugkiste und die zugrundeliegenden Philosophien sicher nicht nur für Computerlinguistik-Studierende interessant sein dürften.

Der zweite Schwerpunkt dieser Veranstaltung ist eine Einführung in die texttechnologischen Möglichkeiten von Linux, d.h. vor allem der an zahlreiche Formate anpassbare Text-Editor Emacs, XML- und SGML-Parser sowie DSSSL-Prozessoren, verschiedene Werkzeuge zur Erstellung und Manipulation von HTML-Dateien, das Textsatzsystem LaTeX mit Erweiterungen wie pdfTeX oder LaTeX2HTML, Tools zur Manipulation von Postscript- und PDF-Dateien etc.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieses Kurses werden Grundkenntnisse im Umgang mit dem Computer sowie die Bereitschaft zur aktiven Mitarbeit erwartet. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Personen begrenzt, daher wird um eine frühzeitige Anmeldung per E-Mail an Georg.Rehm@uni-giessen.de gebeten. 

Weitere Hinweise werden in den Semesterferien im World Wide Web unter der Adresse http://www.uni-giessen.de/~g91063/teaching.shtml veröffentlicht.

Hauptstudium

Prof. Dr. Gerd Fritz

Deutsche Grammatik

Hauptseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,DaF,HF/NF

Mo 14–16, B 106                              Beginn: 16.10.2000

Das Seminar vermittelt Grundlagen der grammatischen Analysemethoden und Grundkenntnisse in zentralen Bereichen der deutschen Grammatik, sozusagen das grammatische Handgepäck des Germanisten für alle Lebenslagen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Struktur der Nominalphrase (die vom Kanzler seit Jahren angekündigten Sparmaßnahmen im Personalbereich) und die Syntax des Verbs (daß Peter die Bücher hat wollen übersetzen lassen, Peter hat die Bücher übersetzen lassen wollen). In beiden Bereichen sollen besonders auch die Wortstellungsregularitäten behandelt werden. Um die Teilnehmer mit Darstellungsformen und Nutzungsmöglichkeiten unterschiedlicher Grammatiken vertraut zu machen, sollen Arbeitsgruppen Grammatikvergleiche zu einzelnen Problemfeldern erarbeiten. Neben der Duden-Grammatik (6. Aufl. 1998) sollen vor allem Heringers "rezeptive Grammatik" ("Lesen lehren lernen", 1988), Eisenbergs "Grundriß der deutschen Grammatik" (Neuauflage 1998) und die IdS-Grammatik (1997) herangezogen werden. Erste Hinweise auf die Art der syntaktischen Betrachtung, die im Seminar praktiziert werden soll, finden Sie in Grewendorf/Hamm/Sternefeld: Sprachliches Wissen. Frankfurt am Main 1987, 156–181; 213–216.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Wissensaufbau und Textstruktur

Hauptseminar                              L3,Mag.

Do 16–18, B 106                              Beginn: 19.10.2000

In diesem Seminar soll eine funktionale Texttheorie dargestellt, diskutiert und angewendet werden, für die die Annahme grundlegend ist, dass die verschiedenen Aspekte des Textaufbaus (lokale und globale Sequenzierung funktionaler Elemente, Referenz und Koreferenz, thematischer Aufbau) eingebettet sind in Verfahren des Wissensaufbaus. Bei der Textproduktion erzeugen sprachliche Handlungen einen bestimmten Stand gemeinsamen Wissens bei Textautor und (möglicherweise virtuellem) Textnutzer. Umgekehrt ermöglicht und verlangt ein bestimmter Wissensstand sprachliche Handlungen und Sequenzierungen einer bestimmten Art. Im Anschluss an den theoretischen Einführungsteil des Seminars sollen in Form von kleinen Projekten praktische Übungen zur Dokumentation und gezielten Kontrolle des Wissensaufbaus bei unterschiedlichen konventionellen Texten und bei Online-Angeboten gemacht werden. Praktische Anwendungen der funktionalen Texttheorie sind Fragen des systematischen, adressatenorientierten Textaufbaus und der Verständlichkeit von Texten. Voraussetzung für das Seminar sind Grundkenntnisse der Texttheorie. Zur Vorbereitung empfehle ich das Papier “Grundlagen einer handlungstheoretischen Texttheorie”, das Sie im Sekretariat (Raum B 112) zum Kopieren ausleihen können.

Prof. Dr. Hans Ramge

Nachricht und Kommentar

Hauptseminar (Studienangebot)                              L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Di 16–18, B 106                                                                  Beginn: 17.10.2000

Das Seminar schließt das mehrsemestrige Studienangebot “Informationsvermittlung und Medien” des Instituts ab und ist deshalb in erster Linie für Teilnehmerinnen und Teilnehmer der vorangegangenen Seminare konzipiert.

Im Mittelpunkt des Hauptseminars stehen die journalistischen Textsorten 'Nachricht' und 'Kommentar' vor allem in den Printmedien. Erarbeitet werden Aufbau- und Darstellungsstrukturen aus der Produzenten- und Rezipientenperspektive, wobei insbesondere Verständlichkeitskriterien und Fragen der Optimierung von Verständlichkeit im Vordergrund stehen.

Dr. Britt-Marie Schuster

Texttypologie

Hauptseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,HF/NF

Mo 16–18, G 25                              Beginn: 16.10.2000

In unserem Alltag werden wir ständig – lesend oder schreibend – mit Texten konfrontiert. Vieles erfahren wir nur durch Texte und vieles läßt sich nur in textlicher Form vermitteln. Wenn wir einen Text schreiben oder rezipieren, ordnen wir viele Texte oft ad hoc einer Textsorte zu, sei es nun eine Nachricht, ein Kochrezept oder eine Bewerbung. Im Seminar werden wir uns vorrangig damit beschäftigen, wie man aus sprachwissenschaftlicher Perspektive das Textuniversum, dem wir alltäglich begegnen, ordnen kann. Wir werden dabei unterschiedliche Vorschläge zur Texttypologie (so aus der Ethnomethodologie, aus der Textlinguistik etc.) kritisch durchgehen und auf ihre Tragweite überprüfen. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei auf der Überprüfung liegen, inwieweit die unterschiedlichen Ansätze auch die Genese unterschiedlicher Textsorten erklären können, also bspw. erklären können, wie sich der Privatbrief oder journalistische Textsorten im Laufe der Jahrhunderte entwickelt hat/haben. Das Seminar ist als Lektüreseminar geplant; sowohl textlinguistische als auch sprachhistorische Vorkenntnisse sind erwünscht.

Dr. Martin Wachtel

Werbeanalyse

Hauptseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 14–16, C 29                              Beginn: 16.10.2000

Das Seminar wird sich zunächst mit den werbewissenschaftlichen Grundlagen beschäftigen, die auch für sprachwissenschaftliche Analysen unerlässliche Rahmendaten bilden. Darüber hinaus werden folgende Themen behandelt:

1.      Textelemente der Fernsehwerbung: Schlagzeile, Slogan, Fließtext, Bilder und Bildelemente etc. 

2.      Die Sprache der Werbung: Lexik, Phraseologie, Syntax, Textaufbau, Argumentation, Rhetorik.

3.      Das Bild in der Werbung: Aufbau, Verwendungsgsweise und Funktion.

4.      Text-Bild-Zusammenhänge: Formale, inhaltliche und funktionale Zusammenhänge.

5.      Zielgruppenspezifische Gestaltung von Werbebotschaften.

Auf der Grundlage dieser Kenntnisse werden Analysen zu ausgewählten Werbekampagnen angefertigt.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Linguistisches Colloquium

Oberseminar                              L3,Mag.,Prom.

Di 14–16, B 106                              Beginn: 17.10.2000

Im Linguistischen Colloquium sollen aktuelle linguistische Probleme diskutiert werden, insbesondere aus den Bereichen der textlinguistischen Analyse von Online-Angeboten und der Geschichte von Kommunikationsformen (Geschichte der Kontroverse). Daneben sollen entstehende Examens- und Magisterarbeiten besprochen werden. Auf Wunsch können auch Themen behandelt werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.

Prof. Dr. Hans Ramge

Linguistisches Kolloquium

Oberseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.

Zeit und Ort n.V.

Das Linguistische Kolloquium dient teils der Erörterung von Schwerpunktbereichen der Examenskandidatinnen und ‑kandidaten, teils der Vorstellung und Diskussion von Arbeitsvorhaben.

Dr. Martin Wachtel

Examenskolloqium

Oberseminar                              L1,L2,L5

Mo 18–20, B 106                              Beginn: 16.10.2000

Im Examenskolloqium erhalten die Examenkanditaten und -kandidatinnen Gelegenheit, sprachwissenschaftliche Themen zu erabeiten und zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen.

Mediävistik

Grundstudium

Bettina Hofmann-Käs

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung. Hartmann von Aue: Gregorius

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mi 10–12, B 106                               Beginn: 18.10.2000   

Dieses Seminar setzt zwei gleichwertige Akzente, nämlich sowohl einen sprachhistorischen als auch einen literaturwissenschaftlichen. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt vermittelt. Gleichzeitig sollen die TeilnehmerInnen Kenntnisse über die mittelhochdeutsche Dichtung erlangen und zur Interpretation derselben befähigt werden. Als Textgrundlage dient uns in diesem Seminar die epische Verserzählung Gregorius des Hartmann von Aue. Diese Erzählung von Gregorius entstand am Ende des 12. Jahrhunderts und beruht auf einer altfranzösischen Dichtung. Thematisiert werden Sünde, Buße und Gnade – vor allem gilt es, das vielschichtige und zentrale Thema der Minne zu analysieren. Voraussetzung für den Erwerb eines qualifizierten Scheines dienen regelmäßige Teilnahme u. Mitarbeit sowie das Bestehen der Klausur am Seminarende.

LITERATUR: Hartmann von Aue: Gregorius, Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch, (Reclam) Stuttgart 1963.

Beate Martin

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur. Herzog Ernst

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Di 14–16, C 30                              Beginn: 17.10.2000

Das Spielmannsepos Herzog Ernst gehört zu den beliebtesten Erzählungen des hohen und späten Mittelalters, da es orientalisch-märchenhafte mit ritterlich-höfischen Elementen verknüpft und dadurch eine spannende Reisebeschreibung entstehen lässt.

Wir werden den zu Unrecht vertriebenen Herzog Ernst auf seiner phantastischen Reise durch exotische Länder begleiten, den dort lebenden Kranichleuten, Zyklopen und Platthufen begegnen und schließlich Zeugen der sieghaften Rückkehr und Rehabilitierung des Helden sein. Bei der Lektüre soll unser besonderes Interesse der Wahrnehmung des Fremden und seiner “Zähmung” durch die Integrierung ins eigene, ritterliche Weltbild gelten.

LITERATUR: Herzog Ernst. Ein mittelalterliches Abenteuerbuch. Hg. v. Bernhard Sowinski. Stuttgart: Reclam 1989. Grundlage für die Klausur ist außerdem das Skript zum Proseminar, das Sie in der ersten Sitzung erwerben können.

Dr. Jörg Riecke

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur. Wernher der Gartenaere

Proseminar                              L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 14–16, C 26                              Beginn: 16.10.2000

In diesem Proseminar werden Grundkenntnisse der Sprachgeschichte und der mittelalterlichen Literatur vermittelt. Der Schwerpunkt liegt in mittelhochdeutscher Zeit. Wir lesen gemeinsam den “Helmbrecht” des Wernher der Gartenaere.

Der Leistungsnachweis erfolgt durch eine Klausur am Ende des Semesters.

Textgrundlage: Wernher der Gartenaere, Die Märe vom Helmbrecht, hg. v. F. Panzer, 6. neubearb. Aufl. bes. v. K. Ruh, Tübingen 1960 (ATB 11).

Zur einführenden Lektüre sei zudem empfohlen: Hilkert Weddige, Einführung in die germanische Mediävistik, 3. Aufl., München 1997 und ders., Mittelhochdeutsch. Eine Einführung, 3. Aufl., München 1999.

Hauptstudium

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer, Prof. Dr. Helmut Meinhardt, N.N.

Interdisziplinäres Lektüre‑Seminar – Philosphie – Mediävistik – Theologie:
Das St. Trudperter Hohelied (um 1160), eine mittelhochdeutsche Bearbeitung des Hohen Liedes aus dem Alten Testament der Bibel.

Haupt/Oberseminar                              L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS

Do 10–12, C 210                              Beginn: 19.10.2000

Voraussetzung für Germanisten für die Teilnahme: erfolgreich bestandene Zwischenprüfung in Germanistik, Lateinkenntnisse.

Gemeinsame Lektüre mit Übersetzung und Interpretation des mhd. Textes auf der Grundlage der theologisch-philosophischen Ausdeutungen eines Liebesdialogs aus dem Alten Testament in den theologischen Traditionen des Mittelalters.

Texte: Das St. Trudperter Hohelied. Eine Lehre der liebenden Gotteserkenntnis. Hrsg. von Friedrich Ohly unter Mitarbeit von Nicola Kleine. Frankfurt am Main, Deutscher Klassiker Verlag 1998. (Die maßgebliche Ausgabe, mit neuhochdeutscher Übersetzung und ausführlichem Kommentar.) Das Hohe Lied: in jeder Ausgabe des Alten Testaments.

Einführende Literatur: in der o.g. genannten Textausgabe von Friedrich Ohly, Kurt Ruh, Geschichte der abendländischen Mystik. Bd. 2: Frauenmystik und Franziskanische Mystik der Frühzeit. Bd. 2. München, Beck 1990 — Friedrich Ohly, Hohelied-Studien. Grundzüge einer Geschichte der Hoheliedauslegung des Abendlandes bis um 1200. Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 1958 — Friedrich Ohly, Gebärden der Liebe zwischen Gott und Mensch im St. Trudperter Hohelied. In: Wiss. Jahrbuch der Görres-Gesellschaft 34 (1993), S. 9–31.

Dr. Jörg Riecke

Der Ackermann aus Böhmen

Hauptseminar                              L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 16–18, B 106                              Beginn: 16.10.2000

Der Ackermann aus Böhmen gilt heute meist als Modellfall einer Gerichtsrede. Ein Witwer klagt den Tod an, ihm seine geliebte Frau geraubt zu haben. In einem rhetorischen Meisterstück wird eine causa in zwei Denkmöglichkeiten aufgespalten: Der Tod als gottgelenkte Naturgesetzlichkeit und der Tod als Vernichter des unersetzlichen, gottgeschaffenen Einzeldaseins. Am Ende spricht Gott als Richter sein Urteil. Die Zahl der Interpretationen, die Kontroversen über Fragen der Herkunft, der Rhetorik oder Funktion des Werkes sind nicht mehr zu übersehen. Das Hauptseminar will einen roten Faden durch die Forschungslandschaft knüpfen und sich der “schwierigen Modernität” des Ackermanns annähern. Bei Interesse können auch weitere Texte aus dem Bereich der “deutsch-tschechischen Literatur” herangezogen werden. Über Ausgaben und Übersetzungen informiert der Artikel “Johannes von Tepl” im Verfasserlexikon.

