AngestoĂen durch die Theoriedebatten in den Sozial- und Kulturwissenschaften ist der âșspatial turnâč mittlerweile in vielen Disziplinen angekommen. Dem SelbstverstĂ€ndnis einiger seiner Vertreter/innen folgend, handelt es sich dabei um eine der derzeit innovativsten âșWendenâč, jedoch zeigt sich bei genauerer Betrachtung eine Reihe von Problemen: Die Hinwendung zum Raum ist weder mit einem gemeinsamen Forschungsziel noch mit einer klar erkennbaren Methode verbunden. AuĂerdem besteht eine gewisse Diskrepanz zwischen einem theoretischen Forschungsdiskurs und den dazugehörigen Appellen, sich mehr mit âșRĂ€umenâč zu beschĂ€ftigen, und der immer noch geringen Anzahl methodisch-reflektierter Untersuchungen.
Der erste Teil des Vortrags, der diese Debatte skizziert, endet mit dem PlĂ€doyer, Raum als analytische Kategorie statt als Gegenstand zu betrachten. In einem zweiten Teil des Vortrags wird dann ein Untersuchungsraster vorgestellt, welches sich prinzipiell fĂŒr alle historisch arbeitenden Disziplinen eignet. In diesem Analyseraster sind u.a. die im Vortragstitel genannten Kategorien zentral. Erst damit wird eine differenziertere Sicht auf die raumzeitlichen Dimensionen spezifischer Gesellschaften, aber auch einzelner Akteure möglich. An einem Beispiel aus der Stadtgeschichte wird diese Methode schlieĂlich umzusetzen versucht.
Susanne Rau ist Professorin fĂŒr Geschichte und Kulturen der RĂ€ume in der Neuzeit an der Philosophischen FakultĂ€t der UniversitĂ€t Erfurt.
Nach dem Studium der FĂ€cher allgemeine Rhetorik, Geschichtswissenschaft, Philosophie und Französisch an den UniversitĂ€ten TĂŒbingen, Hamburg und Reims wurde Susanne Rau 2001 an der UniversitĂ€t Hamburg promoviert. 2008 habilitierte sie sich an der Technischen UniversitĂ€t Dresden. 2009 erhielt Susanne Rau eine Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft und ist seitdem Professorin fĂŒr Geschichte und Kulturen der RĂ€ume in der Neuzeit an der UniversitĂ€t Erfurt. Seit 2007 nimmt sie regelmĂ€Ăig LehrauftrĂ€ge an französischen UniversitĂ€ten wahr. Seit 2010 ist sie Mitglied bei AcademiaNet (www.academia-net.de).
Forschung
Zu den Forschungsschwerpunkten von Susanne Rau zĂ€hlen die Bereiche: Stadtgeschichte und UrbanitĂ€t, Geschichte der Historiographie, Erinnerungskultur, Reformation, Konfessionalisierung, religiöser Pluralismus in der FrĂŒhen Neuzeit, SoziabilitĂ€t, Reiseberichte und Reiseerfahrung in der Vormoderne, Geschichte und Kulturen der RĂ€ume sowie âglobaler” Handel in der Vormoderne.
Lehre
In der Lehre bietet Susanne Rau Veranstaltungen zu den Themen: Utopien, ReprĂ€sentationen und Theorien ĂŒber Stadt in der Neuzeit, Geschichte und Anthropologie des Raums, Reisen und Schreiben ĂŒber Reisen in der Neuzeit, PalĂ€ographie der Neuzeit, Kulturgeografie fĂŒr Historiker, Geschichte der Geschichtsschreibung, Weltkarten und Kosmographien sowie Orte des Konsums und der SoziabilitĂ€t in frĂŒhneuzeitlichen StĂ€dten im BA und MA Geschichtswissenschaft an. Im Studium Fundamentale beteiligt sie sich an Veranstaltungen zu Themen wie öffentliche RĂ€ume in Geschichte und Gegenwart und an einem WissenschaftspropĂ€deutikum.
AusgewÀhlte Publikationen
2010: FlieĂende RĂ€ume oder: Wie lĂ€Ăsst sich die Geschichte des Flusses schreiben. Historische Zeitschrift Vol. 291: S. 103 ff. (ed. mit Schwerhoff, G.)
2008: Topographien des Sakralen. Religion und Raumordnung in der Vormoderne, Dölling & Galitz Verlag.
2007: Public order in public space. Tavern conflict in early modern Lyon. Urban History Vol. 34: S. 102 ff.
2005: Orte der Gastlichkeit â Orte der Kommunikation. Aspekte der Raumkonstitution von Herbergen in einer frĂŒhneuzeitlichen Stadt. ZeitsprĂŒnge. Forschungen zur FrĂŒhen Neuzeit Vol. 9: S. 394 ff.
2002: Geschichte und Konfession. StÀdtische Geschichtsschreibung und Erinnerungskultur im Zeitalter von Reformation und Konfessionalisierung in Bremen, Breslau, Hamburg und Köln, Dölling & Galitz Verlag.


Natalie Melas, Associate Professor of Comparative Literature, received her Ph.D. in Comparative Literature (English, French, Ancient Greek) from UC Berkeley. Her areas of interest include transcultural theory (between postcolonialism and globalism), the politics of disciplinary histories, cultural comparison, postcolonial neo-formalism, turn-of-the-century English literature, Anglophone and especially Francophone Caribbean literature and theory, modern reconfigurations of antiquity, Homer. She has published essays on the fate of the humanities in the contemporary university, on incommensurability, on Joseph Conrad, and on French Caribbean Literature. Her book, All the Difference in the World: Postcoloniality and the Ends of Comparison, is forthcoming with Stanford University Press. Her current project, provisionally entitled The Poetics and Politics of Untimeliness, addresses the formation of alternative modernities in the broken link between modernism and colonialism around two incommensurable figures, the modern Greek poet Constantin Cavafy and Aime Cesaire.
Donald E. Hall has published widely in the fields of British studies, queer theory, cultural studies, and professional studies. Prior to arriving at Lehigh in 2011, he served as Professor of English and Chair of the Department of English at West Virginia University (WVU). Before his tenure at WVU, he was Professor of English and Chair of the Department of English at California State University, Northridge, where he taught for thirteen years. He is a recipient of the University Distinguished Teaching Award at CSUN, was a visiting professor at the National University of Rwanda, was 2001 Lansdowne Distinguished Visiting Scholar at the University of Victoria (Canada), was Fulbright Distinguished Chair in Cultural Studies at Karl Franzens University in Graz, Austria, for 2004-05, and was Fulbright Senior Specialist at the University of Helsinki for 2006. He has served on numerous panels and committees for the Modern Language Association, including the Task Force on Evaluating Scholarship for Tenure and Promotion and the Convention Program Committee. From 2006-2007, he served as chair of the Department of Foreign Languages at WVU. In 2007, he became chair of the Department of English. In 2012, he was elected National President of the Association of Departments of English.

Richard Grusin was named Center director starting with the 2010-11 academic year and is a Professor of English at University of WisconsinâMilwaukee (UWM).



