JLU Giessen

Fachbereich 05
Sprache, Literatur, Kultur

Germanistik

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
des Fachbereichs Germanistik
der Justus-Liebig-Universität Gießen

Wintersemester 1998/99

Hinweise zur Benutzung

Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.

Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Mai 1998 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.

Studienberatung

Zwischenprüfungen
A. Hammer (Raum B 156): Aufnahme in die Teilnehmerliste,
Prof. Dr. O. Ehrismann (B 109a): Prüfung der Leistungsnachweise.

Lehramtsstudiengänge
L 1: Dr. K.W. Bauer (B 215)
L 2: Prof. K. Gansel (B 208)
L 3: Prof. Dr. H. Ramge (B 107)
L 5: Dr. R. Vogt (B 214)

Studiengänge Komparatistik
A. Hammer (B 156)

Studiengänge DaF
Prof. Dr. D. Rösler

Magisterstudiengänge und Studeinelemente DaF
A. Hammer (B 156), Prof. Dr. G. Kurz (B 130)

Studiengang Drama, Theater, Medien
Prof. Dr. E. Leibfried (B 138)

Diplomstudiengang Pädagogik, Bausteine Germanistik und Deutsche Philologie
A. Hammer (B 156), Prof. Dr. G. Kurz (B 130)

Beratung ausländischer Studierender
Prof. Dr. E. Leibfried (B 138)




Abkürzungen

AVL: Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft

DaF: Deutsch als Fremdsprache

DTM: Drama, Theater, Medien

GH: Gasthörer

GS: Grundstudium

HaF: Hörer aller Fachbereiche

HF: Hauptfach

HS: Hauptstudium

L1: Lehramt an Grundschulen

L2: Lehramt an Haupt- und Realschulen

L3: Lehramt an Gymnasien

L5: Lehramt an Sonderschulen

Mag.: Magister

NF: Nebenfach

Prom.: Promotion

WF: Wahlfach

WV: Wahlvertiefungsveranstaltung

 

 

Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs

Einführung in das Studium der Germanistik für Erstsemester

Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten:

1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),

2. einem Einführungsseminar und

3. einem Tutorium.

Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsseminare für das Wintersemester 98/99 erfolgt über eine schriftliche Wahl, die am ersten Ringvorlesungstermin, dem 13.10.98, um 8.00 Uhr im Hörsaal A2 stattfindet. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit. Diese Wahl ist zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Semester, nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder abmelden und Ihre Teilnahme um ein Semester verschieben. Erst eine Woche später, in der jeweiligen ersten Einführungsveranstaltung, wird die Verteilung auf die Tutorien geregelt.

Die Teilnahmelisten mit Raumangaben hängen am Ende der ersten Semesterwoche an den ‘Schwarzen Brettern’ in allen Instituten aus.

Vorlesung

Hochschullehrer / Hochschullehrerinnen des Fachbereichs

Ringvorlesung

L1 (WF), L2, L3, L5, Mag. Prom., HF/NF

Di 8-10, A 2 Beginn: 13.10.98

Einführungsseminare

Prof. Dr. Gerd Fritz

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1,L2,L3,L5,Mag.
Di 10-12, C 30 Beginn: 13.10.1998

Das Seminar versteht sich als Einladung zur Sprachwissenschaft. Es soll am Beispiel von zwei Zentralbereichen, der Kommunikationsanalyse und der Grammatik, mit Arbeitsweisen der Sprachwissenschaft vertraut machen. Geübt werden soll u.a. das Lesen sprachwissenschaftlicher Texte, die Lösung einfacher sprachwissenschaftlicher Beschreibungsaufgaben, die Benutzung wissenschaftlicher Hilfsmittel und das Schreiben kurzer Texte zu sprachwissenschaftlichen Themen.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Einführung in die Literaturwissenschaft / Literaturdidaktik

Proseminar L1, L2, L5

Di 10-12, C 26 Beginn: 20.10.98

Dieses für Anfänger konzipierte Seminar soll die Teilnehmer mit Fragen bekannt machen, die für das Studium der deutschen Literatur und ihrer Didaktik von grundlegender Bedeutung sind: Wie analysiert man Texte? Wie interpretiert man sie? Was ist Hermeneutik? Was ist unter Didaktik zu verstehen? Diese Fragen sollen nicht nur theoretisch, sondern im Umgang mit Dichtungen erörtert werden, die wichtige Stationen in der deutschen Literaturgeschichte seit dem späten 18. Jahrhundert markieren. Ein begleitendes Tutorium soll mit Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens bekannt machen.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik - Einführung für Studierende des Lehramts an Grundschulen

Einführungsveranstaltung L1

Di 10-12, G 26 Beginn: 13.10.98

Das Seminar, das der Einführung ins Studium und ins Studium der sprachbezogenen Aspekte besonders des Grundschullehramtes dient, richtet sich an Studierende des Wahlfaches Deutsch für die Grund- und Hauptschule.

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Wie interpretiere ich ein Gedicht?

Einführung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Di 10-12, B128 Beginn: 20.10.98

Eine Einführung in Fragestellungen und Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft am Beispiel der Interpretation von Gedichten.

Zum Programm bitte Aushang Ende des Sommersemesters 1998 beachten!

Prof. Dr. Erwin Leibfried / S. Feuchert

Der junge Goethe

Einführung L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF

Di 10-12, B31 Beginn: 13.10.1998

Goethe durchläuft quasi ontogenetisch die Entwicklung der Gattung, d.h. hier die einzelnen Phasen der Literaturgeschichte im 18. Jh. Besonders der junge Goethe hat sich schon immer für eine exemplarische Einführung geeignet.

Zur Vorbereitung lese man in der Ausgabe "Der junge Goethe" von Max Morris (6 Bde.) oder in der neueren Fassung von H. Fischer-Lamberg, beide in der Bibliothek des Instituts.

Zugleich wird, dem Grundkurs gemäß, in das Studium der Neueren deutschen Literaturwissenschaft eingeführt, vorgestellt wird das Handwerkszeug, das die Grundlage aller Arbeit ist.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Einführung in die vergleichende Literatur- und Kulturgeschichte

Einführung/Proseminar AVL, L3, DaF, Mag.

Di 10-12, B33 Beginn: 20.10.1998

(Pflichtveranstaltung im Rahmen des Komparatistik-Studiums, offen für Studierende der NDL)

Diese Einführung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die das Fach ‘Allgemeine und vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (Komparatistik)’ im Haupt- oder Nebenfach studieren. Das Seminar dient der Einführung in Methoden der Komparatistik. Dabei werden vier Schwerpunkte gesetzt:

1. Thematologie (am Beispiel des Antigone-Stoffs); 2. Gattungsgeschichte im übernationalen Vergleich (am Beispiel der Novelle); 3. übergreifende Probleme der Epochengeschichtsschreibung (am Beispiel der ‘europäischen Romantik’); 4. interkulturelle Austauschprozesse (am Beispiel deutschsprachiger Migrantenliteratur).

LITERATUR: Peter von Zima, Komparatistik. Einführung in die vergleichende Literaturwissenschaft. Tübingen 1992. Hugo Dyserinck, Komparatistik. Eine Einführung. Bonn 1991. Hugo Aust, Novelle. Stuttgart 1990. George Steiner, Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. München 1990. - Gerhard Hoffmeister, Deutsche und europäische Romantik. Stuttgart 1990.

Dr. Gudrun Marci-Boehncke

"Halbstarke" Helden - Jugend und Adoleszenz im internationalen Film

Einführungsseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Di 10-12, siehe Aushang 13.10.1998

Rebellion gegen die Elterngeneration verbindet sie: die "halbstarken" Helden und Heldinnen der ausgewählten internationalen Filmbeispiele. Medienorientiert soll am Untersuchungsbeispiel moderner Serienhelden und älterer Kultfiguren aus Film und Fernsehen wissenschaftliches Arbeiten erlernt werden.

Das Einführungsseminar richtet sich vor allem an diejenigen Studierenden, die medienwissenschaftlich und/oder medienpädagogisch interessiert sind.

LITERATUR: Meyer-Krentler, E.: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. München 1994. — Gast, W.: Einführung in Begriffe und Methoden der Filmanalyse. Reihe "Film und Literatur". Grundbuch. Frankfurt am Main 1993.

Prof. Dr. Hans Ramge

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,HF/NF
Di 10-12, B 106 Beginn: 13.10.1998

Die Einführungsveranstaltung setzt mit der Beschäftigung mit Alltagsgesprächen ein: Anhand der praktischen Aufnahme und Bearbeitung von solchen Gesprächen werden Gesichtspunkte der empirischen Beobachtung und Beschreibung sprachlicher Erscheinungen erarbeitet und für verschiedene Fragestellungen aufbereitet. Diese betreffen die Eigenschaften von Kommunikationsprozessen und die Bedeutung sprachlicher Zeichen und grammatischer Strukturen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen in die Lage versetzt werden, eigenständig sprachwissenschaftliche Fragestellungen untersuchen zu können und in geeigneter Form mündlich und schriftlich zu präsentieren.

Das Seminar wird von einem Tutorium unterstützt, in dem wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung und zu elementaren Voaussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden.

Dr. Martin Wachtel

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,HF/NF
Di 10-12, B 24 Beginn: 13.10.1998

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.

Die TeilnehmerInnen sollen lernen,

- mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,

- eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium.

Themen sind hier

- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,

- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.




Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache
und mittelalterliche Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Gerd Fritz

Dialog und Text –
Einführung in die linguistische Kommunikationsanalyse

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 14-16, A 4 Beginn: 12.10.1998

Diese Vorlesung soll Sie mit theoretischen Grundgedanken, methodischen Verfahren und Anwendungsmöglichkeiten der linguistischen Kommunikationsanalyse vertraut machen. Sie behandelt die wichtigsten Aufbauprinzipien von Dialogen, Grundstrukturen von Kommunikationsformen sowie deren spezielle Probleme (u.a. am Beispiel von Lehr- und Lernkommunikationen, Planungsgesprächen, Vorwurfskommunikationen oder Arzt-Patienten-Kommunikationen). Auf dieser theoretischen Grundlage werden wir auch Texte als potentielle Dialogbeiträge auffassen und ihre Organisationsprinzipien und Qualitätskriterien unter dialogischem Gesichtspunkt betrachten (u.a. am Beispiel von Erzähltexten, argumentativen Texten und Anweisungstexten). Diese Betrachtungsweise eröffnet auch den Zugang zu praxisnahen Fragen, insbesondere zu der Frage: Wie schreibt und benutzt man Texte? Als Einzelaspekte dieser Fragen werden behandelt: Textproduktion und Textoptimierung, alternative Möglichkeiten des Textaufbaus, Wissensaufbau mit Texten, unterschiedliche Möglichkeiten der Textverwendung, Verständlichkeit von Texten, Kommunikationen mit Text und Bild.

Die Vorlesung ist Teil eines Verbunds mit thematisch verwandten Seminaren im Bereich der Sprachwissenschaft und Sprachdidaktik.

Prof. Dr. Fritz Vahle

Ursprung der Sprache, Rhythmus, Wort - Elemente einer beweglichen Pädagogik

Vorlesung (mit praktischen Übungen) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 10-11, B 9 Beginn: 19.10.1998

Aufgrund neuerer Forschungen und Sichtweisen zur Menschwerdung (Verhältnis Tier-Mensch, Körper-Geist, Rolle des Menschen und des menschlichen Bewußtseins in der Evolution) erscheint auch die Frage nach dem Ursprung der Sprache in neuem Licht. Die Frühstadien menschlicher Sprache und menschlicher Bewegung erhalten neue Akzente. - Phänomene wie Rhythmus, Spiel, Liebe u.a. werden nicht nur als musik- und spieldidaktische oder moralische Themen behandelt, sondern (systemtheoretisch) als wichtige Basisformen für die Entwicklung von Sprache und menschlicher Kommunikation. Aus dieser Perspektive kann eine Verlebendigung elementarer grammatischer Kategorien erfolgen, die vom einzelnen Wort ausgehen. Diese Verlebendigung mündet ein in Übungen und Spiele, die kreative Einsichten in sprachliche Kommunikation ermöglichen, Sprachlernen fördern und leibliche und sprachliche Beweglichkeit aufeinander beziehen. In diesem Kontext sollen Differenzen, aber auch Berührungspunkte der Linguistik einerseits und der Psychomotorik bzw. jenen Bewegungslehren, die auch Bewußtwerdung und Sprache mit einbeziehen, ermittelt werden. Angesichts der aktuellen pädagogischen Schwierigkeiten im Schulunterricht und Forderungen nach umfassender Einsicht bzgl. des Schöpfungsauftrags und der Besinnung des Menschen sollen aufgrund der vorhergehenden Erörterungen und Übungen Elemente einer zukunftsorientierten beweglichen Pädagogik erarbeitet werden. In diesem Sinne sollen Theorie und Praxis in der Vorlesung in besonderer Weise aufeinander Bezug nehmen.




Grundstudium

Britt-Marie Schuster, M.A.

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Do 14-16, B 31 Beginn: 15.10.1998

Das Proseminar ist ein Komplementärseminar zum Seminar 'Einführung mit dem Schwerpunkt Literaturwissenschaft' und richtet sich an diejenigen Studierenden, die noch keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben. Dieses Seminar stellt eine Einführung in die Gegenstände, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft dar und soll die TeilnehmerInnen zum einen dazu befähigen, Fachliteratur zu bearbeiten, zum anderen dazu, Texte unterschiedlicher Art unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten zu bearbeiten. Zudem werden fakultativ Übungsstunden zur Schulung von mündlicher (Vortragstechniken) und schriftlicher Kompetenz (rezipientengerechtes wissenschaftliches Schreiben) angeboten.

Dr. Martin Wachtel

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 8-10, B 106 Beginn: 13.10.1998

Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben. Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,

- mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,

- selbständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Im Rahmen der einzelnen thematischen Blöcke sollen die TeilnehmerInnen in Form von Übungen das Gelernte vertiefen und anwenden.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.

Dr. Roland Mulch

Westmitteldeutsche Dialektologie – Eine Einführung in ihre Methoden und Probleme

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 14–16; Phil. II (Karl-Gloeckner-Str. 21) Haus E, Raum 07; Beginn: 15.10.1998

Während sich die traditionelle Dialektologie vor allem mit der Beschreibung und Darstellung der sprachlichen Struktur raumgebundener Sprachvarietäten und ihrer Verteilung innerhalb von landschaftlichen Großregionen beschäftigt hat, befaßt sich die neuere Sozialdialektologie mit pragmatischen Aspekten. Dabei stehen gesellschaftliche und situative Bedingungen und Funktionen der Verwendung dialektaler Sprachvarietäten im deutschen Sprachraum im Mittelpunkt des Interesses. Das Proseminar möchte eine Brücke schlagen zwischen den dialektgeographischen und soziolinguistischen Fragestellungen.

LITERATUR: Heinrich Löffler, Probleme der Dialektologie. Eine Einführung. Dritte Auflage. Darmstadt 1990 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft Darmstadt. Germanistische Einführungen) – Klaus J. Mattheier, Pragmatik und Soziologie der Dialekte. Einführung in die kommunikative Dialektologie des Deutschen. Heidelberg 1980 (UTB 994).

Dr. Regina Quentin

Einführung in die feministische Linguistik

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 18-20, B 106 Beginn: 15.10.1998

Seit knapp 20 Jahren existiert die "feministische Linguistik" als sprachwissenschaftliche Disziplin, doch das Verhältnis von Sprache und Geschlecht ist nach wie vor nicht hinreichend geklärt.

Nach einem Überblick über Entwicklung und Schwerpunkte dieses Forschungsbereichs sollen das Sprachsystem sowie Sprachgebrauch und Sprachverhalten unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten betrachtet werden.

