Katharina Luh: Literatur und IntersektionalitÀt als neues Paradigma der Gender Studies: AnsÀtze einer intersektionalen ErzÀhltheorie am Beispiel des zeitgenössischen neuseelÀndischen Romans
Die IntersektionalitĂ€tstheorie, die Ende der 1980er Jahre von KimberlĂ© Crenshaw ursprĂŒnglich im Kontext rechtwissenschaftlicher Theorie und Praxis entworfen wurde, hat in Deutschland besonders in den letzten Jahren vermehrt Anklang gefunden. V.a. in den deutschen Geistes- und Sozialwissenschaften blickt sie auf eine mittlerweile beachtliche Tradition zurĂŒck, die sich auch in unterschiedlichsten Publikationen und der DurchfĂŒhrung unterschiedlichster Konferenzen manifestiert hat. In den Literaturwissenschaften hat dieses âneue Paradigma der Gender Studiesâ zumindest explizit bislang aber eher wenig Beachtung gefunden. Es stellt jedoch einen durchaus fruchtbaren Ansatz dar, der mit erzĂ€hltheoretischen Annahmen verknĂŒpft, innovative und komplexe Einblicke in Textstrukturen und Inhalte zu gewĂ€hren vermag.
Besonders die Kultur Aotearoa/Neuseelands bietet sich zur Analyse unterschiedlichster IdentitĂ€tsparameter unter intersektionalen Gesichtspunkten an, werden doch down under seit Ende der 1960er Jahre unterschiedlichste kollektive IdentitĂ€ten stetig ausgehandelt und diskutiert. V.a. IdentitĂ€tsbausteine wie Geschlecht, Rasse, EthnizitĂ€t oder NationalitĂ€t haben dabei einen prominenten Platz in der öffentlichen Diskussion, aber ebenfalls in den KĂŒnsten und auch der Literatur eingenommen.
Inwiefern sich solche bisweilen differenz- und kongruenzerzeugenden IdentitĂ€tskategorien im neuseelĂ€ndischen Roman seit 1970 manifestiert haben, wie sie formal und inhaltlich umgesetzt wurden und welche potentiellen Funktionen sie dabei erfĂŒllen können, soll daher Thema der Vorlesung sein.
Ganz genau geht es um:
1. Eine EinfĂŒhrung in den Begriff der IntersektionalitĂ€t, dessen Entwicklungsgeschichte und theoretische Grundannahmen
2. Die theoretische und methodische Anwendbarkeit des Konzepts in den Literatur- und Kulturwissenschaften, ebenso wie seine möglichen short comings
3. Eine kurze EinfĂŒhrung in die neuseelĂ€ndische Literatur- und Kulturgeschichte
4. sowie die praktische Illustration des Mehrwertes einer intersektionalen erzÀhltheoretischen Analyse anhand ausgewÀhlter neuseelÀndischer Romane der Gegenwart
Being a German Phd-Student of English Literary Studies affiliated to the International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) and International Phd-Programme (IPP) at Justus-Liebig-University Giessen since 2007 I am at present working on my thesis titled “Gendering ethnicity and ethnicising gender â Forms and functions of culturally specific manifestations of femininity and ethnicity in the New Zealand novel from 1970 to the present”. In 2006 I successfully completed my course of studies of Applied Modern Languages (English, Spanish and Portuguese) and Business Studies at Justus-Liebig-University Giessen and the University of Stirling, Scotland. Over the last 4 years I have worked as a freelance journalist, photographer and cultural events manager within various institutions and companies such as dpa-AFX financial news Frankfurt, Giramondi Giessen or Goethe-Institute Salvador da Bahia. At the GCSC I am speaker of IPP VI, the Cultural Management Consortium as well as section 2 âLiterary and Cultural Theoryâ. In the recent past I have completed two research stays â the first being in New Zealand and the second at the Centre for New Zealand Studies in London.

Katharina Luh: Literatur und Intersektionalität:
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