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Germanistische Institutspartnerschaft Gießen-Cluj-Temesvar
 

 

 

Babeş-Bolyai Universität Cluj-Napoca Justus-Liebig-Universität Gießen West Universität Temesvar

Seit Januar 2007 besteht eine Germanistische Institutspartnerschaft zwischen Gießen und Cluj-Napoca (Klausenburg), finanziert durch den DAAD. Seit 2012 ist sie ausgeweitet auf die Universitatea de Vest din Timişoara (Temesvar) als dritten Partner.

Die Partnerschaft, initiiert zum 400-jährigen Jubiläum der Universität Gießen und im Jahr des EU-Beitritts Rumäniens, führt die Germanistik zweier traditionsreicher Universitäten zusammen: Die Germanistik in Klausenburg kann sich auf eine lange Tradition berufen, die bis auf das Jahr 1560 zurückreicht. Die Babeş-Bolyai-Universität, heute über 53.000 Studenten die zweitgrößte Universität Rumäniens, ist seit 1995 eine dreisprachig rumänisch-ungarisch-deutsche Universität. Einer der Schwerpunkte der Klausenburger Germanistik liegt im Bereich der deutschen Regionalliteratur im südöstlichen Mitteleuropa und ihrer Verflechtungen und Wechselbeziehungen in multikulturellen Lebensräumen. Die Gießener germanistische Literaturwissenschaft dagegen, die schon seit Langem mit verschiedenen Ländern Osteuropas kooperiert und mit dem 2006 gegründeten Gießener Zentrum östliches Europa (GiZo) in enger Verbindung steht, ist v.a. auf die Kulturwissenschaft und die Betrachtung der verschiedenen regional, sozial und kulturell bestimmten Einzelliteraturen innerhalb der deutschen Literatur ausgerichtet, darunter auch auf die deutsche Literatur außerhalb Deutschlands. So bestehen direkte Berührungspunkte zwischen dem Klausenburger Masterstudiengang „Deutsche Literatur im südöstlichen Mitteleuropa“ und den Gießener Masterstudiengängen bzw. -fächern „Deutsche Literatur – Deutsche Literaturen“ sowie "Deutschsprachige Literatur und Kultur im östlichen Europa". Nachdem mittlerweile beide Studiengänge akkreditiert sind, findet ein Dozentenaustausch innerhalb der jeweiligen Module statt, der das Lehrangebot in beiden Universitäten bereichert. Daneben findet aber auch eine gegenseitige Unterstützung in anderen Studiengängen statt, u.a. im BA Literatur und in der Deutschdidaktik/DaF.

Die Kooperation mit Temesvar ist zunächst aus der Germanistischen Sprachwissenschaft hervorgegangen, mit dem Temesvarer Schwerpunkt im Bereich der banaterdeutschen Literatur aber bedeutet auch die Temesvarer Literaturwissenschaft eine wichtige Bereicherung für die Partnerschaft, während umgekehrt die Klausenburger Sprachwissenschaft in gleicher Weise wie die Temesvarer Sprachwissenschaft von der Kooperation mit Gießen profitiert und vice versa. So steht die Partnerschaft jetzt sowohl räumlich als auch in der fachlichen Ausrichtung fest auf zwei Säulen.

Die GIP wird von Frau Prof. Dr. Cora Dietl (Gießen), Frau Prof. Dr. Mathilde Hennig (Gießen) und Herrn Prof. Dr. András Balogh (Cluj) sowie Frau Prof. Dr. Roxana Nubert (Temesvar) betreut und dient neben dem Dozentenaustausch v. a. der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Klausenburg und Temesvar, aber auch in Gießen. Sie ist auch mit einem gemeinsamen Forschungsprojekt verbunden. Es trägt den Arbeitstitel Die interkulturelle Geschichte der deutschen Regionalliteraturen aus Südosteuropa und zielt auf eine umfassende Aufarbeitung der siebenbürgisch-, rumänien- und ungarndeutschen Literatur vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Der sprachwissenschaftliche Schwerpunkt der GIP liegt im Bereich der Wissenschaftskommunikation.

Aktuelle Aktivitäten der GIP
 

Seit 1.4.2011 wird in Gießen das "Lexikon der mittelalterlichen Literatur in Ungarn und Rumänien" koordiniert und erstellt. Das aus Bundesmitteln finanzierte Projekt soll Ende 2013 zum Abschluss gebracht werden.

Derzeit befindet sich Frau Prof. Dr. Roxana Nubert (Temesvar) in Gießen.