Konkret geht es um folgende Fragen:

- Welche sprachlichen Möglichkeiten gibt es, Frauen zu benennen (Beruf-, Funktionsbezeichnungen), welche Schwierigkeiten ergeben sich u.U.? Trifft es zu, daß Frauen sprachlich diskriminiert werden?

- Was ist "weibliches", was ist "männliches" Gesprächsverhalten?

- Welchen Einfluß hat die Geschlechtszugehörigkeit auf Spracherwerb und Sprachentwicklung des Kindes? Welche Unterschiede lassen sich im Sprachverhalten von Kindern und Jugendlichen feststellen?

Literatur: Samel, Ingrid (1995): Einführung in die feministische Sprachwissenschaft. Berlin.

Prof. Dr. Hans Ramge

Sprachvariation im Deutschen

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10-12, B 106 Beginn: 14.10.1998

Die Veranstaltung ist eine Einführung in den Themenbereich ‘Sprachvarietäten’. Muttersprachliche Sprecherinnen und Sprecher verfügen in der Regel über eine Fülle sprachlicher Varianten, die sie je nach Situation, Gesprächspartner, Thema usw. einsetzen. Diese Varianten liegen auf sehr unterschiedlichen Variationsebenen, z.B. zwischen Dialekt und Standardsprache, fachsprachlicher und alltäglicher Kommunikation. Sprachliche Varianten sind räumlich, zeitlich, sozial, individuell bedingt; sie treten u.a. geschlechts- und altersspezifisch unterschiedlich auf. Unterschiedliche Varianten bewirken Unterschiedliches: Sie haben wichtige kommunikative Funktionen, z.B. die, Vertrautheit oder Distanz zu signalisieren.

Im Seminar soll erarbeitet werden, welche Arten von Variation es im Einzelnen gibt, wie sie sich beschreiben lassen und welche Funktionen damit verbunden sind. Die Bedeutung der Sprachvariation als grundlegendem Prinzip des Sprachgebrauchs soll deutlich werden.

Dr. Jörg Riecke

Textsorten des Mittelhochdeutschen

Proseminar L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 16-18, B 31 Beginn: 15.10.1998

In diesem Proseminar wollen wir eine repräsentative Auswahl von Texten des 12., 13., 14. und 15. Jahrhunderts lesen und unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten analysieren. Sie sollen dabei insbesondere einen Überblick über die verschiedenen Textsorten des Mittelhochdeutschen erhalten und erkennen, durch welche sprachlichen Merkmale sich die einzelnen Gruppen, etwa die literarischen Texte, die geistlichen oder wissenschaftlichen Texte voneinander unterscheiden. Gefragt wird, wie mittelalterliche Texte aufgebaut und gegliedert sind. Auch Fragen des Wissensaufbaus und der Wissensvermittlung sollen dabei eine Rolle spielen. Ein Schwerpunkt wird daher im Bereich der Fachprosatexte liegen. Hier können medizinische, handwerkliche, technische, aber auch mantische Texte gelesen werden. Sie sollten Interesse für die mittelalterlichen Sprachen und Kulturen mitbringen und nach Möglichkeit bereits über einzelne Grundkenntnisse verfügen. Über den thematischen Rahmen hinaus macht das Proseminar zugleich auch mit den Entwicklungslinien der älteren Sprachgeschichte des Deutschen vertraut und führt in die Grundprinzipien der Textlinguistik ein. Wegen seiner speziellen Ausrichtung kann es daher den Besuch mediaevistischer Proseminare nicht ersetzen. - Im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen die folgenden Titel:

LITERATUR: Christopher J. Wells: Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990. – William Crossgrove: Die deutsche Sachliteratur des Mittelalters, Bern - Berlin - Frankfurt/M. 1994.

Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Schrift - System - Geschichte - Kultur

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 10-12, B 106 Beginn: 12.10.1998

Über den Vergleich mündliche und schriftliche Sprache wird das System der Schrift entfaltet und in einem kursorischen Rückblick auf die Geschichte vertieft. Die Folgen der Schriftbeherrschung resp. der Schriftlosigkeit werden anhand von Statistiken und Untersuchungen diskutiert.

LITERATUR: Johannes Friedrich (1966), Geschichte der Schrift. Unter besonderer Berücksichtigung ihrer geistigen Entwicklung. Univ. Verlag Carl Winter – Helmut Glück (1987), Schrift und Schriftlichkeit. Eine sprach- und kulturwissenschaftliche Studie. Stuttgart: Metzler – Harald Haarmann (1990), Universalgeschichte der Schrift. Ffm/New York: Campus

Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Worksphop: Aus Fehlern lernen

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Fr 10-12, B 106 Beginn: 16.10.1998
Anmeldung: Frau Heil, B 108; da Teilnehmerzahl auf 20 begrenzt

Die Schreibproben von Grundschulkindern werden analysiert und auf das Orthographiesystem bezogen klassifiziert. Aus dem Fehlerprofil, das sich daraus ergibt, werden Arbeitsmaterialien und Spiele entwickelt, mit denen die Einsicht in die Regelhaftigkeit der Schreibungen befördert werden kann und so Schülern das eigene Schreiben kontrollierbar wird.

Einen Workshop besuchen bedeutet, Materialien während der Veranstaltungszeit herzustellen; deshalb ist die Zahl der Teilnehmer begrenzt. Sollten sich mehr Studierende für das Thema interessieren, so kann der Workshop wiederholt werden. An Werkzeugen und Arbeitsmaterialien sind bereitzustellen: leichte Pappe, Stifte (auch Filzstifte), Schere, Lineal, Klebstoff.

LITERATUR: Christa Röber-Siekmeyer (3;1998), Die Schrift entdecken. Weinheim: Beltz

Klaus-Peter Ulbrich

Sprechen und Handeln - Ergebnisse und Anwendungsbereiche der Sprechakttheorie

Proseminar L1,L2,L3,L5, Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Di 14-16, B 24 Beginn: 13.10.1998

Die von John L. Austin und John R. Searle entwickelte Sprechakttheorie gab den entscheidenden Anstoß zur sog. ‘pragmatischen Wende’ in der Linguistik. Wurde bis zu diesem Zeitpunkt eher das Sprachsystem mit seinen Möglichkeiten betrachtet, Sätze und deren Bedeutungen zu erzeugen, verlagerte sich nun die Perspektive auf den Gebrauch der Sprache in Abhängigkeit von situativen und kommunikativen Bedingungen.

Im Seminar sollen zunächst die Grundlagen und die Verfahren der Sprechakttheorie intensiv erörtert werden. Anschließend werden Fragestellungen und Probleme der Forschungspraxis vorgestellt und anhand konkreter Beispiele aus verschiedenen Anwendungsbereichen erläutert.

Dr. Martin Wachtel

Grammatik der deutschen Sprache

Proseminar L1,L2,L3,L5, Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 16-18, B 24 Beginn: 12.10.1998

Das Seminar bietet eine Grundlage für die sprachwissenschaftliche Beschäftigung mit Fragen des inneren Aufbaus deutscher Sätze und anderer syntaktischer Strukturen. Über die Behandlung der theoretischen Hintergründe grammtischer Beschreibungen hinaus sollen grammatische Übungen die zuvor eingeführten Inhalte sichern und zur Anwendung und Übertragung des Gelernten anleiten.

Der Leistungsnachweis erfolgt anhand einer Klausur.

LITERATUR: Angelika Wöllstein-Leisten et al.: Deutsche Satzstruktur. Grundlagen der syntaktischen Analyse. Tübingen 1997



Hauptstudium

Prof. Dr. Gerd Fritz

Grundlagen der linguistischen Kommunikationsanalyse

Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Do 16-18, B 106 Beginn: 15.10.1998

Das Seminar bietet die Gelegenheit, unter Anleitung Grundlagentexte der linguistischen Kommunikationsanalyse zu lesen und zu besprechen und damit einen theoretisch fundierten Zugang zu Fragen der Analyse von Dialogen und Texten sowie der Textproduktion zu gewinnen. Folgende Themen sollen behandelt werden: Grundstrukturen von Kommunikationsformen, Sprecherwechsel, Probleme der Referenz, konversationelle Implikaturen, Thema und thematischer Zusammenhang, Textstruktur und Wissensaufbau, Kommunikationsprinzipien, Verständlichkeit. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Seminars wird empfohlen, auch die Vorlesung "Dialog und Text – Einführung in die linguistische Kommunikationsanalyse" zu besuchen.

LITERATUR zur ersten Orientierung: Fritz, G.: Grundlagen der Dialogorganisation. In: Fritz, G./Hundsnurscher, F. (Hg.): Handbuch der Dialoganalyse. Tübingen 1994, 177-202.

Dr. Thomas Gloning

Spracherwerb

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 10–12, B 33 Beginn: 21.10.1998

Gegenstand des Seminars ist die Frage, wie die Kinder zu ihrer (und unserer) Sprache kommen. Wenn Sie je eine Fremdsprache erlernt haben, dann wissen Sie, was alles dazu gehört, eine Sprache zu beherrschen: man muß z.B. die einzelnen Laute lernen, man muß lernen, wie man Wörter flektiert, wie man Sätze baut, wie man sie ausspricht und betont, man lernt, mit welchen Mitteln man bestimmte sprachliche Handlungen wie das Grüßen, das höfliche Bitten oder das Fragen macht, und man lernt, dies alles in der Kommunikation auch angemessen zu verwenden. Den Kindern wächst dies alles in den ersten Lebensjahren zu, ohne größere Anstrengung, wie es scheint. – Das Seminar bietet Gelegenheit, (i) einen Überblick über den typischen Verlauf der kindliche Sprachentwicklung zu gewinnen; (ii) Formen der Analyse und der Beschreibung kindlicher Sprache zu erproben.

Dr. Thomas Gloning

Sprache und Sprachgebrauch der Naturwissenschaften 1350–1832

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mi 8-10, B 33 Beginn: 21.10.1998

Gegenstand des Seminars ist die Frage, wie sich die deutsche Sprache bei der Behandlung naturkundlicher Fragen entwickelt hat. Einen Schwerpunkt sollen die deutschen Texte des Astronomen Johannes Kepler (1571-1630) bilden. Von hier aus steigen wir hinunter bis zu Megenbergs ‘Buch der Natur’ (um 1350) und hinauf bis in das Jahr 1832, in dem Goethe seine naturwissenschaftliche Feder aus der Hand legte. Bei der Analyse und der Kommentierung von naturkundlichen bzw. naturwissenschaftlichen Texten werden wir vor allem folgende Gesichtspunkte berücksichtigen: Wortschatz, Satzbau, Textaufbau, Kommunikationsform, Formen des Text/Bild-Bezugs, ggf. auch das Verhältnis des Deutschen zu anderen Wissenschaftssprachen (Latein, Französisch). – Das Seminar bietet Ihnen die Möglichkeit: (i) einen Einblick in die deutsche Sprachgeschichte vom Spätmittelalter bis zum 18. Jh. zu bekommen; (ii) unterschiedliche Formen der Textanalyse und der Textkommentierung zu üben; (iii) einige Geistesriesen in ihren eigenen Texten aufzusuchen.

Prof. Dr. Hans Ramge

Sprachwandel

Hauptseminar L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 16-18, B 106 Beginn: 12.10.1998

Sprachwandel findet kontinuierlich statt und hängt von vielfältigen sprachinternen und externen Faktoren ab. Wie lassen sich Ursachen und Folgen neuer sprachlicher Erscheinungen beschreiben und erklären? Welche Faktoren sind in welcher Weise dafür verantwortlioch, dass sich im Wettbewerb bereits bestehender Sprachvarianten bestimmte durchsetzen und andere nicht? Wie stützen sich Beobachtungen zu aktuellem Sprachwandel und langfristige sprachgeschichtliche Entwicklungen gegenseitig im Hinblick auf die Erkenntnis von Prinzipien des Sprachwandels?

Im Rahmen des Seminars werden wichtige theoretische Ansätze zur Beschreibung und Erklärung von Sprachwandel erarbeitet und in Bezug auf die oben genannten Fragen erörtert.

Dr. Martin Wachtel

Informieren mit Fernsehen

Hauptseminar L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF
Mo 14-16, B 106 Beginn:12.10.1998

Das Seminar gehört zu dem Seminarzyklus des Studienangebotes ‘Informationsvermittlung und Medien’. Es beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen des audiovisuellen Berichtens. Dieses Thema wird unter vier Fragestellungen behandelt.

1. Was sind die wichtigsten Spielarten audiovisuellen Berichtens?

2. Was sind die auditiven und visuellen Gestaltungsmittel des Berichtens im Fernsehen?

3. Was wissen wir über Verstehen und Wirkung audiovisueller Texte?

4.Wie werden Fernsehberichte redaktionell geplant, journalistisch vorbereitet und produziert?

Der letzte Arbeitsschritt beinhaltet die Produktion eines Fernsehberichtes und wird von einem Medienpraktiker geleitet.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.

Prof. Dr. Gerd Fritz

Linguistisches Colloquium

Oberseminar L3,Mag.,Prom.
Di 14-16, B 106 Beginn: 13.10.1998

Im Linguistischen Colloquium sollen aktuelle linguistische Probleme diskutiert werden, insbesondere aus den Bereichen der Kommunikationsanalyse (Struktur von Kontroversen), der Textsortengeschichte und der Lexikologie (Organisationsprinzipien des Wortschatzes). Auf Wunsch können auch Themen behandelt werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.

Prof. Dr. Hans Ramge

Linguistisches Kolloquium (mit Examenskolloquium)

Oberseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.
Zeit: n.V. Beginn: n.V.

Im Linguistischen Kolloquium werden schwerpunktmäßig neuere sprachhistorische Publikationen besprochen. Zum Examenskolloquium ergeht besondere Einladung: Hier werden vor allem prüfungsrelevante Themenbereiche erörtert.

Dr. Martin Wachtel

Examenskolloqium

L1,L2,L5
Mo 18-20, B 106 Beginn: 12.10.1998

Im Examenskolloqium erhalten die Examenkanditaten und -kandidatinnen Gelegenheit, sprachwissenschaftliche Themen zu erabeiten und zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen.




Mittelalterliche Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Walther von der Vogelweide

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF,GH
Mo 8-10, A 3 Beginn: 12.10.1998

Walther von der Vogelweide zählt zu den großen Autoren der mittelhochdeutschen Dichtung um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert, und er ist der bedeutendste Liederdichter des Mittelalters. Die Vorlesung rekonstruiert seine Biographie und analysiert die wichtigsten Lieder zu Minne und Politik. Die Texte werden Ihnen in einem Skript (ca. 7,-- DM) zur Verfügung gestellt, das Sie in der ersten Vorlesungsstunde erwerben können.

LITERATUR: Thomas Bein: Walther von der Vogelweide. Stuttgart: Reclam, 1997. – Horst Brunner/Gerhard Hahn/Ulrich Müller/Franz V. Spechtler: Walther von der Vogelweide. München: C.H.Beck, 1996.

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer

Deutsche und lateinische Literatur im Mittelalter, dargestellt an
ausgewählten Beispielen

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF,AVL,HaF,
GH,WV,GS/HS

Mo 10-12, A 4 Beginn: 12.10.1998

An ausgewählten Beispielen der althochdeutschen, mittelhochdeutschen und frühneuhochdeutschen Literatur möchte ich die enge Verbindung zwischen lateinischer und volkssprachiger Literatur aufzeigen. Vorgestellt werden u.a. Otfrid von Weißenburg, ‘Evangelienbuch’; Notkers von St.Gallen Übersetzungen; naturkundliche Schriften; die ‘Reise des hl. Brandan’; ‘Waltharius’; der früheste "höfische Roman": ‘Ruodlieb’; Heinrich von Veldeke, ‘Eneit’; Konrad von Megenberg, ‘Buch der Natur’, Niclas von Wyle u.a.