Literatur: Gerhard Hahn, Die Einheit des Ackermann aus Böhmen. Studien zur Komposition, München 1963. – Christian Kiening, Schwierige Modernität. Der ‘Ackermann’ des Johannes von Tepl und die Ambiguität historischen Wandels, Tübingen 1998.

Nebenfach Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik

Prof. Dr. Henning Lobin

Grundlagen der Computerlinguistik

Einführungsseminar (VL + Übung)

Di 14–16, G 25                              Beginn: 17.10.2000

Dieser Kurs soll die Teilnehmer mit einem Bereich vertraut machen, dessen besonderer Reiz in seiner verbindenden Stellung zwischen den Geisteswissenschaften und technisch-mathematischen Disziplinen besteht. Die für den wissenschaftlichen Umgang mit Sprache notwendige Intuition trifft hier auf formale Methoden, die ihre Wurzeln in der Logik und der Informatik haben. Gleichwohl bedeutet dies nicht, daß die Computerlinguistik lediglich eine Übertragung traditioneller linguistischer Methoden auf den Computer ausmacht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache unter Zuhilfenahme eines automatischen Symbolverarbeitungssystems, wie der Computer es ist, hat in vielen Bereichen zur Entwicklung neuer Theorien, zur Analyse besonders komplizierter Zusammenhänge und zur Verwendung genauerer Formalismen geführt, die längst auch ihrerseits auf die Linguistik Einfluß ausüben. Obwohl der Bereich ‚Computerlinguistik‘ heißt, steht also der Computer keineswegs allein im Zentrum. Es geht um eine Linguistik, oder – genereller – um eine Art der Informationsverarbeitung, bei der durch und in Hinsicht auf den Computer Sprache und Kommunikation in einer anderen Perspektive erscheinen.

LITERATUR: J. Allen 1995: Natural Language Understanding. Redwood City: Cummings, 2nd ed. – H. Lobin 1999: Informationsmodellierung in XML und SGML. Berlin/Heidelberg: Springer.

N.N.

Informatik I

Vorlesung                              4 SWS, Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.

N.N.

Übungen zu Informatik I

                              2 SWS, Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.

Prof. Dr. Henning Lobin

Übung zu Grundlagen der Computerlinguistik

Übung                   

Mi 12–14, B 26                              Beginn: 18.10.2000

Georg Rehm, M.A.

Programmierpraktikum: Linux und Texttechnologie

Pro‑/Hauptseminar 

Do 14–18, B 26                              Beginn: 19.10.2000

Siehe “Deutsche Sprache Grundstudium”.

Prof. Dr. Henning Lobin

Natürlichsprachliche Systeme

Hauptseminar

Di 16–18, G 25                              Beginn: 17.10.2000

In diesem Seminar werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer natürlichsprachliche Systeme aus verschiedenen Anwendungsbereichen kennenlernen. Sprach- und texttechnologische Kompetenz ist inzwischen in eine Vielzahl komplexer Software-Systeme integriert worden. im Seminar werden vor allem die Bereiche der Maschinellen Übersetzung, der natürlichsprachlichen Steuerung, der automatischen Inhaltsauswertung von Texten, der automatischen Textgenerierung herangezogen. Die Behandlung derartiger Systeme bezieht sich auf das Verständnis der generellen Funktionsweise, die Systemarchitektur und die Realisierung sowie die Analyse der Einbettung in einen funktionalen Tätigkeitszusammenhang. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird die Bereitschaft zur Übernahme eines Referats erwartet sowie die aktive Mitarbeit im Seminar. Zu Semesterbeginn wird ein Reader zur Verfügung gestellt, der die Textgrundlage für das Seminar bilden wird.

N.N.

Datenbanksysteme

Hauptseminar                              2 SWS, Zeit und Ort wird noch bekannt gegeben.

Vergleichende Sprachwissenschaft

Daniel Kölligan, M.A.

Einführung in die Sprache Homers

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.

Do 14–16, C 30                              Beginn: 19.10.2000

Die Sprache der homerischen Epen soll in diesem Kurs systematisch in den Bereichen Laut- und Formenlehre behandelt werden. Folgende Gesichtspunkte sollen dabei im Vordergrund stehen: 1. Der sprachhistorische Anschluß des Griechischen an die indogermanische Grundsprache. 2. Die Darstellung der verschiedenen Schichten der epischen Sprache. 3. Die Abgrenzung gegen das klassische Attische des 5. Jahrhunderts. Es sollen ausgewählte Stücke aus Ilias und Odyssee gelesen und sprachhistorisch kommentiert werden. Grundkenntnisse des Altgriechischen sind Voraussetzung. Ein Leistungsnachweis kann durch ein Referat erworben werden.

LITERATUR: Ruipérez, Martin S. 1999: Anthologie Ilias und Odyssee. Wiesbaden: Reichert. Weitere Literatur wird in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Daniel Kölligan, M.A.

Historische Grammatik des Althochdeutschen

Proseminar                              L3, Mag.,Prom.

Do 16–18, C 30                              Beginn: 19.10.2000

Siehe “Deutsche Sprache Grundstudium”.

Prof. Dr. Ralf-Peter Ritter

Der Lehnwortschatz des Deutschen

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10–12, C 30                              Beginn: 18.10.2000

Siehe “Deutsche Sprache Grundstudium”.

Prof. Dr. Ralf-Peter Ritter

Einführung in die Sprachtypologie

Proseminar                              L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 14–16, C 30                              Beginn: 18.10.2000

Siehe “Deutsche Sprache Grundstudium”.


 


Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literaturwissenschaft

Die einzelnen Veranstaltungen sind den drei folgenden Schwerpunkten zugeordnet: Theorie und Methoden der Literaturwissenschaft (a), Literatur und Geschichte (b) und Ästhetische Theorie, Poetik, Literaturtheorie (c).

Vorlesungen

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Epochenzyklus VI: Realismus und Naturalismus

Vorlesung (b,c)                              L1, L2, L3, Mag., Prom., DaF, HF/NF, AVL, GH

Di 16-18, A1                              Beginn: 17.10.2000

Die Überblicksvorlesung behandelt den deutschen Realismus und Naturalismus im europäischen Kontext.

Zur Vorbereitung empfehle ich die einschlägigen Beiträge zum Realismus und Naturalismus in: Neues Handbuch der Literaturwissenschaft, hg. v. K. v. See, Bd. 17: Europäischer Realismus, Bd. 18: Jahrhundertende – Jahrhundertwende I. Ein Vorlesungsprogramm wird zu Anfang der Vorlesung verteilt.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Einführung in das Studium der allgemeinen und vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft

Vorlesung (a, b)                              AVL, L1,L2,L3,L5, Mag., DaF, DTM, Geist

Mi 10–12 A3                              Beginn: 18.10.2000

Die Vorlesung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden des Faches Komparatistik; sie richtet sich aber auch an Studierende der NDL oder anderer geisteswissenschaftlicher Fächer, die sich für übergeordnete literatur- und kulturwissenschaftliche Fragestellungen und Theorieansätze interessieren.

Gegenstand der Vorlesung ist ein Überblick über Kernbereiche der Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft: Vergleichende Literatur- und Kulturgeschichte (Thematologie; Mythosforschung; Analogiestudien; Gattungstheorie und Gattungsgeschichte; Periodisierung und vergleichende Epochenforschung) und Literatur- und Kulturtheorie (Literarische Wertung und Kanonbildung; Theorie und Praxis literarischer Übersetzung; Theorien interkultureller Vermittlungsprozesse, Intertextualität, Intermedialität).

All diese Bereiche werden in der Vorlesung exemplarisch behandelt. Eine Lektüreliste wird zu Beginn ausgegeben.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Unverzichtbares II. Teil

Vorlesung (b, c)                              L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF, DaF, DTM

Do 14-16, 2 st., A 3                              Beginn: 19. 10 .2000

Wer Deutscher oder Europäer sein will, muß Bestimmtes kennen, was zum Grundbestand der Orientierung gehört. In dieses Netz können dann differenzierend weitere Stücke eingefügt werden. Ich versuche eine Darstellung der Entwicklung des europäischen Denkens, perspektiviert auf eine Literaturwissenschaft, die sich als lebensweltrelevante Kulturwissenschaft versteht, also ihre wirkliche Verwendung im Leben nicht vergisst. Die Vorlesung setzt fort, was im letzten Semester begonnen wurde. Sie kann auch besucht werden von Interessierten, die hier nicht dabei waren. Es gibt ein handout, das teils neudeutsch das im Sommersemester Vorgetragene zusammenfasst. Es kann in Form einer (unkorrigierten) Diskette bei mir geholt werden.

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Drama und Theater von der Reformation bis zur Aufklärung

Vorlesung (b, c)                              L1, L2, L3, Mag.,Prom., AVL, DTM, HF/NF, GH, DaF

Mi 12–14, A 2                              Beginn: 18. 10. 2000

Geboten wird ein Überblick über die Formen und Funktionen des Dramas in der Frühen Neuzeit. Die Veranstaltung folgt dabei nicht der im Titel angedeuteten Entwicklung, sondern beginnt umgekehrt im späten 18. Jahrhundert, wo sich mit der Übernahme von Elementen aus dem Theater Shakespeares die bis dahin geltenden klassizistischen Normen verändern; im Ausgang vom >Sturm und Drang< werden jene die Poetik, Dramaturgie und Gattungstypik der Aufklärung und des Barock bestimmenden Konventionen dann in ihrer Entstehung, Wandlung und Wirkung zurückverfolgt, wobei exemplarische Textanalysen das Themenspektrum entfalten und (das ist wörtlich zu nehmen) Anschaulichkeit garantieren. Die Anknüpfungspunkte verlieren sich im Theater des 16. Jahrhunderts, das in seiner volkssprachlich-religiösen und humanistisch-gelehrten Variante vorzustellen ist. – Ein detailliertes Vorlesungsprogramm, das am Beginn der Vorlesung zur Verfügung steht, ermöglicht das Mit- oder Nachlesen der behandelten Werke, deren Kenntnis jedoch nicht vorausgesetzt wird.

Prof. Dr. Christine Lubkoll / Prof. Dr. Günter Oesterle

Ringvorlesung zum Graduiertenkolleg 'Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext. Die ästhetische Erfindung der Moderne in Literatur, Bildender Kunst, Musik und Alltagskultur.'

Ringvorlesung (b,c)                              AVL, Mag., L1, L2, L3, L5, Prom., DaF, DTM

Mo 18-20, A4                               Beginn: 13.11.2000

Proseminare

Dorette Ahlbrecht M.A. / Dr. Christine Haug

Bibliographisches Wissen: der richtige Umgang mit literarischen Bibliographien, Nachschlagwerken. Lexika und Handbüchern

Proseminar (a)                              MAG., L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF, Prom.

Mo 14-16, B33                              Beginn: 16.10.2000

Der schnelle zeit- und arbeitsökonomische Zugriff auf die relevante Literatur stellt einen nicht weniger wichtigen Arbeitsschritt für Ihre Hausarbeiten dar wie die schriftlichen Ausführungen selbst. Das Seminar bietet den Teilnehmern die Möglichkeit einer gründlichen Einarbeitung in die verschiedenen Typen von Bibliographien (Allgemeinbibliographien, Fachbibliographien, Zeitschriftenbibliographien, Literaturrecherche im Internet, usw.), literarischen Handbüchern, Kommentaren und Lexika. Mit zahlreichen praktischen Übungen sollen Sie in eine sinnvolle Literaturrecherche eingewiesen werden, die sich eben nicht nur auf die elektronischen Datenbanken und Bibliothekssysteme beschränkt.

Zudem werden wir uns sowohl mit der Geschichte der Bibliographien als auch beispielhaft mit der Bedeutung von literarischen Bibliographien für die Literatur- und Kulturgeschichte auseinander setzen.

Thematisiert werden auch grundlegende Fertigkeiten des literaturwissenschaftlichen Arbeitens. Das Seminar wird mit einer Klausur abgeschlossen.

Literatur.: Hans-Albrecht Koch: Die Welt der Information. Stuttgart 1990; Wolfgang Rasch: Gutzkow-Bibliographie. 2 Bde. Bielefeld 1998. Hansjürgen Blinn: Informationshandbuch deutsche Literaturwissenschaft. 3. neu bearb. u. erw. Aufl. Frankfurt 1994.

Stephanie Waldow

Einführung in die vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft

Proseminar (b)                              AVL, L3, Mag, DTM

Di 14-16, B33                              Beginn: 17.10.2000

Diese Einführung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die das Fach ‚Allgemeine und vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (Komparatistik) im Haupt- oder Nebenfach studieren. Darüber hinaus ist die Veranstaltung offen für alle Interessierten. Das Seminar dient der Einführung in die Methoden der Komparatistik. Es werden grundsätzliche Fragestellungen thematisiert. Darüber hinaus gibt es folgende Themenschwerpunkte: 1. Thematologie (am Beispiel des Antigone-Stoffs); 2. Gattungsgeschichte im übernationalen Vergleich (am Beispiel der Novelle); übergreifende Probleme der Epochengeschichtsschreibung (am Beispiel der ‚europäischen Romantik‘).

Literatur: Hendrik Birus: Germanistik und Komparatistik. DFG-Symposium 1993. Stuttgart 1995; Peter von Zima: Komparatistik. Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft. Tübingen 1992; Georg Steiner: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. München 1990; Hugo Aust: Novelle. Stuttgart1990; Gerhard Hoffmeister: Deutsche und europäische Romantik. Stuttgart 1990.

Christiane Holm M.A. / Peter Schlagetter-Bayertz

Tischbeinjahr 2001 - Museumspädagogische Arbeit in Haina

Block-Proseminar, Vorbesprechung und Anmeldung am 27.10.2000, 14 Uhr c.t., Raum: 128

Termine: 27.01., 3.2. und 4.2.2001, Teilnahmebeschränkung: 20

Spätestens seit Andy Warhols Popversion der Ikone deutscher Dichtung, aber besonders nach dem vergangenen Goethejahr ist Johann Heinrich Wilhelm Tischbeins Goethe-Porträt präsenter denn je: Das Profil mit Hut findet sich als Gütesiegel mit hohem Wiedererkennungswert auf allen erdenklichen Angeboten in Kultur und Konsum.

Im Jahr 2001 soll in Tischbeins Geburtsort, im hessischen Haina, der 250. Geburtstag des ‘Goethemalers’ dazu genutzt werden, die bislang in der Öffentlichkeit unterrepräsentierten Teile seines Werkes in den Blick zu nehmen: nämlich gerade die “in launigen Nebenstunden” entstandenen abseitigen, zugleich naiven und versponnenen zeichnerischen und dichterischen Arbeiten. Tischbeins Geburtsort, ein ehemaliges Zisterzienserkloster, bietet ein interessantes Museumsspektrum. Erstens wird das Geburtshaus des “malenden Dichters”, wie ihn die Zeitgenossen Goethe und Schopenhauer nannten, gerade als Tischbeinmuseum eingerichtet. Zweitens wird sich die Ausstellungsreihe des Klosters 2001 dem Haina der ‘Goethezeit’ widmen. Und drittens dokumentiert das Psychiatriemuseum vor Ort die Geschichte des Hospitals Haina, das zu Tischbeins Zeiten als “Tollenkloster” zu einer touristische Attraktion wurde.

