4.1. Klimatische Bedingungen
Wie schon eingangs der Studienarbeit beschrieben, ist das Klima Botswanas
kontinental, trocken, semi-arid. Dies ist bestimmt durch die geographische Lage
des Landes im Zentrum der südafrikanischen Landmasse. Mehr als 600 km
trennen diesen Teil des afrikanischen Plateaus von den feuchten Luftmassen über
dem Atlantik und dem indischen Ozean. Botswana liegt unter dem Wendekreis des
Steinbocks und damit im weltweiten Wüstengürtel der südlichen
Hemisphäre.
Pula heißt in Setswana laß es regnen. Pula heißt
auch die Währung des Landes. Pula ist der Sammelruf bei politischen
Versammlungen, und Pula bedeutet der blaue Hintergrund der Nationalflagge.
Regen bedeutet in dieser Region Wachstum und Nahrung. Botswanas randliche Lage
zu den zentralafrikanischen Regenzonen bringt aber nur geringe Niederschläge
in höchst ungleicher Verteilung. Regen fällt in den Sommermonaten
Oktober bis April überwiegend als lokale Schauer und Gewitter. Landregen
sind seltener. Überwiegend fällt der Regen in Form von
Gewitterschauern. Die frühen Gewitter im Oktober und November sind häufig
energiegeladene Ereignisse mit dramatischem Verlauf. Blitzschlag, Überschwemmungen,
Sturm- und Hagelschäden sind häufige Erscheinungen. Ein Blick auf die
mittleren jährlichen Niederschlagszahlen zeigt deutlich die Abhängigkeit
von der geographischen Lage und damit von dem Einfluß der regionalen
Luftströmungen. Im Norden liegt das Mittel bei 650 mm Niederschlag pro
Jahr, im Osten und Südosten zwischen 500 und 550 mm und im Südwesten
bei nur 250 mm. Die Wahrscheinlichkeit, daß diese Niederschlagswerte
erreicht werden, nimmt von Norden nach Süden ab. So liegt die
Wahrscheinlichkeit im Norden bei 45%, hingegen im Südwesten bei nur 30%.
Die Regen fallen im Norden des Landes in den Monaten November bis März, mit
den höchsten Monatswerten im Februar. In den östlichen und südöstlichen
Regionen lassen sich dagegen bis zu drei Regenperioden unterscheiden. Frühe
Regen können im Oktober einsetzen, gefolgt von einer kurzen Trockenperiode
und erneutem Niederschlag zwischen Mitte November und Mitte Dezember. Januar und
Februar sind häufig trocken und heiß. Die dritte Regenperiode setzt
im März ein und zieht sich bis in den späten April hinein. In
trockenen Jahren kann eine dieser Niederschlagsperioden ganz ausfallen. Generell
lassen sich zwei Niederschlagsformen unterscheiden. Bei den tropischen Gewittern
ballen sich Wolken in den heißen Nachmittagsstunden und entladen lokal
beträchtliche Wassermengen in kurzer Zeitspanne; die Gewittertätigkeit
setzt sich häufig bis in die Nacht hinein fort. Die Landregen sind von räumlich
weiterer Deckung in Verbindung mit eindringenden Kaltfronten; sie bringen in der
Regel gleichmäßig, über viele Stunden fallenden Regen.
Aus
der Lage Botswanas in Beziehung auf die regionalen Klimazonen und Luftströmungen
ist zu verstehen, daß Dürren, d.h. das Ausbleiben von Niederschlag,
wiederkehrende Erscheinungen darstellen (siehe Tab.1). Es wird teilweise
behauptet, daß es noch nie so wenig geregnet habe wie in jüngster
Zeit. Daß dies nicht stimmt, kann anhand von Langzeit- Niederschlagsdaten
gezeigt werden. Historische Unterlagen berichten zudem von langen Trockenzeiten,
Viehsterben und Völkerwanderungen als Folge von Dürre. Trotzdem
stecken hinter dieser Behauptung ernstzunehmende Beobachtungen, z.B. der Ausfall
einer Ernte, da zu wenig Regen fiel oder Regen zur falschen Zeit kam; oder z.B.
die Notwendigkeit, den Viehbestand zu reduzieren, da nicht genügend Futter
produziert wurde; oder die Erfahrung, daß die Wasserversorgung einer Stadt
gefährdet war, weil die Zuflüsse zum Staudamm unzureichend ausfielen.
Mit der Erkenntnis, daß Dürren wiederkehrende Erscheinungen sind,
erhebt sich die Notwendigkeit für wohlüberlegte Nutzung der
Wasserressourcen, für Vorsorgemaßnahmen und auch Hilfsaktionen für
Dürregeschädigte. Wirkungsvolle Maßnahmen müssen
vorausgeplant werden.
Region Häufigkeit und Auswirkungen der Dürre wie angegeben mittelmäßig schwerwiegend kata strophal Gaborone 1 in >= 2 Jahren 1 in >= 5 Jahren 1 in >= 50 Jahren Francistown 1 in <= 2 Jahren 1 in <= 4 Jahren 1 in <= 50 Jahren Maun 1 in >= 16 Jahren 1 in >= 33 Jahren vernachlässi gbar Ghanzi 1 in >= 11 Jahren 1 in >= 25 Jahren vernachlässigbar Tshabong 1 in >= 6 Jahren 1 in >= 11 Jahren 1 in >= 50 Jahren Tab.1: Quelle:33 <= bedeutet: in höchstens >= bedeutet: in wenigstensOft diskutiert wird die Frage, ob menschliche Aktivitäten in Botswana klimaändernd und dürrefördernd wirken können. H.J. Cooke34 faßte die Argumente zusammen und kam zu dem Schluß, daß eine Beeinflussung des lokalen Klimas kaum möglich ist. Jedoch haben Viehhaltung und Ackerbau die Anfälligkeit der Umwelt für die Auswirkungen von Trockenperioden vergrößert. Falsche Bodenbearbeitung hat zur Zerstörung der Bodenstruktur geführt mit folgend zu hohen Verlusten an Bodenfeuchtigkeit. Überweidung hat schmackhafte Gräser ausgerottet und Raum für Unkräuter und Buschwerk geschaffen. Eine Verarmung der Vegetationsgemeinschaften ist festzustellen. Diese gefährliche Entwicklungstendenz muß mit korrigierenden Maßnahmen gestoppt werden. Es bleibt aber abzuwarten, ob man dieser Entwicklung in der momentanen Lage Einhalt gebieten kann. Ohne Zweifel muß dabei in längeren Zeiträumen gedacht werden.
