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Von saurem Regen bis zur Klimafolgenforschung: 50 Jahre Institut für Pflanzenökologie an der JLU

Jubiläumsveranstaltung mit der Hessischen Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz am 1. November 2019

Nr. 217 • 30. Oktober 2019


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Wie Umweltverschmutzung auf Pflanzen wirkt: Mit dieser Begasungsglocke untersuchte das Institut für Pflanzenökologie der JLU in den 1970er-Jahren die Auswirkungen des sauren Regens. Foto: Archiv Institut für Pflanzenökologie
Sie ist ein vergleichsweise junges Teilgebiet der Botanik, begründet im 20. Jahrhundert wegen zunehmender Umweltprobleme: die Pflanzenökologie. Die Arbeitsgebiete sind ihr seitdem nicht ausgegangen. Aktuelle Umweltthemen wie die Klimafolgenforschung stehen nach wie vor im Mittelpunkt von Forschung und Lehre am Instituts für Pflanzenökologie der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU), das nun sein 50-jähriges Bestehen feiert. Wie wirkt sich die steigende atmosphärische Kohlendioxid-Konzentration auf Grünland aus? Verändern sich die auftretenden Arten und der Ernteertrag? Fragen wie diese, die für die Landwirtschaft der Zukunft bedeutsam sind, werden im Institut für Pflanzenökologie der JLU erforscht.

„Die Pflanzenökologie ist in Zeiten des Klimawandels aktueller denn je“, so JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee. „Mit dem Institut für Pflanzenökologie wird die JLU auch weiterhin national wie international eine zentrale Rolle bei der Untersuchung zukünftiger Umweltprobleme einnehmen.“

Bei der Jubiläumsveranstaltung am 1. November 2019 gibt es Grußworte der Hessischen Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Priska Hinz, des Präsidenten des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) Prof. Dr. Thomas Schmid, des Präsidenten der Gesellschaft für Ökologie (GFÖ) und JLU-Biologen Prof. Dr. Volkmar Wolters sowie des Direktors der FAO/IAEUA Division for Nuclear Techniques in Food and Agriculture Qu Liang. Als Festredner wird Prof. Dr. Siegmar-W. Breckle über „Pflanzenökologie – gestern, heute und morgen“ referieren. Das Rahmenprogramm wird von der Improvisationstheatergruppe „Für Garderobe keine Haftung“ gestaltet. Außerdem werden aktuelle Arbeiten der Gießener Pflanzenökologie vorgestellt.

Die Veranstaltung beginnt um 13 Uhr im Hörsaalgebäude Chemie (Hörsaal C5a, Heinrich-Buff-Ring 17, Gießen). Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich eingeladen.

Die Geschichte des Instituts für Pflanzenökologie an der JLU

Das Institut für Pflanzenökologie an der JLU wurde 1969 von der weltbekannten Botanikerin Prof. Dr. Dr. h.c. Lore Steubing begründet, eine Wegbereiterin der Ökologie in Deutschland und eine der ersten Professorinnen an der JLU. Sie war von 1969 bis 1988 Direktorin des Instituts für Pflanzenökologie. Dort wurden in den 1970er- und 1980er-Jahren vor allem Auswirkungen von Luftschadstoffen wie Ozon sowie saurem Regen auf Pflanzen untersucht.

Als Prof. Dr. Hans-Jürgen Jäger, ein ehemaliger Student Steubings, im Jahr 1989 die Professur übernahm, wurde die Arbeit im Institut auf die Klimafolgenforschung ausgedehnt. Anfang der 1990er-Jahre war deutlich geworden, dass steigende atmosphärische CO2-Konzentrationen das Pflanzenwachstum und pflanzliche Ökosysteme beeinflussen würden. Prof. Jäger brachte Erfahrungen mit sogenannten Open-Top-Kammern mit nach Gießen, mit denen Auswirkungen von erhöhten CO2-Konzentrationen und von Ozon auf Pflanzengemeinschaften untersucht werden konnten. Den Durchbruch zu Anreicherungssystemen, mit denen naturnah gearbeitet werden konnte, brachten die „Free Air Carbon dioxide Enrichment (FACE)“-Anlagen. Eine solche Anlage wurde auf der Institutsforschungsstation in Linden seit Mitte der 1990er-Jahre in enger Zusammenarbeit mit dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) entwickelt und ist seit 1998 kontinuierlich im Einsatz. Sie ist eine der weltweit am längsten laufenden Anlagen dieser Art.

Um weitere aktuelle Ansätze hat Prof. Christoph Müller die Forschung erweitert, der seit dem Jahr 2009 die Professur für Experimentelle Pflanzenökologie an der JLU innehat. So wurde eine neuartige Kombinationsanlage in Betrieb genommen, mit der neben der erhöhten atmosphärischen CO2-Konzentration auch der erwartete Temperaturanstieg untersucht werden kann. Parallel untersuchen die Forscherinnen und Forscher Stoffkreisläufe, die für die Produktivität von Ökosystemen von entscheidender Bedeutung sind, darunter der Stickstoffkreislauf. Dazu nutzen sie Methoden, die auf dem Einsatz stabiler Isotope beruhen.  Damit können unter anderem die Ökosystemprozesse, die an der Freisetzung von Teibhausgasen wie Kohlendioxid (CO2), Methan (CH4) oder Lachgas (N2O), beteiligt sind, im Detail untersucht werden. Diese Untersuchungen dienen dazu, nachhaltige Konzepte in der Agrarökologie zu entwickeln und gezielt zu testen.

Neben dem HLNUG arbeitet das Institut für Pflanzenökologie sehr eng mit der „FAO/IAEA Division for Nuclear Techniques in Food and Agriculture“ der Vereinten Nationen zusammen. Auch in der Lehre geht das Institut neue Wege: In Kooperation mit dem University College Dublin bietet die JLU seit dem Jahr 2012 den Masterstudiengang „Global Change: Ecosystem Science und Policy“ an, der einen sehr regen Zulauf verzeichnet.

Seit seiner Gründung vor 50 Jahren hat das Institut für Pflanzenökologie immer wieder aktuelle Fragestellungen aufgegriffen, um die Auswirkungen von Umweltveränderungen auf die Produktivität und Gesundheit von Pflanzen zu untersuchen. Denn Pflanzen nehmen in der Schnittstelle von Boden und Atmosphäre eine zentrale Rolle ein. Dabei arbeiten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit vielen Partnern weltweit zusammen, um ganz im Sinne Alexander von Humboldts, eines Wegbereiters der Ökologie, den Blick auf das Ganze zu richten. Denn nach wie vor gilt, was Humboldt schon vor mehr als 200 Jahren so trefflich beschrieben hat: „Alles hängt mit allem zusammen.“

  • Termin

Jubiläumsveranstaltung 50 Jahre Institut für Pflanzenökologie
Freitag, 1. November 2019, 13 Uhr

Hörsaal C5a und Foyer im Instituts- und Hörsaalgebäude Chemie, Heinrich-Buff-Ring 17-19, Gießen

  • Weitere Informationen

https://www.uni-giessen.de/fbz/fb08/Inst/pflanzenoek

  • Kontakt

, Ph.D.
Institut für Pflanzenökologie
Telefon: 0641 99-35300

Presse, Kommunikation und Marketing • Justus-Liebig-Universität Gießen • Telefon: 0641 99-12041




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