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Warum die europäischen Winter während der Kleinen Eiszeit so kalt waren

Kein Ausfall der „Golfstrom-Heizung“: Studie von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Meteorologie und der Universitäten Gießen und Venedig erklärt das Phänomen mit einem abgeschwächten subpolaren Nordatlantikwirbel

Nr. 163 • 30. August 2017

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Hendrick Avercamps Winterlandschaft mit Schlittschuhläufern entstand um 1608. Bild: Winterlandschap met schaatsers, Hendrick Avercamp, ca. 1608, Rijksmuseum Amsterdam


Es sind die Winterlandschaften der holländischen und flämischen Genremaler wie Pieter Breugel dem Älteren und Hendrick Averkamp, die unser Bild der sogenannten Kleinen Eiszeit prägen, einer relativ kalten Klimaperiode in den drei Jahrhunderten vor der industriellen Revolution. Nicht nur die Darstellungen von Härten und Freuden in eisigen Landschaften, sondern auch schriftliche Quellen und Temperaturrekonstruktion aus Klimaarchiven weisen darauf hin, dass die Kleine Eiszeit in Europa vor allem ein Winter- und Frühlingsphänomen war. Dass die besonders kalten Winter während der Kleinen Eiszeit mit Änderungen in der Ozeanzirkulation des subpolaren Nordatlantiks erklärt werden können, zeigt eine Studie, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Universität Venedig nun in der Fachzeitschrift „Nature Scientific Reports“ veröffentlicht haben.

Die Autoren und die Autorin der Studie sind Eduardo Moreno-Chamarro, Dr. Katja Lohmann, Dr. Johann Jungclaus (alle Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg, Prof. Jürg Luterbacher, Ph.D., JLU, und Dr. Davide Zanchettin, Universität Venedig. Ihre Klimasimulationen bestätigten in Übereinstimmung mit Klimarekonstruktionen aus frühinstrumentellen meteorologischen Daten sowie natürlichen und historischen Klimaarchiven zum einen, dass die Kleine Eiszeit (spätes 15. bis frühes 18. Jahrhundert) durch besonders niedrigere Wintertemperaturen gekennzeichnet war. Zum anderen zeigten diese Simulationen, dass die kalten Winter direkt mit einer außergewöhnlich schwachen großskaligen Ozeanzirkulation im Nordatlantik zusammenhängen, insbesondere mit dem subpolaren Wirbel. Der subpolare Wirbel ist ein gegen den Uhrzeigersinn rotierender Wirbel, der den nördlichen Wärmetransport vom Atlantik in die Norwegische See und den Arktischen Ozean steuert.

Ein schwächerer subpolarer Wirbel während der Kleinen Eiszeit führte zu einer langandauernden Abkühlung des oberen Ozeans in hohen nördlichen Breiten. Dies begünstigte eine Zunahme der eisbedeckten Flächen, insbesondere in der Barentssee. Die Auswirkungen blieben dabei nicht auf Ozean und Meereis beschränkt: In der Barentssee beeinflusste die veränderte Meereisbedeckung die Zirkulation der Atmosphäre und stabilisierte die blockierenden Hochdruckwetterlagen über Skandinavien und Westrussland, die zur Kälte führten. Zudem hat der Effekt vulkanischer Eruptionen offenbar eine relativ abrupte Abschwächung der Wirbelzirkulation im subpolaren Nordatlantik hervorgerufen.

„In frühere Studien wurde angenommen, dass der Golfstrom als ‚Warmwasserheizung‘ Europas während der Kleinen Eiszeit abgeschwächt war“, so Prof. Luterbacher. „Die neuen Untersuchungen zeigen, dass diese Erklärung zu kurz greift. Eine wichtige Rolle spielen dynamische Aspekte, die den Subpolarwirbel und die lokalen Ozean-Atmosphäre-Rückkopplungen miteinbeziehen.“

  • Publikation

Moreno-Chamarro, E., D. Zanchettin, K. Lohmann, J. Luterbacher, and J. H. Jungclaus, 2017: Winter amplification of the European Little Ice Age cooling by the subpolar gyre. Nat. Sci. Rep., 7, DOI:10.1038/s41598-017-07969-0
https://www.nature.com/articles/s41598-017-07969-0


  • Kontakt


, Ph.D.
Institut für Geographie
Senckenbergstraße 1, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-36210

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041

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