Das interdisziplinär angelegte Seminar soll zunächst Haina als prägenden Ort für Tischbeins künstlerisches Selbstverständnis erschließen und seinen Konzeptionen von Kunst und Leben im Zeichen des Privaten nachgehen. Auf dieser Basis sollen vor Ort Vermittlungsangebote für unterschiedliche Zielgruppen erarbeitet, diskutiert und schließlich umgesetzt werden. Das Seminar eignet sich sowohl für Magisterstudierende, die Praxiserfahrungen sammeln möchten, als auch für Lehramtsstudierende, die daran interessiert sind, sich neue sogenannte “außerschulischen Lernorte” zu erschließen.

Zu Beginn des Seminars ist ein Reader erhältlich. Zum Einlesen werden folgende Ausstellungskataloge empfohlen: Johann Heinrich Wilhelm Tischbein. Goethes Maler und Freund. Hg. v. Hermann Mildenberger. Neumünster 1986; 800 Jahre Haina. Kloster - Hospital - Forst. Hg. v. LWV Hessen. Kassel 1986.

Dr. Joachim Jacob

Kurze Texte

Proseminar (b,c: GS)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom, DaF

Mittwoch 8.30-10, B31                              Beginn: 18. 10. 2000

Die Länge von Texten scheint ein sehr banales Kriterium ihrer Beschreibung zu sein. Und doch ist die "Kürze" eine eigene rhetorische und literarische Qualität, die in einer Vielzahl von zum Teil sehr alten Formen und Gattungen bis in die Moderne hinein stilbildend geworden ist: biblische Gleichnisse, Fabel, historische Anekdoten, romantisches Fragment, Epigramm, moderne Kurzgeschichte und anderes mehr. Im Seminar soll einigen der genannten Formen in ihrer literarischen Umsetzung nachgegangen werden wie auch poetologische Texte zu ihrer Reflexion gelesen werden. Denn kurze Texte sind nicht nur schön, weil man sie schnell lesen, sondern auch, weil man lange über sie nachdenken kann.

Literatur: Zur Vorbereitung empfohlen: André Jolles, Einfache Formen, Tübingen 71999

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Die Fabel als gesellschaftlich vermittelte Gattung

Proseminar (b)                               L1,2,3,5, AVL, Mag., Prom., HF/NF

Mo 14 – 16, B 9                              Beginn: 16. 10. 2000

Die Fabel ist seit der Antike eine Gattung, die besonders eng in ihre jeweilige gesellschaftliche Umgebung verflochten ist. Gerade weil oft immer dieselben Motive verwandt wurden, kann man in den Variationen geschichtliche Entwicklungen ablesen. Es soll ein Überblick von den Anfängen bis in die Gegenart erarbeitet werden.

Literatur: Leibfried, Fabel, Sammlung Metzler – Leibfried, Fabel, c.c.buchners – Leibfried/Werle, Texte zur Theorie der Fabel, Sammlung Metzler

Stephanie Wodianka

Geschichte(n) des Todes

Proseminar (b)                               L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, DaF

Mi 8.30 - 10.00, B 128                              Beginn: erste Semesterwoche

Die Einstellung des Menschen zum Tod hat eine Geschichte und schreibt Geschichten. Im Rahmen des Seminars soll Zusammenhängen von Tod und Literatur nachgegangen werden - inwiefern spiegelt sich die Geschichte des Todes in der Geschichte der Literatur wider? Dabei kommt der Tod als Thema, Motiv und Anlaß von Literatur zur Sprache, ist aber auch in seiner historischen Bedeutung für Individualitätsbewußtsein, Zeiterfahrung und Selbstbild zu untersuchen.

Der Tod soll dem Seminar als Leitfaden dienen bei einem Gang durch die Literaturgeschichte von der Frühen Neuzeit bis ins 20. Jahrhundert und in seinen literarischen Facetten von Grünlich bis Schwarz, als Lust und Schrecken, Imaginäres und Konkretes, Spektakel, Kollektivschicksal und individuelles Ende betrachtet werden. Dabei sind Testamente und Todesanzeigen, Grabschriften und Meditationen, bildliche Darstellungen und Totengespräche ebenso als Untersuchungsmaterial heranzuziehen wie Gedichte, Dramen und erzählende Literatur.

Die Bereitschaft zur regelmäßigen Lektüre wird vorausgesetzt - ein Handapparat mit näheren Informationen zum Seminarprogramm sowie der zugrundezulegenden Literatur wird ab Anfang Oktober in der Fachbereichsbibliothek zu finden sein.

Dr. des. Stephan Jaeger

Die Geschichte des Lesers in Literatur und Theorie der Neuzeit

Proseminar (b, c)                              AVL, Mag., DaF, DTM, L3

Di 12-14, B128 17.10. bis 05.12.2000 sowie Wochenendblock 17. bis 19.11.2000

Die Kulturtechniken des Lesens erfahren in der Renaissance tiefgreifende Veränderungen, durch die der Begriff des Lesers qualitativ neu besetzt wird. Doch welchen Lesers? Was ist eigentlich der Leser? Gibt es einen bestimmten Leser? Bestimmt sich dieser aus dem Text, aus seiner Zeit oder aus der Disposition eines unabhängigen Lesesubjekts? Wieviel Freiheiten hat der Leser? Entschlüsselt er Texte, versteht er sie, vergewaltigt er sie, oder nutzt er sie? Wie wird seine Sympathie gelenkt? Gibt es einen männlichen Leser und eine weibliche Leserin? Ist der Tod des Autors die Geburt des Lesers, oder sind sie Zwillinge?

Das Seminar erarbeitet in einer Eingangssequenz von fünf Sitzungen zur Literaturtheorie (Rezeptionsästhetik, Semiotik, Intertextualitätstheorie, kognitive Rezeptionsforschung u. Dekonstruktion) die Möglichkeiten des Lesers in und außerhalb von Texten.. Es schließt sich ein Intensiv-Block vom 17. bis 19. November (Fr. 14-18 Uhr; Sa, So jew. 10-16 Uhr) an, in dem für die Entwicklung des Lesers markante Zeiträume untersucht werden: die Renaissance (mit Texten von Montaigne, Shakespeare u.a.), Aufklärung/Romantik (Sterne, Jean Paul, F.Schlegel, Novalis, Brentano), die ‚klassische Moderne‘ (Nietzsche, Proust, Kafka, Woolf) und die sogenannte Postmoderne (Eco, Calvino, Bernhard, Goetz). Abschließend folgen drei Theorie und Geschichte konfrontierende Sitzungen. Die Auswahl der Autoren kann je nach Interesse der Teilnehmer variiert werden.

Dr. Johannes F. Lehmann

Glücksvorstellungen - Glücksdarstellungen: von der Aufklärung bis zum 20. Jahrhundert.

Proseminar (b,c)                               L1, L2,L3,L5,Mag.,DTM, DaF

Di 12-14 B31                              Beginn: 17.10.2000

In der Aufklärung wird irdisches Glück und seine Realisierung zum zentralen Thema, zum Programm und zur Legitimationsinstanz für gesellschaftliche und politische Modernisierungen. Was dies Glück aber sei, und wie man es erreicht, war (und ist) unklar. Über Inhalte und Strategien des Glücks muß demnach kommuniziert werden, und dies geschieht nicht nur in der Philosophie, sondern - seit dem 18. Jahrhundert verstärkt- im Medium der Literatur.

Ziel des Seminars ist es, anhand von Prosatexten eine Literaturgeschichte der verschiedenen, konkurrierenden und sich wandelnden Glücksvorstellungen zu erarbeiten. Gleichzeitig soll nach den narrativen Strukturen und Mustern der Darstellung von Glück gefragt werden. Inwiefern sind es narrative oder gattungstypologische Muster, die die Glücksvorstellungen strukturieren? In welchem Verhältnis stehen reales und erzähltes Leben? Welche Rolle spielt das glückliche Ende? Wir werden versuchen, motiv- und diskursgeschichtliche Glücksforschung mit erzähltheoretischen Fragen zu verbinden.

Literatur: Michael Winter, Lebensläufe aus der Retorte. Glück und Utopie, in: Zeitschrift für Literaturwissenschaft und Linguistik 50 (1983), S. 48 - 69. Heinrich Bosse, Geschichten, in: Bosse/Renner (Hg.): Literaturwissenschaft. Einführung in ein Sprachspiel, Freiburg 1999, S. 299 - 320. Als Strandlektüre sei empfohlen: Daniel Defoe, Robinson Crusoe.

Dr. Britta Herrmann

Haiti 

Proseminar (b,c)                              L3, Mag., DTM, DaF, AVL

Mi 10-12 B31                              Beginn: 18.10.2000

Um 1800 wird Haiti ein Thema der deutschsprachigen Literatur. Zwischen Philosophie, Rei­seliteratur und fiktiven Erzählungen richtet sich der Blick auf das 'Andere' des weißen Euro­päers, das dabei in immer wechselnden Gestalten auftritt: als Wilder (edel oder bestialisch), als Natur, als Frau. Im Kontext von Kolonialismus und Revolution, Rassen- und Geschlech­terdiskursen, Politik und Ökonomie, Ästhetik und Anthropologie bilden sich narrative Muster heraus, die bis ins 20. Jahrhundert hinein die kulturelle Eigenwahrnehmung strukturieren und standardisierte Modelle von 'Alterität' etablieren. In der Auseinandersetzung mit Texten u.a. von Andreas Georg Friedrich von Rebmann, Heinrich Zschokke, Theodor Körner, Heinrich von Kleist, Anna Seghers, Heiner Müller, Hans Christoph Buch, Hubert Fichte sollen Formen kultureller Repräsentation analysiert sowie die intertextuellen Verfahren und die jeweiligen (historischen, philosophischen, naturwissenschaftlichen) Kontexte erarbeitet werden.

Literatur: Herbert Uerlings, Poetiken der Interkulturalität. Haiti bei Kleist, Seghers, Müller, Buch und Fichte. Tübingen 1997 (Seminarapparat). – Urs Bitterlie, Die 'Wilden' und die 'Zivilisierten'. Grundzüge einer Geistes- und Kulturgeschichte der europäisch-überseeischen Begegnung. München1991 (Kopiervorlage).

Dr. Thomas Borgard

Literatur und Theorie des Politischen: Der “Staatsroman” der Aufklärung

Proseminar (b, c)                              L3, Mag., Prom., NF, DTM

Mi 14-18, B 128 (14tg)                              Beginn: siehe Aushang

In dem Seminar werden folgende Romane untersucht: Johann Gottfried Schnabel: Insel Felsenburg (1742), Albrecht von Haller: Fabius und Cato (1774), Christoph Martin Wieland: Geschichte der Abderiten (1774) und Johann Carl Wezel: Belphegor, oder die wahrscheinlichste Geschichte unter der Sonne (1776). Die Entwicklung der politischen Theorien, auf welche sich die genannten Texte in unterschiedlicher literarischer Ausprägung beziehen, wird im 18. Jahrhundert von einer empirisch veränderten Wahrnehmung der Naturgegenstände begleitet. Je mehr die Ablösung vom theologischen Ursprungsdenken voranschritt, um so stärker rückten die sozialen Formen der Herrschaft in den Blickpunkt des Interesses. In seiner Begründung von Normativität hob das Naturrechtsdenken die logische Unterscheidung von Sein und Sollen (Hume) tendenziell auf. Doch die optimistische Anthropologie kontrastierte mit der menschlichen Eigenschaft, Ungleichheit zu bewirken, im extremen Fall sogar durch die Tötung des Artgenossen. Neben der Möglichkeit des Krieges mußten die Erfahrungen der Konfrontation mit den “primitiven” Kulturen in die methodische Konstruktion des Sozialen eingearbeitet werden. Hier beginnt die Literatur ihr Potential zu nutzen, den Unterschied zwischen Möglichem und Wirklichem zu thematisieren. Dabei erhellen die fiktiven Räume wiederum die sozialen Rollenzuschreibungen der Autoren im Gefüge von Zwecken und Folgen menschlichen Handelns in der Aufklärungsepoche.

Literatur  Es wird empfohlen, sich in den Semesterferien auf mindestens einen der genannten Texte vorzubereiten. Hinweise zur Verfügbarkeit der Texte erfolgen mit Beginn der Semesterpause per Aushang (B 132 oder B 137). Das Seminar setzt Lesefreude und Bereitschaft zu regelmäßiger Mitarbeit sowie Interesse an fachübergreifenden Fragestellungen voraus. Zur Orientierung empfehlen sich Reinhart Koselleck: Kritik und Krise. Eine Studie zur Pathogenese der bürgerlichen Welt. Frankfurt/M. 1973, S.18-32; Panajotis Kondylis: Montesquieu und der Geist der Gesetze. Berlin 1996. Eine ausführliche Literaturliste wird zu Seminarbeginn bereitgestellt.

Udo Roth

Natur und Naturverständnis in der Lyrik der Aufklärung (Naturlyrik von Haller bis Goethe)

Proseminar (b,c)                              alle Studiengänge 

Do 12-14, B128                               19.10.2000

Für kaum eine andere Epoche lässt sich der Einfluss der Naturwissenschaften und deren Popularisierung auf die Literatur deutlicher konstatieren als für das Zeitalter der Aufklärung. Insbesondere in Deutschland bildete sich im Gefüge naturwissenschaftlicher, theologischer und philosophischer Lehren eine an der Physikotheologie orientierte hymnische Dichtung aus, welche einerseits um eine Aussöhnung zwischen religiösen Bedürfnissen und neuer Naturerkenntnis sich bemühte, andererseits jedoch wesentlich zur Verbreitung neuer naturwissenschaftlicher Erkenntnisse beitrug. Das Seminar will versuchen, die Charakteristika dieser vielfältigen Beziehungsgeflechte zwischen (Natur-)Wissenschaft und Literatur speziell anhand der Lyrik der Jahre 1720 bis 1780 zu verifizieren. Im Mittelpunkt stehen dabei Gedichtzyklen von Albrecht von Haller (“Die Alpen”, 1732), Barthold Heinrich Brockes (“Irdisches Vergnügen in Gott”, 9 Bde., 1721-1748) und Friedrich von Hagedorn (“Oden und Lieder”, 1747), der Blick wird jedoch auch auf die Lyrik Günthers, Klopstocks, Gellerts, Lessings, Ewald von Kleists, Goethes u.a. gelenkt werden. Eine Auswahl der zu behandelnden Gedichte, besonders aus dem schier unübersehbaren Zyklus Brockes’, soll in der ersten Sitzung unter Mitwirkung der Seminarteilnehmer erstellt werden.

