Der UNIX-Editor Emacs am HRZ Gießen
(
Birgit
Kattner,HRZ)
Seit dem 14.7.1995 ist die Version 19.28 die Standard-Version
des Editors Emacs auf allen UNIX-Systemen außer EP/IX
(hamster). Der Aufruf
emacs
bedeutet jetzt, daß die Version 19.28 geladen wird (bisher Vers. 18.59).
Für diejenigen, die Emacs noch nicht kennen, hier einige "Highlights":
Emacs ist ein Public-Domain-Editor für UNIX (es gibt auch Versionen für PCs). Das Arbeiten mit dem Editor ist sehr einfach, da Emacs ähnlich wie ein PC-Editor auf Cursor- und Löschtasten reagiert. Auch Anfänger können ohne viel nachzulesen sofort mit der Eingabe beginnen. Für Fortgeschrittene bietet Emacs zusätzlich viele Spezialfunktionen, wie z.B.
- mehrere sog. Buffer, in denen verschiedene Dateien gleichzeitig bearbeitet werden können
- Aufteilung des Bildschirms in Fenster (Windows)
- Sortieren
- Dateiverwaltung (dired-mode)
- Betriebssystemanbindung (shell-mode)
- Hilfen und Eingabeunterstützung für verschiedene Programmiersprachen (z.B. LISP, Perl, C, FORTRAN) und TeX
Die Version 19.28 bietet neben einer vollen 8-Bit-Unterstützung (insbesondere Umlaute) auch einen erweiterten Funktionsumfang und bei X-Emulationen die Maus-Unterstützung (u.a. Pull-Down-Menü).
Wenn Sie sich einmal in den Spezialfunktionen "verhakt" haben,
ist es ohne Probleme möglich, mit der Tastenkombination
<Ctrl G> (bzw. <Strg G>)
wieder in den Grundzustand zu kommen. Jedes angefangene Kommando
kann mit <Ctrl G> abgebrochen werden.
Emacs ist in einer LISP-ähnlichen Programmiersprache geschrieben. Die Funktionen des Editors können beliebig erweitert werden, indem eigene LISP-Programme hinzufügt werden.
Emacs läßt sich sehr flexibel auf die Umgebung einstellen, in der er benutzt wird. Am HRZ wurde Emacs so angepaßt, daß Funktionstasten, Cursor-Tasten und verschiedene Hardware-Tasten (Delete, Insert, PageUp usw.) direkt verwendet werden können.
Die Original-Funktionen des Emacs wurden im wesentlichen
belassen, nur die Help-Funktion (Tastenkombination <Ctrl
H>) ist bei der Gießener Version auf die
Tastenkombination <Shift F1> gelegt worden. Die
ursprüngliche Tastenkombination <Ctrl H> liegt
jetzt auf der Taste <Backspace> und bedeutet:
Löschen des vorhergehenden Zeichens. Die Hilfe-Funktion des Emacs
wurde in der Gießener Version erweitert. Unter Punkt 3 (info "HRZ
Gießen Emacs") und Punkt 5 (notes on basic editing commands) im
Menü erhalten Sie eine detaillierte Beschreibung der Gießener
Änderungen. Die Punkte a-z liefern - eingeteilt nach Gruppen - eine
Beschreibung der Emacs-Funktionen. Die Erläuterungen der
Funktionstasten(kombinationen) finden Sie unter Punkt 8. Die
gesamte Beschreibung des Gießener Emacs steht in den Dateien
hrz-ec.hlp(beginner mode) undhrz-ee.hlp(expert mode)
jeweils im Verzeichnis
/usr/local/lib/emacs/19.28/lisp
Die Änderungen bzw. Erweiterungen, die das HRZ Gießen an Emacs
vorgenommen hat, befinden sich im selben Verzeichnis. Die
Dateinamen beginnen mit hrz-. Diese Dateien können als
Anleitung für mögliche eigene Emacs-Erweiterungen dienen.
Wer die Emacs-Erweiterungen des HRZs (Funktionstasten, erweiterte Hilfe-Funktion, usw.) nutzen will, sollte sich den neuen Muster-Prolog für Emacs mit
instmust .emacs
in das eigene Stammverzeichnis (Home-Verzeichnis) kopieren. Wer
bisher den Prolog .emacs des HRZs benutzt hat, wird
eventuell beim Aufruf mit
emacs
eine Fehlermeldung in der Statuszeile erhalten:
Error in init file: Wrong type argument: arrayp ..........
Dieser Fehler läßt sich mit instmust .emacs und
erneutem Editor-Aufruf korrigieren.
Die alte Version 18.59 ist nur noch für eine Übergangszeit von drei Monaten unter dem Betriebssystem AIX verfügbar. Sie kann mit
e8
aufgerufen werden. Für das Betriebssystem EP/IX wird die Version 18.59 noch weiterhin gültig sein.
Folgende Terminal-Emulationen werden vom Gießener Emacs unterstützt:
aixterm- (X-Window einer IBM-Workstation, XTerminal, Vista eXceed, X-WIN32)
cdcpc- (Connect View)
vt102- (CUTE)
vt320- (Kermit - beste PC-Version; Filetransfer zum PC möglich)
xterm- (X-Terminal, Vista eXceed, X-WIN32)
aixterm und xterm werden automatisch
eingestellt, wenn Sie sich an einer IBM-Workstation bzw. an einem
X-Terminal anmelden (Umgebungsvariable TERM).
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