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Neuer Band in der Reihe "Studia Giessensia" 2016 erschienen

Neuer Band in der Reihe "Studia Giessensia" 2016 erschienen

Hauer, Hexenprozesse an der Ludoviciana

Gesine Hauer, Hexenprozesse an der Ludoviciana. Die Spruchpraxis der juristischen Fakultät Gießen in Hexensachen (1612-1723). Hildesheim-Zürich-New York 2016 (Studia Giessensia Neue Folge Band 4), 239 S., ISBN 978-3-487-15446-6, ISSN 0938-5991.

 

"... zu wohlverdienter straff, und anderen zum abscheulichen Exempel mit dem Feuer vom leben zum tod hinzurichten und zu bestraffen..." lautete üblicherweise der Tenor, wenn eine sogenannte "Hexe" aufgrund der ihr vorgeworfenen Zaubereihandlungen schuldig gesprochen wurde. Mit solchen Delikten hatte sich die Gießener Juristenfakultät im Rahmen ihrer Spruchtätigkeit u. a. zu beschäftigen, wenn sich ratsuchende Stellen - in der Regel Gerichte - während eines Hexenprozesses über den Fortgang oder die Beendigung eines solchen informieren wollte.

Diese Studie untersucht die in diesem Zusammenhang entstandenen Entscheidungen. Es handelt sich um einfache Rechtsbelehrungen, Gutachten unhd Urteile, die die Fakultätsmitglieder der Ludoviciana im 17. und beginnenden 18. Jahrhundert als rechtsberatende Institution in Hexenprozessen zu fällen hatten. Dabei wird zum Einen das Augenmerk auf den formellen Ablauf der Spruchtätigkeit in Hexensachen gelegt, zum Anderen der Gegenstand der Sprüche näher beleuchtet.

Die Möglichkeit der Hexerei wurde von den Gießener Juristen nicht angezweifelt. Die Studie zeigt aber, dass sie sich bei der Beantwortung der an sie gerichteten Fragen an einem strafrechtlichen System orientierten, so dass der Vorwurf der Willkür bei der Entscheidungsfindung in Hexensachen in nahezu allen Fällen keinen Halt findet. Dies gilt sowohl für die Fragen nach der Rechtmäßigkeit einer bevorstehenden Folteranwendung als auch nach der auszusprechenden Todesstrafe, die in der Regel auf Verbrennen zu lauten hatte.