Literatur: Karl Richter: Literatur und Naturwissenschaft. München 1972 – Hans-Georg Kemper: Deutsche Lyrik der frühen Neuzeit. Bd. 5/I: Aufklärung und Pietismus, Bd. 5/II: Die Frühaufklärung. Tübingen 1991 – Erwin Morgenthaler: Von der Ökonomie der Natur zur Ökologie. Berlin 2000

Guido Naschert, M. A.

Macht und Moral in Schillers Dramen

Proseminar (b,c)                               alle Studiengänge

Mi. 12-14, B24                              Beginn: 18.10.2000

Im Wiener Burgtheater wird aus aktuellem Anlaß die Verschwörung des Fiesco zu Genua aufgeführt. Wenngleich Schiller politisch intervenierendem Theater reserviert gegenübersteht, liefert er von den Räubern (1781) bis zum Demetrius-Fragment (1804/05) beeindruckende Analysen und Bewertungen von Machtkämpfen. Um diese historisch angemessen und begrifflich differenziert beschreiben zu können, werden im ersten Teil des Seminars neuzeitliche und moderne Theoretiker von Machiavelli bis Foucault auszugsweise einbezogen. Drei Aspekte stehen dabei im Vordergrund: 1) die Begriffe und Strategien der Macht, 2) der Machtmensch und seine Maximen, 3) die Probleme einer moralischen Kritik der Macht. Im zweiten Teil werden einzelne Dramenkonflikte analysiert und der Wandel nachvollzogen, den Schillers Beschäftigung mit der Macht unter dem Eindruck der Französischen Revolution von den frühen (Räuber, Fiesco, Don Carlos) zu den späten Stücken (Wallenstein, Maria Stuart) erfahren hat. Die politische Macht zeigt sich dabei zunehmend abhängig von übergeordneten Instanzen (Natur, Geschichte, moralisches Gewissen), die die handelnden Figuren vielleicht durchschauen, aber nicht beeinflussen können.

Literatur: D. Jöns: Das Problem der Macht in Schillers Dramen von den ‘Räubern’ bis zum ‘Wallenstein’, in: Dt. Literatur zur Zeit der Klassik, hg. v. K. O. Conrady, Stuttgart 1977, S. 76-92. - Verantwortung und Utopie. Zur Literatur der Goethezeit. Ein Symposium, hg. v. W. Wittkowski, Tübingen 19l88. - Schiller und die höfische Welt, hg. v. A. Aurnhammer, K. Manger, Fr. Strack, Tübingen 1990, S. 301ff.

Barbara Thums

Erzählungen der Romantik

Proseminar (b,c GS)                              Mag, L1, L2, L3, L5, DTM, NF, DaF

Do 10-12 B24                              Beginn: 19.10.2000

Ausgehend von Erzählungen der Romantik werden in diesem Seminar grundlegende Themen, poetologische Reflexionen und literarische Formen der Epoche erarbeitet. Dabei kommen Problematisierungen des Ich (Aufbrechen der Grenzen des Ich, die ‚Nachtkomponente‘ des Ich, Entfremdung von Ich und Welt) ebenso in den Blick wie Vorstellungen von Natur und Gesellschaft (als mythische oder märchenhafte Organismen, Natur als Chiffernschrift und verschlingendes Ungeheuer, Gesellschaft als ‚tolle‘ Welt oder schuldhafte Gemeinschaft). Außerdem werden leitende Erzählkonzepte wie Mythos, Märchen, Phantastik, Arabeske und Groteske theoretisch zu hinterfragen und in ihren unterschiedlichen Spielarten zu bestimmen sein. Gelesen werden Texte von L. Tieck, C. Brentano, Jean Paul, E.T.A. Hoffmann, A.v. Arnim, J.v. Eichendorff, F. Motte-Fouqué und A.v. Chamisso. Nähere Informationen zur Textauswahl befinden sich ab Juli in einem Handapparat in der Fachbereichsbibliothek.

Literatur: Gerhard Schulz: Die deutsche Literatur zwischen Französischer Revolution und Restauration. 2 Bde. München 1983 und 1989. Detlef Kremer: Prosa der Romantik. Stuttgart 1996.

Prof. Dr. Günter Oesterle

Eduard Mörike

Proseminar (b)                              L1/L2/L3/L5, Mag., Prom./ DTM, HF/NF

Di 14-16, B24                              Beginn: 17.10.2000

Neben den berühmten Gedichten (z.B. ‘Auf eine Lampe’) und Erzählungen (z.B. ‘Mozart auf der Reise nach Prag’) soll das unbekanntere Werk Mörikes erarbeitet werden: Gelegenheitsschriften, Übersetzungen, komische Gedichte (‘Wispeliaden’), Märchen, Idyllen, Hausverse, Zeichnungen. Damit soll eine kulturwissenschaftliche Perspektive auf das 19. Jahrhundert in Umrissen sichtbar werden: das bürgerliche Vereinswesen, der Zusammenhang von Theologie, Philosophie und Poesie, der ästhetische Historismus und das Spannungsverhältnis von ‘autonomer’ Kunst und Kunsthandwerk.

Literatur: Mathias Mayer (Hg.): Gedichte von Eduard Mörike. Stuttgart 1999 (reclam Nr. 17508) - Susanne Fliegner: Der Dichter und die Dilettanten. Stuttgart 1991. - Gerhart von Graevenitz: Eduard Mörike: Die Kunst der Sünde. Tübingen 1978.

Prof. Dr. K. Inderthal

Kafkas Erzählungen

Proseminar (b)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF, DaF

Mo 16–18 B128                              Beginn: 16. 10. 2000

“Die zwei Hauptthesen Kafkas”, schrieben Deleuze und Guattari, seien: “Die Literatur ist eine vorgehende Uhr, und die Literatur ist eine Angelegenheit des Volkes.”  Von Kafkas Erzählungen, von dieser >vorgehenden Uhr<, gilt es, die Zeit abzulesen.

Literatur: H. Binder, Kafka-Handbuch, 2Bde., Stuttgart 1979. L.  Dietz, Franz Kafka, Stuttgart  21990, [rev. u. erw., Slg, Metzler.] Sprechstd.: Montag 13 – 14 Uhr, Raum B134.

Prof. Dr. K. Inderthal

Nachkriegslyrik (nach 1945)

Proseminar (b)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF, DaF

Mo 14–16, B128                              Beginn: 16. 10. 2000

In diesem Proseminar sollen zunächst die nach dem Krieg je geschriebene Lyrik und geltend gemachte Poetik der bedeutenden Lyriker der ersten Jahrhunderthälfte, Gottfried Benns und Bertolt Brechts, zum Thema werden, dann die Lyrik und Poetik von Autoren, die schon vor dem Krieg und im Krieg geschrieben hatten und die doch, wie zum Beispiel Günter Eich, die Nachkriegslyrik bestimmten, dann die jungen Autoren, zum Beispiel der >Gruppe 47<, wie Ingeborg Bachmann und Paul Celan u.a.

Literatur zur Einführung: Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart, hg. v. W. Barner, München 1994; Lesebuch der Gruppe 47, hg. v. H. A. Neunzig, München 1983; Lyrik nach Auschwitz? Adorno und die Dichter, hg, v. P. Kiedaisch, Stuttgart: Reclam, 1998./Sprechstd.: Montag, 13 – 14 Uhr, Raum B 134.

Dr. Bettina Bannasch

Der Kriminalroman

Proseminar (b)                              L1, L2, L3,L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF, AVL

Mi 10-12 B24                              Beginn: 18.10.2000

Das Seminar ist komparatistisch angelegt und führt in die Geschichte der Gattung ein. Vor dem Hintergrund einer genaueren Bestimmung des ‚klassischen’ Kriminalromans soll insbesondere die Frage nach der Differenz von ‚hoher Literatur’ und ‚Trivialliteratur diskutiert werden. Gelesen werden Texte von Edgar Allan Poe, Arthur Conan Doyle, Agatha Christie, Heimito von Doderer, George Simenon, Dorothy Sayers, Friedrich Glauser, Raymond Chandler, Dashiel Hammet, Alain Robbe-Grillet, Maj Sjöwall/ Peer Wahlöö und Grit Poppe.

Literatur: Zur Einführung empfohlen: Jochen Vogt (Hg.), Der Kriminalroman. Zur Theorie und Geschichte einer Gattung, 2. überarb. Aufl. 1996.

Dr. Harald Neumeyer

Literatur und Medien im 20. Jahrhundert

Proseminar (b,c)                              AVL, L3, Mag., DTM, DaF

Do 16-18, B24                               Beginn19.10.2000

Kino und Theater und die Frage nach einem filmischen Erzählen im Roman der Moderne (Dos Passos, Döblin, Ausgehend von einer Klärung des Begriffs ‘Medium’ sollen im Seminar folgende Aspekte behandelt werden:

–   die Geschichte der Medien (von der Höhlenmalerei über den Buchdruck bis zum Cyperspace);

–   Medientheorien des 20. Jahrhunderts (Benjamin, Mc Luhan, Baudrillard, Virilio, Flusser);

–   das Buch als virtuelle Welt und Literatur als Aufzeichnungsmedium;

–   die Diskussion um die Möglichkeiten eines literarischen Realismus angesichts des Mediums der Photographie und die Versuche einer konzeptionellen Verknüpfung von Literatur und Photographie (Breton, Handke, Brinkmann);

–   die ‘Kino-Debatte’ zu Beginn des 20. Jahrhunderts, die dabei diskutierte Konkurrenz der Medien von Musil);

–   die Thematisierung von Medien (Telefon, Fernseher usw.) in der Literatur (Kafka, Beckett, Jelinek, Pynchon);

–   der Hypertext (Nelson) und das Textverständnis des Poststrukturalismus (Barthes, Derrida)

Dr. des. Sandra Pott

Medientheorie. Neue Medien – alte Literaturwissenschaft?

Proseminar (a, c)                              L1/L2/L3/L5/Mag./Prom./DTM/NF/DAF/AVL

Di 12-14 B24                              Beginn 17.10.2000

“Medienkompetenz” gilt als “germanistische Schlüsselqualifikation”. Was ist das und wie läßt sich so etwas studierenderweise erwerben? Diese und ähnliche Fragen sollen im Seminar beantwortet werden. Vermittelt über ein traditionsreiches Medium, über die Literatur, wollen wir Merkmale der ‚neuen Medien‘ herausfinden und ‚theoretisch‘ beschreiben. Was ist ein Medium? Was unterscheidet den Hyptertext vom Text, was die Computerphilologie von der Philologie? Im Blick auf solche Fragen wollen wir uns mit neuen Arbeitsmitteln und -techniken für Literaturwissenschaftler vertraut machen.

Literatur: Kübler, Hans-Dieter: Mediale Kommunikation. Tübingen 2000 (Grundlagen der Medienkommunikation 4). Ludes, Peter: Einführung in die Medienwissenschaft. Entwicklungen und Theorien. Mit e. Einleitung v. Jochen Hörisch. Berlin 1999. Adressen: http://www.computerphilologie.uni-muenchen.de/ejournal. htmlhttp://www.literaturkritik.de, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de. http://www.ampool.de/index2.htm

Sascha Feuchert

Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend.

Proseminar (b)                              L1, L2, L3, L5, Mag., HF/NF, Prom., DaF

Mo 10-12, B24                              Beginn: s. Aushang

Ruth Klügers 1992 erschienene Autobiographie nimmt im Diskurs der sogenannten “Holocaust-Literatur” eine Ausnahmestellung ein: Nicht nur berichtet die 1931 in Wien geborene Schriftstellerin über ihre Jugend, in der sie als Jüdin u.a. nach Theresienstadt und Auschwitz verschleppt wurde, sondern ihr Werk ist gleichsam als ein Metatext zum gesamten Genre zu lesen. Im Seminar soll weiter leben in seiner Vielschichtigkeit ernstgenommen werden; die Wechselwirkungen zwischen Klügers Autobiographie und anderen Texten (die keinesfalls nur zur Holocaust-Literatur gehören) stehen hierbei im Zentrum der Untersuchungen.

Besondere Beachtung erfährt auch Klügers ausdrücklich weibliche Perspektive: Ihre “feministische Militanz, die streckenweise den männlichen Leser als Adressaten auszuschließen scheint, [hat] nicht wenig Anstoß erregt” (Irene Heidelberger-Leonhard). Die Konsequenzen und Reaktionen, die diese Redeweise hat(te), sollen intensiv diskutiert werden.

Literatur: Ruth Klüger: weiter leben. Eine Jugend. München: dtv 1994. Sascha Feuchert (Hg.): Holocaust-Literatur: Auschwitz. Stuttgart: Reclam 2000.

Hauptseminare

Bitte beachten Sie am Ende des Sommersemesters die Aushänge mit den Termin- und Ortsangaben für die obligatorischen Vorbesprechungen zu den Hauptseminaren!

Prof. Dr. K. Inderthal

Hermeneutik und Dekonstruktion

Haupt-/Oberseminar (a, c)                              L3, Mag., Prom., HF/NF, DTM

Di 16–18, B128                              Beginn: 17. 10. 2000

Im Seminar soll, in Hinsicht besonders auf Gadamer, de Man, Derrida, erörtert werden, was Hermeneutik ist, was anders Dekonstruktion ist und wie ihre differenten Relationen je zu ästhetischer Erfahrung sind.

Literatur zur Einführung: H.-G. Gadamer, Wahrheit und Methode, Studienausg., Tübingen 1993; Hermeneutik und Ideologiekritik, mit Beiträgen von K.O. Apel u.a., Frankfurt/M. 1971; Ph. Forget, (Hrsg.), Text und Interpretation, München 1984; J. Culler, Dekonstruktion, Reinbek 1999. /Anmeldung am Montag, den 10. 7. 2000 um 13.15. Uhr im Raum B128. Sprechstd.: Montag 13 – 14 Uhr im Raum B134.

Prof. Dr. Günter Oesterle / Dr. Harald Tausch

Erinnerung in erzählender Literatur

Hauptseminar (b,c)                              L2/L3/L5, Mag., Prom., DTM, AVL

Mo 14-16, B24                              Beginn: 16.10.2000

Das Seminar wird an ausgesuchten Beispielen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert Einschnitte und Veränderungen in dem narrativen Einsatz von Erinnerung erörtern. Dabei werden Gattungsformen des Nekrologs, des Andenkens, der Autobiographie, des historischen Romans, also Erinnerungsformen der Identitätssicherung genauso behandelt, wie Erzählungen, die den Erinnerungsverlust demonstrieren. Rousseaus “Bekenntnisse”, Karl Philipp Moritz ‘psychologischer Roman’ “Anton Reiser”, Ludwig Tiecks “Blonder Eckbert”, Goethes “Wahlverwandtschaften”, Eduard Mörikes “Mozart auf der Reise nach Prag” sowie eine Auswahl von Prousts “Suche nach der verlorenen Zeit” und Walter Benjamins “Berliner Kindheit” werden zur Lektüre empfohlen. Diese Interpretationssequenz wird begleitet und unterbrochen von der Analyse zentraler Theorien der Erinnerung von Locke, Hume, Herder bis Bergson und Freud.

