JLU Giessen

Fachbereich 05
Sprache, Literatur, Kultur

Germanistik

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis

Wintersemester 1996/97


Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs Vorlesung Einführungsseminare


Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur


Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literatur


Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur


Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs

Einführung in das Studium der Germanistik für Erstsemester

Vorlesung

Hochschullehrer / Hochschullehrerinnen des Fachbereichs
Ringvorlesung
L1 (WF), L 2, L 3, L 5, Mag. Prom., HF/NF
Di 9-11, A 2 Beginn: 22.10.


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Einführungsseminare

Prof. Dr. Wolfgang Gast
Einführung in die Literatur- und Mediendidaktik
Proseminar L1, L2, L5, HF/NF Mag./Prom, DaF
Di 11-13, B210 Beginn: 21.10.1996
Die Studierenden werden in Techniken, Methoden, Begriffe und Fragestellungen des Faches Germanistik eingeführt. Schwerpunkte dieses Seminars werden die Arbeitsgebiete Literatur- und Mediendidaktik sein. Eine "Einführung in die Medienpädagogik" in Buchform wird voraussichtlich ab Anfang Oktober im Institut zu erhalten sein.

Dr. Manfred Koch
Einführung in die Germanistik mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft
Einführung 1,2,3,5, Mag., DTM
Mi 11-13, B 19 Beginn: 23.10.1996
Dieser Einführungskurs besteht aus einem Seminar (2 Wochenstunden) und einem Tutorium (2 WS). Im Seminar werden wir uns mit Dramen und Novellen Goethes zum Thema Französische Revolution beschäftigen; anhand dieser Texte wird eine Einführung in grundlegende Verfahrensweisen der Literaturinterpretation gegeben. Im Tutorium geht es um das Erlernen von Techniken der wiss. Arbeit: Benutzung von Hilfsmitteln (Bibliographien, Lexika), Verfassen von Protokollen, Referaten, Seminararbeiten etc.
Lit.: Eckhart Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 3. Aufl. München 1993 (bitte anschaffen).

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Prof. Dr. Christine Lubkoll
Einführungsseminar mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft
L1,L2,L3,L5, Mag.
Di 11-13, C 28 Beginn: 22.10.1996
In diesem Einführungskurs werden Grundbegriffe, Methoden und Arbeitstechniken der Literaturwissenschaft vermittelt und exemplarisch erprobt. Schwerpunkte bilden die Analyse von Erzähltexten und die Lyrikinterpretation. Die Teilnahme an einem zweistündigen Tutorium ist verbindlich.
Ein Aushang mit Hinweisen zur Vorbereitung findet sich ab Mitte September an meiner Tür, Raum 137.

Klaus-Peter Ulbrich
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsseminar L1 (WF), L2, L3, L5, Mag.
Di 11-13, B 31 Beginn: 22.10.1996
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft. Ziel des Seminars ist die Fähigkeit,
1. mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
2. eigene kleine Arbeiten zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung
- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

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Dr. Rüdiger Vogt
Einführung in die Sprachwissenschaft/Sprachdidaktik
Einführungsseminar L1, 2, 5
Di 11-13, B 210 Beginn: 22.10.
In dieser Veranstaltung beschäftigen sich die Studierenden mit einigen grundsätzlichen Aspekten von Sprache und ihrem Gebrauch: Ausgehend vom Kommunikationsbegriff werden unterschiedliche Konzeptualisierungen von Sprache thematisiert. Der Gegensatz von Mündlichkeit und Schriftlichkeit erfährt ebenso Aufmerksamkeit wie der Begriff des Textes. Eine Einführung in die Grundlagen grammatischer Sprachbeschreibung orientiert das Interesse der Teilnehmer auf die Organisation sprachlicher Formen in Text und Dialog.
Die Studierenden
- arbeiten selbständig an konkreten Texten
- erproben elementare sprachwissenschaftliche Verfahren,
- erhalten Gelegenheit, im Seminar Kurzreferate zu halten,
- erarbeiten selbständig eine Hausarbeit.
Zu diesem Seminar wird ein begleitendes Tutorium stattfinden.

Dr. Martin Wachtel
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsveranstaltung
Di 11-13, B106 Beginn 22.10.1996
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft. Die Studierenden sollen lernen,
- mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
- eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

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Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur

Deutsche Sprache

Vorlesungen

Prof. Dr. G. Fritz
Grundfragen der Linguistik
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., DaF
Fr 11-13, A 4 Beginn: 25.10.1996
Vielleicht haben Sie sich schon einmal eine der folgenden Fragen gestellt:
- Wie schreibt man verständlichere Texte? (eine sehr praktische Frage),
- Wie lernen Kinder so schnell eine so schwierige Sprache wie das Deutsche? (eine sehr schwierige Frage),
- Warum verändert sich die Sprache dauernd? (eine sehr alte Frage),
- Gibt es Aufbauprinzipien, die allen Sprachen gemeinsam sind? (eine sehr universelle Frage).
Diese Fragen sollen - neben vielen anderen - in dieser Vorlesung behandelt werden. Die Vorlesung soll zeigen, was Sprachtheorien sind und warum man vor ihnen keine Angst haben muß, sie soll zeigen, wie man unterschiedliche linguistische Beschreibungsmethoden anwendet, und sie soll schließlich auch einiges Faktenwissen über die deutsche Sprache und die Formen ihrer kommunikativen Verwendung vermitteln. Die Vorlesung wendet sich an Anfänger und Fortgeschrittene. Eine kurze Übersichtsbibliographie wird zu Beginn des Semesters ausgegeben. Wenn Sie diese Texte alle lesen wollen, brauchen Sie ca. drei Jahre. Die Vorlesung vermittelt den Überblick in einem Semester. Übrigens: Am Freitag ist es sehr schön an der Uni.

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PD Dr. Helmut Nowicki
Grundfragen der Morphologie: Eine Einführung
Vorlesung/Übung
Do 11-13, G 27 Beginn: 24.10.1996
Morphologie ist im weitesten Sinne die "Lehre von den Wortformen". Diese stehen auch im Mittelpunkt der geplanten Veranstaltung: Ihre Analyse und die Gewinnung morphologischer Grundelemente, Beschreibung der Flexion und Analyse von Wortbildungsprinzipien. Außerdem sollen die unterschiedlichen Konzepte der Item- and Arrangement-Grammar, die Prozeßmorphologie und das Word-and-Paradigm-Model behandelt werden.


Grundstudium

Dr. Roland Mulch
Aspekte der Dialektologie
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Do 14-16, Phil. II, Haus E, Raum 07: Beginn: 24.10.1996
Nach der Meinung Friedrich Dürrenmatts gibt das in Gefahr geratene Gemeinwesen "seine juristische Sprache auf und wendet sich an das Volk, ... fällt in die 'Volkssprache' zurück."
Vor diesem Hintergrund soll in diesem Proseminar nach der Bedeutung einer neuerlichen Renaissance der Dialekte und des gegenwärtigen Mundartbooms gefragt werden. Es gilt eine Brücke zu schlagen zwischen den traditionsreichen dialektgeographischen Ansätzen europäischer Mundartforschung der letzten einhundert Jahre und den neueren, an modernen Grammatiktheorien und sozialdialektologischen Überlegungen orientierten Aspekten in diesem Bereich. Neben dem Problem einer Dialekttheorie ist auch nach der pragmatischen Komponente der dialektalen Sprachvarietät zu fragen.

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Dr. Regina Quentin
Geschlechtsspezifische Kommunikation in Schule und Hochschule
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.
Do 18-20, B33 Beginn: 21.10.1996
Gegenstand der Lehrveranstaltung ist der Zusammenhang von Sprache und Geschlecht. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die in Schule und Universität ablaufenden Kommunikationsprozesse geschlechtsspezifische Züge aufweisen, ob es ein unterschiedliches Sprachverhalten von Mädchen und Jungen, Studentinnen und Studenten, gleichermaßen der jeweils Lehrenden gibt; ferner, inwieweit die vorfindlichen Dialogstrukturen die in diesen Institutionen stattfindenden Interaktionen widerspiegeln.
Einführende Literatur: Günthner, Susanne / Kotthoff, Helga (Hg.): Die Geschlechter im Gespräch. Kommunikation in Institutionen. Stuttgart 1992

Dr. J. Riecke
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L2, L3, L5, Mag., DaF
Do 14-16, B 106 Beginn: 24.10.1996
Das Seminar richtet sich an Studierende, die eine nicht-sprachwissenschaftliche Einführung besucht haben. Die Veranstaltung soll Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Themen, Theorien und Methoden der germanistischen Sprachwissenschaft vermitteln. Die behandelten Schwerpunkte werden durch Referate der Teilnehmer vorgestellt.
Zur vorbereitenden Lektüre empfohlen sei: Angelika Linke - Markus Nussbaumer - Paul R. Portmann, Studienbuch Linguistik, 2. Aufl., Tübingen 1994.

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Dr. Herbert Schmidt
Sprachkontakt
Proseminar L1 (WF), L2, L3, L5, Mag.
Mi 11-13, B 33 Beginn: 23.10.1996
Auf welche Weise wirken Sprachen aufeinander ein? Warum und von wem werden Wörter, Wortbildungs- und Satzbaumuster von einer fremden in die eigene Sprache übernommen? Untersucht werden sollen die hauptsächlich lexikalischen und syntaktischen Veränderungen und Erweiterungen, die das Deutsche durch seinen Kontakt mit anderen Sprachen in verschiedenen Perioden seiner Geschichte erfahren hat. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Einflüssen der lateinischen (seit ahd. Zeit), der französischen (besonders im 17./18.Jh.) und der englischen Sprache (19./20.Jh.) liegen, daneben wird auch den griechischen, italienischen und slawischen Einwirkungen nachgegangen.
Literatur: C. J. Wells: Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945. Tübingen 1990. P. v. Polenz: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Bd.II: 17. und 18. Jahrhundert. Berlin, New York 1994, S.49-106. M. Wandruszka: Die europäische Sprachengemeinschaft. Deutsch - Französisch - Englisch - Italienisch - Spanisch im Vergleich. Tübingen 1990. Helmut Glück, Wolfgang Werner Sauer: Gegenwartsdeutsch. Stuttgart 1990, S.94-105.

