![]() |
Germanistik |
Fachbereich Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen
Hinweise zur Benutzung
Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs
Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache und
mittelalterliche Literatur
Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche Literatur
Sprecherziehung
Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen
Sprache und Literatur
Sprechstundentermine der Lehrenden
Termine der Fachschaft
Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek, Ausleihbedingungen
Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.
Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Mai 1997 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.
Beauftragter für die Studienberatung ist Herr StR i.H. Bialke, bei dem auch die Studienordnungen erhältlich sind. Herr Bialke ist auch Zwischenprü fungsbeauftragter des Fachbereichs Germanistik und damit zuständig für die fachliche Zulassung zur Zwischenprüfung.
HF: - Hauptfach, NF = Nebenfach
L1: - Lehramt an Grundschulen
L2: - Lehramt an Haupt- und Realschulen
L3: - Lehramt an Gymnasien
L5: - Lehramt an Sonderschulen
Prom.: - Promotion
Mag.: - Magister;
DaF: - Deutsch als Fremdsprache
AVL: - Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft
Einführung in das Studium der Germanistik für Erstsemester
Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten, nämlich
1. - einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),
2. - einem Einführungsseminar und
3. - einem Tutorium.
Vorlesung
Hochschullehrer / Hochschullehrerinnen des Fachbereichs
Ringvorlesung
L1 (WF), L2, L3, L5, Mag. Prom., HF/NF
Di 8-10, A 2 Beginn: 14.10.97
Einführung in die Literatur- und Mediendidaktik: Pauker, Penne und Pennäler im Film - Vom "Blauen Engel" zum "Marienhof"
Einführungsveranstaltung L1, 2, 5, Mag.
Di 10-12, B 210 Beginn: 14.10.1997
Anhand der thematischen Beschäftigung mit Filmen, Literaturvorlagen und Drehbüchern über die "Schule" sollen Grundbegriffe der Literaturdidaktik, Medienanalyse und Mediennutzung vermittelt werden. (Teilnehmerbegrenzung: 50)
LITERATUR: Gast, Wolfgang: Einführung in Begriffe und Methoden der Filmanalyse. Film und Literatur - Grundbuch. Frankfurt am Main, 1993. ( Koch, Friedrich: Schule im Kino. Autorität und Erziehung vom "Blauen Engel" bis zur Feuerzangenbowle. Weinheim 1987.
Prof. Dr. Günter Oesterle/Christiane Holm
Reden, Schreiben, Lesen, Wahrnehmen
Einführungsseminar L1, L2, L3, DTM, Mag., AVL
Di 10-12,B24 Beginn: 14.10.1997
LEKTÜREEMPFEHLUNG: Dietrich Harth (Hg.): Propädeutik der Literaturwissenschaft. München 1973. ( Miltos Pechlivanos (Hg.): Einführung in die Literaturwissenschaft. Stuttgart 1995. Andre Jolles: Einfache Formen. Tübingen 1982.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Einführung in die Literaturwissenschaft
Einführung L1,2,3,5, Mag.,
Mi 12-14, 2 st., B 106 Beginn:15.10.97
Der Einführungskurs soll den Übergang von der Schule zur Universität erleichtern, er soll über die Bedingungen und Probleme des Faches informieren und den Studierenden helfen, eigene Bedürfnisse und Interessen in der Praxis literaturwissenschaftlicher Arbeit zu erkennen. Aus dieser Zielvorstellung ergibt sich kein Katalog fester 'Lerninhalte', sondern eine Grundkonzeption, die fünf Bereiche umfaßt: (1) Literaturwissenschaftliche Arbeitstechniken; (2) Beschreiben und Verstehen literarischer Texte auf der Grundlage von heuristischen Inventaren und Regeln; (3) Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung (Reihenbildungen, Epochenbegriffe, Kontextualisierung); (4) Funktion von Literatur und literarischer Kommunikation; (5) 'Methodenprobleme' der Literaturwissenschaft.
Zur Anschaffung empfohlene Literatur: Jürgen Schutte: Einführung in die Literaturinterpretation. 3. Auflage. Stuttgart: Metzler 1993 (=Sammlung Metzler 217). ( Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 3. Auflage. München: Fink 1993 (=UTB 1582).
Dr. Rüdiger Vogt
Einführung in die Sprachwissenschaft/Sprachdidaktik
Einführungsseminar L1,2,5
Di 10-12, siehe Aushang Beginn:14.10.97
In dieser Veranstaltung beschäftigen sich die Studierenden mit einigen grundsätzlichen Aspekten von Sprache und ihrem Gebrauch: Ausgehend vom Kommunikationsbegriff werden unterschiedliche Konzeptualisierungen von Sprache thematisiert. Der Gegensatz von Mündlichkeit und Schriftlichkeit erfährt ebenso Aufmerksamkeit wie der Begriff des Textes. Eine Einführung in die Grundlagen grammatischer Sprachbeschreibung orientiert das Interesse der Teilnehmer auf die Organisation sprachlicher Formen in Text und Dialog. Die Studierenden - arbeiten selbständig an konkreten Texten - erproben elementare sprachwissenschaftliche Verfahren, - erhalten Gelegenheit, im Seminar Kurzreferate zu halten, - erarbeiten selbständig eine Hausarbeit. Zu diesem Seminar wird ein begleitendes Tutorium stattfinden.
Dr. Martin Wachtel
Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsseminar L1(WF),L2.L3,L5,Mag.
Di 10-12, B 31 Beginn: 14.10.1997
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft. Die Studierenden sollen lernen, - mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können, - eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können. Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier - wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung, - Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.
Klaus-Peter Ulbrich Einführung in die Sprachwissenschaft
Einführungsseminar L1(WF),L2,L3,L5,Mag.
Di 10-12, B 9 Beginn: 14.10.1997
Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft. Ziel des Seminars ist die Fähigkeit, 1. mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können, 2. eigene kleine Arbeiten zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können. Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier - wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung, - Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens
Prof. Dr. Gerd Fritz
Einführung in die deutsche Grammatik
Vorlesung L1,L2,L3,L5, Mag., Prom.,DaF, HF/NF
Mo 14-16, A 4 Beginn: 13.10.1997
Grundkenntnisse der Grammatik sind unerläßlich für jeden, der ein tieferes Verständnis unseres Ausdrucksrepertoires für das Sprechen und das Schreiben von Texten gewinnen will. Für Germanistinnen und Germanisten sind Grammatikkenntnisse auch von praktischem Nutzen. Die Vorlesung gibt einen Überblick über die wichtigsten Erscheinungen der deutschen Grammatik, von der Satzklammer und der Wortstellung im Mittelfeld über die Struktur der Nominalphrase und die Valenzeigenschaften des Verbs bis hin zur Pluralmorphologie und der Wortbildung des Substantivs. Gleichzeitig werden Grundgedanken der Grammatiktheorie und grammatische Analyseverfahren eingeführt. Gegen Ende des Semesters soll der Vergleich unterschiedlicher Grammatikkonzeptionen systematisch zusammengefaßt werden. Diese Vorlesung ist Teil des Grammatik-Verbunds, der in diesem Semester eine allgemeine Einführung in die deutsche Grammatik mit spezielleren, insbesondere praxisorientierten Seminaren kombiniert. Teilnehmern der Vorlesung empfehle ich, eines der Grammatikseminare zu besuchen, die von den Kollegen Rösler, Vogt und Wachtel und von mir angeboten werden. Als Grammatikbücher empfehle ich: Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. 5., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage. Mannheim 1995. - Eisenberg, P.: Grundriß der deutschen Grammatik. 3. Aufl. Stuttgart 1994.
Prof. Dr. Fritz Vahle
Sprache und Bewegung
Vorlesung L1,L2,L3,L5, Mag., Prom., HF/NF
Mo 10-11, B 31 Beginn: 13.10.1997
Das Thema wird zunächst aus der Sicht kindlicher Sprach- und Bewegungsentwicklung betrachtet. Dabei werden bereits pränatale Entwicklungen berücksichtigt, z.B. der Funktionszusammenhang von Hirn, Herz, Hand und Gehör beim Embryo als Voraussetzung für die spätere Entwicklung des Kindes. Erste Kinderworte im Bewegungskontext und in ihrer bisher selten gesehenen poetischen Potenz werden behandelt. Es folgt eine Erörterung menschlicher Bewegungsformen (Gehen, Stehen, Sitzen) aus sprach- und bewegungsdidaktischer Sicht und der folgenden Fragen: Hat die Beweglichkeit und Energie unserer Hände etwas mit unserem Denken und Sprechen zu tun? Lassen sich im Zusammenhang von Berühren, Fühlen und Sprechen - spielerisch vorgeführt in einem Bewegungslied - nicht nur das Erleben angestrebter Harmonie von Denken und Fühlen, sondern auch Gefühlsblockaden (bis hin zur Mißbrauchs- und Gewaltproblematik) erörtern? - Übungen zur körperlichen und sprachlichen Beweglichkeit werden im Sinn von pädagogisch orientierten Selbsterfahrungen und in ihrer praktischen Anwendung für die spätere Arbeit mit Kindern erprobt. Auch interkulturelles Lernen, Impulse aus fernöstlichen und europäischen Bewegungskulturen werden berücksichtigt. In diesem Sinne spielen auch in der Vorlesung entsprechende Bewegungsübungen, Bewegungslieder und Bewegungsmeditationen eine zentrale Rolle.
LITERATUR: Fredrik Vahle: Kinderlied. Erkundungen zu einer frühen Form der Poesie im Menschenleben. Weinheim/Basel: Beltz 1992 (Beltz Grüne Reihe). - Ders.: Hupp Tsching Pau. Das Bewegungsliederbuch. Weinheim/Basel: Beltz 1996 (Reihe Beltz Praxis)
PD Dr. Frank Heidermanns
Methodik der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft
Vorlesung mit Übung L1,L2.L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 9.30-11, G 27 Beginn: 16.10.1997
Vorlesung und begleitende Übung, die sich an Studierende im Grundstudium sowie im Hauptstudium wenden, haben die methodischen Grundlagen der Vergleichenden Sprachwissenschaft zum Gegenstand. Dabei sollen so fundamentale Konzepte wie die genetische Sprachverwandtschaft oder die Ausnahmslosigkeit der Lautgesetze präsentiert und begründet werden. Es empfiehlt sich, die wichtigsten methodischen Errungenschaften anhand der geschichtlichen Entwicklung des Faches nachzuvollziehen. Studierende, die einen benoteten Seminarschein erwerben möchten, können ein mündliches Referat von ca. 45 Minuten halten, das sie anschließend schriftlich ausarbeiten.
PD Dr. Frank Heidermanns
Einführung in das Gotische
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 11-13, G 27 Beginn: 16.10.1997
Das Gotische ist als altertümlichste germanische Corpussprache nicht nur für die Vergleichende Sprachwissenschaft, sondern auch für die Germanistik von besonderem Interesse. Die Übung bietet eine Einführung in die historische Grammatik des Gotischen, die sowohl die Beziehungen zu den indogermanischen Schwestersprachen als auch die Aussagekraft für die übrigen germanischen Sprachen erläutert. Gegenstand der Lehrveranstaltung ist zum einen die historische Laut- und Formenlehre, zum anderen die Lektüre ausgewählter Texte.
LITERATUR: Braune-Ebbinghaus, Gotische Grammatik mit Lesestücken und Wörterverzeichnis. 19. Aufl., Tübingen 1981.
Dr. Roland Mulch
Dialekt in Theorie und Praxis. Eine Einführung in die deutsche Dialektologie
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14-16, Phil. II, Haus E, Raum 07 Beginn: 16.10.1997
Vor über 100 Jahren bemerkte der Germanist Rudolf Hildebrand: "Noch gegenwärtig enthält das Sprachbewußtsein der meisten Deutschen, auch wenn wir nur von den Gebildeten reden, eigentlich zwei deutsche Sprachen, die nur teilweise zusammenfallen; die, welche einer als Kind in der Heimat lernte, und die immer die Trägerin des Gemütslebens bleibt, und die, welche ihm in der Schule, aus Büchern, in den Kreisen der höheren Bildung kam." (Rudolf Hildebrand [1824-1894]: Über Grimms Wörterbuch in seiner wissenschaftlichen und nationalen Bedeutung. Leipzig 1869, S. 6)
Ausgehend von diesem Zitat soll versucht werden, die gesellschaftlichen und situativen Bedingungen und Funktionen der Verwendung dialektaler Sprachvarietät im deutschsprachigen Raum anhand ausgewählter Beispiele zu erläutern und auf Zusammenhänge zwischen diesen Komplexen hinzuweisen. Neben Problemen der Dialekttheorie soll im Rahmen dieses Proseminars auch die pragmatische Komponente im Mittelpunkt der Diskussion stehen.
LITERATUR: Heinrich Löffler, Probleme der Dialektologie. Eine Einführung. Darmstadt ³1990. (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. Germanistische Einführungen).
Dr. Regina Quentin
Geschlechtsspezifische Sprache in den Massenmedien
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 18-20, B 106 Beginn: 16.10.1997
Die Massenmedien nehmen entscheidenden Einfluß auf unser Leben, sind ihrerseits Spiegelbild der gesellschaftlichen Realität. Wie stellt sich das tagtäglich durch die Medien vermittelte Bild der Frau dar? Wie sprechen und schreiben Frauen - im Gegensatz zu Männern? Über was kommunizieren Frauen, und wie wird über Frauen berichtet? Die wichtigsten Erkenntnisse der feministischen Linguistik sollen diskutiert und eigenen Analysen ausgewählter Texte aus Zeitung, Fernsehen und Rundfunk gegenübergestellt werden. Neben eindeutig linguistischen Fragestellungen werden die unterschiedlichen massenmedialen Zeichensysteme Sprache, Bild und Ton im Mittelpunkt des Seminars stehen.
LITERATUR: Samel, Ingrid (1995): Einführung in die feministische Sprachwissenschaft. Berlin.
Prof. Dr. Hans Ramge
Geschichte des Wahlplakats
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mi 10-12, B 106 Beginn: 15.10.1997
Im Seminar soll erarbeitet werden, wie sich die uns heute geläufige Form der Plakatwerbung der Parteien geschichtlich herausgebildet hat. Dabei werden die Verbindungen zu Formen der gewerblichen Anzeigenwerbung einerseits und zur Wahlkampf-Inszenierung als Form politischen Handelns andererseits einbezogen. Im Seminar werden die Verfahren erarbeitet, wie ein Wahlplakat als Einheit aus Bild und Text beschrieben werden kann, wie die Organisation des Textes und seiner Elemente analysiert und kritisch auf seine Funktionen befragt wird, wenn man die geschichtlichen und gesellschaftlich-politischen Hintergründe einbezieht. Schwerpunkte bilden Plakate der Weimarer Zeit und der Bundestagswahlkämpfe seit 1949.
