
zum Primärtext "Gerd Müller" |
zum Vergleich Deutsche - Japaner |
informative Website zu G. Mueller |
| Sprachlich | Bei allen Studierenden
kam es zu Verständnisschwierigkeiten, da die Zusammenhänge zwischen
den Sätzen oftmals fehlen und Gedankensprünge vollzogen werden.
Jedoch wird von den japanischen Kommilitonen betont, dass die kurzen und einfach verständlichen Sätze leicht zu lesen sind. |
| Inhaltlich | Die japanischen
Studenten vertreten einheitlich die Meinung, den Text auf der inhaltlichen
Ebene leicht erfassen zu können. Lediglich bei einigen Sätzen
kommt es zu inhaltlichen Verständnisschwierigkeiten, die aber von
allen Studenten geteilt werden.
Die Verständnisschwierigkeiten der japanischen Studenten sowohl auf der inhaltlichen als auch auf der sprachlichen Ebene lassen sich auf die Gedankensprünge, die im Text vollzogen werden, zurückführen. Den japanischen Studenten ist demnach bis zu diesem Zeitpunkt die Montagetechnik, welche Ror Wolf angewandt hat, nicht bekannt. Sie erkennen die Merkmale des Texts wie die fragmentarische Struktur nicht als intendierte literarische Stilmittel. Vermutlich sehen sie keinen Zusammenhang zwischen einzelnen Sätzen, führen dies jedoch nicht auf die Intention des Autors, sondern auf ihre eigenen fremdsprachlichen Mängel zurück (was natürlich nicht der eigentliche Grund für die Verständnisschwierigkeiten ist). Zu Montagetechnik siehe "Interpretation des Texts" unter Deutsche - Deutsche. |
| Fremdheiten | Am deutlichsten
tritt das Moment der Fremdheit bei dem Sprichwort "Es ist nicht nach meinem
Geschmack" zu Tage. Die japanische Gruppe kennt die übertragene Bedeutung
dieser idiomatischen Redewendung nicht.
Wie schon mehrmals erwähnt ist auch die Technik der hier angewandten Textzusammenstellung fremd und unbekannt. |
| Fragen/
Offenheiten |
Die Fragen der japanischen Kommilitonen sind auf Verständnisschwierigkeiten und auf die Fremdheit zurückzuführen. |
| Auffälligkeiten | Die Untersuchung der sprachlichen Ebene fällt bei den japanischen Studenten vollkommen weg. Von der Darstellung Gerd Müllers scheinen sie jedoch fasziniert und beeindruckt zu sein, da hierzu viele Kommentare der Japaner vorhanden sind. |
| Kultur-
spezifische Sichtweisen |
Die Japaner halten
für typisch deutsch:
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| Beurteilung des Textes | Unsere japanischen
Kommilitonen sind auf die inhaltliche Ebene tiefer eingegangen, wobei die
Person Gerd Müller im zentralen Mittelpunkt ihrer Betrachtungen steht.
Zur sprachlichen Seite des Textes sind keine Anmerkungen oder Arbeitsansätze
vorhanden, was nachdrücklich die These untermauert, dass die hier
angewandte Form der Textzusammenstellung den Studenten bis dato nicht bekannt
ist.
Über Gerd Müller gibt es bei den Studenten ein geteiltes Meinungsbild:
Weil er so wenig spricht erscheint Gerd Müller als ein wortkarger und muffiger Mensch. Gerd Müller bleibt trotz seines Ruhmes und seines Reichtums der Mensch, welcher er auch vor seinem Fußballerfolg war, was in in ein vollkommen positives Licht rückt. |
| Sprachlich | Dieser Punkt muss für die deutschen Studenten nicht näher untersucht werden, da alle Teilnehmer deutsche Muttersprachler sind und diesbezüglich keine Probleme auftraten. |
| Inhaltlich | Die deutschen Teilnehmer haben enorme Unterschiede in bezug auf das Vorwissen über Gerd Müller als Person. Einige wissen sehr viel über ihn, andere wussten vor der Lektüre des Textes nicht einmal, dass er ein Fußballer war. |
| Interpretation
des Textes |
Die Leser verstehen
den Text durchweg als Ironie.