Literatur: Manfred Koch: “Mnemotechnik des Schönen.” Studien zur poetischen Erinnerung in Romantik und Symbolismus. Tübingen 1988. - Aleida Assmann: Erinnerungsräume. Formen und Wandlungen des kulturellen Gedächtnisses. München 1999. - Harald Weinrich: Lethe. Kunst und Kritik des Vergessens. München 1997.

PD Dr. Dorothee Kimmich

Feministische Literaturtheorien zwischen “women´s studies” und “gender studies”

Hauptseminar (c)                              AVL, L3, Mag., Prom., DTM

Fr 12-15.30 (vierzehntägig) B128                              Beginn: 20.10.2000

Die Entwicklung feministischer Literaturtheorien seit den 70er Jahren unterscheidet sich in verschiedener Hinsicht von der anderer Literaturtheorien: Sie ist in engster Weise mit der Entwicklung gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse verbunden. Die Theorien sind nicht nur Ergebnisse und Teil einer politischen Bewegung gewesen, sondern haben auch - mit wenigen Ausnahmen - den Anspruch erhoben, gesellschaftliche Wirkung zu haben.

Auf der anderen Seite haben feministische Literaturtheorien eine beeindruckende Anzahl anderer Theorien assimiliert: Das gilt etwa für die Psychoanalyse, Theorien der Literaturgeschichtsschreibung, Diskursanalyse und für die Dekonstruktion.

In diesem Seminar sollen einige einschlägige Beispiele für diese Entwicklung von der Frauenbildforschung bis zur Dekonstruktion, verschiedene Konzepte der “sexual difference” und der “écriture féminine” vorgestellt und diskutiert werden. Besonders die Ablösung feministischer Theoreme durch die sogenannten “gender studies” wird ausführlich behandelt werden.

Es werden Texte von Simone de Beauvoir, Christina von Braun, Julia Kristeva, Toril Moi, Teresa de Lauretis, Luce Irigaray, Judith Butler, Shoshana Felman, Barbara Johnson und Camille Paglia gelesen.

Eine Vorbesprechung findet am Mittwoch, den 26. Juli um 12.30 Uhr statt. Raum wird per Aushang bekannt gegeben. Weitere Themenvorschläge können dann diskutiert werden. Eine Literaturliste und ein vorläufiger Semesterplan können dort abgeholt werden.

Dr. Günter Butzer mit Dr. Arnd Beise (Marburg)

Europäische Moralistik von Montaigne bis Adorno

Hauptseminar (b) mit Übung                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL
Mi 10–14 (14-tägig) Raum s. Aushang                              Beginn: 18.10.2000

Die Moralistik ist eine literarische Bewegung, die sich im Laufe des 17. Jahrhunderts, ausgehend von Frankreich, in ganz Europa ausbreitet. In Anknüpfung an antike Vorläufer werden Charakter, Sitten und Gewohnheiten fremder Völker, aber auch der eigenen Gesellschaft vorurteilsfrei beschrieben. Der damit verbundene Relativismus kultureller Werte ist von großem Einfluß auf die europäische Aufklärung. Damit einhergehend entsteht eine neue subjektive Schreibweise, die sich von der literarischen Tradition abgrenzt und in Formen wie dem Essai oder dem Aphorismus artikuliert. Im Zentrum des Seminars stehen Autoren des 16. bis 18. Jahrhunderts aus Frankreich (Montaigne, La Rochefoucauld), England (Bacon, Swift) und Deutschland (Thomasius, Platner). Es sollen aber auch neuere Texte des 19. und 20. Jahrhunderts (Nietzsche, Adorno) einbezogen werden.     
Das Seminar findet 14-tägig abwechselnd in Gießen und Marburg statt und wird durch eine Übung ergänzt. Da Studierende aus beiden Universitäten eingeladen sind, ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

Anmeldung und Vorbesprechung: Mi, 5.7., 15.30–17.30, Raum B132

Prof. Dr. Jörg Jochen Berns / Prof. Dr. Günter Oesterle

Die Groteske, das Groteske von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart

Hauptseminar (b)                              L2/L3/L5, Mag, DTM, AVL

Blockveranstaltung                              Beginn: siehe Aushang

an 3 Freitagen im Semester

Das Seminar wird berühmte literarische Grotesken von Rabelais bis Scheerbart einerseits aus der Perspektive der Phantome, Phantasmen und Anomalien in der neuzeitlichen Naturgeschichte, andereseits aus der Sicht ornamentaler Grotesken, d.h. Bild-Text-Beziehungen, in den Blick nehmen. Die theoretische Diskussion von Monster und “Erdrandsiedler” wird genauso demonstriert, wie das komplexe Phänomen grotesker Vorlageblätter und Flugblätter. Das Seminar ist für Studierende in Gießen und Marburg gedacht. Die ganztägigen Sitzungen werden abwechselnd in Gießen oder Marburg stattfinden. Eine Literaturliste wird Mitte August aushängen.

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Sturm und Drang

Hauptseminar (a,b,c)                              L1,L2,L3,Mag.,Prom.,DTM,HF/NF,DaF,AVL

Mo 16–18 C 30                              Beginn: 16. 10. 2000

Nur ein Prüfungsthema? Die so gestellte Frage ist zu verneinen, schließlich hat die Forschung zu der gut überschaubaren Phase der Spätaufklärung “die Zeichen SuD (Sturm und Drang) als Chiffren für >Sexualität< und >Diskursivierung<” neu zu lesen versucht [M. Luserke: Sturm und Drang. Stuttgart: Reclam 1997, S. 16] und die erwartete Aufmerksamkeit erregt: Wie sind die Emanzipationsgesten und der Geniekult zu verstehen? Worum handelt es sich bei dem um 1770 aufbrechenden Generationskonflikt? Eine der genannten ‚SuD‘-Forschung (Stichwort: Triebverzicht) widersprechende Antwort lautet: Die Freisetzung von Individualität ist kein Phänomen einer Jugendrevolte und Lenz ist kein Popliterat, vielmehr lassen sich zahlreiche konventions- oder religionskritische Themen der Literatur auf ein Basisproblem der Lebensdeutung in funktional differenzierten Gesellschaften zurückführen: Wer bin ich? Was ist meine Bestimmung? Diese mit Niklas Luhmann zu erzielende Problemformulierung (>Individualität durch Exklusion<) soll freilich erst am Ende des Seminars diskutiert werden, nachdem wir in einer Reihe von textnahen Untersuchungen einen Einblick in die Literatur der 1770er Jahre gewonnen haben; der Schwerpunkt liegt auf der Lyrik und dem Drama, begonnen wird mit den frühen Schriften Goethes.

PD Dr. Helga Meise:

Dramen von Frauen im 18. Jahrhundert

Hauptseminar                              L1,L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF

Zeit n.V., evtl. Mittwoch, s. Aushang zum Ende des Sommersemesters

Gegenstand des Seminars sind Dramen, die Frauen im Laufe des 18. Jahrhunderts verfaßten. Behandelt werden u. a. Stücke von Luise Adelgunde Victoria Gottsched, Friederike Hensel, Friederike Helene Unger, Sophie Albrecht, Karoline v. Günderrode. Am Leitfaden verschiedener Themenkomplexe erkundet das Seminar Bedingungen und Möglichkeiten weiblicher "Handlungs-Spiel-Räume" im 18. Jahrhundert. Zur Diskussion stehen folgende Komplexe:

-   Handlungs- und Konfliktstrukturen: Vater- und Mutterrollen, Familienorganisation und Geschlechterdifferenz, Zärtlichkeit und Rationalität, Geld und bürgerliche Gesinnung

–   Aufführungspraxis

-   Rezeption der Dramen der Autorinnen

Fragen der ästhetischen Legitimation und Gattungszugehörigkeit.

Literatur zur Einführung: Anne Fleig: Handlungs-Spiel-Räume. Dramen von Autorinnen im Theater des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Würzburg 1999 ( = Epistemata, 270)

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Hölderlins Lyrik II

Hauptseminar (b, c)                              L1,L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF, AVL

Mo 10-12, B128                              Beginn: 16.10.2000

In der Fortsetzung von “Hölderlins Lyrik I” soll der Ort von Hölderlins Lyrik im europäischen Kontext herausgearbeitet werden. Interpretiert werden u.a. auch Gedichte von Chénier, Wordsworth und Shelley. Die Teilnahme an “Hölderlins Lyrik I” ist nicht Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar.

Textgrundlage: Friedrich Hölderlin, Gedichte. Hg. v. G. Kurz in Zusammenarbeit mit W. Braungart, Reclam-Verlag, Stuttgart 2000 (oder eine andere neuere Ausgabe). Zur Vorbereitung empfehle ich: g. Kaisser, Geschichte der deutschen Lyrik von Goethe bis zur Gegenwart, Bd. 1: Von Goethe bis Heine, Frankfurt a.M. 1996 (zuerst: 1988).

PD Dr. Andrea Jäger

Satire und Utopie im Werk von Robert Musil

Hauptseminar (b,c)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF

Mi 14-17 (14tägig) B31                              Beginn: 25.10.2000

Robert Musil zählt zu den wichtigsten Autoren des 20. Jahrhunderts. Sein Roman “Der Mann ohne Eigenschaften“ ist ein Klassiker der Moderne. Das Seminar wird sich in Form gemeinsamer Lektüre vor allem mit diesem Roman beschäftigen. Im Zentrum steht die Frage nach den darin von Musil entwickelten Mitteln und Maßstäben der Satire sowie die Analyse des utopischen Gehalts des Romans. In einem zweiten Schritt werden die Ergebnisse ins Verhältnis zu weiteren Werken Musils gesetzt.

Literatur: “Der Mann ohne Eigenschaften“ ist als Taschenbuch bei rororo erhältlich. Zur ersten Seminarsitzung sollten bereits die ersten drei Kapitel gelesen sein.

Prof. Dr. K. Inderthal

Gottfried Benn

Hauptseminar (b, c)                              L3, Mag., Prom., HF/NF

Di 14–16, B128                              Beginn 17. 10. 2000

Gottfried Benns Lyrik, aber auch seine Poetik und Prosa, auch ausgewählte Essays sollen zum Thema werden. Das Seminar gilt der Erörterung von Gottfried Benns Gesamtwerk.

Literatur: G. Benn, Gesammelte Werke in der Fassung der Erstdrucke, 4 Bde., textkritisch durchgesehen und hg. v. B. Hillebrand, Frankf./M. 1982 ff. Anmeldung am Montag, den 10. 7. 2000 um 13.15 Uhr im Raum B128. Sprechstd.: Montag, 13 - 14 Uhr, Raum B134.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Philologie der Edition: die Lodzer Ghetto Chronik

Hauptseminar (a,b)                              L3, Mag./Prom. HF/NF, DTM

Do 16-18, B128                              Beginn: 19. 10. 2000

Das Getto in Lodz bestand zwischen 1940 und 1944 – es war damit das erste und letzte Großgetto unter nationalsozialistischer Herrschaft. Ihm kam im Prozeß der systematischen Vernichtung der europäischen Juden eine Schlüsselstellung zu: Im Oktober 1941 wurden zum ersten Mal jüdische Menschen aus Mitteleuropa nach Lodz deportiert. Aus dem Getto wurden auch die ersten Menschen in reine Vernichtungslager verschleppt und dort getötet. Als einer der größten Bereiche in der Verwaltung des Getto entwickelte sich die Statistische Abteilung. Zu ihren umfangreichen Aufgaben gehörte u.a. die Anfertigung einer Getto-Chronik, die das Leben im Getto dokumentieren sollte: zum einen für eigene Verwaltungszwecke, zum anderen besonders im Hinblick auf die Nachwelt. In der Lodzer Getto-Chronik gibt es neben den statistischen Elementen viele ausgeprägt poetische Teile, die natürlich nicht fiktiv sind, sondern dokumentarischen Charakter haben; sie sind nicht selten auf einem hohen literarischen Niveau verfaßt und verlangen eine eigene Beschreibung bzw. Kommentierung. Man wird selbst verschiedene Gattungen finden: Kurzgeschichten, Stimmungsbilder, Reportagen, impressionistische Skizzen. Wir werden dieses Textkorpus wissenschaftlich edieren und kommentieren.

Literatur: Was “Edition” philologisch bedeutet, kann man z.B. exemplarisch studieren an: Anke Bosse: Meine Schatzkammer füllt sich täglich ... Die Nachlaßstücke zu Goethes “West-östlichem Divan”. Dokumentation – Kommentar. Göttingen: Wallstein 1999. 1248 S.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Ingeborg Bachmann

Hauptseminar (b)                              Mag., L3, Prom.

Do 10-12, B128                               Beginn: 19.10.2000

Ingeborg Bachmann gehört zu den wichtigsten, immer wieder idealisierten, aber auch umstrittenen – Leitfiguren der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur. In den 50er Jahren galt sie als 'Klassikerin' der modernen Poesie; später wurde sie dann – anläßlich ihrer Erzählungen – als "gefallene Lyrikerin" bezeichnet (Marcel Reich-Ranicki); seit den 80er Jahren wird sie von der Literaturwissenschaft vornehmlich für feministische und dekonstruktivistische Lektüren vereinnahmt. Das Seminar versucht einen 'unvoreingenommenen'  Zugang zum Werk der Autorin: vom Frühwerk zum Spätwerk, von der Lyrik über das Hörspiel und die Erzählungen bis hin zum komplexen Projekt 'Todesarten'. Dabei sollen die "Problemkonstanten" (Faschismus- und Gesellschaftskritik, Geschlechterproblematik, Sprachreflexion und literarische Utopie) ebenso beleuchtet werden wie das poetologische Konzept bzw. die Schreibweisen der Dichterin. Außerdem gilt das Interesse immer wieder den Bezügen zum 'literarischen Feld' (Pierre Bourdieu) nach 1945. Literaturhinweise zur Vorbereitung und ein Seminarplan befinden sich ab Mitte Juli in einem Ordner in der Bibliothek.

Vorbesprechung und Anmeldung: Di 11.7.00 13 Uhr s.t. Raum G 27

Dr. Andreas Hoeschen / Dr. Lothar Schneider

Deutschland nach 45 in Romanen

Hauptseminar (b,c)                              L1, L2, L3, L5, Mag. Prom., DTM

Mo 10-12, B 33                               16.10.2000

Im Gegensatz zum ersten Weltkrieg scheint der zweite auf den ersten Blick keinen vergleichbaren ‚poetologischen Schock‘ verursacht zu haben. Im Gegenteil: wo nicht in konventioneller realistischer Manier erzählt oder in dezidiert ahistorischer Modernität vom Gewesenen abgesehen wurde, scheint vor allem die Wiederaufnahme und Modifikation der traditionellen pikaresken Form durch Paul Albert Drach und Günter Grass kennzeichnend -und für den phantastischen Realismus wegweisend.