Dr. Jörg Riecke
Grundlagen der Sprachwissenschaft: Die Sprachgeschichte
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Do 14-16, B 106 Beginn: 16.10.1997
In diesem Proseminar geht es um die Entwicklung der deutschen Sprache von den Anfängen bis zur Gegenwart. Wo und wann liegen diese Anfänge? Was verbindet das Deutsche mit den übrigen Sprachen und was ist dagegen "typisch deutsch"? Welche politischen und kulturellen Einflüsse haben die Anfänge begünstigt und wie hat sich schließlich unsere heutige Standardsprache aus diesen Anfängen heraus entwickelt? Zur Beantwortung dieser Leitfragen werden wir einerseits - beginnend mit der germanischen und vorgermanischen Zeit - ein chronologisches Gerüst erarbeiten, in dem die wesentlichen sprachlichen und außersprachlichen Faktoren aufeinander bezogen sind. Zum anderen wollen wir uns einzelne Bereiche genauer ansehen, etwa die Sprache Luthers am Beispiel der Schrift "Von Kaufshandlung und Wucher" (Weimarer Ausgabe 15, S. 293-313) und die Sprache Goethes am Beispiel eines Ausschnitts aus den "Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten" (Weimarer Ausgabe 18, S. 191-222). Diese Texte sollten Sie zum Semesterbeginn schon einmal gelesen haben. Nicht unbedingt zur vollständigen Lektüre, sondern eher im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen die folgenden Titel:
LITERATUR: Christopher J. Wells: Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990. Eric Blackall: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache, Stuttgart 1966. Pierguiseppe Scardigli: Der Weg zur deutschen Sprache. Von der indogermanischen bis zur Merowingerzeit, Bern - Berlin - Frankfurt/M. - New York - Paris - Wien 1994.
Prof. Dr. Rosemarie Rigol
Orthographie II. Grundlagen und Diskussionstexte
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10-12, B 31 Beginn: 15.10.1997
Die theoretischen und historischen Grundlagen der bestehenden Regelwerke für die Rechtschreibung werden diskutiert und verglichen mit neueren Konzepten. Die Auseinandersetzung erfolgt an wissenschaftlichen Texten, die entweder gemeinsam bearbeitet oder in der Form von Referaten vorgestellt werden.
Leistungsnachweis: Schriftlich ausgearbeitete Referate.
ZUR VORBEREITENDEN LEKTÜRE GEEIGNET: Gerhard Augst (1991): Alternative Regelungen zur graphischen Kennzeichnung des kurzen Vokals im Deutschen - ein historischer Vergleich. In: Gerhard Augst / Otfrid Ehrismann / Hans Ramge (Hrsg.): Festschrift für Heinz Engels zum 65. Geburtstag. Göppingen, 320-344. Peter Eisenberg (1995): Der Laut und die Lautstruktur des Wortes; der Buchstabe und die Schriftstruktur des Wortes. In: Duden: Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. 5. Auflage, Mannheim, 21-84. Manfred Kohrt (1987): Theoretische Aspekte der deutschen Orthographie. Tübingen (= RGL 70). Utz Maas (1992): Grundzüge der deutschen Orthographie Tübingen (=RGL 120: Kollegbuch). Britta Stanze (1994): Die Orthographischen Regelbücher des Deutschen. Egelsbach / Frankfurt / Washington (= Deutsche Hochschulschriften 1044).
Britt-Marie Schuster, M.A.
Flugschriften der Reformation und des Bauernkriegs: eine Einführung in das Frühneuhochdeutsche
Proseminar L1,L2,L3 L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, B 33 Beginn: 13.10.1997
Die Flugschriften der Reformation und des Bauernkriegs sind das erste publizistische Massenmedium im deutschen Sprachraum - Massenmedium deshalb, weil die Flugschriften in großer Auflage gedruckt wurden, eine große Leserschaft erreichten und so zur rasanten Ausbreitung neuer theologischer und gesellschaftspolitischer Ideen beitrugen. Im Seminar sollen zunächst einige Untertypen der Flugschrift vorgestellt (z.B. der Reformationsdialog) und ihre jeweiligen sprachlichen Kennzeichen (z.B. Besonderheiten der Syntax) herausgearbeitet werden. Dabei soll auch die Frage beantwortet werden, aufgrund welcher sprachlicher Kennzeichen die Flugschriften ihre besondere Bedeutung erzielen konnten - z.B. aufgrund ihres propagandistisch-polemisierenden Sprachgebrauchs, der einen guten Einblick in die frühneuzeitliche Streitkultur bietet. Ausgehend von den Flugschriften sollen aber auch die besonderen Charakteristika des Frühneuhochdeutschen bestimmt und der Anteil der Flugschriften an der Herausbildung der neuhochdeutschen Literatursprache gezeigt werden. Die SeminarteilnehmerInnen sollen insgesamt die Kompetenz erwerben, die Flugschriften zu lesen, sie in die frühneuhochdeutsche Sprachperiode einzuordnen und sie hinsichtlich besonderer sprachwissenschaftlicher Fragestellungen zu untersuchen.
Dr. Martin Wachtel
Grundlagen der Sprachwissenschaft
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 14-16, B 24 Beginn: 14.10.1997
Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,
- mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,
- selbständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.
Am Ende der einzelnen thematischen Einheiten sollen die TeilnehmerInnen in Form von Übungen das Gelernte vertiefen und anwenden.
Dr. Martin Wachtel
Übungen zur deutschen Grammatik
Proseminar L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 16-18, B 24 Beginn: 13.10.1997
Das Seminar begleitet in Form grammatischer Übungen die Vorlesung zur deutschen Grammatik (Prof. Dr. Gerd Fritz). Die Übungen haben die Aufgabe, die in der Vorlesung eingeführten Inhalte zu sichern und zur Anwendung und Übertragung des Gelernten anzuleiten. Desweiteren sollen Aufgaben und Methoden einer didaktischen Grammatik des Muttersprachenunterrichtes näher bestimmt werden. Grundlage hierfür ist die Diskussion neuerer sprachdidaktischer Ansätze sowie die Analyse einzelner Sprachlehrwerke und des Arbeitsbereiches 'Grammatik' im Rahmenplan 'Deutsch' des Hessischen Kultusministeriums.
Die Teilnahme an der Vorlesung 'Einführung in die deutsche Grammatik' (Mo 14-16 Uhr) ist Voraussetzung für die Teilnahme am Proseminar.
Prof. Dr. Gerd Fritz / Dr. Thomas Gloning
Wissensvermittlung mit Text und Hypertext
Hauptseminar L3,Mag.HF/NF
Do 16-18, B 106 Beginn: 16.10.1997
Das Seminar ist Teil des »Studienangebots Informationsvermittlung und Medien«. Ziel des Seminars ist es, die Studierenden mit grundlegenden Verfahren der Textanalyse und der angewandten Textproduktion vertraut zu machen. Da der Umgang mit neuen Medien und Formen der elektronischen Textdarbietung in Zukunft zum unabdingbaren Rüstzeug für alle textverarbeitenden Berufe in Schule, Verlag, Öffentlichkeitsarbeit, Werbung, Wirtschaft usw. gehören wird, soll ein Schwerpunkt des Seminars auf der Analyse und der Produktion von Hypertexten liegen. Inhaltlich sind vier Schwerpunkte vorgesehen; (1) Linguistische Grundlagen der Textanalyse und der Textproduktion; (2) Organisationsprinzipien von Hypertexten; (3) Handwerkliche Grundlagen der Hypertext-Produktion in verschiedenen Umgebungen, z.B. HTML, SGML, WinHelp; (4) Analyse- und Produktionsprojekte vor allem in drei Bereichen: Gebrauchsanleitungen (z.B. technische Handbücher), Dokumentation (z.B. Lexika, Wörterbücher), Präsentation (z.B. Homepages). Das Seminar umfaßt zwei Kompaktveranstaltungen mit Praktikern aus dem Bereich der technischen Dokumentation. - Hypertext-Vorkenntnisse sind nützlich, aber nicht vorausgesetzt. Für Interessierte mit Tutorium.
LITERATUR: Freisler, S.: Hypertext - eine Begriffsbestimmung. In: Deutsche Sprache 22 (1994) 19-50. Suter, B.A.: Hyperlinguistics. Hypertext-Lehrumgebungen im akademischen Kontext. Eine Fallstudie. Diss. Zürich 1995.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Grammatiktheorie und grammatische Beschreibung
Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 10-12, B 106 Beginn: 14.10.1997
Grammatische Beschreibungen haben in neuerer Zeit meist einen deutlich ausgeprägten theoretischen Hintergrund. Das Seminar wendet sich an Studierende, die sich mit diesen theoretischen Hintergründen näher beschäftigen möchten. Anhand von ausgewählten Beispielen aus dem Bereich der deutschen Grammatik sollen Ziele und Methoden neuerer Syntaxtheorien (Generative Grammatik, Phrasenstrukturgrammatiken, Dependenzgrammatik) und Formen der syntaktischen Argumentation diskutiert werden. Dieses Seminar ist Teil des Grammatik-Verbunds, der in diesem Semester eine allgemeine Einführung in die deutsche Grammatik (Vorlesung) mit spezielleren Seminaren kombiniert. Teilnehmern des Seminars empfehle ich, auch die Grammatikvorlesung zu besuchen.
LITERATUR: Heringer, H.J.: Deutsche Syntax dependentiell. Tübingen 1996. v. Stechow, A./Sternefeld, W.: Bausteine syntaktischen Wissens. Opladen 1988.
Dr. Thomas Gloning
Deutsche Sprachgeschichte von Leibniz bis Goethe (Lektürekurs)
Hauptseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom,DaF,HF/NF
Do 10-12, B 33 Beginn: 16.10.1997
Gegenstand des Seminars sind sprachliche Entwicklungen des Deutschen in der Zeit von 1680 bis um etwa 1800. Im Mittelpunkt wird die Lektüre und die sprachgeschichtliche Kommentierung von Texten stehen. Dabei sollen neben der sprachlichen Gestalt von literarischen Hoch- und Höchstleistungen auch Alltagstexte in den Blick kommen, z.B. Tagebücher, Lebensbeschreibungen, Streitschriften, Testamente, Rezepte, Briefe, Reisenotizen, Fachtexte, Zeitungen oder die frühen Zeitschriften. Ergänzend sollten wir auch Auszüge aus den vorhandenen Sprachgeschichten lesen (z.B. von Polenz, Wells) und uns mit Hilfsmitteln wie dem Goethe-Wörterbuch vertraut machen.
LITERATUR: Blackall, E.A.: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache 1700-1775. Mit einem Bericht über neue Forschungsergebnisse 1955-1964 von D. Kimpel. Stuttgart 1966. Polenz, P. von: Deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Band II: 17. und 18. Jahrhundert. Berlin/ New York 1994. Wells, C.J.: Deutsch: Eine Sprachgeschichte bis 1945. Tübingen 1990.
Prof. Dr. Hans Ramge
Rede-Wendungen und Redens-Arten
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF
Di 16-18, B 106 Beginn: 14.10.1997
Im Mittelpunkt des Hauptseminars stehen feste sprachliche Fügungen und Wendungen der deutschen Sprache, sog. Phraseologismen, bis hin zu Sprichwörtern. Erarbeitet werden die verschiedenen Typen, ihre sprachlich-strukturellen Bildungsweisen, vor allem aber die Modi ihrer Bildlichkeit und stilistischen Effekte, ihrer kognitiven, gesprächsstrukturellen und kommunikativen Funktionen. Deshalb ist die Einbeziehung etwa von Metapher-Theorien und von gesprächsanalytischen Verfahren ebenso notwendig und sinnvoll wie die Einbeziehung der historischen Perspektive (besonders bei den Sprichwörtern).
Im Seminar haben die Teilnehmer/innen Gelegenheit, neben der Erarbeitung der theoretischen Grundlagen eigene Untersuchungen zum Gebrauch von Redewendungen und Redensarten in mündlichen und schriftlichen Texten vorzunehmen und zu referieren.
Prof. Dr. Hans Ramge
Namenforschung
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Di 14-16, B 106 Beginn: 14.10.1997
Die Namenforschung beschäftigt sich mit der Bildungsweise, der Bedeutung und dem Gebrauch von Namen der verschiedensten Bezugsbereiche, vor allem der auf Menschen (Vornamen, Familiennamen, ...) und Orte (Siedlungsnamen, Flurnamen, ...) bezogenen in ihren sozialen, räumlichen und geschichtlichen Zusammenhängen. Beispielsweise: Wie (und warum) ändert sich die Hitliste der bevorzugten Vornamen? Wie haben sich die Familiennamen im Mittelalter herausgebildet - und später: bis zur zwangsweisen Namenzuweisung an Juden im 19.Jh.? Welche geschichtlichen Hinweise kann man den Siedlungs- oder Ortsnamen entnehmen, vor allem, wenn man ihre räumliche Verbreitung einbezieht? Was bedeutet der Name Gießen? Warum heißt der Dünsberg so, wie er heißt? Weit davon entfernt, auf alle diese Fragen auch hinreichende Antworten parat zu haben, sollen im Seminar Grundfragen der Namenforschung, auch als Teil der Sprachwissenschaft, so behandelt werden, dass die Teilnehmer/innen ihren eigenen Fragen und Interessen nachgehen können.
Prof. Dr. Hans Ramge / Britt-Marie Schuster, M.A.
Gestörter Spracherwerb als filmisches Erzählthema
Oberseminar L3,L5,Mag.,Prom.,DaF
Mo 16-18, B 106 Beginn: 20.10.1997
Im Oberseminar sollen Filme und filmische Dokumentationen behandelt werden, die sich mit den Auswirkungen befassen, wenn kleine Kinder aufgrund extremer Umstände gehindert sind, eine Muttersprache zu lernen und zu sprechen. Der klassische Fall sind Kinder, die anfangs jenseits engerer menschlicher Kontakte vegetieren und später in die Gesellschaft, auch sprachlich, integriert werden sollen. Zu Beginn des Oberseminars wollen wir uns deshalb eingehend mit dem Prototyp des Genres, F. Truffauts L'enfant sauvage, und der Filmdokumentation über Gene befassen, um die linguistischen Grundlagen einerseits und die filmästhetischen / -historischen Aspekte des Erzählgegenstands andererseits genauer zu erarbeiten. Weitere Filme, etwa zum Kaspar-Hauser-Motiv, schließen sich an, Interessen der Teilnehmer/innen folgend.