4.2. Der traditionelle Umgang mit der Dürre
Wie Viehzüchter und Ackerbauern mit der Dürre umgehen. Früher
praktizierten die Tswanastämme am Rande der Kalahari eine gemischte
Wirtschaftsform aus Viehzucht und Ackerbau. Diese Subsistenzgrundlage ergänzten
sie gelegentlich durch jagen und sammeln. Später gewann der Handel mit
Wildtiererzeugnissen an Bedeutung, daneben kamen neue Einkommensquellen wie die
Arbeit in den Minen Südafrikas hinzu. Auf Dürreperioden reagierten
Tswana-Viehzüchter in erster Linie so, wie man es auch bei den Jägern
und Sammlern beobachten konnte: sie wanderten mit ihrem Vieh auf der Suche nach
Wasser und Weideland. In ganz harten Zeiten griffen sie unter Umständen
auch auf dörfliche Wasserquellen zurück, was in bestimmten Gebieten zu
Überweidung führt. Bevor man verstärkt Bohrlöcher anlegte,
wurden die Herden nur saisonal in die Kalahari getrieben, wo sie in der Nähe
von mit Wasser gefüllten "Pfannen" weideten. Mit der Zeit wurden
diese Mulden künstlich vertieft, in manche sogar Brunnen gebohrt. Rinder
und Kleinvieh konnten somit immer länger in der Wüste bleiben. Kam es
aber zu einer Dürre, so trockneten diese Mulden und Brunnen oft aus. Die
Viehbesitzer gerieten dann in ein Dilemma: Sollten sie versuchen, ihren
Viehbestand zu behalten, auch wenn ein paar Tiere während der Dürre
eingehen oder sollten sie die Rinder verkaufen? Für die Tswana sind Rinder
ein Statussymbol. Es fällt ihnen schwer, sich von ihnen zu trennen, es sei
denn, unter besonderen Umständen, z.B. als Bezahlung des Brautpreises
(bogadi) oder für die Hochzeitsfeier. Traditionsgemäß wurden in
Zeiten der Dürre die Zugangsrechte zu den Weidegründen in den
Stammesgebieten sehr flexibel geregelt. Diese Flexibilität in den sozialen
Spielregeln war ein wesentlicher Mechanismus für den Umgang mit Notzeiten.
Vieh spielte zwar eine bedeutsame Rolle im Leben der Tswana, ihren
Subsistenzbedarf deckten sie jedoch vor allem mit Feldfrüchten. Mißernten
sind in Botswana häufig, und so hatten die Chiefs schon vor langer Zeit
Regeln festgelegt, damit die Leute während schlechter Jahre immer genug zu
essen hatten. Die Tswana-Chiefs hatten auch eine Reihe von Vorschriften
erlassen, die die Umverteilung von Ressourcen erleichterten. Jeder Chief besaß
ein oder mehrere Felder (masotla), die für ihn bestellt wurden. Diese
Tributfelder mußten gepflügt und bepflanzt werden, bevor die
einzelnen Bauern ihre eigenen Felder bestellen durften. Die Ernte lagerte der
Chief in seinen eigenen Speichern, und das Getreide wurde für
gemeinschaftliche Zwecke verwendet; damit wurden z.B. Notleidende ernährt
oder es wurde bei Dürre verteilt. In Jahren mit reichen Erträgen
wurden dem Chief Ernteabgaben entrichtet; auch dieses Getreide wurde gelagert
und für die Stammesgemeinschaft verwendet. Die Chiefs erließen eine
Vorschrift, wonach es verboten war, Feldfrüchte, vor allem Sorghum, an Händler
zu verkaufen, wenn nicht sichergestellt war, daß es im betreffenden Jahr
nicht zu Nahrungsmittelknappheit kommen würde35. In guten Zeiten verkauften
nämlich die Leute gern einen Teil ihrer Ernte, um zusätzliche
Einnahmen zu erzielen. Brach später eine Dürre aus, dann waren sie
gezwungen, Getreide zu einem stark erhöhten Preis zurückzukaufen. Und
Händlern war es möglich, Druck auf die Leute auszuüben, indem sie
für Notzeiten Nahrungsmittel lagerten und dann die Preise erhöhten.
Die Chiefs erkannten dieses Profitstreben und führten als Gegenstrategie
neue kulturspezifische Regeln ein. Eine weitere Tributform war das sehuba, d.h.
die Brust eines jeden getöteten größeren Tieres, die dem Chief
zustand. Manchmal verzichteten Chiefs auf ihren Tribut, um ihre Leute zu ernähren.
So verhielten sich z.B. Khama während der Dürre in den Jahren 1876/77,
als er den Bangwato die Strecke der gemeinschaftlichen Stammesjagd sowie seinen
Gewinn aus dem Verkauf von Straußenfedern und Elfenbein überließ36.Es
gab auch noch weitere Möglichkeiten, um sich innerhalb des Stammessystems
gegenseitig zu unterstützen. Die Existenz von Großfamilien
garantierte, daß ärmere Verwandte von wohlhabenderen
Familienmitgliedern versorgt wurden. Auch die Organisation von
Gemeinschaftsarbeit (Jagd, Bau von Dämmen) war eine Methode, der Dürre
zu begegnen. Oft riefen die Chiefs sogenannte Jahrgangsregimenter zusammen, die
dann Arbeiten für den Stamm ausführen mußten. Noch 1965 wurden
Mochudi Regimenter einberufen, um Dammanlagen von Gestrüpp zu befreien.
Einige Chiefs schickten Regimenter sogar in die Minen, um Geld für einen
Damm zu verdienen. Mit diesen traditionellen Mechanismen, konnte man
auftretenden Problemen rechtzeitig begegnen. Sie erwiesen sich vorallem in
Notzeiten als sehr nützlich.
Bei allen landwirtschaftlichen Arbeiten,
angefangen von der Wahl des Feldes über die Rodung des Bodens bis hin zum
Anbau entsprechender Kulturen, wandten die Tswana rationale, den Gegebenheiten
entsprechende Techniken an. Trotzdem führten die unberechenbaren
Umweltbedingungen häufig zu Mißernten. Insofern ist es auch nicht
verwunderlich, daß die Menschen zu eher esoterischen Mitteln griffen, um
ihren Ernteerfolg zu sichern. Aus diesem Grund bestand eine wesentliche Aufgabe
der Tswana-Chiefs im Regenmachen, und ihr Ruf war tatsächlich zumindest
teilweise abhängig von den Regenmengen, die während ihrer Herrschaft
fielen. Wurden die Leute unruhig, weil der Regen ausblieb, gingen sie zum Chief
und bedrängten ihn mit der Bitte um Regen37. Manchmal brachte man ihm einen
schwarzen Ochsen zum Opfer. Der Chief benutzte auch die eine oder andere
Regenmedizin, um Regen und Wolken herbeizurufen. Bei extremer Dürre wurden
gelegentlich professionelle Regenmacher von auswärts geholt, um die
Zeremonie zu unterstützen. Oft kamen diese Regenmacher aus regenreichen
Gebieten, wie z.B. dem der Pedi aus dem Transvaal in Südafrika. Während
ganz schlimmer Dürreperioden konnte es zu Ritualmorden kommen. Es gab eine
ganze Reihe von Zeremonien, die ausschließlich für die Dürre
bestimmt waren. Sie reichten vom Opfer eines schwarzen Ochsen auf dem Grab eines
früheren Chiefs bis zur Tötung eines Kindes, um dessen Körperteile
für die Herstellung von Medizin zu benutzen. Solche Zeremonien erregten den
Zorn der Missionare. Wie auch die Protektoratsverwaltung konnten sie oft jedoch
nichts anderes tun, als eine traditionelle Zeremonie durch eine neue zu
ersetzen: anstelle der alten Regenbeschwörungszeremonie, die die
Feldbestellung eröffnete, wurden ein alljährlicher Regengebetstag
eingeführt. Den Missionaren gelang es jedoch in keiner Weise, die
traditionellen Praktiken auszurotten. Noch 1965 und 1973 konnten Regenbeschwörungszeremonien
beobachtet werden. Selbst 1994 kam es nach einem Ritualmord zu Ausschreitungen
in der Hauptstadt Gaborone. Einige Chiefs, die mit den traditionellen Zeremonien
nicht zufrieden waren, versuchten, neue Praktiken einzuführen. So holte
z.B. Lsang, der Chief der Kgatla, während der Dürre im Jahr 1926
keinen Regenmacher. Statt dessen unterstützte er die Anlage neuer Bohrlöcher38.
Er ließ Steuern erheben und beauftragte eine südafrikanische Firma
damit, Bohrlöcher anzulegen. Sieben Bohrungen erwiesen sich als
erfolgreich. Nach einer weiteren Dürre im Jahr 1933 zog die
Protektoratsverwaltung nach und begann Anfang 1934 mit der Niederbringung von
Bohrlöchern.Zusammengefaßt gibt es also in Botswana viele
unterschiedlichen Methoden, um der Dürre zu begegnen. Sie reichen von erhöhter
Mobilität und der Rückkehr zum Jagen und Sammeln bis hin zu
magisch-religiösen Regenbeschwörungszeremonien. Sozio-ökonomische
Strategien mögen sich dabei als effektiver erwiesen haben als ideologisch
begründete, aber es besteht dennoch kein Zweifel, daß Regenzeremonien
in Dürreperioden den Leuten ein Sicherheitsgefühl gaben, das sie
bitter nötig hatten.
4.3. Wasser - die Verteilung begrenzter Reserven
Wie schon zu Beginn des Kapitels angesprochen, besitzt Wasser im regenarmen
Botswana einen hohen Stellenwert. Doch ist Wasser kein Privileg sondern das
Recht eines jeden Bewohners. Da in Botswana jedoch nur geringe Mengen an
Niederschlägen fallen und das Land nur am Chobe, dem Zambesi und dem
Okavango-Delta (siehe 4.5.) über ganzjährig vorhandenes Oberflächenwasser
verfügt, wird eine wasserwirtschaftliche Rahmenplanung schwierig. Botswanas
Wasserversorgungspolitik verfolgt seit Jahren unverändert zwei Hauptziele:
den Zugang für jeden zu einer hygienischen, gesicherten und preiswerten
Versorgung mit Wasser, sowie die Verbesserung der Versorgung in ländlichen
Gebieten. Damit soll einer drohenden Abwanderung der Bevölkerung in städtische
Ballungsgebiete entgegengewirkt werden.
Nutzung des Grundwassers:
Im
Untergrund gespeichertes Wasser ist für Botswana schon immer von größter
Bedeutung gewesen. In der Trockenzeit war das Wasser von Quellen und gegrabenen
Brunnen oder Wasserlöchern die alleinige Sicherung des Überlebens. Die
frühen Siedlungszentren im Osten wurden ausnahmslos dort gegründet, wo
Grundwasser ganzjährig erreichbar war. Serowe und Shoshong bezogen Wasser
von den Quellen entlang der Basis des Kalahari Plateauabbruches. Molepolole,
Mochudi, Ramotswa und Lobatse liegen an Flußstrecken, wo, bedingt durch günstige
geologische Strukturen, der Grundwasserspiegel nahe der Oberfläche liegt.
Wie schon unter Punkt 4.2. berichtet kamen Ende der 20er Jahre dieses
Jahrhunderts mit weißen Siedlern auch Bohrmaschinen ins Land, mit deren
Hilfe auch tiefer liegende Grundwasservorkommen erreicht werden konnten. Heute
sind im National Borehole Archive über 11.000 (Stand 1989) Wasserbohrungen
registriert. Die Mehrzahl davon sind im Ostteil des Landes abgeteuft worden, wo
der größte Wasserbedarf besteht. Je nach geologischer Formation
werden durchschnittliche Bohrtiefen von 60 bis 116m und bis zu drei Bohrungen
benötigt, um eine Brunnenergiebigkeit von 1 l/sec. zu erlangen39. Heute
werden modernste Methoden der Geophysik, Interpretation von Luftbild- und
Satellitenbildmaterial, zusammen mit geologischen Feldaufnahmen und
Probebohrungen angewendet, um die Zielgenauigkeit effektiver zu gestalten. Mit
Ausnahme der Gebiete des Nordens, die sich in unmittelbarer Nähe der
permanent fließenden Gewässer befinden, ist für Botswana die
Nutzung von Grundwasser im Prinzip günstiger als die Speicherung von Oberflächenwasser.
Die Kapitalinvestition für die Einrichtung von Brunnenfeldern und
Pumpanlagen ist wesentlich geringer als für den Bau von Stauwerken. Der
Betrieb und die Unterhaltung der Anlagen ist ebenfalls kostengünstiger.
Grundwasser braucht in der Regel keine Vorbehandlung, um Trinkwasserqualität
zu erreichen. Es ist ganzjährig vorhanden und der Verdunstungsverlust von
den unterirdischen Speichern ist relativ gering. Eine Limitierung für die
Grundwasserförderung ist durch die Forderung nach einer gesicherten
Langzeitentnahme gegeben. Jedoch ist die Grundwassererneuerung auf einen
schmalen Streifen im Osten und Nordosten des Landes begrenzt, doch selbst hier
ist die Regeneration nicht immer kontinuierlich. In Trockenjahren findet
oftmals nur sehr wenig oder keine Auffüllung der Speicher statt, und eine
Entnahme erfolgt dann von der Speicherung. Nachfolgende Naßjahre werden
zur Regenerierung der Vorräte gebraucht.
Aus diesen Gründen
verlangt die Bewirtschaftung der Grundwasserbecken eine systematische
Beobachtung der Absenk- und Auffüllvorgänge und eine vorausschauende
Planung. Ein weiterer Faktor hierbei ist, daß die Grundwasserspeicher oft
nur von geringer Ausdehnung und daher schnell leergepumpt sind. Trockenfallende
Bohrbrunnen sind aus diesem Grund keine seltene Erscheinung. Noch sind im
allgemeinen die Ressourcen nicht überstrapaziert, aber lokal sinkende
Grundwasserspiegel, versiegende Quellen und ausgetrocknete Flachbrunnen sind
deutliche Anzeichen für die Belastung der Wassersysteme.
Etwas anders
ist die Situation in Bezug auf die fossilen Wässer im Kalahari-Becken. Rund
80% der Fläche Botswanas sind mit Sanden der Kalahari bedeckt. Für
Grundwasservorkommen hat diese Sandüberdeckung eine ganz wesentliche
Bedeutung. Die z.T. recht mächtigen Sande unterbinden eine tiefe
Infiltration des Regenwassers. Regenwasser versickert zwar sehr rasch in den
Sanden, bleibt aber im Porenraum nahe der Erdoberfläche sozusagen hängen
und wird durch die Pflanzen und die Verdunstung rasch wieder in die Atmosphäre
abgegeben. Bodenfeuchtigkeitsuntersuchungen lassen darauf schließen, daß
bei Sandmächtigkeiten über 6m keine Grundwasser-Neubildung mehr
stattfindet, d.h. das fossile Grundwasser aus der Kalahari (zwischen 4.000 und
10.000 Jahre alt) wird aufgebraucht, ohne das sich neues bilden kann.
Wasserversorgung und Verbraucherstrukturen:
Die Landwirtschaft steht mit
70% an der Spitze der nationalen Wasserverbraucher. Rund die Hälfte davon
geht in die landwirtschaftliche Bewässerung und kommt fast ausschließlich
von Oberflächenwasser. Die Rinderzucht verbraucht den verbleibenden Anteil,
der allerdings zu einem überwiegenden Prozentsatz aus Bohrbrunnen gefördert
wird. Die restlichen 30% des im Lande verbrauchten Wassers verteilen sich auf
Bergbau mit 13%, die städtische Wasserversorgung, welche die Industrie
einschließt, mit 12% und die dörfliche Versorgung mit rund 5%. Im
Hinblick auf die Verteilung der Wasservorkommen im Land ist es von Bedeutung, daß
die Entnahme für landwirtschaftliche Zwecke und Viehzucht zwar groß
ist, daß aber die Förderung sich auf eine Vielzahl von Punkten
verteilt, mit im Einzelnen kleinen Entnahmen. Dagegen ist der Bedarf von
insgesamt 30% für Städte, Dörfer und Bergbau punktförmig
konzentriert. Gleichzeitig verlangt die Verbraucherstruktur der Zentren eine
Wasserversorgung mit einer sehr hohen Verläßlichkeit. Der kostenmäßige
Aufwand für eine gesicherte Versorgung der Siedlungszentren ist daher
zwangsläufig beträchtlich größer als für verstreut
liegende Verbraucher40.Die Verantwortlichkeiten im Wassersektor sind folgendermaßen
verteilt: Dem "Ministry of Mineral Resources and water Affairs (Ministerium
für Mineralstoffe und Wasserangelegenheiten) obliegt die Verwaltung aller
Wasserangelegenheiten sowie die Formulierung entwicklungspolitischer Schritte
und richtungsweisender Maßnahmen. Dem Ministerium sind das Departement of
Geological Survey (Amt für geologische Aufnahme) und das Departement of
Water Affairs (Amt für Wasserangelegenheiten) untergeordnet.
Schon während
der Protektoratszeit wurde 1956 ein Gesetz zur Nutzung der Bohrbrunnen erlassen.
Der Borehole Act verpflichtet jeden, der in Botswana eine Bohrung abteuft,
technische Details und Wasserproben vorzulegen. Nach der Analyse werden die
Daten dann im Nationalen Brunnenarchiv gespeichert, was zu einer landesweiten
Grundwassererkundung führt. Dem Borehole Act folgte 1968 der Water Act.
Dieses Gesetz reguliert die Nutzung aller Wasservorkommen. Danach kann Wasser
nicht als Eigentum erworben werden. Ein Anrecht auf Nutzung kann nach
Antragstellung durch eine Gewährung eines Wasserrechtes erteilt werden.
Die städtischen Wasserversorgungen müssen sich finanziell selbst
tragen. Diese Politik verfolgt im wesentlichen drei Ziele: 1. Wassertarife
sollen die tatsächlich entstehenden Wasserbeschaffungskosten reflektieren;
2. Wassertarife sollen den Wasserverbrauch regulieren und die Notwendigkeit zur
Konservierung signalisieren; und 3. die Vergrößerung der städtischen
Ballungsgebiete soll gebremst und ländliche Gebiete und Dörfer sollen
attraktiver für die Industrie gemacht werden, damit auch dort genügend
Beschäftigungsmöglichkeiten für die wachsende Bevölkerung
entstehen. Die Wassertarife werden individuell für jede Stadt kalkuliert,
so daß an Orten mit hohen Wasserbeschaffungskosten entsprechend hohe
Tarife angesetzt werden. Ländliche Wasserversorgungen werden hingegen
subventioniert, da das Einwohnereinkommen und die geringe Siedlungsdichte
kostendeckende Versorgungssysteme unmöglich machen. Um jedoch die Unterstützung
seitens der Regierung nicht ins unermeßliche wachsen zu lassen, sind die
Wassertarife so berechnet, daß zumindest die Ausgaben für Betrieb und
Unterhalt aus den Einnahmen gedeckt werden. Die derzeitige Versorgung der Städte
Gaborone, Francistown und Selebi-Phikwe erfolgt ausschließlich aus Staudämmen.
Ein kombiniertes System von Flußwasser und Grundwasser beliefert Lobatse.
Im ländlichen Bereich wird aus einer Vielzahl kleiner Erddämme Wasser
für Viehtränken und Bewässerung kleinster Anbauflächen
entnommen. Diese Dämme fallen in der Regel vor Beginn der Regenzeit
trocken. Die Optionen für eine Fassung zusätzlicher Wassermengen sind
beschränkt. Die Erhöhung bestehender Staudämme zur Vergrößerung
des Speichervolumens sind aufgrund des geringen Gefälles nur begrenzt möglich.
Ein weiteres schwer zu lösendes Problem stellt die Versorgung jener Bevölkerungsgruppen
dar, die in weitverstreuten Kleinstsiedlungen, den Cattle Posts, im Busch lebt.
Es handelt sich hierbei immerhin um 45% der Gesamtbevölkerung. Derzeit wird
die Wasserversorgung dieser Bevölkungsgruppen weiterhin durch die Entnahme
aus handgegrabenen Flachbrunnen oder aus Bohrbrunnen gedeckt.
Schwerere
Probleme zeigen sich vorallem für die zukünftige Versorgung der
Ballungsräume im Osten des Landes. Aus einer 1984 fertiggestellten Studie41
wird deutlich, daß große Anstrengungen nötig sein werden, um
die Wasserversorgung für die drei großen Ballungszentren zu sichern;
diese sind von Norden nach Süden: Francistown - Selebi-Phikwe;
Serowe-Palapye-Mahalapye und Gaborone - Lobatse - Mochudi - Molepolole. Ein
regionales Wasserverbundsystem ist daher in Planung, in welchem Oberflächenwasser
und Grundwasservorkommen entlang eines Rohrleitungssystems zwischen Francistown
im Norden und Lobatse im Süden gesammelt und dem jeweiligen Bedarf zugeführt
werden sollen. Die Wasserressourcen-Studie von 1984 gibt ebenfalls eine Gegenüberstellung
der in der Region zur Verfügung stehenden Vorräte und des projizierten
Bedarfs. Bei weiterhin hohem Wirtschaftswachstum und hoher Bevölkerungszunahme
würden die regionalen Vorräte im Einzugsbereich der Nord-Süd-Wasserachse
den steigenden Bedarf nur bis zum Jahre 2010 decken können. Ein darüber
hinaus gehender Bedarf verlangt nach Wasser aus anderen Gebieten. Dies bedeutet
die Anzapfung des Chobe-Zambesi-Systems oder des Okavango (siehe 4.5.) mit einem
Wassertransfer über 500 km Entfernung zum Anschluß an das Verbundnetz
im Osten des Landes.
4.4. Der Umgang mit der Dürre in der Moderne - Staatliche Dürreprogramme
Ausgangspunkt der seit Beginn der 80er Jahre implementierten und mehrfach
modifizierten staatlichen Hilfsprogramme zur Bekämpfung der Dürrefolgen
ist das Verständnis von Dürre als Einkommens- und Vermögensverlust42.
In diesem Kontext sind die Folgen eines Dürreereignisses für die
betroffene Bevölkerung zu sehen als-Einschränkung von Möglichkeiten,
monetäres Einkommen zu erwirtschaften, und -Wertminderung produktiven, auch
immateriellen Vermögens. Man geht davon aus, daß Hungersnöte
nicht notwendigerweise durch mangelndes Nahrungsangebot entstehen, sondern weil
bestimmte Bevölkerungsgruppen den Zugang dazu verloren haben,
Nahrungsmittel zu erwerben, einzutauschen oder zu produzieren43. Basis der
Hilfsprogramme in Botswana ist daher, die dürrebetroffene Bevölkerung
so gut wie möglich vor Einkommensverlusten und einer Gefährdung ihrer
Vermögenswerte zu schützen. Den Programmen liegen drei strategische
Ziele zugrunde: -einen Ersatz für verlorengegangenes Einkommen zu schaffen
-eine Entwertung des produktiven Vermögens (vor allem Land und Vieh) zu
verhindern -die betroffene Bevölkerung in die Lage zu versetzen, rasch auf
wieder einsetzende Regenfälle reagieren zu können.
Daneben
sollten eine Abwanderung aus dürrebetroffenen Regionen sowie - von der
Regierung immer wieder betont - eine dauerhafte Abhängigkeit der Landbevölkerung
von staatlicher Unterstützung vermieden werden. Es sind wiederum drei
Komponenten, mit denen die beschriebenen Ziele erreicht werden sollen.
1. Nahrungsmitttelverteilung:
Die Verteilung kostenloser Nahrungsmittel ist
das gängigste Mittel zur Reduzierung von Ernährungsengpässen .Im
Fall von Botswana ist jedoch wichtig, daß Nahrungsmittel mehrstufig,
gemessen an der jeweiligen Bedürftigkeit, an einzelne Haushalte (Familien)
verteilt werden und keine komplette Deckung des individuellen Kalorienbedarfs
ist. Vielmehr soll die Nahrungsmittelverteilung den täglichen
Haushaltsbedarf komplementieren und vor allem die finanziellen Mehraufwendungen
kompensieren, die für den Erwerb von Lebensmitteln aufgebracht werden müssen,
wenn dürrebedingt nichts mehr selbst produziert werden kann. In diesem
Sinne wird die Nahrungshilfe eher als Einkommenstransfer denn als direkte
Unterstützung des Nahrungsbedarfs gesehen. In den dürrebetroffenen
Regionen erfolgt die Verteilung der Nahrungsmittel über vier Kanäle
entsprechend dem individuellen Haushaltsbedarf. Erstens erhalten alle Kinder,
die eine Grundschule besuchen, eine kostenlose Schulspeisung. An Wochenenden
oder Feiertagen werden außerdem take-home- meals ausgegeben. Da über
90% aller schulpflichtigen Kinder auch eine Schule besuchen und in vielen
Familien Kinder im Grundschulalter leben, werden die meisten ländlichen
Haushalte durch die Schulspeisung entlastet. Zweitens erfolgt die
Nahrungsmittelverteilung über Krankenstationen. Bezugsberechtigt sind hier
die durch Nahrungsmangel besonders gefährdeten Personen, vor allem
Schwangere, stillende Mütter und generell Kinder unter fünf Jahren.
Somit finden auch viele Haushalte Unterstützung, die keine schulpflichtigen
Kinder haben. Drittens werden über die Krankenstationen Kinder
identifiziert, die Anzeichen akuter Mangel- bzw. Unterernährung zeigen.
Diese erhalten eine dem medizinischen Befund angepaßte intensivierte
Nahrungshilfe. Viertens schließlich erhalten die bei der lokalen
Verwaltung gemeldeten oder bekannten, durch Einkommensverluste besonders
betroffenen Familien regelmäßig gesonderte Lebensmittelrationen. Mit
Hilfe dieses mehrschichtigen Programms konnten in den 80er Jahren insgesamt rund
90% aller dürrebetroffenen Haushalte regelmäßige Nahrungshilfe
empfangen.
2. Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen:
Die zweite tragende Säule der
staatlichen Hilfsmaßnahmen sind Beschäftigungsprogramme. Sie sollen
sowohl dürrebedingte Einkommensverluste der Landbevölkerung
ausgleichen als auch zum Ausbau der Infrastruktur und damit zur Verbesserung der
allgemeinen Lebensbedingungen beitragen. Die als cash for work - Programme
konzipierten Maßnahmen werden bei saisonalem Ausbleiben der Regenfälle
kurzfristig eingegliedert und sofort ausgesetzt, wenn Niederschläge fallen.
Damit ist gewährleistet, daß die am Programm Beteiligten ihre
landwirtschaftlichen Tätigkeiten bei Regen sofort wieder aufnehmen können.
Die für Straßen- und Dammbau, das Anlegen von Feuerschneisen, den
Ausbau sanitärer Einrichtungen usw. gezahlten Löhne sind niedrig
gehalten, um möglichst viele Dürrebetroffene an den Arbeitsangeboten
teilhaben zu lassen und die Konkurrenz mit den weniger attraktiven
landwirtschaftlichen Aktivitäten gering zu halten. Bereits kurz nach seiner
Implementierung 1982 stellte das Beschäftigungsprogramm über 70.000
temporäre Arbeitsstellen zur Verfügung.
3. Schutz von Vermögenswerten:
In eine dritte Kategorie von Maßnahmen
fallen verschiedenste Versuche, die dürrebedingte Gefährdung von Vermögenswerten
(hauptsächlich der Viehherden) so gering wie möglich zu halten. Hierzu
zählen vor allem Impfungen des Viehbestandes zur Erhöhung der
Widerstandsfähigkeit und der staatliche Verkauf von subventioniertem
Viehfutter, ferner die kostenlose Ausgabe von Saatgut und das Anlegen von
Wasserstellen sowie - allerdings nur in geringem Umfang - Bewässerungsmaßnahmen.
Erfolge und Schwächen der Dürreprogramme:
Während 1974/75 im
Schnitt rund 46% des Verdienstes eines ländlichen Haushaltes aus
Landwirtschaft und Viehzucht stammte, waren es im Dürrejahr 1985/86 nur ca.
26%44. Da die Reduzierung von Einkommensverlusten der Landbevölkerung das
Hauptanliegen bei der Einführung der Hilfsprogramme war, wurde den Cash for
Work-Programmen höchste Priorität eingeräumt. Die Programme
sollten keinesfalls zu einer Schwächung vorhandener Marktmechanismen führen;
vielmehr sollte es dürrebetroffenen Haushalten auch nach Einkommensausfällen
möglich bleiben, Lebensmittel auf dem freien Markt zu erwerben. Dies
wiederum sollte es den Lebensmittelanbietern ermöglichen, weiterhin
gesichert Handel treiben zu können. Ziel war auch, eine Konkurrenz durch
die Massenauslieferung von kostenlosen Nahrungsmitteln und sonstigen Hilfsgütern
zu vermeiden.
Es ist die Eindeutigkeit des Dürreverständnisses
und der damit verbundenen Vorgehensweise, die den Hilfsprogrammen beachtliche
Erfolge eingebracht hat. Hinzu kommt eine effektive Verwaltung, welche die
Umsetzung der Grundideen weitgehend gewährleistete. Die sechsjährige Dürre
1981 bis 1987 führte in Botswana nicht zu gravierenden Ernährungsengpässen
oder gar zu einer Hungerkatastrophe. Auch kam es selbst in peripheren Regionen
nicht zu drastischen Preisanstiegen bei Lebensmitteln; die von der Regierung
erhofften und angestrebten Regulationsmechanismen des freien Marktes blieben
intakt. Daneben trugen die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen vor allem zu einer
Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur bei. So wurden seit Mitte der 80er Jahre
insgesamt rund 3.000 km Teerstraße oder Allwetterpisten angelegt45 (andere
Schätzungen gehen von weit mehr als 5.000 km aus46), was gerade den
Getreide- und Viehtransport in periphere dürrebetroffene Regionen
erleichterte. Die hohe Flexibilität in der Terminierung der
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (kurzfristiger Start bei Ausbleiben und
sofortige Unterbrechung bei Einsetzen der Regenfälle) stellte sicher, daß
Arbeitskraft nicht anderweitig gebunden war, wenn sie in der Landwirtschaft
dringend benötigt wurde. Hierbei ist aber zu bedenken, daß die
wirkungsvolle Umsetzung der Hilfsprogramme bisher nur mit erheblichem
finanziellen Aufwand des Staates möglich war. So wurden etwa bei den
Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die Löhne von Anfang an grundsätzlich
in bar ausgezahlt, obwohl es Angebote zahlreicher Hilfsorganisationen gegeben
hatte, die Programme mit Lebensmittellieferungen zu unterstützen47. Erst
mit der Besserung der ökonomischen Situation konnte sich Botswana diese
finanzielle Aufwendung leisten; die großen Devisenreserven und die
politische Stabilität sind Voraussetzung für die Realisierung der
ambitionierten Hilfsprogramme. Über derartige Rahmenbedingungen verfügt
bisher kaum ein anderer schwarzafrikanischer Staat.
Überdies traten
aber auch gegen Ende der 80er Jahre verstärkt Schwachstellen der Programme
zutage, die teilweise eine Modifizierung der Hilfsmaßnahmen erforderten,
zum Teil aber auch zu deren Suspendierung führten. So mußte u.a.
festgestellt werden, daß Kinder, die an einer Schulspeisung teilnahmen, häufig
zu Hause nichts mehr zu essen bekamen, da die Eltern die in der Schule
empfangene Mahlzeit für ausreichend hielten. Während die Schulspeisung
also für die betroffenen Haushalte tatsächlich eine finanzielle
Entlastung bedeutete, verbesserte sie die Ernährungssituation nicht im
erwarteten Maße. Wichtiger noch erscheint die Tatsache, daß die
Hilfsprogramme die zugrundeliegenden strukturellen Schwächen und damit die
grundsätzliche Dürreanfälligkeit der Landbevölkerung nicht
bekämpfen konnten. Möglichkeiten der Dauerbeschäftigung und der
nachhaltigen Einkommenssicherung fehlen auf dem Land nach wie vor. Indikator
hierfür ist auch die Zahl der Land-Stadtwanderungen, die die Hilfsprogramme
bislang nicht unterbinden konnten. Nachdem die drought relief-Programme über
viele Jahre in zwar wechselndem Umfang, aber doch kontinuierlich fortgesetzt
wurden, drohte die Abhängigkeit der ländlichen Bevölkerung von
den staatlichen Hilfeleistungen zu groß zu werden. Diese Befürchtung
und daneben vor allem die hohen Kosten veranlaßten die Regierung 1991,
einen Großteil der Maßnahmen komplett einzustellen. Der Zeitpunkt
der Suspendierung hätte jedoch ungünstiger nicht liegen können,
denn die Jahre 1991 und 1992 entwickelten sich zu einer der schlimmsten Dürreperioden
der letzten Jahrzehnte. Mit Beginn der Regenzeit im Oktober 1991 zeichnete sich
schon ein Dürre ab, deren katastrophales Ausmaß ab Februar sichtbar
wurde. Diesmal waren nicht nur einzelne Regionen betroffen, sondern das gesamte
südliche Afrika. Rekorddefizite von über 90% des langjährigen
Niederschlagsmittels, dabei gleichzeitig weit überdurchschnittliche
Temperaturen, wurden auch aus Südafrika und Zimbabwe, den beiden "klassischen"
Getreideüberschuß-Produzenten gemeldet. Getreidelieferungen aus
Nachbargebieten waren damit nicht mehr möglich. Getreide (hauptsächlich
Mais und Weizen) mußte auf dem Weltmarkt, wo es zu starken
Preissteigerungen gekommen war, eingekauft werden. Die Regierung von Botswana
war gezwungen, die gerade erst beendeten Hilfsprogramme wieder einzusetzen. Es
wurden hauptsächlich vier Maßnahmen in Angriff genommen, die schon während
den 80er Jahrenzu den Hilfeleistungen zählten48:
-der Wiederaufbau
eines nationalen Puffervorrats an Getreide (ca. 61.000 t) zur raschen Deckung
kleinräumiger Versorgungsdefizite
-Reservierung eines Teils der
Puffervorräte (ca. 12.000 t) zur Marktstabiliesierung bei ungewünschten
Preisfluktuationen
-Gezielte Nahrungshilfe für etwa 260.000 Kinder
-Beschäftigungsprogramme mit ca. 50.000 Arbeitsstellen, die in einem
rotierenden System rund 200.000 Dürrebetroffenen zur Verfügung stehen.
Daneben wurden Landbevölkerung und Farmer aufgefordert, ihre Viehbestände
rechtzeitig zu reduzieren und nicht zu warten, bis die aufgrund von Wasser- und
Futtermangel fortschreitende Schwächung der Rinder zu verminderten
Verkaufserlösen führt. Die wichtigste Ankaufstelle, die halbstaatliche
Botswana Meat Commission, gewährte vorübergehend höhere
Abnahmepreise, um einen Preisverfall zu verhindern.
Auch während der
Jahrhundertdürre 1991/92 konnte mit den genannten Maßnahmen eine
Hungerkatastrophe abgewendet werden, doch ist es nach wie vor nicht gelungen,
die kurzfristigen Hilfeleistungen in langfristige und tragfähige Programme
zu überführen. Die Überlebenssicherung der ländlichen Bevölkerung
hängt noch immer vom raschen und effizienten Anlaufen der Dürreprogramme
ab. Die Frage hierbei ist nur, wie lange sich Botswana dieses Programm noch
leisten kann und will. Was immer deutlicher wird, ist das die Lebenssicherung
der ländlichen Bevölkerung, ob durch den traditionellen- oder den
modernen Umgang mit der Dürre, immer unzureichender wird. Dieses hat zu
einer neuen Strategie geführt, nämlich der Abwanderung einzelner
Haushaltsmitglieder oder ganzer Familien aus den dürregefährdeten ländlichen
Gegenden in die Städte.
4.5. Das Wasser des Okavango-Deltas
Wie schon mehrfach in den letzten Kapiteln angesprochen, ist Wasser die wertfollste Ressource des Landes. Das größte Vorkommen des feuchten Naßes bietet der Okavango, welcher in einem Binnendelta am Nordrand der Kalahari buchstäblich versandet. Der Okavango ist der einzige Fluß der Erde, der kurioserweise nie den Weg zum Meer findet. Er entspringt im Süden Zentral-Angolas, wo er noch den Namen Cubango trägt, und fließt dann rund 1500 km in südöstlicher Richtung, bis er im letzten Abschnitt seines Weges stark an Gefälle einbüßt. Er trennt als Grenzfluß mehr als 400 km lang die Staaten Angola und Namibia, ehe er sich nach Süden wendet und nach Botswana gelangt, wo er in einer Senke von ca. 16.000 km2 (so groß wie Schleswig-Holstein) sich in ein weitläufiges Delta mit einem Netz von Kanälen, Lagunen, Papyrusdschungeln, Schilf- und Riedbeständen ergießt. Auf dem langen Weg vom Caprivi-Zipfel Namibias durch das Delta bis nach Maun am Tor zur Kalahariewüste bleiben rund 97% des Wassers auf der Strecke49. Ein Teil der ungeheuren Wassermenge des Okavangos (10.300 Mio.m3 Wasser im Jahresdurchschnitt) versickert in der dicken Sanddecke der Kalahari. Der Rest wird durch die Planzen und die große Hitze wieder an die Atmosphäre abgegeben. Was aber in erster Linie das Okavango-Delta in seiner Art einmalig macht, sind die alljährlich wiederkehrende Flut und die Regenzeit. Die Regenzeit in Botswana deckt sich zeitlich ungefähr mit jener in Angola. Aber über den höheren Berglagen Angolas fallen im Januar/Februar ungleich stärkere Niederschlagsmengen als über dem Flachland Botswanas. Die dadurch in Angola entstehende Flutwelle benötigt dann ein halbes Jahr, bis sie sich nach Maun am südlichen Rand des Deltas durch das dichte Gewirr von Papyrus und Riedgras des Deltas durchgearbeitet hat. Inzwischen beginnen in der Kalahari schon bald nach der Regenzeit die Senken und Pfannen unter der ständigen Sonneneinstrahlung auszutrocknen. Ab Mitte April haben sich die letzten Wolken entladen und sind dem blauen Himmel gewichen. Danach fällt kein Regentropfen mehr! Mitte Mai ist dann das Gras dürr geworden und in sich zusammengefallen. Viele Zugvögel ziehen jetzt nordwärts, Richtung Delta. Bis Juli sind schließlich alle Tümpel völlig ausgetrocknet. Nun wandert auch das Wild aus der Kalahari in das Delta hinein und findet die Wasserflut vor, die immer stärker wird. Mit langer Verspätung und doch gerade zur rechten Zeit gibt es im Delta Wasser im Überfluß. In Maun steigt zur Zeit der größten Trockenheit der Wasserspiegel um mehrere Meter an. Dieser übrig gebliebene Teil der Flut reicht dann immer noch aus, um angrenzende Seen und Wassersysteme zu versorgen. Vom Delta ausgehende Flüsse wie der Boteti oder Botletetle oder der Nhabe tragen das lebenspendende Wasser weiter zur Makgadikgadi-Salzpfanne oder dem Ngamisee. Ab August sinkt dann der Wasserspiegel wieder merklich, doch ist der Wechsel zwischen Flut- und Regenzeit dafür verantwortlich, daß das Okavango-Delta das ganze Jahr über mit Wasser versorgt wird. Diese Einrichtung der Natur hat das Delta für die Wildtiere seit Jahrtausenden zu einem üppigen Paradies werden lassen und den Tierbeständen der benachbarten Ökosysteme und der Kalahari in Trockenzeiten eine Wasser- und Nahrungsreserve geboten. Genau aus diesem Grund bot sich Botswana als ein Refugium für so viele Wildtierarten an.
Nutzungskonflikte:
Aber gerade diese geraten seit dem immensen
Wirtschaftswachstum und den modernen agroindustriellen Errungenschaften seit dem
Beginn der 70er Jahre immer mehr in Bedrängung. Durch den starken Anstieg
der Viehzahlen (in der Zeit von 1967 bis 1980 um durchschnittlich 140.000 Stück
Vieh von rund 1,5 Mio. auf rund 3 Mio. Rinder) wurden die ohnehin kargen Böden
vielerorts völlig überansprucht und gerieten aus dem ökologischen
Gleichgewicht. Dadurch wurde ein immer tieferes Eindringen in traditionelle
Wildtiergebiete wie es das Okavango-Delta ist, vorangetrieben. Mit der
Ausbreitung der Viehwirtschaft ging gleichfalls die Ausbreitung der Veterinärzäune
zum Schutz der Viehherden vor den Wildtieren einher. Ein gut 2.500 km langes
System von etwa drei Meter hohen Veterinärzäunen durchzieht teilweise
in mehreren Reihen das nördliche Botswana und zunehmend auch Gebiete an und
im Delta. Zusammen mit Impfstationen und Quarantänecamps sind die Zäune
ein wichtiges Element der Schutz- und Vorsichtsmaßnahmen gegen Infektionen
der nationalen Rinderherde, vor allem gegen die Maul- und Klauenseuche. Man hat
lange Zeit angenommen, daß diese Krankheit durch Wildtiere, insbesondere Büffel,
übertragen würde, was allerdings inzwischen umstritten zu sein
scheint. Es entspricht aber auch bzw. vorallem den veterinärmedizinischen
Anforderungen der Europäischen Gemeinschaft und ist in gewisser Weise eine
Vorbedingung für den Verkauf beträchtlicher Mengen von Rindfleisch aus
Botswana in die EU. Die Einzäunungen haben indes aber vor allem verheerende
Auswirkungen auf den Wildtierbestand in der Kalahari. Sie beeinträchtigen
die Wanderungen der Wildtierherden zu den Wasserstellen und können gerade
in Dürrezeiten zu tödlichen Fallen werden. Der Druck auf die
Weidegebiete hat sich zu Beginn der 90er Jahre weiter verschärft, da ein
weiteres Eindringen und eine Verlängerung der Zäune geplant und
durchgeführt wurde. Diese Entwicklung hat wiederum zur Folge, daß die
Weidegebiete der Wildtiere weiter eingeschränkt werden und es erneut zu
Massensterben an den Zäunen kommen kann.
Eine weitere Hüterin des
Deltas wurde in den vergangenen Jahren ebenfalls erfolgreich bekämpft.
Lange Zeit verhinderte die Tsetse-Fliege das Vordringen der Menschheit und der
Viehzucht in die Gebiete des Deltas, denn die Fliege kann jede Art von Haustier
sowie den Menschen mit einer tödlichen Krankheit (Schlafkrankheit)
infizieren. Chemie und Technik änderten dies jedoch. Endosulfan wurde seit
1973 von Flugzeugen aus tonnenweise im Tiefflug über das Delta versprüht
und rottete allmählich die letzte Tsetse-Fliege aus. Was Endosulfan nicht
schaffte, vollendete Anfang der 80er Jahre der Einsatz von Dieldrin. Auch in
diesen Gebieten nimmt seither der Druck der Viehherden auf die Wildtiergebiete
zu. Die größte Gefahr für das Delta stellen jedoch schon seit
den Zeiten der Kolonialherrschaft die ehrgeizigen Pläne von Ingenieuren da,
die das Wasser des Deltas für die verschiedensten Pläne nutzen
wollten. So z.B. überlegten schon vor etwa 100 Jahren britische Forscher,
wie man das Wasser des Okavango bis zum Orange-River, also rund 1.500 km weiter
nach Südafrika ableiten kann. Doch dies war nicht der letzte irrwitzige
Vorschlag. Auch in der heutigen Zeit wurden schon Überlegungen angestellt
(1987 von Südafrika), wie man das Wasser des Okavango-Delta zur Versorgung
der südafrikanischen Pretoria-Witwatersrand- Vaal-Dreiecks mit seiner Bevölkerung
von mehreren Millionen Menschen anzapfen kann50.Die direkteste und massivste
Bedrohung für einige Teile des Deltas stellten jedoch Nutzungspläne
der botswanischen Regierung dar. Die Zielsetzung des Anfang der 80er Jahre in
Planung gegangenen Southern Okavango Integrated Water Development Projects
(SOIWD) war die Verbesserung der Nahrungsmittelproduktion durch
Molapo-Landwirtschaft und Bewässerungsfeldbau, sowie die Wasserversorgung
der Provinzstadt Maun und die Versorgung der Stadt und der Diamantenmine in
Orapa. Geplant war die Kanalisierung des Unterlaufes des Hauptarms des Deltas,
dem Boro, auf einer Strecke von 42 km durch das Ausbaggern sowie der Anlage von
Erdwällen. Dieses sollte bewirken, daß mehr Wasser in den Boteti
abfließen kann, damit bei jeder Flut ausreichend Wasser für die
Viehherden entlang seiner Ufer zugänglich ist und regelmäßig das
Speicherbecken bei Mopipi gefüllt werden kann, das die Diamantenmine in
Orapa versorgt. Als die Pläne 1990 in Maun bekannt gegeben wurden,
formierte sich rasch lokaler Protest und erbitterter Widerstand gegen das
Projekt. Ein Grund hierfür war, daß das Delta von der Bevölkerung
als eine Art Lebewesen gesehen wird, und sterben kann wenn es verändert
wird; ein weiterer Grund war, das 1972 schon einmal ein Teil des Boro
kanalisiert wurde mit dem Ergebnis, daß er rascher floß und das
umliegende Land austrocknete. Aufgrund des nationalen Protestes wurde Greenpeace
international von der Regierung eingeladen, um das Gebiet zu besichtigen und
eine ausführliche Studie zu erstellen. Nach dem Erscheinen der
Grennpeacestudie 199151, die verheerende Auswirkungen für den Fall der
Durchführung der Pläne befürchtete, und den nationalen Protesten
mußte die Regierung das Vorhaben 1992 einstellen. Einschätzungen der
Grennpeacestudie zufolge, stand den betroffenen Gebieten eine generelle
Austrocknung, eine Verminderung der Dauer und Ausdehnung der Flut, ein Absinken
des Grundwasserspiegels, eine Verminderung der Frequenz der Flutung in den
trockeneren Randbereichen und als Folge davon Veränderungen der Pflanzenökologie
und damit der Habitat einer Reihe von für das Delta typischen Tierarten zu
befürchten. Allgemein wird die Unzulänglichkeit der ausgeführten
Umweltverträglichkeitsprüfungen kritisiert und auf die immensen
Schwierigkeiten verwiesen, adäquate Modelle der Dynamik eines solch
komplexen, sich ständig verändernden Systems zu simulieren, wie es das
Delta darstellt. Grennpeace empfohl daher die Aufgabe des Projektes, die
Sicherung des Deltas als World Heritage Site und eine Überprüfung des
prognostizierten Wasserbedarfs und der möglichen Alternativen, die noch zur
Verfügung stehen.
Doch nicht nur die ökologischen Folgen für
die Delta-Bewohner wären enorm. Bei ihnen geht es vielmehr um das Überleben,
da im Falle einer Austrocknung der Gebiete ihnen ihre Lebensgrundlage entzogen
werden würde. Ihnen bliebe dann nichts anderes übrig, als ebenfalls
ihr Land zu verlassen, um sich eine neue Existenz in einer der Städte
aufzubauen. Festzustellen bleibt, daß selbst kleine Eingriffe in das Delta
für das Ökosystem sowie die Bewohner des Deltas katastrophale Folgen
haben können. Doch der Druck auf die Ressource Wasser und auf ein
wirtschaftliches Wachstum steigt immer weiter und somit nimmt auch der Druck auf
die Nutzung des reichlich vorhandenen Wassers des Deltas zu.
Safari Tourismus als Ausweg?
Der Sprung in die Moderne hat also auch im
Okavango-Delta seinen Tribut gefordert und eine Entwicklung in Gang gesetzt, die
sich letztendlich als zerstörerisch herausstellen kann. Die einmal in Gang
gesetzte Modernisierung läßt sich nur sehr schwer abbremsen. D.h.
wenn man das Delta vor einer zu hohen Inanspruchnahme schützen will, muß
man eine tragbare alternative Nutzungsform finden, denn nur wenn es wertvoller
ist das Delta zu erhalten, als das Wasser für andere Zwecke abzuziehen,
kann ein langfristiger Schutz bestehen bleiben. Eine dieser Alternativen stellt
der Tourismus da. Das Okavango-Delta gilt unter Ökologen wie auch unter
Tourismusmanagern als eines der allerletzten Stücke echter afrikanischer
Wildnis. Es ist eine einzigartige Naturlandschaft mit offenen Lagunen und
endlosen Schilfteppichen, mäandrierenden Flußarmen und
baumbestandenen Sandinseln und einen ebenso dichten wie vielfältigen
Tierbestand.
Der Tourismus könnte wesentlich zur Erhaltung dieses natürlichen
Reichtums des Landes beitragen. Denn in der Eigenschaft des Wildreichtums als
Einnahmequelle für Devisen liegt für Botswana ein Motiv, weite Gebiete
den Wildtieren in ihrem natürlichen Habitat vorzubehalten, anstatt dem
Besiedlungsdruck und den Versuchen der Ausdehnung der Weideflächen,
besonders ins Deltagebiet, nachzugeben. Als wildverträglicher Erwerbszweig
kann der Tourismus das Naturerbe Botswanas für das Land profitabel werden
lassen und daher einer Coexistenz zwischen Mensch und Wildtier dienen. Darüber
hinaus kann der Tourismus sicherlich auch einen ideellen Beitrag für den
Wild- und Naturschutz leisten. Auf jeden Fall muß jedoch darauf geachtet
werden, daß der Tourismus in einer sehr angepaßten Art und Weise
aufgebaut wird, um nicht ebenfalls zu einer Gefahr für die Natur, die Bevölkerung
und die Gesellschaft zu werden.
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