Arminius und die Varusschlacht
| Cäsar (100 bis 44 v.Chr.) hatte in seinen gallischen Kriegen das Römische Reich bis zum
Rhein ausgedehnt. Die Aufgabe des Augustus (63 v.Chr. bis 14 n.Chr.) war es, diesen
Besitz zu sichern. Durch mehrmalige Überfälle auf linksrheinisches Gebiet hatten sich die
Germanen als unruhige
und vom Standpunkt der Römer als politisch unzuverlässige Nachbarn erwiesen. Dieses war
für die Römer einer der Gründe zur Eroberung Germaniens. Die Einbindung
der Germanen in den römischen Staatsverband sollte, ähnlich wie in Gallien, eine Befriedung
in diesem Gebiet bewirken. Darüber hinaus sollte die Verkürzung der Reichsgrenze durch die Besetzung Germaniens
bis zur Elbe und die Verbindung dieser Positionen mit der Donaugrenze einen strategischen Vorteil für
die gesamte Reichsverteidigung bringen. |
| Nach wechselvoller Kriegsführung seit 12 v.Chr. gelang es Tiberius (42 v.Chr. bis 37 n.Chr.)
in den Jahren 4 bis 5 n.Chr., die Elbgrenze Wirklichkeit werden zu lassen. Um die besetzten Gebiete fester an Rom zu
binden, wurden den germanischen Fürstensöhnen die besten Aussichten für ihre persönliche Karriere
angeboten. Sie konnten sich in Rom zu militärischen Führern ausbilden lassen und
später hohe Ämter bekleiden. So traten denn auch Arminius
[ 1 ] und Flavus, [ 2 ] die Söhne des
Cheruskerfürsten Segimer, in römische Dienste, wurden zu Offizieren ausgebildet und in den
Ritterstand erhoben. Der Umwandlung Germaniens in eine römische Provinz schien nichts mehr im Wege zu stehen.
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| (Nach «Lippische Sehenswürdigkeiten», Heft 3: Hermannsdenkmal, Hrsg. F.Bartelt,
Institut für Lippische Landeskunde, Detmold. Verlag Wagener, Lemgo 1975, ISBN 3 921 428 09 6)
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Aber ... da war da noch die Varusschlacht / die
Hermannsschlacht im Jahre 9 nach Christus.
«Da nutzte ein junger Mann namens Arminius, aus edlem Geschlecht,
heißblütig und von weit rascherem Verstand als üblicherweise Barbaren ...
die Nachlässigkeit der Heerführung zu einem Verbrechen aus ... »
(Velleius Paterculus, römischer Offizier und Geschichtsschreiber, geboren ca. 20 v.Chr.)
»Deutschland. Ein Wintermärchen
... Das ist der Teutoburger Wald,
den Tacitus beschrieben,
das ist der klassische Morast,
wo Varus steckengeblieben.
Hier schlug ihn der Cheruskerfürst,
der Hermann, der edle Recke;
die deutsche Nationalität,
die siegte in diesem Drecke. ...«
Heinrich Heine (1797 - 1856)
Zu [ 1 ]: Armin, röm. Arminius, soll sich beziehen auf Irmin = im Schutze des Gottes
Irmin, siehe auch Irminsul. Arminius wird andererseits auch in
Verbindung gebracht mit Armenien, wo unser Held zeitweilig eingesetzt war, und darum nennen ihn manche auch Armenius.
- Ich denke hingegen bei Arminius immer an Arma (lat.) = Waffen. Arminius wäre dann
der Waffenträger, der Bewaffnete (lat.) = armatus (barbarus). Hier kann man auch an Armada, Armee, aber auch
an den Arm denken. (d.Verf.) - Konkret: Nichts Genaues weiss man nicht. Wir glauben aber zu wissen, dass Arminius
bei uns verdeutschend zunächst er-man (der zu ehrende Mann) genannt wurde.
Martin Luther sprach vom Dux belli, vom Heerführer / Feldherrn, und er machte ihn damit zum heer-man /
hari-man, also zum Mann im Heer, oder zum Mann für das Heer. - Natürlich ist es schön, dass
wir unseren Helden mit einem deutschen Namen rufen können, denn: nomen est omen.
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Zu [ 2 ]: Der Name «Flavus» bedeutet «der Blonde» oder «der
Hellhäutige». Zurück
Literaturhinweis:
• Charakteristik Caesars, Kapitel XI, Seite 875ff in «Römische Geschichte»
von Theodor Mommsen, Nachdruck Athenion Verlag / Phaidon Essen, ISBN 3 88851 164 X
• Römische Städte, von Thuri Lorenz
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1987, ISBN 3 534 02162 2
• Römische Wohn- und Lebenswelten, Quellen zur Geschichte der römischen Stadt
Herausgegeben und erläutert von Christiane Kunst
Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2000, ISBN 3 534 14605 0
• Schlacht im Teutoburger Wald, Die ..., von Reinhard Wolters,
Verlag C.H.Beck, München 2008, ISBN 978 3 406 57674 4
• Tacitus, Sämtliche erhaltene Werke, Phaidon Verlag Essen, ISBN 3 88851 077 5

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