• Manie
    • Symptome
      • euphorisch, unabhängig von Situation und Anlass
      • gesteigerter Antrieb
      • in schweren Fällen Aggression, starke Gereiztheit
      • Ideenflucht (auch Logorrhoe)
      • Größenideen ("ich habe Kontakt zu höchsten Regierungskreisen")
      • bei dysphorischer Gereiztheit durchaus auch Verfolgungswahn ("alle wollen an die Macht!", "die gönnen mir das nicht!")
      • fehlendes Schlafbedürfnis
      • Bemerkung
        • bei berichteten Wahnssymptomen (bspw. akustischen Halluzinationen) ist es schwer zu klären, ob es sich um tatsächliche Wahnsymptome oder nur Wahneinfälle oder das spielerische Bejahen von Fragen handelt.
    • Epidemiologie
      • eine isolierte manische Episode ist selten
      • rezidivierende unipolare Manien ohne depressive Episode (die diagnostisch zur bipolaren Störung gerechnet werden!) sind ebenfalls selten. Zumindest leichte depressive Störungen treten fast immer im Rahmen einer manischen Symptomatik auf
    • Ätiologie
      • hohe genetische Beteiligung (im Vgl. zur rezidivierenden Depression)
      • regionale Hyperaktivität des noradrenergen und dopaminergen Systems wird angenommen
      • Gründe:
      • - therapeutische Wirksamkeit von NL (DA2-Blocker)
      • - Konzentration der Metaboliten HVS (von Dopamin) und MHPG (von NA) erhöht
    • Verlauf und Prognose
      • Dauer der Episoden ist inter- und intraindividuell sehr unterschiedlich (Wochen bis Monate)
      • fast immer Vollremission bei der einzelnen manischen Episode
      • bei kleinem Teil (vermutl unter 10%) manisches Residualsyndrom
    • Therapie
      • da so gut wie nie Krankheitseinsicht besteht oft zwangsweise Behandlung und Unterbringung
      • hochpotente NL
      • Lithium in antimanischer Dosierung (Serumspiegel: 1-1,2 mmol/l). Hohe Wirklatenz von 1-2 Wochen
      • in Akutphasen zur Behebung der psychomotorischen Unruhe, Schlaflosikeit und Aggression: niederpotente NL und BZD
      • Daumenregel
      • je akuter desto höher dosiert und sedierender die Medikation, da sich sonst die Manie durch weiteren Schlafentzug und Hyperaktivität weiter verstärkt
      • im Notfall Elektrokrampftherapie
  • Biploare Störung
    • wichtige Abgrenzungen
      • syn. Zyklothymie nicht zu verwechseln mit anhaltender affektiven Störung "Zyklothymia"!!
      • → Begriff sollte vermieden werden
      • bipolare Störung I und II
      • Zyklus = Dauer vom Beginn einer Episode bis zum Beginn der nächsten Episode
    • Epidemiologie
      • die bipolare Störung ist seltener als die rezidivierende (unipolare) Depression
      • im Gegensatz zur unipolaren Depression (2:1 Frauen:Männer) vermutlich Geschlechterverhältnis ausgeglichen
    • Ätiologie
      • gute Belege für genetische Verursachung
      • Komorbidität der bipolaren Störung
        • 1. mit rezidivierender Depression bei Verwandten 5-25%
        • 2. unipolare Strg. mit bipolarer Strg. bei Verwandten eher niedrig
        • → beide Pole affektiver Störungsbilder möglicherweise genetische Gemeinsamkeiten, wobei die bipolare Strg. möglicherweise die Tendenz hat, sich durchzusetzen
    • Verlauf und Prognose
      • Beginn meist früher als die unipolare Störung
      • Ersterkrankung häufig im 2. oder 3. Lebensjahrzehnt (nicht selten stimmungslabile Persönlichkeitsstruktur vor der Ersterkrankung)
      • zwischen den Episoden meist symptomfrei
      • je länger Krankheit besteht desto kürzer sind die Zyklen und umso wahrscheinlicher Residualsymptome zwischen den Zyklen
    • Therapie
      • durch Lithium-Prophylaxe bleiben 50-80% der Pat. mit bipolarer Störung symptomfrei oder die Episoden werden deutlich schwächer und kürzer (Ebert, 1999)
      • bei Lithium-Nonrespondern vor Absetzen des Lithiums erst Kombination probieren
      • bei Lithium-Unverträglichkeit Monotherapie mit Antiepileptikum Carbamazepin oder (in begründeten Ausnahmen) Valproat
      • bei der medikamentösen Behandlung der einzelnen Episoden gelten die gleichen Bedingen wie sie bei den einzelnen Episoden geschildert geschildert wurden
  • Depression