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Erzählen über Kindheit und Jugend in der Gegenwartsliteratur

Geschichten vom Aufwachsen in Ost und West in Literatur und Medien – Tagung vom 30. Juni bis 2. Juli 2016 auf Schloss Rauischholzhausen

Nr. 122 • 28. Juni 2016
In den letzten Jahrzehnten, insbesondere seit den weitreichenden politischen Veränderungen in Europa in der Zeit von 1989/90, reflektieren Geschichten über Kindheit und Jugend immer mehr die modifizierten sozialen und politischen Bedingungen, unter denen Kinder und Jugendliche in West- und Osteuropa aufwachsen. In den Erzählungen wie auch dokumentarischen Texten, die sich an Kinder, Jugendliche, aber auch an Erwachsene wenden, wird offensichtlich, in welchem Maße die jeweiligen gesellschaftlichen Systeme Kindheit und Jugend beeinflussen und wie groß die Unterschiede sind. Diesem Thema widmet sich ab Donnerstag, 30. Juni 2016, eine internationale und interdisziplinäre Tagung auf Schloss Rauischholzhausen, die von Prof. Dr. Carsten Gansel, Institut für Germanistik der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), organisiert wird.

Die Überschreitung von nationalen, ideologischen und kulturellen Grenzen beeinflusst zunehmend die tradierten Vorstellungen von Kindheit und Jugend und führt zur Entwicklung neuer narrativer Formen, die die Herausforderungen, Restriktionen und Möglichkeiten eines veränderten europäischen kommunikativen Raumes offenkundig machen. Allerdings hat man in der Forschung diese Veränderungen und die dahinter stehenden kulturellen Konzepte, die für die Konstruktion von kulturellen Identitäten grundlegend sind, noch nicht in ihrer ganzen Tragweite erfasst. Die Konferenz soll ein Forum zum gegenseitigen Austausch und zur weiterführenden Diskussion bieten. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbindung zwischen gewandelten Kindheitsbildern und Erzählungen über Kindheit und Jugend in Europa seit den 1990er Jahren. Dabei steht die Verbindung von historischen und aktuellen theoretischen Fragestellungen im Vordergrund, um auf diese Weise neue Forschungsperspektiven auf die vielfältigen literarischen Darstellungen und die Komplexität des Gegenstandes zu gewinnen.

Eine besondere Stellung nehmen in diesem Rahmen die Schnittstellen zwischen Kinder- und Jugendliteratur oder -medien sowie Literatur für Erwachsene hinsichtlich der Darstellung von Kindheit und Jugend in verschiedenen europäischen Ländern ein. Weitere Themen, mit denen sich die Konferenz befassen wird, sind die Unterscheidung zwischen nationalen und transnationalen Konzepten von Kindheit und Jugend, die Entwicklung neuer narrativer Formate, die sogar hybride Erzählformen – einschließlich von medialen Adaptionen – generiert haben, die Bedeutung des kulturellen Raumes und der literarischen Topographie, die Verbindung von autobiographischem Erzählen und Gedächtnis und der Einfluss von Migrationsbewegungen auf die Entstehung von Narrationen, die durch einen multikulturellen und mehrsprachigen Zugang charakterisiert sind. Ziel dieser internationalen Konferenz ist ein Austausch von verschiedenen Fachdisziplinen (unter anderem Neurophysiologie und -psychologie, Soziologie, Germanistik, Anglistik, Romanistik, Slawistik, Skandinavistik, Komparatistik, Kindheitsforschung, Medienwissenschaft/-didaktik, Kinderliteraturwissenschaft).

  • Termin


Donnerstag, 30. Juni 2016, 13 Uhr, bis Samstag, 2. Juli 2016, Schloss Rauischholzhausen, 35085 Ebsdorfergrund

  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb05/germanistik/abliteratur/glm/dateien/Programm_KindheitJugend (Programm der Tagung)

  • Kontakt:

Institut für Germanistik
Otto-Behaghel-Straße 10 B, 35394 Gießen
Telefon:  0641 99-29145; Fax: 0641 99-29129

 

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), Telefon 0641 99-12041

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