Dynamik ist das Gebot der Stunde.

Ohne Beweglichkeit und Flexibilität macht heute niemand mehr Karriere - und morgen schon gar nicht.
Doch je weniger Beschränkungen wir unterliegen, desto häufiger werden wir uns in Situationen wiederfinden, in denen wir selbst entscheiden müssen, was richtig ist.
Die Zehn Gebote unserer religiösen Tradition geraten in Vergessenheit - das zeigen Umfragen in der gesamten westlichen Welt. Und die Frage ist berechtigt: Passen denn auch diese Jahrtausende alten Gebote, die unter völlig anderen geschichtlichen Bedingungen entstanden sind, für unsere komplexen Lebensverhältnisse an der Schwelle zum 21. Jahrhundert? Im Zeitalter des flexiblen Menschen scheinen nur die Prinzipien einer egozentrischen Marktgesellschaft zu regieren, deren einzige Legitimation ihr Funktionieren ist.
Doch hinter den Fassaden unseres modernen Lebens sind nach wie vor die Grundfragen der menschlichen Existenz verborgen: Was ist Glück? Worin zeigt sich das "gute Leben"? was bedeutet "Wahrheit"? was macht Menschen gleich und was ungleich? Wieviel Vorsorgemuß jeder für sich selbst treffen? Was heißt Gerechtigkeit im Zusammenleben? Welche Verantwortung haben Eltern, Pädagogen, Ärzte, Richter, Politiker, Wirtschaftsbosse, Medienmogule und nicht zuletzt der Staat?
Reimer Gronemeyer setzt die alttestamentarischen Zehn Gebote zu den Lebenswelten und Werten unserer Zeit in Beziehung, und zeigt, daß ihre Grundidee nichts an Aktualität eingebüßt hat.
Auf eindrucksvolle Weise gelingt es ihm, eine neue Dimension lebbarer Ethik zu eröffnen. Seine Neuformulierung der Zehn Gebote zeigt, wie sich radikaler Fortschritt in Technologie, Wirtschaft und Gesellschaft, und Menschlichkeit gegenseitig bedingen.

Reimer Gronemeyer: Die 10 Gebote des 21. Jahrhunderts. Moral und Ethik für ein neues Zeitalter. München 1999.
Das Buch hat 253 Seiten und ist im Econ-Verlag erschienen [ISBN 3 430 13528 1].