Hermann und Thusnelda

im Roman




Zeichnung: Hermannsdenkmal, 11 K
« Im Jahre 17 nach Christi Geburt, acht Jahre nach der Teutoburger Schlacht, hielt Germanikus seinen Einzug in Rom. In Ketten schritten seinem Triumphwagen voran Thusnelda mit ihrem dreijährigen Söhnlein und Sigismund, ihr Bruder, während Segestes, mit römischen Auszeichnungen belohnt, aber gewaltsam im Römerlande zurückgehalten, von einem Ehrenplatze auf die unglücklichen Kinder seines Volkes niederblickte.

Hermanns großes Befreiungswerk aber war vollendet. Nie wieder haben sich fortan die Römer in das Innere von Deutschland gewagt - nie aber auch hat Hermann seine hochsinnige Gattin, nie seinen Sohn, den die Römer Thumelikus nannten, wiedergesehen.

Erkauft hatten mit dem Glück ihres eigenen Lebens, mit der eigenen Freiheit die Befreier des Vaterlandes

Hermann und Thusnelda »



Hermann und Thusnelda - Erzählung aus der Zeit der deutschen Freiheitskämpfe wider die Römer, von Luise Pichler, Vierte Auflage, Seite 62 (Ende des Romans), Christliche Verlagsanstalt, Konstanz i.Baden 1934   (Original-Orthographie)     UB Gießen 4/3152-12





Früher waren gewisse Gattinnen noch hochsinnig - aber heute gibt es ja auch keinen Arminius mehr und keine Römertruppen in deutschen Landen!
Und nun stelle man sich doch mal den "deutschen" Segestes auf der Ehrentribüne in Rom vor: hochgeehrt, weil er sein Volk verraten hatte, aber leider ohne Reisepass, den hatte er abgeben müssen. Dieser Vater von Sigismund, dieser Vater der "hochsinnigen" Tochter Thusnelda, dieser Großvater des dreijährigen Thumelicus, er ist nur über eines traurig: dass drei "unglückliche Kinder seines Volkes", und das durch sein Zutun, wie er - in Römerhand sind. Dass die 3 Volksgenossen sein eigen Fleisch und Blut sind, daran hat der Opa und Papa offenbar noch garnicht gedacht. - Das ist wahres völkisches Denken! - Wann hat die Verfasserin das geschrieben? - So konnte man mal Karriere machen! Heute müsste frau das doch wohl etwas anders formulieren.




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Zuletzt bearbeitet am 14.07.2009

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