LITERATUR: Karl Langosch, Mittellatein und Europa. Führung in die Hauptliteratur des Mittelalters. Darmstadt, Wiss. Buchgesellschaft 1990.

Einige Texte zum Einlesen: Otfrid von Weißenburg, Evangelienbuch. Auswahl. Althochdeutsch/ Neuhochdeutsch. Hrsg., übers. und kommentiert von Gisela Vollmann-Profe. Stuttgart, Reclam 1987. – Waltharius. Lateinisch/Deutsch. .. Stuttgart, Reclam 1994 – Ruodlieb. Mittelateinisch und Deutsch ... Stuttgart, Reclam 1974 – Heinrich von Veldeke, Eneasroman. Mittelhochdeutsch/ Neuhochdeutsch ... Stuttgart 1986 – Translationen von Niclas von Wyle. Hrsg. von Adalbert von Keller. Nachdruck Hildesheim, Georg Olms 1967.

Weitere Literaturangaben in der Vorlesung.




Grundstudium

Bettina Hofmann

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung:
Die Minnelieder Walthers von der Vogelweide

Proseminar L1, L2, L3, Mag., Prom., HF/NF
Mo 10-12, C 29 Beginn: 12.10.1998

Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt - Interpretationsfähigkeit mittelhochdeutscher Dichtung der "Achsenzeit". Walther von der Vogelweide war ein Dichter bzw. "Sänger" um die Wende des zwölften Jahrhunderts zum dreizehnten. Sein Opus ist umfangreich. In diesem Seminar soll ausschließlich Walthers Minnesang behandelt werden. Der Minnedienst und seine lyrische Realisierung, der Minnesang, sind ein Phänomen der abendländischen Kulturgeschichte. Anhand Walthers Dichtung lassen sich die verschiedenen inhaltlichen und stilistischen Aspekte des Minnesangs sehr gut herausarbeiten.

TEXT: Walther von der Vogelweide, Gedichte. Mittelhochdeutscher Text und Übertragung, hrsg. v. Peter Wapnewski. Frankfurt am Main 1962. LITERATUR: Skript zum Proseminar

Dr. Antje Holzhauer

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: "Zwerge, Riesen, Drachen: die Phantastik in der mittelhochdeutschen Literatur"

Proseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF
Mo 14-16, B 31 Beginn: 12.10.1998

In diesem Proseminar, das zugleich eine Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache ist, werden wir uns mit dem Übernatürlichen in der Vorstellungswelt des mittelalterlichen Menschen beschäftigen. Die Literatur hält mannigfaltige Beispiele bereit: Zwerge begegnen uns als peitschenschwingende Hofnarren und intrigante Ränkeschmiede; Riesen wirken auf den mittelalterlichen Betrachter wie furchteinflößende Monster, doch es gibt auch naive Tolpatsche darunter; wir werden Drachen aus dem Ei schlüpfen sehen und sie auf ihren Vernichtungsfeldzügen begleiten, auch ihren Untergang erleben.

Der Schwerpunkt des Seminars liegt auf der Lektüre und Übersetzung verschiedener, ausgewählter Texte aus dem Mittelhochdeutschen. Diese Texte werden von mir in einem Reader zusammengestellt und können zu Beginn des Seminars zum Selbstkostenpreis erworben werden.

Regelmäßige Teilnahme und eine Klausur sind die Vorbedingungen für einen qualifizierten Schein.

Beate Martin

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Dichtung: Texte zum Begriff des Höfischen in der mittelhochdeutschen Literatur

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag.,Prom., HF/NF
Mo 10-12, C 30 Beginn: 12.10.1998

Warum reitet Iwein auf Abenteuer aus, kaum dass er eine Woche verheiratet ist? Weshalb verschenkt König Artus auf dem Pfingstfest in Kardigan seinen gesamten Besitz an seine Gäste? Und warum heißt es in Gottfrieds 'Tristan', Isolt sei schön wie ein Papagei?

Manches, was dem Neueinsteiger ins Mittelhochdeutsche rätselhaft erscheinen muss, lässt sich erst mit genauer Kenntnis der höfischen Idealvorstellungen, die den mhd. Texten zu Grunde liegen, sinnvoll interpretieren. So soll dieses Seminar Einblicke in die Bereiche höfischer Ethik und Sachkultur (Kleidung, Schmuck, Pferde etc.) gewähren. Darüber hinaus werden die Teilnehmer in die deutsche Sprachgeschichte und die Grammatik des Mittelhochdeutschen eingeführt.

LITERATUR: Skript zum Proseminar. Ausgewählte mittelhochdeutsche Texte werden in Kopie zur Verfügung gestellt.

Dr. Jörg Riecke

Textsorten des Mittelhochdeutschen

Proseminar L3, L5, Mag., Prom., HF/NF
Do 16-18, B 31 Beginn: 15.10.1998

In diesem Proseminar wollen wir eine repräsentative Auswahl von Texten des 12., 13., 14. und 15. Jahrhunderts lesen und unter sprachwissenschaftlichen Gesichtspunkten analysieren. Sie sollen dabei insbesondere einen Überblick über die verschiedenen Textsorten des Mittelhochdeutschen erhalten und erkennen, durch welche sprachlichen Merkmale sich die einzelnen Gruppen, etwa die literarischen Texte, die geistlichen oder wissenschaftlichen Texte voneinander unterscheiden. Gefragt wird, wie mittelalterliche Texte aufgebaut und gegliedert sind. Auch Fragen des Wissensaufbaus und der Wissensvermittlung sollen dabei eine Rolle spielen. Ein Schwerpunkt wird daher im Bereich der Fachprosatexte liegen. Hier können medizinische, handwerkliche, technische, aber auch mantische Texte gelesen werden. Sie sollten Interesse für die mittelalterlichen Sprachen und Kulturen mitbringen und nach Möglichkeit bereits über einzelne Grundkenntnisse verfügen. Über den thematischen Rahmen hinaus macht das Proseminar zugleich auch mit den Entwicklungslinien der älteren Sprachgeschichte des Deutschen vertraut und führt in die Grundprinzipien der Textlinguistik ein. Wegen seiner speziellen Ausrichtung kann es daher den Besuch mediaevistischer Proseminare nicht ersetzen. – Im Hinblick auf eine erste Orientierung empfehle ich Ihnen die folgenden Titel:

LITERATUR: Christopher J. Wells: Deutsch: eine Sprachgeschichte bis 1945, Tübingen 1990. – William Crossgrove: Die deutsche Sachliteratur des Mittelalters, Bern - Berlin - Frankfurt/M. 1994.




Hauptstudium

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Höfische Wortgeschichten

Haupt-/Oberseminar L3, Mag., Prom., HF/NF
Do 10-12, B 106 Beginn: 15.10.1998

Anhand ausgewählter Textstellen aus der mittelhochdeutschen Literatur wird die Semantik zentraler Wörter der höfischen Kultur und ihrer Rituale rekonstruiert und diskutiert.

Leistungsnachweis durch Referat (à qualifizierter Schein), Protokoll (à Teilnahmeschein, à Oberseminarschein).

LITERATUR: Otfrid Ehrismann: Ehre und Mut, Aventiure und Minne. Höfische Wortgeschichten aus dem Mittelalter. München: C.H.Beck, 1995.

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Der "Tristan" Gottfrieds von Straßburg

Hauptseminar L3, Mag.,Prom., HF/NF
Do 14-16, B 106 Beginn: 15.10.1998

Lektüre und Interpretation ausgewählter Stellen; Referate zu zentralen Forschungsfragen; komparatistische Perspektive.

Leistungsnachweis durch Referat (à qualifizierter Schein), Protokoll (à Teilnahmeschein).

LITERATUR: Gottfried von Straßburg: Tristan. 3 Bde. Stuttgart: Reclam, 1980 – Oder: Gottfried von Straßburg: Tristan. Text und kritischer Apparat. Berlin: de Gruyter, 1969 (Hiervon stehen einige Exemplare für bedürftige Studierende zur Verfügung. Bitte fragen Sie in einer der Feriensprechstunden nach).

Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Seminar für Doktorandinnen und Doktoranden

Kolloquium Teilnahme nur nach vorheriger Anmeldung

Do 18-20, B 109a Beginn: 15.10.1998

Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer und Prof. Dr. Helmut Meinhardt

Bibeldichtung und Bibelexegese im 9. Jahrhundert: Otfrid von Weißenburg, ‘Evangelienbuch’, mit sprachlichen Erläuterungen zum
Althochdeutschen

Haupt-/ Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS
Do 10-12, C 3 Beginn: 15.10.1998

TEXTE: Otfrid von Weißenburg, Auswahl. Evangelienbuch Althochdeutsch/ Neuhochdeutsch. Hrsg., übersetzt und kommentiert von Gisela Vollmann-Profe. Stuttgart, Reclam 1987. – Otfrids Evangelienbuch. Hrsg. von Oskar Erdmann. Tübingen, Max Niemeyer Verlag, neue und ält. Aufl. (= Altdeutsche Textbibliothek, Nr. 49) -vollständige Ausgabe mit Glossar.

LITERATUR: Ernst Hellgardt, Die exegetischen Quellen von Otfrids Evangelienbuch. Tübingen, Niemeyer Verlag 1981. – Ulrich Ernst, Der Liber Evangeliorum Otfrids von Weißenburg. Literarästhetik und Verstechnik im Lichte der Tradition. Köln, Wien, Böhlau Verlag 1975. – Raymund Kottje und Harald Zimmermann (Hrsgg.), Hrabanus Maurus. Lehrer, Abt und Bischof. Wiesbaden, Franz Steiner Verlag 1982, darin: Wolfgang Haubrichs, Althochdeutsch in Fulda und Weißenburg . Hrabanus Maurus und Otfrid von Weißenburg, S. 182-193, und andere Beiträge. – Dieter Kartschoke, Bibeldichtung. Studien zur Geschichte der epischen Bibelparaphrase von Juvencus bis Orfrid von Weißenburg. München, Wilhelm Fink Verlag 1975.

Voraussetzung zur Teilnahme: Abgelegte Zwischenprüfung in Germanistik, gute mittelhochdeutsche und lateinische Sprachkenntnisse, althochdeutsche Sprachkenntnisse sehr erwünscht, Interesse für philosophisch-theologische und philologische Fragestellungen, Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit.



Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche
Literaturwissenschaft

Die einzelnen Veranstaltungen sind den drei folgenden Schwerpunkten zugeordnet: Theorie und Methoden der Literaturwissenschaft (a), Literatur und Geschichte (b) und Ästhetische Theorie, Poetik, Literaturtheorie (c).

Vorlesungen

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Frühe Neuzeit
(im Rahmen des Epochenzyklus)

Vorlesung (b) AVL; L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF

Di 16-18, A1 Beginn: 20.10.1998

Im Übergang vom Spätmittelalter zur Frühen Neuzeit revolutioniert der Buchdruck die bisherige Organisation von Wissen und die Teilhabe an der literarischen Überlieferung. Das 17. Jahrhundert, das noch immer die Bezeichnung 'Barock' trägt, verbindet die Renaissance mit der Aufklärung: Das 18. Jahrhundert repräsentiert als letztes die gesellschaftlichen Strukturen und das kulturelle Erbe Alteuropas. Die Vorlesung bietet keine Literaturgeschichte, die den vorhandenen Nachschlagewerken folgt. Längsschnitte durch die Geschichte der Poetik und einzelner Gattungen verbinden sich mit Miniaturen zu Autoren und Werken, Ausführungen zur Real- und Wissenschaftsgeschichte ergänzen die Darstellung. Aus den in sich abgeschlossenen Vorlesungseinheiten können am Ende verschiedene Bilder jener 'Großepoche' zusammengesetzt werden, die am Beginn der Neuzeit steht; über Konzepte ist zu diskutieren. Ratschläge für die eigene Lektüre der Quellen und der Forschungsliteratur werden im Gang der Vorlesung gegeben. Studienanfänger sind willkommen.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Das Faustthema in der europäischen Literatur

Vorlesung (b) AVL; L1, L2, L3, L5, Mag.. Prom., DTM, DaF

Mi 10-12, B9 Beginn: 21.10.1998

Als "Leitfigur der Grenzüberschreitung" bezeichnet Ernst Bloch die literarische Faustgestalt in seinem ‘Prinzip Hoffnung’.- Die Vorlesung geht in einer problemorientierten, diachronen Perspektive der Frage nach, welche Konfliktkonstellationen es sind, die eine jahrhundertelange Faszinationskraft des Fauststoffs - von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart - in Gang setzen und immer wieder neu begründen. Dabei verbindet sich die Untersuchung der konstitutiven ‘Stoffstruktur’ mit dem historischen Blick auf die Varianten, d.h. die sich wandelnden Auffassungen und Akzentuierungen, die eine spannende Dynamik der ‘Stoffgeschichte’ hervorbringen. Die Vorlesung behandelt zentrale literarische Bearbeitungen des Fauststoffs in der europäischen Literatur und versteht sich dabei zugleich als eine exemplarische Einführung in den komparatistischen Forschungszweig der ‘Thematologie’.- Folgende Texte sollten zu Semesterbeginn bekannt sein: ‘Historia von D. Johann Fausten’; Christopher Marlowe, ‘Doctor Faustus’; Goethe, ‘Faust I und II’; Heine, ‘Der Doktor Faust. Ein Tanzpoem’; Th. Mann, ‘Doktor Faustus’, Paul Valéry, ‘Mon Faust’.

Eine Liste aller zur Sprache kommenden Faust-Texte findet sich ab sofort in einem Ordner zur Vorlesung in der Bibliothek.

Prof. Dr. Günter Oesterle

Ästhetische Wahrnehmungsweisen: Stadt, Garten, Landschaft

Vorlesung (c) AVL; L1, L2, L3, L5, Mag.. Prom., DTM, DaF

Mo 14-16, A2 Beginn: 19.10.1998

Zur ästhetischen Wahrnehmung der Stadt sind in dem letzten Jahrzehnt wichtige Beiträge erschienen (u. a. Sennett, Brüggemann, Huyssen, Scherpe), ebenso zur Landschaftsästhetik. Es fehlt freilich die Zusammenführung der Forschungsergebnisse unter der Fragestellung der Korrespondenz und Differenz von Stadt-, Landschaft- und Gartenwahrnehmung.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Goethe 2. Teil

Vorlesung (b)b L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF

Do 14-16, A3 Beginn: 15.10..98

Im letzten Semester ist die Goethe-Vorlesung nicht bis zum Ende gekommen. Das ist nicht schlimm. Goethe als Denkmal verdient gut zwei Semester. Teilnehmen kann man auch, wenn man bislang nicht dabei war. Es wird zu Beginn eine Wiederholung geben.

Zur Vorbereitung lesen kann man jeden Goethe-Text, auch Darstellungen des großen Frankfurters, z.B. von Friedenthal, Conrady, Boyle. Weniger umfangreich sind die Monographien bei Rowohlt und Metzler. Alles leicht zu finden im VlB.

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Franz Kafka I

Vorlesung (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Do 18-20, A5 Beginn: 15.10.98

Die Vorlesung führt in das Werk von Franz Kafka ein. Sie geht auch auf den europäischen literarischen Kontext dieses Werkes und auf die spezifische Prager Situation ein.

