Justus-Liebig-Universität Gießen Institut für Angewandte Theaterwissenschaft

BA-Studiengang "Angewandte Theaterwissenschaft" (ATW)

Seit dem Wintersemester 2007/08 wird das Studium der Angewandten Theaterwissenschaft als Bachelor- bzw. Masterstudiengang angeboten.


Konzept

Der BA-Studiengang ist so konzipiert, dass er theaterhistorische und theaterwissenschaftliche Grundlagen liefert sowie künstlerisch-technische Grundkompetenzen vermittelt, die ein selbständiges künstlerisches Arbeiten auf der Probebühne und in den Studios ermöglicht. Unser Studiengang ist gerichtet an Studierende, die ein oft noch relativ ungerichtetes Interesse an Theater, Performance, Life-Art haben und sich im Laufe des Studiums erst auf einen einzelnen Bereich fokussieren: Literatur, Tanz, Musiktheater, Ästhetische Theorie, Akustische Kunst, Performance, Videoinstallation etc. Deswegen bieten wir zusammen mit den beteiligten Fachrichtungen eine denkbar große Breite des Lehrangebots an.
Der Studiengang setzt sich zusammen aus Modulen der Angewandten Theaterwissenschaft sowie Modulen der beteiligten Fächer, die die verschiedenen Sprach-, Kulturräume und Philologien, die Kunstgeschichte und Musikwissenschaft beinhalten: Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Kultur der Antike, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft, Philosophie. Die Veranstaltungen der beteiligten Fächer sollen eine breite Orientierung ermöglichen und einen Fundus von interdisziplinärem Fachwissen vermitteln. Die Veranstaltungen der Angewandten Theaterwissenschaft setzen sich sowohl in Form von theoretischen Seminaren und Übungen als auch von szenischen Projekten mit historischen und zeitgenössischen Theaterformen, mit Theorie, Ästhetik und Semiotik theatraler Prozesse sowie mit dem Verhältnis von Theater und den benachbarten Künsten auseinander.

Die unterschiedlichsten Aktivitäten der Gastprofessoren ergänzen diese Anregungen. Es entspricht unserer Auffassung eines zeitgenössischen Theaterbegriffs, für den die Impulse aus der bildenden Kunst, aus Musik und Tanz, aus Architektur, Film und den Neuen Medien stammen und für den die Herausforderungen anderer Kulturräume existentiell sind, dass die Gastprofessoren nicht nur international, sondern auch aus den unterschiedlichsten Disziplinen berufen werden. In den szenischen Projekten dieser Gastprofessoren (Regisseure, Choreografen, Performancekünstler, Autoren etc.) lernen die Studierenden eine Vielfalt unterschiedlicher künstlerisch-kreativer Arbeitsprozesse und Perspektiven auf das Theater und angrenzender Künste durch dezidiert ausgewählte und etablierte Künstler kennen. Zugleich finden sie hier einen Ort, ihre individuellen künstlerischen Ansätze zu entwickeln und zu formulieren. In praktischen Kursen werden die Studierenden zudem in unterschiedliche theaterbezogene Berufe und künstlerische Techniken und Mittel eingeführt (z.B. Bühnentechnik, Videoschnitt, Tonstudio, Körper-, Schauspiel-, Tanz- und Stimmtraining, Bühnenbild, Lichtdesign, Fotografie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit). Der BA-Studiengang beinhaltet außerdem eine Hospitanz im Theater- oder Medienbereich.
Abgeschlossen wird der BA-Studiengang mit Titel „Bachelor of Arts“. Das ideale Ziel des Studiengangs besteht in der Ausbildung von Künstlern, die ihre Praxis auch theoretisch reflektieren und von Theoretikern, die ihre Theorie aus dem Dialog mit der Praxis entwickeln.


Zentrale Studieninhalte des BA-Studiengangs

Aufgrund des breiten Gegenstandsbereichs, der die performativen Künste vom Ende des 19. Jahrhunderts bis heute fokussiert, jedoch auch historische Beziehungen in die Vergangenheit verfolgt, zum Beispiel zur Antike, zur Renaissance oder zum Barock, wird die Lehre nach den Modellen des exemplarischen Lernens durchgeführt. Wissenschaftliche Recherche wie künstlerische Praktiken lehnen sich an das exemplarische Lernen an und erfordern ein hohes Maß an selbständiger Kompetenz.
Der Studiengang setzt sich zusammen aus theaterwissenschaftlichen Pflicht- und Wahlpflichtmodulen sowie aus Modulen der beteiligten Fächer (Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Kultur der Antike, Philosophie, Kunstgeschichte, Musikwissenschaft). Die theaterwissenschaftlichen Module zeichnen sich durch eine enge Verzahnung von Praxis und Theorie des Theaters, von zugleich theoretischer und praktischer Erforschung theatraler Formen, Inhalte und Fragestellungen aus.
In den theaterwissenschaftlichen Modulen sollen die Studierenden in Seminaren und praktischen Kursen in die theoretischen und praktischen Grundlagen des Fachs eingeführt werden und sich sowohl in theoretischen Seminaren als auch in szenischen Projekten vertiefend mit historischen und zeitgenössischen Theaterformen, mit Theorie, Ästhetik und Semiotik theatraler Prozesse sowie mit dem Verhältnis von Theater und den anderen Künsten (Musik, Tanz, Film etc.) und von Theater und Gesellschaft auseinander setzen. In den szenischen Projekten der Gastprofessoren (Regisseure, Choreografen, Performancekünstler, Autoren etc.) lernen die Studierenden eine Vielfalt unterschiedlicher künstlerisch-kreativer Arbeitsprozesse und Perspektiven auf das Theater und angrenzender Künste kennen und formulieren eigene künstlerische Ansätze. In praktischen Kursen werden die Studierenden zudem in unterschiedliche theaterbezogene Berufe und künstlerische Techniken und Mittel eingeführt (z.B. Bühnentechnik, Videoschnitt, Tonstudio, Körper- und Stimmtraining, Bühnenbild).


Studienverlauf BA-Studiengang

Der BA-Studiengang Angewandte Theaterwissenschaft besteht aus 8 Pflichtmodulen der Theaterwissenschaft, 3 Wahlpflichtmodulen der Theaterwissenschaft, 5 Modulen der beteiligten Fächer, einem Modul „Außerfachliche Kompetenz“ sowie dem Thesismodul (Gesamtumfang: 180 CP).

Acht theaterwissenschaftliche Pflichtmodule

Drei theaterwissenschaftliche Wahlpflichtmodule
In den Wahlpflichtmodulen sollen bestimmte thematische Aspekte (z.B. das Verhältnis des Theaters zu den anderen Künsten) in theoretischer (Seminare) und praktischer (Szenische Projekte, praktische Kurse) Hinsicht vertieft werden. Es werden vier thematisch unterschiedliche theaterwissenschaftliche Wahlpflichtmodule angeboten, von denen drei Module von den Studierenden ausgewählt und belegt werden. Innerhalb der Wahlpflichtmodule wählt der Studierende nach Interessenlage und Angebot zwischen den Veranstaltungsarten Szenisches Projekt oder Seminar mit Hausarbeit. Für die Auswahl der drei Wahlpflichtmodule und der Modulveranstaltungen gelten folgende Regelungen:
1. Es müssen mindestens zwei Module thematisch unterschiedlich sein. Die Doppelbelegung eines Moduls ist möglich.
2. Es muss mindestens ein Seminar mit Hausarbeit absolviert werden.
3. Es muss mindestens ein Szenisches Projekt absolviert werden. Ein weiteres Szenisches Projekt kann durch eine eigene künstlerische Arbeit ersetzt werden

Alle diese Module bestehen aus einem Seminar oder szenischen Projekt sowie einem praktischen Kurs, der in grundlegende künstlerische Techniken und Mittel des jeweiligen Themenbereichs (z.B. Kameraführung oder Tanztraining) einführt.

Fünf Module der beteiligten Fächer

Außerfachliche Kompetenzen
Diese Module stammen aus dem Modulpool "Außerfachliche Kompetenzen" der JLU, die von den Fächern der JLU gemeinsam und im gegenseitigen Austausch bereitgestellt werden. Außerdem gibt es Überlegungen auch das Angebot anderer Einrichtungen und Institutionen (Universitätsbibliothek, Hochschulrechenzentrum, Bundesagentur für Arbeit, Volkshochschule) mit in diesen Modulpool aufzunehmen. Diese Module bieten Studierenden die Möglichkeit, sich außerfachlich entsprechend ihrer individuellen Interessen und Spezialisierungen weiter zu bilden.

Thesismodul
Im Rahmen des Thesismoduls wird die BA-Thesis geschrieben.

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