Britt-Marie Schuster M.A.
Einführung in die Phraseologie
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.
Do 14-16, B 31 Beginn: 21.10.1996
In unserer alltäglichen Kommunikation gebrauchen wir relativ häufig Redewendungen, um bestimmte Ereignisse, Handlungen/Verhaltensweisen von Personen zu charakterisieren (z.B. "den Teufel an die Wand malen"). In diesem Seminar soll zunächst herausgearbeitet werden, wie sich Phraseologismen klassifizieren lassen und welche syntaktischen und semantischen Besonderheiten sie bspw. gegenüber Wörtern oder auch usualsierten Metaphern aufweisen. Daneben soll im Seminar ein besonderer Schwerpunkt darauf gelegt werden, welche kommunikative Funktion Phraseologismen in unterschiedlichen Textsorten übernehmen und welcher Status ihnen innerhalb bestimmter Argumentationsmuster zukommt, wobei auch der Entstehungs- und Etablierungsprozeß von Phraseologismen nachvollzogen werden soll.

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Dr. Martin Wachtel
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,2,3,5, Mag. HF/NF, DaF
Dienstag 16-18, B31 Beginn: 22.10.1996
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.
Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,
- mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,
- selbständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Zu den Arbeitsformen: In einem Reader werden einführende Texte zu den einzelnen Themenbereichen zusammengestellt. Diese sollen von allen TeilnehmerInnen zur Vorbereitung auf die Seminarsitzungen gelesen werden. Die Themen werden von Studierenden in Referatform vorgestellt. Für diesen Zweck wird weiterführende Literatur zur Verfügung gestellt.

Dr. Martin Wachtel
Rechtschreibung und Rechtschreibreform
Proseminar L1,2,3,5, Mag. HF/NF, DaF
Do 9-11, C30 Beginn: 24.10.1996
Die Rechtschreibung ist die Konvention, die die systematische und einheitliche Verschriftung von Sprache durch Buchstaben regelt. Die zur Zeit noch gültige Rechtschreibung wurde durch die Rechtschreibkonferenzen von 1876 und 1901 offiziell geregelt. Die heute beklagten Probleme der deutschen Rechtschreibung resultieren aus dem damals festgeschriebenen Zusammenwirken von zum Teil kontroversen orthographischen Prinzipien. Hier soll die jüngst von den Ministerpräsidenten der Länder beschlossene 'neue' Rechtschreibreform Abhilfe schaffen.
Das Seminar wird folgende Themen behandeln:
- Geschichte der deutschen Rechtschreibung.
- Prinzipien und Regeln der gültigen Rechtschreibung.
- Änderungen, die in der 'neuen' Reform beschlossen wurden.
Mögliche fachdidaktische Konsequenzen der Reform.

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Hauptstudium

Prof. Dr. G. Fritz
Deutsche Grammatik
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DaF
Do 11-13, B 106 Beginn: 24.10.1996
Das Seminar vermittelt Grundlagen der grammatischen Analysemethoden und Grundkenntnisse in zentralen Bereichen der deutschen Grammatik, sozusagen das grammatische Handgepäck des Germanisten für alle Lebenslagen. Inhaltliche Schwerpunkte bilden die Struktur der Nominalphrase (die vom Kanzler seit Jahren angekündigten Sparmaßnahmen im Personalbereich) und die Syntax des Verbs (daß Peter die Bücher hat wollen übersetzen lassen, Peter hat die Bücher übersetzen lassen wollen). In beiden Bereichen sollen besonders auch die Wortstellungsregularitäten behandelt werden. Um die Teilnehmer mit Darstellungsformen und Nutzungsmöglichkeiten unterschiedlicher Grammatiken vertraut zu machen, sollen Arbeitsgruppen Grammatikvergleiche zu einzelnen Problemfeldern erarbeiten. Neben der Duden-Grammatik (4. Aufl. 1984) sollen vor allem Heringers "rezeptive Grammatik" ("Lesen lehren lernen", 1988), Eisenbergs "Grundriß der deutschen Grammatik" (3. Aufl. 1994) und Weinrichs "Textgrammatik" (1993) herangezogen werden. Erste Hinweise auf die Art der syntaktischen Betrachtung, die im Seminar praktiziert werden soll, finden Sie in Grewendorf/Hamm/Sternefeld: Sprachliches Wissen. Frankfurt am Main 1987, 156-181; 213-216.

Th. Gloning

Text und Hypertext - Linguistische Grundlagen und Anwendungen
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF, Mag., Prom.
Mi 9-11, B 33 Beginn: 23.10.1996
Ein Hypertext besteht vereinfacht gesagt aus wohlüberlegt abgeteilten Textportionen, die untereinander durch Querverbindungen so vernetzt sind, daß ein Benutzer entsprechend seinen Interessen und Wissensvoraussetzungen eine eigene Reihenfolge bei der Lektüre dieser Textportionen an einem Computer wählen kann. Wichtige Anwendungsbereiche für Hypertexte sind z.B. Lehr/Lern-Zusammenhänge, Online-Hilfen, elektronische Wörterbücher, Texteditionen, Expertensysteme und die Darbietung von strukturierten Informationen im Internet. Hypertexte werden mit einem einfachen »Markup«-System ausgezeichnet (HTML, Hypertext markup language). Die Produktion von Hypertexten hat zunächst einen handwerklichen Aspekt: man muß die Regeln von Markup-Systemen wie HTML lernen, was erfahrungsgemäß nicht allzulange dauert. Zum anderen muß man aber über Formen und Möglichkeiten der Textorganisation gründlich nachdenken, die für diese neue Art von Netzwerk-Texten überhaupt geeignet sind. Die Textlinguistik bietet uns mächtige Werkzeuge und theoretische Grundlagen für das Design von Hypertexten. Im Seminar sollten wir eine dreifache Zielsetzung verfolgen: (1) Vermittlung der Grundzüge von Markup-Systemen (HTML, Hypertext markup language; SGML, Standard generalized markup language; TEI, Text encoding initiative); (2) Vermittlung der textlinguistischen Grundlagen für Hypertext-Design und Übungen zum praktischen Einsatz; (3) Überblick über Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten von Hypertexten und Markup-Systemen in verschiedenen Bereichen der Textverarbeitung und Textdarbietung.
Qualifikation: Regelmäßige Teilnahme, Lektüre und Mitarbeit; Referat/Projekt; Klausur
Literatur zu den linguistischen Grundlagen:
Fritz, G.: Grundlagen einer handlungstheoretischen Texttheorie. Mskr. Gießen 1994.
Zu Hypertext, SGML und einigen Anwendungen: Barrett, E. (ed.): The society of text. Hypertext, hypermedia, and the social construction of information. Cambridge, Mass./ London 1989.
Burnard, L./ Sperberg-McQueen, C.M.: TEI lite. An introduction to text encoding for interchange. 1995 (TEI U 5).
Freisler, S.: Hypertext - eine Begriffsbestimmung. In: Deutsche Sprache 22 (1994)
Goldfarb, Ch.F.: The SGML handbook. Oxford 1990.
Huitfeldt, C.: Multi-dimensional texts in a one-dimensional medium. In: Computers and the Humanities 28 (1995) 235-241.

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Th. Gloning
Geschichte von Kommunikationsformen
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF, Mag., Prom.
Di 16-18, B 33 Beginn: 22.10.1996
Wenn Sie Ihren Tageslauf in Gedanken durchgehen, werden Sie merken, daß ein guter Teil davon aus Kommunikationen besteht: Sie grüßen, Sie rufen jemanden an und plaudern eine Weile, Sie informieren sich über etwas, Sie halten Referate oder stellen Fragen usw. All diese Arten der Kommunikation haben typische Eigenschaften, z.B. bestimmte Themen, Verlaufsmuster oder Rollenverteilungen. Die typischen Eigenschaften von Kommunikationsformen sind historisch veränderlich. Im Seminar sollten wir uns unter anderem mit folgenden Fragen befassen: (1) Welche unterschiedlichen Organisationsprinzipien von Kommunikationen gibt es überhaupt? (2) Wie waren historische Kommunikationsformen organisiert und inwiefern unterscheiden sie sich von unserer heutigen Praxis? (3) Welche Anzeichen für einen Wandel von Kommunikationsformen sind heute erkennbar? - Ein paar Themen, die wir bearbeiten könnten, sind z.B.: Formen des Streitens zur Zeit der Glaubenskämpfe im 16. und 17. Jh.; Anredeformen im Wandel; die Geschichte der Liebeserklärung; medizinische Beratungen; Medienrevolutionen im 15. und im 20. Jahrhundert; ... - Sie müßten die Bereitschaft aufbringen, auch ältere Texte zu lesen und zu bearbeiten, z.B. den Original-Knigge von 1790.
Qualifikation: Regelmäßige Teilnahme, Lektüre und Mitarbeit; Referat; Schlußklausur
Literatur:
Fritz, G.: Geschichte von Dialogformen. In: Fritz, G./ Hundsnurscher, F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse. Tübingen 1994, 545-562.
Gloning, Th.: Sprachreflexive Textstellen als Quellen für die Geschichte von Kommunikationsformen. In: Löffler, H. (Hg.): Dialoganalyse IV. Referate der 4. Arbeitstagung, Basel 1992. Teil 1. Tübingen 1993, 207-217.
Heringer, H.J.: Sprachspiele und ihre Geschichte. In: Heringer, H.J. u.a.: Einführung in die Praktische Semantik. Heidelberg 1977, 60-85.
Jucker, A.H. (ed.): Historical pragmatics. Amsterdam 1995.

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Prof. Dr. Fritz Vahle
Sprache und Bewegung (mit praktischen Übungen)
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Mo 11-13, C 28 Beginn: 21.10.1996
Die wichtigsten Verben aus dem Bereich der Körperhaltung und Bewegung (gehen, stehen, sitzen, tanzen usw.) werden aus sprachhistorischer Sicht betrachtet und in ihrer aktuellen Bedeutung als einzelnes Wort und in Redewendungen untersucht. Die betreffenden Bewegungsvorgänge werden dann auf der Grundlage bestimmter Bewegungslehren (Feldenkrais, Tai Ji, Chi Gong) dargestellt. In diesem Kontext werden auch praktische Übungen durchgeführt, die von einfachen Bewegungserfahrungen in Zusammenhang von Sprache und Musik bis hin zu Bewegungsmeditationen reichen.
Fredrik Vahle: Hupp Tsching Pau - Bewegungsliederbuch. Weinheim/Basel 1995.
Weitere Literatur wird im Seminar bekanntgegeben.

Dr. Martin Wachtel
Informieren mit Fernsehen
Hauptseminar L3, Mag.
Do 11-13, C 28 Beginn: 24.10.1996
Das Seminar gehört zu dem Seminarzyklus des Studienangebotes 'Informationsvermittlung und Medien'. Es beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen des audiovisuellen Berichtens. Das Thema wird unter vier Fragestellungen behandelt:
1. Was sind die wichtigsten Spielarten audiovisuellen Berichtens?
2. Was sind die auditiven und visuellen Gestaltungsmittel des Fernsehberichts?
3. Was wissen wir über Verstehen und Wirkung audiovisueller Texte?
4.Wie werden Fernsehberichte redaktionell geplant, journalistisch vorbereitet und produziert? Dieser Arbeitsschritt beinhaltet die Produktion eines Fernsehberichtes und wird von einem Fernsehredakteur des Hessischen Rundfunks geleitet.

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Mittelalterliche Literatur

Vorlesung

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Erzählkunst der frühen Neuzeit (15. und 16. Jahrhundert) im Überblick
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF, Hörer aller Fach-
bereiche, Gasthörer,WV, GS/HS
Mi 11-13, A 5 Beginn: 23.10.1996
Die volkssprachige Literatur des späten Mittelalters steht in übernationalen und interkulturellen Bezügen. In Romanen und Novellen wird die mittelalterlichen Tradition in spezifischen Abwandlungen weitergepflegt, neu hinzu kommen Themen der zeitgenössischen Renaissance. Beispiele: Prosa-Tristan-Roman, Thüring von Ringoltingen, Melusine, die Romane von Georg Wickram, der deutsche Amadis-Roman, Enea Silvio Piccolomini, Euryalus und Lukretia.
Textausgaben nenne ich in der Vorlesung.
Literatur zur Vorbereitung:
Xenja von Ertzdorff, Romane und Novellen des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt 1989.
Thomas Cramer, Geschichte der deutschen Literatur im späten Mittelalter. München, DTV 1990.
Deutsche Dichter der frühen Neuzeit (1400-1600). Ihr Leben und Werk. Hrsg. von Stephan Füssel. Berlin, Erich Schmidt Verlag 1993
Johan Huizinga, Herbst des Mittelalters. Stuttgart, A.Kröner Verlag 1961 und neuere Auflagen.

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Grundstudium

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Einführung in die Literatur des Mittelalters: Hartmann von Aue: Erec.
Proseminar L3, Mag., Prom., HF/NF, WP, GS
Do 16-18, B 33 Beginn: 24.10.1996
Lektüre des mittelhochdeutschen Textes, sprachgeschichliche Erläuterungen, Übersetzung ins Neuhochdeutsche und inhaltliche Interpretation.Bitte Text, Wörterbuch und Grammatik zur ersten Sitzung mitbringen
Text und Literatur:
Hartmann von Aue, Erec. Tübingen, Max Niemeyer Verlag 1985 und ältere oder neuere Auflagen. (=Altdeutsche Textbibliothek 39)
Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit Berichtigungen und Nachträgen von Ulrich Pretzel. 37. Aufl. Stuttgart, S. Hirzel Verlag 1986 - neuere oder ältere Aufl. können auch benützt werden.
Karl Helm, Abriß der mittelhochdeutschen Grammatik... Tübingen, Max Niemeyer Verlag, neuere oder neueste Aufl.
Artikel: "Hartmann von Aue" in: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon, 2.A. Bd. 3(1981), Sp. 500 ff.
Joachim Bumke, Geschichte der deutschen Literatur im hohen Mittelalter. München, Deutscher Taschenbuch Verlag 1990

Joachim Bumke, Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. Bd. 1 und Bd. 2. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1986

Werner Paravicini, Die höfisch-ritterliche Kultur des Mittelalters. München, R. Oldenbourg Verlag 1994

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Dr. Antje Holzhauer
Der deutsche Minnesang
Proseminar L1, L3, Mag.
Di 14-16, B 106 Beginn: 15.10.1996
Die Entwicklung des deutschen Minnelieds von seinen Anfängen im bairischen Sprachraum bis hin zu Oswald von Wolkenstein ist Thema dieses Seminars. Der Schwerpunkt liegt auf Lektüre und sinngemäßer Übersetzung ausgewählter Lieder. Daneben sollen Fragen zur Bedeutung dieser speziellen Literaturgattung für ihre Zeit gemeinsam beantwortet werden. Ist Minnesang ein Farbfleck im ansonsten "finsteren" Mittelalter? Wer betreibt Minnedichtung, und warum? Was ist eine "Minnefehde"? Wie ist das Verhältnis der Sängerkollegen untereinander? Darf sich ein Minnesänger in die Politik einmischen? Gibt es Humor im Minnelied? Welche Rolle wird der Frau zugeschrieben.
Primärliteratur:
Ulrich Müller/Gerlinde Weiss: Deutsche Gedichte des Mittelalters. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Stuttgart 1993 (Reclam UB 8849).
Minnesang. Mittelhochdeutsche Texte und Übertragungen. Hg. Helmut Brackert. Frankfurt a.M. 1983 (Fischer 6485).
Sekundärliteratur:
Günther Schweikle: Minnesang. Stuttgart 1989 (Metzler 244).
Heinz Bergner (Hg.): Lyrik des Mittelalters. Probleme und Interpretationen. 2 Bde. Stuttgart 1983 (Reclam UB 7896/97).

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Hauptstudium

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
`Fortunatus', ein "neuer Roman" um 1500.
Haupt/Oberseminar L3, Mag., Prom., HF/NF, WP, HS
Di 18-20, B 33 Beginn: 22.10.1996
Voraussetzung für die Teilnahme: erfolgreich bestandene Zwischenprüfung in Germanistik
Zur Vorbereitung: Bitte lesen Sie den `Fortunatus' schon vor dem Seminar!
Fortunatus. Studienausgabe nach der Editio Princeps von 1500. Hrsg. von Hans-Gert Roloff. Stuttgart, Reclam 1996 (Reclam Nr. 7721
Literatur:
Hannes Kästner, Fortunatus - Peregrinator mundi. Welterfahrung und Selbsterkenntnis im ersten deutschen Prosaroman der Neuzeit. Freiburg, Rombach 1990
Xenja von Ertzdorff, Romane und Novellen des 15. und 16. Jahrhunderts in Deutschland. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1989.

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Meister Eckhart (1280-1328): Deutsche Predigten.
Haupt/Oberseminar L3, Mag., Prom., HF/NF, WP, HS
Fr 9-11, C 3 Beginn: 25.10.1995
Bitte beachten Sie: gegenüber dem Vorles.Verzeichnis geänderte Zeit am Freitag!
Gemeinsam mit den Herren Kollegen Prof.Dr.H.Deuser (evang. systematische Theologie) und H.Meinhardt (Philosophie) werden ausgewählte mittelhochdeutsche Predigten Meister Eckharts sprachlich, philosophisch und theologisch interpretiert.
Voraussetzung zur Teilnahme für Germanisten und Germanistinnen: abgelegte Zwischenprüfung in Germanistik, Lateinkenntnisse, Interesse für philosophische und theologische Fragen.
Text:

Meister Eckhart, Deutsche Predigten und Traktate. Hrsg. von Josef Quint. Die maßgebliche wissenschaftliche Ausgabe der mhd. Texte. Vorhanden in der Bibliothek des Zentrums für Philosophie und des Fachbereichs Germanistik.
Zur allgemeinen Information vorab während der vorlesungsfreien Zeit wird empfohlen:
Gerhard Wehr, Meister Eckhart. Rowohlt-Monographie 1989 (Nr. 376)
Kurt Ruh, Meister Eckhart. Theologe, Prediger, Mystiker. München, Beck 1985
Kurt Ruh, Geschichte der abendländischen Mystik. Bd.1 und 2 (Bd.3 noch nicht erschienen). München Beck 1990 und 1993.

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Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literatur

Da die Lehrsituation am Institut für Neuere Deutsche Literatur für das Wintersemester 96/97 noch nicht geklärt ist, empfehlen wir, auf Aushänge zu achten !

Vorlesungen

Prof. Dr. G. Kurz
Ästhetik und Politik
Vorlesung L3, Mag., Prom.
Mo 16-18, A 5 Beginn: 21.10.1996
Wie kommt es dazu, daß ästhetische Formen in der Moderne ein Modell, geradezu eine Utopie, für politisches Handeln abgeben können? Welche Konsequenzen hat dies für das politische Handeln? An ausgewählten Beispielen von u.a. Schiller, Büchner, der Nationalsozialismus, Botho Strauß und Peter Handke soll diesen Fragen nachgegangen werden.

Prof. Dr. Erwin Leibfried
Aufklärung
Vorlesung. Epochenzyklus L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF
Di 16-18, A 3 Beginn: 22.10.1996
Der Epochenzyklus will einen Einblick und Überblick geben über die Geschichte der deutschen Literatur; nach dem Barock im letzten Semester ist als nächste Epoche die Aufklärung Thema. Ich werde versuchen klarzumachen, daß dieses Wort etwas Transepochales trifft; man spricht von der Sokratischen Aufklärung im alten Griechenland. Dann aber ist die Aufklärung jene Epoche, in der das "Projekt der Moderne" besonders stark angeschoben wurde und Alteuropa endgültig endet. Politisch ist es eine Zeit, in der sich eine Ablösung abzeichnet. Das Bürgertum formiert sich zur Klasse (wie das marxistische Proseminar formulierte). Ich werde die Literatur dieser Zeit darstellen: freilich als Kunst und als Ausdruck dieser Zeit.
Nützlich ist eine (wahllose) Lektüre etwa anhand dessen, was Reclam unter Aufklärung anbietet.

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Prof. Dr. Christine Lubkoll
Ingeborg Bachmann
Vorlesung L1, 2,3,5, AVL, DaF, Mag., Prom.
Do 9-11, A 2 Beginn: 24.10.1996
"Wie soll ich mich nennen, ohne in anderer Sprache zu sein?" - So formuliert Ingeborg Bachmann die Grundspannung und zugleich die Antriebskraft ihres Schreibens bereits in einem frühen Gedicht. - Während ihre poetologische Standortsuche zunächst geprägt ist von gesellschaftskritischen, sprachphilosophischen und ästhetischen Reflexionen, werden diese Aspekte im Spätwerk zunehmend verknüpft mit der Frage nach den spezifischen Bedingungen 'weiblichen' Schreibens. Die Vorlesung betrachtet das Gesamtwerk Ingeborg Bachmanns mit Blick auf diese Entwicklung und konzentriert sich dabei auf die vielfältigen Bezüge zur literarischen und kulturellen Tradition, auf das intertextuelle Verfahren, das die Autorin in ihren Texten erprobt. Behandelt werden neben ausgewählten Gedichten und Erzählungen auch die theoretischen Schriften Bachmanns; einen Schwerpunkt bildet dann die ausführliche Beschäftigung mit dem Roman-Zyklus 'Todesarten'. Ein genaues Lektüre-Programm wird in der ersten Stizung verteilt.

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Grundstudium
Brückenkurse

Svenja Hermann
Rhetorik
Brückenkurs alle
Zeit und Ort werden per Aushang bekanntgegeben.
In diesem Kurs sollen historische, theoretische und/oder praktische Aspekte der Rhetorik erworben, erweitert oder vertieft werden. Leistungsnachweise erlangt man aber nicht.

