Claudia Weber – Die Medialisierung des Erzählens im zeitgenössischen englischsprachigen Roman am Beispiel von Fictions of Television
Dass wir uns zu Beginn des 21. Jahrhunderts im sogenannten Medienzeitalter befinden, ist mittlerweile gesellschaftlicher Konsens. Üblicherweise wird zwischen ‚alten‘ und ‚neuen Medien‘ unterschieden, und es scheint Einigkeit darüber zu bestehen, dass Literatur als überholt gilt. Längst haben andere Medien, allen voran das Fernsehen, aber auch das Internet und weitere neue Medien, jene Funktion übernommen, die einst ausschließlich die Literatur innehatte: das Erzählen von Geschichten. Die entscheidenden Fragen lauten nun: Sind Romane überflüssig geworden? Wenn dem nicht so ist, wie gehen sie mit dem Aufkommen immer neuer (konkurrierender) Medien um?
Im Rahmen der Vorlesung sollen die Studierenden mit der Medialisierung des Erzählens, einem Schlüsselthema der Anglistik/Amerikanistik, vertraut gemacht werden, das beschreibt, wie Romane durch das Aufkommen neuer Medien geprägt werden. Ziel ist es, die Studierenden für die verschiedenen narratologischen Ebenen der Medialisierung des Erzählens zu sensibilisieren und sie zum selbständigen Anwenden zentraler Konzepte und Fachtermini zu befähigen. Am Beispiel von Fictions of Television werden verschiedene Formen der Medialisierung aufgezeigt, wobei auch ein vergleichender Blick auf weitere Medien und deren Verhältnis zu belletristischen Texten geworfen wird.
Claudia Weber studierte Englisch, Politik und Sport für das Lehramt an Gymnasien sowie Sportwissenschaft, Soziologie und Psychologie auf Magister an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Im Anschluss an ihr Studium begann sie im Oktober 2010 mit ihrer Promotion zu „Fictions of Television“ an der JLU und der Stockholm University. Sie ist Mitglied des International PhD Programme (IPP) „Literary and Cultural Studies” und des European PhD Network (PhDnet) und arbeitet als wissenschaftliche Hilfskraft am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC).