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Artikelaktionen

Schulprogrammschriften im Internet

Schulprogrammschriften im Internet
Einführung
Bedeutung von Schulprogrammen
Kataloge und Bibliographien
Sammlungen
Digitalisierte Schulprogrammschriften
Rechtliche Regelungen
Katalogisierungsregeln
Datenbank der Schulprogramme , hervorgegangen aus: Franz Kössler: Bibliographie und Katalog der Schulprogramme
Schulprogrammschriftensammlung an der UB Giessen

Einführung

Unter "Schulprogramm" wird hier nicht der aktuelle bildungspolitische Begriff verstanden, sondern eine historische Publikationsform von Schulen. "Schulprogrammschriften" werden im Lexikon des gesamten Buchwesens. Stuttgart: Hiersemann 1987- Bd. 7, Lfg. 49 (2004) S. 6 wie folgt beschrieben:

Schulprogrammschriften, gelegentlich auch Schulprogramme oder Schulschriften. Nach dem Vorbild der Universitäten erschienen mehr oder weniger regelmäßig seit der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts, vor allem in den deutschsprachigen Ländern, Einladungen zu öffentlichen Abschlußprüfungen an Gymnasien beziehungsweise Lateinschulen, beigefügt war gelegentlich eine wiss. Abhandlung des Rektors. Seit 1824 erfolgte in Preußen und bald darauf in allen deutschen Staaten die Regelung des sogenannten Programmwesens: jährliches Erscheinen von Schulnachrichten in deutsch und eine wissenschaftliche Abhandlung in lateinischer Sprache im selben Heft. Nach Hinzutreten der Realgymnasien konnten die Abhandlungen auch in deutscher Sprache erscheinen, nach 1875 mußten zwar noch die Schulnachrichten veröffentlicht werden, nicht aber mehr eine wissenschaftliche Abhandlung; wenn, dann wurde sie den Nachrichten beigelegt. Den zentralen Tausch organisierte 1876-1916 der Verlag Teubner (Leipzig). Letzte Schulprogrammschriften erschienen zwischen 1919 und 1932. (R. Jung)

Im Internet gibt es mittlerweile eine Reihe von Informationen über Schulprogrammschriften und ihre Sammlungen, die die Datenbank Franz Kössler: Bibliographie und Katalog der Schulprogramme (Informationen zur Datenbank), in der die wissenschaftlichen Abhandlungen erschlossen werden, ergänzen. Die folgende Liste erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit. Hinweise auf weitere hier nicht genannte Seiten oder auf nicht mehr funktionierende Links sind erwünscht.

Einige exemplarische Beispiele von Schulprogrammschriften finden Sie in der Digitalen Giessener Sammlungen / Schulprogramme .

Zur Bedeutung von Schulprogrammschriften

Literatur über Schulprogramme bis 1988 wurde in Auswahl im gedruckten Ergänzungsband von Franz Kössler nachgewiesen:
Franz Kössler: Literatur-Auswahl zu den Schulprogrammen.
Aus: Franz Kössler: Verzeichnis von Programm-Abhandlungen deutscher, österreichischer und schweizerischer Schulen der Jahre 1825 - 1918 : Erg.Bd. 1991. S. IX - XI (Online-Version, Dokument 3).

An neueren Aufsätzen, die über das Internet zugänglich sind, sind zu nennen:

 

Als zeitgenössische relevante Quellen stehen in den Scripta Paedagogica Online eine Reihe von Pädagischen Nachschlagewerken der Jahre 1797-1942 zur Verfügung. Besonders ergiebig ist der Artikel Schulprogramme von Killmann im Band 8 des Lexikons Encyklopädisches Handbuch der Pädagogik / Wilhelm Rein [Hrsg.]. - 2. Aufl. Langensalza: Beyer & Mann , 1903-11

Auch das umfangreichste Werk zu Schulprogrammen:
Ullrich, Richard: Programmwesen und Programmbibliothek der Höheren Schulen in Deutschland, Österreich und der Schweiz : Übersicht der Entwicklung im 19. Jahrhundert und Versuch einer Darstellung der Aufgaben für die Zukunft. Berlin: Weidmann 1908. (Erweiterter Abdruck aus der Zeitschrift für das Gymnasialwesen Bd 61 1907) 767 Seiten
steht online zur Verfügung.

Biographien von Lehrern in Schulprogrammen bildeten die Basis für das Werk:

Franz Kössler: Personenlexikon von Lehrern des 19. Jahrhunderts : Berufsbiographien aus Schul-Jahresberichten und Schulprogrammen 1825 - 1918 mit Veröffentlichungsverzeichnissen. Es sind nur Lehrer höherer Schulen aus dem Gebiet des Deutschen Reichs ohne Bayern erfasst, sofern für sie ein längerer Beitrag in Schulprogrammen vorliegt und sofern das Schulprogramm im Bestand der Universitätsbibliothek Gießen vorhanden ist.

Personaldaten von Lehrerinnen und Lehrern aller Schultypen in Preußen sind in der Archivdatenbank der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung zu finden. Hier gibt es auch Hinweise für Familienforscher

Nachweise in Katalogen und Bibliographien

Eine Übersicht über die Bibliographien von Schulprogrammschriften gibt:
Franz Kössler: Übersicht über die bisher erschienenen Verzeichnisse von Schulprogrammen.
Aus: Franz Kössler: Verzeichnis von Programm-Abhandlungen deutscher, österreichischer und schweizerischer Schulen der Jahre 1825 - 1918 : Bd. 1 S. VI - XI (Online-Version = Dokument 1)

Schulprogramme aus dem ungarischen Teil von Österreich-Ungarn sind bei Franz Kössler nur bis ca 1860/1870 nachgewiesen. Seit einigen Jahren erscheint eine gedruckte Bibliographie:
A Magyarországi Iskolai Értesítök Bibliográfiája. Szerk. Gráberné, Bösze Klára és Léces Károly. OPKM, Budapest, 1989- több kötetben. (In English: The Bibliography of Hungarian School Reports. ed. by Mrs. Klára Gráber and Károly Léces. National Educational Library and Museum, Budapest, Hungary, 1989-)
Zur Zeit ist die Bibliographie bei Band 14 Pécska - Segesvár. 2006 angelangt. (Stand: 5.1.2009).

Nachweis der wissenschaftliche Abhandlungen in Schulprogrammen
  • Datenbank der Schulprogramme:
    Die Datenbank entstand auf der Grundlage der Datenbank "Franz Kössler: Bibliographie und Katalog der Schulprogramme". Diese umfasste 48.000 Abhandlungen, die in der Universitätsbibliothek Gießen vorhanden sind, sowie 22.000 weitere Titeln, die aus anderen Bibliothekskatalogen und aus Bibliographien ermittelt worden waren. Sie war von Franz Kössler in seinem Ruhestand erstellt worden. Der Berichtszeitraum umfasst die Zeit von ca 1600 - 1918. Die Nachweise vor 1800 beruhen im Wesentlichen auf der Auswertung von Bibliographien und Bibliothekskatalogen. Ausgewertet werden auch Festschriften, die außerhalb der jährlichen Programme erschienen sind. Der Begriff der Schule wird weit gefasst, auch die Schriften von Lehrerseminaren sind enthalten. Diese Datenbank wurde in den HeBIS-Verbundkatalog eingespielt und um ca 2.000 Schulprogramme aus anderen HeBIS-Bibliotheken ergänzt. Sie enthält auch Digitalisate aus den Verbundbibliotheken. Sie wird kooperativ weitergeführt.
  • Franckesche Stiftungen zu Halle a.d. Saale: Katalog der Schulprogramme (in Bearbeitung). Erschließung der wissenschaftlichen Beilagen analog zur Gießener Datenbank, die Schriftenreihen nach Titel erfasst, Schulnamen ohne Abkürzungen.
  • Karlsruher Virtueller Katalog: im Rahmen von Retrokatalogisierungsprojekten sind auch Programmabhandlungen erfaßt worden. Die Erschließung über Autor / Titel erfolgt wie üblich.
  • Europeana: Der Katalog weist digitalisierte Sammlungen aus Europa nach. Darunter befinden sich auch Schulprogramme, z.B. aus den Sammlungen der Bayerischen Staatsbibliothek München und aus verschiedenen polnischen Bibliotheken. Die Erschließung über Autor / Titel erfolgt wie üblich.
  • Digitalisierte Zettelkataloge: Schulprogramme können auch in digitalisierten Zettelkatalogen enthalten sein als Teil des normalen Katalogs.
  • VD 17: Das Verzeichnis der deutschsprachigen Drucke des 17. Jahrhunderts enthält [Stand: 8.2.2012] 3.397 Schulprogramme. Sie sind zu finden, indem man "schulprogram" beim Index "all" eingibt. Es gibt auch eine speziellen Index für "Gattungen": Die Eingabe "gat: schulprogramm" findet ebenfalls die Schulschriften des 17. Jahrhunderts.
  • VD 18: Das Verzeichnis der deutschsprachigen Drucke enthält in diesem Prototyp, der nur digitalisierte Schulprogramme enthöält, 669 Schulprogramme [Stand: 8.2.2012]. Sie sind zu finden, indem man "schulprogramm" bei der einfachen Suche eingibt. Es gibt auch eine speziellen Index für "Gattungen", wozu auch "Schulprogramm" zählt.
Nachweis von Schulprogrammschriften als Zeitschrift
  • Zeitschriftendatenbank - Die Zeitschriftendatenbank weist die Schulprogramme und Jahresberichte von Schulen unabhängig von der Existenz einer wissenschaftlichen Beilage oder Abhandlung nach. Einige Bibliotheken haben ihre Bestände hier komplett nachgewiesen, so die Stadtbibliothek Lübeck.
    Der Bestand der Universitätsbibliothek Gießen ist hier noch nicht nachgewiesen.
    Eine Recherche nach Schulprogrammen ist möglich über den Index KOE = Koerperschaften, wobei eine Eingrenzung nach dem Jahr des ersten Erscheinens möglich ist, z.B. KOE toechterschule and jhr < 1900 findet die Zeitschriften (insbesondere Jahresberichte) der Schulen mit dem Namensbestandteil "Töchterschule", deren erster Band vor 1900 erschienen ist. Eine Suche mit KOE (gymnasium oder realschule oder oberrealschule or realgymn? oder lateinschule oder landesschule oder lyceum oder lyzeum oder toechterschule oder mädchenschule oder mädchenrealschule oder mädchenoberrealschule oder bürgerschule oder handelsschule) findet ca 13.600 Treffer, davon ca 8.000 mit einem ersten Erscheinungsjahr bis 1918.

    Nachweise einzelner Sammlungen:
  • Franz Kössler: Ortsverzeichnis zu Schulprogrammen und Jahresberichten von Schulen mit Bestandsnachweisen in der Universitätsbibliothek Giessen - gegliedert nach Orten / Schulen. Bestand der UB Gießen sowie bekannte Lücken.
  • Schulschriften der Forschungsbibliothek Gotha - gegliedert nach Orten / Schulen
  • Schulschriftenkatalog der UB Marburg - gegliedert nach Orten / Schulen

Sammlungen von Schulprogrammschriften

Weitere Standorte von Schulprogrammsammlungen kann man über das Handbuch der Historischen Buchbestände finden. Die Angaben stammen zum größten Teil aus der dem gedruckten Handbuch, das von 1992-1999 erschienen ist. Sie sind bisher nur zu einem kleinen Teil aktualisiert worden. (Stand: 6.8.2006).

Digitalisierte Schulprogrammschriften

 

Rechtliche Regelungen für Schulprogramme

Die rechtlichen Regelungen für Schulprogramme werden bei Ullrich im Abschnitt I. Programmbibliographie von 1824-1906 zusammengestellt. Naturgemäß sind ältere Regelungen, die oft nicht gedruckt vorlagen, unvollständig.

Für Bibliothekare: Katalogisierungsregeln für Schulprogrammschriften

  • HeBIS:Regeln für die Erschließung der Abhandlungen.
  • ZDB: Für Schulschriften gibt es in den Katalogisierungsrichtlinien die Regel 470. Kennzeichnung von Schulschriften durch "sc" in Kategorie 1140, nur über die WinIBW suchbar (Index VFA).


Lothar Kalok: Schulprogrammschriften im Internet

2007 / 2012 UB Gießen

Kontakt: Dr. Olaf Schneider