Elisa Krummrich
Mythologie
Brückenkurs alle
Zeit und Ort werden per Aushang bekanntgegeben
Der Kurs ist für alle gedacht, denen die antike Götter- und Heroenwelt fremd ist. Bei Bedarf und Zeit wird das christliche Abendland mitaufgearbeitet. Auch hier können keine Leistungsnachweise erworben werden.

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Proseminare

Rolf Haaser
Kontroversliteratur und literarische Polemik. Von Lessings Anti-Goeze zu Heines Platen-Polemik.
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag
Di 11-13, B: 139a Beginn: 22.10.1996
"Eigentlich sollte man nicht sagen Gelehrten-Republik sondern Gelehrtenaristokratie; denn der geistige Adel herrscht mit geistigem Schreib-Faust-Recht." Mit dieser Notiz aus seinen hinterlassenen Papieren scheint Jean Paul einen Beleg für die Kernthese von Koselleks Kritik und Krise zu liefern, daß der Verlauf der Aufklärung als ein "krisenerweckender" Prozeß zu charakterisieren sei, in dessen Verlauf der politische bellum omnium contra omnes (Hobbes) durch die Trennung von Moral und Politik im absolutistischen Staat über den zunächst weitgehend apolitischen privaten Innenraum zunehmend in öffentliche Bereiche eindringe und dabei, zum Ende des 18. Jahrhunderts hin, eine starke Radikalisierung erfahre. Die Gattung Polemik scheint damit in ein problematisches Bezugsfeld zu rücken, das sich mit den Stichworten "unabdingbare Voraussetzung zur Wahrheitsfindung", "Erregung der Aufmerksamkeit", "Popularisierung schwieriger Materien", "Verbesserung des Stils" und "Erweiterung des Publikums" (Günter Oesterle) bei gleichzeitiger Ablehnung und Verdächtigung des Streitdiskurses als "unmanierliches Zanken" (Herder) umreißen läßt.
Das Seminar nimmt die Formen und Hintergründe der spektakulären Auseinandersetzungen über neue Tendenzen in Kunst und Philosophie, wie sie vor allem in bezug auf Schillers Horen, den Atheismustreit, Goethes und Schillers Xenien , die Polemiken gegen die romantische Schule bis hin zu Heines Platen-Polemik zutage treten, in den Blick.
Einführende Literatur:

Rainer Schmitz (Hrsg.): Die ästhetische Prügeley. Streitschriften der antiromantischen Bewegung. Göttingen 1992.
Günter Oesterle: "Das 'Unmanierliche' der Streitschrift. Zum Verhältnis von Polemik und Kritik in Aufklärung und Romantik". In: Formen und Formgeschichte des Streitens. Der Literaturstreit. Hrsg.v. Franz Josef Worstbrock und Helmut Koopmann. Tübingen 1986, S. 107-120.
Ludwig Rohner: Die literarische Zeitschrift. Themen, Motive, Formen. Wiesbaden 1987.

Almuth Hammer MA, Dörthe Schilken MA
Fantasy - Mythen der Moderne?
Proseminar AVL
Mi 9-13, 14tägig, Beginn: 16.10.1996, ab 23.10. 14tägig
Die Forderung der Romantik nach einer "Neuen Mythologie" (Schlegel) findet ihre vollständige Realisierung erst im 20. Jahrhundert: Die säkulare Gesellschaft ist einerseits durch "latente Mythen" (Roland Barthes: Mythen des Alltags) gekennzeichnet, andererseits manifestiert sich die moderne Popularkultur in einer umfassenden Mythenbildung, basierend auf Texten wie Tolkiens Der Herr der Ringe und Filmen George Lukas' Star Wars. Inwiefern wirkt das Fantasy-Genre mythenbildend? Wo werden klassische Mythen aufgenommen und weiterverarbeitet? Woraus erklärt sich das Bedürfnis nach neuen Mythen? Unser komparatisches Proseminar will diese Fragen anhand von J.R.R.Tolkiens Der Herr der Ringe und Der kleine Hobbit, Michael Endes Die unendliche Geschichte und Georg Lukas' Star Wars vor dem Hintergrund der Mythentheorien des 19. und 20. Jahrhunderts diskutieren.
Die Kenntnis der genannten Texte von Tolkien und Ende wird vorausgesetzt.

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Dr. Christine Haug
Von der »Eisenbahnbibliothek
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom. HF/NF
Mo 16-18, C 30 Beginn: 21.10.1996
Am Beginn des 19. Jahrhunderts war der erste große Innovationsschub des Buchhandels abgeschlossen. Die Entwicklung der folgenden Jahrzehnte war geprägt von technischen Neuerungen in der Buchproduktion (Einsatz von Schnellpressen), die eine massenhafte Herstellung und Verbreitung preiswerter Schriften (z. B. Unterhaltungs- und Familienjournale, Fortsetzungsgeschichten, Kolportageromane und Pfenningmagazine) ermöglichten. Die rapide Vermehrung und bessere Beschaffbarkeit von Lesestoffen begünstigte nicht nur eine weitere Demokratisierung des Lesens, sondern auch die Herausbildung neuer Leseweisen. Buchlektüre während der Mahlzeiten oder Lesen in der Badewanne beruhte auf der Voraussetzung, daß man die Gefahr geringschätzte, nun leicht ersetzbare Schriften zu verderben. Die Einführung von Gaslampen in Privathaushalten, die eine Lektüre nach der Arbeit in den Abendstunden ermöglichte, erschloß gänzlich neue Leserschichten. Ein neuartiges Leserklientel entstand durch die Technisierung des öffentlichen Transportwesens mit den lesenden Passagieren in Pferdeomnibus und Eisenbahn.
In diesem buch- und lesehistorischen Seminar werden wir uns mit den Auswirkungen der Industrialisierung auf die Entwicklung des Buchmarkts, mit den Wechselwirkungen zwischen Technisierung des Alltags und Erschließung neuer Leserschichten ebenso beschäftigen, wie mit der Frage nach den neuartigen und originellen Lektüreangeboten durch findige und unternehmende Verleger und Buchhändler und ihre immer professionelleren Absatz- und Werbestrategien.
Literaturempfehlung:
Reinhard Wittmann: Geschichte des deutschen Buchhandels. Ein Überblick. München, 1991.
Fritz Nies: Bahn und Bett und Blütendurf. Eine Reise durch die Welt der Leserbilder. Darmstadt, 1991.
Erich Schön: Der Verlust der Sinnlichkeit oder die Verwandlungen des Lesers. Mentalitätswandel um 1800. Stuttgart, 1987.

Dr. Carola Hilmes
Dämonisierte Weiblichkeit in der nachromantischen Literatur
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., AVL
Di 14-16, B 31 Beginn: 22.10.96
Nach einer Klärung der kulturhistorischen Rahmenbedingungen des Typus der Femme fatale soll der Bedeutungshorizont dieser Figur in der nachromantischern Literatur an einzelnen Beispielen erläutert werden. Im Seminar vorgestellt werden sollen die Geschichten der Salome bei Heine, Flaubert, Mallarmé, Panizza und Wilde, sowie die mit Judith und Delila verbundenen Dramen; neben diesen durch die Bibel präfigurierten Frauengestalten sollen noch die legendäre Kleopatra (ihre Wiederaufnahme bei Gautier, Heyse u.a.) und die Zigeunerin Carmen diskutiert werden. Ziel des Seminars ist es, die Dämonisierung des Weiblichen als Krisis des (männlichen) Selbstbewußtseins herauszuarbeiten und den chimärischen Charakter der Femme fatale zu erweisen.
Einführende Literatur:
Mario Praz: Liebe, Tod und Teufel. Die schwarze Romantik. München 1981.
Carola Hilmes: Die Femme fatale, Stuttgart 1990.
Helmut Kreuzer (Hg.): Don Juan und Femme Fatale, München 1994.

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Dr. Beatrix Himmelmann
Frauenbilder im Werk Gottfried Benns
Proseminar MA, L1, L2, L3, L5
Mi 11-13, C 26 Beginn: 23.10.1996

Lyrik und Prosa Gottfried Benns sollen gleichermaßen herangezogen werden. Verfolgen werden wir das Thema vom Frühwerk Benns: den Morgue-Gedichten und der Rönne-Prosa ("Gehirne", "Die Eroberung", "Die Reise", "Die Insel", "Der Geburtstag") bis hin zu späten Gedichten wie "Blaue Stunde" und "Spät". Einführende Literatur wird in der ersten Sitzung genannt.
Texte (als Taschenbücher bei Fischer erhältlich):
Gottfried Benn, Die Gedichte (= Gesammelte Werke, ed. Bruno Hillebrand, Bd. 1), 10. Aufl. Frankfurt a.M. 1995.
Gottfried Benn, Prosa und Autobiographische Schriften (= Gesammelte Werke, ed. Bruno Hillebrand, Bd. 2), 3. Aufl. Frankfurt a.M. 1994.

Prof. Dr. K. Inderthal
Franz Kafka
Proseminar L1, L2, L3, L5, MAG, Prom, HF/NF
Mo 14 - 16, B128 Beginn: 21.10.1996
Zu Kafkas Prosa schrieb Theodor W. Adorno: Jeder Satz steht buchstäblich, und jeder bedeutet. Beides ist nicht, wie das Symbol es möchte, verschmolzen, sondern klafft auseinander; es ist ein Abgrund dazwischen. Das Proseminar gilt der Deutung von Kafkas Erzählungen.
Literatur zur Einführung:
F. Kafka, Sämtliche Erzählungen, Frankf./M. 1970 (u.ö.).
H. Binder (Hrsg.), Kafka-Handbuch, Stuttgart 1979.

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Prof. Dr. K. Inderthal
Zum Werk von Alexander Kluge
Proseminar L1, L2, L3, L5, MAG, PROM, HF/NF, DTM
Mo 16 - 18, B128 Beginn: 21.10.1996
Angesichts der unmenschlichen Situation bleibt dem Künstler nur übrig, den Schwierigkeitsgrad seiner Künste weiter zu erhöhen. (Leni Peickert) Thema soll Kluges Prosa sein: Lebensläufe. Anwesenheitsliste für eine Beerdigung, Schlachtbeschreibung, Lernprozesse mit tödlichem Ausgang u.a. Einbezogen werden sollen auch Filme Kluges.
Literatur zur Einführung:

Alexander Kluge, hg. V. Th. Böhm-Christl, Frankf./M. 1983.

Dr. Andrea Jäger
Bürger, Philister, Spießer. Satrische Texte vom 18. bis zum 20. Jahrhundert
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag/Prom, HF/NF
Mi 14-17 (14-tägig), B 31 Beginn: 23.10.1996
Das Seminar soll einen Überblick über die Geschichte eines zentralen satirischen Motives - die Bürger- und Spießbürgerkritik - geben und zugleich in die Besonderheit der satirischen Schreibart einführen.
Folgende Texte werden behandelt: Christoph Martin Wieland: Der Prozeß um des Esels Schatten, 4. Buch der Geschichte der Abderiten (1774) - Clemens Brentano: Der Philister vor, in und nach der Geschichte (1811) - Heinrich Heine: Die Harzreise (1826) - Heinrich Mann: Der Untertan (1918) - Kurt Tucholsky: Werdinder Geschichten (1926-30) - Ödön von Horváth: Der ewige Spießer (!930).
Literatur:
Satura. Ein Kompendium moderner Studien zur Satire, hg. v. B. Fabian, Hildesheim & New York: 1975 (darin die Aufsätze von A. Kernan, H. Arntzen, K. Wölfel u. G. Lukácz).
Jürgen Brummack: Sarire. in : Reallexikon der deutschen Literaturgeschichte, 2. Auflage..
Ders.: Zu Begriff und Theorie der Satire, in: Dvjs. 45, 1971, Sonderheft, S. 275 - 377

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Dr. Manfred Koch
Einführung in die Hermeneutik Friedrich Schleiermachers
Proseminar L1-5, Mag., Prom., DTM
Do 16-18, B 24 Beginn: 24.10.1996
Das Interpretieren von Texten ist unser tägliches Geschäft als Literaturwissenschaftler. Die Hermeneutik ist seit der Antike die Lehre, die in die 'Kunst' der Textauslegung einweist. Als Begründer der modernen Hermeneutik gilt Friedrich Schleiermacher (1768-1834), einer der führenden Köpfe der deutschen Frühromantik, bedeutender Theologe und Sprachphilosoph, kritischer Philologe und genialer Übersetzer in einer Person. Schleiermacher stellt als erster (oder zumindest als einer der ersten) die Frage, was es denn eigentlich heißt, einen Text zu 'verstehen', wie Verstehen überhaupt möglich ist und was die Bedingungen eines gelingenden oder scheiternden Verstehens sind. Ausgehend von diesen grundsätzlichen Überlegungen formuliert er Regeln für die Interpretation. Im Seminar wollen wir Grundzüge von Schleiermachers bis auf den heutigen Tag hochaktueller Theorie des Verstehens herausarbeiten und uns fragen, welche Hilfen diese Theorie für die Interpretationspraxis bietet.
Literatur:
F.D.E. Schleiermacher: Hermeneutik und Kritik. Hg. u. eingeleitet von M. Frank. Frankfurt/M. 1977 (stw 211).
Peter Szondi: Einführung in die literarische Hermeneutik. Frankfurt/M. 1975 (stw 124).

Prof. Dr. G. Kurz
Kinderreime, Kinderverse
Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF, Mag., Prom.
Do 9-11, B 128 Beginn: 24.10.1996
Was sind, welche Funktionen haben Kinderverse? Was sind Reime? In diesem Proseminar sollen elementare Funktionen von Lyirk untersucht werden. Beabsichtigt sind auch empirische Untersuchungen in Kindergärten und Grundschulen.
Einführende Literatur:
Peter Rühmkorf, Agar agar - Zaurzaurim. Zur Naturgeschichte des Reims und der menschlichen Anklangsnerven, Frankfurt a.M. 1985.
Ders., Über das Volksvermögen. Exkurse in den literarischen Untergrund, Reinbek 1995.

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Prof. Dr. Erwin Leibfried
Was ist Aufklärung? Theoretische Bestimmungen
Proseminar L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF
Mo 14-16, B 33 Beginn: 21.10.1996
Das Proseminar wird verschiedene zeitgenössische, dann auch heutige Bestimmungen dessen, was Aufklärung ist, erarbeiten. Es kann auch als Ergänzung zur Vorlesung dienen. Nützlich als Einführung zu lesen: Was ist Aufklärung? (bei Reclam)

Dr. Karl-Josef Müller
Realismus in der Literatur - was ist das?
Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF, DTM, AVL
Fr 9-11, B 31 Beginn: 25.10.1996
Immer wieder wird die Forderung laut, Literatur und Kunst müßten sich 'kritisch' mit der Realität auseinandersetzen, und immer wieder wehrt die Kunst diesen Anspruch ab, indem sie eigene Welten konstruiert, am deutlichsten nachvollziehbar im abstrakten Bild. Die Frage nach der spannungsvollen und spannenden Beziehung zwischen Kunst und Wirklichkeit wird im Mittelpunkt des Seminars stehen. Dabei sollen primär literarische Texte in Augenschein genommen werden, ein Seitenblick auf die Situation in der bildenden Kunst kann der Konturierung der Fragestellung dienlich sein.
Literatur:
Richard Brinkmann (Hrsg.): Begriffsbestimmung des literarischen Realismus, Darmstadt 1974.
Th. W. Adorno: Engegement, Offener Brief an Rolf Hochhuth, in: Adorno: Noten zur Literatur (I-IV), Frankfurt 1981, S.409-430 u. S.591-598.
Günter Grass: Geschenkte Freiheit. Versagen, Schuld, vertane Chance, DIE ZEIT, 10.Mai 1985., S.20f.
Gottfried Keller: Martin Salander; Adalbert Stifter: Kalkstein (aus der Sammlung Bunte Steine). - James Joyce: Ulysses (in Auszügen!). - Thomas Bernhard: Auslöschung. - Silvio Blatter: Das sanfte Gesetz - Peter Handke: Die Lehre der Sainte-Victoire. (Die Texte sind - teils in verschiedenen Verlagen - als Taschenbücher erhältlich.)

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Dr. Harald Schmidt
Thomas Mann
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, DaF
Do 9-11, B 154 Beginn: 24.10.1996
Das Proseminar wird sich auf das erzählerische Werk der frühen und mittleren Schaffensperiode Thomas Manns konzentrieren. Die Eckpunkte bilden die beiden Romane Buddenbrooks (1901) und Der Zauberberg (1924). berücksichtigt werden außerdem die Erzählsammlung Tristan (1903) sowie die Künsternovelle Der Tod in Venedig (1902).
Primärtexte: Fischer-Tb. Dazu: Thomas-Mann-Handbuch. Mensch-Zeit-Werk. Hg. v. Helmut Koopmann. Stuttgart 1990

Dr. Lothar Schneider
Kleine Formen. Vom Feuilleton zur Moderne
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DTM., DaF
Do 11 - 13, B 128 Beginn 17.10.1996
Ursprünglich Lückenbüßer auf Feuilletonseiten entwickelt sich der kleine Proatext in der Moderne zur eigenen Kunstform. Das Seminar soll einen Überblick über die Entwicklung der Gattung bieten und die Frage thematisieren, worin ihre Modernität besteht. Dabei werden Texte von Julius Rodenberg, Paul Scheerbart, Robert Walser, Josef Roth, Franz Kafka, Siegfried Kracauer, Walther Benjamin, Ludwig Hohl, Elias Canetti und Botho Strauß behandelt werden. (Dies ist eine vorläufige Auswahl; die genaue Liste und ein Reader werden zum Ende des Semesters in der Bibliothek bzw. an meiner Tür ausliegen bzw. -hängen!)
Literatur:
Köhne, Eckhardt: Straßenrausch. Flanerie und kleine Form. Berlin 1989

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Dr. Christian Soboth
Lessings Dramen
Proseminar L1,L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF
Mo 9-11, C 29 Beginn: 21.10.1996
An Lessings Dramen soll untersucht werden, in welchem Maß und mit welchen Mitteln sich die Kunst im Zeitalter der Aufklärung an der Entwicklung, der Konsolidierung und der (Selbst-)Legitimation des Bürgertums beteiligt. Dabei ist zu fragen, ob Lessings Stücke durchgängig dem Glauben an die Erziehbarkeit der Menschheit verpflichtet sind, oder ob sie an eine Grenze heranreichen, wo das herzliche belehrende Gespräch und die geschickt eingefädelte Intrige versagen. Das Seminar versteht sich auch als Einführung in die Dramenanalyse. Vor Beginn der Veranstaltung sollte gelesen sein:Der Misogyn, Der Freigeist, Die Juden, Miss Sara Sampson, Emilia Galotti, Minna von Barnhelm, Nathan der Weise (bei Reclam erhältlich)
Wilfried Barner (Hg.): Lessing: Epoche - Werk - Wirkung, 5. neubearb. Auflage, München: 1987

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Hauptstudium

Prof. Dr. K. Inderthal
Ästhetik und Poetik der Klassik (Goethe, Schiller)
Hauptseminar L3, MAG, PROM, HF/NF
Di 14-16, B 128 Beginn: 22.10.1996
Thema sollen Goethes Schriften zur Kunst und Literatur (Hamburger Ausgabe, Bd.12), auch in Auszügen naturwissenschaftliche Studien sein. Und Thema sollen Schillers Abhandlungen (z.T. in Einzelausgaben bei Reclam) sein: Über Bürgers Gedichte, Kallias oder Über die Schönheit, Über Anmut und Würde, Vom Erhabenen, Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, Über naive und sentimentalische Dichtung.

Prof. Dr. K. Inderthal
Ästhetik und Literaturtheorie: Sprache in der Dichtung
Haupt-/Oberseminar L3, MAG, PROM, HF/NF, DTM
Di 18-20, B 128 Beginn: 22.10.1996
Thema ist, mit Rücksicht auf Heidegger, Derrida, Adorno, der Sprachmodus in der Dichtung. Die Frage, am Ende, mag, mit Menkes Die Souveränität der Kunst, sein: ob in ästhetischer Erfahrung fundiertes Sprachverstehen eine Negation unserer diskursiv artikulierten Verstehensmuster sei, die aber selbst nicht mehr verstehend eingeholt und diskursiv dargestellt werden könne.

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Prof. Dr. G. Kurz
Naturzeichen - Körperzeichen
Hauptseminar L1, L2, L3, Mag., Prom.
Do 16-18, B 128 Beginn: 24.10.1996
An ausgewählten literarischen Beispielen (u.a. Herder, Moritz, Lichtenberg, Goethe, Hölderlin, Hofmannsthal, Kafka) soll die Kunst und Deutung von 'natürlichen Zeichen' untersucht werden. Was bedeutet diese Kunst für die Kunst der 'willkürlichen Zeichen', der Literatur?
Literatur:
P.v.Matt, ...fertig ist das Angesicht. Zur Literaturgeschichte des menschlichen Gesichts, München 1983.
G. Tyttler, Physiognomy in the European Novel, Princeton 1982.
Kapp, Hrsg., Die Sprache der Zeichen und Bilder, Marburg 1990.
Braungart, Leibhafter Sinn. Der andere Diskurs der Moderne, Tübingen 1995.

