Dr. phil. Kirsten Dickhaut

Veranstaltungen WS 2008/09

Hauptseminar 

Paris und London in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts: 
Sozial- und Kulturgeschichte zweier Metropolen

Neuere Geschichte / Galloromanistik
Prof. Dr. Friedrich Lenger / Dr. Kirsten Dickhaut

Di 14-16 Uhr

Mit der Stadt verbinden wir einen breiten, ambivalenten Vorstellungskomplex, der gerade in seiner homogenen Heterogenität auf die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts zurückgeht. Die Faszination, die von den Städten Paris und London begründet wurde und von dort ausging, hat die Menschen zur Landflucht motiviert und beide Metropolen zu einem je eigenen konzentrierten Ort neuer Erfahrungsmöglichkeiten werden lassen, der zugleich paradigmatisch die europäische Stadt als Idee neu konfiguriert hat. Voraussetzung hierfür waren nicht nur die explosionsartigen Vergrößerungen, die Selbstbespiegelungen während der Weltausstellungen, die neuen Verkehrsmittel, die Infrastrukturen und Haussmannisierung, es waren vor allem auch Veränderungen der Wahrnehmungstechniken und die sozialen Prozesse, die diese Städte zum Sinnbild der Moderne werden ließen. 
Das Seminar zielt vor dem genannten Hintergrund darauf, gemeinsam aus geschichts- und literaturwissenschaftlicher Perspektive zu ergründen, welche Dichotomien mit der Stadt idealtypisch verbunden werden (Heimat – Fremde, Ordnung – Chaos, Zentrum – Peripherie, Urbanität – Barbarei, ziviler Schutzraum – Ort der Gewalt etc.) und wie sich mit und gegen diese Zuschreibungen Paris und London jeweils über eigene Spezifika als moderne Metropole zu konstituieren suchten bzw. inwiefern auch Gegentendenzen zu verzeichnen sind. Ausgehend von einschlägigen Grundlagentexten zur Stadtsoziologie und Moderne (Simmel, Sennett, Benjamin) sollen im Seminar epistemologische Aspekte der Wahrnehmung von Stadt im allgemeinen und Paris bzw. London im besonderen anhand von einschlägigen Quellen und literarischen Texten Frankreichs (z.B. Baudelaire, Zola, Huysmans’) und Englands (z.B. Charles Dickens) diskutiert werden mit dem Ziel, die jeweiligen Problem benennenden oder suggerierenden Perspektiven auf diese Metropolen und ihre Spezifika gemeinsam herauszuarbeiten. 
Ein Reader stellt das Textmaterial zur Verfügung. 
 
Wissenschaftliche Übung

Interpretationskurs französischer Texte

Mo 12-14 Uhr

Der Interpretationskurs richtet sich Studierende, die sich, neben der Erweiterung und Auffrischung literaturwissenschaftlicher und literarhistorischer Kenntnisse, auf die fachwissenschaftliche Klausur oder die mündliche Prüfung vorbereiten wollen. In der Übung werden Textauszüge aus den verschiedenen Epochen kontextbezogen interpretiert und literaturwissenschaftliche Techniken, methodische Herangehensweisen und Argumentationsweisen sowie Kommunikationsstrategien im Rahmen des Interpretationskurses eingeübt. In den einzelnen Sitzungen – auch anhand kurzer Referate – werden die entsprechenden literaturwissenschaftlichen Begriffe in ihrer theoretischen und historischen Dimension konturiert und mit entsprechenden thematisch korrelierten Auszügen aus Primärtexten interpretatorisch verknüpft. Der Schwerpunkt wird in diesem Semester auf 

Auf Wunsch können zwei Übungsklausuren geschrieben werden, die im Rahmen der Interpretationsübung dann korrigiert und diskutiert werden.
 


 

 

 
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