Jan Philipp Altenburg: Stadt – Raum – Macht: Philadelphia 1920. Raumtheoretische Zugriffe der stadthistorischen Forschung.
Städtischer Raum ist immer auch umkämpfter Raum. Proteste gegen den Bau von Moscheen in deutschen Städten als Symbole “unchristlicher” Werte oder Diskussionen um die staatliche Ăśberwachung öffentlicher Plätze sind Ausdruck komplexer Aushandlungsprozesse um Macht, Identität, Selbst- und Fremdbestimmung. Die Bedeutung des Raumes geht hierbei weit ĂĽber die eines bloĂźen Schauplatzes von Ereignissen hinaus, der Raum ist maĂźgeblicher Bestandteil solcher Auseinandersetzungen. Mit der Frage, wie sich die Funktion des Raumes analytisch und theoretisch fassen lässt, hat sich unter anderem der linke Sozialtheoretiker Henry Lefebvre auseinandergesetzt und sein Modell von der “Produktion des Raumes” findet Anwendung in der geographischen, soziologischen und historischen Forschung. Anhand der durch Korruption und Segregation gezeichneten Stadt Philadelphia in den 1920er Jahren, wird die Anwendung dieses theoretischen Modells an einem konkreten Beispiel vor Augen gefĂĽhrt.
Jan Philipp Altenburg ist seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Historischen Institut der Justus-Liebig-Universität Gießen. Er schloss sein Studium der Geschichtswissenschaft mit den Nebenfächern Germanistik und Vor- und Frühgeschichte in Gießen, Marburg und Münster im Jahr 2006 ab. Im gleichen Jahr begann er bei Prof. Dr. Friedrich Lenger sein Dissertationsprojekt zur Aneignung des Stadtraumes, in dem er das Großstadtleben in Philadelphia und Frankfurt am Main in den 1920er Jahren untersucht. Seit 2007 ist er außerdem Mitglied des International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) an der Justus-Liebig-Universität Gießen. 2008 erhielt er ein Stipendium am Deutschen Historischen Institut in Washington DC, das ihm einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt in den USA ermöglichte.

Jan Philipp Altenburg: Stadt, Raum, Macht:
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