Prof. Dr. G. Kurz
Gedicht und Erinnerung
Oberseminar L1, L2, L3, Mag., Prom.
Fr 9-11, B 128 Beginn: 25.10.1996
Erinnerung stiften, Erinnerung festhalten ist eine wesentliche Aufgabe der Literatur. In diesem Oberseminar soll untersucht werden, inwiefern die "Struktur der modernen Lyrik" (Hugo Friedrich) durch diese Aufgabe bestimmt wird.
Literatur:
Koch, Mnemotechnik des Schönen: Studien zur poetischen Erinnerung in Romantik und Symbolismus, Tübingen 1988.

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Prof. Dr. Erwin Leibfried
Das bürgerliche Trauerspiel und seine Theorie
Hauptseminar L3, Mag./Prom. HF/NF, DTM
Do 16-18, B 9 Beginn: 24.10.1996
Das bürgerliche Trauerspiel ist noch immer dazu gut, wesentliche ästhetische Entwicklungen im 18. Jh. zu beobachten. Die deutsche Tragödie von Gryphius und Gottsched kann als Folie dienen, auf der sich, von England angeregt, diese neue Form entwickelt.
Begonnen werden soll mit George Lillo, The London Merchant, evtl in der frühen Übersetzung von Bassewitz, in: Fritz Brüggemann, Die Anfänge des bürgerlichen Trauerspiels in den fünfziger Jahren, zuerst 1934 (=Deutsche Literatur in Entwicklungsreihen, Reihe Aufklärung, Band 8), dann auch 1974.
Nützlich zu lesen:
Jürg Mathes (Hrsg.), Die Entwicklung des bnürgerlichen Dramas im 18, Jh., Niemeyer Tübingen 1974.
Karl S. Guthke, das bürgerliche Trauerspiel, Metzler Suttgart 1972 u. ö.
Peter Szondi, Die Theorie des bürgerlichen Trauerspiels im 18. Jh., Suhrkamp Frankfurt 1973.

Prof. Dr. Erwin Leibfried
Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft
Oberseminar L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF, DTM
Mo 16 - 18 Beginn: 28.10.1996
Ich werde in der ersten Sitzung folgende Themenkomplexe zur Wahl anbieten, diskutieren und entscheiden, was getan wird: einmal ist ein Blick auf neuere methodische Verfahren in der Literaturwissenschaft wichtig; besonders auch weil es fachfremde Ansätze sind (z.B. die Systemtheorie), deren Leistung für die Literatur erst zu ermitteln ist. Weiter wichtig bleibt die Quasselbude, d. h. Rethoriktraining anhand z. B. von talk schow-Situationen. Schließlich ist weiter wichtig, den PC - vom Einfachsten bis zum Internet - nicht aus den Augen zu verlieren.

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Prof. Dr. Christine Lubkoll
Neuere Ansätze der Erzählforschung
Hauptseminar L3, AVL, DaF, Mag., Prom.
Di 18-20, C 28 Beginn: 22.10.1996
Unter der Bezeichnung 'Narratologie' etabliert sich seit einigen Jahren - namentlich in der angloamerikanischen, aber auch in der deutschen und französischen Literaturwissenschaft - ein neuer Zweig der Erzählforschung, der sich neben gattungspoetischen Fragen vor allem mit der Erzähltheorie, mit Strukturen und Strategien des Erzählens sowie mit kommunikativen und psychologischen Funktionen des Erzählens befaßt. Das Seminar erarbeitet zunächst einschlägige Positionen und Perspektiven und erprobt diese dann an ausgewählten Textbeispielen, wobei auch epochenspezifische und nationale Differenzierungen berücksichtigt werden.
Eine Bibliographie mit Hinweisen zur Vorbereitung hängt ab Mitte Juli an meiner Tür, Z. 137.

Prof. Dr. Lubkoll / Prof. Dr. Arendt
Der Pikaro bzw. der Schelm in der Weltliteratur
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF, AVL
Mi 11-13, B 128 Beginn: 23.10.1996
Das Seminar will eine Figur der Weltliteratur vorstellen. Der seminar-methodische Ansatz ist zunächst literarhistorisch, aber zugleich typologisch: Die primäre Literatur zu diesem Thema soll bekanntgemacht werden, um einen Typus aller Länder und Zeiten ins rechte Licht zu rücken für einen möglichen Vergleich mit den deutschen Schelmen von Eulenspiegel über Simplicissimus bis Felix Krull u.a. Das Seminar folgt systematischen Leitfragen (der Autor und sein pikarischer Erzähler; Biographie und Topographie; Erzählperspektive "von unten"; die Geburt des Pikaro; pikarische Hochstapelei, Dieberei und Erotik; die Pikara als Courasche u. ä.). Um insgesamt 10 Themen werden Arbeitsgruppen mit etwa 3 Referenten gebildet, so daß etwa 30 Teilnehmer zugelassen werden können. Zu jedem Seminar-Thema ist ein Blatt mit zugehörigen primären Titeln bzw. Text-Auszügen und Sekundär-Literatur in den Sprechstunden erhältlich.
Allen Interessenten sollten folgende Romane sehr genau bekannt sein: Der kurze spanische Roman 'Lazarillo de Tormes'. 1564; Grimmelshausen: Der abentheuerliche Simplicissimus. 1669; Thomas Mann: Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull. 1954; Günter Grass: Die Blechtrommel. 1959; (Weitere Roman-Literatur s. vorbereitete Liste.).
Verbindliche Sekundär-Literatur:
Jürgen Jacobs: Der deutsche Schelmen-Roman. Eine Einführung; München/Zürich 1983.
Matthias Bauer. Der Schelmenroman. Stuttgart 1994.

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Sprecherziehung

Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten:
Zur Klangform ästhetisch strukturierter Texte
Di 14-16, B 154 Beginn: 22.10.1996
Aufweis ästhetischer Qualitäten literarischer Texte in Abgrenzung von informativen und persuasiven Texten.
Versuch, diese ästhetischen Qualitäten anhand der sprecherischen Ausdrucksmittel zu realisieren und sinnlich wahrnehmbar zu machen. Dabei zeigt sich gewöhnlich, daß Sprecher zu individuellen (habituellen) Sprechweisen neigen.
Versuch, das sprecherische Spektrum der Sprecher zu errweitern.

Dietrich Bialke
Einzelunterricht Sprecherziehung bei besonderen Sprechschwierigkeiten
4 st. Zeit nach Vereinbarung
- Beseitigung von Fehlern in Lautbildung, Stimmbildung, Atmung; häufig Lispel, starke Dialektfärbung u.a.
- Präzisierung der Klangformkomponenten;
häufig: mangelhafter dynamischer, melodischer oder auch artikulatorischer Ausdruck.
Die Übung wird auf die individuellen Bedürfnisse der Tnn. abgestellt.

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Dietrich Bialke
Deutsche Phonetik für ausländische Studierende
Di 12-14, B 154 Beginn: 22.10.1996
- Anhand von Sprachvergleichen Aufweis der phonetischen Unterschiede zwischen Muttersprachen der Tnn. und gemäßigter deutscher Hochlautung unter Zuhilfenahme von Vokaldreieck und Konsonantensystem (IPA)
- Praktische Einübung der deutschen Lautung zunächst nach Texten mit systematischen Sprechübungen, später durch freies Sprechen

Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten: Grundlagen des Sprechens
Do 12-14, Do 14-16 B 154 Beginn: 24.10.1996
Zu den Grundlagen des Sprechens
- Respiration, Phonation, Artikulation und evtl. Fehlformen
- sprecherische Ausdrucksmittel
Deren Realisation in
- nachgestalteten, zunächt informativen Texten,
- dann selbstgestalteten Texten, vorwiegend persuasiver Rede;
Dabei Berücksichtigung der sprecherischen Ebene (Lexikon,
Syntax, Stil) und der kinetischen Ebene (Körpersprache).

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Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten (ohne Studienfach Deutsch)
Mo 13-15, B 154 Beginn: 21.10.1996
- Erarbeitung sprecherischer Ausdrucksmittel
- praktische Übungen im nach- und freigstaltendem Sprechen
Beseitigung eventueller Fehlformen

Dietrich Bialke
Sprechwissenschaftliches Kolloquium
2 st. Zeit nach Vereinbarung
Vertiefende Lektüre und Diskussion von sprechwissenschaftlicher Literatur für besonders interessiert Tnn.
Dabaei kann es sich je nach den Zielen der Tnn. um theoretische Literatur handeln oder um Anleitungen für die Vervollkommnung sprecherischer Praxis.

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Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Carsten Gansel
Einführung in Theorie und Geschichte der Kinder- und Jugendliteraut
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF
Mi 9-11, A 5 Beginn: 23.10.1996
Die Vorlesung will grundlegende theoretische, historische und didaktische Aspekte des Subsystems 'Kinder- und Jugendliteratur (KJL) diskutieren. Zentrale Aspekte der Spezifik Kinder- und jugendliterarischer Kommunikation werden vorgestellt. Besondere Beachtung findet der strukturelle Wandel von KJL wie auch die Veränderungen von Kindheitsbildern.

Prof. Dr. W. Kluge
Der Spracherfahrungsansatz. Schreiben- und Lesenlernen im Lichte neuer Theorien.
Vorlesung L1,5
Di 14.30-16.00, H 4 Beginn: 22.10.1996

Prof. Dr. Dietmar Rösler
Deutsch als Zweit- und Fremdsprache - eine Einführung
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF
Di 11-13, A 1 Beginn: 22.10.1996
Diese Vorlesung gibt einen ersten Überblick über alle Aspekte des natürlichen und institutionell gesteuerten Lernens des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache. Sie richtet sich in erster Linie an diejenigen Studierenden, die in diesem Semester ihr Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache beginnen.
Aber auch Studierende der anderen Studiengänge sind eingeladen, sich auf diese Weise einen Überblick über einen Bereich zu verschaffen, der, da es in Schule und Erwachsenenbildung kaum noch rein einsprachige und monokulturelle Lehr- und Lernsituationen gibt, in der späteren Berufspraxis von Relevanz sein kann.

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Grundstudium

Dr. Karl W. Bauer
Einführung in die Didaktik Deutsch (mit Tutorium)
Proseminar L1 (Didaktikfach, 2.Sem.)
Di 11-13, C 27 Beginn: 22.10.1996
Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.

Ingeborg Berndt
Schreiben lernen - Freies Schreiben in der Grundschule
Proseminar L1,5
Mo 18-20, B 210 Beginn: 21.10.1996
Di 16-18, Beginn: 22.10.1996
Was bedeutet schreiben? Wie lernen Kinder im Ersten Schuljahr schreiben?
Druckschrift - LA - VA? Aufsatzerziehung - Freies Schreiben. Umgang mit Rechtschreibung und Grammatik - Schreibekonferenzen. Schreibanlässe in der Schule - "Mein Schönstes Ferienerlebnis" - oder geht es auch anders? Material, das zum Schreiben anregt.
Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldungen für das Montagsseminar aus dem SS 96 werden vorab berücksichtigt. Anmeldeliste im Sekretariat.

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Prof. Dr. Carsten Gansel / Dr. Sabine Keiner
Zwischen Wirklichkeitserkundung und literarischer Sozialisation? Kinder- und Jugendliteratur im Deutschunterricht
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.
Di 16-18, C 3 Beginn: 22.10.1996
Obwohl Kinder- und Jugendliteratur mit den an sie gebundenen literaturtheoretischen, -historischen oder soziologischen Fragestellungen inzwischen längst zum Gegenstand universitärer Forschung geworden ist, gibt es nach wie vor Bereiche, in denen sie vordergründig als Mittel der Sozialisation gesehen wird. Die daraus abgeleiteten Wertungskritierien und didaktischen Prinzipien vermögen nicht dem tiefgreifenden Formen- und Funktionswandel der KJL gerecht zu werden. Im Seminar sollen maßgebliche didaktische Konzepte diskutiert und in Beziehung zu Entwicklungen im KJL-System gesetzt werden.
Eine Liste mit der Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Ende des Sommersemesters im Sekretariat aus.

Prof. Dr. Wolfgang Gast
Unterrichtsprojekt 'Werbung'
Proseminar L1, L2, L3, L5,
Fr 11-13, B 210 Beginn: 01.11.1996
In einer Art "Workshop" sollen - nach einer kurzen analytischen Einleitungsphase - eigene Werbekampagnen konzipiert und partiell realisiert, am Schluß medienpädagogisch reflektiert werden. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, persönliche Anmeldung erforderlich.
Eine Mappe mit Kopiervorlagen liegt ab Mitte September im Institut (Zi 207.)

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Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Formen moderner Prosa in der Sekundarstufe I und II
Proseminar L1, L2, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Di 9 11, C 27 Beginn: 22.10.1996
Den Seminarteilnehmern sollen Texte bekannt gemacht werden, die für den Schulunterricht geeignet scheinen und zugleich neben den bekannten Formen - v.a. der Kurzgeschichte - Probleme der zeitgenössischen Wirklichkeit behandeln. Hierbei sollen zugleich Methoden und Arbeitstechniken der Interpretation geübt werden.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Novellen Gottfried Kellers
Proseminar L1, L2, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Di 16-18, C 28 Beginn: 22.10.1996
Am Beispiel von Werken eines prominenten Vertreters des sog. poetischen oder bürgerlichen Realismus will das Seminar die Teilnehmer mit Fragen der Novellentheorie und des Realismus bekannt machen. Im Mittelpunkt stehen Werke, die - als es den noch gab - zum Lektürekanon des Deutschunterrichts gehörten.

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Prof. Dr. W. Kluge/Dr. K. Konrad-Tromsdorf
Vom Entwurf zur Publikation: Schüler als Redakteure und Reporter (II)
Proseminar, L1, L2, L3, L5
Di 9-11, B 25 (Druckerei), Beginn: 22.10.1996
Fortführung des Seminars aus dem Sommersemster. Hier geht es um die technischen Aspekte der Produktion und Distribution von SchülerInnenzeitungen: Themenauswahl, Recherche, Arbeit am Computer, Druck und Verkauf sollen in Form einer 'Übungsredaktion' erfolgen. Die Übertragbarkeit dieser Methode auf ein konkretes Unterrichtsprojekt soll diskutiert werden. (Begrenzte Teilnehmerzahl)

Prof. Dr. W. Kluge
Das Langsdorf-Projekt. Forschungsprojekt zum Schriftspracherwerb (- mit Hospitation an den Projektschulen)
Proseminar L1,5
Mi 8-12/14tg. (2st), B 33 Beginn: 23.10.1996, 9.00 Uhr
Die neuere Theorie des Schriftspracherwerbs sieht Kinder "auf dem Weg zur Schrift" als Agenten ihres Lernens.
Wie weit eine solche Theorie auch die Praxis des Anfangsunterrichts und die gesamte schulische Arbeit verändert, erproben und beobachten wir seit nunmehr sechs Jahren an der Grundschule in Langsdorf und anderen Schulen der Region.
Im Wintersemester können wieder 12 neue TeilnehmerInnen in dieses Forschungsprojekt aufgenommen werden, und zwar je zur Hälfte StudienanfängerInnen und Fortgeschrittene. Anmeldungen im Sekretariat.
Die Bewerber sollten die Bücher von Gudrun Spitta, "Kinder schreiben eigene Texte. Klasse 1 und 2" und "Von der Druckschrift zu Schreibschrift" gelesen haben.

Prof. Dr. W. Kluge in Zusammenarbeit mit Patrick Büttner und Sascha Feuchert
Einführung in die Praxis der Schuldruckerei (- für Teilnehmer an dem Proseminar: "Literalität: Von Gutenberg zu Freinet")
Übung L1,5
Mo 11-13, B 25 Beginn: 28.10.1996 und weitere Zeiten für Arbeitsgruppen nach Vereinbarung
Begrenzte Teilnehmerzahl. Voranmeldung erforderlich. Anmeldeliste im Sekretariat. Anmeldungen aus dem SS 96 werden vorab berücksichtigt.
Zur Vorbereitung auf Seminar und Druckerei-Einführung bitte ich zu lesen:
Freinet, Célestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel aber leider vergriffen.)
Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtschreibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.

Prof. Dr. W. Kluge
Literalität: Von Gutenberg zu Freinet (für Teilnehmer an der "Einführung in die Praxis der Schuldruckerei")
Proseminar L1,5
Mo 11-13, B 33 Beginn: 28.10.1996

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Dr. G. Marci-Boehncke
Vertonte Bilder und bebilderte Musik - Vom Stummfilm zum Musikvideo
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom.
Do 9-11, B 210 Beginn: 24.10.1996
Die Relation von Bild und Musik durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist in diesem Seminar nachzuverfolgen. Oft stützen sich die Zeichensysteme gegenseitig im Sinne einer "Einfühlungsdramaturgie" mit mehr oder weniger Ideologietransport. Welche Bedeutung Filmmusik im einzelnen bei der Gestaltung und Rekonstruktion von Stummfilmen hatte und hat, wie sich durch die Entwicklung des Tonfilms Rezeptions- und Wirkungsbedingungen von Filmen radikal gewandelt haben, wie wichtig und wirkungsvoll Musik auch innerhalb nicht-fiktionaler, dokumentarischer Genre ist, und ob und inwiefern sich auch das Verhältnis von Bild und Publikum verändert, wenn das andere Zeichensystem - nun also die Musik - Ausgangspunkt einer Produktion bildet, wie im Musikvideo - solchen Frage möchte sich dieses Seminar stellen.
Literatur
Pauli, Hansjörg: "Filmmusik: ein historisch-kritischer Abriß", in: Musik in den Massenmedien Rundfunk und Fernsehen. Perspektiven und Materialien. Hrsg.v. Hans Christian Schmidt. Mainz 1976, S.91-119;
Bernold, Monika: "Let's talk about Clips". Feministische Analysen von MTV. Ein Blick auf die anglo-amerikanische Diskussion, in: Medien Journal 16. Jg. 3/1992: Gender, S.133-139

Prof. Dr. H.G. Rötzer
Rechtschreibreform
Proseminar L1, L2
Mo 14-16, B 210 Beginn: 21.10.1996
Die Rechtschreibreform soll 1998 zumindest für die Anfangsklassen der einzelnen Schulformen verbindlich durchgeführt werden. Für die weiteren Klassen ist eine Übergangslösung vorgesehen. In der Hoffnung, daß bis zu Beginn des WS 1996/97 die verbindlichen Ausführungsbestimmungen vorliegen, wird dieses Seminar angeboten.

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Hauptstudium

Dr. Karl W. Bauer
Examenskolloquium
Kolloquium Examenskandidatinnen/-en vom SS 97
Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 22.10.1996

Dr. Karl W. Bauer
Medien und Lernen
Oberseminar/Kolloquium L1, L2, L3, L5, DaF, MA
Di 16-20 (14tägl.), B 210 Beginn: 29.10.1996
In der Verbindung mit der "AG Medien und Lernen" (Bauer, Gast, Marci-Boehncke, Vogt) und unter Beteiligung auswärtiger Fachkolleginnen und -kollegen sollen in diesem Kolloquium aktuelle medienwissenschaftliche und -pädagogische Ansätze diskutiert werden. Die einzelnen Themen werden durch Aushang bekanntgegeben..

Dr. Karl W. Bauer / Dr. Rüdiger Vogt
Kommunikationstraining
Hauptseminar L1, L2, L3, L5
Mi 11-13, B 210 Beginn: 23.10.1996
Ein Teil der Veranstaltung wird im Januar 1997 als Kompaktseminar in Rauischholzhausen durchgeführt. (Kosten: ca. 70.00 DM)
In dieser Veranstaltung sollen Konzepte von Kommunikationstrainings erarbeitet und ausprobiert werden. Zunächst beschäftigen sich die Studierenden mit den unterschiedlichen Ansätzen , z.B. der "themenzentrierten Interaktion" (Cohn). Deren praktische Umsetzung soll im Rahmen des Kompaktseminars erprobt werden.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Voranmeldung erforderlich. Anmeldeliste im Sekretariat B 213 ab Mo., 15.7.96.

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Prof. Dr. Carsten Gansel
Vom Sittenbüchlein, Kinderlied, Märchen oder Puppenspiel - Kinder- und Jugendliteratur von der Aufklärung bis zur Romantik
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag.
Mi 11-13, B 31 Beginn: 23.10.1996
Die späte Aufklärung der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts führte zu einer Blüte der Kinder- und Jugendliteratur (KJL). Es kam zur Ausdifferenzierung eines eigenen literarischen Subsystems, in dem belehrende Intentionen eine zentrale Rolle spielen. Mit der Romantik wurde die Dominanz aufklärerischer Tendenzen im Feld der KJL aufgebrochen. Für die KJL ist vor allem die Spätromantik von Bedeutung, weil hier vor dem Hintergrund einer neuen Kindheitsauffassung auch veränderte Vorstellungen von KJL entstehen.
Im Seminar sollen die jeweiligen Ausprägungen von KJL in Aufklärung und Romantik mit den dahinter stehenden Literaturbegriffen diskutiert und an Beispielen erläutert werden. Angestrebt ist jene Vielfalt der Gattungen/Genrezu zu zeigen, die Auswirkungen bis in die aktuelle KJL haben.
Eine Liste mit Primär- und Sekundärliteratur sowie entsprechende Kopiervorlagen liegen zu Ende des Wintersemesters im Sekretariat aus.