Die Bedeutung dieser Ironie und die eigentliche Intention des Autors wird jedoch verschieden gedeutet. Die einen sehen in dem Text eine Kritik an dem kommerziellen Fußball oder gar an der deutschen Wohlstandsgesellschaft, die anderen verstehen ihn eher als Montage und schreiben dem Autor keine moralische Intention zu. Letztere sind der Ansicht, das eigentliche Thema des Textes sei Sprache und Literatur, weil er zeigt, was man mit der bloßen Komposition von Textfragmenten bewirken kann. Vermutlich habe Wolf aus Zeitungsberichten oder anderen Medien einzelne Sätze über Gerd Müller entnommen, sie isoliert und dann mit anderen Zitaten zu einem neuen Text zusammengefügt. |
| Fremdheiten | Keiner der deutschen Leser äußert, irgend etwas an dem Text befremde ihn. |
| Kultur-
spezifische Sichtweisen |
Recht übereinstimmend
halten die Studierenden die folgenden Eigenschaften Müllers für
typisch deutsch:
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| Beurteilung des Textes | Sowohl der Text
als auch die Figur Gerd Müller wird sehr unterschiedlich bewertet.
Etwa die Hälfte der Leser gaben an, den Text zu mögen, die andere Hälfte konnte einfach nichts mit ihm anfangen und sah keinen Sinn darin. Einige Eigenschaften Müllers wie z.B. seine Bodenständigkeit und Bescheidenheit werden positiv gesehen, andere wie seine Einstellung Frauen gegenüber verurteilt. |
| Sprachlich | Trotz unterschiedlicher sprachlicher Fähigkeiten geben beide Gruppen an, den Text spachlich zu verstehen. |
| Inhaltlich | Beide Seiten sind
der Ansicht, der Text sei leicht verständlich, was den reinen Inhalt
und Wortsinn betrifft.
Dennoch setzt der Text Hintergrundwissen voraus. Während zumindest ein Teil der deutschen Leser Vorwissen zur Person von Gerd Müller hatte, ist der berühmte deutsche Fußballer den Japanern völlig unbekannt. Weitere Unterschiede zeigen sich in bezug auf Vorwissen über den Sport Fußball. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass Fußball in Japan einen nicht so hohen Stellenwert einnimmt wie in Deutschland. |
| Interpretation
des Textes |
Die meisten
deutschen Leser verstehen den Text als Ironie. Dagegen taucht der Begriff
"Ironie" in den Lektüreerfahrungen überhaupt nicht auf.
Die Japaner beschränken ihre Aussagen auf die rein inhaltliche Ebene. Sie setzen sich mit dem Lebensstil der beschriebenen Figur Gerd Müller auseinander, sie stellen aber im Gegensatz zu den deutschen Lesern keine Fragen wie "Was soll der Text überhaupt?", "Wie funktioniert er?" oder "Was will der Autor damit ausdrücken?". Zum Beispiel äußern die Japaner, die Gedankensprünge zwischen den kurzen, abgehackten Sätzen bereiteten ihnen Verständnisschwierigkeiten, die Deutschen deuten sie als literarisches Stilmittel. Die Schieflage bei der Interpretationsfreudigkeit ist sicherlich teilweise mit den unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen und unterschiedlichem Hintergrundwissen zu erklären. Außerdem brachten die Japaner auch kein Vorwissen über den Autor Ror Wolf mit, demnach auch nicht über seine Schreibweise. Dagegen verweisen einige deutsche Studierende auf die Montagetechnik, die für Wolf charakteristisch ist. |
| Fremdheiten | Das befremdende Moment liegt lediglich bei den japanischen Studenten vor (siehe Tab.1). Die deutschen Studenten haben hierzu keine Angaben gemacht. |
| Kultur-
spezifische Sichtweisen |
Sowohl Deutsche als auch
Japaner halten folgende Eigenschaften von Gerd Müller für typisch
deutsch:
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| Beurteilung des Textes | Bei der Bewertung der Person
Gerd Müllers kommt es sowohl zwischen den Japanern als auch den Deutschen
zu unterschiedlichen Aussagen. Unabhängig von der Kulturzugehörigkeit
findet eine Gruppe von Studenten Gerd Müller eher sympathisch, eine
andere Gruppe findet ihn spießig, bieder und zu sehr auf materielle
Güter bedacht.
Während die japanischen Leser den Text ausschließlich über die Figur Gerd Müller bewerten, liegt der Schwerpunkt bei den deutschen Studenten auf der Interpretation des Schreibstils. |
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Dirk Sippel, Thomas Eckhardt