Dr. Martin Wachtel
Quizsendungen und Game Shows: Kommunikationsanalysen zum Unterhaltungsmedium 'Fernsehen'
Hauptseminar L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 18-20, B 106 Beginn: 20.10.1997
Die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Unterhaltungssendungen des Fernsehens spielt bis heute in der Fernsehforschung eine sehr geringe Rolle. Dennoch erscheint es lohnenswert, sich mit dieser Programmsparte zu beschäftigen. Zwei Gründe hierfür seien genannt:
1. Die hohen Zuschauerzahlen dokumentieren, daß sehr viele Zuschauer mit diesen Medienangeboten etwas für sie Wichtiges verbinden.
2. Schon ein oberflächlicher Blick auf die Vielzahl der Programmangebote verdeutlicht, daß diese Kommunikationsformen den Zuschauern sehr spezifische Nutzungsmöglichkeiten anbieten. Dies zeigt sich u.a. daran, daß Fernsehzuschauer obligatorisch als Protagonisten von Sendungen auftreten.
Das Seminar behandelt folgende Themen:
- Bestandsaufnahme des Umfangs und der Verteilung von Programmangebot und Programmnachfrage.
- Beschreibung und Analyse der Strukturen und Inhalte ausgewählter Sendungen. Hierzu zählen z.B. die Beschreibung der Spielsituationen, der kommunikativen Aufgabe der Spielkandidaten und Spielleiter/Moderatoren, der zu erbringenden Spielleistungen etc.
- Überlegungen zu einer Typologie der Quizsendungen und Game Shows.
Prof. Dr. Gerd Fritz
Linguistisches Colloquium
Oberseminar L3,Mag.,Prom.
Mi 18-20, B 106 Beginn: 22.10.1997
Im Linguistischen Colloquium sollen Examenskandidatinnen und -kandidaten Gelegenheit haben, Themen zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen. Weiterhin werden entstehende wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt und neuere linguistische Publikationen diskutiert.
Prof. Dr. Hans Ramge
Linguistisches Kolloquium
Oberseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.
Zeit n.V., B 106 Beginn: s.Aushang
Im Linguistischen Kolloquium, das Examens-Kolloquium einschließend, werden - adressatenspezifisch - teils examensrelevante, teils forschungsbezogene linguistische Themen behandelt.
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Europäische Reiseberichte und Länderbeschreibungen. 1. Teil: Antike und Mittelalter
Vorlesung L1, 2, 3, 5,Mag.,Prom.,HF/NF,HaF,GH,WV,GS/HS
Mi 8.30-10.00, A 5 Beginn: 15.10.1997
In ausgewählten Beispielen europäischer, antiker und mittelalterlicher Reiseberichte und Länderbeschreibungen werde ich diese Erzählgattung vorstellen und eine Reihe von Mitteilungsmustern beschreiben.
LITERATUR: Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur. Hrsg. von Peter J. Brenner. Frankfurt am Main, Suhrkamp 1989; Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch unter redaktioneller Mitarbeit von Rudolf Schulz. Amsterdam, Atlanta 1992.
Die ausgewählten antiken und mittelalterlichen Texte werde ich mit bibliographischen Angaben in der Vorlesung nennen.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: "Das Nibelungenlied"
Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 10-12, B 106 Beginn: 13.10.1997
Einige Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte - Interpretationskompetenz für mhd. Dichtung.
LITERATUR: Das Nibelungenlied. Nach der Ausg. v. Karl Bartsch. Hrsg. v. Helmut de Boor. 21. Aufl. Wiesbaden: Brockhaus, 1979. Skript zum Seminar (in der ersten Sitzung erhältlich)
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Einführung in die mittelhochdeutsche Literatur: "Herzog Ernst" - Eine Reise in den Orient
Proseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,GS
Do 16-18, B 33 Beginn: 16.10.1997
Lektüre des mittelhochdeutschen Textes, sprachgeschichtliche Erläuterungen, Übersetzung ins Neuhochdeutsche und inhaltliche Interpretation.
TEXT: Herzog Ernst. Ein mittelalterliches Abenteuerbuch. Hrsg. von Bernhard Sowinski. Stuttgart, Philipp Reclam Jun. 1972 und später (Reclam 8352-57).
HILFSMITTEL UND LITERATUR FÜR DIE EINFÜHRUNG: Matthias Lexer, Mittelhochdeutsches Taschenwörterbuch. Mit Berichtigungen und Nachträgen von Ulrich Pretzel. 37. Aufl. Stuttgart, S. Hirzel Verlag 1986 - neuere oder ältere Aufl. können auch benützt werden; - Karl Helm, Abriß der mittelhochdeutschen Grammatik... Tübingen, Max Niemeyer Verlag, neuere oder neueste Aufl.; Joachim Bumke, Geschichte der deutschen Literatur im hohen Mittelalter. München, Deutscher Taschenbuch Verlag 1990; Joachim Bumke, Höfische Kultur. Literatur und Gesellschaft im hohen Mittelalter. Bd. 1 und Bd. 2. München, Deutscher Taschenbuchverlag 1986. Werner Paravicini, Die höfisch-ritterliche Kultur des Mittelalters. München, R. Oldenbourg Verlag 1994. Maurice Keen, Das Rittertum. München, Zürich, Artemis Verlag 1987.
Bitte Text, Wörterbuch und Grammatik zur ersten Sitzung mitbringen
Dr. Antje Holzhauer
Brückenkurs Mittelalter
Brückenkurs L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Di 14-16, B 31 Beginn: 14.10.1997
Einzelheiten zur Thematik entnehmen Sie bitte den Aushängen.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann / Dr. Gudrun Marci-Boehncke
"Deutsche Mythen". Tradition und Propaganda im frühen deutschen Film
Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 8-10, B 106 Beginn: 16.10.1997
Siehe unter den Ankündigungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, S. 50.
Prof. Dr. Otfrid Ehrismann
"Das Nibelungenlied". Probleme der Forschung
Hauptseminar/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 10-12, B 106 Beginn 16.10.1997
LITERATUR: Das Nibelungenlied. Nach der Ausg. v. Karl Bartsch. Hrsg. v. Helmut de Boor. 21. Aufl. Wiesbaden: Brockhaus, 1979. Otfrid Ehrismann: Das Nibelungenlied. Epoche - Werk - Wirkung. München: Beck, 1987.
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Die Reisen des Sir John Mandeville in den deutschen Übersetzungen von Michel Velser und Otto von Diemeringen
Haupt/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS
Di 18-20, B 33 Beginn: 14.10.1997
Dieser Reisebericht aus der Mitte des 14. Jahrhunderts wurde in mehrere Sprachen übersetzt und bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts offensichtlich mit großem Interesse und Vergnügen gelesen. Wir lernen in ausgiebiger Lektüre und vergleichender Interpretation zwei etwa gleichzeitig entstandene deutsche Übersetzungen in Drucken von 1480 kennen.
Voraussetzung für die Teilnahme: erfolgreich bestandene Zwischenprüfung in Germanistik
TEXT: Jean de Mandeville, Reisen. Reprint der Erstdrucke von 1480 ... Hrsg. und mit einer Einleitung versehen von Ernst Bremer und Klaus Ridder. Hildesheim, Zürick, New York, Georg Olms Verlag 1991; Mandevilles Vorlage für die Reise nach China: Die Reise des seligen Odorich von Pordenone nach Indien und China (1314/18 - 1330). Übersetzt, eingeleitet und erläutert von Folker Reichert. Heidelberg, Manutius Verlag 1987.
LITERATUR: Verfasserlexikon, Bd. 5 (1985), Sp. 1201 ff.: Mandeville (Ernst Bremer); Reisen und Reiseliteratur im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Hrsg. von Xenja von Ertzdorff und Dieter Neukirch unter redaktioneller Mitarbeit von Rudolf Schulz. Amsterdam, Atlanta, Rodopi 1992.
Weitere Literatur in der Ankündigung zu meiner Vorlesung in diesem Semester.
Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer
Meister Eckhart (1280-1328): Deutsche Predigten
Haupt/Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS
Fr 8.30-10.00, C 3 Beginn: 17.10.1997
Interdisziplinäres Seminar
Gemeinsam mit Herrn Kollegen H. Meinhardt (Philosophie) und vielleicht auch mit einem Theologen werden ausgewählte mittelhochdeutsche Predigten Meister Eckharts sprachlich, philosophisch und theologisch interpretiert.
Voraussetzung zur Teilnahme für Germanisten und Germanistinnen: abgelegte Zwischenprüfung in Germanistik, Lateinkenntnisse, Interesse für philosophische und theologische Fragen.
TEXT: Meister Eckhart, Deutsche Predigten und Traktate. Hrsg. von Josef Quint. Die maßgebliche wissenschaftliche Ausgabe der mhd. Texte. Vorhanden in der Bibliothek des Zentrums für Philosophie und des Fachbereichs Germanistik. - Meister Eckhart, Werke I und II. Texte und Übersetzungen von Josef Quint. Hrsg. und kommentiert von Niklaus Largier. Frankfurt a.M., Deutscher Klassiker Verlag 1993.
Die in den Seminarsitzungen gelesenen Texte werden in der 1. Seminarsitzung ausgegeben. Handapparate zum Seminar sind in den drei beteiligten Institutsbibliotheken bereitgestellt. In der Bibliothek des Zentrums für Philosophie befindet sich ein Ordner mit den Sitzungsprotokollen der Seminare zu diesem Thema in den vorangegangenen Semestern.
Zur allgemeinen Information vorab während der vorlesungsfreien Zeit wird empfohlen: Gerhard Wehr, Meister Eckhart. Rowohlt-Monographie 1989 (Nr. 376). - Kurt Ruh, Meister Eckhart. Theologe, Prediger, Mystiker. München, Beck 1985. - Kurt Ruh, Geschichte der abendländischen Mystik. Bd.3: Die Mystik des deutschen Predigerordens und ihre Grundlegung durch die Hochscholastik. München, Verlag C.H.Beck 1996.
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Einführung in das Studium der allgemeinen und vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft
Vorlesung AVL, Mag., Prom., L3, DTM, DaF,und Hörer
aller geisteswissenschaftlichen Fächer
Di 14-16, A 2 Beginn: 14.10.1997
Die Vorlesung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden des Faches Komparatistik, das (vorbehaltlich der endgültigen Zustimmung des Ministeriums) ab dem Wintersemester 1997/98 in Gießen studiert werden kann. Die Veranstaltung richtet sich aber auch an Studierende der NDL oder anderer Philologien, die sich für interdisziplinäre Perspektiven interessieren.
Gegenstand der Vorlesung ist ein Überblick über Kernbereiche der 'Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft': Literaturtheorie (wissenschaftstheoretische Voraussetzungen des Textverstehens; Theorie literarischer Kunstmittel; Gattungstheorie; Intertextualität; Theorie der literarischen Übersetzung) und vergleichende Literaturgeschichte (literarische Epochen, Gattungsgeschichte und Thematologie im übernationalen Vergleich; Rezeptionsgeschichte und interkulturelle Austauschprozesse). Außerdem werden -entsprechend der Gießener Ausrichtung der Komparatistik - die Beziehungen zwischen der Literatur und anderen Künsten (Musik, bildende Kunst und darstellende Kunst) sowie kulturwissenschaftliche Ansätze (Mentalitätsgeschichte, historische Diskursanalyse, Kultursemiologie und gender-Forschung) thematisiert.
All diese Bereiche werden in der Vorlesung exemplarisch behandelt. Eine Lektüreliste wird zu Beginn ausgegeben.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Deutsche Barocklyrik im europäischen Kontext
Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag, Prom., DTM, DaF, AVL
Mo 16-18 , A 5 Beginn: 13.10.1997
Diskussion von wichtigen wissenschaftlichen Neuerscheinungen zum thematischen Zusammenhang von Kultur, Erinnern und Vergessen siehe auch Aushang Ende des Sommersemesters mit weiteren Informationen!
Wenn gewünscht, kann ein Teil der Sitzungen zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen verwendet werden.
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Prof. Dr. Günter Oesterle u.a.
Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext. Die ästhetische Erfindung der Moderne in Literatur, bildender Kunst, Musik und Alltagskultur.
Ringvorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DaF
Mi 18-20, A 1 Beginn: 22.10.1997
Diese Ringvorlesung ist eine interdisziplinäre Veranstaltung des neueingerichteten Graduiertenkollegs 'Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext' und richtet sich an die interessierte universitäre Öffentlichkeit. Die Ringvorlesung ist auf eine Dauer von zwei Semestern angelegt. Die am Kolleg beteiligten Gießener Hochschullehrer werden in Vorträgen ihren jeweiligen Schwerpunkt im Rahmen des Forschungsprogramms vorstellen; außerdem werden auswärtige Expertinnen und Experten eingeladen, die aus ihren einschlägigen Forschungszusammenhängen berichten und damit der Diskussion im GK wichtige Impulse vermitteln.
Folgende Fächer sind am Graduiertenkolleg beteiligt: Anglistik (Grabes, Nünning); Germanistik (Inderthal, Kurz, Leibfried, Lubkoll, Oesterle, Vollhardt), Klassische Archäologie (Martini), Klassische Philologie (Landfester), Komparatistik, Kunstgeschichte (Baumgartner), Musikwissenschaft (Andraschke), Philosophie (Marquard), Romanistik (Rieger, Stenzel); Soziologie (Giesen).
Jörn Steigerwald M.A.
Literaturwissenschaftliche Methodendiskussion
Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag.,AVL,DaF
Mo 10-12, B 128 Beginn:13. 10. 1997
In diesem Kurs sollen sowohl tradierte als auch 'modische' Literaturtheorien anhand ausgewählter Texte gelesen und behandelt werden. Dabei soll auch berücksichtigt werden, was hinter sich avanciert gebenden Methoden für traditionelle Zugangsmechanismen befinden und wie deren Instrumentarien und Begriffe (nicht) sinnvoll verwendet werden. Besonders die für die Literaturwissenschaft grundlegenden Begriffe von Erzähler, Autor und Text, sowie die darauf aufbauenden Systeme von Intertextualität und auch Intermedialität gilt es näher zu betrachten. Dabei soll die Frage nach Anwendbarkeit und Sinn der Anwendung - gerade auch in der momentanen germanistischen Praxis im Mittelpunkt stehen.
