Gästebuch

24.01.2006

Prof. Dr. Jens H. Lorenz, Pädagogische Hochschule Heidelberg

Diagnose- und Fördermöglichkeiten bei Rechenstörungen

Ausgehend von den kognitiven Prozessen, die beim Rechnen im Kopf ablaufen, werden die möglichen Ursachen beschrieben, die das Lernen mathematischer Operationen und Zahlbeziehungen erschweren können. Eingegangen wird insbesondere auf die visuelle Vorstellung, die Sprachrezeption, das Gedächtnis und das Symbolverständnis. Anhand von Beispielen aus einer Beratungsstelle werden die Lernschwierigkeiten und ihr typischer Verlauf illustriert. Die frühzeitige Diagnosenotwendigkeit in den Eingangsklassen und die Fördermöglichkeiten werden dargestellt.

27.06.2006

Meike Grüßing, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Räumliche Kompetenzen und Mathematikleistung - eine empirische Studie mit Kindern im 4. Schuljahr

Räumlichen Kompetenzen wird allgemein eine große Bedeutung für das Mathematiklernen beigemessen. Die Annahme, dass räumliche Kompetenzen einen engen Zusammenhang zur Mathematikleistung aufweisen, ist jedoch insbesondere für das Grundschulalter recht wenig empirisch belegt. Die vorgestellte Studie verfolgt daher das Ziel, diese Zusammenhänge zu analysieren. Um sowohl räumliche Kompetenzen als auch die Mathematikleistung im 4. Schuljahr differenziert erheben zu können, wurden für diese Studie auf Grundlage von theo-retischen Überlegungen und Ergebnissen empirischer Studien Tests zusammengestellt. Der Test zu mathematischen Kompetenzen umfasst insgesamt 18 Aufgaben in verschiedenen Inhalts- und Anforderungsbereichen sowie in verschiedenen Kontexten. Der Paper-Pencil-Test zu räumlichen Kompetenzen besteht aus 6 Aufgaben, die teils in Anlehnung an standardisierte Tests zu räumlichen Kompetenzen entwickelt wurden. Beide Tests wurden von 448 Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 4 bearbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich Zusammenhänge zwischen räumlichen Kompeten-zen und Mathematikleistung auch bei Kindern im Grundschulalter nachweisen lassen. Insbesondere geben die Ergebnisse der Datenanalyse Hinweise darauf, dass dieser Zusammenhang enger ist für Leistungen in komplexeren Mathematikaufgaben als für Aufgaben geringerer Komplexität wie z.B. Aufgaben zu schriftlichen Rechenverfahren.

04.07.2006

04.07.2006 Prof. Dr. Eberhard Todt, Universität Gießen

Interesse an Mathematik - Motivieren im Mathematikunterricht

Nach einer stichwortartigen Wiederholung der Motivationskonzeptionen in Pädagogik und Psychologie wird in dem Vortrag auf drei praxisbezogene Untersuchungen eingegangen und es werden mögliche Schlussfolgerungen zur Diskussion gestellt.
Die Fragestellungen dieser Untersuchungen waren:

  • Welche Erinnerungen haben Lehramtsstudierende an ihr Interesse am Mathematikunterricht?
  • Welche (überdauernden) Interessen äußern SchülerInnen der Sekundarstufe I am Mathematikunterricht?
  • Welche Bedingungen des Mathematikunterrichts erleben SchülerInnen der Sekundarstufe I für ihre Motivation als besonders wichtig und inwieweit erleben sie die Realisierung dieser Bedingungen?

11.07.2006

Nadine Lehmann, Studienseminar Fulda

Informelle Rechenstrategien von Grundschülern zu Beginn des 2. Schuljahres bei Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 100

Im Vortrag zu Rechenstrategien von Schülerinnen und Schülern des 2. Schuljahres soll es darum gehen aufzuzeigen, welche informellen Rechenstrategien bereits vor der Zahlbereichserweiterung von den Kindern selbst gefunden werden, wenn sie aufgefordert werden, Additionsaufgaben im Zahlenraum bis 100 zu lösen und ihre Rechenwege mündlich oder schriftlich zu erläutern. Im Vortrag wird eine Studie vorgestellt, die im Rahmen einer Examensarbeit mit 32 Kindern durchgeführt wurde. Neben der Vorstellung der Ergebnisse und der Zuord-nung zu den in der Literatur zu findenden Strategien werden typische Fehler benannt und es wird auf den Einfluss von bereitgestellten Rechenhilfsmitteln (Hunderterfeld und Rechengeld) eingegangen. Anschließend sollen einige Konsequenzen für den Unterricht aufgezeigt werden, die es erlauben, den Leistungsstand der Kinder zu ermitteln und sie so ihren individuellen Voraussetzungen entsprechend zu fördern.

07.11.2006

Wiebke Mengel

Wiebke Mengel, Grundschule Goddelsheim, Lichtenfels

Flexibles Rechnen in der Grundschule?! - Unterrichtspraktische Erfahrungen zur halbschriftlichen Multiplikation

Ziel der Behandlung des halbschriftlichen Multiplizierens ist ein flexibles Rechnen. Die Kinder sollen verschiedene Strategien kennen lernen und den gestellten Aufgaben entsprechend angemessen einsetzen. Im Vortrag wird eine Unterrichtseinheit zum halbschriftlichen Multiplizieren aus einem dritten Schuljahr vorgestellt. Im Mittelpunkt der Ausführungen stehen die didaktisch-methodische Konzeption der Einheit und die verwendeten Arbeitsmaterialien. An ausgewählten Lernergebnissen wird gezeigt, wie es gelang, die gestellten Ziele umzusetzen und welche Probleme auftraten.

14.11.2006

Prof. Günter Schmidt, Universität Mainz

Standards, neue Unterrichtskultur und das Schulbuch

Die in den Standards festgeschriebene Orientierung an Leitideen und die Konzentration auf Kompetenzen führen zu einer Betonung von aktivem und selbständigem Lernen sowohl in den Erarbeitungsphasen als auch in den Bereichen des Übens und nachhaltigen Sicherns. Für die Umsetzung im Unterrichtsalltag ist das Schulbuch nach wie vor eine unentbehrliche Grundlage. Es muss in seinem Aufbau und dem Aufgabenmaterial allerdings wesentliche konzeptionelle Umstellungen erfahren. Dies wird an vielen Beispielen und Lernsituationen konkretisiert. Dabei werden auch die notwendigen Kompetenzen analysiert, die Lehrende und Lernende im Umgang mit solchen Schulbüchern entwickeln müssen.

28.11.2006

Angelika Pfeffer , Universität Gießen

Computergestütztes Üben im Mathematikunterricht der Grundschule

Der Computer wird in der Grundschule immer häufiger im Mathematikunterricht genutzt. Dabei wird er gerade in Übungsphasen genutzt, in denen man sich von Lernsoftware besondere Erfolge erhofft. Bevor er jedoch im Unterricht eingesetzt wird, bedarf es sachlicher Argumente der allgemeinen und fachlichen Didaktik. Vor allem sollte man den Computer wie jedes andere Medium auch behandeln und nur dann einsetzen, wenn er sich als mindestens gleichwertig zu anderen Medien in einer bestimmten Unterrichtssituation herausstellt. Ein solcher Vergleich zwischen dem „altbewährten“ Übungsmedium Arbeitsblatt und dem neuen Medium Lernprogramm wurde als Schulversuch durchgeführt und wird in diesem Vortrag vorgestellt.

12.12.2006

Roland Bauer , Landratsamt Tübingen, Abteilung Schule und Bildung

Mathematik lernen statt Mathematik lehren

Von der Kernfrage ausgehend, "Wie lernen Kinder?", soll zunächst im knappen Vergleich dargestellt werden, "Wie sollen Kinder bisher in der Regel in der Schule Mathematik lernen?" Überblicksartig werden dann Strukturen aufgezeigt, die über das unterschiedliche Lernen von Kindern informieren. Voraussetzungen für selbstständiges Lernen und Anforderungen an die Situationen und Ma-terialien werden allgemein und mit praktischen Beispielen unterlegt vorgestellt. Folgerungen daraus sind die veränderte Unterrichtskultur und die veränderte Rolle der Lehrerinnen und Lehrer. Dabei sollen auch die veränderten Funktionen von Leistungsnachweisen und Möglichkeiten der Leistungsmessung beleuchtet werden.

08.05.2007

 

HILBERT MEYER, Carl von Ossietzky Univ. Oldenburg

Mischwald ist besser als Monokultur – empirisch orientierte Ratschläge zur Unterrichtsentwicklung

Wir wissen inzwischen recht genau, was bildungstheoretisch legitimierbare und empirisch halbwegs abgesicherte Merkmale guten Unterrichts sind. Empirisch abgesicherte Merkmale guter Unterrichtsentwicklung sind demgegenüber noch kaum bekannt. Das schafft Unklarheiten, aber auch große Handlungsspielräume vor Ort. Deshalb wird der Vorschlag gemacht, nicht auf die Ergebnisse der Grundlagenforschung zur Kompetenzentwicklung und Standardisierung zu warten, sondern eine pragmatische Entwicklungsstrategie "bottom up" einzuschlagen, in der die zehn Merkmale guten Unterrichts (aus Meyer 2004) fachdidaktisch konkretisiert und zu Unterrichtsstandards weiterentwickelt werden.

22.05.2007

 

ANDREAS GOEBEL, Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen

Dynamische Raumgeometrie-Software, ein Werkzeug zum Experimentieren in der Geometrie

Seit vielen Jahren ist dynamische Geometriesoftware ein bewährtes Hilfsmittel für den Geometrieunterricht an allgemein bildenden Schulen. Für raumgeometrische Fragestellungen fehlten aber bis vor kurzem solche Hilfsmittel. In der heutigen Sitzung stellt der Autor der dynamischen Raumgeometriesoftware "Archimedes Geo3D" anhand ausgewählter Beispiele die durch dynamische Raumgeometriesoftware neu entstehenden Möglichkeiten vor. Im Mittelpunkt steht dabei die Verallgemeinerung von Ortskurven auf Ortsflächen im Raum sowie abbildungsgeometrische Fragestellungen.

05.06.2007

Daniela Götze

DANIELA GÖTZE, Universität Paderborn

Mathematische Gespräche unter Kindern – Zum Einfluss sozialer Interaktion von Grundschulkindern beim Lösen komplexer Aufgaben

In den letzten Jahren sind die Forderungen nach einem Mathematikunterricht, in dem Kinder mehr Spielraum für die Verständigung über ihre Lösungswege untereinander haben, immer lauter geworden. Für die schulische Lehr-Lern-Situation spielt die Kommunikation über unterschiedliche Lösungswege im Sinne eines sozialen Austausches eine wichtige Rolle. Die im Mittelpunkt dieses Vortrags stehende Studie kann belegen, dass diverse Einflussfaktoren effektive soziale Interaktion unter Kindern bedingen. Auch kann aufgezeigt werden, dass der Lehrperson bei der Inszenierung dieser effektiven Interaktionsprozesse eine besondere Rolle zukommt.

19.06.2007

 

EVA HOFFART, Justus-Liebig-Universität Gießen

Paul hat nicht Recht! – Betrachtung von Schülerbearbeitungen zu Aufgaben der hessischen Orientierungsarbeit 2005

Seit dem Schuljahr 2004/05 schreiben die hessischen Grundschüler in der Mitte des dritten Schuljahres verbindliche Orientierungsarbeiten im Fach Mathematik. Dem Institut für Didaktik der Mathematik liegen rund 2000 dieser Arbeiten für eine eingehende Untersuchung vor. Zusätzlich bearbeiteten Schüler Aufgaben der Arbeit im halbstandardisierten und Video graphierten Interview. In der Veranstaltung wird anhand der vorliegenden Daten einführend eine vergleichende Auswertung der Arbeiten vorgestellt, bei der die drei Anforderungsbereiche der Aufgaben im Mittelpunkt stehen. Es folgt eine Betrachtung der unterschiedlichen Bearbeitungen der Schülerinnen und Schüler zu ausgewählten Beispielen, die zu einer Kategorisierung der Lösungswege führen soll.

 


Stand: 05.07.2007
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