Prof. Dr. Christine Lubkoll / Prof. Dr. Günther Oesterle

Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext III. Die ästhetische Erfindung der Moderne in Literatur, bildender Kunst, Musik und Alltagskultur. Teil 2 (Ringvorlesung des Graduiertenkollegs)

Ringvorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL, DaF

Mo 18-20, A4 Beginn: 19.10.1998

Diese Ringvorlesung ist eine interdisziplinäre Veranstaltung des neueingerichteten Graduiertenkollegs ‘Klassizismus und Romantik im europäischen Kontext’ und richtet sich an die interessierte universitäre Öffentlichkeit. Die Ringvorlesung ist auf eine Dauer von zwei Semestern angelegt und hat im WS 97/98 begonnen Die am Kolleg beteiligten Gießener Hochschullehrer werden in Vorträgen ihren jeweiligen Schwerpunkt im Rahmen des Forschungsprogramms vorstellen; außerdem werden auswärtige Expertinnen und Experten eingeladen, die aus ihren einschlägigen Forschungszusammenhängen berichten und damit der Diskussion im GK wichtige Impulse vermitteln.

Folgende Fächer sind am Graduiertenkolleg beteiligt: Anglistik (Grabes, Nünning); Germanistik (Inderthal, Kurz, Leibfried, Lubkoll, Oesterle, Vollhardt), Klassische Archäologie (Martini), Klassische Philologie (Landfester), Komparatistik, Kunstgeschichte (Baumgartner), Musikwissenschaft (Andraschke), Philosophie (Marquard), Romanistik (Rieger, Stenzel), Soziologie (Giesen).



Proseminare

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Der dreißigjährige Krieg und die Literatur

Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag. Prom., AVL, DaF

Mo 16-18, B128 Beginn: 12.10. 98

Das Seminar bietet eine Einführung in das 17. Jahrhundert am Beispiel der Literatur zum Dreißigjährigen Krieg. Neben der Lyrik und dem "Simplicissimus" von Grimmelshausen werden Tagebuchaufzeichnungen, Flugschriften und druckgraphische Bildfolgen (H. U. Franck) behandelt. Geplant ist eine Exkursion zu der Europarat-Ausstellung "1648 - Krieg und Frieden in Europa" nach Münster und Osnabrück. -

Erste Informationen bei Ferdinand van Ingen: Der Dreißigjährige Krieg in der Literatur. In: Zwischen Gegenreformation und Frühaufklärung: Späthumanismus, Barock 1572-1740. Hg. v. Harald Steinhagen. Reinbek 1985 (Deutsche Literatur. Eine Sozialgeschichte Bd. 3). S. 237-256.

Dr. Christine Haug / Dipl.Pol. Sandra Pott

"Gefährliche Bücher". Geheimliteratur in der frühen Neuzeit

Proseminar (b) L1,L2,L3,L5, Mag. Prom. HF/NF, AVL

Di 16-18, B128 Beginn: 13.10.1998

Was sind "gefährliche Bücher" in der Frühen Neuzeit? Es handelt sich um solche Texte, so lautet die Antwort der vornehmlich französischen Forschung, die aufgrund ihres als anrüchig wahrgenommenen Inhalts von der Zensur verboten und nur geheim gehandelt wurden. Ob sich diese Antwort auf die deutsche Literatur übertragen läßt, bleibt zu fragen.

In dem geplanten Seminar wollen wir diese Frage im Blick auf den Buchhandel und im Blick auf die Philosophie der Frühen Neuzeit stellen. Sowohl der Vertrieb als auch die Rezeption von "gefährliche[n] Büchern[n] sollen untersucht werden.

Literatur: Robert Darnton: The forbidden Bestsellers of pre-revolutionary France, New York 1995; Jean Marie Goulemot: Gefährliche Bücher. Erotische Literatur, Leser und Zensur im 18. Jahrhundert (kultur & ideen), Reinbek bei Hamburg 1993; Philosophische Clandestina der deutschen Aufklärung.

Dr. Joachim Jacob

Christoph Martin Wieland, Geschichte des Agathon

Proseminar (b) L1,L2,L3,L5,Mag.

Do 10-12, B 128 Beginn: 15.10.1998

Unter den kanonischen Texten der deutschen Literatur ist Wielands "Geschichte des Agathon" (1766/67), der als erster Entwicklungsroman - ja als erster moderner Roman deutscher Sprache überhaupt - bezeichnet wurde, heute sicherlich einer der ungelesensten. Daß die Beschäftigung mit ihm, wie mit Wielands Werken überhaupt, gleichwohl ein höchst reizvolles Unternehmen sein kann, soll im Seminar zu zeigen versucht werden. Aufmerksamkeit ist dabei zunächst auf die besondere Erzählform Wielands zu richten, um dann das im Roman selbst immer wieder problematisierte Verhältnis von Fiktion und Wirklichkeit zu beleuchten. Vor allem ist jedoch die zentrale, gattungsbegründende Idee einer literarisch vermittelten 'Bildung' bzw. 'Entwicklung' im und durch den Roman zu verfolgen. Denn nicht nur "Agathon", sondern auch seine Leser sollen sich hier bilden. Ob dies gelingt, ist eine Frage, die schon im Roman selbst einigen Zweifeln ausgesetzt ist. Ausführlich soll schließlich die behauptete 'Modernität' dieses Textes diskutiert werden.

Der Text sollte zu Seminarbeginn gründlich gelesen sein. Textausgabe: Christoph Martin Wieland, Geschichte des Agathon, Erste Fassung (!), Stuttgart: Reclam, UB Nr. 9933. Zur ersten Orientierung: Klaus Schaefer, Christoph Martin Wieland, Stuttgart und Weimar: Metzler 1996.

Schein: Schriftlich ausgearbeitetes Referat oder Hausarbeit

Dr. Carola Hilmes

Frauen zwischen Klassik und Romantik: Karoline von Günderrode, Bettine von Arnim, Rahel Varnhagen

Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mo 16–18, E5 Beginn: 12.10.98

Auffällig ist der starke Anteil klassischer Elemente in den literarischen Zeugnissen und im eigenen Selbstverständnis derjenigen Frauen, die üblicherweise als Romantikerinnen bezeichnet werden. Ausgehend von Karoline von Günderrode, die als einzige ein Werk im engeren Sinne hinterlassen hat, sollen die Briefbücher Bettine von Arnims untersucht werden, insbesondere das der Freundin gewidmete. Die literarische Form des Briefes als spezifischer Ausdrucksmöglichkeit für Frauen einerseits und als ein bereits in die Moderne vorausweisendes dialogisches Gestaltungsprinzip andererseits bilden den Fokus des Interesses. Deshalb sollen abschließend die Briefwechsel der Rahel Levin Varnhagen vorgestellt und die jeweils unterschiedlichen Präsentations- und Verständigungsmodi herausgearbeitet werden.

Einführende Literatur: Christa Wolf "Der Schatten eines Traumes. Karoline von Günderrode – ein Entwurf" (1978) und "Nun ja! Das nächste Leben geht aber heute an. Ein Brief über die Bettine" (1979), in: dies., Die Dimension des Autors, Frankfurt a. M.: Luchterhand 1990, S. 511–571 u. S. 571–610. "Im Schlaf bin ich wacher". Die Träume der Rahel Levin Varnhagen, hrsg. von Barbara Hahn, Frankfurt a. M.: Luchterhand 1990.

Christiane Holm, M. A.

Amor und Psyche - Neuformulierungen in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts

Proseminar (c) L1,L2,L3,L5, Mag., AVL, DTM.

Fr 10-12, B24 Beginn: 16.10.98

Apuleius erzählt in seinem Kunstmärchen Amor und Psyche die turbulente Vorgeschichte einer himmlischen Eheschließung zwischen dem sich selbst infizierten Liebesgott und einer pubertierenden Prinzessin. Wie kein anderes wurde dieses antike Märchen in allen europäischen Literaturen sowie in Malerei, Skulptur und Oper zitiert und variiert. Die unterschiedlichen Rezeptionsstränge zeigen zunächst, wieviele Lesarten der Ausgangstext bereits enthält: Er ist eine neuplatonische Allegorie von der menschlichen Seele, eine Kontrafaktur des christlichen Sündenfalls, eine respektlose Gesellschaftkomödie von den Olympiern, ein Märchen vom Tierbräutigam und vom Sehverbot, eine Pubertätsgeschichte mit psychologischer Tiefenschärfe, die Erfindung eines weiblichen Pendants zum Herakles-Mythos.

Geplant ist ein komparatistischer Einstieg in die anregendsten Vorbilder für die deutsche Literatur. Neben Apuleius soll ausführlich La Fontaines Erzählung, außerdem die Bühnenbearbeitungen von Molière und Calderón behandelt werden.

Ausgehend von den bei Apuleius erarbeiteten Motivkomplexen konzentriert sich die Behandlung der deutschsprachigen Neuformulierungen auf darstellerische, insbesondere gattungstheoretische Fragen. Zur Künstlerthematik im letzten Block ist ein Exkurs zu Darstellungstypen und -problemen des Amor-und-Psyche-Themas in der bildenden Kunst geplant.

Literatur: Apuleius: Amor und Psyche. In: Der goldene Esel. um 170. (Insel-Tb. Nr. 146) - P. Calderón de la Barca: Selbst Amor ist nicht frei von Liebe. 1640. - Molière: Psyche. Tragikkomödie und Ballett. 1671. -Gedichte von J. G. Herder, J. W. v. Goethe, H. Heine und C. F. Meyer - K. T. Döbbelin: Psyche in ihrer Kindheit. Ein Vorspiel. 1775. - K. F. Müchler: Psyche. Singspiel in zwei Aufzügen. 1789. - C. M. Wieland: Bruchstücke von Psyche, einem unvollendet gebliebenen allegorischen Gedichte. 1767. - A. v. Ungern-Sternberg. Psyche. 1838. - R. Hamerling: Amor und Psyche. Eine Dichtung in sechs Gesängen. 1882. - A. v. Arnim: Raphael und seine Nachbarinnen. 1823. (In: Reclam Nr. 1505) - T. Storm: Psyche. 1876. - B. v. Arnim: Goethes Briefwechsel mit einem Kinde. Seinem Denkmal. 1835. (Insel-Tb. Nr. 767)

Da die meisten Texte nicht im Handel erhältlich sind, steht ab September ‘98 ein Reader im Handapparat bereit.

Zur Einführung: A. u. P. Hg. v. G. Binder u. R. Merkelbach. Darmstadt 1968. - R. Krüger: Das Sehen beobachten. La Fontaine u. das Droit de regards. In: Lendemains, H. 51 (1988), S. 40-51. - C. Steinmetz: A. u. P. Studien zur Auffassung d. Mythos i. d. Bildenden Kunst um 1800. Diss. Köln 1989.

Dr. Harald Neumeyer / Roland Borgards (M.A.)

Die Nacht. Kulturwissenschaftliche Studien zu den Funktionen eines Zeitraums

Proseminar (c) L3, AVL, Mag., Prom., DTM, DaF

und Hörer aller geisteswissensch. Fächer

Di 14-16, B128 Beginn: 13.10.1998

Wenn eine ganze Epoche ihr Selbstverständnis in der Symbolik des Lichtes zum Ausdruck bringt, dann bestimmt sie sich notwendig auch im Verhältnis zu dem, was (noch) nicht Licht ist - zur Dunkelheit, zur Nacht. Ab der Mitte des 18. Jahrhunderts beschäftigen sich Politik und Verwaltung, Wissenschaft und Künste verstärkt mit 'Nacht', doch unterscheidet sich die Thematisierung von 'Nacht' erheblich. In der aufklärerischen Philosophie und in den spekulativen Naturwissenschaften steht die Nacht als Gegenort der Vernunft zur Debatte. Für die Stadtbehörden und die Polizei ist die Nacht primär der Zeitraum des Verbrechens. In der romantischen Malerei (Friedrich, Carus) und Literatur (Wackenroder, Novalis, Eichendorff, Coleridge, Keats, Musset, Baudelaire) werden Probleme der Wahrnehmung und Identität im Zeitraum der Nacht, sowie Fragen nach der künstlerischen Selbstbegründung und der Darstellbarkeit des Undarstellbaren verhandelt. Im Seminar sollen die verschiedenen Facetten für die einzelnen Disziplinen untersucht werden.

Prof. Dr. Günter Oesterle

E.T.A. Hoffmanns Erzählungen (Grundlagenseminar)

Proseminar (a+b) L1, L2, L3, Mag, Prom. DTM

Di 10-12, C29 Beginn: 20.10.1998

Unter den romantischen Erzählungen dürften heute E.T.A. Hoffmanns "Fantasiestücke in Callots Manier" und "die Serapionsbrüder" am bekanntesten sein. Die intensive Lektüre dieser beiden Zyklen sind Voraussetzung für die Teilnahme am Seminar. Fast alle Werke sind bei reclam erschienen.

LITERATUR: B. Feldges, U. Stadler, E.T.A. Hoffmann, Epoche-Werke-Wirkung, München 1986. - K. Günzel, E.T.A. Hoffmann, Leben und Werk in Briefen, Selbstzeugnissen und Zeitdokumenten, Berlin 1979. - Erläuterungen und Dokumente bei reclam zu ‘Das Fräulein von Scuderi’, ‘Der goldne Topf’, ‘Klein Zaches genannt Zinnober’. -

Dr. Günter Butzer

Der programmatische Realismus des 19. Jhd. (Grundlagenseminar)

Proseminar (a+b) L1, L2, L3, Mag.

Mi 8-10, B128 Beginn: 14.10.98

Die literarische Diskussion in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, angefangen bei der Publizistik des Nachmärz bis hin zum Frühnaturalismus, durchgeistert eine Idee, von der niemand genau weiß, ob sie je Wirklichkeit wurde (außer als Terminus der Literaturgeschichtsschreibung): der literarische Realismus. Das Seminar beschäftigt sich mit den theoretischen Texten seiner wichtigsten Propagandisten (Julian Schmidt, Robert Prutz, Hermann Hettner, Theodor Fontane u.a.) und untersucht anhand von Beispielen der zeitgenössischen literarischen Produktion (v.a. kürzere Erzähltexte) die Frage nach seiner Existenz. Dabei wird es Gelegenheit zu Neuentdeckungen sowie zur kritischen Betrachtung literarhistorischer Epochenbegriffe geben. Ein Reader mit theoretischen Texten des programmatischen Realismus wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt.

Literatur zur Vorbereitung: Berthold Auerbach, Des Schloßbauers Vefele. – Jeremias Gotthelf, Der Besenbinder von Rychiswyl. – Theodor Storm, Immensee. – Eugenie Marlitt, Die zwölf Apostel. – Gottfried Keller, Romeo und Julia auf dem Dorfe. – Wilhelm Raabe, Die alte Universität. – Conrad Ferdinand Meyer, Plautus im Nonnenkloster. – Otto Ludwig, Die Heiteretei. – Theodor Fontane, Irrungen, Wirrungen. – Ludwig Anzengruber, Wie der Huber ungläubig ward. – Peter Rosegger, Der Waldbauer, dieser Dodel! – Marie von Ebner-Eschenbach, Er laßt die Hand küssen. – Hermann Conradi, Blut. Auerbach, Stifter, Gotthelf, Ludwig, Raabe, Storm, Reuter, Marlitt, Keller, Anzengruber, Fontane, Meyer, von Ebner-Eschenbach

Dr. Harald Schmidt

Arthur Schnitzler

Proseminar (b) L1,L2,L3,Mag.

Mo 10-12, B128 Beginn: 12.10.98

Arthur Schnitzler bildet zusammen mit Hugo von Hofmannsthal und Richard Beer-Hofmann den Kern der sich am Ende des 19. Jhs. formierenden "Wiener Moderne". Als Antwort auf die naturalistische "Berliner Moderne" und ihren (vermeintlichen) Milieudeterminismus sollte sie auf die moderne Literarisierung von états d’âmes, Seelenzuständen, setzen, wie der Mentor der Wiener, Herrmann Bahr, programmatisch formulierte. Das Seminar interessiert sich für diesen Konnex von literarischer Psychologie und innovativer ästhetischer Praxis (Stichwort Schnitzlers Erzähltechnik des "inneren Monologs") in einem komplexen Feld wissenschaftlicher Psychologien des Vor- und Unbewußten im fin de siècle. Das dramatische, erzählerische und - am Rande - aphoristische Werk Schnitzlers soll in diesem Rahmen selektiv mit den bestimmenden Techniken, Motiven und Problementwürfen vorgestellt und u.a. auf die oft behauptete Nähe des Arztes und Hypnotiseurs Schnitzler zur Tiefenpsychologie Freuds befragt werden. Das Lektüreprogramm des Seminars umfaßt: den "Anatol"-Zyklus; den Zyklus "Reigen", "Das Vermächtnis" und evtl. weitere Einakter; vom erzählerischen Werk "Leutnant Gustl", "Fräulein Else", "Frau Berta Garlan".

LITERATUR: Die angegebenen Primärtexte sind als Taschenbuchausgaben (Fischer) leicht verfügbar. Daneben: die bei Reclam erschienene Textsammlung "Wiener Moderne". Forschung: Horst Thomé: Autonomes Ich und Inneres Ausland. Stuttgart 1994. W. Rasch: Literarische Dekadence. Worbs: Nervenkunst.

Dr. des Thomas Borgard

Entstehung und Probleme des Begriffs "Weltanschauung": Biologismus und Energetik in Literatur, Kunst- und Kulturtheorie von Bölsche bis Benn

Proseminar (a) L3,Mag.,AVL

Do 14-16, B33 Beginn: 15.10.1998

Die ideologiekritische Unterscheidung zwischen "modern" und "konservativ" verstellt den Blick auf die (polemischen) Entstehungsbedingungen historisch wirksam gewordener Entscheidungen und verhindert nicht selten eine Analyse der gesellschaftlichen Funktionsweisen von Literatur im 20. Jahrhundert. Wie kommt es zu dem scheinbar paradoxen Nebeneinander von surrealistischem Anti-Realismus und härtester Wirklichkeitsabbildung, von Kulturkritik und radikaler Entfernung von der Realität? Wie korrespondiert die Verabschiedung der Einmischungen Gottes mit der Bekämpfung des Nihilismus und der innerweltlichen Verankerung von Harmonie und Moral? Wie reagiert Literatur auf die anthropologische Semantik wissenschaftlicher Sätze und wie verhält sie sich zu den humanwissenschaftlichen Disziplinen? Diese grundsätzlichen Fragen sollen Strategien für einen wissensgeschichtlichen Zugriff auf komplexe Objekte der Moderne eröffnen und Anwendungsprobleme des Literaturwissenschaftlers erörtern. Gegenstand sind Texte von Wilhelm Bölsche, Kurd Lasswitz, Georg Hirth, Karl Mannheim, Samuel Lublinski, Thomas Mann, Oswald Spengler, Hermann Broch, Ernst Bloch, Theodor Lessing, Friedrich Nietzsche, Gottfried Benn und Max Bense. Genauere Angaben und Hinweise auf die Sekundärliteratur erfolgen durch einen Aushang (Zi. 132).

Dr. Lothar Schneider

Kurzprosa als moderne Form

Proseminar (a (c)) L1,2,3,5, Mag., DTM, DaF

Mo 10-12, B 33 Beginn: 12.10.98

Die Veranstaltung wird sich um Texte der Jahrhundertwende (Altenberg, Schlaf, Scheerbart) und der klassisches Moderne (Kracauer, Benjamin, Walser) gruppieren und mit Ausblicken in die Gegenwartsliteratur (Kunert, Strauss, Ror Wolf) enden. Dabei wird die Problematik urbaner und fragmentarisierter Erfahrung angeschnitten.

LITERATUR: Köhne, Eckhardt: Straßenrausch. Flanerie und kleine Form. Berlin 1989. (Weitere Literaturliste Ende des Semesters in FB-Ordner!)

Carsten Behle

"Wo ich bin, ist Deutschland" – Thomas Manns Faustus-Projekt im biographischen, zeit- und ideengeschichtlichen Kontext

Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag.

Mi 8–10, B24 Beginn: 14.10.98

Thomas Manns von ihm selbst als sein "Lebens- und Geheimwerk" bezeichneter Roman Doktor Faustus stellt einen großangelegten Versuch zur Bestandsaufnahme ebenso des eigenen Denkens wie der Entwicklung des ‘deutschen Geistes‘ vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Herrschaft dar. Manns biographisch gefärbter Blick auf die deutsche ‘Seelengeschichte’ seit dem späten Mittelalter ist um die Freilegung der spezifisch deutschen geistigen Wurzeln und Hintergründe des Faschismus bemüht. Er läßt sich zugleich lesen als Dokumentation und Revision eigener früher Positionen. Der wenig später erschienene autobiographische Bericht über Die Entstehung des Doktor Faustus bietet zudem einen Einblick in die Prozesse der Textkonzeption und -produktion.

In dem Seminar sollen die komplexen Motivgefüge des Romans anhand ausgewählter Aspekte aufgeschlüsselt und auf diesem Wege auch Einsichten in die für Thomas Mann typischen Verfahren der Darstellung und Gestaltung (Montagetechnik, ‘mythisches Erzählen‘ etc.) gewonnen werden. Für ein Verständnis der geistes- und ästhetikgeschichtlichen Konzeption werden die von Mann rezipierten Arbeiten von Theodor W. Adorno, für die Rekonstruktion der politischen und nationalen Positionen Manns zentrale Texte seines essayistischen Werkes herangezogen. Anhand von frühen Rezeptionszeugnissen wird zudem über das angebotene Geschichtsmodell zu reden sein.

LITERATUR: Zusätzlich zur Lektüre des Romans und der Entstehung vor Semesterbeginn wäre die Kenntnis weiterer Mann-Texte (im wesentlichen der Buddenbrooks, des Zauberbergs und – noch wichtiger – des essayistischen Werkes) sowie der für den Faustus-Roman zentralen Kritischen Theorie Adornos (im wesentlichen der Dialektik der Aufklärung, der Theorie der neuen Musik, der Negativen Dialektik sowie der Ästhetischen Theorie) hilfreich, wird jedoch nicht vorausgesetzt. Aufgrund des recht umfangreichen Quellenkorpus schlage ich für eine erste weiterführende Orientierung lediglich vor: Helmut Koopmann (Hg.): Thomas-Mann-Handbuch. Stuttgart 1990.; Hermann Kurzke: Thomas Mann. Epoche – Werk – Wirkung. München 1985. (21991).; Lieselotte Voss: Die Entstehung von Thomas Manns Roman ‘Doktor Faustus’. Dargestellt anhand von unveröffentlichten Vorarbeiten. Tübingen 1975. Eine ausführliche Literaturliste wird zu Semesterbeginn vorgelegt.

Dr. Helga Meise

Dramatik von Frauen im 20. Jahrhundert

Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM

Do 12–14, B33 Beginn: 15.10.98

1930 gibt Marieluise Fleißer der "Szene" zu Protokoll: "So wie im Leben der Völker das Drama erst bei hochentwickelter Kultur aufzutreten pflegt, ist es als typische Leistung bei der Frau einfach noch nicht vorhanden." Auch wenn die Schriftstellerin keineswegs allein für diese Meinung einsteht, so frappiert ihre Aussage um so mehr, als sie – unterstützt von Bertolt Brecht – erst kurz zuvor selbst als Autorin zweier brisanter Stücke Aufsehen erregt hatte, des "Fegefeuers in Ingolstadt" (UA 1926) und der "Pioniere in Ingolstadt" (UA 1929).

Das Seminar geht diesem Widerspruch nach. Es analysiert exemplarisch Stücke von Dramatikerinnen, die im Laufe des Jahrhunderts geschrieben wurden. Parallel dazu fragt es nach den sich wandelnden Bedingungen ihrer Rezeption. Behandelt werden Else Lasker-Schüler, Marieluise Fleißer, Ilse Langner, Nelly Sachs, Gerlind Reinshagen, Friederike Roth, Elfriede Jelinek, Marlene Steeruwitz und Kerstin Specht.

LITERATUR zur Vorbereitung: Helga Kraft: Ein Haus aus Sprache. Dramatikerinnen und das andere Theater. Stuttgart 1996.; Anne Stürzer: Dramatikerinnen und Zeitstücke. Ein vergessenes Kapitel der Theatergeschichte von der Weimarer Republik bis zur Nachkriegszeit. Stuttgart 1993.

Dr. Bettina Bannasch

Melancholikerinnen

Proseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, AVL

Do 8-10, B128 Beginn: 22.10.1998

"Es müsse doch Naturen geben dürfen," so fordert Fontanes Oceane von Parceval, "an denen das Leben bilderhaft vorüberzieht, Naturen, denen sich die Unterschiede dieser Bilder klar darstellen, aber die die dunklen und heiteren gleichmäßig als Bilder nehmen." In der Literatur des 20. Jahrhunderts wird diese Verfaßtheit, der nur eine bilderhafte Wahrnehmung möglich ist, als eine melancholische begriffen: das eigene Leben entzieht sich dem gestaltenden Zugriff und läuft ab ‘wie ein Film’; die Welt befindet sich hinter einer ‘Wand’ und verschließt sich der Teilhabe. Es wird zu fragen sein, ob die Annahme von dem Weg in die Melancholie als einem "Modus des Hineingeratens" in der Literatur des 20. Jahrhunderts - wie schon in dem Romanfragment Fontanes - dazu führt, die melancholische Verfaßtheit als eine spezifisch weibliche darzustellen.

Die Auswahl der für die Seminarlektüre vorgesehenen Texte geht diesen Vermutungen nach. Gelesen werden Unica Zürns Der Mann im Jasmin, Sylvia Plaths Die Glasglocke, Ingeborg Bachmanns Drei Wege zum See und Marlen Haushofers Die Wand.



Hauptseminare

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Literatur und Methode

Hauptseminar (a) L3, Mag., Prom. HF/NF, DTM

Do 16-18, B128 Beginn: 15.10.1998

Goethes Novelle ist ein kurzer Text, der eine große Zahl von Interpretationen bislang ausgehalten hat. An diesem Beispiel soll die Pluralität der Methoden untersucht werden.

Ein Nebenprodukt der Seminararbeit wird die Erstellung einer CD - ROM sein, auf der sich alle Forschungstexte, die Novelle selbst und eine Kommentierung befinden. Die vorhandenen Texte werden eingescannt; ein Einführung in das Scannen von Text gehört zum Seminarprogramm.

Vorab zu lesen ist natürlich der Text selbst, in allen Goethe-Ausgaben zu finden und mehrfach separat. Dazu ein Kommentar in einer großen - Berliner, Hamburger, Münchner, Frankfurter - Ausgabe. Weiter sollte man, zur Übung, in die bibliographische CD der MLA hineinschauen und nach Sekundärliteratur suchen. Im Sachkatalog der UB kann man sich in den benutzerfreundlichen Gebrauch einweisen lassen.

PD Dr. Andrea Jäger

Krisenwahrnehmung in der Nachwende-Literatur der neunziger Jahre.

Hauptseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mi 14-17 (14tägig), B128 Beginn: 21.10.1998

Zu Beginn der neunziger Jahre gab es eine Fülle von Texten vor allem von Schriftstellern, die aus der DDR kamen, die sich mit dem vereinigten Deutschland auseinandersetzten. Eine Gemeinsamkeit kristallisierte sich bei allen Unterschieden heraus: Die neue deutsche Wirklichkeit wurde als eine Krisensituation wahrgenommen, in der bisher gültige und anerkannte Werte außer Kraft gesetzt worden waren, ohne daß sich ein neuer intellektueller und moralischer Konsens abgezeichnet hätte. Aus dieser Diagnose zogen die Texte ganz unterschiedliche Konsequenzen: Einige Schriftsteller – und nicht unbedingt die, von denen man es erwartet hätte – vollzogen eine konservative Wende und beklagten den Verlust einer moralischen Substanz, die sie nun an den überkommenen Verhältnissen, zu deren vehementen Kritikern sie einst zählten, zu bemerken glaubten. Andere begrüßten die Krisensituation als Chance für gesellschaftliche Neuanfänge und für literarische Experimente.

Zur diesjährigen Leipziger Buchmesse sind nun vier Werke von ehemaligen Autoren der DDR erschienen, die bereits so etwas wie eine Bilanz ziehen über die Ängste und Hoffnungen, mit denen die Literatur auf die Umbruchsituation reagiert hat. Mit diesen Werken wird sich das Seminar ausführlich beschäftigen: Jürgen Fuchs: Magdalena. MfS, Memfisblues, Stasi, Die Firma, VEB Horch und Gauck – Ein Roman. (Berlin: Rowohlt). – Hans Joachim Schädlich: Trivialroman. (Reinbek: Rowohlt). – Ingo Schulze: Simple Storys. Ein Roman aus der ostdeutschen Provinz. (Berlin Verlag). – Klaus Schlesinger: Von der Schwierigkeit, Westler zu werden. (Berlin: Aufbau)

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Subjektivität und Literatur im europäischen Kontext

Hauptseminar (b+c) L1, L2, L3, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Do 14-16, B128 Beginn: 15.10.98

Dieses Seminar verfolgt die Frage, wie Literatur auf moderne Subjektivität reagiert und sie (mit-)modelliert. Die Textbeispiele reichen vom 18. Jahrhundert (Rousseau, Sterne, Goethe, Moritz) bis zur Gegenwart (Bachmann).

Zum Programm bitte Aushang Ende des Sommersemesters beachten!

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt/Prof. Dr. Martin Greschat

Wolfenbütteler Fragmentenstreit
Theologische und literaturwissenschaftliche Zugänge

Hauptseminar (b) L2,L3, Mag., Prom., DTM

Di 18-21, 14-tägig, B128 Beginn: s. Aushang!

Die aus dem Nachlaß von Hermann Samuel Reimarus veröffentlichten 'Papiere' (die vollständige Edition erschien erst 1972 unter dem Titel "Apologie oder Schutzschrift für die vernünftigen Verehrer Gottes") gelten als ein Hauptwerk der deutschen Aufklärung. Die von Lessing im Anschluß publizierten Streitschriften lassen sich als stilistische Lehrstücke lesen, sie bilden - zusammen mit den Gegenschriften - den Musterfall eines öffentlichen Streitgesprächs, in dem das Publikum zum Richter aufgerufen werden sollte. Der gesamte Komplex des Fragmentstreits, zu dem auch das dramatische Gedicht "Nathan der Weise" gehört, kann nur im Dialog zwischen Theologie und Literaturwissenschaft adäquat erschlossen werden. - Hinweise zu der neueren Forschungsliteratur gibt Arno Schilson in seiner zweibändigen Ausgabe der theologiekritischen Schriften Lessings (Frankfurt: Deutscher Klassiker Verlag 1989 u. 1993), die auch die Textgrundlage bildet.

Dr. Michael Schlott

Der ,Nebenkanon‘ der Spätaufklärung – Vergessene Autoren im Übergang vom 18. Zum 19. Jahrhundert

Hauptseminar (a) L3, Mag., Prom.

Do 12–14, B128 Beginn: 15.10.98

Was sind kanonische Autoren? – Was ist das Klassische an den sogenannten Klassikern? – Wer erklärt die Klassiker zu Klassikern? – Welche Bücher vermitteln uns ‘Bildung‘? – Was ist das: Bildung? – Warum informiert uns jede gängige Literaturgeschichte ausführlich über Goethe, Schiller, Hölderlin und Kleist, während uns andere Schriftsteller in der Regel vorenthalten werden? Oder kennen Sie Basedow, Ben(t)zel-Sternau, Blanckenburg, Bode, Brandes, Bronner, Clauren, Cramer, Demme, Engel, Feßler, Hermes, Hippel, Lafontaine, Langbein, Leonhard, Meißner, Münchhausen, Musäus, Pfeil, Saalis-Seewis, Schilling, Schlenkert, Schöpfel, Schummel, Schwager, Sintenis, Spieß, Starke, Thilo, Thümmel, Vulpius, Wächter, E. Wagner, Wekhrlin, Wezel, Zimmermann – um nur die Bekannteren unter den Unbekannten zu nennen?