Ein Schein kann im Rahmen dieses Kurses nicht erworben werden.
Als einführende Literatur und gute Textsammlung sei genannt: Texte zur Literaturtheorie der Gegenwart. Hrsg. u. kommentiert von D. Kimmich, R.G. Renner u. B. Stiegler. Stuttgart: Reclam 1996
Stephanie Waldow
Mythologie
Brückenkurs L1, L2, L3, L5, MA, AVL, DAF
Mittwoch 12-14, B 24 Beginn: 15.10.97
"Wie der gehetzte Hirsch ins Wasser, sehnte ich mich hinein in diese nackten, glänzenden Leiber, in diese Sirenen und Dyraden, diese Narzissus und Proteus, Perseus und Aktaeon: verschwinden wollte ich in ihnen und aus ihnen heraus mit Zungen reden." (Hugo v. Hofmannsthal)
Unverzichtbar, gerade auch für die Lektüre moderner und postmoderner Texte, ist die Kenntnis der griechischen Mythologie. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Ovids "Metamorphosen", deren Hauptthema die menschlichen Dinge wie die Liebe und das Schicksal sind. Auf dieser Basis sollen die wichtigsten Mythen herausgegriffen und bis zu ihren Ursprüngen zurückverfolgt werden. Aus diesem Grund ist es zunächst notwendig, die Begriffe "Mythos" und "Logos" zu erarbeiten sowie den Übergang von der Mündlichkeit zur Schriftlichkeit nachzuzeichnen. Auf Wunsch können am Ende des Seminars ausgewählte Mythostheorien gelesen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Rezeption antiker Mythen an einzelnen literarischen Texten zu diskutieren.
Prof. Dr. Christine Lubkoll / Almuth Hammer (M.A.)
Einführung in die vergleichende Literatur- und Kulturgeschichte
Proseminar AVL, Mag
Mi 10-12 , B 9 Beginn: 15.10.1997
Diese Einführung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die das Fach 'Allgemeine und vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (Komparatistik)' im Haupt- oder Nebenfach studieren. Das Seminar dient der Einführung in Methoden der Komparatistik. Dabei werden vier Schwerpunkte gesetzt: 1. Gattungsgeschichte im übernationalen Vergleich (Am Beispiel der Novelle); 2. Thematologie (am Beispiel des Antigone-Stoffs); 3. übergreifende Probleme der Epochengeschichtsschreibung (am Beispiel der 'europäischen Romantik'); 4. interkulturelle Austauschprozesse (am Beispiel deutschsprachiger Migrantenliteratur).
LITERATUR: Peter von Zima, Komparatistik. Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft. Tübingen 1992. Hugo Dyserinck, Komparatistik. Eine Einführung. Bonn 1991. Hugo Aust, Novelle. Stuttgart 1990. George Steiner, Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart ein Mythos. München 1990. Gerhard Hoffmeister, Deutsche und europäische Romantik. Stuttgart 1990.
Dipl. pol. Sandra Pott
"Conte philosophique" und philosophischer Roman
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., AVL
Di 14-16, B128 Beginn: 14.10.1997
Warum bezeichnet die Forschung eine bestimmte Textgruppe als "Conte philosophique" und als philosophischer Roman, und sind die gewählten Bezeichnungen vor dem Hintergrund einer historischen Interpretation adäquat? Im Seminar wird die so ausgezeichnete Textgruppe untersucht, deren Entstehung auf die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts festgelegt ist. Betrachtet werden musterbildende Beispiele dieser Gruppe - unter anderem Voltaires Candide und Wezels Belphegor; ein Schwerpunkt wird auf der Prosa Wielandsliegen. Gattungstheoretische Überlegungen sollen die methodischen Aspekte der Fragestellung erschließen, ideenhistorische Kontexte sollen eine Bestimmung des Attributs "philosophisch" ermöglichen
ZUR EINFÜHRUNG: Danneburg, Lutz, 1996: Wie kommt die Philosophie in die Literatur? In: Philosophie in Literatur. Hg. v. C. Schildknecht u. D. Teichert. Frankfurt/M., S. 19-54. Erhardt, Walter, 1991: Entzweiung und Selbstaufklärung. C. M. Wielands Agathon-Projekt. Tübingen (= Studien zur deutschen Literatur 115), [Abschnitte zum philosophischen Roman] Voßkamp, Wilhelm, 1992: Gattungen. In: Literaturwissenschaft. Ein Grundkurs. Hg. v. H. Brackert u. J. Stückrath. Reibeck bei Hamburg, S. 253-268.
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Künstlernovellen
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag, DTM, DaF
Di 10-12, B128 Beginn: 14.10.97
Gelesen und interpretiert werden: Büchner, Lenz; Grillparzer, Der arme Spielmann; Mörike, Mozart auf der Reise nach Prag; Th. Mann, Der Tod in Venedig
LITERATUR: eine genaue Lektüre dieser Novellen
Dr. Herrald Heselhaus
Iphigenie. Literarische "Re-Vision" des Mythos
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag, AVL
Zeit u. Ort: siehe Aushang Beginn: siehe Aushang
Das Seminar will anhand des "Iphigenien"-Stoffes das Verhältnis von Literatur und Mythos hinterfragen. Dabei wird der Figur der Jungfrau besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Die Ausseinandersetzung mit dem Thema wird verschiedene literaturwissenschaftlicheAnsätze ins Spiel bringen, die im Seminar aber nicht nur angewandt, sondern auch hinterfragt werden sollen: z.B. Psychoanalyse, Diskursanalyse und Dekonstruktion, Konstruktivismus und Feminismus. Ziel des Seminars ist neben der genauen und kritischen Lektüre auch ein kreativer und "revisionistischer" Umgang mit dem Stoff, der den intertextuellen Differenzen auch auf der Ebene der Interpretation noch gerecht werden kann.
Das Proseminar findet in drei Blöcken statt (freitags und samstags). Termine und Seminarplan werden baldmöglichst ausgehängt.
Dr. Harald Neumeyer
Der Flaneur
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, AVL
Do 16-18, B 24 Beginn: 16.10.1997
Walter Benjamin kommt das Verdienst zu, den Flaneur als eine zentrale Figur derModerne entziffert zu haben. Allerdings bleibt seine Auseinandersetzung mit dem Flaneur in einer 'geschichtsphilosophischen Perspektive stecken, die es zuerweitern gilt, um den Facettenreichtum des Flaneurs als historischer wieliterarischer Erscheinung zu entdecken.
Nach einer einführenden Lektüre derBaudelaireStudien Benjamins sollen in einer vergleichenden Betrachtung der'modernen Metropolen Paris und Berlin die Entwicklung der beiden Großstädte,die damit verbundene historische Genese des Flaneurs zu einem spezifischenTyp; des Großstadtlebens, seine Ermächtigung zum Künstler und seine Transformation in die Literatur nachgezeichnet werden. Schwerpunkt des Seminars bildet die Analyse der zahlreichen Funktionen, die dem Flaneur als 1iterarische Figur bei. verschiedensten Autoren (Charles Baudelaire, Robert Walser, Rainer Maria Rilke, Siegfried Kracauer, Franz Hessel) und in unterschiedlichsten Epochen (Naturalismus, Expressionismus, französisch Avantgarde, Surrealismus ) zukommen: Der Flaneur als Analytiker des gesellschaftlichen Modernisierungsprozeses, als Archäologe der Stadtgeschichte, a1s soziales wie politisches Gewissen) der Großstad, als Identitätsmodell und als Poet, an und mit dem neue Entwürfe ästhetischer Moderne entwickelt werden. Darüber hinaus sollen anhand der F'laneurTexte allgemein Fragen einer Wahrnehmungstheorie wie ästhetik und Konzeptionen der modernen Literatur erörtert werden.
Eine Liste der Primärtexte und der Forschungsliteratur liegt ab Ende Juli im Seminarordner in der Bibliothek bereit.
Dr. Michael Schlott
Das barocke Trauerspiel
Proseminar L3, Mag., AVL, DTM
Fr 14-16, B 128 Beginn: 24.10.1997
Die beiden ,Leitfiguren' des Barockdramas, Andreas Gryphius (1616-1664) und Daniel Casper von Lohenstein (1635-1683), stehen im Zentrum der Seminararbeit. Anhand ihrer Trauerspiele lassen sich zum einen besonders aufschlußreich Fragen zur Phänomenologie barocker Theatralik erörtern und mit entsprechenden Theorien zur Entstehung und zu den historischen Vorformen des Barockdramas verbinden (Mysterienspiel, Moralitäten, humanistisches Schuldrama). Zum anderen können über die Analyse einer Dichtungssprache, die für die Affektdarstellung hochmanieristische Kunstmittel verfügbar macht, Strukturzusammenhänge und Funktionen der Affektenlehre aufgezeigt werden, um Diskursformationen zu begreifen, die im Barockzeitalter über den poetologischen Bereich des Trauerspiels hinausweisen und historisch auf moralphilosophische Begründungszusammenhänge sowie affekttheoretische Implikationen höfischer Klugheitslehren zurückzuführen sind.
LEKTÜREVORAUSSETZUNG: Gryphius: Catharina von Georgien. Trauerspiel. Hg. v. Alois M. Haas. Stuttgart 1975 (RUB 9751). Leo Armenius. Trauerspiel. Hg. v. Peter Rusterholz. Stuttgart 1971 (RUB 7960). - Lohenstein: Sophonisbe. Trauerspiel. Hg. v. Rolf Tarot. Stuttgart 1970 (RUB 8394). - Hilfreich bei der ersten Vorbereitung: Marian Szyrocki: Die deutsche Literatur des Barock. Stuttgart 1994 (RUB 9924), S. 294-357. - Interessentinnen und Interessenten kommen bitte in meine Sprechstunde, um eine weiterführende Seminarbibliographie entgegenzunehmen.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Von der Gelehrtensatire zum Campus-Roman
Proseminar L1,L2,L3, Mag, AVL
Mi. 10-12, B 24 Beginn: 15.10.1997
Mit den modernen Bildungsinstitutionen entsteht die Kritik an ihren Autoritäten. Das Seminar kann nur zwei Phasen der Gattungsgeschichte - die es nicht gibt - des deutschen Universitätsromans untersuchen: Die 'vor-humboldtsche' Gelehrtensatire des 18. Jahrhunderts (Lichtenberg, Schummel, Nicolai, Jean Paul) sowie den Campus-Roman der 'nach-humboldtschen' Universität unserer Gegenwart (von H. Kinder bis D. Schwanitz) und ihr angloamerikanisches Vorbild (D. Lodge); dabei werden auch Fragen der Institutionsgeschichte berührt. Die Textauswahl wird in einer Vorbesprechung festgelegt. Bitte Aushang beachten!
LITERATUR ZUR EINFÜHRUNG: Leonard Forster: "Charlataneria eruditorum" zwischen Barock und Aufklärung in Deutschland. In: Res Publica Litteraria. Hg.v. S. Neumeister u. C. Wiedemann. Wiesbaden 1987, S. 203-220; Wolfgang Martens: Von Thomasius bis Lichtenberg. Zur Gelehrtensatire der Aufklärung. In: LY 10 (1978), S. 7-34; Wolfgang Weiss: Der anglo-amerikanische Universitätsroman. 2. Aufl. Darmstadt 1994; Rudolf Stichweh: Wissenschaft, Universität, Professionen. Soziologische Analysen. Frankfurt a.M. 1994 (stw 1146).
Dr. des. Thomas Borgard
Die Bedeutung Herders für die Entstehung des "Sturm und Drang"
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag, DTM
Mo 14-16, B24 Beginn. 13. 10. 1997
"Subjektivismus", "Gefühlskultur", "Orginalitätskonzept" sind Gemeinplätze, mit denen die Literaturgeschichte eine in den siebziger Jahren des 18. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreichende Literaturbewegung kennzeichnet, bevor diese "Epoche" ihrerseits durch den Neoklasizismus abgelöst wird. Der einfacheren Periodisierung, was die dichterische Erscheinung betrifft, steht jedoch eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Vorraussetzungen der spezifischen Verbindung von Anthropologe, Geschichtsphilosophie und Ästhetik gegenüber, wie sie nach dem Endestereotyp-normativer Theorien für den Bereich der Dichtung bestimmend wird; denn der systematische Bezug der Interpreten auf den Gegensatz "Rationalismus/Irrationalismus" vermag die positive Qualität nicht adäquat zu erfassen, die der Sinnlichkeit in den Poetiken des Sturm und Drang beigemessen wurde und die ein der Aufklärung generell imanentes Moment raikalisierten. Seinen Höhepunkt erreicht dieses Denken im Werk Herders, dessen literaturgeschichtliche Bedeutung weit ueber den eines bloßen Anregers des jungen Goethe hinausreicht. In dem Seminar soll die Auseinandersetzung Herders mit der europäischen Aufklärung untersucht, ihre sprachtheoretischen, poetologischen und ästhetischen Konsequenzen aufgezeigt und in ihrer Relevanz für die Dichtung erörtert werden.
Die Textgrundlage und die empfohlene Literatur werden durch einen Aushang (Raum 135 Prof. Vollhardt) bekanntgegeben.
Dr. Christian Soboth
Jungsein und Erwachsenwerden in der Literatur des 19. Jahrhunderts
Proseminar L1, L2, L3, Mag.,
Fr 10-12,C29 Beginn:17.10.1997
Laut Shell-Studie haben bereits 12jährige Angst vor Arbeitslosigkeit; ein Frankfurter Polizeisprecher fordert die Herabsetzung der Strafmündigkeit von 14 auf 12 Jahre; der Bundespräsident plädiert für größere ideele und materielle Investitionen in Erziehung und Bildung, die Familienministerin für weitreichendere politische Mitwirkungsmöglichkeiten von Jugendlichen. - Das Seminar möchte wissen, wie es um die Jugend (in der Literatur) des 19. Jahrhunderts bestellt ist? War früher alles besser, einfacher? Mit welchen Problemen hatten Jugendliche zu kämpfen? Wie leicht oder schwer war es oder wurde es ihnen gemacht, erwachsen zu werden? Welche Vorstellungen von Jugend, welche Konzepte von Erziehung und Bildung, welche Bilder von gelungenen oder mißlungenen Sozialisationen und Initiationen in die Erwachsenenwelt hat, entwirft und zeigt die Literatur von Goethe bis Raabe?
