Benutzerspezifische Werkzeuge

Information zum Seitenaufbau und Sprungmarken fuer Screenreader-Benutzer: Ganz oben links auf jeder Seite befindet sich das Logo der JLU, verlinkt mit der Startseite. Neben dem Logo kann sich rechts daneben das Bannerbild anschließen. Rechts daneben kann sich ein weiteres Bild/Schriftzug befinden. Es folgt die Suche. Unterhalb dieser oberen Leiste schliesst sich die Hauptnavigation an. Unterhalb der Hauptnavigation befindet sich der Inhaltsbereich. Die Feinnavigation findet sich - sofern vorhanden - in der linken Spalte. In der rechten Spalte finden Sie ueblicherweise Kontaktdaten. Als Abschluss der Seite findet sich die Brotkrumennavigation und im Fussbereich Links zu Barrierefreiheit, Impressum, Hilfe und das Login fuer Redakteure. Barrierefreiheit JLU - Logo, Link zur Startseite der JLU-Gießen Direkt zur Navigation vertikale linke Navigationsleiste vor Sie sind hier Direkt zum Inhalt vor rechter Kolumne mit zusaetzlichen Informationen vor Suche vor Fußbereich mit Impressum

Artikelaktionen

Wie aus zwei Arten drei werden können

Kleiner Entensturmvogel ist als Hybrid effizienter und erfolgreicher als die Ursprungsarten

Nr. 152 • 12. Juli 2019

Kleiner Entensturmvogel
Das Forscherteam hat den Kleinen Entensturmvogel in der Subantarktis untersucht. Foto: Peter Ryan

English version

Neues Verständnis der Evolution? Ein internationales Team um den Gießener Biologen Dr. Juan Masello hat festgestellt, dass die Kreuzung zweier eigenständiger Arten – anders als bislang geglaubt – eine völlig neue fortpflanzungsfähige Art hervorbringen kann. Das Team der Professur für Verhaltensökologie und Ökophysiologie der Tiere (Prof. Dr. Petra Quillfeldt) hat subantarktische Seevögel (Sturmvögel) untersucht und dabei eine überraschende Entdeckung gemacht: So ist der Kleine Entensturmvogel (Pachyptila salvini) offenbar aus der Kreuzung des Taubensturmvogels (Pachyptila desolata) und des Großen Sturmvogels (Pachyptila vittata) entstanden.

Das von Prof. Quillfeldt geleitete internationale Team zeigte, dass die beiden Elternarten trotz jeweils unterschiedlicher Fütterungsstrategien und Fortpflanzungszeiten eine dritte Art hervorgebracht haben. Diese Hybriden verfügen über eine neue Fütterungsstrategie, die deutlich effizienter ist als bei den Elternarten. Zudem pflanzen sie sich zu anderen Zeiten eigenständig und unabhängig fort. Die neu entwickelten Arten leben von ihren Elternarten völlig getrennt und verfügen so über die grundlegende Definition einer Art: reproduktive Isolation.

Die sogenannte Hybrid-Artenentstehung ist im Tierreich ein fast völlig fremdes Konzept. Um fortpflanzungsfähig zu sein, müssen beide Elternarten der neuen Art dieselbe Anzahl an Chromosomen besitzen. So ist etwa ein Maultier, das Produkt eines Pferdes und eines Esels, die eine unterschiedliche Anzahl von Chromosomen aufweisen, unfruchtbar. Dagegen ist der Kleine Entensturmvogel ein vergleichsweise erfolgreicher Hybrid – sogar erfolgreicher als die ursprünglichen Arten.

Sturmvögel der Gattung Pachyptila (Walvögel) sind eine kleine Gruppe eng verwandter Seevögel, die dieselben Vorfahren haben. Alle sehen sich bemerkenswert ähnlich und unterscheiden sich hauptsächlich durch die Form ihrer Schnäbel. Das Team um Dr. Masello sequenzierte und analysierte DNA von 425 Individuen von fünf Walvogel-Arten und dem eng verwandten Blausturmvogel. Dabei stellte sich heraus, dass der Kleine Entensturmvogel genetisch mal mit der einen, mal mit der anderen Art gruppiert wurde. Ein hybrider Ursprung könnte diese ungewöhnlichen Ergebnisse erklären.

„Diese Studie zeigt, dass die Hybridisierung zwischen Arten nicht unbedingt das Ende der Evolutionslinie darstellt und dass manchmal auf diese Weise eine neue Art gebildet werden kann“, erläutert Dr. Masello, der für das Projekt sehr eng mit dem südafrikanischen Biologen Prof. Yoshan Moodley zusammengearbeitet hat.

  • Publikation

Juan F. Masello, Petra Quillfeldt, Edson Sandoval-Castellanos, Rachael Alderman, Luciano Calderón, Yves Cherel, Theresa L. Cole, Richard J. Cuthbert, Manuel Marin, Melanie Massaro, Joan Navarro, Richard A. Phillips, Peter G. Ryan, Lara D. Shepherd, Cristián G. Suazo, Henri Weimerskirch, and Yoshan Moodley (2019). Additive Traits Lead to Feeding Advantage and Reproductive Isolation, Promoting Homoploid Hybrid Speciation, Molecular Biology and Evolution, msz090 | doi:10.1093/molbev/msz090

  • Kontakt


Arbeitsgruppe für Verhaltensökoloie und Ökophysiologie der Tiere
Telefon: 0641-99 35760

 

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041


abgelegt unter: ,