Piranesi digital
Zum Plan einer archäologisch-kritischen Edition von Giovanni Battista Piranesis 'Antichità Romane' in Form einer Datenbank und eines 'interaktiven Stadtplans'


Von Marcel Baumgartner und Mischa Steidl

Das Forschungsprojekt Topographie als Medium der Erinnerung


In der europäischen Geistesgeschichte existiert eine lange Tradition, die Erinnerung und Gedächtnis mit Orten und Bildern in Verbindung bringt. Der prominenteste Fall für die Wirksamkeit dieser Affinität ist ohne Zweifel die ars memorativa (oder Gedächtniskunst), jene von der antiken Rhetorik empfohlene Technik, mit deren Hilfe ein Redner sein Gedächtnis so weit verbessern konnte, daß er auch lange Reden mit unfehlbarer Genauigkeit frei zu halten vermochte. Der erste Schritt dieser Technik bestand darin, dem Gedächtnis eine Reihe von Orten einzuprägen – am besten in der Form eines möglichst geräumigen und komplexen Gebäudes. In den Räumen dieser imaginären Architektur hatte der Redner anschließend jene 'Bilder' und Vorstellungen zu 'deponieren', die er dann, währenddem er seinen Vortrag hielt, wieder 'abholte' (abrief), indem er im Geist durch das von ihm errichtete 'Erinnerungsgebäude' schritt. Diese Methode garantierte die richtige Ordnung der Abschnitte der Rede, die ja durch die Reihenfolge der Orte in dem Gebäude festgelegt war.Diese in der ars memorativa systematisch genutzte Fähigkeit von Orten, Erinnerung zu binden und wieder freizusetzen, hat den Stadtplaner und Architekturkritiker Dieter Hoffmann-Axthelm die These aufstellen lassen, daß "alle Erinnerung räumlich" sei. Sicher ist, daß Erinnerung hervorragend räumlich 'funktioniert'. Und weil dem so ist, kann nicht nur, wie in der Technik der ars memorativa, ein einzelnes Gebäude mit der Abfolge seiner Räume, sondern dann kann ganz gewiß auch jeder Stadtraum mit seinem System von Häusern und Monumenten, von Straßen und Plätzen zu einem hervorragenden Träger von Erinnerung werden. Als ideales Medium zur Vermittlung dieses in einem Stadtraum eingelagerten Erinnerungspotentials aber bietet sich die topographische Aufnahme an. So bezeichnet denn auch Hoffmann-Axthelm nicht nur jedes Erinnern als "Abarbeiten von mental maps, [von] inneren Stadtplänen", sondern er stellt auch die Behauptung auf: "Der Stadtgrundriß ist das primäre Gedächtnisinstrument der Gesellschaft, das es erlaubt, das Gewesene, das sonst ortlos spuken würde, in der Gegenwart anwesend zu machen", und weiter: "Das Ensemble des Erinnerten hat Stadtform, und die Stadt hat – im kollektiven materiellen Gedächtnis des Stadtplans – Erinnerungsform." Ein schönes Zeugnis für die Erfahrung der Einlagerung individueller Erinnerungen in den Stadtraum und damit auch in den Stadtplan findet sich in Walter Benjamins Passagen-Werk: Benjamin beklagt das Fehlen "so handlicher, minutiöser und dauerhafter" Pläne für die meisten europäischen Großstädte, wie er für Paris mit dem Plan Taride existiere. Von diesem aber sagt er: "Leuten, denen die Phantasie bei der Versenkung in ihn nicht wach wird und die ihren pariser Erlebnissen nicht lieber über einem Stadtplan als über Photos oder Reiseaufzeichnungen nachhängen, denen kann nicht geholfen werden."

Piranesi als Archäologe der Stadt Rom


In dem seit 1997 im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 'Erinnerungskulturen' an der Justus-Liebig-Universität Gießen laufenden Teilprojekt 'Topographie als Medium der Erinnerung: Rom. Piranesi' geht es nun – unter anderem – darum, aufzuzeigen, in welchem Maß der Künstler-Archäologe Giovanni Battista Piranesi dieses in der topographischen Aufnahme liegende Erinnerungspotential für die Darstellung der Geschichte jener Stadt genutzt hat, die unter allen Städten zumindest der westlichen Welt die am dichtest geschichteten Ablagerungen von Erinnerung aufzuweisen hat (und die nicht zuletzt deswegen die 'Ewige' genannt wird): Rom.Mit dem Namen des 1720 in Venedig geborenen und 1778 in seiner Wahlheimat Rom gestorbenen Piranesi werden in der Regel hauptsächlich zwei Stichwerke assoziiert: die vierzehn (bzw. – in der zweiten Auflage von 1761 – sechzehn) Tafeln der Carceri (1749/50), die seinen Ruf als ein in der Kunstgeschichte nur schwer zu verortendes 'Genie' begründeten, und die 135 Blätter der großformatigen Vedute di Roma. Daß der mit diesen beiden Zyklen in der Geschichte der Druckgraphik in der Tat einen herausragenden Platz einnehmende Zeichner und Radierer darüber hinaus – und neben seinen vielfältigen Aktivitäten als Architekt, Kunsttheoretiker, Sammler, Restaurator und Kunsthändler – auch der wohl mit Abstand kenntnisreichste und kompetenteste Archäologe der Stadt Rom seiner Zeit war, geriet dabei weitgehend aus dem Blick. Als Produkte eines bildenden Künstlers waren seine Publikationen zur stadtrömischen Archäologie (Le Antichità Romane, 4 Bde., 1756 und Il Campo Marzio dell' Antica Roma, 1762) schon sehr früh mit dem Verdikt des bloß "effektreich Vorgefabelten" (in diesem Sinn: Goethe in der Italienischen Reise im 'Bericht' vom Dezember 1787) belegt worden. Diese negative Einschätzung soll durch eine genaue Analyse der beiden genannten Werke und durch ihre Situierung in der seit dem frühen 16. Jahrhundert betriebenen wissenschaftlich-archäologisch-antiquarischen Forschung korrigiert werden. Dabei geht es, allgemein gesprochen, auch um die 'Rekonstruktion' eines Denkens, in dem die wissenschaftliche Arbeit noch nicht – durch rigorose Abgrenzung gegen die Rolle der Einbildungskraft und der Phantasie – so strikt von der künstlerischen Arbeit getrennt war, wie dies in der Folge zur Norm wurde.

Die Bedeutung der Pläne im Werk von Piranesi


Weil uns die bisherige Literatur in manchen Fällen – das heißt: überall dort, wo es sich nicht gerade um die im Stadtbild noch heute präsenten Monumente und Überreste handelt – schon bei der einfachen Identifizierung der von Piranesi dargestellten Ruinen im Stich läßt, bilden ihre simple Identifizierung und die damit verbundenen Fragen der Lokalisierung sowie der (heutigen) Deutung eine unverzichtbare Voraussetzung für alle weitergehenden Fragestellungen. Eben dafür hat uns aber Piranesi im Plan, den er an den Anfang der Antichità Romane gestellt hat (Abb. 1)
und der das eigentliche Fundament der Publikation darstellt (ohne das sie folglich schlicht unverständlich ist), ein einzigartiges, von einer fundierten Analyse bislang völlig 'verschont' gebliebenes Instrument an die Hand gegeben. In diesem Plan ist "die Lage aller antiken Monumente, deren Überreste heute noch zu sehen sind" (so die Formulierung in der Bildlegende), abbreviatorisch vermerkt und mit Ziffern versehen. Die Auflösungen dieser 315 Ziffern finden sich in einem ausführlichen, vierzig Folio-Seiten umfassenden Verzeichnis mit dem Titel Indice, o sia spiegazione delle vestigia di Roma, das den eigentlichen Haupttext der Publikation darstellt.Von diesem Text aus wird der Leser sowohl auf 'szenographische' Darstellungen der einzelnen Ruinen als auch auf weitere Pläne im Tafelteil der Publikation weiterverwiesen – Pläne, in denen Teilbereiche (Palatin/Forum Romanum/Kaiserforen; Kapitol [Abb. 2]) und Teilaspekte (das System der Aquädukte) des kaiserzeitlichen Rom rekonstruiert werden.Piranesis Pläne mit den topographischen Angaben zur Lage der Ruinen sind also weit mehr als ein Instrument zur bloßen Identifizierung und Lokalisierung der unscheinbareren unter den römischen Ruinen. Vielmehr wird mit der präzisen Verortung aller Überreste – vom Pantheon und vom Hadrianmausoleum bis zu dem in eine Mauer der neuzeitlichen Bebauung einbezogenen Säulenstumpf und bis zu dem in einem Keller gefundenen Fundamentrest – die Voraussetzung geschaffen für die (und darin liegt ein entscheidender, von Piranesi vollzogener Schritt in der archäologischen Forschung) Interpretation aller Einzelmonumente und aller von ihm identifizierten Fragmente im übergreifenden Zusammenhang des städtebaulichen Kontexts, die in den Rekonstruktionsplänen anschauliche Gestalt gewinnt. Ermöglicht wurde dieser neue Blick auf die römischen Ruinen durch den in den Rom-Publikationen von Piranesi implizit ständig präsenten, in seiner Genauigkeit revolutionär neuen Stadtplan, den Giovanni Battista Nolli 1748 publiziert hatte (und mit dessen Hilfe uns schließlich auch die Lokalisierung der antiken Überreste in der städtischen Bebauung Roms des 18. Jahrhunderts ermöglicht wird [Abb. 3]).

Piranesis archäologische Publikationen als 'Medien-Netzwerke'


Für den Versuch einer Neueinschätzung von Piranesis Leistung als Archäologe ist also der topographische Aspekt von entscheidender Bedeutung: seine Stadtpläne bilden die unverzichtbare Grundlage, auf die alles andere bezogen werden muß. Daß dies wegen der dichten Verknüpfung von Texten und unterschiedlichen Kategorien von Bildern, die bereits in Piranesis hochkomplexen 'Medien-Netzwerken' gegeben ist, in einer konventionellen Publikation kaum zu leisten ist, liegt auf der Hand. Und so drängt sich denn für die Publikation eines systematischen archäologischen Kommentars, der nicht nur der Leistung Piranesis gerecht zu werden vermag, sondern in den zusätzlich auch sowohl die antiquarisch-archäologische Beschäftigung mit Rom vor Piranesi als auch die heutigen archäologischen Deutungsvorschläge eingearbeitet werden können, die Form eines 'interaktiven Stadtplans' geradezu auf.Als Basis wird der erwähnte Plan aus den Antichità Romane (Band I, Tafel 2) dienen. Von jedem der dort verzeichneten Monumente aus sollen die folgenden Felder angeklickt (und damit die ihnen zugeordneten Informationen abgerufen) werden können:

- Identifizierung

  - archäologische Deutung bei Piranesi: Text des Indice aus den Antichità Romane
  - archäologisch-antiquarische Deutungen vor Piranesi
  - Deutungen in der modernen Archäologie:
     - Rodolfo Lanciani, Forma Urbis Romae (1893-1901)
     - aktueller Stand der Forschung (Grundlage: LTUR, 1991-2001)


- Lokalisierung im neuzeitlichen Rom


  - Giovanni Battista Nolli, Pianta di Roma (1748)
  - zeitgenössische Veduten (z. B. Giuseppe Vasi, Magnificenze di Roma, 1747-1761)
  - ältere Veduten
  - heutige Situation


- Darstellungen im Werk von Piranesi

  - Darstellungen in den Antichità romane
  - Darstellungen im übrigen Werk von Piranesi
  - Kontextualisierung (städtebauliche Rekonstruktionen)


Die Daten für diese Abfragen werden aus der im folgenden näher beschriebenen Datenbank bezogen. Über die Nutzung für den 'interaktiven Stadtplan' hinaus sind diese Datensätze natürlich auch 'konventionell' unter verschiedenen Stichworten abrufbar. Die Publikation von Datenbank und 'interaktivem Stadtplan' soll im Internet erfolgen.

Entstehung und Konzeption der Datenbank


Bilddatenbanken spielen in der kunstgeschichtlichen Lehre und Forschung seit einiger Zeit eine zentrale Rolle. Ob als Forschungsdatenbanken zu einem bestimmten Themenbereich konzipiert oder als Ersatz der traditionellen Diathek, die Einsatzmöglichkeiten von Datenbanken in der Kunstgeschichte sind vielfältig. Nachdem im Rahmen der durch das Hochschulsonderprogramm III geförderten Maßnahmen zur Integration neuer Medien in die Lehre 1999 im Kunstgeschichtlichen Seminar der JLU eine Bilddatenbank die konventionelle Diathek abgelöst hat und die bisher gängige Form der Diaprojektion durch die Präsentation mittels Beamer weitestgehend ersetzt wurde, lag es nahe, das für die Forschungen zu Piranesi relevante Bildmaterial in einer separaten Bilddatenbank zu erfassen, um einen schnellen Zugriff auf die Abbildungen zu ermöglichen und das Material darüber hinaus in einer für die Digitale Diathek verwertbaren Form zu archivieren.In einer ersten Phase handelte es sich hierbei um eine ‚konservative‘ Bilddatenbank, die einem eingescannten Bild eine Reihe von beschreibenden Feldern zuordnet. In einem zweiten Schritt wurde die Datenbank umstrukturiert; thematisch zusammenhängendes Material wurde in Unterdatenbanken aufgegliedert und eine neue Oberfläche für die lokale Datenbank entwickelt, die die Fragestellung des Projekts einsichtig darstellen soll und das bisher erfaßte Material übersichtlich gliedert. Während bei der einfachen Form der Bildarchivierung alle erfaßten Objekte gleichwertig nebeneinander standen, stehen jetzt die Beziehungen der Datensätze zueinander im Vordergrund: ausgehend von der Indexnummer in Piranesis Plan werden die dazugehörigen Objekte geordnet – z. B. Darstellungen des zu der Indexnummer gehörigen Bauwerks in Veduten oder Plänen, die dazugehörigen Textkommentare Piranesis und die Ergebnisse der Forschung zu diesem Objekt.Damit die in der Datenbank abgelegten Forschungsergebnisse nicht nur lokal verfügbar sind wurde eine Form der Internetanbindung entwickelt, die den Zugriff von jedem beliebigen PC mit Internetanschluß ermöglicht.

Der Prototyp


Seit kurzem steht eine auf einige Datensätze beschränkte Version im Internet bereit. Sie soll einen ersten Eindruck der endgültigen Internetpräsentation vermitteln.Abfragemöglichkeiten:Die wohl gängigste Möglichkeit zur Suche in Datenbanken ist die freie Abfrage zur gezielten Suche in einer angegebenen Kategorie. Da aber dem Abfragenden in den meisten Fällen das in der Datenbank erfaßte Material nicht bekannt ist, führt diese Abfragemöglichkeit entweder zu keiner oder einer viel zu großen Treffermenge. Deswegen wird eine weitere Abfragemöglichkeit die Abfrage nach Kategorien sein, die das in der Datenbank erfaßte Material in Form von Auswahllisten präsentiert; so stehen z.B. im Feld Künstler nur die Namen zur Auswahl, die auch in der Datenbank erfaßt sind.
Als eine an der Fragestellung des Projekts orientierte und damit zentrale Abfragemöglichkeit dient der interaktive Stadtplan. Er ist eine Alternative zu den üblichen textorientierten Recherchemöglichkeiten und stellt die wohl interessanteste Option dar, die Inhalte der Datenbank zu erforschen.Wenn der Nutzer mit dem Mauszeiger über ein auf dem Plan dargestelltes und im Index erfaßtes Bauwerk fährt, erhält er eine Kurzinformation eingeblendet, und er kann über Anklicken eine Abfrage bezüglich des Bauwerks an die Datenbank starten (Abb. 4). Nach dem Anklicken erscheint ein weiteres Fenster, das die Möglichkeit bietet, die Abfrage an die Datenbank inhaltlich zu spezifizieren – der Nutzer kann so gezielt auf z.B. topographische Information, auf Darstellungen des Bauwerks in Veduten oder auf unterschiedliche Textinformationen zugreifen (Abb. 5).Ergebnisdarstellung:Bei Abfragen, die eine größere Menge an Treffern ergeben, wird als erstes ein Übersichtsergebnis angezeigt, das nur die wichtigsten Informationen zur Vorauswahl bereitstellt (Abb. 6). Nach Auswahl eines der Ergebnisse durch Anklicken wird der dazugehörige detaillierte Datensatz in einem neuen Fenster gezeigt (Abb. 7). Ein Anklicken des Bildes stellt eine bildschirmfüllende Version des Bildes bereit. Bei den Veduten wird neben den beschreibenden Feldern mit Angaben wie Künstler, Titel, Datierung, etc. auch eine Transkription der Legende angezeigt, die sich häufig anhand der Bildschirmdarstellung nicht erschließen läßt. Verweist diese Legende auf ein weiteres, in der Datenbank erfaßtes Gebäude, wird diese als Hyperlink dargestellt und kann durch Anklicken als neue Suchabfrage benutzt werden. Ergebnissen zu Suchabfragen in dem Schwerpunkt Topographie werden einen Kartenausschnitt der ausgewählten Karte anzeigen, in der das gesuchte Gebäude aufgrund einer farbigen Markierung schnell identifiziert werden kann. Eine weitere Möglichkeit der Darstellung des Abfrageergebnis ist die reine Textinformation, die dem Nutzer alle in der Datenbank zu dem jeweiligen Bauwerk erfaßten Textinformationen präsentiert. Wenn diese wiederum Verweise enthalten, sei es innerhalb des Werks Piranesis oder zu anderen erfaßten Bauwerken, werden diese als Verknüpfung dargestellt und können Ausgangspunkt einer weiteren Suchabfrage sein. Neben der bei den Veduten angesprochenen Form der Verknüpfung über die Legende wäre auch eine Möglichkeit der Verknüpfung über das Bildmaterial selbst denkbar.

Ausblick


Für die endgültige Version der Datenbank sind weitere Möglichkeiten des Zugriffs auf das vorhandene Material geplant.Es wird möglich sein, vollständig erfaßte Publikationen Piranesis - in bewußter Analogie zum Buch - durchzublättern. Diese Variante hat den Vorteil, das Material in seinem ursprünglichen Publikationskontext einsehen zu können und relativiert somit ein Defizit vieler Publikationen, das darin besteht, daß einzelne Blätter nicht in ihrem ursprünglichen inhaltlichen Zusammenhang erscheinen.Weiterhin soll eine Nutzerdatenbank die Arbeit mit der Datenbank erleichtern. Sie wird die Möglichkeit bieten, Rechercheergebnisse auszuwählen und in einer Arbeitsmappe zu speichern, damit beim nächsten Besuch der Datenbank nicht jeder Suchschritt aufs neue vollzogen werden muß. Die ausgewählten Datensätze können dann auch auf den Arbeitsplatzrechner des Nutzers überspielt werden, um diesem unnötige Onlinezeit zu ersparen und ihm zu ermöglichen, das Material den eigenen Wünschen entsprechend weiterzuverarbeiten. Eine der wesentlichen Herausforderungen wird die adäquate Repräsentation der Stadtpläne werden. Aufgrund ihrer Größe und Informationsdichte (der Plan Lancianis würde 30 Monitore benötigen um 1:1 dargestellt zu werden) sind sie im Gegensatz zu den anderen in der Datenbank erfaßten Bildwerke schwer in einer am Bildschirm handhabbaren Oberfläche darstellbar.Technisch aufwendiger ist die Möglichkeit, Suchabfragen auf andere Datenbanken, die im Internet zur Verfügung stehen, auszuweiten. Da die Forschungsdatenbank selbst Bestandteil des Verbundsystems Prometheus ist, wird auf jeden Fall eine Ausweitung der Recherche auf die am Verbund beteiligten Bilddatenbanken möglich sein. Dadurch ist eine Zugriffsmöglichkeit auf Daten vorhanden, die nicht im Projekt selbst erfaßt wurden, aber in einem sinnvollem Zusammenhang zu sehen sind.



Literatur:'

Dieter Hoffmann-Axthelm, Der Stadtplan der Erinnerung, in: Kunstforum International, Bd. 128 (Themennummer 'Zwischen Erinnern und Vergessen'), 1994, S. 148-153
Marcel Baumgartner, Topographie als Medium der Erinnerung in Piranesis 'Campo Marzio dell' Antica Roma'. Eine Skizze, in: Wolfram Martini (Hrsg.), Architektur und Erinnerung (Formen der Erinnerung 1), Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 2000, S. 71-102
Marcel Baumgartner, "vide indicem ruinar. num. ...". Die Rompublikationen des Archäologen Giovanni Battista Piranesi: ein Medien-Netzwerk aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, in: Lab. Jahrbuch 2000 für Künste und Apparate, hrsg. von der Kunsthochschule für Medien Köln, Köln: König, 2000, S. 82-97
Harald Krämer, Irgendwo zwischen Logik und Ikonik. Zur Planung, Entwicklung und Anwendung von Datenbanksystemen in der Kunstwissenschaft und in Museen in: Hubertus Kohle (Hrsg.), Kunstgeschichte digital: Eine Einführung für Praktiker und Studierende, Berlin, 1997, S. 64-83.
Sigrid Ruby, Mischa Steidl, Elektronische Bildprojektion in der kunsthistorischen Lehre. Ein Bericht aus der Praxis in: Kunstchronik, August 2000, S. 397-398.
PROMETHEUS - Das verteilte digitale Bildarchiv für Forschung und Lehre in: Uniforum 3, 2001, S. 12.