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Haushaltsnahe Dienstleistungen im Fokus einer Ringvorlesung

 
Veranstaltungsreihe „Caring, Cooking, Cleaning – Gleichstellungs- und beschäftigungspolitische Perspektiven haushaltsnaher Dienstleistungen“ beginnt am 4. November 2013

Nr. 204 • 21. Oktober 2013

Eine Ringvorlesung  zum Thema „Caring, Cooking, Cleaning – Gleichstellungs- und beschäftigungspolitische Perspektiven haushaltsnaher Dienstleistungen“ mit insgesamt zehn Veranstaltungen wird im Wintersemester 2013/14 und im Sommersemester 2014 an der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) angeboten. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt zwischen der JLU-Frauenbeauftragten Marion Oberschelp und Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe, Professorin für Wirtschaftslehre des Privathaushalts und Familienwissenschaft an der JLU, die zugleich das seit dem 1. Mai 2013 am Institut für Wirtschaftslehre des Haushalts und Verbrauchsforschung der JLU implementierte und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziell geförderte Kompetenzzentrum „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ leitet.

Die Ringvorlesung beginnt am Montag, 4. November 2013, um 18 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Uta Meier-Gräwe zum Thema „Die Arbeit des Alltags – Warum wir sie gesellschaftlich neu organisieren und verteilen müssen“ im Senatssaal im Universitätshauptgebäude (Ludwigstraße 23, 35390 Gießen). Obwohl in Deutschland seit Jahren ein wachsender Bedarf an familien- und haushaltsnahen Dienstleistungen besteht, wird das Beschäftigungspotential dieses Marktsegments und eine ihm inhärente gesellschaftliche Wertschöpfung nach wie vor unterschätzt. Die derzeit massive Versorgungslücke an alltagsunterstützenden Diensten ist nicht zuletzt ein Resultat des über viele Jahrzehnte dominanten und strukturell befestigten Leitbildes von der „guten, nicht erwerbstätigen Mutter“, die diese Formen von Arbeit unbezahlt und im Privaten verrichtet hat. Allerdings gibt es vor dem Hintergrund der Alterung der Bevölkerung und des Übergangs zu einer wissensbasierten Dienstleistungsgesellschaft inzwischen auch hierzulande eine breite Zustimmung zur Relevanz von haushaltsnahen Diensten als Faktor für mehr Zeitsouveränität und Geschlechtergerechtigkeit. De facto aber glauben gerade Familien mit Fürsorgeverpflichtungen häufig, sich solche Dienste nicht leisten zu können oder können sie wegen eines knappen Haushaltsbudgets wirklich nicht bezahlen, obwohl sie  es sind, die im Spannungsfeld von beruflicher Teilhabe und familiärer Verantwortung erhebliche Zeitnöte haben und sich gerade im Bereich der „Routinearbeit des Alltags“ nachdrücklich zeitliche Entlastung wünschen. Die Einführungsvorlesung zeigt Perspektiven aus diesen Dilemmata auf und skizziert die Ziele und Aufgaben des Kompetenzzentrums „Professionalisierung und Qualitätssicherung haushaltsnaher Dienstleistungen“ an der JLU.

Vor dem Hintergrund des tiefgreifenden Strukturwandels der bundesdeutschen Gesellschaft von der fordistischen Industriegesellschaft hin zu einer wissensbasierten Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft im 21. Jahrhundert werden die weiteren Referentinnen im Wintersemester 2013/14 gleichstellungs- und rechtspolitische Aspekte der Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalt, aber auch sozialhistorische und beschäftigungsrelevante Perspektiven behandeln. Es schließt sich eine Veranstaltung über wissenschaftlich fundierte Ausbildungskonzepte zur notwendigen Professionalisierung von haushaltsnahen Dienstleistungsberufen im Kontext demographischer und arbeitsmarktbezogener Entwicklungen an. Ein weiterer Beitrag thematisiert Gleichstellungsdimensionen im Steuerrecht und in der öffentlichen Verwaltung am Beispiel Österreichs und lotet ihre Relevanz für haushaltsnahe Dienstleistungsangebote aus. Abgerundet wird der erste Part, indem die Praxis eines bedarfsgerechten und gendersensiblen Systems der Langzeitpflege und Alltagsunterstützung älterer Menschen in den skandinavischen Ländern vorgestellt wird.