Dem widerspricht jedoch eklatant die Tatsache, daß einer der poetologisch wichtigsten Romane der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – Thomas Pynchons Gravity’s Rainbow/Die Enden der Parabel – nicht nur als historischer Roman gelesen werden kann und im unmittelbaren Nachkriegsdeutschland spielt, sondern beides: Die Zeit und ‚ihre‘ Poetik zum Thema erhebt. Im Seminar soll dieses magnus opus der amerikanischen Gegenwartsliteratur mit poetologisch avancierten und experimentellen Versuchen der deutschsprachigen Literatur, die Situation nach 45 poetisch zu bewältigen, in Beziehung gesetzt und verglichen werden.

Literatur: Arno Schmidt: Aus dem Leben eines Fauns; ders.: Brand’s Haide; Wolfgang Koeppen: Tauben im Gras; Peter Weiss: Ästhetik des Widerstands (Auszüge); Alexander Kluge: Schlachtbeschreibung; Gert Ledig: Vergeltung; Thomas Pynchon: Gravity’s Rainbow/Die Enden der Parabel.

Oberseminare

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Literaturwissenschaftliches Kolloquium

Oberseminar (a)                              L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, HF/NF

Fr 10-12, B128                              Beginn: 20.10.2000

Wichtige literaturwissenschaftliche Neuerscheinungen werden vorgestellt und diskutiert. Wenn der Wunsch besteht, können mehrere Sitzungen zur Prüfungsvorbereitung vorgesehen werden. Zu den Neuerscheinungen bitte Aushang beachten.

Prof. Dr. Günter Oesterle

Doktoranden- und Staatsexamenskolloquium

Kolloquium (a)

Do 18-20 B128                              Beginn: s. Aushang

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft

Oberseminar (a)                              L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF, DTM

Mo 16 - 18, B31                              Beginn: 16. 10. 2000

Das OS versteht sich wie seit langem als workshop und Bastelbude, wo im Blick auf das nahe Ende [sc. des Studiums] über das Leben danach weniger nachgedacht als gehandelt wird. Konkrete ständige Projekte sind z.B. Verlagslektorate, Ausstellungsplanung und -durchführung (diesmal speziell einer interaktiven Ausstellung zu Goethes Farbenlehre, die z.B. in Dresden und Wien gezeigt werden soll), Messeplanung und -durchführung.

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt zus. mit Prof. Dr. Barbara Bauer (Marburg)

Der Wettstreit der Fakultäten. Christian Wolff und die Aufklärung in Marburg und Gießen

Oberseminar (a, b)                              L3, Mag.,Prom.,DTM

Di 18 s.t.–21 (vierzehntägig) B128                              Beginn: s. Aushang

Im Austausch mit Marburger Studierenden, die bereits erste Vorbereitungen im Sommersemester getroffen haben, soll die Wirkung Christian Wolffs an den beiden Nachbaruniversitäten untersucht werden; langfristig geplant ist eine Ausstellung von Büchern und Dokumenten sowie ein Katalog, zu dem die Seminarteilnehmer Beiträge liefern können. Nach einer allgemeinen Einführung in die möglichen Fragestellungen und die mit dem Namen Wolffs verbundene Problemlage der Zeit (Rezeption der cartesischen Methodenlehre, Begründungsfragen im Grenzbereich verschiedener Disziplinen, aufklärerische Weltweisheit und Anschlußfähigkeit der Theologie, Universitätsreform etc.) werden die Schriften der Gießener Jakob Friedrich Müller und Andreas Böhm im Mittelpunkt stehen.   

Prof. Dr. Christine Lubkoll, Almuth Hammer, M.A.

Paul Ricœur, Zeit und Erzählung

Oberseminar (c)                              AVL, Mag., L3, Prom.

Mi 18-20 B128                              Beginn: 18.10.2000

Das Werk Paul Ricœurs, der neben Hans-Georg Gadamer die zeitgenössische Hermeneutik wesentlich geprägt und weiterentwickelt hat, ist in Deutschland erst verspätet rezipiert worden. Dies mag u.a. auch an der Vielzahl der philosophischen sowie linguistischen und psychoanalytischen Ansätze liegen, die er in sein Denken einbezieht. Gerade weil es ihm aber gelingt, "aktuelle philosophische Grabenkämpfe zwischen Dekonstruktivisten und Hermeneutikern, aber auch Diskurstheoretikern in eine ergiebige Diskussion zu überführen" (Mattern), ist er für die Literaturtheorie so interessant. - Das Seminar versucht, anhand der Lektüre von Zeit und Erzählung die hermeneutische Verfahrensweise Ricœurs, die er selbst einmal als "Umweg der Deutung" beschrieben hat, schrittweise nachzuvollziehen.

Literatur: Paul Ricœur, Zeit und Erzählung, 3 Bde., München 1988-91; Jens Mattern, Ricœur zur Einführung, Hamburg 1996

Vorbesprechung und Anmeldung: Di 11.7. 13.30 Uhr Raum G 27

Sprecherziehung

Anmeldung für alle Veranstaltungen: Studierende ab 6. Semester in meiner Sprechstunde Mo 9.15-10 im Büro neben Übungsraum C26; in den Semesterferien n.V. email akanitz@t-online.de; restliche freie Plätze werden in der Anmeldeveranstaltung am 16.10.2000 um 11.30 Uhr vergeben. Raum s. Aushang.

Anja von Kanitz

Stimm- und Sprechübungen für Lehramtsstudierende

Grundlagenseminar für L1/L2/L5/L3: Fach Deutsch

Montag 12-14, B9                              Beginn: 16.10.2000

Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)

Bei Angehörigen bestimmter Berufsgruppen treten Stimmstörungen nach einigen Berufsjahren in signifikant hoher Zahl auf. Besonders davon betroffen sind u. a. Leh­rer und Lehrerinnen. Die Stimme ist bei mehrstündigem Unterricht vor einer größeren Gruppe mit entsprechendem Geräuschpegel im Raum großen Belastungen ausgesetzt. Bei einer nicht optimalen Sprechtechnik führt dies schnell zu einer Überlastung der am Stimmbildungsprozeß beteiligten Körperteile und entsprechenden Beschwerden.

In dieser Veranstaltung werden Übungen zur Ausbildung einer tragfähigen Sprechstimme und verbesserten Sprechtechnik angeboten. Ziel ist die Optimierung der stimmlichen und sprecherischen Fähigkeiten der Studierenden. Neben der Vermittlung theoretischen Wissens über die physiologischen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit an Atmung, Stimme und Sprechen. Für die praktischen Übungen (ab 3. Seminarsitzung) wird eine Decke/Matte, warme Socken und bequeme Beinkleidung (Jogginghose o.ä.) benötigt.

Leistungsnachweis: Regelmäßige aktive Teilnahme und Bearbeitung von Aufgaben­stellungen in der Veranstaltung

Anja von Kanitz

Literatur sprechen

Grundlagenseminar                              L1/L2/L5/L3 Fach Deutsch

Mo 14-16 B128                              Beginn: 16.10.2000

Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)

Literatur im Unterricht gemeinsam zu lesen, analysieren, interpretieren und zu diskutieren ist ein selbstverständlicher Teil des Deutschunterrichts. Sie jedoch auch sprecherisch umzusetzen und dadurch sinnlich erfahrbar zu machen, ist in Schulen nicht ganz so selbstverständlich. Wie kann ich erreichen, dass meine Schüler/innen Texte sinngemäß betonen, lebendig vorlesen, dass sie Gedichte nicht runterleiern, sondern Spaß daran haben, sie sprecherisch zu gestalten?

In diesem Seminar werden Sie unter Anleitung daran arbeiten, selbst Texte sinngemäß und interessant vorzutragen. Außerdem werden Sie Methoden kennenlernen und weiterentwickeln, mit Schulkindern Texte/Gedichte sprecherisch zu erschließen.

Voraussetzung für die Teilnahme ist die Bereitschaft zur AKTIVEN Mitarbeit im Seminar und die Lust, Neues auszuprobieren.

Leistungsnachweis: Erarbeitung und mündlicher Vortrag von Texten/Gedichten; Ausarbeitung einer Unterrichtseinheit; andere Aufgaben n.V.

Anja von Kanitz

Diskussion und Argumentation

Grundlagenseminar für L1/L2/L5/L3 Fach Deutsch

Blockseminar 27.10.14 s.t. 28.10. 10 s.t., 4.11. 14 s.t. B31

Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)

Kein Schultag vergeht für eine/n Lehrer/in ohne Diskussionen, gleich ob mit Kolleg/inn/en, Schüler/innen, Eltern....In diesem Seminar haben Lehramtsstudierende die Gelegenheit, sich mit grundlegenden Prinzipien der Argumentation und Diskussion zu befassen und ihre rhetorischen Fähigkeiten auszubauen. Folgende Inhalte werden behandelt und in praxisorientierten Übungen erprobt: Hörerorientierte Auswahl von Argumenten, gezielter Aufbau von argumentativen Beiträgen, Formen von Argumenten und ihre Entkräftung, Einbringen eigener Vorstellungen in eine Diskussion, Umgang mit konträren Meinungen, Reaktion auf manipulative oder unfaire Beiträge, ergebnisorientiertes Diskutieren, Umgang mit Störungen, Aufgaben der Diskussionsleitung.

Leistungsnachweis: Aktive, regelmäßige Teilnahme; Lösung von Aufgabenstellungen im Seminar

Anja von Kanitz

Interaktionsspiele

Grundlagenseminar                               L1/L2/L5/L3 Fach Deutsch

Blockseminar 24.11. 14 s.t., 25.11. 10 s.t., 1.12. 14. s.t. B31

Teilnahmebeschränkung: 20 (ExamenskandidatInnen werden bevorzugt aufgenommen)

Es gibt zahlreiche Übungen und Spiele aus dem Bereich der pädagogischen Jugend- und Erwachsenenarbeit, die helfen, die Kommunikations- und Kooperationsfähigkeit von Teilnehmer/innen einer Lern- und Arbeitsgruppe zu verbessern. In diesem Seminar werden wir verschiedene Übungen vorstellen und ausprobieren, die im Unterricht eingesetzt werden können, um den Zusammenhalt der Klasse zu fördern und die Kommunikation der Kinder untereinander zu verbessern.

Voraussetzung für die Teilnahme an diesem Seminar ist die Bereitschaft, sich selbst aktiv und persönlich in die Arbeit der Seminargruppe einzubringen und die Offenheit für neue Erfahrungen im Entwicklungsprozess einer Gruppe.

Leistungsnachweis: regelmäßige, aktive Teilnahme und Bearbeitung von Aufgaben im Seminar.


 


Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Swantje Ehlers

Entwicklung der Literaturdidaktik nach 1945

Vorlesung                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom.

Mo 16–18, A5                              Beginn: 16.10.2000

Die Entwicklung der Literaturdidaktik nach 1945 ist das Thema der Vorlesung. Die relevanten literaturdidaktischen Konzepte, ihre gesellschaftspolitischen Implikationen, ihre Umsetzung in Richtlinien, Lehreinheiten und Lesebüchern ebenso wie Kanonfragen sind die Aspekte, die in dieser Vorlesung schrittweise behandelt und an konkreten Beispielen veranschaulicht werden sollen.

Einführung

Dr. Karl W. Bauer

Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)

Einführungsseminar                              L1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)

Di 10-12, C27                              Beginn: 17.10.2000

Das Seminar soll Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule geben. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.

Grundstudium

Dr. Karl W. Bauer

Produktions- und handlungsorientierter Literaturunterricht in der Grundschule

Proseminar                              L1

Mi 8-10, E6                              Beginn: 18.10.2000

Das Seminar soll zur grundlegenden Klärung dieses häufig genannten, aber nur selten genauer bestimmten literaturdidaktischen Konzeptes beitragen. Dabei werden ausgewählte Unterrichtsmaterialien, -vorschläge und -berichte vorgestellt und diskutiert und -wo das möglich ist- im ‘Selbstversuch‘ erprobt.

Ingeborg Berndt

Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz - Freies Schreiben in der Grundschule

Proseminar                              L1, L5

Mo 18-20, B210                              Beginn: 16.10.2000

Di 16-18, C3                              Beginn: 17.10.2000

Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.

Renate Fritz

Rhetorik im Deutschunterricht – Rhetorik für den Deutschunterricht

Proseminar                              L2, L3, L5

Mo 10-12, C30                              Beginn: 16.10.2000

Eine Deutschlehrerin, ein Deutschlehrer soll nicht nur selbst erfolgreich Unterrichtsgespräche führen, Diskussionen leiten und auswerten, Gedichte und andere literarische Texte gut vortragen können, sondern diese Fähigkeiten und Kenntnisse den Schülerinnen und Schülern auch vermitteln. Zielgerichtetes Sprechen und erfolgreiche mündliche Kommunikation gehören zu den sogenannten Schlüsselqualifikationen, deren Erwerb vor allem im Deutschunterricht erfolgen soll. Das Reden- und Präsentierenlernen ergibt sich für einzelne Schülerinnen und Schüler nebenbei, für andere bleibt das  freiere Reden ein Horror, den es möglichst zu vermeiden gilt. Dies spricht für einen Deutschunterricht, der kontinuierlich Elemente des Argumentierens und Präsentierens einsetzt.

Welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten es gibt, diese Forderung im schulischen Alltag einzulösen, soll im Seminar an einzelnen Unterrichtsbausteinen vorgestellt und ausprobiert werden. Dabei sollen vielfältige eigene Erfahrungen mit Übungs-, Spiel- und Auswertungsmöglichkeiten aus dem Bereich der Rhetorikschulung eine wichtige Grundlage bilden.

LITERATUR: Pabst-Weinschenk/Wagner/Naumann (Hrsg.): Sprecherziehung im Unterricht. Sprache und Sprechen Bd. 33. München 1997. - Bartsch, E.: Mündliche Kommunikation in der Schule. Sprache und Sprechen, Bd. 8. Königstein/Ts. 1982. - Pabst-Weinschenk, M.: Reden im Studium. Ein Trainingsprogramm. Frankfurt 1995.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Astrid Lindgren, Erich Kästner, Peter Härtling, Christine Nöstlinger - Kinder- und Jugendliteratur im 20. Jahrhundert

Proseminar                              L1, L2, L3, L5, DaF, MA, Prom., HF/NF

Mi 8-10, B210                              Beginn: 18.10.2000

Im Rahmen eines Prozesses von gesellschaftlicher Modernisierung hat sich auch die Literatur für Kinder und Jugendliche im 20. Jahrhundert rasant gewandelt. Dabei geht es den Autoren nicht mehr primär darum, die Art und Weise der Darstellung einer bestimmten Zielgruppe anzupassen, sondern zunehmend darum, adäquate Formen zu finden, um ihre Geschichten zu erzählen. Insofern existiert auch in der KJL eine Pluralität der Formen, und Parameter wie Grenzüberschreitung, Wirklichkeitserkundung, Sinnsuche werden immer wichtiger. Im Seminar stehen Texte und Autorinnen bzw. Autoren zur Diskussion, die die Entwicklung im 20. Jahrhundert maßgeblich beeinflußt haben und die auch für den Literaturunterricht bedeutsam sind. In diesem Rahmen werden zudem Fragen der Erzähltextanalyse diskutiert.