LITERATUR: Goethe, Ferdinand-Novelle (Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten), Die wunderlichen Nachbarskinder (Wahlverwandtschaften 2. Teil, 10. Kap.), Novelle. Stifter, Bergkristall, Katzensilber (Bunte Steine), Der Waldbrunnen. Melchior Meyr, Der Sieg des Schwachen. Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe, Das verlorene Lachen (Die Leute von Seldwyla). Storm, Carsten Curator, Die Söhne des Senators, Der Herr Etatsrat. Raabe, Holunderblüte, Prinzessin Fisch, Horacker.
Dr. Christine Haug
"Von der Lust, mit der Bahn zu reisen" - Das Verhältnis von Technik- und Literaturgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag, AVL
Mo, 16-18 , C 30 Beginn: 13.10.1997
Dieses Seminarangebot versteht sich als Fortsetzung der Lehrveranstaltung im vergangenen Wintersemester zu dem Thema "Von der Eisenbahnbibliothek zur Bahnhofsbuchhandlung", nicht zuletzt angeregt von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern dieser Veranstaltung. Wurden im vergangenen Semester primär buchhistorische und lesesoziologische Aspekte des Lesens während der Eisenbahn- und Dampfschiffahrt behandelt, beabsichtige ich diesmal das Verhältnis von Technik und Literatur im 19. und frühen 20. Jahrhundert an einschlägigen Texten zu bearbeiten. Der vorgeschlagene Textkorpus wird die "Klassiker" Bahnwärter Thiel und Zolas' La bete humaine ebenso aufnehmen wie die zahlreich erschienene kurze Erzählprosa und Lyrik, z. B. eines Max Eyth, Theodor Fontane, Ludwig Thoma, Adolf Glasbrenner, Thomas Mann, Charles Dickens, Jack London oder Anastasius Grün, Ferdinand Freiligrath. Ein Exkurs in die jüngere Zeitgeschichte wird geplant. Es bietet sich z. B. eine vergleichende Untersuchung der faschistisch verbrämte Technikromane eines Hans Dominik (Vistra oder das weiße Gold Deutschlands, 1936) oder Anton Zischkas (Sieg der Arbeit, Ölkrieg) sowie z. B. Bernhard Kellermanns Der Tunnel an.
EINFÜHRENDE LITERATUR: Wolfgang Schivelbusch: Geschichte der Eisenbahnreise. Zur Industrailisierung von Raum und Zeit im 19. Jahrhundert (zur Anschaffung empfohlen: Fischer TB 4414, DM 19.90) Johannes Mahr: Eisenbahnen in der deutschen Dichtung. Der Wandel eines literarischen Motivs im 19. und im beginnenden 20. Jahrhundert. München, 1982. Harro Segeberg: Literarische Technik-Bilder. Studien zum Verhältnis von Technik- und Literaturgeschichte im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Tübingen, 1987
Dr. Manfred Koch
Rainer Maria Rilke
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.,DTM
Mi 10-12, E 5 Beginn: 15.10.1997
An Rilke scheiden sich die Geister. "Dieser große Lyriker hat nichts getan, als daß er das deutsche Gedicht zum erstenmal vollkommen gemacht hat." So Robert Musil in seiner Rede zur Rilke-Feier 1927. Andere Schriftsteller und Literaturkritiker stoßen sich dagegen an der süßlichen Larmoyanz, der hemmungslosen Bild- und Klangmanscherei mancher Rilke-Texte. Das Seminar will eine Einführung geben in das Werk eines Autors, der in den fünfziger Jahren noch Gegenstand kultischer Verehrung war, in letzter Zeit aber nicht mehr viel Interesse auf sich ziehen konnte. Wir beginnen mit Rilkes Pariser Zeit (1902-1910): dem Großstadtroman 'Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge' und ausgewählten Beispielen aus den 'Neuen Gedichten'. In der zweiten Semesterhälfte beschäftigen wir uns dann mit dem lyrischen Spätwerk (Duineser Elegien I u. II; Auswahl aus den Sonetten an Orpheus).
LITERATUR: Rilke: Die Gedichte. Frankfurt a.M.: Insel 1986 (diese handliche Ausgabe für 32,80.- enthält sämtliche Gedichte und ist Auswahlausgaben vorzuziehen); Rilke: Die Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge. Kommentierte Ausg. Hg. v. Manfred Engel. Stuttgart: Reclam, 1997 (RUB 9626). Käte Hamburger: Rilke. Eine Einführung. Stuttgart 1976.
Prof. Dr. K. Inderthal
Lyrik und Prosa des Expressionismus
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag,
Mo 14-16, B 128 Beginn: 13.10.1997
Thema sind Lyrik und Prosa des expressionistischen Jahrzehnts (1910-1920), besonders Gedichts Benns, Heyms, Trakls u.a, besonders Prosa Benns, Einsteins u.a.
LITERATUR: Menschheitsdämmerung, Ein Dokument des Expressionismus, neu hg. v. K. Pinthus, Reinbek 1959 (u.ö.). Ahnung und Aufbruch, Expressionistische Prosa, hg. v. K. Otten, Darmstadt u, Neuwied 1977 (u.ö.). Theorie des Expressionismus, hg. v. O. F. Best, Stuttgart 1982, durchgesehene u. verbesserte Aufl. - S. Vietta, H.-G. Kemper, Expressionismus, München 1975.
Dr. Andrea Jäger
Neue Sachlichkeit.
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.,
Mi 14-17 (14tägig), B 31 Beginn: 22.10.97
Die neue Sachlichkeit ist eine wichtige literarische Strömung der Weimarer Republik. Mit ihr erprobten die Autoren einen neuen Blick auf die gesellschaftlichen Verhältnisse, der nicht länger an der Moderne vornehmlich die Abwesenheit von menschlichen Idealen beklagend registriert, sondern sich auf die Wirklichkeit einläßt: Technisierung, Versachlichung aller Beziehungen über das Geld und Massenkultur sollten nicht nur als unabwendbar hingenommen werden, sondern als neue Lebensform Anerkennung finden. Welches Bild die neusachliche Literatur von der Wirklichkeit zeichnet und wie sie die Frage nach der Legitimität dieser Wirklichkeit beantwortet, wird an folgenden Romanen und Dramen besprochen werden:
LITERATUR: Arnold Bronnen: Film und Leben Barbara La Marr. Roman. Erich Kästner: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten. Georg Kaiser: Nebeneinander. Volksstück 1923. Lion Feuchtwanger: Die Petroleuminseln. Ein Stück in drei Akten.
Dr. Carola Hilmes
Autobiographien von Schriftstellerinnen im 20. Jahrhundert
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag, AVL
Do 14-16, E 4 Beginn: 16.10.1997
'Leben allein reicht nicht aus, wir müssen auch dokumentieren.' Während die traditionelle Autobiographie gleichsam von einem vorkopernikanischen Selbstbild ausging, gerät die moderne Vermessung des Ich zu einem labyrinthischen Unternehmen. "Yes, I'm 20 people", heißt es bei Virginia Woolf. Es sind nicht zuletzt Experimente mit neuen literarischen Formen, die in den Selberlebensbeschreibungen im 20. Jahrhundert in den Vordergrund rücken - ein oft riskantes Spiel mit den Gattungen. Den Autobiographien einiger Schriftstellerinnen kommt dabei eine herausragende Rolle zu. Im Seminar vorgestellt und analysiert werden sollen u.a.: Virginia Woolf, Moments of Being (dt.: Augenblicke des Seins), Gertrude Stein, The Autobiography of Alice B. Toklas (1933), Unica Zürn, Der Mann im Jasmin. Eindrücke einer Geisteskrankheit (1965-67), Verena Stephan, Häutungen (1975), Christa Wolf, Kindheitsmuster (1979) Nathalie Sarraute, Enfance (1989).
EINFÜHRENDE LITERATUR: Carola Hilmes, Moderne europäische Autobiographien, in: Die literarische Moderne in Europa, Bd. 3, hrsg. von Hans Joachim Piechotta, Opladen: Westdt. Verl. 1994, S. 370-392; Geschriebenes Leben. Autobiographik von Frauen, hrsg. von Michaela Holdenried, Berlin: Erich Schmidt 1995.
Dr. Beatrix Himmelmann
Nietzsche und Derrida. Die Frau als Sujet und Subjekt
Proseminar (Blockseminar) MA, L1, L2, L3, LS
31.10.02.11; 07.1109.11 Vorbesprechung: 17.10.1997 10-12 Uhr, C26
Fr, Sa, So 1015 Uhr
(Fr in C26, Sa und So in B128)
Im Zentrum des Seminars stehen Lektüre und Interpretation eines ebenso berühmten wie einflußreichen Vortrags von Jacques Derrida: "Sporen Die Stile Nietzsches". Er beginnt so: "Der Titel dieses Vortrags wird die Frage des Stils gewesen sein. Aber die Frau wird mein Sujet, mein Subjekt sein." Die von Derrida herangezogenen Texte Nietzsches sollen einer genauen Analyse unterzogen werden, um die Deutung Derridas zu uberprüfen. Dabei wird auch die Debatte zwischen Hermeneutik und Dekonstruktivismus (vgl.Philippe Forget, Text und Interpretation) zur Sprache kommen.
TEXTE: Jacques Derrida, Sporen Die Stile Nietzsches. In: Werner Hamacher (Hg.), Nietzsche aus Frankreich. Frankfurt a.M./Berlin 1986. S. 129168. Friedrich Nietzsche, Kritische Studienausgabe in 15 Bänden, hg. v. Giorgio Colli u. Mazzino Montinari, München 1988 (dtv); ausgewählte Texte aus Bd 26. Philippe Forget (Hg.), Text und Interpretation, (darin: Beiträge von HansGeorg Gadamer und Jacques Derrida), S. 2477. Ernst Behler, Derrida Nietzsche, Nietzsche Derrida, Paderborn 1988. Bertolt Brecht: Mann ist Mann. Die Verwandlung des Packers Galy Gay in den Militärbaracken von Kilkoa im Jahre neunzehnhundertfünfundzwanzig. Lustspiel. (Fassung 1926) Walter Hasenclever: Ein besserer Herr. Lustspiel in zwei Teilen. Ferdinand Bruckner: Die Verbrecher. Schauspiel in drei Akten.
Dr. Bettina Banasch
Bildende Kunst in der Literatur nach 1945
Proseminar L1,2,3,5, Mag.,
Mi 10-12, C 26 Beginn:15.10.97
"Der Dadaismus hat die schönen Künste überfallen. Er hat die Kunst für einen magischen Stuhlgang erklärt, die Venus von Milo klistiert und Laokoon & Söhne nach tausendjährigem Ringkampf mit der Klapperschlange ermöglicht, endlich auszutreten." Zwanzig Jahre später stellt sich die Frage nach der Schönheit und dem Verhältnis von Literatur und bildender Kunst - seit Lessing mit der Figur des Laokoon verbunden - neu. Der Wunsch nach "dem Austritt" erlaubt keine (mehr der weniger tabubrechenden) Wortspiele mehr; er formuliert die utopische Sehnsucht nach einer Sprache jenseits der "Sprache der Mörder." In der Begegnung mit den sprachlosen Bildern eröffnen sich der Literatur nach '45 neue Ausdrucksmöglichkeiten.
Gelesen werden Texte von Weiss, Bachmann, Bernhard, Koeppen und Duden. Nähere Literaturhinweise können ab Mitte Sept. in einem Seminarordner in der Bibliothek eingesehen werden.
Dr. Günter Butzer
Körper und Gedächtnis in der Literatur der siebziger bis neunziger Jahre
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., AVL
Di 18-20, B 128 Beginn 14.10.97
Die Betrachtung des Körpers als Medium des Gedächtnisses ist eine traditionsreiche Angelegenheit, die sich von der antiken Physiologie bis hin zu Tattoo und Piercing in der Gegenwart verfolgen läßt. Das Seminar führt in Grundlagen und Geschichte der körperorientierten Gedächtnistheorien ein und behandelt deren literarische Ausprägungen in Texten der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Dabei ist insbesondere die mediale Überformung des Körpers durch Schrift und Bilder von Interesse, aber auch die mögliche gender-Spezifik des Körpergedächtnisses. Vorläufige Textauswahl: Fritz Zorn, Mars; Anne Duden, Das Judasschaf; Elfriede Jelinek, Lust; Marcel Beyer, Flughunde. Ein Reader mit Texten zur Gedächtnistheorie wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.
Prof. K. Inderthal
Prosa nach 1945
Proseminar L1, L2, L3,L5, Mag.,
Mo 16-18, B 128 Beginn: 13.10.97
Thema der Erörterung soll Prosa von Koeppen, Andersch, Bachmann, Bernhard, Handke u. a.sein.
LITERATUR zur Übersicht: Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart, hg. v. W. Barner, München 1994.
ACHTUNG: Zu den Hauptseminaren findet die Vorbesprechung und Anmeldung bereits in der letzten Seminarwoche statt! Bitte beachten Sie die Termine!
Prof. Dr. Günter Oesterle
Landschaft und Garten. Zur Entstehung ästhetischer Naturerfahrung
Hauptseminar L1, L2, L3, Mag., Prom., DTM, AVL
Fr 10-12, B31 Beginn: 17.10.1997
Ausgehend von der berühmten Beschreibung des Mont Ventoux durch Petrarca soll die poetologische und kulturanthropologische Diskussion des Verhältnisses von Natur und Kultur von der Frühen Neuzeit bis Anfang des 19. Jahrhunderts vorgestellt werden. Dabei werden u. a. Texte von Milton, Brockes, Gessner, Rousseau gelesen und interpretiert.
Zur Einführung eignen sich die beiden von Ruth und Dieter Groh verfaßten Bände: Weltbild und Naturaneignung (1991) und Die Außenwelt der Innenwelt (1996).
Vorbesprechung: Mi 16. 7., 13.00, B 128
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Meditation und Erinnerung als Strukturelemente lyrischer Sprache
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag, Prom., DTM, DaF
Do 16-18, B 128 Beginn: 16.10.1997
Interpretation exemplarischer Gedichte, mit einem Schwerpunkt auf der Lyrik des 17. Jahrhundert, auch mit französischen und englischen Beispielen.
Das Seminar steht im Zusammenhang mit dem Sonderforschungsbereich "Erinnerungskulturen".
Vorbesprechung: Di 15. 7., 13.30, B 128
Dr. Manfred Koch
"Sterbliche Gedanken". Der Selbstmord in der Literatur des 18. Jahrhunderts
Hauptseminar L3, Mag., Prom., DTM
Mo 14-16 , B 31 Beginn:13.10.1997
Im Mittelpunkt dieses Seminars stehen die zwei erfolgreichsten Romane des 18. Jhs.: 'Julie oder Die Neue Heloïse' von Rousseau und 'Die Leiden des jungen Werthers' von Goethe. Die beiden Briefromane haben in Frankreich und Deutschland ganze Gefühlskulturen geradezu neu geschaffen, in beiden spielt der Selbstmord eine zentrale Rolle: Goethes Held nimmt sich bekanntlich das Leben, Rousseaus unglücklicher Liebhaber verfaßt eine große Abhandlung zur Rechtfertigung des Selbstmords, die manche Zeitgenossen - wie z.B. Voltaire - für die einzig gelungene Partie des Romans hielten. Ergänzend wollen wir kleinere theoretische (Hume, Kant) und lyrische (Hölderlin) Texte besprechen, die in ihrer Darstellung des Selbstmords bereits auf Rousseau und Goethe antworten. So soll verständlich werden, worin die Faszination lag, die die "Freiheit zum Tode" auf die Intellektuellen der zweiten Jahrhunderthälfte ausübte.
Hinweise zur Literatur in der Vorbesprechung!
Vorbesprechung: Di 15. 7.,12.30, B128
Dr. Michael Schlott
Poetik und Ästhetik in ,Deutschland' zwischen 1730 und 1750
Hauptseminar L3, Mag., AVL, DTM
Do 14-16 , B128 Beginn: 16.10.1997
1729 (datiert auf 1730) erschien Johann Christoph Gottscheds epochemachender Versuch einer critischen Dichtkunst vor die Deutschen. Das Buch kann als Meilenstein im Prozeß der Umsetzung philosophischer Ideen der Frühaufklärung in die Literaturgeschichte und -kritik bezeichnet werden. Im Rahmen seiner "kritischpoetischen Bemühungen" möchte Gottsched für die Dichtung "deutliche Begriffe gewähren" und "auf diesem Grund weiter bauen, was sich durch richtige Schlüsse daraus bringen lässt." Ersichtlich sind hier die Prinzipien des sog. Wolffschen Rationalismus leitend, dessen philosophische Systematik der Poesie gerade keine "distincte", begrifflich zu definierende Erkenntnisleistung zubilligt. 1750 veröffentlichte Wolffs Schüler Alexander Gottlieb Baumgarten unter dem Titel Aesthetica den ersten Band einer Schrift, mit der die Grundlagen einer neuen Disziplin - der Ästhetik - sowie eines neuen Kunstverständnisses geschaffen wurden: Die Antriebskräfte der Poesie seien nicht allein in den "oberen" (rationalen) Erkenntnisvermögen zu lokalisieren, sondern vielmehr in den "dunklen" Empfindungen und Regungen der menschlichen Seele. Während also bei Gottsched die Poesie primär als Vermittlerin philosophischer Einsichten fungiert, zeigt Baumgarten, daß sie darüber hinaus solche Einsichten auch hervorzubringen imstande sei. Das Seminar rekonstruiert die zentralen Stationen der skizzierten Entwicklung im Blick auf exemplarische Bereiche der zeitgenössischen Literaturproduktion.
Lektürevoraussetzung: Johann Christoph Gottsched: Versuch einer Critischen Dichtkunst. Leipzig 41751 (repr. ND Darmstadt 1982). Alexander Gottlieb Baumgarten. Theoretische Ästhetik. Die grundlegenden Abschnitte aus der "Aesthetica" (1750/58). Lateinisch-Deutsch. Hg. v. Hans Rudolf Schweizer. Hamburg 21988. - Eine weiterführende Bibliographie zur Spezialliteratur ist in meiner Sprechstunde erhältlich.
Vorbesprechung: Do 17. 7., 13.30, B 128
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Empfindsamkeit. Erforschung einer literatur- und mentalitäts-geschichtlichen Tendenz des 18. Jahrhunderts
Hauptseminar L2, L3, Mag., Prom.
Di 12-14 , B 33 Beginn: 14.10.1997
Die semantischen Konzepte der empfindsamen Literatur haben in der Forschung eine Kontroverse ausgelöst: Handelt es sich um den epochenspezifischen Ausdruck 'bürgerlichen Emanzipationsstrebens' (G. Sauder) oder um eine ständisch ungebundene, rasch zur Mode verflachende 'Gefühlsideologie' (L. Pikulik)? Innerhalb des sozialgeschichtlichen Paradigmas treten zwei Theorievarianten miteinander in Konkurrenz, die sich explizit widersprechen und auf eine Entscheidungsfrage zielen. Vermutlich kaum eine andere Debatte in der germanistischen Aufklärungsforschung weist so klare Polarisierungen in ihrer Entwicklung auf; kaum eine zeigt so deutlich, wie sich leitende Annahmen herausbilden, ihre heuristische Kraft entfalten und zugleich die Grenzen des mit ihnen verknüpften Wissensanspruchs aufgezeigt erhalten (N. Wegmann). Die Forschung hat aus dem Phänomen ein Phantom gemacht. Grund genug, sich mit den auslegungsbedürftigen Texten selbst zu beschäftigen (La Roche: Das Fräulein von Sternheim [RUB 7934]; Goethe: Die Leiden des jungen Werthers [RUB 67]; F.H. Jacobi: Woldemar; Ders.: Allwill [Faksimileausgaben in der Bibliothek]). Vor Beginn des Semesters sollte man erste Einblicke in die Forschungslage gewonnen haben. Hinweise gibt der Artikel von Jürgen Viering im neubearbeiteten "Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft" Bd. I (1997), S. 438-441.
Vorbesprechung: Di 15. 7., 13.00, B 128
Prof. Dr. Christine Lubkoll
Klassizismus - Konzepte in Literatur, bildender Kunst und Musik
Hauptseminar L3, Mag., Prom.,AVL, DTM
Do 10-12 , B 128 Beginn: 16.10.1997
In Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche dienen Ästhetikdebatten oft dazu, ein neues kollektives (oder auch elitäres) Selbstverständnis zu begründen. Besonders deutlich wird dies in verschiedenen - national und historisch differierenden - Klassizismus-Konzepten, die den Rückbezug auf das überlieferte Kulturgut der Antike und die Ausprägung eines 'klassischen' Form- bzw. Schönheitsideals in den Dienst eines neuen, stabilisierenden Weltbildes stellen. Das Seminar untersucht unter diesem Aspekt verschiedenen Ausprägungen des Klassizismus in Literatur, bildender Kunst und Musik systematisch und vergleichend: die französische 'Klassik' im 17. Jahrhundert; den 'zivilen Klassizismus' im 18. Jahrhundert; den französischen Neoklassizismus im 19. Jahrhundert und schließlich neoklassizistische Ästhetikkonzepte um 1900.
Vorbesprechung und Anmeldung: Mi 16.7., 12.00, B 128
Prof. Dr. Dieter Arendt
Heinrich Heine zwischen Deutschland und Europa
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DaF
Mi 10-12, B 128 Beginn: 15.10.1997
Heinrich Heines Werk soll nahe gebracht werden anhand von Schlüsseltexten zu relevanten Motiven und Themen seines Lebens und seiner Zeit: H. als "Romantique défroqué; H´s romantische Ironie als politische Buffonerie; H. und das "Ende der Kunstperiode"; H´s pikarische Existenz; H. und das Hegelsche "Schulgeheimnis"; H. zwischen Deutschland und Europa; H. als "Flaneur" in Paris; H. als "Sohn der Revolution"; H. auf der Bühne des theatrum mundi; H´s "blasphemisch-religiöse" Konfession usw.
Literaturausgaben in der Sprechstunde und in der ersten Seminarsitzung.
Themen für Referate können ab sofort in der Sprechstunde entgegengenommen werden.
Prof. Dr. Klaus Inderthal
Paul Celan
Hauptseminar L3, Mag., Prom.
Di 14-16, Raum 128 Beginn: 14.10.1997
"Durch die Dichtung Paul Celans", schreiben Hamacher und Menninghaus, "sind so gut wie alle kanonischen Formen literarischer Erkenntnis problematisch geworden. Sie stellt das Problem der Darstellbarkeit und der Mitteilbarkeit von Erfahrungen in einer Weise, die es nicht mehr erlaubt, Kommentare und Interpretationen auf der hermeneutischen Prämisse ruhen zu lassen, das Gedicht und sein Verstehen könnten sich in einem identischen Medium des Bedeutens bewegen". Thematisch ist Celans ästhetisch-poetische Schrift und die Frage, wie sie angemessen zu lesen sei.
LITERATUR: J. Derrida, Schibboleth, Für Paul Celan, hg. v. P. Engelmann, Graz u. Wien 1986. H.-G. Gadamer, Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Celans >Atemkristall<. Paul Celan, hg. v. W. Hamacher u. W. Menninghaus, Frankf./M. 1988. Ph. Lacoue-Labarthe, Dichtung als Erfahrung, Stuttgart 1991. O. Pöggeler, Spur des Worts, Zur Lyrik Paul Celans, Freiburg u. München 1986.
Vorbesprechung: Mo 14. 7., 13.30, B 128
Prof. Dr. Gerhard Kurz
Literaturwissenschaftliches Kolloquium
Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag, Prom., DTM, DaF, AVL
Fr 10-12, B 128 Beginn: 17.10.1997
Diskussion von wichtigen wissenschaftlichen Neuerscheinungen zuum thematischen zusammenhang von Kultur, Erinnern und Vergessen siehe auch Aushang Ende des Sommersemesters mit weiteren Informationen!
Wenn gewünscht, kann ein Teil der Sitzungen zur Vorbereitung auf mündliche Prüfungen verwendet werden.
Prof. Dr. Friedrich Vollhardt
Literaturgeschichtliche Prozesse in der Frühen Neuzeit
Oberseminar L3, Mag., Prom.
Mo 18-20, B 128 Beginn: 13.10. 1997
Die im Sommersemester theoretisch entwickelte Frage nach der 'Verweltlichung' literarischer Sinnverständigung in der Frühen Neuzeit soll anhand ausgewählter Quellen neu aufgenommen werden. Einige Sitzungen sind der Diskussion neuerer Forschungsliteratur und der Vorstellung von Examensprojekten vorbehalten. Um persönliche Anmeldung vor Semesterbeginn wird gebeten.
Prof. Dr. Günter Oesterle
Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn. Roland Barthes.
Oberseminar L2, L3, Mag., Prom., DTM, AVL
Do 18-20, B 128 Beginn: 16.10.1997
Voraussetzung: Intensive Lektüre der Schriften von Roland Barthes (u. a.: Über mich selbst [1978]; Das semiologische Abenteuer [1985]; S/Z [1987]; Der entgegenkommende und der stumpfe Sinn [1990]).
Ziel: Die Möglichkeiten einer Neubegründung der Kulturwissenschaften zu diskutieren.
Prof. Dr. K. Inderthal
Ästhetik und Literaturtheorie der Postmoderne
Oberseminar L3, Mag., Prom., DTM
Di 16-18, B 128 Beginn: 14.10.1997
Die Diskussion zur gesellschaftlich-geschichtlichen Postmoderne-Konzeption soll dazu dienen, den Blick auf gegenwärtige Tendenzen in der Ästhetik, Literaturtheorie und Literatur zu schärfen.
Literaturliste am Ende dieses Semesters.
Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten ohne Studienfach Deutsch
Mo 12-14,C 26 Beginn: : 13. 10. 1997
- Überblick über Respiration, Phonation und Artikulation
- Erarbeitung sprecherischer Ausdrucksmittel
- Praktische Übungen im nach- und freigestaltenden Sprechen
- Beseitigung eventueller Fehlformen
Dietrich Bialke
Einzelunterricht Sprecherziehung bei besonderen Sprechschwierigkeiten
4 st., Zeit nach Vereinbarung
- Beseitigung von Fehlern in Lautbildung, Stimmbildung, Atmung; häufig Lispel, starke Dialektfärbung u.a.
- Präzisierung der Klangformkomponenten; häufig mangelhafter dynamischer, melodischer oder auch artikulatorischer Ausdruck.
Die Übung wird auf die individuellen Bedürfnisse der Tnn. abgestellt.
Dietrich Bialke
Sprechwissenschaftliches Kolloquium
Zeit nach Vereinbarung, C 26
Vertiefende Lektüre und Diskussion von sprechwissenschaftlicher Literatur für besonders interessierte Tnn.
Dabei kann es sich je nach den Zielen der Tnn. um theoretische Literatur handeln oder um Anleitungen zur Vervollkommnung sprecherischer Praxis.
Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten: Zur Klangform literarischer Texte
Di 14 -16, C 26 Beginn: 14. 10. 1997
Aufweis ästhetischer Qualitäten literarischer Texte in Abgrenzung von informativen und persuasiven Texten.
Versuch, diese ästhetischen Qualitäten anhand der sprecherischen Ausdrucksmittel zu realisieren und sinnlich wahrnehmbar zu machen. Dabei zeigt sich gewöhnlich, daß Sprecher zu individuellen (habituellen) Sprechweisen neigen.
Versuch, das sprecherische Spektrum der Sprecher zu erweitern.
Dietrich Bialke
Deutsche Phonetik für ausländische Studierende
Di 12 - 14, C 26 Beginn 14. 10. 1997
Anhand von Sprachvergleichen Aufweis der phonetischen Unterschiede zwischen Muttersprachen der Tnn. und gemäßigter deutscher Hochlautung unter Zuhilfenahme von Vokaldreieck und Konsonantensystem ( IPA).
Praktische Einübung der deutschen Lautung zunächst nach Texten mit systematischen Sprechübungen, später durch freies Sprechen.
Dietrich Bialke
Sprecherziehung für Lehramtskandidaten: Übung zum Sprechausdruck
Do 12-14, Do 14-16, C 26 Beginn 16. 10 1997
Zu den Grundlagen des Sprechens
- Respiration, Phonation, Artikulation und evtl. Fehlformen
- sprecherische Ausdrucksmittel
Deren Realisation in
- nachgestalteten, zunächst informativen Texten,
- dann selbstgestalteten Texten, vorwiegend persuasiver Rede; dabei Berücksichtigung der sprecherischen Ebene (Lexikon, Syntax, Stil) und der kinetischen Ebene (Körpersprache).
Theorie des Schriftspracherwerbs auf lerntheoretischer Grundlage
Vorlesung L1, L5, Kontaktstudium
Di 14-16, A 1 Beginn: 14.10.1997
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache
Vorlesung/Seminar DaF, L1, L2, L3, L5, Mag, AVL
Di 14-16, A 4 Beginn: 14.10.1997
Diese Vorlesung gibt einen ersten Überblick über die wichtigsten Aspekte des natürlichen und institutionell gesteuerten Lernens des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache. Sie richtet sich in erster Linie an diejenigen Studierenden, die in diesem Semester ihr Aufbaustudium Deutsch als Fremdsprache beginnen. Aber auch Studierende der anderen Studiengänge sind eingeladen, sich auf diese Weise einen Überblick über einen Bereich zu verschaffen, der, da es in Schule und Erwachsenenbildung kaum noch rein einsprachige und monokulturelle Lehr- und Lernsituationen gibt, in der späteren Berufspraxis von Relevanz sein kann.
Im Seminarteil dieser Einführung, die sich im wesentlichen an die Studierenden des Aufbaustudienganges richtet, sollen die wichtigsten Fragestellungen, Arbeitsfelder und handfest praktischen Aspekte des Faches (z.B. Mittlerorganisationen, Fachzeitschriften, Lehrmaterialien) arbeitsteilig praktisch erkundet werden.
Ingeborg Berndt
Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)
Einführungsseminar L1 (Didaktik-bzw. Grundschulfach, 1.u.2. Semester)
Di 16-18, C 27 Beginn: 14.10.1997
Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Turorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.
Dr. Karl W. Bauer
Kinder- und Jugendzeitschriften
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.
Mi 8-10, E 6 Beginn: 15.10.1997
Zahlreiche Kinder- und Jugendzeitschriften sind in beachtlich hohen Auflagen verbreitet (Spitzenreiter: "Bravo") und werden von vielen Kindern und Jugendlichen regelmäßig gelesen, gesammelt und getauscht.
Eltern, Lehrerinnen und Lehrer stehen einem Großteil der kommerziellen Blätter skeptisch oder gar ablehnend gegenüber - und haben dabei nicht selten ihre eigenen ehemaligen Vorlieben verdrängt.
Im Seminar sollen Geschichte, Verbreitung, Inhalt, Aufmachung und Herstellung der Zeitschriften sowie deren Nutzung im Medienalltag von Kindern und Jugendlichen untersucht werden. Dabei sollen Erinnerungen an die eigene Lektüre den Ausgangspunkt, medienpädagogische Perspektiven den Abschluß bilden.
Ingeborg Berndt
Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz
Proseminar L1, L5
Mo 18-20, B 210 Beginn: 13.10.1997
Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.
Prof. Dr. Carsten Gansel
"Was denkt die Maus am Donnerstag?" - Kindergedichte zwischen Sprachspiel, Zungenbrecher und Erlebnislyrik
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom, DaF
Mi 8-10, B 210 Beginn: 15.10.1997
In den letzten Jahrzehnten ist in der Lyrik für Kinder einiges in Bewegung geraten. Ausgehend von einer Verständigung über gattungstheoretische Fragen und Entwicklungslinien seit der Aufklärung werden im Seminar die vielfältigen Varianten zeitgenössischer Kinderlyrik untersucht. Dabei geraten antiautoritäre Ansätze ebenso in den Blick wie Übergänge zur konkreten Poesie. Untersucht werden u.a. Texte von Autoren wie Christian Felix Weiße, Ernst-Moritz Arndt, Hoffmann von Fallersleben, Christian Morgenstern, Bertolt Brecht bis zu James Krüss, Peter Hacks, Josef Guggenmos.
Eine Liste der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Ende des Sommersemesters im Sekretariat aus. Die Beschäftigung mit einer Auswahl der ausgewiesenen Primärliteratur vor Seminarbeginn wird vorausgesetzt.
Prof. Dr. Carsten Gansel
"zu erzählen, das heißt wahrheitsgetreu zu erfinden auf Grund eigener Erfahrungen" - Untersuchungen zum Werk von Christa Wolf
Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom, DaF
Mi 10-12, C 27 Beginn: 15.10.1997
Christa Wolf gehört zu den wichtigsten deutschsprachigen Autorinnen. Erzählen wie Schreiben bedeutet für Christa Wolf "auch immer Sinngeben". Wenn als Grundkategorie ihres Schreibens "subjektive Authentizität" gilt, dann ist damit eine literarische, persönliche, gesellschaftliche und vor allem moralische Dimension benannt. Das Seminar wird der Prosa und Essayistik von Christa Wolf nachgehen und versuchen, analytische Zugänge zu ihren Texten zu schaffen. Beachtung findet dabei u.a. auch Christa Wolfs Verhältnis zur Romantik ("Kein Ort. Nirgends") und zum Mythos ("Kassandra", "Medea").
Eine Liste der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliterataur kann ab sofort im Sekretariat eingesehen werden. Die Kenntnis von 4 Primärtexten zu Seminarbeginn wird vorausgesetzt.
Prof. Dr. U. Karthaus
Märchen
Proseminar L1, L2, L5, DaF, Mag./Prom.
Di 10-12, C 27 Beginn: 21.10.1997
Im Mittelpunkt des Seminars sollen die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm stehen. Ihre Stellung innerhalb der deutschen und europäischen Märchentradition soll jedoch ebenso erörtert werden wie die Beziehung zu den sog. Kunstmärchen der Romatik und ethnologische und diaktische Aspekte.
Textgrundlage ist die dreibändige Ausgabe der KHM im Reclam Verlag (UB No. 3191 ff.)
Prof. Dr. U. Karthaus
Der Erzähler Gottfried Keller
Proseminar L1, L2, L5, DaF, Mag./Prom.
Di 14-16, B 33 Beginn: 21.10.1997
Es sollen hier einige der wichtigsten Werke dieses bedeutenden realistischen Dichters historisch und hermeneutisch diskutiert werden, um die Grundlagen für eine didaktische Reflexion zur Behandlung im Deutschunterricht zu schaffen. Behandelt werden: 'Die Leute von Seldwyla', einige der 'Züricher Novellen' und 'Das Sinngedicht'. Eine erfolgreiche Teilnahme an dem Seminar ist nur nach der Lektüre dieser Texte möglich.
Dr. Sabine Keiner
Werkstattseminar Leseförderung für alle Schulstufen
Proseminar L1, L2, L3, L5
Di 18-20, C 30 Beginn: 14.10.1997
In Anbetracht der Vielzahl von medialen Angeboten für Kinder und Jugendliche bekommt Leseförderung einen veränderten und zunehmend bedeutsamen Stellenwert. Dabei ist u.a. die Frage zentral, wie der motivierte Griff zum Buch gefördert bzw. initiiert werden kann. In Zusammenarbeit mit dem seit Ende 1996 am Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur bestehenden Arbeitskreis KJL und Schule und den drei an der Lehrerbildung beteiligten Institutionen - Universität, Schule und Lehrerfortbildung - werden im Seminar der Forschungsstand und bestehende Konzepte zur Leseförderung diskutiert, von den StudentInnen eigene Förderideen für die verschiedenen Schulstufen entwickelt und in der Schule erprobt. Evtl. können die Ergebnisse in einer Projektausstellung öffentlich präsentiert werden.
Prof. Dr. W. Kluge
Von Gutenberg zu Freinet. Freies Schreiben und Einführung in die Praxis der Schuldruckerei.
Proseminar L1, L5
Mo 8-10, B 24 Beginn: 13.10.1997
und weitere Zeiten nach Vereinbarung.
Begrenzte Teilnehmerzahl, Anmeldeliste Zimmer 213. Anmeldungen aus dem SS 1997 werden vorab berücksichtigt.
Zur Vorbereitung auf das Seminar bitte ich zu lesen:
Freinet, Celestin: "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreibn kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel aber leider vergriffen.) Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtschreibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.
Prof. Dr. H. G. Rötzer
Märchen-Sage-Schwank
Proseminar L1, L2, L5
Mo 10-12, B 210 Beginn: 13.10.97
Märchen, Sage und Schwank werden oft als "einfache Formen" unter den literarischen Gattungen bezeichnet; sie werden auch in den Lehrplänen bevorzugt für die Primarstufe vorgeschlagen. Sie sind aber nur scheinbar "einfach"; sie können sehr komplexe Gebilde sein, wenn man sich nicht nur auf formale Kriterien beschränkt, sondern auch den sozialen und (implizit) historischen Kontext dieser zunächst mündlichen Textproduktionen berücksichtigt. Dies ist das Thema des Proseminar.
Zur Einführung und vorbereitenden Lektüre werden die entsprechenden Monographien über diese Gattungen in der Sammlung Metzler vorgeschlagen.
Prof. Dr. H. G. Rötzer
Schullektüre: W. Borchert
Proseminar L1, L2, L5
Mi 10-12, B 210 Beginn: 15.10.1997
Es gibt kaum ein Lesebuch, in dem nicht ein Text von Wolfgang Borchert steht. In dem Seminar wird erstens das "Gesamtwerk" interpretiert und zweitens die Verwendung einzelner Texte in Lesebüchern untersucht.
Zur vorbereitenden Lektüre: Wolfgang Borchert, Das Gesamtwerk, Rowohlt Verlag.
Dr. Rüdiger Vogt
Didaktik der Grammatik
Proseminar L1, L2, L5
Mo 16-18, B 210 Beginn: 13.10.1997
In dieser Veranstaltung werden in Anlehnung an die Inhalte der Vorlesung von Prof. Dr. Fritz Einführung in die deutsche Grammatik vor allem operative und funktionale Verfahren der Auseinandersetzung mit sprachlichen Formen geübt. Darüber hinaus sollen aktuelle grammatik-didaktische Positionen erarbeitet und reflektiert werden.
(nur zusammen mit der Vorlesung von Prof. Dr. Fritz "Einführung in die deutsche Grammatik")
Prof. Dr. Dieter Arendt
Heinrich Heine zwischen Deutschland und Europa
Hauptseminar L1, L3, L5, DaF, Mag./Prom., AVL
Mi 10-12, B 128 Beginn: 15.10.1997
Veranstaltungsankündigung: s.S. 38.
Prof. Dr. Dieter Arendt
Doktoranden- und Magisterthemen
Oberseminar L1, L2, L4, L5, Mag., Prom., HF/NF
Zeit und Raum n.V.
Thematik orientiert an Magister-Arbeit, Dissertation und mündlicher Prüfung.
Dr. Karl W. Bauer
Examenskolloquium
Kolloquium Examenskandidatinnen/-en vom SS 1998
Di 16-20 (14tägl.), B 24 Beginn: 14.10.1997
Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Mai/Juni 1998 ihr Examen ablegen.
Dr. Karl W. Bauer
Medien und Lernen
Kolloquium L1, L2, L3, L5, DaF, Mag.
Di 16-20 (14tägl.), B 24 Beginn: 21.10.1997
In Verbindung mit der "AG Medien und Lernen" (Bauer, Marci-Boehncke, Gast, Vogt) und unter Beteiligung auswärtiger Fachkolleginnen und -kollegen sollen in diesem Kolloquium aktuelle medienwissenschaftliche und -pädagogische Ansätze diskutiert werden.
Dr. Karl W.Bauer / Dr. Rüdiger Vogt
Darstellendes Spiel im Deutschunterricht
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF
Di 14-16, C 27 Beginn: 14.10.1997
zusätzl.: Blockseminar in Rauischholzhausen
In diesem Hauptseminar sollen verschiedene Ansätze des darstellenden Spiels(z.B. Improvisations- und Stegreifspiel, Pantomime, Lehrstück-Konzept, szenisches Interpretieren, Schultheater) erarbeitet und auf ihre dramaturgischen und didaktischen Grundlagen hin befragt werden.
Auf dem Blockseminar in Rauischholzhausen sollen diese und ggf. weitere Konzepte praktisch erprobt werden.
Für dieses Seminar gilt eine begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldung im Sekretariat.
Prof. Dr. Carsten Gansel
Zwischen "Einstiegsliteratur" und literarischer Autonomie? Moderne Kinder- und Jugendromane im Literaturunterricht
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom, DaF
Di 16-18, B 210 Beginn: 14.10.1997
Seit den siebziger Jahren ist es in der KJL zu einem tiefgreifenden Formen- und Funktionswandel gekommen, der sich bislang im Literaturunterricht nur punktuell niederschlägt. Wo avancierte Texte sich davon befreien, einzig als dezidierte "Zielgruppenliteratur" zu funktionieren und durch einen offenen Adressatenbezug gekennzeichnet sind, ist ihnen mit traditionellen Konzepten nicht mehr beizukommen. Ausgehend von einer Untersuchung der aktuellen Rahmenrichtlinien verschiedener Bundesländer und ihren Orientierungen beim Umgang mit KJL wird es im Seminar darum gehen, zunächst unter gattungstheoretischen Aspekten aktuelle Entwicklungen im Bereich des Kinder- bzw. Jugendromans zu beschreiben und aus der Analyse des laufenden Literaturprozesses Materialien und Modelle für den Unterricht zu entwerfen.
Eine Liste mit der vorgeschlagenen Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Ende des Sommersemesters im Sekretariat aus. Die Kenntnis der dort ausgewiesenen Texte wird zu Seminarbeginn vorausgesetzt.
Prof. Dr. Carsten Gansel
Examenskolloquium
Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom, HF/NF, DaF
Di 18-20, B210 Beginn: 14.10.1997
Prof. Dr. U. Karthaus
Theodor Fontane: Romane
Hauptseminar L1, L2, L5, DaF, Mag./Prom.
Mo 16-18, C 27 Beginn: 20.10.1997
'Unterm Birnbaum', 'L'Adultera', 'Grete Minde', 'Frau Jenny Treibel', 'Irrungen, Wirrungen' und 'Effi Briest' sind die Werke, die in diesem Seminar diskutiert werden sollen. Fragen der Romantheorie, des literarischen Realismus und der gesellschaftlichen sowie geschichtlichen Entstehungsbedingungen werden dabei im Mittelpunkt stehen.
Die Ausgaben des Reclam Verlags werden den Teilnehmern zur Lektüre empfohlen.