Prof. Dr. Carsten Gansel
Deutsche Dialoge oder Das "Verschwinden von Realität"? - Wende und deutsche Einheit als Gegenstand literarischer Reflexion (gleichzeitig Kolloquium für Examenskandidaten)
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag.
Di 18-20, C 26 Beginn: 22.10.1996
Das Vergehen der DDR und des Real-Sozialismus hat eine neue Auseinandersetzung um deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert in Gang gesetzt. Dabei stellt sich der Umbruch des Jahres 1989/90 als einschneidendste Zäsur nach 1945 dar. Die mit der Wende einsetzenden intellektuellen Debatten werden bis heute leidenschaftlich und kontrovers geführt. Auch wenn der geringe historische Abstand wirkliche Analyse erschwert, ist die Frage nach Entwicklungen auf dem literarischen Feld von Interesse - nicht zuletzt für den Literaturunterricht! Im Seminar sollen einzelne Aspekte der Diskussion - beispielsweise das Verhältnis von Geist und Macht - beleuchtet und ausgewählte Texte u.a. von Günter Grass, Christa Wolf, Christoph Hein, Durs Grünbein, Kurt Drawert, Günter Kunert, Martin Walser diskutiert werden.
Die vorherige Lektüre ausgewählter Texte ist zu empfehlen. Eine Liste mit Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Ende des Sommersemesters im Sekretariat aus.

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Prof. Dr. Wolfgang Gast
Verfilmte Literatur: Theodor Storms Erzählungen
Hauptseminar L1,L2, L3, L5, H/N Mag./Prom
Fr 9-11, B 210 Beginn: 25.10.1996
Neben Fontanes Romanen waren und sind Storms Novellen beliebte Vorlagen für filmische Adaptionen unterschiedlichsten Typs. Im Seminar sollen Verfilmungen der wichtigsten Novellen Storms als filmische Interpretationen und Rezeptionsdokumente untersucht werden.
Literatur zur Filmanalyse: K. Hickethier: Film und Fernsehanalyse. Stuttgart 1993. - W. Gast: Einführung in Begriff und Methoden der Filmanalyse. Frankfurt/M 1993 (im Institut 207/209 nachfragen).

Prof. Dr. Wolfgang Gast
Politiker im Fernsehen: Inszenierungsanalysen
Oberseminar L1, L2, L3, L5, H/N Mag./Prom. DaF
Di 9-11, B 210 Beginn: 22.10.1996
*Bürger erleben Politiker fast immer auf der Medienbühne - Politiker inszenieren sich mediengerecht für ihre Wähler oder werden von Journalisten auf den verschiedensten TV-Genrebühnen inszeniert. Wie das geschieht, welche Wirkungspotentiale so entstehen und wie das zu beurteilen ist, soll in diesem Oberseminar gemeinsam untersucht werden.
Ab Mitte September liegt eine Mappe mit Kopiervorlagen im Institut (Zi 207/209 vor).
(*weibliche Form immer eingeschlossen)

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Prof. Dr. Ulrich Karthaus
Schillers Dramen
Hauptseminar L1, L2, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF
Mo 16-18, C 28 Beginn: 21.10.1996
Das Seminar behandelt 'Die Räuber', 'Kabale und Liebe', 'Don Carlos', die Wallenstein-Trilogie, 'Maria Stuart' und 'Wilhelm Tell'. Es will deutlich machen, inwiefern diese Dichtungen des späten 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, entgegen einer verbreiteten Ansicht, von aktueller Bedeutung sind, sofern sie die großen gesellschaftlichen Fragen der Jahre vor und nach der Französichen Revolution zur Diskussion stellen.

Prof. Dr. W. Kluge
Literarische Geselligkeit: Die Schulklasse als "Sprachgesellschaft" (- in Verbindung mit einem 2tägigen Kompaktseminar in Schloß Rauischolzhausen am 2. und 8. November 1996)
Hauptseminar L1,2,5
Do Zeit u. Raum: n.V. 2st. Beginn: 31.10.1996
Die in diesem Seminar entstehenden Texte zum Thema "Antworten" werden gedruckt, illustriert, gebunden und ausgestellt.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung.
Begrenzte Teilnehmerzahl. Voranmeldung erforderlich. Anmeldeliste im Sekretariat.

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Prof. Dr. H.G. Rötzer
Literarische Landeskunde - Die neunziger Jahre
Hauptseminar DaF
Mi 11-13, B 210 Beginn: 23.10.1996
Die politischen, gesellschaftlichen und territorialen Veränderungen in der deutsch-deutschen Situation haben ihr Echo auch in der Literatur seit 1989. An einzelnen literarischen Texten wird versucht, die Entwicklung von der anfänglichen Euphorie bis zu kritischen Alternativen gegen den Strom der öffentlichen Meinung darzustellen.
Zu Beginn des Seminars wird eine Werkliste ausgegeben.

Prof. Dr. H.G. Rötzer
Examenskolloquium
Hauptseminar L1, L2, L5
Mo 16-18, B 210 Beginn: 21.10.1996
Das Examenskolloquium wird für die Kandidatinnen und Kandidaten im Sommersemester 1997 angeboten.

Prof. Dr. H.G. Rötzer
Literaturgeschichte im Unterricht
Hauptseminar L 2
Mo 11-13, B 210 Beginn: 21.10.1996
In den Lehrplänen der einzelnen Bundesländer wird (auch für die Klassen 5 bis 10) erneut eine Art exemplarische Einführung in literarhistorische Fragestellungen verbindlich gefordert.
In dem Seminar soll untersucht werden:
1. Welche Unterrichtswerke zur exemplarischen literaturgeschichtlichen Darstellung gibt es bereits.
Wie könnte ein Minimalkanon literaturgeschichtlichen Wissens aussehen.
Wie lassen sich literarhistorische Fragestellungen in den allgemeinen Deutschunterricht einfügen.

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Dr. Rüdiger Vogt
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1, L2, L5
Mo 14-16 (14 tg.) Beginn: 28.10.96


Schulpraxis

Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 1996/97 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, welcher der angebotenen Veranstaltungen sie zugeordnet werden.

Praktikumsvorbereitende Veranstaltungen
Bauer Mi 9-11, C 29. 23.10. L1,5
Berndt Mo 16-18, C 26 21.10. L1
Konrad- Tromsdorf Di 14-16, B 210 22.10. L3
Vogt Mo 16-18, B 24 21.10. L2,3,5
Wachtel Mi 9-11, B 33 23.10. L3

Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen
Bauer Z.n.V. L1,5
Berndt Di 18-20, B 24 n.V. L1, 5
Konrad-Tromsdorf Wochenendblock im Anschluß an L3
das Praktikum, Termin n.V.

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Deutsch als Fremdsprache

Monika Hegen
Deutsch für Seiteneinsteiger (Aussiedler u. Asylanten)
Seminar L1, L5
Di 16-18, Raum siehe Aushang Beginn: 22.10.1996
Unterrichtsmodelle zum kommunikativen Deutschunterricht für Seiteneinsteiger:
Unterrichtseinheiten, Unterrichtsmaterialien, Didaktik und Methodiken z. B. Wochenplan. Für Schüler/ innen der 5. - 10. Klassen. Unterrichtshospitationen sind möglich.

Prof. Dr. Dietmar Rösler
Psycholinguistische Grundlagen des Zweit- und Fremdsprachenlernens
Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF
Do 11-13, B 210 Beginn: 24.10.1996
In diesem einführenden Seminar, für das keinerlei Vorkenntnisse vorausgesetzt werden, werden Fragen diskutiert wie z.B.: Verläuft der Zweitspracherwerb parallel zum Erstspracherwerb? Wie unterschiedlich sind natürlicher Zweitspracherwerb und Fremdsprachenlernen in Institutionen wie Schule und Universität? Gibt es die sog. 'kritische Periode', ein bestimmtes Alter, von dem ab sich die Art des Zweitspracherwerbs und des Fremdsprachenlernens ändert? Was wissen wir über die mentalen Repräsentationen von Bedeutungen? Gibt es hier Unterschiede zwischen genuin bilingualen Personen und anderen? Was wissen wir über den Verstehensprozeß beim Hören, Sehen und Lesen von fremden Texten? Was über die Organisation des Gedächtnisses? Wie weitgehend beeinflußt Bekanntes unsere Wahrnehmung von Fremdem? Und: Wie gesichert sind unsere bisherigen Antworten auf diese Fragen? Welche Auswirkungen haben sie auf die Fremdsprachendidaktik?

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Prof. Dr. Dietmar Rösler
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (II): Interkulturelle Kommunikation
Hauptseminar DaF, AVL
Mi 11-13, C 28 Beginn: 23.10.1996
In vier - selbständigen, einzeln besuchbaren - Hauptseminaren werden innerhalb von zwei Jahren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wechselseitige Abhängigkeiten von natürlichem und gesteuertem Lernen und von Lernen innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums diskutiert. Dies begann im Sommersemester 96 am Beispiel des Bereichs Grammatik; es wird nun mit dem Bereich interkulturelle Kommunikation und in den beiden folgenden Semestern mit den Bereichen Persönlichkeitsfaktoren und Lehrmaterialgestaltung fortgesetzt.
Das Stichwort 'interkulturell' dominiert die Diskussionen in der Fremdsprachendidaktik der letzten zehn Jahre. Im Seminar werden wir versuchen, all das, was dabei ins Blickfeld gerückt wurde - Interkulturelle Germanistik, interkulturelle Fremdsprachendidaktik, Landeskunde und DaF-Lehrmaterialerstellung, interkulturelles Training für Manager und Kulturvermittler, interkulturelle Pragmalinguistik, interkulturelle Pädagogik - zumindest anzuschauen. Der Schwerpunkt liegt jedoch auf der Frage, wie unterschiedlich sich interkulturelle Kommunikation innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums darstellt und welche pädagogischen und politischen Konsequenzen daraus (nicht) gezogen werden.

Prof. Dr. Dietmar Rösler
Diplomanden-Kolloquium
Oberseminar DaF
Do 14-16, B 210 Beginn: 24.10.1996
Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft auf Themensuche sind. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.

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Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de


Anmerkungen bitte an:
webmaster@germanistik.uni-giessen.de
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ws96-97.shtml
Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr