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Jahr der Geisteswissenschaften
Rund um die Tafelrunde – Artus und seine Ritter
gestern und heute Ausgangspunkte für das Projekt war das zurzeit entstehende Lexikon der arthurischen Gestalten in den deutschen Texten des Mittelalters und der Frühen Neuzeit und die diesem wiederum zugrunde liegende Datenbank Arthurische Gestalten in den deutschen Romanen des Mittelalters. Die Datenbank und das Lexikon, die auf eine systematische Erschließung sämtlicher Darstellungen arthurischer Figuren in und außerhalb der Artusromane im Zeitraum von ca. 1180 bis 1600 zielen, lassen erkennen, wie die einzelnen Figuren aus dem Umkreis von König Artus in verschiedenen Gattungen (etwa auch in Chroniken, Dramen, Liedern etc.) zu verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Kontexten immer wieder neu geformt und funktional eingesetzt werden. Das Projekt Rund um die Tafelrunde – Artus und seine Ritter gestern und heute hat einer breiten Öffentlichkeit diese Vielgestaltigkeit der Einsatzmöglichkeiten der einzelnen Artusfiguren illustriert, die sich bis in die heutige Zeit fortsetzt und sich durch die neuen medialen Möglichkeiten noch stärker ausdifferenziert. In einer Vielfalt von Präsentationsformen wurde eine Woche lang, vom 28.11. bis zum 2.12. täglich eine zentrale arthurische Figur oder ein Figurenpaar in ihren bzw. seinen unterschiedlichen Facetten beleuchtet, fachwissenschaftlich, pädagogisch und ebenso künstlerisch und in populären Präsentationsformen, deren Vernetzungen mit der Wissenschaft im Einzelfall verdeutlicht wurde. Projekttage: 28.11. Artustag 29.11. Parzival-Tag 30.11. Lancelot-und-Ginover-Tag 01.12. Merlin-und-Morgane-Tag 02.12. Tristan-und-Isolde-Tag Die Veranstaltungen fanden jeweils nachmittags und abends statt, im Zeughaus oder Neuen Schloss in Gießen.
Eine kleine Auswahl aus den Eindrücken der Woche:
Abends beteiligte er sich, zusammen mit u.a. Frau Dr. Claudia Lauer und Herr Dr. Frank Brandsma aus Utrecht an der Reihenlesung aus verschiedenen Lancelot-Dichtungen vom 12. bis zum 21. Jahrhundert, die durch die freie Gegenüberstellung von alter und neuer, von klassischer, trivialer und Kinderliteratur nicht nur neue Perspektiven eröffnete, sondern durchaus auch ungewollte Komik freisetzte.
Andächtige Blicke verfolgten am Samstag die Präsentationen zu den Gestalten Merlins, bevor am Abend Herr Prof. Dr. Klaus-Dietrich Fischer, Medizinhistoriker aus Mainz, durch Bilder von Schädeloperationen und "ganz normalen" Heilungen, die ohne die Zaubersalbe Morganes auskamen, das Publikum erschauern ließ, bis er es so weit geführt hatte, dass er die Heilmethoden, die in Wolframs "Parzival" an der peinlichen Wunde des Anfortas versucht werden, erklären konnte.
Am Sonntag (dem Tristan-und-Isolde-Tag) ließ sich die Klasse 9bG der
Kurt-Schumacher-Schule in Karben nach Gießen locken, um ihr Projekt "waz
seistü sæligez kint – was Tristan kann und was
wir können" vorzustellen, mit einer Vorführung von Musik-, Schachspiel-,
Bogenschieß-, Theater- und Sprachkünsten – und einer Lehrerin, die die
Kunst bewiesen hat, einen mittelhochdeutschen Text in der Schule zu
neuem Leben zu erwecken. Abends präsentierte Herr Prof. Dr.
Ulrich Schneider, Direktor des Museums für Angewandte Kunst in
Frankfurt/M. Kästchen, die als "Minnekästchen" zu deuten sind:
Liebesbriefe wurden darin aufbewahrt oder Liebesgeschenke in ihnen
überreicht.
Kooperationspartner:
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