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„Memory of the World“: Feierliche Übergabe der Urkunde zur Aufnahme der „Constitutio Antoniniana“

Festakt zur Aufnahme der „Constitutio Antoniniana“ in das UNESCO-Weltdokumentenerbe am 13. Juni 2018 und Begleitprogramm – Wertvoller Papyrus wird am 14. und 15. Juni öffentlich ausgestellt

Nr. 98 • 4. Juni 2018

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Die „Constitutio Antoniniana“ nach der Restaurierung im Jahr 2009. Der Text der Verordnung befindet sich auf der linken Seite. Foto: Universitätsbibliothek Gießen / Barbara Zimmermann
Ein Schatz von unermesslichem Wert aus der Papyrussammlung der Universitätsbibliothek Gießen (UB) hat national wie international Furore gemacht: Der „Papyrus Gissensis 40“ aus dem Jahr 215, der in der UB der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) aufbewahrt wird, ist das erste in einer Reihe weltgeschichtlich zentraler Dokumente zu den Bürger- und Menschenrechten sowie zur Verfassungsgeschichte. Er enthält die  „Constitutio Antoniniana“ – eine Verordnung des Kaisers Caracalla aus dem Jahr 212/213, mit der allen freien Einwohnern des Römischen Reiches das römische Bürgerrecht verliehen wurde. Groß war die Freude in der Universitätsstadt Gießen, als die UNESCO dieses einzigartige Dokument im vergangenen Jahr in das Register des Weltdokumentenerbes aufgenommen hat. Damit hat die „Constitutio Antoniniana“ den Status „Memory of the World“.

Am 13. Juni 2018 (Beginn: 18.30 Uhr) wird die Entscheidung der UNESCO mit der Übergabe der Urkunde in einem Festakt im Hauptgebäude der Justus-Liebig-Universität Gießen feierlich besiegelt. Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind herzlich zum Festakt eingeladen.

Nach der Begrüßung durch JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee sowie Grußworten von Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz und einem Mitglied des Präsidiums der Deutschen UNESCO-Kommission werden eine Vertreterin bzw. ein Vertreter des Auswärtigen Amtes, Wissenschaftsminister Boris Rhein, Staatssekretär a.D. Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, Vorsitzender des Deutschen Nominierungskomitees Memory of the World, und Prof. Dr. Karen Piepenbrink, Historisches Institut der JLU, kurze Reden halten. Höhepunkt der Veranstaltung wird die Urkundenübergabe sein. Zu diesem Anlass wird der Papyrus in der UB öffentlich gezeigt.


Weltdokumentenerbe

Ende Oktober 2017 fiel in Paris die von vielen Gießenern langerwartete Entscheidung durch ein internationales Expertenkomitee der UNESCO (die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur), die „Constitutio Antoniniana“ als Weltdokumentenerbe auszuzeichnen. Die JLU hatte den Antrag auf Aufnahme in das UNESCO-Weltdokumentenerbe im Jahr 2014 gemeinsam mit der Universitätsstadt Gießen, die rechtmäßige Eigentümerin des historischen Dokuments ist, beim Nationalen Nominierungskomitee der Deutschen UNESCO-Kommission eingereicht. An der Antragstellung waren für die JLU Dr. Peter Reuter, Leitender Bibliotheksdirektor, sowie Prof. Dr. Karen Piepenbrink, Prof. Dr. Helmut Krasser und Prof. Dr. Peter von Möllendorff, alle Fachbereich 04 – Geschichts- und Kulturwissenschaften der JLU, beteiligt.

Das UNESCO-Programm „Memory of the World“ besteht seit 1992 und würdigt herausragende Dokumente der Menschheitsgeschichte, die wichtige Wissensquellen über kulturelle Wendepunkte der Menschheit darstellen. Ziel ist es, diese bedeutenden Zeugnisse in einem weltumspannenden digitalen Netzwerk vor Gedächtnisverlust und Zerstörung zu sichern, den Zugang zu gewährleisten und das Bewusstsein für ihre Bedeutung zu erhöhen.

Die „Constitutio Antoniniana“ reiht sich ein in ein zurzeit 427 Dokumente umfassendes Register, das das kulturelle Gedächtnis der Menschheitsgeschichte widerspiegelt. Der schriftliche Wortlaut der „Constitutio Antoniniana“ ist einzig auf dem Papyrus Gissensis 40 erhalten, der als Leihgabe seit 1930 in der UB aufbewahrt wird.

Aufgrund seiner Kostbarkeit und Fragilität ist der über 1.800 Jahre alte Papyrus äußerst behutsam zu behandeln. Am Donnerstag, 14.  Juni, und Freitag, 15. Juni 2018, hat die Öffentlichkeit die seltene Gelegenheit, das kostbare Dokument anlässlich der Urkundenübergabe zu sehen. Das Dokument kann in einer klimatisierten Spezialvitrine im Sonderlesesaal der UB jeweils von 10.00 bis 20.00 Uhr besichtigt werden.

Der Zugang zum Sonderlesesaal wird für maximal 20 Personen gleichzeitig möglich sein. Als Begleitprogramm sind an diesen Tagen Fachvorträge zur Geschichte des Papyrus geplant, die vor dem Sonderlesesaal stattfinden werden. Größere Gruppen bitten die Verantwortlichen um eine vorherige Anmeldung unter:
  • Termine


Festakt
am 13. Juni 2018, Beginn: 18.30 Uhr
Veranstaltungsort: Universitätsaula, Ludwigstraße 23, 35390 Gießen

Besichtigungszeiten:
14. und 15. Juni 2018, 10.00-20.00 Uhr
Veranstaltungsort: Sonderlesesaal im 1. Stock der Universitätsbibliothek Gießen
Otto-Behaghel-Straße 8, 35394 Gießen


Kurzvorträge:
am Donnerstag, 14. Juni 2018, um 11, 15 und 18 Uhr
Prof. Dr. Karen Piepenbrink: „Kaiserlich-göttliches Geschenk“ oder „Steuertrick“ – Was sagt uns die Constitutio Antoniniana heute?

am Freitag, 15. Juni 2018,  um 11, 15 und 18 Uhr
Dr. Olaf Schneider, UB Gießen: Die Constitutio Antoniniana (P.Giss. 40) – Ein UNESCO- Weltdokumentenerbe in den Papyrussammlungen der Universitätsbibliothek Gießen
Veranstaltungsort: UB Gießen, Sonderlesesaal

  • Weitere Informationen

www.uni-giessen.de/ub/de
www.uni-giessen.de/ub/ueber-uns/sam/papyri-ostraka-keilschrifttafeln/papyri

  • Kontakt



Leitender Bibliotheksdirektor der Universitätsbibliothek
Otto-Behaghel-Straße 8
35394 Gießen
Telefon: 0641 99-14000

Pressestelle der Justus-Liebig-Universität Gießen, Telefon: 0641 99-12041