Wer anhand exemplarischer Analysen literaturhistoriographischer Standardwerke nachvollziehen möchte, wie Kanones entstehen und als ‘rezipierte Rezeptionen‘ tradiert werden, sei herzlich eingeladen, die "Zeitgenossen unserer Großen" (Richard Newald, 1957) näher kennenzulernen.

Interessentinnen und Interessenten sollten unbedingt an der Vorbesprechung teilnehmen.

Prof. Dr. Günter Oesterle

Maskerade, Rätsel und Geheimnis in Goethes Werk

Hauptseminar (c) AVL, DaF, L3, Mag., Prom., DTM

Mi 10-12, B128 Beginn: 21.10.1998

Ein Blick in die Goethe-Wörterbücher zeigt, daß den Begriffen "offenbares Geheimnis" und "Rätsel" im Werk Goethes eine zentrale Stelle zukommt. Alchemie, Hermetik, Kabbala, aber auch geselliges Spiel sind dabei gleichermaßen beteiligt. Es soll versucht werden, die verschiedensten Gattungen, das Märchen, den Roman, das Drama, die Elegie, die Charade unter Einbezug moderner Theorien der Maskerade zu interpretieren.

LITERATUR: R. Ch. Zimmermann, Das Weltbild des jungen Goethe. Studien zur hermetischen Tradition des 18. Jahrhunderts, München 1969. - M. H. Mehra, die Bedeutung der Formel "Offenbares Geheimnis" in Goethes Spätwerk, Stuttgart 1982. - U. Landfester, Der Dichtung Schleier. Zur poetischen Funktion von Kleidung in Goethes Frühwerk, Freiburg 1995. - H. Schlaffer, Faust Zweiter Teil. Die Allegorie des 19. Jahrhunderts, Stuttgart 1981. - R. D. Gray, Goethe the Alchemist. Cambridge 1952.

Prof. Dr. Christine Lubkoll

Erzählungen der Romantik

Hauptseminar (a) AVL, DaF, L3, Mag., Prom.

Mi 18-20, B128 Beginn: 21.10.1998

"Die Französische Revoluzion, Fichte’s Wissenschaftslehre, und Goethe’s Meister sind die grössten Tendenzen des Zeitalters" - so charakterisiert Friedrich Schlegel den politischen, philosophischen und literarischen Umbruch um 1800. Das Seminar untersucht die Auswirkungen der epochalen Umwälzungen auf Konzeptionen romantischen Erzählens. Dabei geht es zum einen um die kritische Reflexion des neubegründeten Subjektbegriffs und die Ausleuchtung seiner Dunkelstellen (Traum; Unbewußtes; Wahnsinn; Weiblichkeit, Tod). Zum anderen werden im Zuge zunehmender Sprachkritik subversive Entwürfe des Poetischen entwickelt (Mythologie, Ironie, Universalpoesie, musikalische Poetologie).- Den Ausgangspunkt des Seminars bildet eine Auseinandersetzung mit philosophisch-ästhetischen Positionen der Frühromantik (Wackenroder/Tieck; Fr. Schlegel; Novalis; Jean Paul). Anschließend werden Erzählungen von Wackenroder, Jean Paul, Novalis, Kleist, Tieck, Fouqué, Eichendorff, C. Brentano, B. Brentano und E.T.A. Hoffmann diskutiert.

Vorbesprechung und Anmeldung: Mi 15.7. 13 Uhr s.t.

Dr. Michael Schlott

Erzählprosa des Realismus: Gutzkow, Keller, Freytag, Fontane

Hauptseminar (a) L3, Mag, Prom.

Fr 12–14, B128 Beginn: 16.10.98

Das Seminar wendet sich an Studierende, die gerne lesen. Ein älteres Diktum von Gerhard Kaiser ("Realismusforschung ohne Realismusbegriff" – DVjs 43/1969, S. 159) aufgreifend, werden Grundpositionen der Realismusforschung seit etwa 1965 im Blick auf ihre literarturhistoriographischen und -theoretischen Implikationen vorgestellt und an vier Romanen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft: Karl Gutzkow: Die Ritter vom Geiste. Roman in neun Büchern. Leipzig 1850 (Bd. 1–3); 1851 (Bd. 4–9). – Gottfried Keller: Der grüne Heinrich. Roman. Vollständige Ausgabe der ersten Fassung (Braunschweig 1854/55), mit dem Text der zweiten Fassung (Stuttgart 1879/80) vom Ende der Jugendjahre an. 1980 (Goldmann Klassiker 7549). – Gustav Freytag: Die verlorene Handschrift. Roman in fünf Büchern (1864 – antiquarisch in unzähligen Auflagen greifbar). – Theodor Fontane: Vor dem Sturm [1878]. Berlin, Weimar 1973 (Romane und Erzählungen in acht Bänden, hg. von Peter Goldammer u. a., Bde. 1, 2).

Interessentinnen und Interessenten werden dringend gebeten, an der Vorbesprechung teilzunehmen und sich vor Semesterbeginn in meiner Sprechstunde (Termine: Aushang R 133) über die notwendigen Vorbereitungen (einschließlich Textbeschaffung) zu informieren.

Prof. Dr. Peter Andraschke / Prof. Dr. Christine Lubkoll

Musik und Literatur am Beginn der Moderne

Hauptseminar (c) AVL; L3; Mag., Prom., DTM

Di 14-16, R: 08 Beginn: 20.10.1998

Karl-Glöckner-Str. 21 D

In der Moderne wird das Verhältnis von Musik und Dichtung neu reflektiert. Zeichentheoretische und ästhetische Erwägungen führen zu programmatischen Konzepten einer wechselseitigen Bereicherung und Potenzierung der Künste (z.B. Stéphane Mallarmé: La musique et les lettres, 1895; Ferruccio Busoni, Entwurf einer neuen Ästhetik der Tonkunst, 1907; Arnold Schönberg, Das Verhältnis zum Text, 1912;). Zur Zeit der beginnenden Moderne entsteht eine Vielzahl von musikalischen Kompositionen, die mit literarischen Vorlagen korrespondieren oder sogar auf einer intensiven Zusammenarbeit von Komponisten und Dichtern beruhen. Formen des Zusammenspiels von Text und Musik sollen im Seminar anhand von ausgewählten Beispielen aus verschiedenen Gattungen (Lied, Symphonische Dichtung, Musiktheater) untersucht werden (u.a.: Debussy, Mahler, Strauss, Schönberg, Strawinsky, Zemlinsky). Zunächst erfolgt jeweils die Auseinandersetzung mit der literarischen Folie, anschließend werden die Mittel der kompositorischen Umsetzung analysiert. Insgesamt geht es um die Reflexion der ästhetischen Prämissen bzw. der zeichentheoretischen Implikationen, die den poetischen und musikalischen Aussageweisen zugrundeliegen.

Das Seminar richtet sich an Studierende der Literaturwissenschaft und der Musikwissenschaft gleichermaßen: Zwischen beiden Disziplinen soll ein fruchtbarer Dialog geführt werden.

Dr. Christian Soboth

Ernst Jünger

Hauptseminar (b) L1,L2,L3,L5, HF/NF, Mag., Prom.

Fr 10-12, B9 Beginn: 23.10.1998

Ernst Jünger (1895-1998), an dessen Tisch in der Wilflinger Oberförsterei Francois Mitterand und Helmut Kohl gesessen und die Zukunft Europas und der Welt beraten haben, polarisiert. Für die einen war und ist er ein geschichtskundiger Zeitzeuge, ein Prophet, ein Visionär und Schriftsteller von hohen Graden und Gnaden; für die anderen ein Dämon, ein Verführer und Scharlatan der Literatur. Die Verleihung des Goethe-Preises der Stadt Frankfurt im Jahr 1982 und die lautstarken Proteste von Grünen und SPD sind ein Beleg für den in Deutschland mehr, in Frankreich weniger schwierigen Umgang mit einer schwierigen Jahrhundertfigur, an deren Vita und Werk Zeitgeschichte und Zeitgeschichten abzulesen sind. In Rede standen und stehen: Ernst Jünger, der Fremdenlegionär und Enthusiast des freien Soldatenlebens; der hochdekorierte Frontkämpfer, Apologet und Ästhet des 1. Weltkriegs; der konservative Revolutionär und revolutionäre Nationalist; der Vordenker von Faschismus und Nationalsozialismus und Wehrmachtsoffizier unter Hitler; der Autor der Inneren Emigration und des Widerstandes; der Käferforscher, der Drogenkenner und Gralshüter kosmischer Ordnung; der Dandy, der Antidemokrat und Anarch; der unermüdliche und akribische Tagebuchschreiber, der Verfasser staatsutopischer Romane, von Kriminalerzählungen und Essays über die Technik, den Frieden, den Schmerz, den Nihilismus, die Schönheit des Krieges und und und. Die kleine Auswahl zeigt: Ernst Jünger ist ein Autor, der zu kritischer Lektüre und kontroverser Diskussion einlädt. Eine Fortsetzung zum Werk nach 1945 ist - bei Interesse - für das Sommersemester vorgesehen.

Gelesen sein sollen vor Beginn des Seminars: Der Kampf als inneres Erlebnis (1922), Über den Schmerz (1934), Afrikanische Spiele (1936), Das abenteuerliche Herz (2. Fassung 1938), Auf den Marmorklippen (1939), Der Friede (1944/45). Insgesamt empfehle ich - nicht zur Anschaffung, aber zur Lektüre - die `Sämtlichen Werke', erschienen bei Klett-Cotta in Stuttgart.

LITERATUR: Kurt Sontheimer, Antidemokratisches Denken in der Weimarer Republik, 4. Aufl. München 1994. - Karl Heinz Bohrer, Die Ästhetik des Schreckens. Die pessimistische Romantik und Ernst Jüngers Frühwerk, Ffm. Berlin Wien 1983. - Martin Meyer, Ernst Jünger, München 1993. - Magie der Heiterkeit. Ernst Jünger zum Hundertsten, herausgegeben von Günter Figal und Heimo Schwilk, Stuttgart 1995.



Oberseminare

Prof. Dr. Gerhard Kurz

Literaturwissenschaftliches Kolloquium: Die Bibel als literarischer Text

Oberseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Fr 10-12, B128 Beginn: 16.10.98

In letzter Zeit sind einige methodisch sehr interessante Untersuchungen zur literarischen Form der Bibel erschienen. Diese Ansätze sollen im Blick auf exemplarische Texte des "great Code" (Frye) diskutiert werden. Auf Wunsch können einige Sitzungen für die Vorbereitung auf mündliche Prüfungen vorgesehen werden.

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Literaturgeschichtliche Prozesse der frühen Neuzeit

Oberseminar (b)

Mi 10-12, B24 Beginn: 14.10.98

Die theoretisch entwickelte Frage nach der 'Verweltlichung' literarischer Sinnverständigung in der Frühen Neuzeit soll anhand ausgewählter Quellen vertieft werden. Einige Sitzungen sind der Diskussion neuerer Forschungsliteratur und der Vorstellung von Examensprojekten vorbehalten. Um persönliche Anmeldung vor Semesterbeginn wird gebeten.

Prof. Dr. Günter Oesterle

Theorien des Gedächtnisses/der Erinnerung

Oberseminar c

Mi 18-20, B24 Beginn: 14.10.98

Zunächst werden wir die in Europa gegenwärtig diskutierten Theoreme zu Rhetorik, Schrift, Oralität, Kultur, Geschichtsschreibung und Gedächtnis diskutieren (Berns, Assmann, Halbwachs, Nora, Warburg). Danach greifen wir die Theoriediskussion in den Vereinigten Staaten auf, die sich vornehmlich auf den Holocaust konzentriert. Dabei sollen neben der Rezeption und Diskussion der Theoriedebatte auch die praktischen Folgen vorgestellt und reflektiert werden, z. B. die Diskussion um das Holocaust-Museum oder art spiegelman, Maus. A Survivors Tale. I u. II. New York 1986 u. 1991.

LITERATUR: J. Assmann (Hg.): Das kulturelle Gedächtnis. München 1992. - A. und J. Assmann, Ch. Hardmeier (Hg.): Schrift und Gedächtnis. München 1991. - A. Huyssen, Twilight Memories. Marking Time in a Culture of Amnesia. New York 1995.

Prof. Dr. Erwin Leibfried

Perspektiven Angewandter Literaturwissenschaft

Oberseminar a L1,2,3,5, Mag., Prom., HF/NF, DTM

Mo 16-18, C26 Beginn: 12.10.98

Die Angewandte Literaturwissenschaft hat sich aus der Literaturwissenschaft ausdifferenziert. Die reine und strenge Wissenschaft orientiert sich - glauben wir einmal Luhmann - ausschließlich an der systemeigenen Unterscheidung von wahr und unwahr. Die Angewandte Literaturwissenschaft ist entstanden im Blick auf die wirkliche Lebenswelt unserer Tage; sie orientiert sich, ohne sich zu schämen, an dem Gegensatz von brauchbar und unbrauchbar. Konkret z.B. kann das heißen, wenn man nach zu erwerbenden Leistungsnachweisen schielt: nicht eine wissenschaftliche Arbeit zu schreiben, mit 1/3 Text und 2/3 Anmerkungen pro Seite, sondern etwa ein Drehbuch.

Wir wollen, weiter das nicht zu verhindernde Goethe-Jahr erwartend, an Material arbeiten, das man bei dem Frankfurter finden kann. Auch in den Feriensprechstunden kann schon nach Arbeitsmöglichkeiten gefragt werden.




Brückenkurse

Matthias Werner

Lektüre biblischer Texte

Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF

Fr 10–12, B 154 Beginn: 16.10. 98

Seit rund 2000 Jahren ist die Bibel als Hl. Schrift Grundlage aller christlichen Religionen. Über ihre Funktion als normierende Glaubensgrundlage hinaus ist sie jedoch auch ein Stück Literatur, das durch alle Jahrhunderte hindurch eine raumgreifende Wirkungsgeschichte entfaltete und bis in unsere Zeit Schriftsteller die Auseinandersetzung mit diesem Buch, seinen Inhalten und Motiven suchen läßt. In diesem Brückenkurs soll es darum gehen, die Bibel unter literarischen Aspekten in ihrer Vielschichtigkeit kennenzulernen. Es ist geplant, Fragen der Entstehungsgeschichte zu erörtern, längere Texte aus verschiedenen Büchern der Bibel zu lesen, an ausgewählten Periskopen Methoden der Bibelauslegung im Ansatz auszuprobieren, Motive und Gattungen zu erarbeiten, um schließlich die Grundlagen für Fragen der Rezeption biblischer Inhalte in der deutschen Literatur zu schaffen.

Stephanie Waldow

Mythologie

Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, DaF, AVL

Do 8-10, B154 Beginn: 15.10.1998

Einen großen Vorzug hat die Mythologie. Was sonst das Bewußtseyn ewig flieht, ist hier dennoch sinnlich geistig zu schauen, und festgehalten, wie die Seele in dem umgebenden Leibe, durch den sie in unser Auge schimmert, zu unserem Ohre spricht. (Fr. Schlegel)

Unverzichtbar, gerade auch für die Lektüre moderner und postmoderner Texte ist die Kenntnis der griechischen Mythologie. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen vor allem die Mythen, die eine poetologische Funktion übernommen haben, wie Orpheus, Prometheus, Arachne, Hades und Persephone. An ausgewählten Beispielen aus der Literatur sollen sowohl der Inhalt als auch die Struktur der Mythen erarbeitet werden. Textgrundlage bilden hauptsächlich Ovids "Metamorphosen", aber auch andere 'Quellen' der griechischen Mythologie, wie die Odyssee und die Theogonie. Im Verlauf des Seminars werden die Begriffe 'Mythos' und 'Logos' erarbeitet, einzelne Mythostheorien diskutiert und Grenzen zu anderen 'Gattungsbegriffen', wie dem der Novelle, des Märchens oder des Epos aufgezeigt. Außerdem besteht die Möglichkeit, Beispiele aus der bildenden Kunst und des Theaters heranzuziehen.

Sprecherziehung

Themen und Zeiten der Lehrveranstaltungen für Sprecherziehung standen bei Redaktionsschluß für das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis noch nicht fest.

Bitte beachten Sie die Aushänge!

 



Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Vorlesungen

Prof. Dr. Wolfgang Gast

"Grundwissen Medienpädagogik"

Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mi, 10-12, A 4 Beginn: 14.10.98

An der Schwelle zu qualitativen Veränderungen der Medienlandschaft gibt diese Vorlesung noch einmal einen Überblick zu Begriffen, Konzepten, Analysemethoden und Arbeitsfeldern einer auf "klassische" Massenmedien ausgerichteten Medienerziehung. Dabei werden audiovisuelle Medien im Vordergrund stehen. (Der in der Medienwissenschaft wie auch in der Medienpädagogik vernachlässigte "Hörfunk" wird im Zentrum meines Hauptseminars "Radiokommunikation" stehen).

Die medienpädagogischen Analysen und Konzepte zu den wichtigsten Genres werden durch audiovisuelle Präsentationen veranschaulicht.

Zur Vorbereitung und Begleitung der Vorlesung liegt eine Literaturliste "Grundwissen Medienpädagogik" als Kopiervorlage in Zi B 207 (Sekretariat Frau Klein) aus.



Einführung

Dr. Karl W. Bauer

Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)

Einführungsseminar L1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)

Di, 10-12, C 27 Beginn: 13.10.98

Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.


Grundstudium

Dr. Karl W. Bauer

Hörspielkassetten und CDs für Kinder

Proseminar L1, L5

Mi, 8-10, E 6 Beginn: 14.10.98

Hörspielkassetten zählen immer noch zu den meistgenutzten Medien bei Kindern im Vor- und Grundschulalter. Das Seminar soll Angebot und Marktlage untersuchen, Struktur und Machartan ausgewählten Beispielen analysieren und einen Blick auf die Nutzungs- weisen von Kindern in verschiedenen Rezeptionssituationen werfen. Verbindungen zu anderen Medien (TV-Sendungen, Radio, Zeitschriften, Bücher, Spielzeug etc. - Stichwort "Medienverbund") sollen ebenfalls kritisch beleuchtet und mediendidaktische Modelle zum Umgang mit Hörmedien in der Grundschule diskutiert werden.

Ingeborg Berndt

Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz - Freies Schreiben in der Grundschule

Proseminar L1, L5

Mo, 18-20, B 210 Beginn: 19.10.98

Di, 16-18, C 3 Beginn: 20.10.98

Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.

Renate Fritz

Freiarbeit, Wochenplan und Projektunterricht in den Sekundarstufen 1 und 2

Proseminar L2, L3, L5

Fr, 10-12, B 210 Beginn: 16.10.98

Gegen den üblichen Unterricht wird häufig eingewendet, er sei zu lehrerzentriert, zu undemokratisch, er bereite die Schülerinnen und Schüler zu wenig auf die Anforderungen der Arbeitswelt vor, er behindere selbständiges Arbeiten und er schule die Teamfähigkeit nicht. Deshalb wird von vielen Leuten immer wieder die Öffnung des Unterrichts gefordert. Wir werden im Seminar klären, wie die offenere Arbeit im Fach Deutsch aussehen kann, was sich hinter dem Stichwort Freiarbeit verbirgt, welche Möglichkeiten der Wochenplan bietet und wie man Projekte im Deutschunterricht organisieren kann. Es soll gezeigt werden, welches Potential in den verschiedenen Formen der offeneren Arbeit steckt und welche Probleme damit verbunden sind.

LITERATUR: Freies Arbeiten (Praxis Deutsch, Heft 141) - Sehrbrock, P.: Freiarbeit in der Sekundarstufe I, Frankfurt 1993.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Handlungsorientierter Deutschunterricht - Praxis ohne Theorie?

Ein Werkstattseminar

Proseminar L1, L2, L3, L5, HF/NF, Mag./Prom.

Di, 16-18, B 24 Beginn: 13.10.98

Begrenzte Teilnehmerzahl. Voranmeldung Raum B207

Seit dem Ende der 70er Jahre spielen handlungs- und produktionsorientierte Methoden im Deutschunterricht der verschiedenen Schularten und Schulstufen eine zunehmende Rolle. Vertreter eines handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts plädieren für eine veränderte Sicht des "Bildungsgegenstandes Literatur", sehen die Notwendigkeit eines veränderten Blicks auf den Leser bzw. Nicht-Leser und nehmen eine Neubewertung des Lesens vor. Kritiker wiederum bemängeln das Fehlen eines konzisen theoretischen Konzepts und sehen in den handlungsorientierten Ansätzen eine Beschädigung des literarischen Kunstwerks. Im Seminar werden zunächst "Pro" und "Contra" diskutiert. Der Schwerpunkt liegt auf dem Erproben der handlungs- und produktionsorientierten Ansätze.

Eine Liste der Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat aus. Die Kenntnis der Primärtexte wird vorausgesetzt.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Demokratistierung der Genies oder: Von der moralischen Instanz zum Medienguru? Autoren (-Bilder in der Mediengesellschaft

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF

Mi, 8-10, B 210 Beginn: 14.10.98

In der Mediengesellschaft ist die Profession des "Autors" im Umbruch begriffen. Es fragt sich, ob die über einen langen Zeitraum entstandenen Bilder vom Autor, vom Dichter, vom Romancier, vom Übersetzer oder Illustrator heute noch zeitgemäß und gültig sind. Was hat sich in den Auffassungen der Autoren verändert und welche Konsequenzen hat das für die entstehenden Texte wie den Umgang mit ihnen. Das Seminar wird sich mit Besonderheiten von Autorschaft insbesondere unter Bedingungen der Mediengesellschaft beschäftigen.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Die Zeit ist kaputt - Erich Kästner

Proseminar L2, L3, L5, HF/NF, Mag./Prom., DaF

Mi, 10-12, B 210 Beginn: 14.10.98

Erich Kästner (1899-1974) ist als Lyriker, Journalist, Theater- und Filmautor bekannt geworden. Seine Erfolge hatte er aber vor allem als Autor für Kinder und Jugendliche. Das Seminar wird sich daher insbesondere mit dem Kinderbuchautor Erich Kästner beschäftigen ("Emil und die Detektive", "Pünktchen und Anton", "Die Konferenz der Tiere", "Der 35. Mai doppelte Lottchen"). Darüber hinaus werden Einblicke in die anderen Bereiche von Kästners Schaffens gegeben (Lyrik, Theaterstücke, Filmdrehbücher sowie seinen satirischen Roman für Erwachsene "Fabian"). Hinzu kommt die Beschäftigung mit Verfilmungen von Kästner-Texten oder seine Mitarbeit an der "Weltbühne".

Das Seminar steht im Kontext der Kästner-Ehrungen anläßlich seines 100. Geburtstages und der vom Deutschen Historischen Museum ausgerichteten Kästnerausstellung.

Eine Liste der Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat aus. Die Kenntnis der Primärtexte wird vorausgesetzt.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Zwischen Werbung und Information: Kommunikationsfeld ‘Public Relations’

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF., DaF

Mo, 16-18, B 210 Beginn: 19.10.98

Neben der Werbung gewinnt die Öffentlichkeitsarbeit von Unternehmen, Institutionen, Parteien, Verbänden, auch von Rundfunksendern und Verlagen, künftig auch Universitäten, Schulen usw. immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt auch als "Job-Maschine" für kommunikationswissenschaftlich orientierte Hochschulabsolventen. Die wichtigsten PR-Konzepte und -Strategien zu kennen, in Fall-Analysen ihre spezifischen Merkmale und Funktionsweisen erfahren zu haben u.a.m. sollte zum Orientierungswissen von Germanistik-Studierenden gehören. Wir wollen im Seminar diese Ziele erreichen, indem wir die PR im Spannungsfeld von Werbung und Information theoretisch positionieren und aktuelle Kampagnen (einschließlich Krisen-PR) gemeinsam aufarbeiten.

Literatur: Werner Faulstich: Grundwissen Öffentlichkeitsarbeit. Wissenschaftsverlag, 1992

Voranmeldung unbedingt erforderlich! (Zimmer 207 Sekretariat Frau Klein)

Sabine Heymann

"Kultur"im Fernsehen

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF., DaF

Mi, 16-18, B 210 Beginn: 14.10.98

"Kultur" im Fernsehen gerät immer mehr in die Defensive. Die starke Konkurrenz der Privatsender führt beim Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen immer häufiger dazu, daß Kultursendungen und Kultur-Magazine mangels Einschaltquote auf unattraktive Sendeplätze verlegt oder ganz aus dem Programm genommen werden. Beispiel: der ARD-"Kulturweltspiegel", der seinen gewohnten Sendeplatz nach dem sonntäglichen "Tatort" der "Sabine Christiansen"-Talkshow räumen mußte. Solche Tendenzen kommen einer nicht mehr nur schleichenden Aushöhlung des Programmauftrags gleich, der offiziell immer noch lautet: Bildung - Information - Unterhaltung. Die Globalisierung auch im Bereich des Fernsehens (durch Satelliten) setzt auch die klassischen Nischen der Kultur, die 3. Programme, immer mehr dem Quotendruck aus. Die Macher von Kultur-Sendungen im Fernsehen versuchen, dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, sind mehr und mehr bemüht um spektakuläre Themen und nähern sich stilistisch und inhaltlich immer mehr den Unterhaltungs-Sendungen an.

Das Seminar wird an ausgesuchten Beispielen von Kultur-Sendungen diese Tendenzen analysieren. Es ist geplant, punktuell auch Macher von Kultur-Sendungen einzuladen und im Gespräch Einsicht in die Produktionsweise und die Produktionsbedingungen zu nehmen. Eine Exkursion etwa zum HR nach Frankfurt/Main oder zum ZDF nach Mainz ist denkbar.

Voraussetzung: die kritische Rezeption von Kultursendungen in ARD (etwa: Kulturweltspiegel, Titel Thesen Temperamente) und ZDF (Aspekte), den Dritten Programmen sowie ARTE (Metropolis) und 3sat (Kulturzeit) über einen längeren Zeitraum (Sommer/Herbst 1998)

Dr. Barbara Kluge

Neue Wege des Schriftspracherwerbs - Anfangsunterricht nach dem Hess. Rahmenplan

Proseminar L1, L5,

4 Blockveranstaltungen, B 210 Beginn: 06.11.98

Fr, 15-19, 06 + 20.11.; 11.12.; 15.01.99

Sa, 9-13, 07 + 21.11.; 12.12.; 16.01.99

Beschränkte Teilnehmerzahl: Anmeldungen im Sekretariat ab 12.10.98, Zimmer 213.

Es ist faszinierend, wie Kinder sich die Welt der Schrift erobern können. 25 Jahre Forschung, die uns neue Erkenntnisse über den Schriftspracherwerb gebracht haben, werden heute für die Grundschule fruchtbar und finden ihren Niederschlag in den Formulierungen der Richtlinien/-Rahmenpläne.

Sie werden in diesem Seminar dazu grundlegende Literatur lesen und sich kleinere Texte in "Expertengruppen" erarbeiten. Am Ende werden sie Ihre Arbeitsergebnisse in einer Präsentation dokumentieren.

Ich werde Ihnen mit Dias und Schülerarbeiten aus meiner Praxis berichten. Die Literatur werde ich Ihnen im Seminar zur Verfügung stellen

Es besteht auch die Möglichkeit einer Einführung in die Arbeit mit der Schuldruckerei.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Die Entwicklung der Schreibkompetenz im Grundschulalter

Proseminar (in Verbindung mit der Übung zum Proseminar)

Di 8-10, C 26 Beginn: 13.10.98

Die neuere Theorie des Schriftspracherwerbs sieht Kinder bei ihrem "Weg zur Schrift" als Agenten ihres Lernens Wie weit eine solche Theorie auch die Praxis des Anfangsunterrichts verändert und verändern muss, wird in diesem Seminar erörtert. Das Seminar wird in Verbindung mit der Übung zur Einführung in die Theorie und Praxis der Schuldruckerei angeboten, Die Teilnahme an dieser Übung ist daher verbindlich.

Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldungen aus dem Sommersemester werden vorab berücksichtigt.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Einführung in die Technik der Druckerei.

Übung zum Proseminar L1, L5

Di 8-10, und n.V., B 25 Beginn: 13.04.98

und weitere Zeiten nach Vereinbarung.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem SS 98 werden vorab berücksichtigt.

Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen:

Freinet, Celestin. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: Boehncke/Humburg. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel aber leider vergriffen.) — Adrion, Dieter. Schuldruckerei - Rechtschreibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans Brügelmann (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.

Henryk Pattensen

Lesen, Lehren und Lernen bei lernbeeinträchtigten und sprachauffälligen Schülern

Proseminar L5

Di, 16-18, A 3 Beginn: 13.10.98

Dr. Rüdiger Vogt

Didaktik der mündlichen Kommunikation

Proseminar L1, L2, L3, L5

Mo 8-10, B 210 Beginn: 19.10.98

Kinder können sprechen, sie unterhalten sich mit ihren Eltern und Freunden, organisieren Spiele, erzählen Geschichten und Witze, sie geben Befehle und bitten um etwas: was sollen sie da in der Schule noch lernen? Eine ganze Menge, könnte man da antworten, z.B. das Sprechen vor einer größeren Gruppe, die Auseinandersetzung mit Erwachsenen, der Umgang mit Autorität. Die Konstruktion des Lernbereichs mündliche Kommunikation steht in dieser Veranstaltung im Mittelpunkt des Interesses - und natürlich die Möglichkeiten für Deutschlehrer, sinnvolle Angebote in diesem Bereich zu entwickeln. Grundlegend für die Entwicklung der didaktischen Reflexion ist die Fähigkeit zur kritischen Beobachtung und Analyse von Kommunikation.

Voraussetzung für die Mitarbeit in diesem Seminar ist die Teilnahme an der Vorlesung von Prof. Dr. Fritz "Dialog und Text - Einführung in die linguistische Kommunikationsanalyse" (Institut für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur) (vgl. S. 10)

LITERATUR: Becker-Mrotzek, M. / Quasthoff, U. eds. 1998. Unterrichtsgespräche zwischen Gesprächsforschung, Fachdidaktik und Unterrichtspraxis. Der Deutschunterricht 1/98. — Grünwaldt, H.J. 1984. Mündliche Kommuniktaionsübungen. Frankfurt: Diesterweg. — Potthoff, U. / Stech-Lüschow, A. / Zitzke, E. 1995. Gepräche mit Kindern. Gesprächssituationen, Methoden, Übungen, Kniffe, Ideen. Frankfurt: Scriptor.



Hauptstudium

Prof. Dr. Dieter Arendt

Europäische Märchen - Motiv - Tradition seit der Aufklärung

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF

Mi 10-12, B 128 Beginn: siehe Aushang

Das für die Institute DIDAKTIK, NDL und AVL geltende Seminar ist komparatistisch strukturiert: Märchen-Motive verschiedener Völker werden verglichen im jeweiligen historischen Kontext; die literarhistorische Interpretation gipfelt in der Frage: Was ist ein Volksmärchen?

Alle Texte werden deutschsprachig gelesen, was nicht ausschließt, daß Sprachkundige die arabischen, neapolitanischen bezw. italienischen und französischen Texte zum Vergleich heranziehen können. Motiv-Beispiele: La Belle au bois dormant / Schwanen-Mädchen / Das bucklich Männlein / Dummlinge / Tierbräutigam / Mädchen im Turm / Chaperon rouge / Aschenkind / Undinen u.a.

Sek. Lit. in der jeweiligen Besprechung von Einzelthemen.

Prof. Dr. Dieter Arendt

Doktoranden- und Magisterthemen

Oberseminar L1, L2, L4, L5, Mag., Prom., HF/NF

Zeit und Raum n.V.

Thematik orientiert an Magister-Arbeit, Dissertation und mündlicher Prüfung.

Dr. Karl W. Bauer

Medien und Lernen

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF, Mag.

Di 16-20, B 31 (14tägl.), Beginn: 20.10.98

In Verbindung mit der "AG Medien und Lernen" (Bauer, Marci-Boehncke, Gast, Vogt) und -wenn die Mittel es erlauben- unter Beteiligung auswärtiger Fachkolleginnen und -kollegen sollen in diesem Hauptseminar aktuelle medienwissenschaftliche und -pädagogische Ansätze diskutiert werden.

Dr. Karl W. Bauer

Examenskolloquium

Kolloquium ExamenskandidatInnen (Sommer und Winter 1999)

Di, 16-20 (14tägl.), B 31 Beginn: s. Aushang R.B215

Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Mai/Juni 1999 oder im Okt./Nov. 1999 ihr Examen mit der mündlichen Prüfung abschließen.

Dr. Terry Albrecht/Prof. Dr. Carsten Gansel

"Der Stoff ist der Autor selbst" - Christoph Hein als Autor für Kinder und Erwachsene

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Di 16-18, B 210 Beginn: Blockseminar, siehe Aushang

Die Frage nach den verschiedenen Perspektiven des Erzählens stehen im Zentrum des Seminars, in dem Christoph Heins Texte für Kinder und Jugendliche (u.a. der Kinderroman "Das Wildpferd unterm Kachelofen") sowie seine Erwachsenenliteratur untersucht werden. In bezug auf Heins Texte ist wiederholt von "Rollenprosa" die Rede. Das Seminar wird insbesondere diesen Rollen am Beispiel so unterschiedlicher Figuren wir Claudia "Der fremde Freund"/"Drachenblut"), Marlene ("Horns Ende"), Danaiel ("Von allem Anfang an"), "Jacob (Das Wildpferd...") nachgehen. Die Transparenz von "Geschichte in Geschichten" ist für den Autor Hein eine Schreibvoraussetzung. Wie er das anvisierte Prosakonzept im Verhältnis von Kindheitserinnerung und Kinder- und Jugendliteratur entfaltet, soll anhand der verschiedenen Prosarbeiten untersucht werden.

Prof. Dr. Carsten Gansel

Von der "Lebenshilfe"-Didaktik zum Postrukturalismus - Entwicklungen im Deutschunterricht nach 1945

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HN/NF, DaF

Kolloquium für Examenskandidaten.

Di 18-20, B 210 Beginn: 13.10.98

In Zentrum der Veranstaltung stehen Entwicklungen in der Deutschdidaktik nach 1945. Untersucht und diskutiert werden u.a. Rahmenrichtlinien, Unterrichtsmaterialien, Lesebücher. und die damit in Verbindung stehenden didaktischen Konzepte wie ihr literaturwissenschaftlicher, philosophischer, politischer Hintergrund. Dabei kommt es auch zu einem Vergleich von Entwicklungen im Deutschunterricht in der Bundesrepublik und der DDR. Neueste Sekundärliteratur zum Gegenstand wird in die Diskussion einzubezogen.

Das Oberseminar ist für Examenskandidaten verbindlich.

Eine Liste der Primär- und Sekundärliteratur liegt zu Semesterende im Sekretariat aus.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Radiokommunikation: Medienwissenschaftliche und medienpädagogische Analysen

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF.

Di 10-12, B 210 Beginn: 20.10.98

Der Hörfunk ist heute das Stiefkind der Medienpädagogik und auch der Medienwissenschaft, obwohl er seine - wenn auch deutlich eingegrenzte - Position im Ensemble der modernen Medien gefestigt hat. Das Duale System hat eine starke Vermehrung von Sendern bewirkt und zugleich neue Ausprägungen von Sendeformen forciert, die, ausgehend von den ‘Privaten’, auch die öffentlich-rechtlichen Programme zunehmend bestimmen.

Im Seminar sollten die gegenwärtige Progammpraxis in den Segmenten Information, Unterhaltung, Bildung/Kultur und Werbung bilanziert, vorliegende Konzepte diskutiert werden.

Zur Einführung wird ein Reader ab September ‘98 in B 207 (Sekretariat Frau Klein) erhältlich sein.

Prof. Dr. Wolfgang Gast

Kolloquium für Examenskandidaten

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF,

Di 8-10, B 210 Beginn: 20.10.98

Es sollen Fragen und Probleme der Vorbereitung und des Ablaufs von Prüfungen besprochen sowie wichtige, häufig gewählte Prüfungsthemen exemplarisch behandelt weden.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Kolloquium für Examenskandidaten

Oberseminar L1, L2, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Di 16-18, C 26 Beginn: 13.10.98

Hier sollen Fragen der Examensvorbereitung diskutiert, arbeitstechnische Probleme erörtert und einige mögliche Examensthemen besprochen werden. Das Colloquium folgt keinem zuvor festgelegten Plan. Es hat sich m.E. die Methode bewährt, Fragen der Examenskandidatinnen und -kandidaten aufzugreifen. Ich will dabei versuchen, die vor einer Prüfung selbstverständlichen Ängste zu vermindern. Ganz und gar beseitigen kann ich sie leider nicht.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus / Dr. Rüdiger Vogt

Stilistik

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mo 10-12, C 27 Beginn: 19.10.98

Das Seminar will die Sensibilität der Teilnehmer für stilistische Qualitäten von Worten und Sätzen schulen. Die Fragen stilistischer Valenzen einzelner Wörter, die Möglichkeiten den Satzbau lebendig zu gestalten, sollen, auch in praktischen Übungen, zum Ziel des Seminars führen. Dabei sollen "klassische" Muster ebenso erörtert werden wie unterschiedliche Theorien. Die in anderen Seminaren bereits erprobte Verbindung sprachwissenschaftlicher mit literaturwissenschaftlichen Methoden soll die Seminarteilnehmer zugleich auch zu methodologischen Überlegungen anleiten.

Prof. Dr. Ulrich Karthaus

Zur Geschichte des Geniebegriffs

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Mo 16-18, C 27 Beginn: 12.10.98

Die Worte Genie und genial sind aus dem Wortschatz der Umgangssprache wie der wissenschaftlichen Terminologie nahezu verschwunden. Dennoch hat das mit ihnen bezeichnete Problem - die Person und die Psyche des künstlerisch begabten und produktiven Menschen - Theoretiker und Dichter vom 18. bis zum 20. Jahrhundert immer wieder inspiriert. Um diesen Problemkreis aus verschiedenen Perspektiven zu veranschaulichen, sollen einige Theorien, vor allem aber Künstlernovellen und -romane von 1770 bis 1914 analysiert werden.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Orthografie und Grammatik

Hauptseminar L1, L5, Kontaktstudium

Mi 10-12, B 31 Beginn: 14.10.98

Nicht nur für den Unterricht in Schulgrammatik, sondern auch für die Lehre des Rechtschreibens und sogar schon für das erste Schreiben der Schulanfänger ist Lehrerinnen und Lehrern sprachwissenschaftliches Wissen nicht nur hilfreich: es ist unabdingbar. Das Seminar wird der Frage nachgehen, welche Grammatikarbeit in der Primarstufe geleistet wird und geleistet werden kann, und wird Einblicke vermitteln in die Geschichte des Schreibkonventionen vom Mittelhochdeutschen bis zu Gegenwart, woraus wiederum eine Theorie des Rechtschreiblernens abgeleitet wird. Anmeldungen aus dem Sommersemester werden vorab berücksichtigt. Zimmer B 213.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Kolloquium für Examenskandidaten

Kolloquium L1, L5

Mi 17-19, C 26 Beginn: 21.10.98

Erster Termin: 21.10.98, 17°°. Weitere Termine nach Vereinbarung.

Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Schrift und Gestaltung

Oberseminar L1, L2

Ort und Zeit siehe Aushang

Kompaktseminar in Schloß Rauischholzhausen. Ganztägig am 2. und 3. November und weitere Seminartermine nach Vereinbarung. Beschränkte Teilnehmerzahl. Voranmeldungen (Zimmer 213) aus dem SS werden vorab berücksichtigt.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung.

Dr. Rüdiger Vogt

Examenskolloquium

Oberseminar L1, L2, L5

Mo 18-20, B 31 Beginn: 19.10.98

In diesem Seminar sollen, ausgehend von aktuellen sprachdidaktischen Themenbearbeitungen in den einschlägigen Fachzeitschriften (Der Deutschunterricht, Praxis Deutsch etc.) die Perspektiven der Sprachdidaktik in den Zeiten der Globalisierung bestimmt werden - auch um die Qualifizierung der Examenskandidaten abzurunden.



Schulpraxis

Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 1998/99 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt.

Praktikumsvorbereitende Veranstaltungen (2 st)

Bauer Mi 10-12, C 30 14.10.98

Berndt Mo 16-18, C 30 19.10.98

Fritz Fr 8-10, B 210 16.10.98

Vogt Do 16-18, B 210 22.10.98

Wachtel Mo 12-14, B 106 12.10.98

Siehe auch die Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.



Deutsch als Fremdsprache

 

Einmalige Einführungsveranstaltung für alle Studienanfänger im Bereich Deutsch als Fremdsprache (Aufbaustudiengang, Magister-Nebenfach, Zusatzfach im Studiengang Neuere Fremdsprachen) am 13.10. (Dienstag) um 16 Uhr. Ort: siehe Aushang.

Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Einführung in das Fach Deutsch als Zweit- und Fremdsprache

Seminar DaF (Mag. NF und AS)

Di 16-18, B 210 Beginn: 12.10.98

Dieses Seminar gibt zum Teil eine vorlesungsartigen ersten Überblick über die wichtigsten Aspekte des natürlichen und institutionell gesteuerten Lernens des Deutschen als Zweit- und Fremsprache.

Parallel dazu sollen die wichtigsten Fragestellungen, Arbeitsfelder und handfest praktischen Aspekte des Faches (z.B. Mittlerorganisationen, Fachzeitschriften, Lehrmaterialien) arbeitsteilig praktisch erkundet werden.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Nix zu lachen? Komik und Fremdsprachenlernen.

Seminar DaF (Mag. NF und AS)

Mo 14-16, B 210 Beginn: 12.10.98

Wie werden komische Texte von Personen mit eingeschränkter Sprachkompetenz rezipiert? Welche deutschen Texte sind besonders geeignet für den Unterricht? Gibt es eine Progression komischer Formen? Wie überschreitet welche Art von Komik Sprach- und Kulturgrenzen? Wie geht man als DaF-Lehrer mit der Vorstellung, die Deutschen seien humorlos, um? Sollten Lehrwerke komisch sein? Oder sollten sie als Texte, die langsam und wiederholt gelesen werden, komikfrei bleiben? Welche Rolle spielt das Lachen als Teil des Lernprozesses? Wie können größere komische Formen im Fremdsprachenunterricht durch Projektunterricht nutzbar gemacht werden? Warum gibt es weitaus weniger Veröffentlichungen zu Komik/Vergnügen/Lachen/Spaß/Freude und Fremdsprachenlernen als zu Problemen, interkulturellen Mißverständnissen usw.?

Diese und andere Fragen werden im Seminar je nach Interessenlage der Seminarteilnehmer unterschiedlich intensiv behandelt werden. Je nach gewähltem Arbeitsschwerpunkt ist die Vergabe eines Scheines für unterschiedliche Studieninhalte möglich.

Prof. Dr. Dietmar Rösler

Kolloquium für Examenskandidaten

Oberseminar DaF

Zeit und Ort: n.V. Achten Sie auf Aushänge!

Für Studierende des Aufbaustudienganges Deutsch als Fremdsprache, die sich auf ihre Prüfungen vorbereiten, ihre Abschlußarbeit schreiben oder ernsthaft auf Themensuche gehen wollen. Eingeladen sind auch Examenskandidaten aus anderen Studiengängen mit Themen aus dem Bereich Zweit- und Fremdsprachenlernen.

Pauldrach*

Aspekte der Landeskundevermittlung

Seminar (Mag. NF und AS)

Ort und Zeit: siehe Aushang

Pauldrach*

Literaturvermittlung im DaF-Unterricht in der Grund- und Mittelstufe *

Seminar (Mag. NF und AS)

Ort und Zeit: siehe Aushang

Pauldrach*

Auswärtige Kulturpolitik in der Krise? Probleme und Perspektiven der Mittlerorganisationen *

Seminar (Mag. NF und AS und AVL)

Ort und Zeit: siehe Aushang

beschränkte Teilnehmerzahl, Anmeldung ab Mitte Juli in Raum B213)

Maike Grau

Sprachliches und kulturelles Lernen in Begegnungssituationen

Seminar DaF (Mag. NF und AS)

Mi 10-12, C 26 Beginn: 14.10.98

Der weltweite "Kontaktmarkt" unter Schulen und außerschulischen Lerngruppen boomt. Neue Medien und Förderungsprogramme verschiedener Institutionen, nicht zuletzt aber viele engagierte LehrerInnen ermöglichen mehr und mehr, das Sprachelernen nicht auf Lehrbuchdialoge und Simulationen zu beschränken, sondern den "Ernstfall" der Begegnung mit Muttersprachlern zu inszenieren.

Anhand von dokumentierten Fallbeispielen wollen wir uns verschiedene Möglichkeiten des Lernens in Begegnungssituationen vor Augen führen. Dabei stehen Fragen nach Zielen, Möglichkeiten und Grenzen dieser Lernform im Mittelpunkt. Daraus ergeben sich dann Konsequenzen für eine "Didaktik der interkulturellen Begegnung".

Claudia Tamme

Lernberatung und Individualisierung des Lernprozesses durch E-Mail-Tutorien

Seminar DaF

Mo 16-18, B 31 Beginn: 12.10.98

Was für Fragen stellen sich chinesische Deutschlernende in ihrem zweiten Studienjahr in Hong Kong? Wie ist es, wenn ich per E-mail Deutsch unterrichte?Wer diese Fragen spannend findet, Deutsch als Fremdsprache studiert und bereit ist, ein Semester lang eine Studentin/ einen Studenten der Hong Kong Baptist University per E-mail zu betreuen, wird in einem elektronischen Tutorium Antworten auf diese Fragen finden können. Interessierte, die noch keine Erfahrung mit E-mail haben, werden besonders an das Medium herangeführt werden. (Persönliche Anmeldung ab Ende des Sommersemesters in Raum 206c.)

Prof. Dr. Helga Schwenk

Differenzieller Deutschunterricht für monolinguale und bilinguale Schüler

Proseminar L1, L5, DaF

Blockseminar, ganztätig: Fr, Sa 12.und 13.2.99 und Mo, 15.2. - Mi, 17.2.99

 

 
Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de


Anmerkungen bitte an:
webmaster@germanistik.uni-giessen.de
http://www.uni-giessen.de/germanistik/kommentiertes_vorlesungsverz/ws98-99.shtml
Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr