Justus-Liebig-Universität Gießen Institut für Angewandte Theaterwissenschaft

Diplom-Studiengang ATW

Achtung: Seit dem Wintersemester 2007/08 kann das Studium der Angewandten Theaterwissenschaft nach der Diplomstudienordnung nicht mehr aufgenommen werden! Bitte informieren Sie sich über unsere BA/MA-Studiengänge.


Im Unterschied zu den Verhältnissen an anderen theaterwissenschaftlichen Instituten wird das Fach Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen nur als Hauptfach studiert. Es kann nicht als Nebenfach zu einem anderen Fach belegt werden und wird ohne Nebenfächer studiert. Dieses Fach ist allerdings umfangreich. Es hat einen Umfang von 18 - 20 Wochenstunden pro Semester. Warum wird nur das eine Fach studiert? Weil unter dem Dach der Theaterwissenschaft die Fächer versammelt sind, die ein sinnvolles Studium ausmachen sollten. Es ist unser Ziel, diese verschiedenen Fächer durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zu integrieren. Das Studium hat zwei große Abschnitte: das Grundstudium bis zum Vordiplom (etwa 4 Semester) und das Hauptstudium (etwa 4 Semester), das mit dem Diplom abschließt. In beiden Abschnitten des Studiums werden Veranstaltungen des theaterwissenschaftlichen Instituts (eine Hälfte) und der sogenannten Bausteinfächer (andere Hälfte) besucht.


Theaterwissenschaft

Die theaterwissenschaftlichen Veranstaltungen sind den Kernbereichen des Faches gewidmet: Theaterkünste; Inszenierungstypen und -methoden; Ästhetik und Semiotik des Theaters; historische Entwicklung des Theaters, die in Vorlesungen im Überblick behandelt werden. Teilprobleme dieser Themen werden in Seminaren behandelt. Darüber hinaus werden neue Veranstaltungs-formen entwickelt, um der Intention zu entsprechen, Wissenschaft und Künste zusammenzuführen. Außer diesen Veranstaltungen werden praktische Kurse und szenische Projekte angeboten. Darüber hinaus wird von jeder Studentin / jedem Studenten verlangt, dass sie/er jeweils eine Hospitanz und eine Assistenz im Theater- oder Medienbereich absolviert.


Bausteinfächer

Als Bausteinfächer versteht das Curriculum die Literaturwissenschaften, Philosophie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, deren Veranstaltungen als Vorlesungen und Seminare abgehalten werden. Die Wahl der Veranstaltungen der einzelnen Fächer liegt bei den Studierenden selbst, theater- bzw. dramenspezifische Angebote sollten dabei bevorzugt berücksichtigt werden.


Theaterpraxis

Die szenischen Projekte als untersuchende Form von Theaterarbeit werden auf der Studiobühne erarbeitet. Dort finden auch die praktischen Kurs statt. Ein Vertrag zwischen Universität und Stadttheater Gießen sichert die Zusammenarbeit im Blick auf die praktisch-technischen Kurse, Benutzung des Fundus etc.
Innerhalb dieses Vertrages ist auch eine ausreichende Zahl von Hospitanzen und Assistenzen gesichert, die möglichst in der vorlesungsfreien Zeit erfolgen sollen.

Nicht im Studienplan enthalten ist, was für jeden, der sich studierend auf Theaterarbeit vorbereiten will, eine Selbstverständlichkeit ist: der häufige individuelle Theaterbesuch. Gleichwohl werden Fahrten zu entfernteren Theatern auch als gemeinsame Exkursion geplant.

Einen wichtigen Stellenwert in der Erforschung theatraler Praxis nehmen auch, auch wenn sie ebenfalls nicht im Studienplan enthalten sind, szenische Projekte ein, die von Studierenden selbständig erarbeitet werden. Hervorzuheben sind hierbei die Theatermaschine, eine jährlich stattfindende Werkschau der studentischen Projekte auf der Studiobühne des Stadttheaters Gießen, sowie das internationale Theaterfestival Diskurs, das seit nunmehr 16 Jahren von Studentinnen und Studenten der Angewandten Theaterwissenschaft selbständig organisiert und durchgeführt wird.


Abschluss

Der Studiengang wird mit einer Prüfung abgeschlossen, die aus einer Diplomarbeit sowie aus schriftlichen und mündlichen Prüfungen besteht. Die Diplomarbeit kann durch eine Diplom-Inszenierung und deren Dokumentation ersetzt werden. Nach bestandener Prüfung wird der akademische Titel Diplom-Theaterwissenschaftlerin/Diplom-Theaterwissenschaftler verliehen.
Die Einführung des Diploms soll die praktische Dimension des Studiengangs auch im Titel signalisieren, dies auch im Gegensatz zu den theoretisch-historisch ausgerichteten Magisterstudiengängen.

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