Für das Seminar sollten in der Semesterpause ausgewählte Texte von Lindgren, Kästner, Härtling, Nöstlinger gelesen werden. Eine Liste der wichtigsten Primärliteratur befindet sich im Sekretariat Zimmer 207 und kann an der Informationstafel Zi. 208 eingesehen werden.

Literaturhinweis: Carsten Gansel: Moderne Kinder- und Jugendliteratur. Ein Praxishandbuch für den Unterricht. Berlin: Cornelsen-Scriptor 1999

Prof. Dr. Carsten Gansel/Christoph Schmitz

Zwischen „Crazy“, „Soloalbum“ und „Neue(r) Musik aus Japan“ oder Aufbruch einer neuen Autorengeneration. Zu Entwicklungen in der Gegenwartsliteratur (I)

Vorlesung/Proseminar                              L1, L2, L3, L5, MA/Prom., DaF

Di 16-18, A 3                              Beginn: 17.10.2000

Betrachtet man Entwicklungen in der deutschsprachigen Literatur der 90er Jahre, dann zeigen sich im Literatursystem auf Seite der Autoren wie Kritiker unübersehbar Veränderungen, die einen Wechsel in „zeitgenössischen Anschauungen“ über Literatur vermuten lassen. Kurz vor Ende des Jahrhunderts war zunächst von einem „literarischen Fräuleinwunder“ (Volker Hage) die Rede und schließlich sogar von einer neuen Erzählergeneration, die „literarische Theorien und Dogmen“ mißachten und „so saftig, unterhaltsam und unbekümmert“ erzählen würde, „wie einst der junge Grass“. Hoch bewertet wurde die „neue Lust am Erzählen“ und das „vitale Interesse am Erzählen, an guten Geschichten und wacher Weltwahrnehmung“ herausgestellt, ja überhaupt eine „Rückkehr des Epischen“ (Martin Hielscher) diagnostiziert. Diesen Fragen wird in Vorlesung und Seminar nachgegangen. Dabei geht es u.a. darum, ausgewählte (junge) Autoren, ihre Stoffe, Themen, Schreibweisen in den Blick zu bekommen und Ansätze für eine Bewertung der gegenwärtig ablaufenden Prozesse in Literatur und Medien zu gewinnen.

Die Veranstaltung wird in einem ersten Teil Vorlesungscharakter tragen und in einem zweiten Seminar-Block ausgewählte Autoren und ihre Texte diskutieren. Dazu gehören u.a. Benjamin von Stuckrad-Barre, Benjamin Lebert, Thomas Brussig, Christian Kracht, Tanja Dücker, Alexa Henning von Lange, Judith Hermann, Thomas Krämer, Thomas Lehr.

Eine Liste der in Vorlesung und Seminar empfohlenen Texte mit entsprechenden Lesehinweisen kann im Sekretariat (R. 207) eingesehen werden.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Medienpädagogik: Konzepte und Arbeitsfelder

Proseminar mit Vorlesung.                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF, DaF

Di 18-20, B210                              Beginn: 17.10.2000

Die Lehrveranstaltung besteht aus zwei Komponenten, die beide für TeilnehmerInnen verbindlich sind: Dem 14tägig stattfindenden Proseminar und, alternierend, einer Ringvorlesung mit dem Untertitel "Pädagogische Verantwortung im Medienzeitalter", welche von mehreren Kollegen verschiedener Fachgebiete (Pädagogik, Soziologie, Germanistik) unter Heranziehung auswärtiger Experten durchgeführt wird.

Inhaltlich sollen im Seminarteil neue fachspezifische, allgemeinpädagogische und sozialwissenschaftliche Beiträge zur Medienerziehung vorgestellt und diskutiert werden.

Zur Vorbereitung liegt ab September 2000 ein Reader als Kopiervorlage im Sekretariat bei Frau Klein, Zi. B 207, bereit. Dort auch die Voranmeldung.

Sabine Heymann, M.A.

Medientheorien (von Benjamin bis Baudrillard)

Proseminar                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF

Mi 16-18, B210                              Beginn: 18.10.2000

Unter den Bedingungen des fortgesetzten Medienwandels seit Beginn des 19. Jahrhunderts ist der Medienbegriff einer kontinuierlichen Veränderung unterworfen. Anhand des Studiums grundlegender Texte zur Medientheorie – von den „Klassikern“ Brecht, Benjamin, Adorno über Enzensberger, Luhmann, McLuhan  bis zu Theoretikern der Gegenwart wie Baudrillard und Virilio – soll in dem Seminar versucht werden, durch Fragen nach der Funktionsweise, der Geschichte und der Wirkung von Medien sich über verschiedene Zugangswege diesem schwierigen Gegenstand zu nähern. Das Gelingen des Seminars setzt ein allgemeines Interesse an der Medienwissenschaft, eine aktive Teilnahme und die Bereitschaft voraus, viel zu lesen, darunter auch schwierige theoretische Texte.

LITERATUR: Claus Pias, Joseph Vogl, Lorenz Engell, Oliver Fahle und Britta Neitzel (Hrsg.), Kursbuch Medienkultur. Die maßgeblichen Theorien von Brecht bis Baudrillard. Stuttgart 1999

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Einführung in die Technik der Druckerei.

Übung zum Proseminar                              L1, L5, MA, Prom., HF/NF

Di 10-12, B25                              Beginn: 17.10.2000

und weitere Zeiten nach Vereinbarung.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem SS 2000 werden vorab berücksichtigt.

Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen:

Freinet, Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel aber leider vergriffen.)

Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtscheibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Das Langsdorfprojekt: Lesen durch Schreiben und Drucken – Begleitseminar für „Einführung in die Druckerei“

Proseminar                              L1, L5, HF/NF, MA, Prom.

Mi 10-12, F6                              Beginn: 25.10.2000, 14-tägl.

Die Schriftstellerin Ingeborg Drewitz schreibt: „Schreibenkönnen war für mich ein Geschenk. Kaum, daß ich am Ende des ersten Schuljahres das Alphabet beherrschte, schrieb ich Wörter, Sätze, Reime auf und empfand eine ungeheure Lust dabei ...“ Diese Lust am Schreiben und an eigenen Texten hätte Ingeborg Drewitz schon wesentlich früher erleben können, wenn ihre Schule damals schon gewagt hätte, die vor- und außerschulischen Schreiberfahrungen in die Arbeit des Schreibenlernens aufzunehmen. Die neuere Theorie des Schriftspracherwerbs sieht Kinder bei ihrem „Weg zur Schrift" als Agenten ihres Lernens. Wie weit eine solche Theorie auch die Praxis des Anfangsunterrichts und die gesamte deutschunterrichtliche Arbeit der Grundschule verändert, wird nach Anfängen an der Schule Lich-Langsdorf nunmehr bereits an verschiedenen Schulen der Region erprobt und beobachtet. Wesentliches Element im Langsdorf-Projekt ist der Einsatz der Schuldruckerei. Das Seminar wird daher in Verbindung mit einer Übung zur „Einführung in Einführung in die Technik der Druckerei“ angeboten. Die Teilnahme an dieser Übung ist verbindlich.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem Sommersemester werden vorab berücksichtigt.

Dr. Gudrun Marci-Boehncke

Unterrichtseinheiten online – Fortsetzung vom WS 99/00 – SS 00

Proseminar

Termine nach Vereinbarung. Raum: Siehe Aushang.

Das Seminar richtet sich an Teilnehmende aus meinen Projektseminaren WS 99/00 und SS 00

Dr. Rüdiger Vogt

Didaktik der Textproduktion

Proseminar                              L1, L2, L3; L5

Mo 8-10, B210                              Beginn: 16.10.2000

Eine der wichrigsten Aufgaben des Deutschunterrichts ist es, den Schülern jene Fertigkeiten zu vermitteln, mit deren Hilfe sie die Anforderungen bewältigen können, die eine literate Gesellschaft an sie stellt. So steht die Arbeit des Deutschunterrichts an einer Textgestaltungskompetenz im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Dabei wird ein nicht unwesentlicher Teil des Seminar der eigenen Textproduktion gewidmet sein.

Iris Wetzel

Lyrikvermittlung in der Sekundarstufe I

Proseminar                              L1, L2, L3, L5, HF/NF, MA, Prom.

Do 10-12, B33                              Beginn: 19.10.2000

Ein Gedicht ist nach Hilde Domin ein „magischer Gebrauchsartikel“, der dem Einzelnen einen Augenblick von Freiheit ermöglicht. Dennoch gibt es bei Lehrern und Schülern häufig Vorbehalte gegenüber Lyrik als Unterrichtsgegenstand. In diesem Seminar werden handlungs- und produktionsorientierte Ansätze für die Vermittlung von verschiedenen Formen der Lyrik erarbeitet. Dabei wird gezeigt, wie mit kreativen Methoden kognitive und emotionale Elemente verbunden werden können, so dass sowohl die Erweiterung der analytischen Kompetenz beim Umgang mit Lyrik Berücksichtigung findet als auch die Subjektivität des Lerners. Gelingt dies, so kann Lyrik sich auch im Unterricht mit ihrer Magie entfalten.

Literatur: Stocker, Karl: Wege zum kreativen Interpretieren: Lyrik, - Sekundarbereich, Hohengehren 1993. – Waldmann, Günter: Produktiver Umgang mit Lyrik, - Eine systematische Einführung in die Lyrik, ihre produktive Erfahrung und ihr Schreiben, Baltmannsweiler 1992.

Hauptstudium

Prof. Dr. Dieter Arendt

Heinrich Heine zwischen Deutschland und Europa

Hauptseminar                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF

Mi 10-12, B128                              Beginn: 18.10.2000

Heinrich Heines Werk soll nahe gebracht werden anhand von Schlüsseltexten zu relevanten Motiven und Themen seines Lebens und seiner Zeit: H. Als „Romantique défroqué“; H’s romantische Ironie als politische Buffonerie: H. und das „Ende der Kunstperiode“; H’s pikarische Existenz; H. und das Hegelsche „Schulgeheimnis“; H. zwischen Deutschland und Europa; H. als „Flaneur“ in Paris; H. und die spanische Kulisse; H. als „Sohn der Revolution“; H. auf der Bühne des theatrum mundi; H’s „blasphemisch-religiöse“ Konfession usw.

Themen für Referate können ab sofort in der Sprechstunde entgegengenommen werden.

Literatur: Wolfgang Hädecke: Heinrich Heine. Eine Biographie. Rowohlt-Tb. 1989. Jan-Christoph Hauschild: „Zweck des Lebens ist das Leben selbst“. Heinrich Heine. Eine Biographie. Köln 1997. Renate Stauf: Der problematische Europäer. Heinrich Heine im Konflikt zwischen Nationenkritik und gesellschaftlicher Utopie. Heidelberg 1997.

Prof. Dr. Dieter Arendt

Doktoranden- und Magisterthemen

Oberseminar                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF

Fr 11-13, B212                              Beginn: 20.10.2000

Nur nach persönlicher Rücksprache für Magistranden und Doktoranden.

Dr. Karl W. Bauer

Kindheitsbilder in Literatur und Medien

Hauptseminar                              L1, L2, L3, L5, DaF, MA.

Di 16-20, B31 (14-tägl.),                               Beginn: 17.10.2000

Die Darstellung von Kindern und Kindheiten in verschiedenen literarischen Genres und Medien soll an ausgewählten Beispielen untersucht werden. Zugleich wären dabei die sozial- und kulturgeschichtlichen Ansichten vom Wandel der Kindheit seit dem 18. Jahrhundert zu diskutieren.

Dr. Karl W. Bauer

Examenskolloquium

Kolloquium                              Examenskandidatinnen/en vom SS 2001

Di 16-20, B31 (14-tägl.),                               Beginn: 24.10.2000

Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Apr./Mai 2001 ihr Examen ablegen.

Prof. Dr. Swantje Ehlers

Das Lesebuch im Sekundarbereich

Hauptseminar                              L2, L3, HF/NF, MA, Prom.

Mi 10–12, E4                              Beginn: 18.10.2000

Gegenstand des Seminars sind Lesebücher, die für den Sekundarbereich entwickelt wurden. Untersucht werden sollen der Aufbau, die Konzeption und der Lektürekanon von Lesebüchern, ihre Rolle im Deutschunterricht und ihre historische Veränderung. Die zugrundeliegenden literaturdidaktischen und pädagogischen Leitvorstellungen sollen herausgearbeitet und kritisch geprüft werden.

Voraussetzung für die Teilnahme an dem Hauptseminar ist der Besuch der Vorlesung zur „Entwicklung der Literaturdidaktik“. Anmeldungen bitte im Sekretariat, Zi. 206. Zur Vorbereitung sollte Einblick in Lesebücher genommen werden.

Prof. Dr. L. Bredella / Prof. Dr. H. Christ / Prof. Dr. S. Ehlers / Prof. Dr. M. Legutke / Prof. Dr. F.-J. Meißner / Prof. Dr. D. Rösler

Fremdsprachendidaktisches Doktorandenkolloquium

Oberseminar          

Mo 18–20, B33                              Beginn: 23.10.2000 (14-täg.l)

Prof. Dr. Swantje Ehlers

Examenskolloquium

Oberseminar          

Mo 18-20, B33                              Am 27.11.2000 und 15.01.2001(weitere Termine: n. Absprache)

Prof. Dr. Carsten Gansel

Integrativer Deutschunterricht

Oberseminar/Examenskoll.                              L1,2,3,5, MA, Prom., HF/NF, DaF

Di 18-20, B210                              Beginn: 17.10.2000

In den Lehr- und Bildungsplänen wie im Deutschunterricht spielen Forderungen nach einer Vernetzung der einzelnen Disziplinen und Arbeitsgebiete eine immer größere Rolle. Die ständige Suche nach neuen Lernwegen und Strategien ist Reflex auf eine zunehmende Komplexität und die Notwendigkeit, Strukturwissen auszubilden. Vor diesem Hintergrund wird das Konzept eines integrativen Deutschunterrichts diskutiert, der u.a. eine Vernetzung schulischer wie außerschulischer Lebenswelten bedeutet. Verschiedene Ansätze eines integrativen Unterrichts werden an Beispielen und neuen Deutschbüchern diskutiert. Im Seminar sollen schließlich eigene Vorschläge für integrative Einheiten erarbeitet werden.