Prof. Dr. U. Karthaus
Colloquium für Examenskandidaten
Oberseminar L1, L2, L5, DaF, Mag./Prom.
Mo 10-12, C 26 Beginn: 20.10.1997
Das Seminar dient der Vorbereitung von Studierenden auf ihre Abschlußexamina. Sie sollen dort Gelegenheit haben, ihre Fragen in theoretischer und berufspraktischer Hinsicht zu artikulieren und zur Diskussion zu stellen, um Wissenslücken sichtbar zu machen und Zweifel zu klären.
Prof. Dr. W. Kluge
Schriftspracherwerb in der Grundschule: Grammatik und Orthografie
Hauptseminar L1, L2, L5, Kontaktstudium
Mo 10-12, B 24 Beginn: 13.10.1997
Das Seminar wird zum einen Einblick in die Geschichte der Schreibkonventionen vermitteln vom Mittelhochdeutschen bis zur Gegenwart, also auch der aktuellen Rechtschreibreform, und zum andern der Frage nachgehen, welche Grammatikarbeit die Grundschule bei der Begleitung des Schriftspracherwerbs leistet.
Prof. Dr. W. Kluge
Schrift und Gestaltung
Oberseminar L1, L2, L5
Ganztägig am 24. und 25. Oktober 1997
Kompaktseminar in Schloß Rauischholzhausen. Bitte den Aushang beachten! Vorherige Anmeldung erforderlich (Zimmer 213), beschränkte Teilnehmerzahl.
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung.
Prof. Dr. W. Kluge
Kolloquium für Examenskandidaten
Kolloquium L1, L5
Raum siehe Aushang. Erster Termin: Di 21.10.1997, 16.00 Uhr
Prof. Dr. O. Ehrismann/Dr. G. Marci-Boehncke
"Deutsche Mythen" - Tradition und Propaganda im frühen deutschen Film
Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom.
Do 8-10, B 106 Beginn: 16.10.1997
Der Umgang mit "deutschen Mythen" in Filmen von der Weimarer Republik bis zum Ende des Nationalsozialismus wird anhand ausgewählter Beispiele untersucht. Welche Mythen werden zitiert und welche Wirkung wurde damit möglicherweise beabsichtigt? Welche Rolle spielt der historisch-politische Rezeptionskontext? Was ist Tradition und wo fängt Propaganda an? Bereitschaft zur Beschäftigung mit dem deutschen Mittelalter und der Filmanalyse werden erwartet.
Literatur: Gast, Wolfgang: Einführung in Begriffe und Methoden der Filmananlyse. Film und Literatur - Grundbuch. Frankfurt am Main 1993 Hermand, Jost: Der alte Traum vom neuen Reich. Völkische Utopien und Nationalsozialismus. Weinheim (2) 1995 Mosse, George L.: Die völkische Revolution: über die geistigen Wurzeln des Nationalsozialismus. Frankfurt am Main 1991 Reichel, Peter: Der schöne Schein des Dritten Reiches. Faszination und Gewalt des Faschismus. Frankfurt am Main 1993
Dr. Rüdiger Vogt
Tendenzen der aktuellen sprachdidaktischen Diskussion
Oberseminar L1, L2, L5
Di 8-10, 14tägl., B 210 Beginn: 14.10.1997
In dieser Veranstaltung werden aktuelle sprachdidaktische Positionen und Kontroversen aufgegriffen und vertiefend diskutiert. Im Zentrum steht die aktuelle Diskussion um die Didaktik der Grammatik, der Gesprächserziehung und der Mediendidaktik in der Perspektive der angewandten Gesprächsforschung.
Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 1997/98 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt.
Praktikumsvorbereitende Veranstaltungen
Bauer Mi 10-12, C 30 15.10. L 2, L5
Berndt Mo 16-18, E 4 13.10. L1
Fritz Fr 10-12, B 210 17.10. L3
Vogt Mo 14-16, E 4 13.10. L2, L5
Wachtel Di 16-18, B 31 14.10. L2, L5
Veranstaltungen von Lehrbeauftragten: siehe Aushang!
Rolf Dieter Beißner
Deutsch als Fremdsprache am Beispiel der Türkei und des frankophonen Westafrika: Unterrichtsbeobachtung und Regionalisierung von Lehrmaterial
Proseminar DaF
Blockseminar: Fr 14-18, Sa 9-14 am 21./22.11.97, 16./17.1.98 und 6./7.2. 98
Unterrichtsbeobachtung und -auswertung anhand von Video-Mitschnitten und Planung ausgewählter Unterrichtssequenzen durch die Seminarteilnehmer. Analyse der Entwicklung regionaler Lehrwerke am Beispiel von 'Yao lernt Deutsch' (Westafrika 1970 - 1990) und 'Wir lernen Deutsch' (Türkei ab 1990).
Petra Farangis
Wortschatzarbeit und Bedeutungsvermittlung
Proseminar DaF
Do 10-12, B 210 Beginn: 23.10.1997
Zentraler Bestandteil des DaF-Unterrichts ist Vermittlung und Erweiterung des Wortschatzes. Neben der denotativen Bedeutung enthalten Begriffe Vorstellungen, die individuell und kulturell geprägt sind. Diese beeinflussen die Wahrnehmung der zielsprachlichen Umwelt und das Handeln in ihr. Unterschiedliche kulturspezifische Bedeutungen können zu Mißverständnissen und Konflikten führen. Welchen Beitrag kann der DaF-Unterricht leisten, um die kulturelle Dimension des Wortschatzes sowohl ins Bewußtsein zu rücken als auch eine Begriffsentwicklung in der Zielsprache Deutsch zu unterstützen? Im Seminar geht es um Modelle des Mentalen Lexikons, um Grundlagen der Begriffsentwicklung und um methodische Verfahrensweisen einer kulturspezifisch orientierten Wortschatzarbeit.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Grammatikvermittlung im Bereich Deutsch als Fremdsprache
Proseminar DaF
Do 16-18, B 210 Beginn: 16.10.1997
Dieses Seminar soll in Verbindung mit der Vorlesung 'Deutsche Grammatik' von Prof. Fritz besucht werden.
Zeitlich parallel zur Vorlesung wird für die dort behandelten Aspekte der Grammatik des Deutschen diskutiert, auf welche Weise sie zu welchem Zeitpunkt des Lernprozesses vermittelt werden können, was für Lehrmaterialien dafür zur Verfügung stehen, wie die explizite oder implizite Grammatikvermittlung in den gesamten Lernprozeß (nicht) integriert ist und wie man als Lehrender/Lernhelfer für konkrete Lernergruppen den Erwerb von grammatischen Strukturen organisieren kann.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Deutsch als Zweit- und Fremdsprache (IV): Lehrmaterial
Seminar DaF
Mi 10-14 (14tg.), B 33 Beginn: 15.10.1997
In vier - selbständigen, einzeln besuchbaren - Hauptseminaren werden innerhalb von zwei Jahren Gemeinsamkeiten, Unterschiede und wechselseitige Abhängigkeiten von natürlichem und gesteuertem Lernen und von Lernen innerhalb und außerhalb des deutschsprachigen Raums diskutiert. Behandelt wurden bisher die Bereiche Grammatik, interkulturelle Kommunikation und Persönlichkeitsfaktoren; in diesem Semester folgt die Auseinandersetzung mit dem Bereich Lehrmaterialgestaltung.
In den ersten beiden Stunden einer jeden Sitzung wird die Entwicklung von Lehrwerken und Lehrwerkkritik für die Bereiche Deutsch als Zweit- und Fremdsprache nachgezeichnet. Im zweiten Teil erfolgt anhand der Auswahl, Adaption und ggf. auch Erstellung von Lehrmaterial für verschiedene Zielgruppen unter verschiedenen Gesichtspunkten eine praktische Einführung in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Lehrmaterialgestaltung und -verwendung für das Lernen des Deutschen als Zweit- und Fremdsprache.
Prof. Dr. Dietmar Rösler
Kolloquium für Examenskandidaten
Oberseminar DaF
Mo 16-18, C 26 Beginn: 13.10.1997
Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft auf Themensuche gehen wollen. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.
Prof. Dr. H. G. Rötzer
Die Partikeln im Deutschen
Hauptseminar DaF
Mo 14-16, B 210 Beginn: 13.10.1997
Die Partikeln sind - besonders in der mündlichen Kommunikation des Deutschen - wichtige "Intentionsträger"; sie markieren oder intonieren - als wesentliche Zusätze - die modalen Varianten innerhalb eines grammatisch korrekt strukturierten Satzes, obwohl sie als "Bausteine" in eine systematische Grammatik schwer einzuordnen sind. Muttersprachler haben keine Schwierigkeiten mit der "Strategie" der Partikeln, wohl aber Deutschlerner, in deren Herkunftssprache dieses Phänomen entweder nicht existiert oder anders verbalisiert wird.
Zur Einführung ist sehr hilfreich: Kleine deutsche Partikellehre, von Harald Weidt u.a., Klett-Verlag
Prof. Dr. H. G. Rötzer
Kolloquium: Deutsch als Fremdsprache
Hauptseminar DaF
Mo 16-18, B 206a Beginn: 13.10.1997
In dem Kolloquium für den Aufbaustudiengang "DaF" werden erstens mögliche Themen für Examensarbeiten vorgestellt oder besprochen und zweitens die "Rahmenbedingungen" für das Prüfungsgespräch - z. B. Koordination der einzelnen Sachbereiche - auf den Einzelfall abgestimmt.
Dieses Kolloquium wird als Blockveranstaltung angeboten. Deshalb ist persönliche Anmeldung in den Sprechstunden oder bei dem ersten Sitzungstermin erforderlich. (Zimmer 206)
Prof. Dr. Helga Schwenk
Differenzieller Deutschunterricht für monolinguale und bilinguale Schüler
Proseminar L1, L5, DaF
Blockseminar, ganztägig: Fr-Sa 13./14. und 17./18.2.98 in B 210.
Sprechstundentermine der Lehrenden
Beachten Sie bitte auch die Aushänge in den Instituten!
Name Raum Tel.: Termine in Termine im SS 1997
0641/99- den
Semesterferien
Arendt B 212 29100 nach Fr 10-11
Vereinbarung
Bauer B 215 29105 siehe Aushang Mi 15.30-17.00
Berndt B 211 29102 nach s. Aushang
Vereinbarung
Bialke B 140 29082 siehe Aushang s. Aushang
Ehrismann B 29034 s. Aushang Mo 9.45-10.15
109a Do 11.45-12.15
Fritz B 111 29030 siehe Aushang Do 14-15
Gansel B 208 29145 Mi 14-15
Gast B 209 29115 Mo, 03.03. u. Mi 10.30-12
14.04.: 11-13
u. n.V.
Gloning B 113 29032 s. Aushang Mi 11-12
Hammer B 156 s. Aushang s. Aushang
Haug B 141 29091 s. Aushang s. Aushang
Hegen priv. n.V. n.V.
06004/2877
Himmelmann B 129 n.V. n.V.
Holzhauer E 012 29200 n.V. n.V.
Inderthal B 134 29075 n.V. Di 16-17
Jäger 06401-42975 n.V. n.V.
Karthaus B 204 29135 n.V. s. Aushang
Kluge B 212 29100 .s. Aushang Mo 13-14
Koch B 156 29077 n.V. n.V.
Konrad-Tromsd B 211 29102 nach Di 12-13
orf Absprache;
Tel. (priv.):
06403/5594
Kurz B 130 29070 s. Aushang ab 01.06.: Mi 9-12
Leibfried B 138 29073 Mo 17 Mo 18
Lubkoll B 137 29074 Mo, 10.03.: Mi 12-13
11
Mi, 26.03. :
11
Marci-Boehnck B 203 29103 n.V. n.V.
e
Mulch E 012 29201 n.V. s. Aushang
Oesterle B 139 29090 n.V. n.V.
Quentin priv. nach n.V.
06421/27526 Vereinbarung
Ramge B 107 29040 Di 9-10 Di 15-16
außer
25.3.-8.4.97
Riecke B 104 29042 n.V. Mi 11-12
Rösler B 205 29125 s. Aushang Mo 14-15
Rötzer B 206 29110 Mo, 03.03., Mo 13-14
Mo 07.04.: 11
Schmidt, B 133 29076 n.V. n.V.
Harald
Schmidt, B 104 29042 o. n.V. n.V.
Herbert 29044
Schuster B 104 29042 n.V. Do 10-11
Soboth B 132 n.V. n.V.
Vahle B 103 29036 n.V. n.V.
Vogt B 214 29104 s. Aushang Di 12-13
von B 109 29035 n.V. Fr 10.30,
Ertzdorff-Kup priv.:0641/4 n.V.
ffer 6923
Wachtel B 114 29033 s. Aushang Di 12-13
Die Fachschaft Germanistik trifft sich während des Semesters mittwochs um 13.00 Uhr.
Öffnungszeiten der Fachbereichsbibliothek (FBB 09), Ausleihbedingungen
1. Allgemeine Informationen
Adresse: Otto-Behaghel-Str. 10 (Haus B), 35394 Gießen, Tel.: 0641/99-29181, -29182, -29183 (Aufsicht).
Öffnungszeiten: Mo-Do 9-17, Fr 9-15, vorlesungsfreie Zeit: halbtags nach Aushang.
Status: Präsenzbibliothek.
Bestand: ca. 115.000 Bände, 165 lfde Zeitschriften, Schallplatten, Mikrofiche-Editionen, Videothek.
Ausstattung: ca. 50 Leseplätze, Kopiermöglichkeit, Mikrofiche-Lesegerät, 4 PC (OPAC = Online Public Access Catalogue).
Kataloge: Alphabetischer Katalog.
Besondere Sammelgebiete: DDR-Literatur, Medien, Deutsch als Fremdsprache, Kinder- und Jugendliteratur.
Teilbestände befinden sich an Sonderstandorten:
- - Bibliothek Hermeneutik und Literaturkritik, Haus C, Zi. 4, (vormittags geöffnet), (Tel.:0641/99-15524).
- - Universitätsbibliothek (1. Stock): sprachwissenschaftliche und mediaevistische Bestände, Sonderkatalog (bis 10/1995).
- - Videothek im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur, Zi. B 207, 9-12, Tel. 0641/99-29121).
| Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de |
|
Anmerkungen bitte an: webmaster@germanistik.uni-giessen.de |
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ws97-98.shtml Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr |