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Weitere Ehrendoktorwürde für Prof. Heiner Goebbels

Nationale Akademie für Theater- und Filmkunst in Sofia (Bulgarien) zeichnet den international renommierten Komponisten und Theatermacher aus

Nr. 102 • 6. Juni 2018  

goebbels
Prof. Heiner Goebbels hat die Ehrendoktorwürde der Nationalen Akademie für Theater- und Filmkunst „Krustjo Saratov“ (NATFA) in Sofia, Bulgarien, erhalten. Foto: NATFA
Der international renommierte Gießener Komponist und Theatermacher Prof. Dr. h. c. mult. Heiner Goebbels, Inhaber der Georg-Büchner-Seniorprofessur an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), ist erneut ausgezeichnet worden: Heute hat ihm die Nationale Akademie für Theater- und Filmkunst „Krustjo Saratov“ (NATFA) in Sofia (Bulgarien) die Ehrendoktorwürde verliehen. Die erste universitäre Ausbildungsstätte für Theater und Film in Bulgarien würdigte mit der Auszeichnung Goebbels‘ Beitrag zur Weiterentwicklung des Theaters und der Musik. Unter den Trägern der Ehrendoktorwürde der NAFTA sind internationale Theaterregisseure und Filmemacher wie Tadashi Suzuki, David Lynch, Carlos Saura und Istvan Szabo. Goebbels war bereits im Jahr 2012 von der Birmingham City University (BCU) in England mit der Ehrendoktorwürde ausgezeichnet worden.

Heiner Goebbels, im Jahr 1952 in Neustadt an der Weinstraße geboren, gehört zu den bedeutendsten Experten der gegenwärtigen Musik- und Theaterszene. Seine multimedialen Konzepte sprengen sowohl den tradierten Rahmen der Konzertmusik als auch den des herkömmlichen Theaters. Er setzt Raum und Licht, Wort und Bewegung ebenso virtuos ein wie Instrumente und Stimmen, erfundenes oder gefundenes Material, um damit seine musiktheatralischen Konzepte zu realisieren. Zu seinen bekanntesten Werken zählen „Surrogate Cities“, „Schwarz auf Weiß“,„Eraritjaritjaka“ und „Stifters Dinge“.

Auch in Gießen sind zurzeit zwei Arbeiten von Heiner Goebbels zu erleben. Gerade erst hat Goebbels für die Kunsthalle Gießen eine großformatige Video- und Soundinstallation mit dem Titel „Landschaftsstücke / Landscape Plays“ erarbeitet, die bis Mitte August täglich außer montags zu erleben ist. Zudem ist am 8., 9. und 10. Juni 2018 noch einmal das nach der Premiere Anfang Mai von der Musikkritik gefeierte szenische Konzert „mit einem Namen aus einem alten Buch“ am Stadttheater Gießen zu sehen – mit dem Schauspieler David Bennent, mit Texten von Heiner Müller und Rainald Goetz sowie mit einem Instrumentalisten-Ensemble unter der Leitung von Pablo Druker. An diesen drei Tagen wird die Kunsthalle jeweils bis 19 Uhr geöffnet sein.

Im Jahr 1999 wurde Goebbels Professor am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der JLU; statt des Ruhestands trat er im April 2018 die am Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI) angesiedelte Georg-Büchner-Seniorprofessur an der JLU an. Schwerpunkte seiner Arbeit am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft waren der Ausbau der künstlerischen Praxis, die Verbesserung der Ausbildungsmöglichkeiten sowie die Einführung einer künstlerischen Abschlussprüfung. Auch an der Gründung der Hessischen Theaterakademie, des Frankfurt LAB und anderer Netzwerke, die der Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Theater und Musiktheater zugute kommen, war er wesentlich beteiligt.

Goebbels leitete von 2006 bis 2018 die Hessische Theaterakademie als Präsident. Von 2012 bis 2014 war er künstlerischer Leiter des internationalen Kunstfestivals Ruhrtriennale. In diesem Rahmen inszenierte er die selten aufgeführten Opern „Europeras 1 & 2“ von John Cage (2012), „Delusion of the Fury“ von Harry Partch (2013) und „De Materie“ von Louis Andriessen (2014).

Für seine künstlerische Arbeit wurde Heiner Goebbels vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem renommierten International Ibsen Award 2012 und dem „Franco Quadri Preis“, dem „Oscar“ der italienischen Theaterszene, der ihm im Jahr 2015 für sein Lebenswerk verliehen wurde. Auch seine Lehre ist preisgekrönt: Goebbels erhielt im Jahr 2011 den Hessischen Hochschulpreis Exzellenz in der Lehre in der Kategorie „Einzelperson“.

  • Kontakt


Zentrum für Medien und Interaktivität (ZMI)
Ludwigstraße 34, 35390 Gießen

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041