Der zweite Teil des Seminars dient der Examensvorbereitung und ist für Examenskandidaten verbindlich.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Novelle, Erzählung, Kurzgeschichte – Theorie und Praxis

Hauptseminar                              L1,2,3,5, MA, Prom., HF/NF, DaF

Mi 10-12, B210                              Beginn: 18.10.2000

Schwerpunkt des Seminars bilden kurze Prosatexte insbesondere des 20. Jahrhunderts. Entwicklungslinien insbesondere bis in das 18. Jahrhundert werden zurückverfolgt und neben Texten deutscher Autorinnen und Autoren auch solche aus der amerikanischen, russischen, französischen Literatur einbezogen. In diesem Rahmen kommen Formmerkmale zur Sprache und erfolgt eine Analyse jener Texte, die unter Kanonaspekten – und nicht zuletzt für den Deutschunterricht – von besonderer Bedeutung sind. Obwohl es nicht um das Entwerfen einer normativen Gattungspoetik geht, werden Unterschiede von Kurzgeschichte, Erzählung, Novelle bis hin zu postmodernen Entwicklungen in der Gegenwart konfrontativ untersucht. Im Ergebnis des Seminars soll ein Reader entstehen, der für den Literaturunterricht maßgeblich Texte zusammenfaßt.

Um den Einstieg in das Seminar zu erleichtern, sollten in der Semesterpause ausgewählte Texte gelesen werden. Hinweise dazu finden sich auf einer Liste der Primär- und Sekundärliteratur, die im Sekretariat Zimmer 207 bzw. an der Informationstafel vor Raum 208 einzusehen ist.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Examenskolloquium

Oberseminar                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF

Di 8.30-10, B210                              Beginn: 24.10.2000

Es sollen Fragen und Probleme der Vorbereitung und des Ablaufs von Prüfungen besprochen sowie wichtige, häufig gewählte Prüfungsthemen exemplarisch behandelt werden.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Veränderungen der Medienlandschaft

Hauptseminar                              L1, L2, L3, L5, MA, Prom., HF/NF, DaF

Mi 10-12, Ort: s.Aushang                              Beginn: 18.10.2000

In den letzten Jahren hat sich die Veränderung der Medienlandschaft nicht nur in Deutschland beschleunigt: Der Konzentrationsprozess hat zugenommen, neue TV-Formate wurden angeboten und angenommen, Infotainment hat sich in den meisten Medien und Programmbereichen auf verschiedenste Weise etabliert. Und last not least: Multimedia und Internet haben sich schon heute so tiefgreifend in den verschiedensten Lebensbereichen verankert, dass man sie insbesondere in ihren Verbindungen zu den älteren neuen Medien genau beobachten muss.

Die Vermutung erhärtet sich immer stärker, dass die Wirklichkeitsbilder, insbesondere die von Kindern und Jugendlichen, in wichtigen Dimensionen Medienbilder sind, die durch soziale Wirklichkeiterfahrungen nicht mehr hinreichend korrigiert werden können.

Wir wollen im Seminar in thematisch und genrespezifisch definierten Arbeitsgruppen eine "Bilanz 2000" ziehen. Die Mitarbeit in einer solchen Arbeitsgrupope ist Teilnahmebedingung.

Voranmeldung: Zimmer 207.

Prof. Dr. Helmut Gebelein / Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Alchimie, Hermetik und Magie in der deutschen Literatur

Hauptseminar                              L1, L2, L5, DaF, MA, Prom., HF/NF

Mo 16-18, C26                              Beginn: 16.10.2000

Die Alchemie – auch Alchimie oder Alchymie – war im späten Mittelalter und in der frühen Neuzeit eine universale Wissenschaft. Die Hermetik ist eine Bezeichnung für das spätantike Schrifttum, das religiöse Offenbarungs- und Geheimlehren behandelt, als deren Verfasser Hermes Trismegistos angesehen wurde. In einem übertragenen Sinn meint Hermetik die Beschäftigung mit Geheimlehren überhaupt. Zu ihnen gehören auch magische Praktiken, mit denen Menschen versuchen, die Materie mit Methoden zu beeinflussen, die die modernen Naturwissenschaften als irrational bezeichnen. Das Seminar möchte diesen Überlieferungen in Texten von Goethe und Thomas Mann, aber auch von weniger prominenten Autoren wie z.B. Werner Bergengruen und Gustav Meyrink nachspüren. Auch in Märchen zeigen sich Folgen dieser Traditionen, auf die das Seminar aufmerksam machen möchte.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Kolloquium für Examenskandidaten

Kolloquium                              L1, L5

14-tägl.                              Termine: Siehe Aushang

Dr. Rüdiger Vogt

Theorie und Empirie des Schriftspracherwerbs

Hauptseminar                              L1, L5

Mo 10-12, B210                              Beginn: 16.10.2000

Das Wissen von Sprache sowie das Bewußtsein über Sprache von 5 bis 9jährigen Kindern steht im Mittelpunkt dieser Veranstaltung. Die grundlegenden entwicklungspsychologischen Arbeiten sollen ebenso aufgearbeitet werden wie die klassischen methodischen Konzepte zum Schriftspracherwerb. Darüber hinaus sind die Teilnehmer herzlich eingeladen, an der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung einer empirischen Studie über einen einzelnen Aspekt des Themas mitzuarbeiten.

Dr. Rüdiger Vogt

Tendenzen der Sprachdidaktik

Haupt-/Oberseminar                              L1, L2, L3, L5

Di 8-10, C27                              Beginn: 17.10.2000

In dieser Veranstaltung sollen neue Arbeiten aus der sprachdidaktischen Forschung aufgearbeitet und diskutiert werden. Das Programm wird zusammen mit den Teilnehmern entwickelt. Examenskandidaten haben hier darüber hinaus die Chance, sich mit dem Prüfungswesen zu beschäftigen.

Schulpraxis

Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 2000/2001 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt.

Praktikumsvorbereitende Veranstaltungen

Bauer               Mi 10-12, C26                                                              Beginn:                        18.10.2000

Berndt              Mo 16-18, F7          z.T. als Block                                  16.10.2000

Fritz                 Mo 08-10, C26                                                                    16.10.2000

Vogt                 Mo 16-18, B210                                                                  16.10.2000

Wachtel            Mo 12-14, B24                                                                    16.10.2000

Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen nach Vereinbarungen. Siehe auch Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.

Deutsch als Fremdsprache

Einmalige Einführungsveranstaltung für alle Studienanfänger im Bereich Deutsch als Fremdsprache (Aufbaustudiengang, Magister-Nebenfach, Zusatzfach im Studiengang Neuere Fremdsprachen) Mi, 18.10.2000, 13-14 Uhr, B210

Die Lehrveranstaltung Einführung in das Studium Deutsch als Fremdsprache findet erst im kommenden SS 2001 statt.

Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.

Elisabeth Althauser

Testen, Prüfen, Bewerten in der Mittel- und Oberstufe

Seminar                              DaF

Do 14-16, B210                              Beginn: 19.10.2000

Als DaF-Lehrerin/DaF-Lehrer werden Sie früher oder später einmal in die Situation kommen zu testen, zu prüfen und zu bewerten. Dieser - oft nicht nur für Lerner unliebsame - Themenkomplex ist Gegenstand des Seminars.

Das Seminar wird Sie im ersten Teil mit den theoretischen Grundlagen von Tests (z.B. Aufgabentypen und ihre Eignung für bestimmte Testziele) und mit verschiedenen Prüfungen der Mittel- und Oberstufe (z.B. Zentrale Oberstufenprüfung, Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang, TestDaF) vertraut machen.

Der zweite Teil des Seminars wird der Umsetzung in der bzw. in die Praxis gewidmet sein. Sie sollen sowohl vorliegende Tests und Prüfungen sowie deren Bewertung kritisch analysieren als auch selbst Tests und Prüfungen erstellen. Darüber hinaus werden Sie möglicherweise Gelegenheit haben, an Prüfungen (als Beobachter) teilzunehmen.

Prof. Dr. Swantje Ehlers

Landeskunde im Unterricht DaF

Proseminar                              HF/NF, MA, DaF

Di 16–18, B210                              Beginn: 17.10.2000

Landeskunde ist eine Komponente des Faches Deutsch als Fremdsprache, die in jedem Curriculum ihren Platz hat. In welcher Beziehung Landeskunde zu anderen Teilgebieten von Deutsch als Fremdsprache steht, wie Methodik-Didaktik, mündliche Kommunikationsfähigkeiten, Literatur, und welche Konzeption von Landeskunde es gibt, sind leitende Fragestellungen für das Seminar.

Literatur: Fremdsprache Deutsch „Landeskunde“, Juni 1992. – P. Mog (Hrsg.) (1992): Die Deutschen in ihrer Welt. München: Langenscheidt.

Susanne Even

Dramapädagogische Grammatikvermittlung

Seminar                              DaF

B 210: Fr 10.11., 15.12., 09.02., 14-19, Sa 16.12. und 10.02., 09-14

Deutschlernende unterschiedlichster Muttersprachen können oft nur mit unzureichenden Grammatikkenntnissen aufwarten, die den mühelosen Umgang mit der Fremdsprache erschweren. Jahrelange Erfahrungen mit Deutsch und längere Aufenthalte in deutschsprachigen Ländern scheinen wenig Abhilfe zu schaffen. Fossilisierte Fehler und Frustration sind die Folge. Grammatik bleibt das, was man 'einfach nicht kann'. In den seltensten Fällen wird sie als ein System erfahren, das mit dem eigenen Sprechen direkt verbunden ist und den Fremdsprachenlernenden größere Sprachhandlungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt.

Im Rahmen von drei Wochenendseminaren möchte ich diesen 'fehlenden' Zusammenhang näher beleuchten und alternative Herangehensweisen an Grammatikunterricht nicht nur zur Diskussion, sondern auch zur praktischen Erfahrung stellen. Unter Zuhilfenahme dramapädagogischen Methodeninventars soll ein konkreter, anfaßbarer Zugang zu Grammatikwissen und Grammatikgebrauch eröffnen werden, der sprachliche Phänomene in ihrem sinnvollen Verwendungszusammenhang präsentiert und gleichzeitig die Einsicht in Regeln der Grammatik gezielt fördert.

Dramapädagogisch orientierte Grammatikvermittlung ist darauf angelegt, die grammar awareness der Lernenden aufzubauen, damit ein genußvolles Spielen mit der Fremdsprache möglich gemacht und Grammatik als etwas erfahren wird, das sich darstellen, inszenieren und damit persönlich 'erobern' läßt.

Literatur: Schewe, Manfred 1993: Fremdsprache inszenieren. Zur Fundierung einer dramapädagogischen Lehr- und Lernpraxis. Oldenburg: Zentrum für pädagogische Berufspraxis der Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Prof. Dr. Michael Legutke / Prof. Dr. Dietmar Rösler

Kolloquium Fremdsprachenlernen und die Neuen Medien

Kolloquium            

Di 18-20, B26                              Beginn: 17.10.2000

Gegenstand des Kolloquiums sind neuere Texte und Forschungsprojekte zum Fremdsprachenlernen mit den Neuen Medien. Eine Teilnahme ist nur möglich nach persönlicher Anmeldung.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

Proseminar                              Aufbaustudiengang, MA, NF

Di 14-16, B210                              Beginn: 17.10.2000

Dies ist eine Pflichtveranstaltung für diejenigen Studierenden, die Deutsch als Fremdsprache als Aufbaustudium, als Magisternebenfach oder als ‘F6-Zusatzfach’ beginnen. Sie gibt einen ersten Überblick über alle Aspekte des natürlichen und institutionell gesteuerten Lernens des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Fremdsprachenlernen in Projekten

Seminar                               Aufbaustudiengang, MA, NF

Mo 14-16, B210                              Beginn: 16.10.2000

Mit Projekten, so glaubt und hofft man, lassen sich die engen Grenzen des Klassenzimmers überschreiten; mit ihnen kann man zumindest teilweise die ‚wirkliche Welt’ in den Unterricht holen und Ernsthaftigkeit von Kommunikation und Selbstbestimmung der Lernenden fördern.

Im Seminar wird anhand verschiedener Projekte aus dem Bereich Deutsch als Fremdsprache diskutiert, wie Projekte aufgebaut sind und welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit Projekte erfolgreich sein können.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Grammatikvermittlung

Seminar                              Aufbaustudiengang, MA. NF

Mo 10-12, B31                              Beginn: 16.10.2000

Das Seminar behandelt Fragen wie: Welche Rolle hat die Grammatik in der Fremdsprachenvermittlung gespielt, welche spielt sie heute? Was sind didaktische Grammatiken? Welche Rolle spielen Ergebnisse aus der Erforschung des natürlichen Spracherwerbs für die Grammatikvermittlung im Bereich des institutionellen Lernens? Wenn man meint, Grammatik lehren zu können, was muß man dann als Lehrer oder Lehrmaterialmacher beachten im Hinblick auf:

-   Lernziele und Lerner,

-   Lernort (innerhalb oder außerhalb des zielsprachigen Raums),

-   Reihenfolge des Vorkommens grammatischer Phänomene im Lehrmaterial,

-   Steilheit der Progression,

-   Art der Darstellung,

-   Art der Vermittlung?

In dieser Veranstaltung werden unterschiedlichste Vermittlungsformen von der traditionellen Übung bis zum entdeckenden Lernen behandelt. Als ideale Ergänzung zu diesem Seminar bietet sich das experimentelle Seminar von Frau Even zur dramapädagogischen Grammatikvermittlung an.

Nicola Würffel

„Vom Arbeitsblatt zum Lernprogramm“ -Einführung in die Aufgabengestaltung mit dem Computer

Seminar                              Aufbaustudiengang DaF, NF MA,

Fr/Sa: 08./0912., 12./13.01., 26.01. 14-19/09-14, B26

Häufig stehen DaF-LehrerInnen vor dem Problem, selber Aufgaben- und Übungsmaterialien erstellen zu müssen, weil die unterrichtstragenden Lehrwerke zu wenig lernproblemspezifisches oder nur unzureichendes Material anbieten. Der Computer kann bei dieser Arbeit vieles einfacher und manch Neues möglich machen.

Das Seminar wird in die Nutzung unterschiedlicher Softwareprogramme einführen und auf diesem Wege die Möglichkeiten der Computernutzung bei der Unterrichtsvorbereitung und –durchführung aufzeigen. Die praktische Erstellung von Aufgaben- und Übungsblättern sowie von kleinen Lernprogrammen wird dabei im Vordergrund stehen. Am Ende des Seminars ist eine Präsentation und Diskussion der Arbeitsergebnisse vorgesehen. Das Seminar ist auch für ungeübtere ComputernutzerInnen geeignet.

Anmeldung bitte bis zum 27.10.2000 per email an:

nicola.c.wuerffel@germanistik.uni-giessen.de

Literatur: Donath, R. (Hrsg.) (1998): Deutsch als Fremdsprache. Projekte im Internet. Stuttgart: Klett, S. 5-12 und 19-24. Neue Medien im Deutschunterricht.  Fremdsprache Deutsch 2/1999. Heft 21, S. 5-12 und 26-33.

Prof. Dr. Helga Schwenk

Differenzieller Deutschunterricht für monolinguale und bilinguale Schüler

Proseminar                              L1, L5, DaF

Blockseminar                              Vorbesprechung: Do 08.02.1999; 12-13Uhr, B210

Termine: Fr 16.02.2001, 10-18; Sa 17.02., 09-18; Mo 19.02., 09-18; Di 20.02.; 09-18.

 

 

 
Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de


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Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr