JLU Giessen

Fachbereich 05
Sprache, Literatur, Kultur

Germanistik

 

Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis
des Fachbereichs Germanistik
der Justus-Liebig-Universität Gießen
Wintersemester 1999/2000

Dieses kommentierte Verzeichnis der Lehrveranstaltungen soll das Veranstaltungsprogramm des Fachbereichs Germanistik erläutern. Die hier vorgelegten Ankündigungen wurden von den Lehrenden selbst formuliert. Allgemein gilt für die Veranstaltungen, daß Thematik und Stoffplan lediglich in Grundzügen angedeutet werden können. Die endgültige Planung der Lehrveranstaltungen wird in der Regel jeweils in der ersten Sitzung zusammen mit den Teilnehmern festgelegt. Doch soll dieses Verzeichnis Ihnen die rechtzeitige Auswahl und Vorbereitung der Veranstaltungen erleichtern.

Das Verzeichnis gibt den Stand des Programms von Mai 1999 wieder. Eventuell erforderliche Änderungen werden am Schwarzen Brett der Institute bzw. an den Dienstzimmern der Lehrenden bekanntgegeben. Die aktuellen Sprechstunden der Lehrenden sind in den Sekretariaten der Institute zu erfahren und zumeist auch an den Dienstzimmern angeschlagen.


Hinweise zum Grundstudium der Sprachwissenschaft

Im Bereich der Sprachwissenschaft werden regelmäßig Proseminare zu folgenden vier grundlegenden Themenbereichen angeboten (sog. Basisseminare): Grammatik, Kommunikationsanalyse, Sprachvariation, Sprachgeschichte. Kenntnisse in diesen Themenbereichen sind notwendig für ein erfolgreiches Studium der Sprachwissenschaft. Wir empfehlen daher nachdrücklich den Besuch von Basisseminaren. Wenn Sie wissen wollen, was in Basisseminaren behandelt wird, dann können Sie Lernzielkataloge zu diesen Seminartypen im Sekretariat (Raum B

 112) bekommen. Sie finden die Lernzielkataloge auch im Internet:

- über die Homepage des Fachbereichs 09 http://www.uni-giessen.de/fb09 (dort LEHRANGEBOT, dann BASISSEMINARE anklicken), oder

- direkt unter URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm.

Hinweise zum Grundstudium der Mediävistik

Im Bereich der Mediävistik werden regelmäßig Proseminare mit dem Thema Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur angeboten. Der Besuch eines solchen Seminars ist für Studierende des Lehramtsstudiengangs L 3 obligatorisch, für andere Studiengänge fakultativ. Der Besuch anderer mediävistischer Proseminare ist generell fakultativ, jedoch zur Vertiefung des Lernstoffs erwünscht. Den Lernzielkatalog für das mediävistische Einführungsseminar finden Sie in den Aushängen des Instituts für deutsche Sprache und mittelalterliche Literatur sowie im Internet:

- über die Homepage des Fachbereichs 09 http://www.uni-giessen.de/fb09 (dort LEHRANGEBOT, dann BASISSEMINARE anklicken), oder

- direkt unter URL http://www.uni-giessen.de/fb09/bas-sem.htm.

Hinweise zum neuen Studiengang Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik

Erstmalig wird in diesem Wintersemester das neue Magister-Nebenfach "Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik” angeboten. Das Fach erlaubt es Studierenden der verschiedenen Magisterfächer, eine anwendungsorientierte, berufsbezogene Spezialisierung vorzunehmen, die im Schnittpunkt zwischen Linguistik, Informatik und Neuen Medien angesiedelt ist. Nähere Informationen zu dem Studiengang, den Kombinationsmöglichkeiten und zum Praxisbezug sind bei Prof. Dr. H. Lobin in D 407, per Email (Henning.Lobin@germanistik.uni-giessen.de) und auf der Homepage von Prof. Dr. Lobin (http://www.uni-giessen.de/~91062/Studium) zu erhalten. Bitte beachten Sie auch die gesonderten Informations- und Einführungsveranstaltungen zu diesem Studiengang.


Studienberatung

Zwischenprüfungen
A. Hammer (Raum B 156): Aufnahme in die Teilnehmerliste,
Prof. Dr. O. Ehrismann (B 109a): Prüfung der Leistungsnachweise.

Lehramtsstudiengänge
L 1: Prof. Dr. W. Kluge (B 212)
L 2: Prof. K. Gansel (B 208)
L 3: Prof. Dr. H. Ramge (B 107)
L 5: Dr. R. Vogt (B 214)

Studiengänge Komparatistik
A. Hammer (B 156)

Studiengänge DaF
Prof. Dr. D. Rösler

Magisterstudiengänge und Studienelemente DaF
S. Pott (B 132), S. Wodianka (C 28)

Studiengang Drama, Theater, Medien
A. Hammer (B 156)

Diplomstudiengang Pädagogik, Bausteine Germanistik und Deutsche Philologie
A. Hammer (B 156), Prof. Dr. G. Kurz (B 130)

Beratung ausländischer Studierender
Prof. Dr. E. Leibfried (B 138)

Beachten Sie auch die Aushänge in den Instituten!


Abkürzungen

AVL: Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft

DaF: Deutsch als Fremdsprache

DTM: Drama, Theater, Medien

GH: Gasthörer

GS: Grundstudium

HaF: Hörer aller Fachbereiche

HagF Hörer aller geisteswissenschaftlichen Fächer

HF: Hauptfach

HS: Hauptstudium

L1: Lehramt an Grundschulen

L2: Lehramt an Haupt- und Realschulen

L3: Lehramt an Gymnasien

L5: Lehramt an Sonderschulen

Mag.: Magister

NF: Nebenfach

Prom.: Promotion

WF: Wahlfach

WV: Wahlvertiefungsveranstaltung


Gemeinsame Veranstaltungen des Fachbereichs

Einführung in das Studium der Germanistik für Erstsemester

Die Einführung in das Studium der Germanistik besteht aus drei Komponenten:

1. einer Ringvorlesung (wird nur im Wintersemester angeboten),
2. einem Einführungsseminar und
3. einem Tutorium.

Die Verteilung auf die angebotenen Einführungsseminare für das Wintersemester 1999/2000 erfolgt über eine schriftliche Wahl, die am ersten Ringvorlesungstermin, dem 19.10.99, um 8.00 Uhr im Hörsaal A2 stattfindet. Bitte bringen Sie dazu Ihren Studienausweis mit. Diese Wahl ist zugleich eine verbindliche Anmeldung für die Einführung in diesem Semester, nur in Einzelfällen können Sie sich bei der jeweiligen Seminarleitung wieder abmelden und Ihre Teilnahme um ein Semester verschieben. Erst eine Woche später, in der jeweiligen ersten Einführungsveranstaltung, wird die Verteilung auf die Tutorien geregelt.

Die Teilnahmelisten mit Raumangaben hängen am Ende der ersten Semesterwoche an den 'Schwarzen Brettern' in allen Instituten aus.


Vorlesung

Hochschullehrer / Hochschullehrerinnen des Fachbereichs

Ringvorlesung

L1 (WF), L2, L3, L5, Mag. Prom., HF/NF

Di 8-10, A 2 Beginn: 19.10.99


Einführungsseminare

Einführung in die Literaturwissenschaft

Dr. Günter Butzer / Dr. Joachim Jacob

Einführungsseminar

Di 10-12, C 29 Beginn: 26. 10. 99

Dr. Michael Schlott,

Einführungsseminar

Di 10-12, E 4 Beginn: 26. 10. 99

Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Einführungsseminar

Di 10-12, B 128 Beginn: 26.10. 99

Ziel des Einführungskurses ist die Vermittlung einer möglichst breiten germanistischen Grundqualifikation. Anhand einer Auswahl überschaubarer Themen wird in die Praxis literaturwissenschaftlichen Arbeitens eingeführt. Dazu gehören zunächst grundlegende Fertigkeiten wie Bücherkunde, Bibliographieren, Quellenerschließung, schriftliche Form wissenschaftlicher Arbeiten etc. Darüber hinaus werden folgende Bereiche behandelt: Beschreiben und Verstehen literarischer Texte; literarische Gattungen; Literaturgeschichte und Literaturgeschichtsschreibung. Die Veranstaltung soll auch dazu beitragen, die eigenen Erwartungen und Interessen an ein Germanistikstudium zu reflektieren. Die Einführung wird mit einer - in allen Kursen identischen - Klausur abgeschlossen.

LITERATUR: Eckhardt Meyer-Krentler: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 7. Aufl. München: Fink 1997 (UTB 1583).


Prof. Dr. Swantje Ehlers

Einführung in die Literaturdidaktik

Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF

Di, 10-12, C26 Beginn: 26.10.1999

Das Seminar führt in die Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens ein und insbesondere in die Fragestellungen der Literaturdidaktik. Verschiedene literaturdidaktische Konzeptionen sollen vorgestellt und an praktischen Bespielen veranschaulicht werden. Weitere Themen beziehen sich auf die Verbindung zwischen verschiedenen Modalitäten, wie Lesen und Schreiben, und zu anderen Fächern und Medien.

In einem begleitenden Tutorium werden u.a. elementare Techniken der Textinterpretation und der didaktischen Analyse vermittelt.


Prof. Dr. Wolfgang Gast

Literatur- und Mediendidaktik

Proseminar (als Einführung für. 1. Sem.)

Di, 10-12, B210 Beginn: 26.10.1999

Im Zentrum dieser Einführung stehen Fragestellungen, Arbeitsbereiche, Begriffe und Methoden der Literatur- und Mediendidaktik. Erste Schritte auf dem Weg zum angemessenen Umgang mit Texten wichtiger Mediengenres sollen vorgestellt und erprobt werden.

Zur Vorbereitung stehen zwei Reader (Zi. B 207) zur Verfügung.

1. Grundwissen Medienpädagogik (1998).
2. Filmsprache (1999).


Dr. Jörg Riecke

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 10-12, B 31 Beginn: 26.10.1999

Vorbesprechung und Seminareinteilung am 19.10.1999 (siehe gesonderte Ankündigung)

Das Ziel der Einführungsveranstaltung ist die Vermittlung einer möglichst umfassenden germanistischen Grundqualifikation. Im Zentrum des Seminars stehen Erkenntnisziele, Methoden und Begriffe wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft. Dabei sollen Sie lernen, mit sprachwissenschaftlichen Texten umzugehen und eigenständig Analysen sprachwissenschaftlicher Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird von einem Tutorium begleitet, in dem wesentliche Informationen zum Studienaufbau und zu den elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens vermittelt werden.

Klaus-Peter Ulbrich

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 10-12, B 33 Beginn: 26.10.1999

Vorbesprechung und Seminareinteilung am 19.10.1999 (siehe gesonderte Ankündigung)

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.

Ziel des Seminars ist die Fähigkeit
1. mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
2. eigene kleine Arbeiten zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium. Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.


Dr. Rüdiger Vogt

Einführung in die Sprachwissenschaft/Sprachdidaktik

Einführungsseminar L1, L2, L5

Di 10-12, Raum: siehe Aushang Beginn: 26.10.99

Diese Veranstaltung gibt eine Orientierung für die linguistischen Bereiche, die für die Tätigkeit des Lehrers von besonderer Bedeutung sind. Dazu gehören u.a. die Phonetik, Phonologie, Orthographie, Morphologie und Syntax. Die verschiedenen Bereiche werden sowohl im Überblick - in der Lektüre von charakteristischen Einführungen - als auch exemplarisch im Detail erarbeitet - in Form von ausgewählten Texten aus der Fachliteratur. Am Ende der Veranstaltung sollten die Teilnehmer in der Lage sein, sich selbständig Bereiche der Linguistik zu erarbeiten und dieses in Form einer Hausarbeit auch zu dokumentieren.

LITERATUR Clément, Daničle. 1996. Linguistisches Gundwissen. Eine Einführung für zukünftige Deutschlehrer. Opladen: Westdeutscher Verlag. - Volmert, Johannes. ed. 1995. Grundkurs Sprachwissenschaft. Eine Einführung in die Sprachwissenschaft für Lehramtsstudiengänge. München: Fink.

Dr. Martin Wachtel

Einführung in die Sprachwissenschaft

Einführungsveranstaltung L1(WF),L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 10-12, B 24 Beginn: 26.10.1999

Vorbesprechung und Seminareinteilung am 19.10.1999 (siehe gesonderte Ankündigung)

Im Zentrum der Einführungsveranstaltung stehen Fragestellungen, Begriffe und Methoden wichtiger Arbeitsbereiche der germanistischen Sprachwissenschaft.

Die TeilnehmerInnen sollen lernen,
- mit theoretischen Texten der Sprachwissenschaft arbeiten zu können,
- eigenständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Das Seminar wird begleitet von einem Tutorium.

Themen sind hier
- wichtige Informationen zu Fragen der Studiengestaltung,
- Übungen zu elementaren Voraussetzungen wissenschaftlichen Arbeitens.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.


Veranstaltungen des Instituts für deutsche Sprache
und mittelalterliche Literatur

Deutsche Sprache

Vorlesungen


Prof. Dr. Gerd Fritz

Bedeutung und Bedeutungswandel

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 14-16, A 4 Beginn: 18.10.1999

"Was bedeutet das Wort Fräulein um 1800?”, "Was bedeutet diese Textstelle?”. Derartige Fragen stellen sich Germanisten täglich. Oder noch grundlegender: "Was ist das eigentlich, die Wortbedeutung?” Auf letztere Frage antwortete Wittgenstein: "Die Bedeutung des Wortes ist das, was die Erklärung der Bedeutung erklärt.” Wie man diese unterschiedlichen Arten von Fragen sinnvoll beantwortet und wie man Wittgensteins Antwort verstehen kann, soll im ersten Teil der Vorlesung behandelt werden. Ebenso die Fragen, wie sich die Satzbedeutung aus den Wortbedeutungen zusammensetzt, welche Rolle die Mehrdeutigkeit in der Sprache spielt und welche Bedeutungsbeziehungen zwischen Wörtern es gibt (alt/neu, alt/jung). In der zweiten Hälfte der Vorlesung soll an Beispielen aus der Geschichte der deutschen Sprache gezeigt werden, wie das Bedeutungspotential von Wörtern flexibel und kreativ genutzt werden kann, wie sich Neuerungen einspielen und wie sich Bedeutungsveränderungen vollziehen.

LITERATUR zur Vorbereitung: Fritz, G.: Historische Semantik. Stuttgart/Weimar 1998. (Sammlung Metzler 313).


Prof. Dr. Henning Lobin

Grammatik der deutschen Gegenwartssprache

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF

Do 8-10, A 1 Beginn: 21.10.1999

Gegenstand dieser Vorlesung ist die grammatische Beschreibung des Deutschen. Dazu gehört, daß man sich zunächst darüber im klaren sein muß, mit welchen Mitteln und Instrumenten man diese Beschreibung durchführen will, denn Grammatik ist nichts Naturgegebenes, sondern in wesentlichen Teilen eine theoretische Konstruktion. Auf der anderen Seite ist es notwendig, daß man weiß, was man mit der gewonnenen grammatischen Beschreibung einer Sprache eigentlich anfangen will. Grammatiken können sehr unterschiedlich gebraucht werden: etwa für den Fremdsprachunterricht, für maschinelle Übersetzungsprogramme oder für den ‚Hausgebrauch' (wie z.B. die Dudengrammatik). In diesem Kurs soll es um eine weniger spezifische Verwendungsweise gehen. Die grammatische Beschreibung soll hier in Bezug gesetzt werden zu dem, was Sätze oder Texte bei einem Leser bewirken. Man kann die Grammatik einer Sprache nämlich auch als ein Hilfsmittel auffassen für die Auslösung dessen, was überhaupt den Grund der menschlichen Sprachverwendung ausmacht: Ein Schreiber oder Sprecher will erreichen, daß der Leser oder Hörer etwas ganz bestimmtes denkt, will oder glaubt. Und um das zu erreichen, hat er mit der Grammatik ein mehr oder weniger verläßliches Werkzeug an der Hand.

LITERATUR: H.-J. Heringer 1988: Lesen lehren lernen. Eine rezeptive Grammatik des Deutschen. Tübingen: Niemeyer.


Prof. Dr. Fritz Vahle

Kindersprache - Kinderlied
Mit Übungen zur körperlichen und sprachlichen Beweglichkeit

Vorlesung L1,L2,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 10-11, B 9 Beginn: 25.10.1999

Die Vorlesung beschäftigt sich mit der Entwicklung der Sprache im Kindesalter, wobei dem Zusammenhang von sprachlicher und motorischer Entwicklung des Kindes besondere Aufmerksamkeit geschenkt wird. In diesem Zusammenhang werden psychomotorische, Impulse aus anderen Bewegungslehren sowie linguistische Ansätze behandelt. Ausgehend von der Tatsache, daß man inzwischen von unterschiedlichen Intelligenztypen, Intelligenzformen und Lerntypen redet (emotionale, musikalische, kinästhetische Intelligenz als polare Ergänzungen, nicht als Konkurrenz der formal-logischen Intelligenz, wie sie insbesondere in den neuen Lernmedien zum Ausdruck kommt), wird ein neuer Zugang zur Poesie, zur Literatur, ermöglicht. Im Kontext der Vorlesung soll der Blick insbesondere auf den Kinderreim, das Kindergedicht und das Kinderlied gelenkt werden. Die historischen Erscheinungsformen des Kinderliedes sowie traditionelle und neue Formen der Bewegungslieder werden vorgestellt und geübt. Der mögliche Einsatz dieser Lieder in sprachdidaktischen und heilpädagogischen Zusammenhängen wird an praktischen Beispielen erläutert, ohne daß diese Lieder zum rein didaktischen Lehrmittel instrumentalisiert werden sollen. Die Wirksamkeit solcher Reime, Gedichte und Lieder wird bis in frühe Entwicklungsphasen der Sprache zurückverfolgt, da bereits in den ersten Kinderworten Rhythmus, Melodik, Imaginisierung und "Sprachmagie" eine Rolle spielen.

LITERATUR: wird in der Vorlesung vorgestellt.


Grundstudium


Dr. Martin Wachtel

Grundlagen der Sprachwissenschaft

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Di 8-10, B 106 Beginn: 26.10.1999Das Seminar richtet sich an diejenigen Studierenden, die keine Einführung in die Sprachwissenschaft besucht haben.

Ziel des Seminars ist es, den Teilnehmern einen Überblick über wichtige Arbeitsgebiete, Methoden und Begriffe der Sprachwissenschaft zu vermitteln. Dabei sollen sie lernen,

- mit sprachwissenschaftlichen Texten arbeiten zu können,

- selbständig Analysen zu sprachwissenschaftlichen Fragestellungen anfertigen zu können.

Im Rahmen der einzelnen thematischen Blöcke sollen die TeilnehmerInnen in Form von Übungen das Gelernte vertiefen und anwenden.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.


Dr. Thomas Gloning

Einführung in die Kommunikationsanalyse

Proseminar (Basisseminar) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 8.30-10.00, B 106 Beginn: 20.10.1999

Das halbe Leben besteht aus Kommunikationen: jemandem einen guten Morgen wünschen, eine Geschichte erzählen, etwas beschreiben, Witze machen, nach dem Weg fragen, beim Essen plaudern, in einer Streitfrage argumentieren, jemanden anmachen und mit jemandem flirten, in einer Prüfung Rede und Antwort stehen, all das sind Formen der Kommunikation. Es lohnt sich in vielerlei Hinsicht, den eigenen Überblick über solche Formen der Kommunikation zu verbessern: die Gründe reichen von der Verbesserung der eigenen Praxis bis hin zur Fähigkeit, einzelne Kommunikationsformen (z.B. Beschreiben, Argumentieren) in der Schule erfolgreich zu behandeln. - Das Seminar könnte folgende Bestandteile haben: (i) Einführung in grundlegende Aspekte der Organisation von Kommunikationen und Vermittlung von Analyseverfahren; (ii) gemeinsame Lektüre von Klassikern zu einzelnen Gesprächsformen (z.B. Labov über rituelle Beleidigungen in Jugendgruppen); (iii) eigene Analyseübungen und Projekte.

Aktuelle Hinweise zur Vorbereitung finden Sie unter:
http://www.uni-giessen.de/~g909 (Stichwort "Lehre”)


Britt-Marie Schuster, M.A.

Deutsche Sprache im 19. Jahrhundert

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 10-12, B 33 Beginn: 18.10.1999

In diesem Seminar soll versucht werden, die Entwicklung der deutschen Sprache im 19. Jahrhundert nachzuzeichnen. Die Studierenden sollen dabei die Kompetenz erlangen, Wandlungen auf unterschiedlichen Sprachebenen (Bedeutungswandel, syntaktischer Wandel, Ausdifferenzierung des Textsortenrepertoires) zu erkennen und zu benennen. Im Zentrum stehen dabei die folgenden Themen: Entwicklungen innerhalb der Literatursprache, Sprache der 48er Revolution und des deutschen Parlamentarismus, Sprache von Ausgrenzungsdiskursen (z.B. des Antisemitismus), Entwicklung von Fachsprachen (z.B. der Psychologie) und die Entwicklung der Zeitungssprache hin zu dem heutigen Format (z.B. hin zur Trennung von informierenden und bewertenden Texten). Daneben soll bzw. sollen zum einen die soziale Schichtung des Sprachgebrauchs (Sprache des Bürgertums, der Arbeiterschaft etc.), zum anderen die Normierungsbestrebungen (z.B. im Bereich der Orthographie) thematisiert werden. Ein Themenplan und ein Reader zum Seminar können während der Semesterferien abgeholt werden.


Dr. Martin Wachtel

Grammatik der deutschen Sprache

Proseminar (Basisseminar) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 14-16, B 24 Beginn: 18.10.1999

Das Seminar gehört zum Typ 'Basisseminar'. Es vermittelt Grundkenntnisse in den zentralen Bereichen der deutschen Grammatik und stellt wichtige grammatische Analysemethoden vor. Übungen zu den einzelnen Seminarthemen werden helfen, die zuvor eingeführten Kenntnisse zu sichern, und so zur Anwendung und Übertragung des Gelernten anleiten.

Der Leistungsnachweis erfolgt anhand einer Klausur.

LITERATUR: Angelika Wöllstein-Leisten et al.: Deutsche Satzstruktur. Grundlagen der syntaktischen Analyse. Tübingen 1997


Dr. Roland Mulch

Dialektologie zwischen Dialektgeographie und Soziolinguistik

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 14-16, Phil. II, Haus E, Raum 07 Beginn: 21.10.1999

Dialekt als Sprache der Heimat ist das Medium der Nähe, der Vertrautheit, das Sicherheit und Geborgenheit gibt. Gleichzeitig stellt der Dialekt das einfachste Mittel zur Identifikation und zur Abgrenzung dar.

Fast nur noch durch die Mundart sind wir andere als die anderen (Ruoff), nachdem die unterschiedlichen Ausprägungen der Dörfer (Hausbau, Landwirtschaft, Nahrung, Kleidung, Sitte und Brauch) weitgehend verschwunden sind.

Neben den dialektgeographischen Ansätzen europäischer Dialektologie in den letzten einhundert Jahren, die vor allem auf die raumbezogene Untersuchung dialektaler Sprachstrukturen abzielten, wollen wir uns mit den neueren, an pragmatischen Komponenten orientierten Aspekten in diesem Bereich beschäftigen.


Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Workshop: Aus Fehlern lernen (Orthographie)

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Fr 10-12, B 106 Beginn: 22.10.1999

Die Fehlertypen in Schülertexten werden auf die Sachstruktur der Orthographie des Deutschen bezogen und bilden so die Grundlage für die Entwicklung von Arbeitsmaterialien und Übungen.

Da in den Veranstaltungen praktisch gearbeitet wird, ist die Teilnehmerzahl auf zwanzig begrenzt. Das macht eine schriftliche Anmeldung nötig. Studierende, die sich im WS 98/99 vergeblich um einen Platz bemühten, haben jetzt den Vortritt.

Leistungsnachweis: Entwicklung eines Arbeitsmaterials.


PD Dr. Ralf-Peter Ritter

Übersicht über die Sprachsysteme der Erde: Europäische Sprachen (Übung)

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10-12, G 27 Beginn: 20.10.1999

In dieser Veranstaltung soll ein Überblick über die europäischen literarischen und nicht-literarischen Sprachen in Geschichte und Gegenwart gegeben werden. Neben der Sprachverwandtschaft wird auch der areal-linguistische und der typologische Gesichtspunkt berücksichtigt. Darüber hinaus soll die Rolle einzelner europäischer Sprachen als Verkehrssprachen und ihr Einfluß auf benachbarte Sprachen behandelt werden. Den Abschluß wird ein Ausblick auf die zukünftige sprachliche Gestaltung Europas bilden.


PD Dr. Ralf-Peter Ritter

Einführung in die historische Linguistik

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 14-16, G 27 Beginn: 20.10.1999

Die Veranstaltung hat einerseits zum Ziel, die Methoden der historisch-vergleichenden Sprachwissenschaft, die sich die Feststellung von Sprachverwandtschaft und die Rekonstruktion einer Grundsprache (z.B. Urgermanisch, Urnordisch) zur Aufgabe gemacht hat, zu vermitteln. Zum anderen sollen grundlegende Fragen der Entwicklung von Einzelsprachen von ihrer ersten schriftlichen Überlieferung an (historische Grammatik des Deutschen, Englischen usw.) behandelt werden.


Dr. Dagmar Wodtko

Ein frühes niederdeutsches Sprachdenkmal: Der altsächsische Heliand

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 16-18, G 27 Beginn: 21.10.1999

In dieser Veranstaltung soll nach einer kurzen Einleitung zunächst die synchrone Grammatik des Altsächsischen behandelt werden. Danach wird, begleitet von Textlektüre, eine vertiefte Analyse der sprachlichen Eigenheiten des Altsächsischen, auch im Vergleich mit anderen älteren germanischen Sprachen (Althochdeutsch, Altenglisch) angestrebt. Die Gemeinsamkeiten, aber auch die Eigenheiten der altsächsischen Sprachform sollen so genauer herausgearbeitet werden.

Die Teilnahme ist ohne Vorkenntnisse möglich, Kenntnis einer älteren germanischen Sprache ist von Vorteil, aber nicht Bedingung. Ein benoteter Seminarschein kann durch eine Klausur am Semesterende erworben werden.

LITERATUR: wird in der Veranstaltung bekannt gegeben.


Hauptstudium


Prof. Dr. Gerd Fritz

Historische Semantik

Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Di 10-12, B 106 Beginn: 19.10.1999

Im Seminar sollen Typen und Aspekte von Bedeutungsentwicklungen anhand von Datenmaterial aus unterschiedlichen Sprachstufen des Deutschen untersucht werden. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt auf konkreten Analysen am Textmaterial und den dabei auftretenden methodischen Fragen. Beispiele für interessante Bedeutungsentwicklungen, die behandelt werden sollen, sind: Sprechaktverben (mhd. strâfen ‚tadeln', schimpfen ‚scherzen'), Modalverben (mhd. mögen ‚können', nicht dürfen ‚nicht brauchen'), Dimensionsadjektive (ahd. kleine ‚fein, kostbar', mhd. grôz ‚dick'), Schimpfwörter (Bullen, Intellektuelle), Verwandtschaftsbezeichnungen (mittelhochdeutsch veter ‚Bruder des Vaters', muome ‚Schwester der Mutter'), Pronomina zur höflichen Anrede (Er, Ihr, Sie im 18. Jahrhundert), Modalpartikeln (ja, doch) und Konjunktionen (weil, denn).

LITERATUR zur Vorbereitung: Fritz, G.: Historische Semantik. Stuttgart/Weimar 1998. (Sammlung Metzler 313). - Fritz, G.: Bedeutungswandel im Deutschen. Tübingen 1974. (Germanistische Arbeitshefte 12).


Prof. Dr. Gerd Fritz

Textproduktion und Textverstehen

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Do 16-18, B 106 Beginn: 21.10.1999

Ausgangsfragen des Seminars sind: Wie nutzen wir als Texteschreiber die Organisationsprinzipien von Texten (Abfolge von funktionalen Textbausteinen, Textalternativen, thematischer Aufbau, Wissensaufbau, Text/Bild-Zusammenhänge, sprachliche Formen)? Wie können wir dabei Qualitätskriterien für Texte erfüllen (Textkohärenz, Informativität, Kürze, Verständlichkeit)? Aus der Leser- und Benutzerperspektive stellen sich andere Fragen: Was erleichtert, was behindert das Verstehen? Wie kommt man zu vernünftigen Textdeutungen? Nach einer texttheoretischen Einführung, die diese Fragen behandelt, sollen von den Studierenden kleinere empirische Untersuchungen zum Zusammenfassen von Texten, zur gemeinsamen Textherstellung, zur Texterstellung am Computer und zur Verständlichkeit von Texten gemacht werden. Zur Qualifikation in diesem Seminar gehört auch, daß sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer als Versuchspersonen für derartige Untersuchungen zur Verfügung stellen.


Dr. Thomas Gloning

Von Luther bis Leibniz: Deutsche Sprachgeschichte der Frühen Neuzeit im Spiegel von Texten

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 12-14, B 106 Beginn: 20.10.1999

Gegenstand des Seminars ist die Geschichte der deutschen Sprache im 16. und 17. Jahrhundert. Zu den wichtigeren Entwicklungen in diesem Zeitraum gehören z.B. die weitere Vereinheitlichung einer deutschen Standardsprache (u.a. durch Luthers Einfluß), die Entstehung neuer Medien und Texttypen (z.B. Zeitungen) oder die Frage einer systematischen Pflege der deutschen Sprache im 17. Jahrhundert. - Das Seminar soll (i) mit den wichtigsten sprachgeschichtlichen Entwicklungen in diesem Zeitraum vertraut machen, (ii) in grundsätzliche Fragen der historischen Sprachbetrachtung und des Sprachwandels einführen, (iii) zu methodischer Umsicht und Mißtrauen bei der Arbeit mit älteren Texten anregen. - Grundlegende Arbeitsform wird die gemeinsame Leküre und die Kommentierung von Texten bzw. Textauszügen sein.

Hinweise zur Vorbereitung finden Sie im Laufe des Sommers unter:

http://www.uni-giessen.de/~g909 (Stichwort LEHRE wählen)


Prof. Dr. Henning Lobin

Dependenzgrammatik

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF

Di 16-18, B 106 Beginn: 19.10.1999

Die Dependenzgrammatik hat ihren Ausgang genommen mit dem Werk von Lucien Tesničre in den fünfziger Jahren und ist seitdem in Konkurrenz zur Generativen Grammatik weiterentwickelt worden. Die Dependenzgrammatik spielt heute eine wichtige Rolle in der kompletten Beschreibung einzelner Sprachen sowie in der Computerlinguistik, wo Dependenzgrammatiken bereits seit Jahrzehnten in der Maschinellen Übersetzung und anderen Bereichen eingesetzt werden. Den dependenziellen Ansatz zeichnet eine enge Kopplung von grammatischer Struktur, Funktion und Semantik auf.

In diesem Seminar wird die historische Grundlegung der Dependenzgrammatik durch Tesničre rekapituliert und die Hauptwerke ihrer Entwicklung bis heute durchgearbeitet. Eine detaillierte Literaturliste wird zu Beginn des Semesters verteilt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten die Bereitschaft mitbringen, im Laufe des Semesters ein Referat zu übernehmen.

LITERATUR: P.H. Matthews 1981: Syntax. Cambridge: Cambridge University Press [zur Vorbereitung besonders Kapitel 4 'Constituency and dependency']


Prof. Dr. Rosemarie Rigol

Spracherwerb: Lexikon und Syntax

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 10-12, B 33 Beginn: 20.10.1999

Der Aufbau des Lexikons beim Kind erfolgt in unterschiedlicher Beschleunigung und mit Hilfe verschiedener Verfahren: dem langsamen Anfang steht eine beschleunigte Entwicklung nach der 50-Wörter-Grenze gegenüber. Die Untersuchung der unterschiedlichen Qualitäten des Lexikonerwerbs und der daraus sich ergebenden Struktur des Lexikons ist eines der Themen der Veranstaltung.

Die Beteiligung der Syntax an der Entfaltung des Lexikons ist das zweite Thema; dabei interessieren vor allem das unterschiedliche Entwicklungstempo beider Zweige des Sprachkönnens und die wechselseitige Einwirkung.

Den Fragen gehen wir an neueren Texten der Spracherwerbsforschung und an Sprachprotokollen nach.

Leistungsnachweis: Thematisches Referat, schriftlich ausgearbeitet oder Protokollanalysen.


Dr. Martin Wachtel

Studienangebot "Informationsvermittlung und Medien”:
Informieren mit Fernsehen

Hauptseminar L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 16-18, B 106 Beginn: 18.10.1999

Das Seminar ist Bestandteil des Studienangebotes 'Informationsvermittlung und Medien'. Im Rahmen dieses Studienangebotes werden in den folgenden drei Semestern je ein Hauptseminar zu den Themen 'Informieren mit Fernsehen', 'Technische Dokumentation' und 'Presse-Journalismus' angeboten. Da zwischen den genannten Themen ein enger innerer Zusammenhang besteht und die Seminare zum Teil aufeinander aufbauen, wird von den Teilnehmern des hier angekündigten ersten Seminars erwartet, daß sie auch an den folgenden zwei Seminaren teilnehmen.

Das Hauptseminar beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Formen des audiovisuellen Berichtens. Dieses Thema wird unter vier Fragestellungen behandelt.

1. Was sind die wichtigsten Spielarten audiovisuellen Berichtens?

2. Was sind die auditiven und visuellen Gestaltungsmittel des Berichtens im Fernsehen?

3. Was wissen wir über Verstehen und Wirkung audiovisueller Texte?

4. We werden Fernsehberichte redaktionell geplant, journalistisch vorbereitet und produziert?

Der letzte Arbeitsschritt beinhaltet die Produktion eines Fernsehberichtes und wird von einem Medienpraktiker geleitet.

Zur Vorbereitung auf das Seminar steht in der Bibliothek ein Reader bereit, der wichtige Texte zum Thema enthält.


Prof. Dr. Gerd Fritz

Linguistisches Colloquium

Oberseminar L3,L5,Mag.,Prom.

Di 14-16, B 106 Beginn: 19.10.1999

Im Linguistischen Colloquium sollen anhand von Texten aus dem 17. Jahrhundert Entwicklungen in der Geschichte der Kommunikationsform der Kontroverse untersucht werden. Auf Wunsch können auch Themen behandelt werden, die in besonderer Weise der Examensvorbereitung dienen.


Dr. Martin Wachtel

Examenskolloquium

Oberseminar L1,L2,L5,Mag.,Prom.

Mo 18-20, B 106 Beginn: 18.10.1999

Im Examenskolloquium erhalten die Examenskandidaten und -kandidatinnen Gelegenheit, sprachwissenschaftliche Themen zu erarbeiten und zu diskutieren, die ihrer Examensvorbereitung dienen.


Angewandte Sprachwissenschaft und Computerlinguistik


Prof. Dr. Henning Lobin

Grundlagen der Computerlinguistik

Vorlesung AS&CL

Di 14-16, C 27 Beginn: 19.10.1999

Dieser Kurs soll die Teilnehmer mit einem Bereich vertraut machen, dessen besonderer Reiz in seiner verbindenden Stellung zwischen den Geisteswissenschaften und technisch-mathematischen Disziplinen besteht. Die für den wissenschaftlichen Umgang mit Sprache notwendige Intuition trifft hier auf formale Methoden, die ihre Wurzeln in der Logik und der Informatik haben. Gleichwohl bedeutet dies nicht, daß die Computerlinguistik lediglich eine Übertragung traditioneller linguistischer Methoden auf den Computer ausmacht. Die wissenschaftliche Beschäftigung mit Sprache unter Zuhilfenahme eines automatischen Symbolverarbeitungssystems, wie der Computer es ist, hat in vielen Bereichen zur Entwicklung neuer Theorien, zur Analyse besonders komplizierter Zusammenhänge und zur Verwendung genauerer Formalismen geführt, die längst auch ihrerseits auf die Linguistik Einfluß ausüben. Obwohl der Bereich ‚Computerlinguistik' heißt, steht also der Computer keineswegs allein im Zentrum. Es geht um eine Linguistik, oder - genereller - um eine Art der Informationsverarbeitung, bei der durch und in Hinsicht auf den Computer Sprache und Kommunikation in einer anderen Perspektive erscheinen.

LITERATUR: J. Allen 1995: Natural Language Understanding. Redwood City: Cummings, 2nd ed. - H. Lobin 1999: Informationsmodellierung in XML und SGML. Berlin/Heidelberg: Springer.


Prof. Dr. Henning Lobin

Übung zu Grundlagen der Computerlinguistik

Proseminar AS&CL

Mi 10-12, B 106 Beginn: 20.10.1999

Siehe Grundlagen der Computerlinguistik.


Prof. Dr. Henning Lobin

Grammatik der deutschen Gegenwartssprache

Vorlesung L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF

Do 8-10, A 1 Beginn: 21.10.1999

Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.


Prof. Dr. Henning Lobin

Dependenzgrammatik

Hauptseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom,DaF,HF/NF

Di 16-18, B 106 Beginn: 19.10.1999

Siehe Deutsche Sprache Hauptstudium.


Prof. Dr. Andreas Jucker

Sociolinguistics

Vorlesung

Di 8-10, A 4 Beginn: 19.10.1999

Siehe Fachbereich 10 Anglistik.


Dr. Thomas Gloning

Einführung in die Kommunikationsanalyse

Proseminar (Basisseminar) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mi 8.30-10.00, B 106 Beginn: 20.10.1999

Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.


Dr. Martin Wachtel

Grammatik der deutschen Sprache

Proseminar (Basisseminar) L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 14-16, B 24 Beginn: 18.10.1999

Siehe Deutsche Sprache Grundstudium.


N.N.

Informatik I

Vorlesung AS&CL

Zeit und Ort s. Aushang


N.N.

Übungen zu Informatik I

Vorlesung AS&CL

Zeit und Ort s. Aushang


Mittelalterliche Literatur

Vorlesung


Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Das Bild des Mannes in der deutschen Literatur des Mittelalters

Vorlesung L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF,GH

Mo 8.30-9.45, A 3 Beginn: 18.10.1999

Das aktuelle Interesse an der Geschichte der Frau lenkt auch den Blick wieder zurück auf die Geschichte des Mannes. Die Vorlesung zeichnet einen Ausschnitt dieser Geschichte anhand wichtiger erzählender und liedhafter Texte nach. Dabei wird der Vielschichtigkeit dieser Geschichte in der Spannung zwischen individueller Freiheit und gesellschaftlichen Zwängen nachgegangen.


Grundstudium


Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur:
Fabeln und Mären des Strickers

Proseminar L1,L2,L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 10-12, B 106 Beginn: 18.10.1999

Knappe Einführung in die deutsche Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem grammatischem Fokus; Einübung in die Kunst des Übersetzens anhand von Erzählungen des Strickers, eines Autors aus der Mitte des 13. Jahrhunderts.

Textgrundlage: Der Stricker: Erzählungen, Fabeln, Reden. Mittelhochdeutsch/Neuhochdeutsch. Stuttgart 1992 (Reclam 8797). In Sprachgeschichte und Grammatik wird anhand eines Skripts eingeführt.

Leistungsnachweis durch Klausur am 07.02.2000.


Bettina Hofmann

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur:
"Die Versnovellen Konrads von Würzburg”

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,HF/NF

Mi 10-12, C 30 Beginn: 20.10.1999

Dieses Seminar setzt zwei gleichwertige Akzente, nämlich sowohl einen sprachhistorischen als auch einen literaturwissenschaftlichen. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte mit mittelhochdeutschem Schwerpunkt vermittelt. Gleichzeitig sollen die TeilnehmerInnen Kenntnisse über die mittelhochdeutsche Dichtung erlangen und zur Interpretation derselben befähigt werden. Konrad von Würzburg ist einer der kunstfertigsten und vielseitigsten Dichter der mittelhochdeutschen Epoche. Im Zentrum werden seine drei Versnovellen Heinrich von Kempten, Der Welt Lohn und Das Herzmaere stehen. Als Voraussetzungen für den Erwerb eines qualifizierten Scheines dienen regelmäßige Teilnahme und Mitarbeit sowie das Bestehen der Klausur am Seminarende.

LITERATUR: Konrad von Würzburg Heinrich von Kempten, Der Welt Lohn, Das Herzmaere,mittelhochdt./neuhochdt., (Reclam) Stuttgart 1968. (DM 8.-)


Dr. Jörg Riecke

Einführung in die mittelhochdeutsche Sprache und Literatur:
Hartmann von Aue, Der arme Heinrich

Proseminar L1,L2,L3,L5,Mag.,Prom.,DaF,HF/NF

Mo 14-16, B 106 Beginn: 18.10.1999

Das Proseminar versteht sich als Einladung ins Mittelalter. Es werden Grundkenntnisse der deutschen Sprachgeschichte und der mittelhochdeutschen Literatur vermittelt. Textgrundlage ist "Der arme Heinrich" Hartmanns von Aue. Der Besuch des Proseminars wird mit einer Klausur abgeschlossen.

Zur Anschaffung wird empfohlen: Hartmann von Aue: Der arme Heinrich. Hrsg. von Hermann Paul, 16., neu bearb. Auflage besorgt von Kurt Gärtner, Tübingen 1996. Zur ersten Orientierung kann dienen: Thomas Bein: Germanistische Mediävistik. Eine Einführung, Berlin 1998.


Hauptstudium


Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Monster und Fabelwesen - Fantastische Gestalten in der Literatur des Mittelalters

Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Do 14-16, B 106 Beginn: 21.10.1999

Bei der Analyse mittelhochdeutscher Texte spielt die Funktion fantastischer Wesen eine bisher eher untergeordnete Rolle. Das Seminar will dies anhand ausgewählter Beispiele ändern. Leistungsnachweise durch Stundenprotokoll (= Teilnahmenachweis) oder Referat/Hausarbeit (= qualifizierter Nachweis).

LITERATUR Ulrich Müller/Werner Wunderlich (Hg.): Dämonen, Monster, Fabelwesen (Mittelalter-Mythen 2). St. Gallen 1999.


Prof. Dr. Xenja von Ertzdorff-Kupffer und Prof. Dr. Helmut Meinhardt

Boethius: "Trost der Philosophie” in der althochdeutschen Übersetzung Notkers III. von St. Gallen (Anfang 11. Jahrhundert). Interdisziplinäres Forschungsseminar

Oberseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF,WP,HS

Fr 10-12, C 3 Beginn: 22.10.1999

Texte: Boethius: Trost der Philosophie. Lateinisch und deutsch. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 5. Aufl. 1986 (= Sammlung Tusculum)

Notker der Deutsche: Boethius, "De consolatione Philosophiae”. Buch I/II. Hrsg. von Petrus W. Tax. Tübingen, Max Niemeyer Verlag 1986. - Dieser Band bildet die Textgrundlage des Seminars. Der Vollständigkeit halber seien noch aufgeführt die Bücher III (1988), IV/V (1990), hrsg. von Petrus W. Tax. Tübingen, Niemeyer.

Rudolf Schützeichel: Althochdeutsches Wörterbuch.4. Aufl. Tübingen, Max Niemeyer Verlag 1989

Stefan Sonderegger: Althochdeutsch als Anfang deutscher Sprachkultur. Freiburg, Schweiz, Universitätsverlag 1997

Ingeborg Schröbler: Notker III von St. Gallen als Übersetzer und Kommentator von Boethius' De Consolatione Philosophiae. Tübingen, Max Niemeyer Verlag 1953

Das Kloster St. Gallen im Mittelalter. Die kulturelle Blüte vom 8. bis zum 12. Jahrhundert. Hrsg. von Peter Ochsenbein. Darmstadt, Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1999

Loris Sturlese: Die deutsche Philosophie im Mittelalter. Von Bonifatius bis zu Albert dem Großen 748-1280. München, Beck 1993

Wolfgang Haubrichs: Geschichte der deutschen Literatur ..., Teil I, 1: Die Anfänge: Versuche volkssprachiger Schriftlichkeit im frühen Mittelalter. Frankfurt am Main, Athenäum 1988

Voraussetzung zur Teilnahme: Abgelegte Zwischenprüfung in Germanistik, lateinische und althochdeutsche Sprachkenntnisse, Interesse für philosophisch-theologische und philologische Fragestellungen, Bereitschaft zu aktiver Mitarbeit.


Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Examenskolloquium

Hauptseminar L3,Mag.,Prom.,HF/NF

Mo 14-16, B 109a Beginn: 18.10.1999, 14-tägig

Vorbereitung auf das Staatsexamen für Staatsexamenskandidatinnen und -kandidaten oder solche, die es bald werden wollen. Es wird gezielt das sog. Grundlagenwissen erarbeitet und das Frage- und Antwortspiel der mündlichen Prüfung trainiert.


Prof. Dr. Otfrid Ehrismann

Kolloquium für Doktorandinnen und Doktoranden

Kolloquium Prom.

Sa 15-18, B 106 Beginn: 23.10.1999, 14-tägig


Veranstaltungen des Instituts für neuere deutsche
Literaturwissenschaft

Die einzelnen Veranstaltungen sind den drei folgenden Schwerpunkten zugeordnet: Theorie und Methoden der Literaturwissenschaft (a), Literatur und Geschichte (b) und Ästhetische Theorie, Poetik, Literaturtheorie (c).


Vorlesungen


Prof. Dr. Christine Lubkoll

Einführung in das Studium der allgemeinen und vergleichenden Literatur- und Kulturwissenschaft

Vorlesung (a, b) L3, AVL, Mag., Prom., DaF, DTM und HagF

Mi 10-12, A5 Beginn: 20. 10. 99

Die Vorlesung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden des Faches Komparatistik; sie richtet sich aber auch an Studierende der NDL oder anderer geisteswissenschaftlicher Fächer, die sich für interdisziplinäre Perspektiven interessieren.

Gegenstand der Vorlesung ist ein Überblick über Kernbereiche der Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft: Literaturtheorie (wissenschaftstheoretische Voraussetzungen des Textverstehens; Theorie literarischer Kunstmittel; Gattungstheorie; Intertextualität; Theorie der literarischen Übersetzung) und vergleichende Literaturgeschichte (literarische Epochen, Gattungsgeschichte und Thematologie im übernationalen Vergleich, Rezeptionsgeschichte und interkulturelle Austauschprozesse). Außerdem werden - entsprechend der Gießener Ausrichtung der Komparatistik - die Beziehungen zwischen der Literatur und anderen Künsten (Musik, bildende Kunst und darstellende Kunst) sowie kulturwissenschaftliche Ansätze (Mentalitätsgeschichte, historische Diskursanalyse, Kultursemiologie und gender-Forschung) thematisiert.

All diese Bereiche werden in der Vorlesung exemplarisch behandelt. Eine Lektüreliste wird zu Beginn ausgegeben.


Prof. Dr. Erwin Leibfried

Goethezeit (Epochenzyklus Teil IV)

Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Di 16-18, A 1 Beginn: 19. 10. 99

Die Vorlesung wird dort weiterfahren, wo die vorhergehende zur Aufklärung endete. Im Zentrum steht die deutsche Klassik und die Dichtung der Romantik, also die 25 Jahre vor und nach der Jahrhundertwende 1799/1800. Behandelt werden auch die großen Poeten, die sich nicht so recht einordnen lassen wollen: Jean Paul, Kleist, Hölderlin. Ein Blick fällt zudem auf das, was die Deutschen wirklich lasen, während ihre Klassiker schrieben (z. B. Lafontaine und Kotzebue).

Zur Einführung auch: Heine: Die romantische Schule; Korff: Geist der Goethezeit; Leibfried: Goethe! Ein Komet am Himmel der Jahrhunderte.


PD Dr. Andrea Jäger

Historisches Erzählen im 20. Jahrhundert

Vorlesung (a, b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, AVL

Mo 14-16, A 2 Beginn: 18. 10. 99

Spätestens seit Nietzsches Kritik des Historismus hat das historische Denken und damit auch das historische Erzählen seine Unschuld verloren. Dem ausgehenden 19. Jahrhundert gilt die Geschichte nicht mehr fraglos als Berufungsinstanz für die objektive Gültigkeit sinnhafter Ordnungsvorstellungen. Die Geschichte des 20. Jahrhunderts erscheint vollends ungeeignet für die Hoffnung, im Geschichtsprozeß walte so etwas wie ein vernünftiges Gesetz. Dennoch erfährt die historische Erzählung in diesem Jahrhundert einen neuen Aufschwung, dessen Ende nicht absehbar ist. Die Vorlesung stellt die unterschiedlichen Formen, Geschichte in Erzählung zu fassen, dar: die Modernisierung der Form angesichts der fundamentalen Geschichtsskepsis wie auch die Fortschreibung des traditionellen historischen Romans etwa im Zuge des sozialistischen Realismus. Zu Beginn wird eine Einführung in die aktuellen Theorien des historischen Erzählens gegeben. Literaturhinweise gibt es im Verlauf der Vorlesung.


Proseminare


Christiane Holm, M.A.

Theodor Storm: Novellen

Grundlagenseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, NF/DaF

Do 14-16, B 128 Beginn: 21. 10. 99

Kaum jemand wird ihn nicht im Deutschunterricht der Mittelstufe gelesen haben - und fast alle behalten ihn in guter Erinnerung. Nicht nur der Nordsee-Tourismus unterliegt der "Husumerei” (Fontane) in Storms Novellen, begeistert sich für die atmosphärische Dichte der Landschaftsschilderungen, zugleich imposante Kulisse komplizierter Liebesgeschichten. Während Theodor Storms Erzählwerk einer der beliebtesten Interpretationsgegenstände in der amerikanischen und japanischen Germanistik ist, tut sich die deutsche Forschung immer etwas schwer mit dem "Provinzler und vermeintlich versponnenen Idylliker” (Bollenbeck).

Das Seminar setzt ein mit der Erarbeitung von erzähl- und gattungstheoretischen Grundlagen. Sie sollen an dem "perspektivisch gebrochenen Erzählen” (Pastor), insbesondere an den komplizierten Wechselbeziehungen von Erinnern und Vergessen in den Novellen erprobt werden. Angesichts der vielen intertextuellen Bezüge zur romantischen Literatur ist zu diskutieren, inwieweit eine epochale Zuordnung zum Realismus möglich und sinnvoll ist. In der neueren Forschung werden besonders die intermedialen Qualitäten des Stormschen Erzählens, die 'Kamerafahrten', 'Cuts' und 'Zooms', hervorgehoben. Dieser Frage soll nicht nur im Text, sondern auch in seinen filmischen Interpretationen nachgegangen werden: Geplant ist ein Exkurs zu den zahlreichen "Schimmelreiter”-Verfilmungen. Eine weitere Leitfrage soll der Funktion des Weiblichen in den Texten nachgehen, z. B., warum so viele Mädchenfiguren als "bildhafte Leichen” enden (Bronfen). Abschließend werden die weitgehend unbekannten Künstlernovellen behandelt, die sich - mit unterschiedlichen Akzentsetzungen - als poetologische Reflexion in der jeweils anderen Kunst (Malerei, Bildhauerei, Musik) lesen lassen.

Novellen: Auf dem Staatshof; Ein Bekenntnis; Im Nachbarhaus links; Der Schimmelreiter; Immensee; Auf der Universität; Aquis Submersus; Schweigen; Eine Malerarbeit; Psyche; Ein stiller Musikant.

Zur Einführung: Georg Bollenbeck: Theodor Storm. Eine Biographie. Ffm. 1991. - Eckart Pastor: Die Sprache der Erinnerung. Zu den Novellen v. T. S. Ffm. 1988. - Harro Segeberg: Intermedialität bei Storm. Zur Mediengeschichte des Schimmelreiter-Komplexes. In: Schr. d. T.-S.-Ges. Bd. 42 (1993) - Elisabeth Bronfen: Leichenhafte Bilder - Bildhafte Leichen. Zu dem Verhältnis von Bild und Referenz in Storms Novelle "Aquis Submersus”. In: Die Trauben des Zeuxis. Hg. v. H. Körner u. a. Hildesheim 1990.


Prof. Dr. Erwin Leibfried

Praxis der Interpretation

Grundlagenseminar L1, L2, L3, L5, Mag., HF/NF

Mo 14-16, B 9 Beginn: 18. 10. 99

Exemplarisch soll studiert werden, wie man Texte, vorwiegend Lyrik und kurze Prosa, wissenschaftlich versteht, interpretiert. Es werden Beispiele aus allen Epochen der deutschen Literatur behandelt.

In den Feriensprechstunden kann Material eingesehen oder abgeholt werden.


Stephanie Wodianka

Das Theater des 17. Jahrhunderts im europäischen Vergleich

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DTM

Mi 8-10, B 31 Beginn: 20. 10. 99

Horribilicribrifax, Pantalone und der eingebildete Kranke, Phčdre, Hamlet und Catharina von Georgien, Commedia dell`arte und Charakterkomödie, wandernde Schauspieltruppen und erste feste Theaterbühnen - das Theater des 17. Jahrhunderts ist durch die Verschiedenheit seiner Bedingungen in Frankreich, Italien, England und Deutschland geprägt.

Im Rahmen des Seminars soll deshalb nicht nur anhand einer exemplarischen Lektüre ein Überblick über "Tragisches" und "Komisches” im Zeitraum zwischen 1600 und 1700 erarbeitet werden, sondern es wird auch angestrebt, die praktischen Voraussetzungen für Schauspieler und Bühne sowie die (kultur-)politischen Zusammenhänge mit ins Blickfeld zu rücken.

Der Bezugs- und Schwerpunkt des Seminars ist das deutsche Theater. Auf dem Semesterprogramm stehen aber auch "Le Malade imaginaire” und "Tartuffe” von Moličre, Jean Racines "Phčdre”, "Macbeth” von William Shakespeare sowie "Scenari” der Commedia dell`arte.

Ein gemeinsamer Theaterbesuch wird angestrebt, für den Rest ist Lesefreude unbedingt mitzubringen!

LITERATUR: Zur Vorbereitung und Einführung wird empfohlen: Marian Szyrocki: Die deutsche Literatur des Barock. Eine Einführung. Stuttgart: Philipp Reclam 1979, S. 294-357.


Carsten Behle

"Gut sein ist besser, denn vornehm.” Deutsche Idyllentheorie und -dichtung im 18. Jahrhundert

Proseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF, DTM

Di 12-14, B 128 Beginn: 19. 10. 99

Die Idylle stellt eine außerordentlich beliebte Gattung in der Literatur des 18. Jahrhunderts dar, was nicht zuletzt der bemerkenswerte internationale Erfolg der insgesamt drei Sammlungen von Idyllen des Schweizer Dichters, Malers und Verlegers Salomon Gessner belegt. Gleichwohl ist sie als eigenständige Gattung gegen Ende des Jahrhunderts nahezu vollständig verschwunden. Nach einer gattungstheoretischen und historischen Einleitungsphase wird das Seminar diesen Prozeß anhand zentraler theoretischer Positionen (Fontenelle, J. A. Schlegel, Mendelssohn, Herder, Schiller) sowie prominenter Vertreter idyllischer Dichtung (Gessner, Maler Müller, Voss, Jean Paul, Goethe) verfolgen. Am Ende wird ein Ausblick auf die Formen stehen, in denen die Idyllentradition im 19. Jahrhundert fortgeführt wird.

Die maßgeblichen theoretischen Texte liegen in einer für Seminarzwecke geeigneten Form in der Textsammlung von Helmut J. Schneider vor. Diese empfehle ich ebenso zur Anschaffung wie die noch immer grundlegende Einführung von Renate Böschenstein-Schäfer. Die meisten literarischen Texte liegen in preiswerten und brauchbaren Leseausgaben in Reclams Universal Bibliothek vor (die auch sehr gut ins Urlaubsgepäck passen). Zur Vorbereitung empfehle ich neben der Lektüre der Einführung (sowie der Einleitung des Schneider-Bandes) die Beschäftigung mit mindestens einem der genannten Autoren bereits in den Semesterferien.

LITERATUR (bitte anschaffen!): Renate Böschenstein-Schäfer: Idylle. 2., durchgesehene und ergänzte Auflage. Stuttgart 1977. (Sammlung Metzler; M 63.) - Deutsche Idyllentheorien im 18. Jahrhundert. Mit einer Einführung und Erläuterungen herausgegeben von Helmut J. Schneider. Tübingen 1988. (Deutsche Text-Bibliothek; Bd. 1.)

Eine ausführliche Literaturliste wird zu Semesterbeginn vorgelegt.


Dr. Harald Schmidt:

Die deutsche Komödie von der Aufklärung bis ins 20. Jahrhundert

Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., DTM, NF/DaF

Mo 10-12 , B 31 Beginn: 18. 10. 99

Das Seminar gilt einem wiederholt totgesagten, gleichwohl zählebigen poetischen Wechselbalg: der deutschen Komödie. Im diachronen Längsschnitt vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart sollen Grundstrukturen und Wandlungsfiguren der Gattung an einschlägigen poetischen Texten aufgewiesen werden. Die Diskussion orientiert sich dabei an zwei Perspektiven. Zum einen ist die Frage nach dem Verhältnis der Komödie zu anderen literarischen Textsorten (u. a. Tragödie, Märchen, Schwank) bzw. nach ihrer Koalition mit unterschiedlichen Formen des Komischen (Satire, Humor, Ironie, Groteske) zu stellen. Zum anderen soll ein Blick auf Theorien des Komischen wie des Lachens (Bergson, Bachtin, Ritter) das Verständnis der vorgestellten Texte schärfen. Behandelt werden: G. E. Lessing: Minna von Barnhelm; J. M. R. Lenz: Der Hofmeister; J. W. Goethe: Der Bürgergeneral; L. Tieck: Der gestiefelte Kater; H. v. Kleist: Der zerbrochene Krug; G. Büchner: Leonce und Lena, G. Hauptmann: Der Biberpelz; A. Schnitzler: Der grüne Kakadu; C. Sternheim: Die Hose; B. Brecht: Herr Puntila und sein Knecht Matti; F. Dürrenmatt: Der Meteor

LITERATUR: R. Grimm; W. Hinck: Zwischen Satire und Utopie. Frankfurt/M. 1982; B. Asmuth: Einführung in die Dramenanalyse. Stuttgart 1980, W. Freund (Hg.): Deutsche Komödien vom Barock bis zur Gegenwart. München 1988.


Guido Naschert, M. A.

Hölderlin und Schlegel

Proseminar (b) L3, Mag., Prom., DTM, NF/DaF

Mo 14-16, B 31 Beginn: 18. 10. 99

Das Seminar bietet eine überblicksartige Einführung in den Lebenskontext, die Dichtung und das theoretische Werk Friedrich Hölderlins und Friedrich Schlegels. Ausgehend von vergleichbaren Problemstellungen (z. B. dem Konflikt zwischen Glaubenskrise und Wissensbegründung, dem Geschlechterverhältnis, der Gattungstheorie, dem Enthusiasmus- und Ironiebegriff, ihrer Bestimmung von Philosophie und Poesie, ihrem Naturverständnis, der Neuen Mythologie und ihrer poetologischen Stellung zur Weimarer Klassik) sollen Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Autoren herausgearbeitet werden, um folgenden Aufgaben zu entsprechen:

- der topographischen Annäherung an die unterschiedlichen kulturellen Konstellationen von Tübingen, Jena, Frankfurt und Berlin um 1800;

- der Lektüre ausgewählter Gedichte, Romane (Hyperion, Lucinde), Essays und poetologischer Schriften;

- der Charakterisierung zweier Protagonisten frühromantischer Literatur und Philosophie mit der Absicht, Stereotype ihres Verhältnisses zu überprüfen;

- der Einführung in die Grundlagen der Hölderlin- und Schlegel-Forschung.

LITERATUR: U. Gaier (u. a.): Hölderlin Texturen Bd. 2: Das "Jenaische Project”. Das Wintersemester 1794/95 mit Vorbereitung und Nachlese. Hg. von der Hölderlin-Gesellschaft Tübingen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Schillergesellschaft Marbach. Tübingen 1995; Bd. 3: "Gestalten der Welt.” Frankfurt 1796-1798. Tübingen 1996 - U. Gaier: Hölderlin. Eine Einführung. Tübingen (u. a.) 1993 - E. Behler: Friedrich Schlegel. Reinbek b. Hamburg 1966 - M. Frank: 'Unendliche Annäherung'. Die Anfänge der philosophischen Frühromantik. Frankfurt/M. 1997.


Dr. Thomas Borgard / Caroline Welsh, M. A.

Wissen und Literatur am ‚Ende der Aufklärung' (1800/1945)

Proseminar L3, Mag., Prom., NF, AVL

Mi 14-18, 14 tägig B 128 Beginn wird rechtzeitig p. Aushg. bekanntgegeben

Für die seit den 1970er Jahren mit der Vorsilbe post- operierenden Stellungnahmen zur Moderne bilden die Erörterung und Desillusionierung der Ziele der Aufklärung Merkmale historischer Selbstvergewisserungsstrategien. Dabei erscheint es reizvoller, die Aufmerksamkeit nicht auf sie, sondern auf die geschichtlichen Gegenstände selbst zu lenken; Denkstrukturen sollten dadurch besser erkennbar werden. Ausgangspunkt des Seminars ist die Epochenschwelle um 1800, in der "das optimistische Vertrauen auf den unaufhaltsamen Forschritt [...] der aufgeklärten Vernunft in das Bewußtsein der eingetretenen Entfremdung des gesellschaftlichen Lebens umschlug” (H. R. Jauß). Wissenschaftsgeschichtlich wird diese Entwicklung markiert von der Ablösung des Naturrechtsdenkens durch die historische Rechtsschule. Jean Paul und Heinrich von Kleist haben darauf produktiv reagiert, indem sie den aufbrechenden Kontrast zwischen rationaler Machtausübung von Kirche und Staat und individuellem Glücksanspruch ins Zentrum stellen. Gleichzeitig erscheint es im Einflußbereich der ‚romantischen' Naturwissenschaften vorübergehend möglich, eine Verbindung zwischen empirischer und metaphysischer Ordnung aufrechtzuerhalten, wobei das "Naturschöne” zunehmend phantastisch verzerrt wird. Dies soll an Werken von Clemens Brentano, Achim von Arnim und E. T. A. Hoffmann aufgezeigt werden. - Anschließend werden die erarbeiteten Kompetenzen für eine Diskussion der Situation um 1945 nutzbar gemacht. Denn hier verschärfen sich auf radikale Weise die Probleme künstlerisch zu bewältigender Interessenzusammenhänge der "Macht”sowie einer technisch verfügbaren, indes wertindifferenten Natur. Hierfür sind Texte von Hermann Broch, Theodor W. Adorno, Samuel Beckett und Alfred Döblin vorgesehen.

LITERATUR. Das Seminar setzt Lesefreude, Bereitschaft zu regelmäßiger Mitarbeit und Interesse an fachübergreifenden Fragestellungen voraus. Eine erste Orientierung bietet Hans Robert Jauß: Studien zum Epochenwandel der ästhetischen Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1989. - Gelesen werden: JEAN PAUL: Hesperus. Sechster Schalttag: "Über die Wüste und das gelobte Land des Menschengeschlechts” (1795); Titan. Komischer Anhang. "Hafteldorns Idylle auf das vornehme Leben” (1800/01); Levana. Zweites Bruchstück. Drittes Kapitel: "Über den Geist der Zeit” (1806); Dämmerungen für Deutschland. "I. Über den Gott in der Geschichte und im Leben” (1809). - Heinrich von KLEIST: Michael Kohlhaas (1810); Prinz Friedrich von Homburg (1809-11). - Clemens BRENTANO / Johann Joseph von GÖRRES: Wunderbare Geschichte von Bogs dem Uhrmacher (1807). - Achim von ARNIM: Die Majoratsherren (1819). - E. T. A. HOFFMANN: Klein Zaches genannt Zinnober (1819); Meister Floh (1822). - Alfred DÖBLIN: Märchen vom Materialismus (1943). - Hermann BROCH: Die mythische Erbschaft der Dichtung (1945); Mythos und Altersstil (1947). - Samuel BECKETT: Fin de partie (1957). - Theodor W. ADORNO: Versuch, das Endspiel zu verstehen (1961).


Dr. des. Sandra Pott

Griechische Antike in der Lyrik um 1900: Rainer Maria Rilke "Die Sonette an Orpheus" (1922)

Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag.

Di 18-20, B 128 Beginn: 19. 10. 99

Der Untergang des Abendlandes, den Oswald Spengler für die Zeitgenossen so prominent beklagt hat, brachte zunächst einmal eine Wiederbelebung der fast schon verschwunden geglaubten Traditionen mit sich: Antikes `Bildungsgut´ wird aufgenommen und in Formen überführt, wie sie für die Jahrhundertwende angemessen erscheinen. Die `großen Themen´ der `Alten´, Erotik, Leben und Tod, werden mit Hilfe antiker Motive dargeboten und so mit Nachdruck in die lange währende Tradition abendländischer Kultur eingereiht. Zitate antiker Mythen deuten eine weit die Literatur hinausweisende Vorstellungen an, denen aber oft nur schwer Bedeutung zuzuweisen ist.

Rilkes Die Sonette an Orpheus aus dem Jahr 1922 sind aus einer eingehenden Beschäftigung mit der griechischen Antike entstanden, mit Ovids Metamorphosen etwa. Eine Vielfalt von Anspielungen und die musikalische Form lassen diese Bezüge erahnen. Sie vor dem Hintergrund der zeitgenössischen Beschäftigung mit antikem Wissen zu interpretieren, soll Aufgabe des Seminars sein.

Eine Literaturliste wird zu Seminarbeginn ausgehändigt.

Quellen: R. M. Rilke: Duineser Elegien / Die Sonette an Orpheus. Stuttgart 1997, Reclam UB 9624. Ders.: Gedichte. Stuttgart 1997, Reclam UB 9623.


PD Dr. Carola Hilmes

Medea-Mythen im 20. Jahrhundert

Proseminar (a, b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., NF, DTM, DaF, AVL

Mo 16-18, B 24 Beginn: 18. 10. 99

Medea, durch Euripides´ Drama bekannt als die 'Barbarin aus dem Osten', ist in mehrfacher Hinsicht ausgegrenzt: als Frau, als Fremde und als Mörderin. Ihre Geschichte aber ist reicher als das misogyne Klischee. Christa Wolf sieht in dieser Figur, deren Name "die guten Rat Wissende” bedeutet, eine Frau auf der Grenze zwischen Wertsystemen. Die Rezeption des Medea-Stoffes durch Hans Henny Jahnn (1920) und durch Jean Anouilh (1946) setzen andere signifikante Akzente. Für eine vergleichende Untersuchung außerdem berücksichtigt werden sollen Heiner Müllers 'Medea-Material' und Pasolinis Medea-Verfilmung mit der Callas in der Hauptrolle.

Die Auseinandersetzung mit Mythen bietet die Möglichkeit einer gesellschaftskritischen Analyse, die sich vorrangig auf die Macht der Bilder richtet, hier insbes. die Projektionen des Weiblichen und des Männlichen. Darüber hinaus ist es möglich, im Spiegel der Mythen die eigene Zeit neu zu sehen: Traditionelle Prägungen werden modifiziert, einzelne Motive verschoben bzw. in andere Kontexte übersetzt und dabei im eigenen Sinne umgefälscht. Mit Rekurs auf Euripides sollen die genannten Medea-Varianten des 20. Jahrunderts verglichen werden; dabei ist auch der Mythen-Begriff zu thematisieren.


Prof. Dr. Klaus Inderthal

Zur Interpretation gegenwärtiger Prosa

Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mo 16-18, B 128 Beginn: 18. 10. 99

Erörtert werden soll Prosa nach 1945 bis zur Gegenwart, von den Autoren Heinrich Böll, Wolfgang Koeppen, Alfred Andersch, Günter Grass, Max Frisch, Ingeborg Bachmann, Christa Wolf u. a.

LITERATUR: W. Barner (Hg.): Geschichte der deutschen Literatur von 1945 bis zur Gegenwart. München 1994.


Prof. Dr. Christine Lubkoll

Die Novelle. Einführung in die Geschichte eines Erzählmodells

Proseminar (a) L1, L2, L3, L5, AVL, Mag., DaF

Di 14-16, B 24 Beginn: 19. 10. 99

Das Seminar beschäftigt sich mit der europäischen Gattungstradition der Novelle in einer kulturgeschichtlichen Perspektive. Es fragt nach der spezifischen Leistung der Novelle als Erzählmodell, es untersucht die sich wandelnde Funktion des novellistischen Erzählens in der neuzeitlichen Literaturentwicklung: von der Renaissance bis zur Gegenwart. Dabei werden die formalen Vorgaben (gesellige Rahmensituation, inszenierte Mündlichkeit, Konzentration bzw. Zuspitzung auf einen Krisenpunkt) vor dem Hintergrund sozialhistorischer, mentalitätsgeschichtlicher und literatursoziologischer Kontexte reflektiert; zugleich geht es um die Frage nach bevorzugten thematischen Stoßrichtungen (moralische Erzählung; psychologische Novelle; Künstlernovelle etc.). Das Seminar möchte einführen in systematische gattungstheoretische Problemstellungen; es gibt dabei aber zugleich einen exemplarischen Überblick über wichtige Stationen, Werke und Autoren der Geschichte der Novellistik.

Eine Liste der Primärtexte und der zum Einstieg empfohlenen Forschungsliteratur findet sich ab Mitte Juli in einem Seminarordner in der Bibliothek.


Almuth Hammer, M.A.

Einführung in die vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft

Proseminar (a, b) AVL (evtl. L3, DaF, Mag.)

Do 16-18, B 128 Beginn: 21. 10. 99

Diese Einführung ist eine Pflichtveranstaltung für alle Studierenden, die das Fach 'Allgemeine und vergleichende Literatur- und Kulturwissenschaft (Komparatistik)' im Haupt- oder Nebenfach studieren. Das Seminar dient der Einführung in die Methoden der Komparatistik. Abgesehen von der Diskussion grundsätzlicher komparatistischer Fragestellungen werden drei Schwerpunkte gesetzt: 1. Thematologie (am Beispiel des Antigone-Stoffes); 2. Gattungsgeschichte im übernationalen Vergleich (am Beispiel der Novelle); 3. übergreifende Probleme der Epochengeschichtsschreibung (am Beispiel der 'europäischen Romantik').

LITERATUR: Peter von Zima: Komparatistik. Einführung in die vergleichende Lieraturwissenschaft. Tübingen 1992; George Steiner: Die Antigonen. Geschichte und Gegenwart eines Mythos. München 1990; Hugo Aust: Novelle. Stuttgart 1990; Gerhard Hoffmeister: Deutsche und europäische Romantik. Stuttgart 1990.


Dr. Bettina Bannasch

Hörspiel

Proseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., DaF, NF, DTM, AVL

Mi 14-18, 14 tägig, B 128 Beginn: 20. 10. 99; konstituierende Sitzung am Mi 20. 10. 99, 14-15.00 Uhr, B 24

Gegenstand des Seminars ist die Geschichte des Hörspiels und seiner Theorie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Dabei wird deutlich werden, daß sich das Hörspiel als eine eigenständige Gattung von rein literarischen Texten unterscheidet; seiner Nähe zu Musik und Film wird hier besondere Aufmerksamkeit zukommen. Da im Rahmen des Seminars einige größere, zusammenhängende Arbeitseinheiten (Hörspielbearbeitung und Literaturverfilmung im Vergleich; Besuch der Hörspielstudios des Hessischen Rundfunks; Autorengespräch) vorgesehen sind, wird das Seminar - die ersten beiden Sitzungen ausgenommen - vierstündig und vierzehntägig stattfinden. Behandelt werden Texte von Brecht, Döblin, von Klass, Seghers, Eich, Hildesheimer, Jandl / Mayröcker, Wondratschek, Kagel und Jelinek.

Sprechstunden: Siehe Aushänge an B 156.


Hauptseminare

(Für die obligatorischen Vorbesprechenungen beachten Sie bitte entsprechende Aushänge!)


Helga Meise

Galante Lyrik und Geschlechterdifferenz: "Teutschlands Galante Poetinnen” 1680-1730

Hauptseminar (a, b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., AVL

Mi 10-12, B 31 Beginn: 20. 10. 99

Am Beispiel der Lyrik, die Frauen zwischen 1680 und 1730 verfaßten, fragt das Seminar nach den Merkmalen ihrer Gedichte sowie nach den Bedingungen, unter denen sich "Teutschlands Galante Poetinnen” in die zeitgenössischen Diskurse der "Galanten” einschalteten. Die Faszination, die von "Teutschlands Galanten Poetinnen” ausging, ist dabei ebenso zu bestimmen, wie der Hintergrund, vor dem ihre literarischen Werke entstanden, das Ideal des "Galanten” und seine Herkunft, der Aufstieg der Liebesthematik in der Lyrik wie die Lyrik und die ästhetischen Konzepte einiger deutschsprachiger "Galanter” männlichen Geschlechts.

LITERATUR zur Vorbereitung: Maria Aurora v. Königsmarck: Die drey Töchter Cecrops. In: Die Hamburger Oper. Eine Sammlung von Texten der Hamburger Oper aus der Zeit 1678-1730. Hg. von R. Meyer. 3. Bde. München 1980, Bd. 1, S. 125-171 (Nachdruck der Ausgabe von 1680); Georg Christian Lehms: Teutschlands Galante Poetinnen ... Nebst einem Anhang ausländischen Dames. Frankfurt am Main 1714/15. Nachdruch Darmstadt 1966/ Leipzig 1973.


Dr. Günter Butzer / Dr. Joachim Jacob

Beschreibungskunst

Hauptseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DaF, AVL

Mi 10-12, B 24 Beginn: 20. 10. 99

Die Kunst der Beschreibung hat eine lange Tradition. In der Rhetorik unter den Begriff der descriptio bzw. ekphrasis gefaßt, gilt sie - an den Schulen bis heute - als eine unverzichtbare Übung, um Sprachfertigkeit zu erwerben. Neben dieser didaktischen Funktion läßt sich aber seit Homers berühmter Beschreibung des Schild des Achilles in der Ilias auch eine eigenständige literarische Kunst der Beschreibung beobachten, die teils in virtuosen Einzelbeschreibungen, teils aber auch einen ganzen Schreibstil prägend Gestalt gewinnt. Als drittes bedeutendes Feld der Beschreibungskunst schließlich ist seit der Renaissance die Kunst der Bildbeschreibung zu nennen, wie sie zuerst vor allem Vasari in seinen Künstler-Viten entfaltet hat. Im Seminar sollen unterschiedliche Formen der Beschreibungskunst an exemplarisch ausgewählten Texten diskutiert werden, in denen die skizzierten Traditionen auf unterschiedliche Weise eingegangen sind. Behandelt werden in Auszügen Homer, Ilias, XVIII. Gesang; Vasari, Viten; B. H. Brockes, Irdisches Vergnügen in Gott; J. J. Winckelmann, Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Wercke; H. Kleist, Empfindungen vor Friedrichs Seelandschaft; G. Chr. Lichtenberg, Ausführliche Erklärung der Hogarthischen Kupferstiche; W. Heinse, Ardinghello; A. Stifter, Bunte Steine; Heiner Müller, Bildbeschreibung; u. a.

Zur Vorbereitung: Beschreibungskunst - Kunstbeschreibung. Hg. v. Gottfried Boehm und Helmut Pfotenhauer. München 1995. Mit Seminarbeginn wird ein Reader zur Verfügung stehen. Zur Übernahme von Referaten nutzen Sie bitte schon unsere Feriensprechstunden!


Prof. Dr. Erwin Leibfried

Theorie und Geschichte des bürgerlichen Trauerspiels

Hauptseminar (a) L3, Mag., Prom., DTM

Do 16-18, B 24 Beginn: 21. 10. 99

Das bürgerliche Trauerspiel darf als eine der wichtigsten Gattungen des aufklärenden Jahrhunderts gesehen werden. Seine besonders auch schon zeitgenössische Theorie ist in hohem Maße Muster literaturwissenschaftlicher Argumentationen; historisch soll der Bogen von Lessing bis Hebbel gespannt werden.

Nützlich bleibt, sich vorab zu informieren: Guthke, Das bürgerlichen Trauerspiel; Mathes (Hrsg.), Die Entwicklung des bürgerlichen Dramas im 18. Jh.; Szondi, Die Theorie des bürgerlichen Trauerspiels im 18. Jh.. Dann aber möglichst schon zu lesen: Brüggemann (Hrsg.), Die Anfänge des bürgerlichen Trauerspiels in den fünfziger Jahren [Deutsche Literatur, Reihe Aufklärung, zuerst 1934, dann auch 1974]

In den Feriensprechstunden kann Material eingesehen oder abgeholt werden.


Dr. Michael Schlott

Der Prosabegriff in der ästhetischen Theorie des 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts

Hauptseminar (c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, AVL, DaF

Di 14-16, B 31 Beginn: 19. 10. 99

Eine (beliebig ausgewählte) Passage aus Schnabels Wunderliche Fata einiger See-Fahrer (1731): "Biß hieher war der Capitain Wolffgang damals in seiner Erzehlung kommen, als er, wegen einbrechender Nacht, vor dieses mal abbrach, und versprach, uns bey erster guten Gelegenheit, den übrigen Rest seiner Avanturen wissend zu machen.” - Als Tieck den Roman 1828 neu herausgibt (Die Insel Felsenburg), lautet seine Version dieser Stelle: "Bis hierher war der Kapitain Wolfgang in seiner Erzählung gekommen, als er wegen einbrechender Nacht für diesmal abbrach, mit dem Versprechen, daß er uns bei der ersten Gelegenheit den noch übrigen Theil seiner Begebnisse mittheilen wolle.” - Der Stil ist ,eleganter', der Rhythmus ,eingängiger', weil Tieck in seiner Neuausgabe z. B. die schwerfälligen ,connexiones verbales' (etwa die Verknüpfung damals/als in Haupt- und Nebensatz) aufhebt. - Von sprach- und literaturwissenschaftlichem Interesse ist nicht nur dieses (hier an einem Beispiel verdeutlichte) stilgeschichtliche ,Resultat', sondern ebenso der langwierige vorausgehende Reflexionsprozeß in der ästhetischen Theorie. Das Seminar verfolgt diese Entwicklung anhand einschlägiger Texte von etwa 1730 bis zur Ausbildung des romantischen Prosabegriffs.

LITERATUR: Eric A. Blackall: Die Entwicklung des Deutschen zur Literatursprache. Stuttgart 1966. S. 110-239.

Vorbesprechung und Anmeldung: Di 06. 07. 99, 14 Uhr, bitte Aushang beachten.


Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

>Bildungsromane< der Goethezeit

Hauptseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, AVL, DaF

Di 14-16, B 33 Beginn: 19. 10. 99

Der für die Epoche zentrale Erzähltyp soll unter literaturhistorischen und denkgeschichtlichen Aspekten behandelt werden, d. h. die zeitgenössischen 'Wissenschaften vom Menschen' werden anhand ausgewählter Textpassagen einbezogen. Zu fragen ist etwa: Welche familiären, sozialen, ethischen Regularitäten weist die Welt dieser Texte auf? Was heißt in ihnen >Bildung<? Unter welchen Bedingungen wird sie möglich? Welche Konzeption der Person wird entwickelt? Behandelt werden: Goethe: Wilhelm Meisters Lehrjahre / Wanderjahre (RUB 7826, 7827); Tieck: Franz Sternbalds Wanderungen (RUB 8715); Novalis: Heinrich von Ofterdingen (RUB 8339); E. T. A. Hoffmann: Lebens-Ansichten des Katers Murr (RUB 153); Eichendorff: Ahnung und Gegenwart (RUB 8229).

Themen für Referate können bereits in der vorlesungsfreien Zeit übernommen werden (Anmeldung in den Sprechstunden). Zur ersten Einführung in die Forschung vgl. den Artikel "Bildungsroman”, in: Reallexikon der deutschen Literaturwissenschaft, gemeinsam mit Harald Fricke, Klaus Grubmüller und Jan-Dirk Müller hg. von Klaus Weimar. Bd. I A-G. 3., neubearb. Aufl.. Berlin, New York 1997, S. 230-233.


Dr. Lothar Schneider

Der Realitätseffekt

Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag. Prom., DTM

Mo 10-12, B 128 Beginn: 18. 10. 99

Nachdem fast ein Jahrhundert intensiv gestritten worden war, was Realismus sei, sein müsse und sein solle, kam man schließlich überein, die Frage fallen zu lassen und statt dessen zu untersuchen, durch welche literarischen Mittel der Eindruck von 'Realität' produziert werden könne.

Im Seminar sollen bekannte, aber auch unbekanntere Stationen dieser Diskussion je in Text und Theorie vorgestellt und analysiert werden.

Das Programm wird zur Vorbesprechung ausgehängt. Bereits feststehende Themen sind die Dorfgeschichte Berthold Auerbachs, die Diskussionen um Gustav Freytags Soll und Haben, um George Eliots Middlemarch und um Zola, die sog. Expressionismusdebatte um Brecht und Lukacs. Zum Schluß möchte ich die Titelthese von Balibar / Macherey und Barthes am Beispiel von Thomas Pynchons Erzählung Entropie diskutieren.

LITERATUR: Berthold Auerbach: Schwärzwälder Dorfgeschichten und Emile Zola: Thérese Raquin (bei Reclam); Gustav Freytag: Soll und Haben (aktuell teuer, aber Ladenhüter in Antiquariaten); George Eliot: Middlemarch; Thomas Pynchon: Spätzünder (Rowohlt).


Prof. Dr. Klaus Inderthal

Expressionismus

Hauptseminar (b) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom.

Mo 14-16, B 128 Beginn: 18. 10. 99

Erörtert werden soll die Lyrik und die Prosa des Expressionisnus, vor allem in Hinsicht auf die Werke von Gottfried Benn, Georg Heym, Georg Trakl, Franz Kafka u.a.

LITERATUR: K. Pinthus (Hg.): Menschheitsdämmerung, Ein Dokument des Expressionismus. Reinbek 1959 u. ö.; K. Otten (Hg.): Ego und Eros. Meistererzählungen des Expressionismus. Stuttg. 1963.; O. F. Best (Hg.): Theorie des Expressionismus. Stuttg. 1982, durchgesehene u. verbesserte Aufl.; S. Vietta, H.-G. Kemper: Expressionismus. München 1975.


Prof. Dr. Christine Lubkoll

Thomas Mann, Doktor Faustus.

Hauptseminar (b, c) L3, Mag., Prom., AVL

Do 10-12, B 128 Beginn: 21. 10. 99

"Es ist ein großer Fehler der Sage und des Gedichts, daß sie Faust nicht mit der Musik in Verbindung bringen. Er müßte musikalisch, müßte Musiker sein.” (Th. Mann, Deutschland und die Deutschen.) - In seinem Roman 'Doktor Faustus' präsentiert Thomas Mann das Faustproblem in der Form eines 'musikalischen Teufelspakts'. Mit dieser spezifischen Konstellation eröffnet sich eine doppelte Perspektive: Im Medium der Musik kulminieren zentrale Konfliktfelder des Fauststoffs, so daß der Roman dessen Geschichte gleichsam resümiert; zugleich erscheint die moderne Musik als Paradigma einer kulturgeschichtlichen, philosophischen und ästhetischen Krise. Beide Aspekte - die Stellungnahme zur Stofftradition sowie die modernen Implikationen des Teufelspakts - stehen im Mittelpunkt der Diskussion. In der Lektüre werden dabei vor allem die intertextuellen und kulturgeschichtlichen Bezugsfelder in den Blick genommen: die literarischen Bezüge auf die 'Historia' und Goethes 'Faust'; der kunsthistorische Verweis auf Dürers 'Melencolia'; die musikgeschichtliche Auseinandersetzung mit Beethoven, Wagner und Schönberg; schließlich die philosophischen Bezugnahmen auf Nietzsche, Kierkegaard, vor allem aber auf Theodor W. Adorno.

Vorbesprechung und Anmeldung: 14. 7., 13.00 Uhr s.t.


Prof. Dr. K. Inderthal

Paul Celan

Hauptseminar (b, c) L3, MAG, PROM, HF/ NF

Di 14-16, B 128 Beginn: 19. 10. 99

"Durch die Dichtung Paul Celans” - schreiben Hamacher und Menninghaus - "sind so gut wie alle kanonischen Formen literarischer Erkenntnis problematisch geworden. Sie stellt das Problem der Darstellbarkeit und Mitteilbarkeit von Erfahrungen in einer Weise, die es nicht mehr erlaubt, Kommentare und Interpretationen auf der hermeneutischen Prämisse ruhen zu lassen, das Gedicht und sein Verstehen könnten sich in einem identischen Medium des Bedeutens bewegen.” Das Seminar soll sich, in Hinsicht auf Paul Celans Gesamtwerk, dem Problen stellen, das eine Deutung der Gedichte und der Poetik Celans ist.

LITERATUR: P. Szondi: Celan-Studien. Frankf./M. 1972 u. ö.; H.-G. Gadamer: Wer bin Ich und wer bist Du? Kommentar zu Celans >Atemkristall<. Frankf./M. 1973 u. ö.; W. Hamacher, W. Menninghaus (Hg.): Paul Celan. Frankf./M. 1988; J. Derrida: Schibboleth. Für Paul Celan. Dt. Graz u. Wien 1986; O. Pöggeler: Spur des Worts. Zur Lyrik Paul Celans. Freiburg, München 1986.


Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Literaturtheorie und Romankunst: Das Werk Umberto Ecos

Hauptseminar (b, c) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., DTM, NF/DaF, AVL

Mo 16-18, C 27 Beginn: 19. 10. 99

Im Mittelpunkt des Seminars steht nicht der Erfolgsschriftsteller, sondern der Literaturtheoretiker: Wie hat Eco den "Streit der Interpretationen” - so der Titel seiner Konstanzer Universitätsreden - entschieden? Welche Entwicklung hat seine semiotische Theorie genommen? Und welche Interferenzen bestehen zwischen dem theoretischen und dem literarischen Diskurs? Behandelt werden: Umberto Eco: Lector in fabula (dtv 4531); Die Grenzen der Interpretation (dtv 4644); Zwischen Autor und Text. Interpretation und Überinterpretation. Mit Einwürfen von Richard Rorty, u. a. (dtv 4682); Das Foucaultsche Pendel (dtv). - Nützliche Textsammlung: Im Labyrinth der Vernunft. Texte über Kunst und Zeichen. Hg. von M. Franz und St. Richter (Reclam Leipzig, Bibliothek 1547). Themen für Referate können bereits in der vorlesungsfreien Zeit übernommen werden (Anmeldung in den Sprechstunden).


Oberseminare


Prof. Dr. Friedrich Vollhardt

Literaturgeschichtliche Prozesse in der Frühen Neuzeit

Oberseminar (b, c) L3, Mag., Prom.

Mi 10-12, B 128 Beginn: 20. 10. 99

Die theoretisch entwickelte Frage nach der 'Verweltlichung' literarischer Sinnverständigung in der Frühen Neuzeit soll anhand ausgewählter Quellen vertieft werden. Einige Sitzungen sind der Diskussion neuerer Forschungsliteratur und der Vorstellung von Examensprojekten vorbehalten. Voraussetzung für die Teilnahme: Persönliche Anmeldung und Absprache von Vortragsthemen vor Semesterbeginn (Sprechstunden in der vorlesungsfreien Zeit).


Prof. Dr. Christine Lubkoll

Rhythmus. Zum Konnex von Philosophie, Musik, Literatur und Anthropologie um 1900

Oberseminar (a, c) L3, AVL, Mag., Prom.

Mi 18-20, B 128 Beginn: 20. 10. 99

Es ist ein Phänomen, daß um 1900, im aufkommenden Maschinenzeitalter, in den verschiedensten Disziplinen über 'Rhythmus' nachgedacht wird: in der Lebensphilosophie und Anthropologie, in der Psychologie und Medizin, in der Musik und in der Literatur. Dabei wird die Idee des Rhythmischen - im erklärten Gegensatz zu abstrakten Ordnungen wie Metrum, Takt oder maschinell erzeugtem Regelmaß - mit der organischen Bewegung des Natürlichen in Verbindung gebracht und als Äußerungsform von Individualität betrachtet. - Das Seminar beschäftigt sich mit theoretischen Ausführungen über 'Rhythmus' um 1900, fragt nach analogen Denkansätzen in den verschiedenen Disziplinen (nach einem übergeordneten Denkmuster) und untersucht schließlich, in welcher Weise sich rhythmustheoretische Überlegungen auf die konkrete Gestaltung literarischer Texte und musikalischer Kompositionen auswirken.

Vorbesprechung und Anmeldung: 14. 7., 13.30 Uhr.


Prof. Dr. K. Inderthal

Theorien der Kunst und der ästhetischen Erfahrung

Oberseminar (c) L3, Mag., Prom., DTM

Di 16-18, B 128 Beginn: 19. 10. 99

Erörtert werden sollen verschiedenartige Ansätze zu einer Theorie der Kunst und einer Theorie der ästhetischen Erfahrung.

LITERATUR: D. Henrich, W. Iser (Hrsg.): Theorien der Kunst. Frankf./M. 1982; Ch. Menke: Die Souveränität der Kunst. Ästhetischen Erfahrung nach Adorno und Derrida. Frankf./M. 1991.


Prof. Dr. Erwin Leibfried

Perspektiven angewandter Literaturwissenschaft

Oberseminar (a) L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF, DTM

Mo 16-18, C 26 Beginn: 18. 10. 99

Das OS versteht sich wie seit langem als workshop und Bastelbude, wo im Blick auf das nahe Ende [sc. des Studiums] über das Leben danach weniger nachgedacht als gehandelt wird. Konkret kann das ablaufende Goethe-Jahr, das nicht mehr zu verhindern war, Anlaß für viele Projekte sein.

In den Feriensprechstunden kann Material eingesehen oder abgeholt werden.


Brückenkurse


N.N.

Rhetorik

Brückenkurs L1, L2, L3, L5, Mag., AVL, DaF

Zeit und Ort: siehe Aushang Beginn: 1. Semesterwoche


Sprecherziehung


N.N.

Stimm- und Sprechübungen für Lehramtsstudierende

4 stündig, siehe Aushang


N.N.

Grundlagen der Gesprächsführung für Lehramtsstudierende

4 stündig, siehe Aushang

Themen und Zeiten der Lehrveranstaltungen für Sprecherziehung standen bei Redaktionsschluß für das Kommentierte Vorlesungsverzeichnis noch nicht fest.

Bitte beachten Sie die Aushänge!


Veranstaltungen des Instituts für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur

Vorlesungen


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Schriftspracherwerb

Vorlesung L1, L5, HF/NF, Mag./Prom.

Di, 14.30-16, A ül2 Beginn: 19.10.1999


Prof. Dr. Carsten Gansel

Einführung in Theorie, Geschichte und Didaktik der Kinder- und Jugendliteratur

Vorlesung L1, L2, L3, L5, Mag.

Mi, 08-10, A 4 Beginn: 20.10.1999

Die Vorlesung gibt einen Einblick in das Entstehen der Kinder- und Jugendliteratur (KJL) bzw. des KJL-Systems seit dem ausgehenden 18. Jhdt., informiert über Begriff-lichkeiten, Theorien sowie die verschiedenen Gattungen und Genre innerhalb der KJL. Im Rahmen eines Prozesses von Modernisierung werden aktuelle Entwicklungen in der KJL beschrieben (Darstellungsweisen, Stoffe, Themen) und ihre Rolle im Literaturunterricht diskutiert.

Eine Orientierung bietet der Band: Carsten Gansel: Moderne Kinder- und Jugendliteratur. Ein Praxishandbuch für den Unterricht. Berlin: Cornelsen-Scriptor 1999


Einführung


Dr. Karl W. Bauer

Einführung in die Deutschdidaktik (mit Tutorium)

Einführungsseminar L1 (Grundschulfach, 1.u.2. Semester)

Di, 10-12, C 27 Beginn: 19.10.1999

Es sollen Einblicke in Struktur und Didaktik des Faches Deutsch in der Grundschule erarbeitet werden. Im zugeordneten einstündigen Tutorium werden Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens geübt.


Grundstudium


Dr. Karl W. Bauer

Erzählen im Deutschunterricht

Proseminar L1, L2, L3, L5

Mi, 8-10, E 6 Beginn: 20.10.1999

Mündliches und schriftliches Erzählen gehört zu den festen Bestandteilen des Deutschunterrichts aller Schulformen und -stufen. Das Proseminar soll Einblick geben in die Grundlagen der linguistischen, rhetorischen, literaturwissenschaftlichen und didaktischen Erzählforschung und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu eigenen praktischen Versuchen.


Ingeborg Berndt

Vom Erstschreiben zur Schreibkonferenz - Freies Schreiben in der Grundschule

Proseminar L1, L5

Mo, 18-20, B 210 Beginn: 18.10.1999

Di, 16-18, C3 Beginn: 19.10.1999

Wie lernen Kinder schreiben? Was heißt schreiben? Schreibanlässe? Umgang mit Freiem Schreiben - Schreibanlässe, Rechtschreiben- und Grammatikfragen? Schreibkonferenzen.


Prof. Dr. Swantje Ehlers

Literarisches Lernen und Leseerziehung

Proseminar L2, L3

Mi, 10-12, C 26 Beginn: 20.10.1999

In diesem Seminar stehen der Leser und die Lektüre im Mittelpunkt. Die Rezeptionsästhetik wie auch kognitionswissenschaftliche Verstehenstheorien haben in den vergangenen Jahren die konstruktive Leistung des Lesers betont. Vor diesem Hintergrund sind eine Vielfalt literaturdidaktischer Konzeptionen entwickelt worden, die einen schülerzentrierten, handlungsbetonten und kreativen Umgang mit Texten ermöglichen möchten. Das Seminar zielt darauf, Formen literarischen Lernens, die den Lerner zum Text hinführen und zu eigenen Lesarten ermutigen, ohne die Texte der Beliebigkeit zu überantworten, vorzustellen und selbst zu erarbeiten.

LITERATUR Belgrad, J./Fingerhut, K. (Hrsg.) (1998): Textnahes Lesen. Annäherungen an Literatur im Unterricht. Hohengehren: Schneider. Haas, G. (1997): Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht. Seelze-Velber: Kallmeyer'sche Verlagsbuchhandlung.


Renate Fritz

Differenzierung und Individualisierung im Deutschunterricht der Sekundarstufen

Proseminar L2, L3, L5

Fr, 10-12, B 210 Beginn: 22.10.1999

Alle Schülerinnen und Schüler lernen zur gleichen Zeit, im gleichen Tempo, mit der gleichen Begeisterung, mit dem gleichen Material beim gleichen Lehrer und haben den gleichen Erfolg. Die Vorstellung, dass Unterricht so funktionieren könnte, ist eine Illusion. Vielmehr sind Lerngruppen in vielfacher Hinsicht sehr heterogen, auch in schulformbezogenen Klassen. Dieser Tatsache soll durch Differenzierung und Individualisierung des Unterrichts Rechnung getragen werden. Der hessische Rahmenplan für die Sekundarstufe formuliert folgenden didaktischen Grundsatz: "Ein schülerorientierter Deutschunterricht erfordert also besondere Aufmerksamkeit für einzelne Schüler und Schülerinnen, für bestimmte Schülergruppen und ihre Situation und muss diese unter Berücksichtigung ihrer individuellen Lernvoraussetzungen und Leistungsfähigkeit fördern.” Welche Möglichkeiten und Schwierigkeiten es gibt, diese Forderung im schulischen Alltag einzulösen, soll im Seminar an einzelnen Unterrichtsbausteinen vorgestellt und ausprobiert werden..

LITERATUR: Freies Arbeiten (Praxis Deutsch, Heft 141, 1997) - Differenzen: Weiblich - Männlich? (Praxis Deutsch, Heft 143, 1997)


Prof. Dr. Carsten Gansel

Zwischen Phantastik und Adoleszenzroman - (Post)Moderne Literatur für Kinder und junge Erwachsene

Proseminar L1,2,3,5, Mag.

Di, 16-18, B 210 Beginn: 19.10.1999

Wirft man einen Blick auf die Auswahllisten zum Deutschen Jugendliteraturpreis der 90er Jahre wie auch auf Bestsellerlisten, so kann man zu dem Ergebnis kommen, daß die Grenzen zwischen Kinder- und Jugendliteratur (KJL) und Allgemeinliteratur oder zwischen sogenannter Hoch- und Unterhaltungsliteratur zunehmend fließend werden: Jürg Schubigers "Als die Welt noch jung war” (1996), Mats Wahls "Winterbucht” (1996); Kevin Henkes,,... und dann kam Joselle” (1997); Brock Coles "Celine” (1997), Nick Hornbys "High Fidelety” (1997), Hans Olssons Rollenspiele” (1997); Bart Moeyaerts "Blosse Hände” (1998), Irene Disches "Zwischen zwei Scheiben Glück” (1998), Jutta Richters "Der Hund mit dem gelben Herzen” (1999) passen schwer in ein traditionelles Verständnis von KJL. Für den Literaturunterricht bilden Texte diesen Typs eine Herausforderung. Neben der Diskussion von aktuellen Entwicklungen zielt das Seminar insbesondere darauf, an ausgewählten Beispielen eine Einführung in die Analyse literarischer Texte zu geben.


Prof. Dr. Wolfgang Gast

Medienpädagogisches Grundwissen: Filmsprache

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF., DaF

Mi, 10-12, A 4 Beginn: 20.10.1999

Unerläßliche Voraussetzung für einen angemessenen Umgang mit audiovisuellen Texten aller Genres, wie er medienpädagogisch in allen neueren Curricula heute gefordert wird, ist die Kenntnis der wichtigsten filmsprachlichen Kategorien und deren analytische Anwendung. Einstellungsgrößen, Perspektiven, Achsverhältnisse, Montageformen, usw. spielen in Werbespots und TV-Serien ebenso eine Rolle wie in Kino- und Fernsehfilmen. In diesem Grundlagenseminar soll der analytische Umgang damit geübt werden. Jeder der TeilnehmerInnen muß sich aktiv daran beteiligen (Anmeldung in Zi 207, Frau Klein).

LITERATUR: Grundlage ist der im Institut hergestellte Reader ‚Filmsprache' (siehe Aushang), für weitergehende Studien: James Monaco, Film verstehen.


Sabine Heymann

Theater im Fernsehen - am Beispiel der Stücke Ödon von Horváths und anderer

Proseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom. HF/NF

Mi 16-18, B 210 Beginn: 20.10.1999

Nachdem es an den deutschen Theatern jahrelang recht still geworden war um Ödon von Horváth, waren auf dem diesjährigen Theatertreffen in Berlin gleich zwei bemerkenswerte Inszenierungen von Texten dieses Autors vertreten: Luc Bondys Ausgrabung eines als unspielbar geltenden Dramas "Figaro läßt sich scheiden" und Martin Kušejy radikale Neuinterpretation eines modernen Klassikers: "Geschichten aus dem Wienerwald". Das Seminar wird sich im Rahmen von Aufführungsanalysen kritisch mit den Zugangsweisen dieser beiden Regisseure befassen. Nachdem vor einigen Jahren heftig geführten Debatte um Theateradaptionen im Fernsehen und anspruchsvollen Versuchen, etwa Peter Steins, das Theater in das neue Medium zu "übersetzen" und dafür eine eigene Ästhetik zu entwickeln, werden Theaterproduktionen im Fernsehen heute in der Regel lediglich dokumentiert. Im Seminar sollen verschiedene Adaptionstypen betrachtet und einer kritischen Analyse unterzogen werden.

LITERATUR Ödon von Horvath: "Figaro läßt sich scheiden" und "Geschichten aus dem Wienerwald"


Dr. Barbara Kluge

Kinder auf dem Weg zur Schrift - Anfangsunterricht nach dem Hess. Rahmenplan

Proseminar L1, L5

4 Blockveranstaltungen, B 210 Beginn: 29.10.1999

Fr, 15-19, 29.10.; 19.11.; 10.12.; 21.01.00

Sa, 09-13, 30.10.; 20.11.; 11.12.; 22.01.00

Wie Kinder ihre Wege in die Welt der Schrift finden können, ist faszinierend. 25 Jahre Forschung, die uns neue Erkenntnisse über den Schriftspracherwerb gebracht haben, werden heute für die Grundschule fruchtbar und finden ihren Niederschlag in den Formulierungen der Richtlinien/Rahmenpläne.

In diesem Seminar werden Sie grundlegende Literatur zu diesem Thema lesen und sich in "Expertengruppen” kleinere Texte erarbeiten. Am Ende werden Sie Ihre Arbeitsergebnisse in einer Präsentation dokumentieren.

Ich werde Ihnen mit Dias und Schülerarbeiten aus meiner Praxis berichten. Die Literatur werde ich Ihnen im Seminar zur Verfügung stellen.

Es besteht auch die Möglichkeit einer Einführung in die Arbeit mit der Schuldruckerei.

Da die Teilnehmerzahl begrenzt bleiben muss, wird eine Liste zur verbindlichen Anmeldung ab 18. Oktober im Sekretariat, Zi. B 213, ausliegen.

Beschränkte Teilnehmerzahl: Anmeldungen im Sekretariat ab 18.10.99, Zimmer 213.


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Von Gutenberg zu Freinet

Proseminar

Di, 10-12, Ort: s. Aushang, 14 tägl. Beginn: 26.10.1999

Das Seminar wird in Verbindung mit einer Übung zur "Einführung in die Technik der Schuldruckerei” angeboten. Im Seminar wird die theoretische Grundlegung eines den Forderungen des neuen Hessischen Rahmenplans entsprechenden fibelfreien Anfangsunterrichts erarbeitet. Die Übung führt Kleingruppen in die Praxis ein. Die Teilnahme an dieser Übung ist daher verbindlich.

Zur Vorbereitung auf Seminar und Übung bitte ich zu lesen:

FREINET, CELESTIN. "Vom Schreiben- und Lesenlernen: Die 'natürliche' Methode." In: BOEHNCKE/HUMBURG. Schreiben kann jeder. Reinbek 1980. rororo 7245. (Dieses Buch ist in der Fachbereichbibliothek zugänglich, im Handel leider vergriffen.) ADRION, Dieter. Schuldruckerei - Rechtscheibvorteil inklusive. In: Balhorn, Heiko und Hans BRÜGELMANN (Hrsg.). Bedeutungen erfinden - im Kopf, mit Schrift und miteinander. Bottighofen: Verlag Die Libelle, 1993.


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Einführung in die Technik der Druckerei.

Übung zum Proseminar L1, L5, Mag./Prom., HF/NF

Di, 10-12, und n.V., B 25 Beginn: 19.10.1999

und weitere Zeiten nach Vereinbarung.

Begrenzte Teilnehmerzahl. Anmeldungen aus dem SS 99 werden vorab berücksichtigt.


Dr. Gudrun Marci-Boehncke

"Ich haue auf die Schädel und küsse hübsche Mädel” - Von rostigen Ritter und ihren Rezipienten. Mittelalter für Schulkinder

Proseminar L1, L2, L3, L5, DaF, HF/NF

Fr-So, Zeit: 14. - 16.01.2000

Blockveranstaltung in Rauischholzhausen. Vorbesprechung Do, 11.11., 12-14, B210.

Vom Mittelalter geht auch im Medienzeitalter gerade für Kinder eine große Faszination aus. Diese spiegelt sich im Angebot von Kinderliteratur und -filmen ebenso, wie in der Gestaltung von Video-Spielen. Im Seminar sollen einige Beispiele vorgestellt, ihr Einsatz im medienpädagogischen Unterricht konzipiert und kleine Rezeptionsstudien entworfen und durchgeführt werden. Deshalb werden v.a. Lehramtsstudierende für die Sekundarstufe 1 angesprochen, die sich aktiv an einzelnen Projekten beteiligen möchten.

BESCHRÄNKTE TEILNEHMERZAHL. Verbindliche Voranmeldung für den Januar-Block notwendig!

Weitere Infos zum Termin über Aushänge im Institut und e-mail:
Gudrun.U.Marci-Boehncke@germanistik.uni-giessen.de

LITERATUR: - wird den Teilnehmenden über e-mail bekanntgegeben -


Dr. Rüdiger Vogt

Didaktik und Methodik der Orthographie

Proseminar L1, L2, L3, L5

Mo 8-10, B 210 Beginn: 18.10.99

Die Rechtschreibform verlangt von uns allen, dass wir uns an die neuen Verhältnisse gewöhnen: das bislang Vertraute wird problematisch. Eine gute Gelegenheit also, nicht nur über den Sinn orthographischer Normen, sondern auch über unser eigenes Orthographie-Konzept nachzudenken. Diese Auseinandersetzung soll im Rahmen dieses Seminars geführt werden, nicht nur um die eigenen Kompetenzen zu erweitern, sondern auch um die Möglichkeiten unterrichtlichen Handelns auf der Primar- und Sekundarstufe I zu prüfen. Denn die Wahl methodischer Mittel setzt ein angemessenes Konzept von Orthographie voraus. Darüber hinaus geht es auch um die Frage, wie Fehlerprofile von Schülern analysiert werden können - mit dem Ziel einer gezielten Förderung.

LITERATUR: Augst, Gerhard / Dehn, Mechthild. 1998. Rechtschreibung und Rechtschreibunterricht. Können - Lehren - Lernen. Stuttgart: Ernst Klett Verlag. (zur Anschaffung empfohlen: DM 36,50) - Risel, Heinz. 1997. Bestandsaufnahme: Rechtschreibdidaktik. Bühl: Konkordia. Röber-Siekmeyer, Christa. 31997. Die Schriftsprache entdecken. Rechtschreiben im offenen Unterricht. Weinheim/Basel: Beltz.


Hauptstudium


Prof. Dr. Dieter Arendt

Zoologia poetica

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HF/NF

Mi, 10-12, B 210 Beginn: 20.10.1999

Tiere in der Literatur - gemeint ist nicht die Fabel, obwohl sie nicht unbeachtet bleiben darf - gemeint ist vielmehr das Tier als Kreatur und Symbol-Figur in allen Gattungen.: Drama, Roman, Novelle, Märchen, Gedicht.

Eine gewisse Hierarchie könnte sichtbar werden und zwar gemäß der Ordnung in der Gesellschafts-Geschichte: Löwe, Wolf, Bär, Fuchs - dann erst die niederen Klassen: Hunde, Katzen, Mäuse usf.; aber höchst bedeutsam sind auch Schwäne, Schlangen, Eulen usf.

Schwerpunkt: Deutsche Literatur, aber unverzichtbar ist auch der Blick auf antike Mythen und eruopäische Märchen, ferner auch auf Autoren wie Cervantes und Jonathan Swift u.a. Zur Sprache kommt auch die Koholet-Frage: "Wer weiß, ob der Odem des Menschen aufwärts fahre, und der Odem des Viehes unterwärts unter die Erde fahre?” (Koh. 3. 16-22)

Literatur zu einzelnen Tieren in der Sprechstunde und in der ersten konstituierenden Seminarsitzung..


Prof. Dr. Dieter Arendt

Doktoranden- und Magisterthemen

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag., Prom., HF/NF

Fr, 11-13, B 212 Beginn: 22.10.1999

Nur nach persönlicher Rücksprache für Magistranden und Doktoranden.


Dr. Karl W. Bauer

Literatur- und Mediendidaktik

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, DaF, Mag.

Di, 16-20, (14tägl.), B 31 Beginn: 19.10.1999

In diesem Seminar sollen Geschichte, aktuelle Konzepte, Verfahren und Materialien (Lesebücher, Projektmappen, Karteien, Audio- und AV-Medien, etc.) analysiert und diskutiert werden. Daneben sollen schulbezogene Fallstudien den alltäglichen Umgang mit diesen Konzepten und Materialien sichtbar machen.


Dr. Karl W. Bauer

Examenskolloquium

Kolloquium ExamenskandidatInnen vom Sommer 2000

Di, 16-20 (14tägl.), B 31 Beginn: 26.10.1999

Dieses Kolloquium ist verpflichtend für alle Studierenden, die bei mir im Mai/Juni 2000 ihr Examen mit der mündlichen Prüfung abschließen.


Prof. Dr. Swantje Ehlers

Wasserwelten: Über Undinen, Meerjungfrauen und Wassernixen in der deutschen Literatur

Hauptseminar L2, L3, DaF

Do, 10-12, B 210 Beginn: 21.10.1999

In vielen Novellen, Märchen, Mythen und Gedichten spielen Meernixen, Undinen, Melusinen - jene Zwischenwesen, die halb aus Mensch und halb aus Fisch bestehen, eine zentrale Rolle. In dem Seminar soll dieser Themenbereich anhand von Texten von Fouqué, Goethe, Heine, Bachmann u.a.m. erschlossen werden. Des weiteren zielt das Seminar darauf, verschiedene Lesarten und methodische Wege für den Deutschunterricht zu erarbeiten und einander gegenüberzustellen. Ebenso soll die Verbindung zur Musik und damit die Möglichkeit des fächerübergreifenden Arbeitens aufgezeigt werden.

LITERATUR Peter Härtling (1994): Das wandernde Wasser. Musik und Poesie der Romantik. Stuttgart: Radius. Ana M. Stuby (1992): Liebe, Tod und Wasserfrauen. Mythen des Weiblichen in der Literatur. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag.


Prof. Dr. Carsten Gansel

Literarische Spurensuche oder "Die leidigen Tatsachen” - Wahrscheinlichkeiten, Orte, Landschaften, Mentalitäten in Texten für Kinder und Erwachsene

Hauptseminar L1, L2, L3, L5, Mag./Prom., HN/NF, DaF

Mi, 10-12, Ort s. Aushang Beginn: 20.10.1999

Innerhalb eines literarischen Handlungssystems werden Texte zunächst nicht nach ihrem praktischen Nutzen (nützlich/nutzlos) bzw. ihrem Wahrheitswert (wahr/falsch) rezipiert und bewertet. Man wird demnach von der stillschweigenden Übereinkunft ausgehen können, daß ein historischer Roman keinen authentischen Tatsachenbericht über die dargestellte Zeit liefern muß und fiktive Orte in der Literatur nicht mit den realen identisch sind. Es steht die Frage, welche Rolle das "Prinzip Wahrscheinlichkeit” in der Literatur überhaupt spielt und welchen Stellenwert "Tatsachen” einnehmen. Im Seminar werden unter diesen Gesichtspunkten verschiedene Texte bzw. Texttypen untersucht und der Umgang mit ihnen im Literatur- wie Fremdsprachenunterricht diskutiert. Das Spektrum reicht von der Dokumentarliteratur, autobiographischen Zeugnissen und Briefen bis zur sogenannten zeitgeschichtlichen KJL. Zur Auswahl stehen Texte von Goethe, Hesse, Grass, Ch. Wolf, B. Reimann, P. Härtling, E. Kästner.


Prof. Dr. Carsten Gansel

Literarische Wertungsprozesse zwischen Deutschunterricht und Literaturkritik

Oberseminar L1, L2, L3, L5, Mag.

Di, 18-20, B 210 Beginn: 19.10.1999

Das Seminar wird zunächst Grundfragen der Struktur des Handlungs- und Symbolsystems Literatur bzw. Kinder- und Jugendliteratur diskutieren. Ausgehend davon werden Mechanismen der Bewertung von Texten in einer Mediengesellschaft sowie ihre "Kriterien” untersucht. Einen besonderen Stellenwert nimmt die Frage nach Bewertungsprozessen (Analyse und Interpretation) im Literaturunterricht ein. In diesem Rahmen werden verschiedene Konzepte des Deutschunterricht nach 1945 untersucht. Das Kolloquium dient insbesondere der Vorbereitung auf die Prüfung und ist für Examenskandidaten (SS 2000) verbindlich.


Christoph Schmitz / Prof. Dr. Carsten Gansel

Kinder- und Jugendliteratur im Hörfunk-Feuilleton - Theorie und Praxis

Hauptseminar L1,2,3,5, Mag.

Di, 14-16, B 210 Beginn: 19.10.1999

Die Kinder- und Jugendliteratur hat sich zum Gegenstand des klassischen Literaturfeuilletons nicht nur in den Printmedien, sondern auch im Hörfunk emanzipiert. Das Radio bedient sich hier seiner sämtlichen Vermittlungsformen, von der Rezension über den O-Ton Beitrag und das Feature bis zum Kritiker- und Autorengespräch. Das Seminar will zum einen diese Formen analysieren und praktisch erproben und zum anderen einen Einblick in die Programmplanung und -produktion der wöchentlichen Deutschlandfunk-Literatursendung "Büchermarkt” (Samstag), die sich der Literatur für junge Leser widmet, geben. In einem einleitenden Block werden im Seminar aktuelle Entwicklungen in der KJL diskutiert. Ein Autorengespräch ist geplant. Das Seminar ist nach dem ersten Teil als Block geplant.

Voranmeldung Zimmer 207 Frau Klein (Aushang beachten.)


Prof. Dr. Wolfgang Gast

‚Neue und alte Medien' als Themen im Kino- und Fernsehfilm

Hauptseminar L1,2,3,5, Mag./Prom., HF/NF, DaF

Di, 16-18, B 9 Beginn: 19.10.1999

Selbstreferentialität ist ein zunehmend häufiges auftretendes Strukturmerkmal von Film und Fernsehen. An älteren (Fahrenheit, Network, u.a.m.) und neueren Beispielen (Trumen Show, Late Show, email für Dich, u.a.m.) wollen wir gemeinsam herausfinden, welchen Beitrag diese Produktionen zum kultur- und medienpolitischen Diskurs leisten.

Nützliche Literatur: K. Hickethier, Einführung in die Film- und Fernsehanalyse; J. Monaco, Film verstehen, sowie Reader ‚Filmsprache' (Anmeldung in Zi 207, Frau Klein).


Prof. Dr. Wolfgang Gast

Kolloquium für Examenskandidaten

Oberseminar L1,2,5

Di, 8-10, B 210 Beginn: 26.10.1999

Es sollen Fragen und Probleme der Vorbereitung und des Ablaufs von Prüfungen besprochen sowie wichtige, häufig gewählte Prüfungsthemen exemplarisch behandelt werden.


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Von den "Hamburger Empfehlungen” zum Rahmenplan - Theorie des Sprachunterrichts in der Grundschule

Hauptseminar L1, L5, Mag./Prom., HF/NF

Mo, 10-12, C 3 Beginn: 25.10.1999

Zwischen der Theorie und auch den amtlichen Vorgaben für einen angemessenen Sprachunterricht und der herrschenden Praxis in den Grundschulen und den Lehrbüchern ist noch immer eine große Diskrepanz festzustellen. In dem Seminar wird die Diskussion um die Begründung des Sprach- und Grammatikunterrichts aufgearbeitet und werden Vorschläge für eine Veränderung der Praxis entwickelt.


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Kolloquium für Examenskandidaten

Kolloquium L1, L5

Mi, 17-19, C 3 Beginn: 27.10.1999


Prof. Dr. Wolfhard Kluge

Erfundene Geschichten

Oberseminar L1, L2, L5

Ort und Zeit siehe Aushang

Zweitägiges Wochenendseminar in Schloß Rauischholzhausen und weitere Einzeltermine nach Vereinbarung. Beschränkte Teilnehmerzahl. Anmeldeliste ab 18.10.99 (Zimmer 213). Voranmeldungen aus dem SS werden vorab berücksichtigt.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern entstehen Kosten für Fahrt, Übernachtung und Verpflegung.


Dr. Rüdiger Vogt

Zur Ontogenese schriftsprachlicher Fähigkeiten

Hauptseminar L1, L2, L3, L5

Mo 10-12, B 210 Beginn: 18.10.99

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Auseinandersetzung mit der Frage, wie sich die Fähigkeit, Texte zu schreiben, entwickelt. Auf der Grundlage von selbst empirisch erhobenen sprachlichen Daten von Schülern unterschiedlicher Jahrgangsstufen, also Aufsätze oder andere schulische Texte, sollen die allgemeinen Tendenzen der Herausbildung einer Textgestaltungskompetenz herausgearbeitet werden. Von den Teilnehmern und Teilnehmerinnen wird die Bereitschaft zur Erhebung, Auswertung und Analyse der dem Seminar zugrunde liegenden Schülertexten erwartet.

LITERATUR Augst, G. / Faigel, P. 1986. Von der Reihung zur Gestaltung. Untersuchungen zur Ontogenese der schriftsprachlichen Fähigkeiten von 13-23 Jahren. Frankfurt/M. etc.: Lang. - Becker-Mrotzeck, Michael. Schreibentwicklung und Textproduktion. Opladen: Westdeutscher Verlag.- Boueke, D. / Schülein, F. / Büscher, H. / Terhorst, E. / Wolf, Dagmar. 1995. Wie Kinder erzählen. Untersuchungen zur Erzähltheorie und zur Entwicklung narrativer Fähigkeiten. München.


Dr. Rüdiger Vogt

Sprachstörungen

Hauptseminar / Oberseminar L1, L2, L3, L5

Di 8-10, C 27 Beginn: 26.10.99

Mängelbehafteter Sprachgebrauch steht im Zentrum des Seminars. Ausgehend von einer Auseinandersetzung mit Erscheinungsformen der Aphasie, ihrer Diagnose und Therapie sollen vor allem schulrelevante Sprachstörungen wie Stottern, Lese-Rechtschreibschwäche, Dysgrammatismus bearbeitet werden. Neben den Erscheinungsformen, den Ursachen und den Therapiemöglichkeiten stehen vor allem diagnostische Übungen im Mittelpunkt.

LITERATUR Baumgartner, Stephan / Füssenich, Iris. eds. 1997. Sprachtherapie mit Kindern. München: Reinhardt. - Grimm, Hannelore. 1999. Störungen der Sprachentwicklung. Göttingen: Hogrefe.


Schulpraxis

Die Verteilung der Studierenden auf die schulpraktischen Seminare wird vom Referat für Berufs- und Schulpraxis vorgenommen. Studierende, die im Wintersemester 1998/99 ein Praktikum absolvieren wollen, erkundigen sich bitte dort, an welcher der angebotenen Veranstaltungen sie teilnehmen. Ort und Zeit der nachbereitenden Veranstaltungen werden von den Praktikumsbeauftragten sowie den Teilnehmern der Praktikumsgruppe festgelegt.

Praktikumsvorbereitende Veranstaltungen (2 st)

Bauer Mi, 10-12, Raum s. Aushang 20.10.1999

Berndt Mo, 16-18, E5 18.10.1999

Fritz Fr, 08-10, B210 22.10.1999

Vogt Mo, 16-18, B31 18.10.1999

Wachtel Mo, 12-14, B24 18.10.1999

Praktikumsnachbereitende Veranstaltungen nach Vereinbarungen. Siehe auch Aushänge im Institut für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur.


Deutsch als Fremdsprache

Einmalige Einführungsveranstaltung für alle Studienanfänger im Bereich Deutsch als Fremdsprache (Aufbaustudiengang, Magister-Nebenfach, Zusatzfach im Studiengang Neuere Fremdsprachen) Di, 19.10.99, 12-14 Uhr, B 210

Die Lehrveranstaltung Einführung in das Studium Deutsch als Fremdsprache findet erst im kommenden SS 2000 statt.

Zusätzlich zu den hier aufgeführten Veranstaltungen finden sich weitere DaF-relevante Seminare im Gesamtlehrangebot des Fachbereichs.


Prof. Dr. Swantje Ehlers

Lesen in der Fremdsprache

Aufbaustudiengang NF, Mag./Prom., DaF

Do, 14-16, B 210 Beginn: 21.10.1999

Was sind die besonderen Merkmale des fremdsprachigen Leseprozesses und worin unterscheidet sich das muttersprachige vom fremdsprachigen Lesen? Gibt es eine sprachübergreifende Lesefähigkeit, die von der Erstsprache auf das Lesen in der Zweit-/ Fremdsprache transferiert? Diese Fragen sind leitbildend für das Seminar und werden durch Rückgriff auf die empirische Leseforschung schrittweise bearbeitet werden. Auf dieser Basis sollen Kriterien für eine fremdsprachliche Lesedidaktik entwickelt und an praktischen Beispielen erprobt werden.

LITERATUR S. Ehlers (1998): Lesetheorie und fremdsprachliche Lesepraxis. Tübingen: G. Narr. G. L. Karcher (1988): Das Lesen in der Erst- und Fremdsprache. Heidelberg: J. Groos.


Angelika Braun

Deutsch als Fremdsprache und die Neuen Medien: Schwerpunkt Landeskunde

Aufbaustudiengang DaF, NF Mag.

Di, 12-16, 14tgl., B 210 20.10.1999

Welche Rolle kann das Internet mit seinem vielfaeltigen Informations und Kommunikationsangebot fuer Lehrende und Lernende bei institutionell gesteuertem und ausserinstitutionellem Fremdsprachenlernen einnehmen?

Einer Antwort auf diese Frage wollen wir uns annaehern, indem wir vorhandene (Lern-)angebote im Bereich DaF sichten und dabei sowohl zentrale Merkmale des Mediums wie auch die den Aufgabenstellungen zugrundeliegenden Vorstellungen vom Sprachlernprozess mitreflektieren.

Das WorldWideWeb als landes- und kulturkundliche Referenzquelle steht im Mittelpunkt des zweiten Teils des Seminars. Durch eigenstaendige Recherche und ueber Links, die auf verschiedenen DaF-'Einstiegsseiten' zusammengestellt sind, erkunden wir das deutschsprachige Netz nach Informationen zu ausgewaehlten Themenbereichen. Im Rueckgriff auf die Erkenntnisse, die im ersten Teil gewonnen wurden, sollen dazu abschliessend Aufgabenstellungen entwickelt werden. Auch weniger erfahrene Internet-Nutzer koennen an dem Seminar teilnehmen, sollten aber die Bereitschaft mitbringen, sich im Laufe des Semesters in das Medium einzuarbeiten.


Babette Ludwig

Ausspracheschulung

Aufbaustudiengang DaF, NF Mag.

Do, 10-12, C 26 Beginn: 21.10.1999

In diesem Proseminar geht es sowohl um die Erarbeitung von Phonetikübungen für den Unterricht (unter Berücksichtigung phonetischer Interferenzen in heterogenen Sprachkursen) als auch um theoretisches Hintergundwissen für Lehrende. Insbesondere soll thematisiert werden, ob und inwieweit in DaF-Lehrwerken -v.a. der neueren Lehrwerkgeneration- phonetische Übungen berücksichtigt werden. Darüber hinaus können auf Wunsch auch Einzelfallanalysen (phonetischer Stärken und Schwächen) von SeminarteilnehmerInnen vorgenommen werden.

LITERATUR: Dieling, Helga. Phonetik im Fremdsprachenunterricht Deutsch. Berlin u.a.: Langenscheidt, 1992. - Cauneau, Ilse. Hören, Brummen, Sprechen: Angewandte Phonetik im Unterricht Deutsch als Fremdsprache. Handbuch und Begleitheft, München: Klett, 1992.


Nicola Würffel

Unterrichtsentwürfe

Aufbaustudiengang DaF, NF Mag.

Mo, 16-18, B 210 Beginn: 18.10.1999

Wie entwerfe ich als DaF-Lehrende/r die Grobstrukturierung einer Unterrichtssequenz oder die Feinplanung einer Unterrichtsstunde? Wie bestimme ich die Lernziele, welche Phasen sehe ich vor, welchen Einstieg wähle ich, wann und wie wechsle ich die Arbeitsformen etc.? Die konkrete Planung von Unterricht ist selten Thema im wissenschaftlichen Studium des Fachs Deutsch als Fremdsprache. In der Lehrsituation fehlt deshalb später oft das theoretische Rüstzeug, um den eigenen Unterricht didaktisch sinnvoll aufzubauen. Das Seminar versteht sich als theoretische und praktische Einführung in die Planung von DaF-Unterricht. Zwei Schwerpunkte sind vorgesehen: In einem ersten Teil sollen allgemeine Techniken der Unterrichtsplanung erarbeitet werden. In einem zweiten Schritt sollen alternative Unterrichtsverfahren (Projektunterricht, binationaler Tandemunterricht, Suggestopädie, CALL etc.) exemplarisch vorgestellt, anhand eigener Unterrichtsentwürfe im Seminar - ansatzweise - erprobt und anschließend im Plenum reflektiert werden.

LITERATUR: Bausch/ Christ/ Hüllen/ Krumm (Hrsg.) (1989): Handbuch Fremdsprachen-unterricht. Tübingen: UTB.(Kapitel 31-41) - Becker, Georg E. (1984): Handlungsorientierte Didaktik, Band 1: Planung von Unterricht. Weinheim und Basel: Beltz Grüne Reihe


Prof. Dr. Helga Schwenk

Differenzieller Deutschunterricht für monolinguale und bilinguale Schüler

Proseminar L1, L5, DaF

Blockseminar: B210 Vorbesprechung: Do, 10.02.1999; 12Uhr

Fr, 18.02., 10-18; Sa, 19.02., 09-18; Mo, 21.02., 09-18; Di, 22.02.; 09-18.

Dieses Dokument wurde zuletzt überarbeitet am 02.06.2000 von Georg Rehm - Georg.Rehm@uni-giessen.de


Anmerkungen bitte an:
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Letzte Änderung: 2.04.2003 - 14:42 Uhr