- Grundlegende Begriffsdefinitionen
- Gewöhnung-Sucht
- Gewöhnung (habituation) und Sucht (addiction) bis zum Jahre 1964 von der WHO
graduell unterschiedene Kategorien
- Unterscheidung von "physischer" und "psychischer" Sucht fragwürdig →
Einführung des Begriffs "Abhängigkeit" (dependance)
- Mißbrauch
- Vom üblichen Gebrauch bzw. ursprünglich gesetzten Zweck abweichender Gebrauch
- qualitativ ("misuse"): Abweichung hinsichtlich Zeit und Ort des üblichen Gebrauchs
- quantitativ ("abuse"): Abweichung hinsichtlich Menge und Häufigkeit
- wiederholter Mißbrauch süchtig machender Substanzen führt meist zur Abhängigkeit
- Abhängigkeit
- physiologischer Zustand der Neuroadaptation, der durch wiederholte
Einnahme des Suchtmittels erzeugt wird und eine fortgesetzte Einnahme zur Vermeidung von Entzugssymptomen erfordert.
- psychische Abhängigkeit
- Unwiderstehliches Verlangen ("craving") nach dem
Suchtmittel, dass zentrale Bedeutung im Leben des Abhängigen eingenommen hat
- Nichtaufhörenkönnen (ähnlich zum "Zwang")
- Reduktion / Absetzen führt zu Mißbehagen oder Angst.
- physische Abhängigkeit
- Reduktion / Absetzen führt zu körperlichen Entzugserscheinungen
- Abhängigkeitssyndrom nach ICD-10 (= Sucht)
- Gruppe körperlicher, kognitiver Phänomene und Verhaltensweisen, bei denen der Konsum
einer Substanz oder einer Substanzklasse für die betroffene Person Vorrang hat gegenüber anderen
Verhaltensweisen, die von ihr früher höher bewertet wurden. Mindestens drei der folgenden Kriterien:
- craving
- verminderte Kontrollfähigkeit (Beginn, Menge, beendigung des Konsums)
- physische Abhängigkeit
- Rückfallgefahr nach Abstinenzphase groß
- Toleranz
- Vernachlässigung anderer Vergnügen, hoher Zeitaufwand für Beschaffung
- Konsum trotz Nachweis der Schädigung (körperlich wie geistig)
- weitere Begriffe zum Thema Abhängigkeit und Sucht
- Toleranz
- Intoxikation (akute oder chronische I.)
- reversible psychopharmakologische Wirkungen von Suchtmitteln die zur Folge haben:
- 1. klinisch signifikant unangepasstes Verhalten oder/und
- 2. (klinisch relevante) psychologische Veränderungen
- Detoxifikation (Entgiftung)
- 1. langsames Reduzieren des Suchtmittels oder
- 2. Ersatz durch kreuzabhängige Substanz (Heroin → Methadon)
- →
langsame Readaptation der Rezeptoren ohne Entzugssymptome, ohne dass jedoch zwangsläufig
auch Rebound-Effekte unterdrückt würden → langsames Ausschleichen der kreuzabhängigen Substanz
- Rückfall (relaps) vs. Rebound vs. Entzugssymptome
- Rückfall (relaps)
- Wiederauftreten der ursprünglichen
Symptome (gleiche Intensität und Frequenz) durch plötzliches Absetzen
des Medikaments
- Rebound
- Wiederauftreten der ursprünglichen
Symptome (verstärkte Intensität oder Frequenz) durch plötzliches Absetzen
des Medikaments
- Bsp.: nach Absetzen von BZD stärkere (Rebound-) Panikattacken
als vor der Gabe von BZD
- Abhängigkeit bei sachgemäßer Einnahme eines Medikaments:
- Abhängigkeit ist gegeben, Sucht nicht !
- Entzugssymptome
- physiologische und / oder psychologische
(meist beides) Reaktionen auf abruptes Absetzen eines Suchtmittels:
- - Craving
- - Dysphorie
- - Überaktivität des sympatischen NS
usw.
- Symptome ≠ ürsprüngliche Symptome
- Kreuzabhängigkeit
- Fähigkeit einer Substanz, die Manifestation physischer
Entzugssymptome zu unterdrücken (Methadon → Heroin)
- Kreuzsubstitutionswirkung
- erwünschte oder erwartete psychopharmakologische Wirkung lässt sich
ebenso mit einer anderen Substanz der gleichen Substanzklasse erzielen
- Gewöhnung
- Konsum oder Verhalten wird nicht mehr hinterfragt oder wird zu Ritual
- Gewöhnung → Abhängigkeit (durch Konditionierung)
- Klassifikation in der ICD-10
- Störungen durch verschiedene Substanzen (F1x)
- Einteilungen der verschiedenen Störungen (F1x.y)