Im Sommersemester 2014 − wo es um die Analyse differenzierter Bedarfslagen weiterer Zielgruppen für haushaltsnahe Dienste gehen soll − wird eingangs danach gefragt, welche konkreten Unterstützungsangebote Staat und Gemeinden in den Niederlanden für junge Erwachsene als junge Eltern durch haushaltsnahe Dienste entwickelt und implementiert haben. Eine weitere Veranstaltung beleuchtet die Alltagssituation erschöpfter Paare zwischen Beruf und Familie und zeigt mögliche Entlastungspotenziale durch haushaltsnahe Dienstleistungen auf. Menschen mit geistiger Behinderung stehen anschließend im Fokus der Betrachtung einer sonderpädagogisch ausgewiesenen Referentin, welche die professionellen und interaktiven Anforderungen an die Ausgestaltung alltagsunterstützender Dienste für diese Zielgruppe mit ihren spezifischen Bedarfen formuliert. Die Ringvorlesung widmet sich in den beiden letzten Veranstaltungen schließlich den Bedingungen von Migrantinnen als den „neuen Dienstmädchen“ in der globalisierten Gesellschaft und Männern als einer bisher vernachlässigten Gruppe von Sorgearbeitenden.

In der Zusammenschau der präsentierten Aspekte des Themas soll deutlich gemacht werden, dass beträchtliche Anteile der gesellschaftlichen Wertschöpfung bereits heute über haushalts- und familienunterstützende Dienstleistungen generiert werden. Sie tragen zur Absicherung der Gesundheits- und Bildungsakkumulation der Bevölkerung und zur Herstellung einer gelingenden Work-Life-Balance entlang des Lebensverlaufs bei. Solche personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen dienen darüber hinaus der Realisierung von ganzheitlichen Lebensentwürfen für beide Geschlechter zwischen Beruf und Familie, ermöglichen Qualitätszeit im Alltag und eine selbstbestimmte Lebensführung bis ins hohe Alter. Schließlich wird unter Rückgriff auf internationale Erfahrungen analysiert, ob und wie nicht angemeldete Erwerbsarbeit in und für Privathaushalte durch staatliche und örtliche Markteinführungshilfen bei den zeitintensiven personen- und haushaltsnahen Dienstleistungen in den offiziellen Arbeitsmarkt übergeleitet und damit regionale Beschäftigung nachhaltig gefördert werden kann.

Die Ringvorlesung wird als Modul für den Master-Studiengang „Ökotrophologie“ angeboten und richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der JLU sowie die interessierte Öffentlichkeit.

  • Termine

4. November 2013 • Prof. Uta Meier-Gräwe, Justus-Liebig-Universität Gießen
„Die Arbeit des Alltags – warum wir sie gesellschaftlich neu organisieren und verteilen müssen“

25. November 2013 • Prof. Kirsten Scheiwe, Universität Hildesheim
„Die Regulierung des Arbeitsplatzes Privathaushalts-Rechtswissenschaftliche und sozialhistorische Perspektiven“
 
16. Dezember 2013 • Prof. Marianne Friese, Justus-Liebig-Universität Gießen
„Professionalisierung personenbezogener Dienstleistungen. Perspektiven der Berufspädagogik und Lehramtsausbildung“

20. Januar 2014 • Dr. Cornelia Heintze (Stadtkämmerin a.D.), Beratung & Coaching, Leipzig
„Auf der Highroad – der skandinavische Weg zu einem bedarfsgerechten und frauenfreundlichen System der Langzeitpflege und Alltagsunterstützung älterer Menschen“

10. Februar 2014 • Dr. Elfriede Fritz, Österreichisches Bundesministerium für Finanzen, Wien
„Wie Steuern Caring, Cooking, Cleaning steuern – Erfahrungen aus Österreich“

28. April 2014 • Prof. Manuela du Bois Reymond, Universität Leiden
„Junge Erwachsene als junge Eltern in den Niederlanden – Welche Unterstützungs- und Entlastungsmöglichkeiten bieten Staat und Gemeinden?“

12. Mai 2014 • Prof. Tomke König, Universität Bielefeld
„Erschöpfte Paare zwischen Beruf und Familie – Eine qualitative Studie in unterschiedlichen sozialen Milieus“

26. Mai 2014 • Prof. Reinhilde Stöppler, Justus-Liebig-Universität Gießen
„Goldener Herbst oder eisiger Winter? – Probleme und Perspektiven des demographischen Wandels bei geistiger Behinderung“

30. Juni 2014 • Prof. Helma Lutz, Goethe-Universität Frankfurt
„Migrantinnen – Die ‚neuen Dienstmädchen‘ in der globalisierten Gesellschaft“

14. Juli 2014 • Dr. Diana Auth, Justus-Liebig-Universität Gießen
„Pflegende Männer – Gleichstellungspolitischer Charme und Unterstützungsbedarfe einer vernachlässigten Gruppe von Sorgearbeitenden“

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/frauen

  • Kontakt

Marion Oberschelp, Frauenbeauftragte der Justus-Liebig-Universität
Goethestraße 58, 35390 Gießen
Telefon: 0641 99-12050

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon 0641 99-12041