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Bürgerveranstaltung „30 Jahre Mauerfall“

Podium, Ausstellung, Vortrag und Führung im früheren Bundesnotaufnahmelager im Gießener Meisenbornweg – RP Gießen, Stadt und Landkreis Gießen laden zusammen mit Justus-Liebig-Universität am Samstag, 9. November, ab 10.30 Uhr ein – Eintritt frei

Gemeinsame Pressemitteilung von Regierungspräsidium Gießen, Universitätsstadt Gießen, Landkreis Gießen und Justus-Liebig-Universität Gießen

30 Jahre Mauerfall
Landrätin Anita Schneider, Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz, JLU-Präsident Prof. Joybrato Mukherjee und Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich (v.l.) stellen das Programm vor. Foto: RP Gießen

Der Fall der Mauer im Herbst 1989 ebnete den Weg zur Wiedervereinigung. Deshalb hat der 9. November eine besondere Bedeutung – nicht nur für die deutsche Geschichte. Auch die Stadt Gießen ist damit eng verbunden. Das Bundesnotaufnahmelager im Meisenbornweg war ein zentraler Anlaufpunkt für Dissidenten und Flüchtlinge aus der DDR sowie Aussiedlern aus der Sowjetunion. „30 Jahre Mauerfall“ heißt eine Bürgerveranstaltung am Samstag, 9. November, die ab 10:30 Uhr im mittlerweile leerstehenden Aufnahmelager an das einmalige historische Ereignis erinnern will. Mit einem prominent besetzten Podium, einer Ausstellung, Vortrag sowie Möglichkeiten zum Rundgang. Zugleich ist sie eine der letzten Möglichkeiten, die Einrichtung vor einer Neunutzung von innen zu sehen. Veranstalter sind das Regierungspräsidium Gießen, Stadt und Landkreis Gießen sowie die Justus-Liebig-Universität Gießen.

„Fast eine Million Flüchtlinge und Übersiedler aus der DDR kamen bis zur deutschen Wiedervereinigung hier in Gießen an“, berichtet Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich. Verantwortlich für das Bundesnotaufnahmelager war das Regierungspräsidium Gießen. „In lockerer Form und ungezwungen wollen wir nun an den Mauerfall und den Höhepunkt einer Revolution ohne Blutvergießen erinnern.“

Zum Auftakt findet zwischen 10:30 und 12 Uhr eine Podiumsdiskussion mit vier spannenden Zeitzeugen statt. Jörg Bombach zum Beispiel ist aus dem HR-Fernsehen (Hessenquiz) bestens bekannt. Im Wendeherbst legten er und Thomas Koschwitz bei einer „HR3 Disco-Party“ für Übersiedler an den Lahnwiesen auf. 30.000 Menschen kamen, so viele wie niemals davor und danach. Ein Rekord, auch für den Moderator selbst, der immerhin bei 1.200 Disco-Abenden für den Hessischen Rundfunk im Einsatz war.
Monika Kresov wird von ihren Erfahrungen in dem Aufnahmelager aus ihrer Zeit der Übersiedlung berichten und Heinz Dörr als langjähriger Leiter. Staatsminister a.D. Dr. Alois Rhiel war damals der Regierungspräsident, der sich noch sehr gut an die Stimmung des Aufbruchs erinnert. Moderiert wird die Gesprächsrunde von RP Christoph Ullrich, der auch den Bogen zur Gegenwart schlagen kann. Zwischenzeitlich ist die Erstaufnahmeeinrichtung Hessen komplett in die Rödgener Straße in Gießen verlegt worden.

Während der gesamten Bürgerveranstaltung kann die Ausstellung „30 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit – als die Flüchtlinge aus der DDR nach Gießen kamen“ besichtigt werden. „Die Gießener können stolz darauf sein, dass es ihre Stadt war, die in der DDR ein Synonym für Freiheit war“, sagt Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

Das Projekt von Stadt und Landkreis Gießen ist extra für die Bürgerveranstaltung aktualisiert worden. Gefördert durch Mittel der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur hatten Auszubildende seinerzeit insgesamt 19 Schautafel erarbeitet. „Sie befassen sich mit der Fluchtbewegung, den Ereignissen in der DDR und in Gießen, mit dem ehemaligen Bundesnotaufnahmelager und Interviews“, berichtet Landrätin Anita Schneider.

Vor genau zehn Jahren wurde die Ausstellung feierlich eröffnet – inklusive echtem Trabbi im Gießener Rathaus. Zunächst war sie wochenlang im Foyer des Gießener Rathauses zu sehen, dann ging sie ein Jahr auf Tour durch die Schulen von Stadt und Landkreis Gießen. „Das mediale Interesse war enorm“, erinnert sich die Landrätin. Rundfunk, Fernsehen und die Printmedien berichteten über das Projekt. Zuletzt wurde die Ausstellung zum 25. Jahrestag des Mauerfalls in der Hessischen Landesvertretung in Berlin gezeigt.

„Einen Ort mit einer so bewegten Geschichte in direkter Nachbarschaft zu haben, ist für eine Universität ein echter Glücksfall“, sagt Prof. Dr. Joybrato Mukherjee, der Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU). „Ich freue mich sehr, dass wir zum Mauerfall-Jubiläum von den Forschungsergebnissen profitieren können, die an der JLU im Rahmen des DFG-Projekts ,Das Notaufnahmelager Gießen. Eine deutsch-deutsche Beziehungs- und Institutionengeschichte zwischen 1946 und 1990‘ erarbeitet wurden.“
Der JLU-Präsident bedankte sich ausdrücklich bei der ehemaligen Projektleiterin Dr. Jeannette van Laak (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg), die der Einladung an ihre alte Wirkungsstätte gern nachgekommen ist. Die Historikerin bestreitet den dritten Programmpunkt und hält ab 13.30 Uhr den Vortrag „Gießen-Meisenbornweg – ein ,Sehnsuchtsort‘“. Das Publikum darf sich dabei nicht nur auf fundierte Sachkenntnis freuen, sondern auch auf Ausführungen, die gleichermaßen unterhaltsam und mit Lokalkolorit angereichert sind.  

Die Bürgerveranstaltung „30 Jahre Mauerfall“ am Samstag, 9. November, von 10:30 bis 15:30 Uhr im früheren Bundesnotaufnahmelager (Meisenbornweg 13, 35398 Gießen) ist kostenfrei. Da im direkten Umfeld nur begrenzt Parkmöglichkeiten vorhanden sind, wird empfohlen, das „DB BahnPark Parkhaus“ in der Lahnstraße am Bahnhof zu nutzen. Die Parkgebühren betragen 1,30 Euro pro Stunde oder 3 Euro für das Tagesticket.

 

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