Bücher für Buchpatenschaften
1. Theologische Sammelhandschrift (Papier) aus dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts mit Texten zum Kirchenrecht – Hs 748
Die Handschrift enthält das Hauptwerk des Kirchenrechtlers und Dominikaners Bartholomaeus de Sancto Concordio († 1347 in Pisa) über die Beichtpraxis von 1338 (Summa de casibus conscientiae) sowie einen Text des in Bologna lehrenden Johannes Andreae († 1348), eines der bedeutendsten Kirchenrechtler seiner Zeit, über Heirat und Ehe (Summa de sponsalibus et matrimoniis).
Die Handschrift befand sich ursprünglich in der Bibliothek der Butzbacher Fraterherren, einer Laienbruderschaft, die an der Butzbacher Stadtkirche von 1469 bis 1555 wirkte. Die Laienbrüder trugen in ihrer Bibliothek in Form von Handschriften und Drucken theologische Gebrauchsliteratur für ihre Studien- und Lebenszwecke zusammen. Die Bibliothek gelangte 1771 auf Anordnung des Hessischen Landgrafen Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt (1768-1790) fast vollständig in die Universitätsbibliothek Gießen.
Schaden: Vorderer und hinterer Buchdeckel sind vom Buchblock getrennt, die Deckel gebogen, Bünde und Leder gerissen. In der Mitte des Buchrückens sind Bünde und Leder zudem gebrochen. Einige Seiten haben sich gelöst und leiden unter leichtem Schimmelbefall.
Restaurierung: Die mit Stempeln schön verzierten Deckel müssen wieder fest angesetzt werden, um die Handschrift wieder benutzbar zu machen. Dazu werden sie zunächst zurückgeformt und dann die beschädigten Bünde angelängt und zusammengenäht. Die auf den Innenseiten der Deckel unter Papier verborgenen Reste einer älteren Handschrift sollten dabei dringend gesichert werden. Die losen Blätter sind zunächst behutsam vom Schimmel zu reinigen und dann wieder einzuheften. Das Leder am Buchrücken muss angehoben werden, um diesen insgesamt mit Pergamentstreifen stabilisieren zu können. Eine Kassette zur Stabilisierung des Bandes ist erforderlich.
Kostenvoranschlag: ca. 2.700 €
2. Theologische Sammelhandschrift (Papier), entstanden in Butzbach im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts – Hs 812
Die Handschrift enthält zahlreiche theologische Texte, darunter: zwei Mönchsregeln, mit Anweisungen zum Verhalten in der Klosterzelle, im Speisesaal, bei Tagesbeginn, Exerzitien, Meditation und Gebet; Predigten über die Geburt Christi (Sermones de nativitate domini) des Wiener Theologen und Domkapitulars Nikolaus von Dinkelsbühl (1360-1433); Schriften für die geistige Erziehung der Franziskanerbrüder (De triplici via und Soliloquium de quattuor mentalibus exercitiis), 1259/60 verfasst von Bonaventura (1221-1274), dem bekannten Scholastiker und Leiter des Franziskanerordens.
Auch diese Handschrift stammt aus der Bibliothek der Butzbacher Fraterherren (1469-1555) und gelangte 1771 in die Universitätsbibliothek Gießen.
Schaden: Hinterer und vorderer Buchdeckel beginnen, sich vom Buchblock zu lösen. Einige Bünde sind beschädigt oder lose. Das Leder am Buchrücken ist abgerissen und teilweise schon verloren. Leichter Wasserschaden an einigen Blättern.
Restaurierung: Die Bünde müssen vorsichtig stabilisiert und teilweise (Kapitalband) erneuert werden. Die erste und letzte Papierlage im Buch muss abgenommen und vollständig neu eingeheftet werden. Beschädigte Seiten reinigen und stabilisieren. Buchholzdeckel kitten. Buchrücken ergänzen. Kassette zur Sicherung des Bandes.
Kostenvoranschlag: ca. 900 €
3. Inkunabel-Druck einer ausführlich kommentierten lateinischen Bibel – Ink V 3800 Band 3
Bibel, lateinisch. Mit Glossa ordinaria des Ps.-Walahfrid Strabo u.a. und Interlinearglosse des Anselm von Laon. 4 Bände. Straßburg: Adolf Rusch für Anton Koberger, nach dem 23. September 1481. Besonders Band 3.
Dies ist wohl die älteste Druckausgabe des lateinischen Bibeltextes, den filigran die umfangreichen Kommentare der sogenannten Glossa ordinaria umgeben, erschienen beim bedeutenden Straßburger Verleger Adolf Rusch († 1489). Bei der Glossa handelt es sich um die mittelalterliche Standarderläuterung zur Bibel, etwa mit Belegstellen aus den Kirchenvätern. Die Initiative zur Glossa ging vom scholastischen Gelehrten Anselm von Laon († 1117) an der dortigen Domschule aus, der einige der Kommentare selbst verfasst haben dürfte. Erst seit dem 15. Jahrhundert wurde die Glossa fälschlich Walahfrid Strabo, einem karolingischen Denker des 9. Jahrhunderts, zugeschrieben.
Alle Bände enthalten zahlreiche einzigartige und wunderschöne von Hand eingetragene farbige Initialen und Rankenmuster. Diese Ausgabe stammt wahrscheinlich aus der Bibliothek der Butzbacher Fraterherren (1469-1555) und gelangte 1771 in die Universitätsbibliothek Gießen.
Schaden: Bei Band 3 ist der vordere und hintere Buchdeckel aufgrund des erheblichen Buchgewichts vom Buchblock getrennt. Alle Bünde sind gerissen, die Kapitalbänder und einige Seiten beschädigt. Der Ledereinband ist stark verdreckt, ebenfalls gerissen und einige Lederstücke sind abgefallen. Die Buchschließen fehlen.
Restaurierung: Die Verbindung zwischen den Deckeln und dem Buchrücken muss wiederhergestellt, die Bünde müssen dazu angelängt bzw. zusammengenäht und teilweise neu eingefügt werden. Das Leder muss gereinigt, Lederfehlstellen und -fragmente müssen durch das Hinterkleben neuer Stücke gesichert werden. Beschädigte Blätter ausbessern. Kassette zur dauerhaften Stabilisierung des schweren Bandes.
Kostenvoranschlag: ca. 1.500 €
4. Inkunabel-Druck: Predigtsammlung des Meißener Priesters Meffreth – Ink V 35665 Band 3
Meffreth: Sermones de tempore et de sanctis, sive Hortulus Reginae. 3 Bände. Basel: Nikolaus Kessler, 20. Januar 1487. Hier Band 3.
Über die Person Meffreths ist lediglich bekannt, dass er als Priester in Meißen wirkte und etwa in der Mitte des 15. Jahrhunderts dieses umfangreiche Predigtsammelwerk (Hortulus reginae, das Gärtlein der Königin, womit die Kirche gemeint ist) verfasste. In der Folge wurde es stark rezipiert. Im Druck erschien die Sammlung erstmals 1483 - schon da bei Nikolaus Kessler in Basel. Bei der vorliegenden Inkunabel handelt es sich um eine Neuauflage.
Auch dieser Band mit handschriftlichen Notizen stammt aus der Bibliothek der Butzbacher Fraterherren (1469-1555).
Schaden: Der vordere Buchdeckel ist fast ganz vom Buchblock abgelöst, das Leder teilweise abgerissen. Zudem ist der Deckel stark durch Wurmfraß beschädigt, weshalb bereits Stücke aus ihm herausgebrochen und verloren sind. Einige Seiten sind beschädigt, teils auseinandergerissen und verdreckt. Leichter Schimmelbefall.
Restaurierung: Buchblock reinigen. Schimmel vorsichtig stoppen. Beschädigte Seiten sichern und Papier ausbessern. Fehlende Holzstücke am Deckel einsetzen und den Deckel stabilisieren. Deckel innen und außen neu verkleben. Leder durch Unterkleben neuer Stücke stabilisieren. Bünde sichern und befestigen, ebenso den hinteren Deckel, um weitere Schädigungen zu vermeiden.
Kostenvoranschlag: ca. 1.500 €
5. Inkunabel-Druck: Kommentar des Johannes Nider zu den Zehn Geboten – Ink V 35540
Nider, Johannes: Praeceptorium divinae legis, sive Expositio decalogi. Basel: Berthold Ruppel, um 1472.
Der Theologe, Dominikaner und Kirchenreformer Johannes Nider († 1438 in Nürnberg), der auch in Köln, Wien, Konstanz und Basel wirkte, beteiligte sich nicht zuletzt im Kampf gegen die religiöse Bewegung der Hussiten. In seinem bekanntesten Werk dem „Ameisenhaufen“ (Formicarius, 1437/38) beschreibt er diesen als Sinnbild für den idealen Staat. In dessen letztem Teil äußert er sich ausführlicher zu Hexerei, Magie und Aberglauben. Auch in seiner katechetischen Auslegung der Zehn Gebote (Praeceptorium divinae legis, sive Expositio decalogi), die nach dem Formicarius entstand, greift er diese Thematik an einigen Stellen wieder auf. Bei späteren Hexenverfolgungen bezog man sich deshalb immer wieder auf ihn.
Berthold Ruppel († 1483 in Basel), bei dem diese erste Druckausgabe des Praeceptoriums als Inkunabel erschien, wird für das Jahr 1455 als Geselle Johannes Gutenbergs in Mainz genannt. Der vorliegende Band befand sich einmal im 1818 aufgehobenen Dominikanerkloster Wimpfen – die Stadt war von 1803 bis 1945 hessische Exklave – und könnte über die Darmstädter Hofbibliothek nach Gießen gelangt sein.
Schaden: Der vordere Buchdeckel (Holz) ist auseinandergebrochen. Die vorderen Seiten des Bandes sind deshalb beschädigt, verschmutz und gerissen.
Restaurierung: Abgebrochenen Buchdeckel wieder ansetzen und verleimen. Vordere Seiten des Bandes sichern, reinigen und stabilisieren.
Kostenvoranschlag: ca. 300 €
6. Sammelband mit gedruckten Schriften (1525/26) des Johannes Oekolampad – Ink V 14450
Enthalten sind: 1. In Iesaiam prophetam hypomnematon, hoc est, Commentariorum, Ioannis Oecolampadii Libri VI. Basel: Andreas Cratander, 1525. – 2. Der prophet Maleachi mit auzlegung Joan. Ecolampadij durch jn im latein beschriben mit fleyß verdeütscht durch Ludwig Haetzer. [Basel: Thomas Wolf,] 1526.
Johannes Oekolampad (1482-1531) war Schweizer Theologe, Humanist und Reformator Basels. Im Jahr 1529 begleitete er den Züricher Reformator Ulrich Zwingli zum Religionsgespräch mit Martin Luther nach Marburg.
Dieser Band enthält den ersten Druck des in Latein verfassten Kommentars zum Propheten Jesaja aus dem Jahr 1525, dem weitere Auflagen folgten, sowie eine höchst seltene Druckvariante der deutschen Übersetzung der Auslegungen zum Propheten Meleachi.
Schaden: Der Einband, der teilweise aus Leder und teilweise aus dem Pergament-Fragment einer aufgelösten liturgischen Handschrift des späteren Mittelalters besteht, ist aufgrund eines Wasserschadens stark von Schimmel befallen. Dieser bedroht auch die Buchspiegel, die aus der Makulatur einer weiteren farbig schön illustrierten liturgischen Handschrift gefertigt wurden, sowie die ersten und letzten Papierseiten des Bandes. Der Lederrücken ist gerissen. Der hintere Buchdeckel beginnt sich zu lösen, das obere Kapitalband fehlt.
Restaurierung: Der Schimmel muss dringend entfernt und der gesamte Band gereinigt werden. Lederrücken ausbessern, Fehlstellen ergänzen bzw. unterlegen. Gelenk für den hinteren Buchdeckel einfügen. Seiten vorne und hinten sichern. Kapitalband ergänzen.
Kostenvoranschlag: ca. 800 €
7. Erste in Frankreich gedruckte Gesamtausgabe der Werke des Kirchenvaters Hieronymus (1533/34) – V 29980 Band 1
Divi Eusebii Hieronymi Stridonensis, Opera omnia quae exstant, una cum pseudepigraphis & alienis, in 9 tomos digesta: ac nunc recens magna fide & diligentia … collata, & restituta. Paris: Chevallon, 1533-1534. – Hier Band 1: Teil 1-3: Epistolae. Acc. nova scholiorum, per Erasmus Roterodamum instauratio (1533).
Diese erste in Frankreich in lateinischer Sprache gedruckte Gesamtausgabe der Werke des Kirchenvaters Hieronymus (347-420) erschien 1533/34 bei Chevallon in Paris. Von ihr sind weltweit nur äußerst wenige Exemplare nachgewiesen, dieses als bislang einziges in Deutschland. Die Ausgabe ist ein Unternehmen der ersten bedeutenden weiblichen Druckerin Charlotte Guillard († 1557). Sie führte die Druckwerkstatt ihres ersten Ehemanns Berthold Remboldt (1502-1519), die im Quartier Latin lag, nach dessen Tod mit Erlaubnis der Pariser Drucker-Gilde fort. Mit der Heirat ihres zweiten Ehemannes Claude Chevallon (ca. 1520-1537), ebenfalls einem Buchhändler und Drucker, übernahm sie dessen Namen. Nach dessen Tod betrieb sie die Werkstatt weiter.
Die vorliegende Ausgabe gehörte dem Gießener Professor für griechische und orientalische Sprache Heinrich May dem Jüngeren (1688-1732), dessen Exlibris (mit Maiglöckchenwappen) sich noch in allen Bänden befindet. Der unverheiratete May vermachte der Universitätsbibliothek rund 3.000 Bände.
Schaden: Bei Band 1 sind beide Buchdeckel vom Buchblock abgerissen. Das Einbandleder an den Deckeln und am Buchrücken ist stark beschädigt und erheblich verdreckt. Einige Seiten vorne und hinten sind beschädigt, die Buchschließen und Kapitalbänder verloren.
Restaurierung: Buchdeckel wieder am Buchblock befestigen. Dazu müssen zunächst die Buchspiegel an den Innenseiten der Buchdeckel zeitweise abgelöst, dann die Bünde angelängt und neu im Buchdeckel verpflockt werden. Neue Kapitalbänder sind oben und unten anzunähen. Der Buchrücken muss angehoben und mit Leder stabilisiert werden, um ihn wieder mit dem Buchblock verbinden zu können. Trockenreinigung des Bandes. Beschädigtes Papier ausbessern und verstärken.
Kostenvoranschlag: ca. 2.000 €
8. Sammelband mit 29 Leichenpredigten aus dem 17. Jahrhundert – W 50040
Die Universitätsbibliothek besitzt eine umfangreiche Leichenpredigtsammlung. Bei diesen handelt es sich um Personalschriften, die mit der Reformation im 16. Jahrhundert vor allem im protestantischen Mitteldeutschland aufkamen. Man verfasste sie zum Andenken Verstorbener, wobei sie u.a. eine Lebensbeschreibung und oft den Nachweis der veröffentlichten Werke der behandelten Personen beinhalten. Im vorliegenden Sammelwerk befinden sich 29 Predigten aus dem 17. Jahrhundert.
Schaden: Der Einband, der aus der wieder benutzen Pergamentseite einer Handschrift besteht, ist am Buchrücken und den Kanten stark eingerissen und beschädigt. Einige Seiten des Bandes beginnen, sich zu lösen.
Restaurierung: Alten Einband aufgrund seines Wertes erhalten. Lose Blätter einheften. Fehlstellen des Einbandes ausbessern und füllen. Buchfälze mit Japanpapier ergänzen.
Kostenvoranschlag: ca. 500 €
9. Cantus Gregoriano-Moguntinus – Rara 1114 Band 1 und 2
Breviario Romano accomodatus. Iussu et auctoritate ... Joannis Philippi sacrae sedis Moguntiae Archiepiscopi ... editum. 2 Bände (Pars hiemalis. Pars aestiva). Mainz: Küchler, 1667.
Es handelt sich um ein zweibändiges Chorbuch für das Erzbistum Mainz sowie die Bistümer Würzburg und Worms im Groß-Folio-Format, eigentlich um ein Antiphonar, denn es enthält die Chorgesänge (Noten und Texte) für das klösterliche Stundengebet: der erste Band den Winter-, der zweite den Sommerteil. Auftraggeber war Johann Philipp von Schönborn (1605-1673), Erzbischof und Kurfürst von Mainz sowie Bischof von Worms und Würzburg, einer der bedeutendsten Fürsten der Barockzeit. Ziel des Antiphonars war es, lokale Traditionen aufzugeben und möglichst die Liturgiereform des Konzils von Trient (1545-1563) umzusetzen. Das Werk ist heute selten, vor allem an einer ursprünglich evangelischen Universität wie Gießen.
Schaden: Winterteil: Der Einband ist verloren, die Heftung vollständig aufgelöst. Der Buchblock liegt in losen Lagen vor, von denen einzelne stark verschmutzt und durch Risse beschädigt sind. Sommerteil: Der Band ist stark verdreckt und erheblich beschädigt. Beide hölzerne Einbanddeckel sind gebrochen, das Einbandleder löst sich, die Buchschließen sind verloren.
Restaurierung: Winterteil: Reinigung, Sicherung und Ausbesserung der beschädigten Seiten des Buchblocks, Neuanfertigung eines einfachen Einbandes, der sich aber am erhaltenen Einband des Sommerteils orientieren sollte, Schutzkartonage. Sommerteil: Reinigung, Sicherung und Ausbesserung von Seiten und Einbandleder, Stabilisierung von Originalheftung und Holzdeckel, Aufkleben des Einbandüberzuges, Rekonstruktion der Schließen, Schutzkartonage.
Kostenvoranschlag: Winterteil: ca. 3.600 €; Sommerteil: ca. 6.000 €
10. Gießener Stammbuch aus dem 18. Jahrhundert – Hs 1216c
Papierhandschrift. Gießener Studentenalbum aus den Jahren 1783 ff. mit wertvollen Aquarellen.
Bei den Stammbüchern handelt es sich um die Poesiealben des 17. bis 19. Jahrhunderts. Die Studenten sammelten Einträge Ihrer Kommilitonen mit Sinnsprüchen, aber auch solche ihrer Professoren. Oft wurden auch Stadtansichten der Studienorte gesammelt und eingeklebt. Die Universitätsbibliothek besitzt eine größere Sammlung von Stammbüchern Gießener Studenten. Das vorliegende zeichnet sich ganz besonders durch die darin enthaltenen zahlreichen Aquarelle mit Ansichten von Gießen, aber auch Szenen studentischen Lebens aus.
Schaden: Der Einband ist instabil und die Bindung sowie einige Seiten etwas lose.
Restaurierung: Stabilisierung des Einbandes und der Seiten.
Kostenvoranschlag: ca. 300 Euro + MwSt.
11. Sammelhandschrift (Papier), entstanden im Mainzer Raum in der Mitte des 15. Jahrhunderts, mit Texten des Konrad von Sachsen – Hs 847
Konrad von Sachsen (* Anfang 13. Jh. in Braunschweig, † 1279) war Franziskanermönch und wirkte nach seiner Priesterweihe als bedeutender Gelehrter. Seit 1247 war er Provinzialoberer der sächsischen Ordensprovinz – mit einer Unterbrechung in den Jahren von 1262-1272. Auf dem Weg zu einer Ordensversammlung in Assisi starb er in Bologna. Die Handschrift enthält mehrere seiner Werke, darunter sein bedeutendstes, das Speculum Beatae Mariae Virginis – in dem er seine Vorstellung der Marienverehrung darlegt – sowie einige Predigten.
Auch diese Handschrift stammt aus der Bibliothek der Butzbacher Fraterherren (1469-1555) und gelangte 1771 in die Universitätsbibliothek Gießen.
Schaden: Der Vorderdeckel hat sich vom Buchblock gelöst. Der Ledereinband ist am Buchrücken gerissen. Die Handschrift ist verschmutzt und leidet an erheblichen Tintenfraß (Säurefraß der eisenhaltigen Tinte). Die Tinte hat bereits begonnen, mehrere Seiten zu zersetzen. An einigen Stellen ist der Textspiegel in Stücken herausgebrochen.
Restaurierung: Vorsichtige Trockenreinigung von Papier und Einband. Buchblock schrittweise auseinandernehmen. Papier restaurieren. Aufwendige Einzelentsäuerung der Seiten bzw. Tinte mit Calciumbicarbonat/Calciumphytatlösung. Risse in den Seiten schließen und Fehlstellen ergänzen. Ausführliche schriftliche Dokumentation vom Lagenaufbau des Bandes und seiner Bindung. Danach muss der Band vollständige neue gebunden bzw. in den alten Einband eingebunden werden. Der Buchrücken muss wieder in seine gerundete Form gebracht und das gerissene Leder zur Stabilisierung hinterklebt werden. Gefundene und nicht mehr zuzuordnende Papierfragmente sind zu sichern. Die Handschrift benötigt eine Schutzkassette.
Kostenvoranschlag: ca. 7.750 Euro











