
Ein Leitfaden für Kakteenliebhaber und solche die es werden wollen
Achtung!
Der Leitfaden wird von mir seit 2006 nicht mehr gepflegt oder aktualisiert !
Autor: Andreas Reh
4. Auflage, Stand 08.01.2010
| 1. 2.
| 3. 4.
| 5. 6. 7. |
Aufgrund zahlreicher Wünsche ist der
Kakteenleitfaden weiter online, allerdings wird er von mir
nicht
mehr gepflegt und erweitert.
Ich stelle den Leitfaden hier freiwillig, kostenlos und ohne
irgendwelche
Garantien aber hoffentlich nicht "umsonst" zur Verfügung. Mittlerweile
beschäftige ich mich nicht mehr mit Kakteen, meine Sammlung wurde von
mir bis auf wenige Exemplare komplett aufgelöst!
Ich bin seit Ende 2006 als freiberuflicher Fotodesigner mit eigenem Fotostudio in Giessen für die kanadische Bildagentur
tätig.
Hallo,
liebe Leserinnen und Leser, was ist das Besondere an den Kakteen ? Ist
es
die scheinbare Anspruchslosigkeit, der Hauch von Exotik, der sie umgibt
?
Ist es das seltsame Aussehen oder Ihre Wehrhaftigkeit ? Ist es die
kompakte
Form der "üblichen Kakteen", die es uns erlaubt, sie auf engstem Raum
zu sammeln und zu präsentieren. Wahrscheinlich ist es von jedem etwas,
was die Liebenswürdigkeit dieser Pflanzenfamilie ausmacht. Auf jeden
Fall haben die Kakteen überall auf der Welt ihre Anhänger gefunden,
vom Gelegenheitsbesitzer bis zum Profi.
Zur letzteren Gruppe zähle ich mich nicht, was jene vielleicht schnell
an meinen unkonventionellen Umgang mit der Nomenklatur
feststellen werden.
In den wenigen Jahren, in denen ich mich bisher mit Kakteen befasste,
habe
ich zwei Dinge gelernt.
Erstens: Es ist unmöglich, den Pflanzen in einer Sammlung den aktuellen
und wissenschaftlich korrekten Namen zu verpassen, weil dieser sich
schneller
ändert, als Sie die Namensschilder schreiben können.
Zweitens: Kaufen Sie zehn Kakteenbücher und Sie erfahren die zehn
verschiedenen Arten, wie Kakteen zu pflegen sind. Aufgrund dieser
Tatsachen
und natürlich auch jener, etwas eigenes auf die Beine zu stellen, habe
ich diesen Leitfaden in Angriff genommen.
Ich wende mich an
all jene, die Ihren Kaktus daheim
auf der Fensterbank stehen haben, und sich schon lange fragen, warum er
den
eigentlich nicht blüht, obwohl er doch regelmässig gegossen wird,
und immer so schön warm steht (für alle die es nicht abwarten
können, hier die Lösung).
Und ich
habe es für jene geschrieben, welche die elfte Art kennenlernen wollen,
wie Kakteen zu pflegen sind .
In
den
folgenden Kapitel werde ich versuchen, meine Praxiserfahrungen im
Umgang
mit Kakteen darzulegen, auch wenn diese sich von der Lehrmeinung
unterscheiden.
Statt mir fremde Meinungen zu eigen zu machen, werde ich versuchen die
Themen
auszuklammern, mit denen ich keine Praxiserfahrungen habe. Meine
Kapitel
beziehen sich in puncto Pflege etc. auf die "klassischen Kakteen" der
Halbwüsten Amerikas, nicht auf Waldkakteen oder Arten der feuchten
Tropen.
Bitte gehen Sie mit mir nachsichtig um, was die Namengebung der
Pflanzen
angeht, sie ist teilweise nicht auf dem neusten Stand, und Volksnamen,
wie
"Schwiegermuttersessel" treffen doch manchmal voll ins Schwarze, auch
wenn
sich bei solchen Namen die Gelehrten schütteln.
Ich möchte ausserdem noch darauf hinweisen, das auch ich nicht unfehlbar bin. Mein Leitfaden erheb keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit. Auch ersetzt er kein Buch. Vielmehr soll er Lust auf mehr machen und an das Hobby Kakteen heranführen.
Und nun kann ich Ihnen nur noch viel Spass beim schmökern der Lektüre wünschen !
Ihr Andreas Reh
Kakteen
sind erdgeschichtlich gesehen eine junge Pflanzenfamilie,
wahrscheinlich
erst ein paar Millionen Jahre alt. Fossilien von Kakteen hat man bis
heute
noch keine gefunden. Kakteen sind also keine vorzeitlichen, sondern
neuzeitliche
hochentwickelte Pflanzen.
Mit der Entdeckung Amerikas im Jahre 1472 beginnt die
Geschichtsschreibung
der Kakteen. Sie wurden durch eine der vier Expeditionen des Christoph
Kolumbus erstmals in Europa eingeführt. Es handelte
sich damals um Melocacteen und Opuntien,
die 1535 in dem Werk des Autor Franzisco Hernandez "DE HISTORIA
PLANTARUM
NOVAE HISPANIAE" eingehend beschrieben wurden. Die Melocacteen wachsen
an
Sandstränden, und die neuweltlichen Eroberer stolperten förmlich
über die mit Dornen bewehrten und mit Borstenhäubchen gekrönten
Melonen. Um 1700 waren dann schon Melonen -, Säulen-, Laub- und
Feigenkakteen bekannt. 1753 beschrieb Carl von Linné
schon
22 Arten unter dem Gattungsbegriff "Cactus". In der Zeit des
Biedermeier
brach eine wahre Kakteenbegeisterung aus, die aber ebenso schnell
wieder
einschlief. Ab 1892, in den Gründerjahren der Deutschen
Kakteengesellschaft,
fand man wieder Gefallen an den eigentümlichen Pflanzen. Nach und nach
begann nun auch der Raubbau in der Natur. Gnadenlos wurden die
natürlichen
Standorte geplündert. Mangels Kenntnis über die Nachzucht von Kakteen
musste die Nachfrage durch immer umfangreichere Importe
gestillt werden.
Erst in den letzten Jahrzehnten setzte sich die professionelle Anzucht
immer
mehr durch. Aber auch heute noch stellt das illegale Sammeln durch
sogenannte
"Kakteenliebhaber" neben der immer weiter fortschreitenden Zerstörung
des natürlichen Lebensraumes ein grosses Problem dar. Inzwischen stehen
leider auch einige Kakteen auf der "Roten Liste" der vom Aussterben
bedrohten
Pflanzen, wie zum Beispiel Pediokakteen oder verschiedene
Echinocereusarten.
Die
Heimat
der Kakteen beschränkte sich ursprünglich nur auf den Amerikanischen
Kontinent. Erst nach der Entdeckung Amerikas wurden die Kakteen
weltweit
verbreitet. Heute sind zum Beispiel die Opuntien aus den
Mittelmeerländer
gar nicht mehr wegzudenken.
In Australien und Teilen Afrikas
wurden Sie mangels natürlicher Regulatoren zur regelrechten Landplage.
Überall auf der Welt, wo sie ausserhalb Amerikas heute ebenfalls "wild"
wachsen, wurden sie ursprünglich von Menschenhand eingebürgert.
Im Amerika besiedeln sie die unterschiedlichsten Lebensräume, von der
Südspitze Südamerikas, vom Küstenstreifen bis auf 5000
Meter hoch in den Anden, im Norden bis zum Peace River Kanadas und in
den
Felswüsten der Rocky Mountains. Doch
die grösste Kakteendichte findet man in Mexiko, den Südstaaten
der USA, und rund um den südlichen Wendekreis, in Nordchile, Peru und
Bolivien.
In ihrer Heimat gibt es einen ausgeprägten jahreszeitlichen Wechsel
zwischen Regenperioden und Trockenzeiten, aber über eines muss man sich
im klaren sein: auch Kakteen brauchen Wasser. In absoluten
Wüstengebieten
dieser Erde, wie zum Beispiel der Sahara, haben auch Kakteen keine
Überlebenschance.
Es gibt zwar einige Kakteen Südamerikas an den Hanglagen der Anden,
die völlig ohne Regenfälle auskommen, doch holen die sich die
benötigte Feuchtigkeit durch Kondensation aus den täglich auftretenden
Nebelschwaden.
Auf solche aussergewöhnliche Kakteen möchte ich hier nicht näher
eingehen, es bedarf eines grossen Aufwandes und Fachwissens um sich
solcher
Kakteen anzunehmen. Wer einen ungefähren Eindruck davon haben will,
wie schwierig die Nachbildung des zur Pflege benötigten
Nebelwüstenklimas ist, sollte einmal den Palmengarten in
Frankfurt
am Main besuchen, dort hat man eine Nebelwüste eingerichtet.
Aber schauen wir uns einmal die Kakteenstandorte im Süden der
USA, in
Mexiko, der Andenregion Boliviens und die Standorte Brasiliens und
Argentiniens
näher an.
USA /
Arizona:
Das
halbwüstenartige Klima
hier wird geprägt durch sehr unterschiedliche Niederschläge. Bekannt
wurde diese Landschaft durch die riesenhaften Kakteen der Gattung
Carnegiea
gigantea. Dieser Kaktus, auch Saguaro genannt bildet bis zu 18 Meter
hohe
Säulen und ist durch die Westernkulisse weltbekannt. Die Kakteen werden
in den eigens dafür eingerichteten Nationalparks, wie dem "ORGAN PIPE
NATIONAL MONUMENT", vor der Zerstörung durch den Menschen geschützt.
Aber auch die bis zu 2 Meter grossen Ferokakteen und die sehr
wiederspenstigen Opuntien fallen hier ins Auge und prägen die
Landschaft.
Daneben sind hier unter anderem auch die für Sammler interessanten
kleinen
Echinocereenarten beheimatet. Sie bilden oft grosse zusammenhängende
Gruppen und sind gerade während der Blüte ein prachtvoller
Anblick.
Mexiko:
Von
hier stammen die allseits
beliebten Mammillarien ( Muttertagskaktus ) und Astrophyten (
Bischofsmützen ). Aber auch Opuntia microdasys ( Teddybärkaktus
) ist hier beheimatet. Im Norden des Landes ist das Klima vor allem für
kleinere Kakteen geeignet, da Regenfälle hier im Sommer nur sehr
unregelmässig vorkommen und im Winter ganz ausbleiben. Die Kakteen
wachsen
zwischen Geröllhaufen und unter Dornengestrüpp. Da muss man schon
genau hinschauen, um sie zu entdecken. Der Süden Mexikos wird auch von
grösseren Kakteenarten besiedelt, wie die verschiedenen Cereusarten
( Säulenkakteen ) und Echinocacteen. Die Landschaft hier ist sehr
abwechslungsreich. In den Gebirgszügen und Hochebenen, Tannen und
Eichenwäldern, ist der Artenreichtum besonders hoch. Mit Frost ist in
diesen Breitengraden nicht mehr zu rechnen, und so fühlen sich hier
auch besonders die vielen verschiedenen Mammillarien wohl.
Die Andenregion Boliviens:

Hier
im offenen und
wüstenartigen Hochland Boliviens kommen die kleinen Kugelkakteen wie
Echinopsis ( Bauernkaktus ), Lobivia, Parodia, Rebutia und Sulcorebutia
vor.
Diese Arten vertragen die hier auftretenden grossen
Temperaturunterschiede
zwischen Tag und Nacht. Die regelmässig auftretenden Fröste
können ihnen dabei nichts anhaben.
Paraguay,
Brasilien: Hier möchte
ich auf Kakteenstandorte hinweisen, die schon Karl May in seinem Roman
"In
den Kordilleren" eingehen beschrieb. Es handelt sich um die Gebiete
"Gran
Chaco", "Mato Grosso" und "Rio Grande del Sul". Hier in den Campos sind
die
Niederschläge schon reichlicher und den auftretenden Arten, wie
Notocactus,
Gymnocalycium, Frailea und Echinopsis, die hier auf Stein
- und
Sandhügel und zwischen Fels und Gras wachsen, sagt man eine höheres
Feuchtigkeitsbedürfnis nach.
Argentinien: Auch den hier wachsenden
Arten ,wie Gymnocalycium
und Echinopsis, steht relativ viel Feuchtigkeit zur Verfügung. Hier
am Rande der Pampas, dem Grasland Argentiniens und Uruguays wachsen sie
im
Halbschatten zwischen den Gräsern und Büschen.
Peru/Chile: Hier findet man extrem
Lebensfeindliche Gebiete
in denen es nur alle 5-9 Jahre einmal regnet, wie die Atacama-Wüste
(El Nino- Das Wetterphänomen stellt hier alles auf den Kopf).
Spezialisten
unter den Kakteen, Arten wie Capiapoa, Espostoa und Neoporteria wachsen
hier.
Charakteristisch sind die allmorgentlichen Küstennebel, aus deren
Feuchtigkeit die Kakteen das lebensnotwendige Wasser ziehen.
Anhand
der Körperform und Grösse kann man Kakteen nicht charakterisieren.
Es gibt sie in Millimetergrösse bis zu Riesen von 18 Metern
Höhe.
Manche sind rund, andere schlank, einige haben Blätter, andere Dornen.
Es gibt sie mit ohrenförmigen Gliedern oder mit fingerdicken
meterlangen
Trieben. Laien werfen Kakteen oft mit den afrikanischen Sukkulenten,
wie
Euphorbien in einen Topf, doch müssen wir hier wegen der
unterschiedlichen
Pflegeansprüche klar unterscheiden. Die "klassischen Kakteen" sind an
Trockenzeiten angepasste Pflanzenkörper dessen Blätter sich in
Dornen (Rosen haben Stacheln - zumindest Botanisch gesehen !)
zurückgebildet haben, und dessen Körperzellen die Fähigkeit
entwickelt haben, Wasser zu speichern. Um die Verdunstungsfläche
möglichst gering zu halten, bilden sie im Idealfall eine Kugelform,
die von allen Körperformen die geringste Oberfläche aufweist. Zudem
können sich viele Kakteen durch ihr dichtes Woll- oder Dornenkleid vor
intensiver Sonnenbestrahlung schützen. Einige Südamerikanische
Hochlandkakteen bilden zudem gegen die starke Ultraviolette Strahlung
eine
dicke weisse Wachsschicht auf der Körperoberfläche aus. Um bei
Trockenheit die Wasserverluste weiter einzuschränken, haben viele
Kakteen
die Fähigkeit entwickelt, ihre Körper einzuschrumpfen und sich
nahezu vollständig unter die Erdoberfläche zurückzuziehen.
Solche Arten haben oft rübenartig verdickte Wurzeln, in denen sie
zusätzliches Wasser speichern können.
In den kargen Gebieten der Kakteenheimat erfüllen die Kakteendornen
natürlich auch eine wichtige Schutzfunktion vor dem Gefressenwerden.
Vielen Tieren käme so ein saftiger Kaktus als Frühstück gerade
recht. Auch haben viele Gattungen ein perfektes Tarnkleid ausgebildet,
durch
dass sie sich kaum noch vom umgebenen Geröll unterscheiden. Es gibt
Kakteen, die verschiedene Alkaloide ausbilden, wie etwa Lophophora
williamsii
oder Trichocereus panachoi. Das macht sie für den Verzehr im Sinne der
Nahrungsaufnahme ungeniessbar, doch haben sich schon die Ureinwohner
Amerikas
deren berauschende Wirkung zunutze gemacht. Hier möchte ich nur
anmerken:
Der wahre Kakteenliebhaber isst seine Pflanzen nicht auf, was abgesehen
davon
auch nicht ungefährlich ist!
Um ihnen eine spätere Bestimmung Ihrer Kakteen zu ermöglichen,
müssen wir uns jetzt aber noch etwas näher mit dem Pflanzenteilen
und deren Namen befassen.
Die Wurzeln sind faserig fein
bis rübenartig verdickt,
mit allen Zwischenformen. Die Kakteen wurzeln von flach verbreitet bis
pfahlartig
in die Tiefe.
Der Kaktuskörper: Dieser Teil des Kaktus
wird als
Spross bezeichnet. Er kann scheibenförmig, kugelig, kurzsäulig,
säulig, strauchig, baumartig, hängend gegliedert oder opuntienartig
gegliedert sein. Die Ausbildung der Sprosse kann warzig, gerippt,
höckerig
- gerippt, fast ungerippt, kantig, blattartig, flachtriebig -
scheibenartig
oder sukkulent - beblättert sein. Besetzt sind diese Kaktuskörper
in der Regel mit Dornen, die aus sogenannten Areolen spriessen. Das
sind
kleine, oft haarige Pölsterchen, fast wie winzige Nadelkissen. Hier
liegt auch der Unterschied zu den afrikanische Sukkulenten. Ihre Dornen
sitzen
nie auf solchen "Areolen".
Die Dornen der verschiedenen Kakteen haben die
unterschiedlichsten
Formen und Farben, und dienen als wichtiges Unterscheidungsmerkmal.
Die Kakteenhaut besteht aus einen speziellen Zellgewebe mit
Atemöffnungen,
sogenannten Spaltöffnungen, die sich öffnen und schliessen
können. Kakteen atmen in der kühlen Nacht, und verwerten die in
chemischer Energie gespeicherte Sonnenenergie des vorhergehenden Tages.
Die Kaktusblüten: Auch hier
kommen die
unterschiedlichsten
Farben und Formen vor, mit Ausnahme von reinem Blau.
Die
Farbe Blau ist im genetischen Programm der Kakteen nicht vorgesehen.
Allerdings
gibt es das Gerücht, es gäbe eine Gymnocalyciumzüchtung mit
blauen Blüten. Das glaube ich aber erst, wenn ich es mit eigenen Augen
gesehen habe. Am häufigsten sind Rot-, Gelb - und Lilatöne, oder
Blüten in Weiss. Die Blütenröhre kann je nach Art nackt
oder beschuppt, behaart, befiedert oder bestachelt sein.
Die Samen können von staubfein bis
linsengross werden.
Ihr Aufbau wird oft zur Systematik herangezogen. Ich werde hier aber
nicht
näher darauf eingehen.
Mit
diesem
Thema könnte man ein ganzes Kapitel füllen. Die Systematik im Bereich
der Kakteen ist für den Kakteenliebhaber schlichtweg eine Katastrophe.
Um eines kommen wir aber nicht herum, um die lateinische
Bezeichnung
für unsere Kakteen. Für 99,x % gibt es keine deutschen Namen, für
populäre Kakteen gibt es derer gleich mehrere verschiedene. Aber leider
ist die Kakteensystematik, und damit deren Namengebung bis heute nicht
abgeschlossen. Sogenannten Kakteensysteme wurden erstellt, von
berühmten
Kakteenautoren wie Britton und Rose 1919-1923, Backeberg 1966, Buxbaum
1974
und zuletzt von Barthlott und Hunt 1993. Jeder dieser Autoren
verwendete
zur Klassifizierung einen gestimmten Schlüssel. Von deren Einordnung
hängt letztendlich auch der Gattungsname jedes einzelnen Kaktus ab.
Manche Spezialisten zogen äussere Merkmale zur Bestimmung heran, andere
Verknüpften diese mit der geographischen Verbreitung, wieder andere
fanden gar nicht gut, was Ihre Kollegen so taten und änderten die Namen
ab. Dies wurde dann wiederum entweder bestätigt oder abgelehnt. Und
jetzt, winken die ersten mit der Gentechnik. Und diese wird wieder
alles
auf den Kopf stellen. Da soll sich noch jemand auskennen. Da erfährt
ein argloser Sammler plötzlich, das sein Notocactus ein ganz anderer
ist, und dem entsprechen anders gepflegt werden sollte. Oder im neusten
Kakteenbuch von XY findet man seinen altgeliebten Thelocactus nicht
mehr.
Und dann die "Neulinge" unter uns Liebhabern, versorgt mit den neusten
Systemschlüsseln und mit neuster Literatur, schauen sie dir in die
Augen,
als wärst Du ein "Ewiggestriger" und betrachten ungläubig die
Namenschildchen in deiner Sammlung.
Nun aber eine kurze Einweisung zur Namengebung
anhand eines populären Beispiels. Wichtig ist für
uns zuerst einmal der Gattungsname, das wäre hier
"Echinocactus". Die
Bezeichnung stammt vom griechischen
Namen für Igel = echinos ab. Dann wird der lateinische Artname
angehängt, hier "grusonii", und
schliesslich kommen
für diesen Kaktus noch die ebenso phantasievollen deutschen
Bezeichnungen
in Betracht,
genannt "Schwiegermuttersessel", "Igelkaktus"
oder "Goldkugelkaktus". Und schon hat
unser Kaktus einen
( vorläufigen? ) Namen.
Ursprünglich sollte in diesem Leitfaden ein ganzes Kapitel dem Thema "Aktive Bestimmungshilfe" gewidmet werden. Damit habe ich mir leider aber etwas zuviel vorgenommen. Es erwies sich als sehr viel schwieriger und umfangreicher als ich zuerst dachte und hätte letztendlich meinen zur Verfügung stehenden Speicherplatz bei der Universität Giessen gesprengt.
Aber ich möchte hier doch auf
ein Problem der Kakteenbestimmung etwas
näher eingehen, dem vor allem die Anfänger unter den Kakteenfreunden
schnell auf dem Leim gehen, nämlich der Verwechslungsgefahr mit den
Euphorbien.
Sie sollten versuchen herauszufinden, ob es sich bei Ihrer Pflanze
überhaupt um einen "gemeinen Kaktus" handelt. Wie ich im Kapitel
"Pflanzenaufbau" schon kurz angesprochen habe, hat sich die Natur für
uns eine Gemeinheit ausgedacht. Kakteen und Euphorbien sehen sich oft
verblüffend ähnlich, haben aber sonst nichts weiter gemeinsam.
Im Sinne optimalen der Pflege müssen wir allerdings klar zwischen den
Pflanzengattungen unterscheiden. Wenn sie jetzt meinen, Ihnen könnte
eine Verwechslung nicht passieren, dann schauen sie sich doch einmal
das
folgende Bild an und urteilen Sie selbst.
Das wichtigste Unterscheidungsmerkmal stellen die
Blüten dar. Bei den Euphorbien sind sie im Vergleich zur Pflanze
winzig,
die erst bei näherem Hinsehen als solche zu erkennen sind, siehe E.
obesa und E. meloformis. Auch fehlen Ihnen oft die bei Kakteen immer
vorhandenen
Blütenblätter. Als zweites Merkmal Unterscheidung können wir
noch die Dornen heranziehen. Bei Euphorbien entspringen sie oft aus
einer
Art Dornenleiste, die sich den Pflanzenkörper entlangzieht, hier
andeutungsweise zu erkennen bei E. grandicornis. Aber wie uns E.
resinifera
zeigt, gibt es leider auch hier Ausnahmen. Dritter Unterschied ist der
Pflanzensaft, bei den Euphorbien ist er milchfarben. Das ist bei
Kakteen
eher selten, einige Mammillarien z.B. haben Milchsaft.
Ausserdem, wer
schnippelt schon seine Pflanzen auf, um sie zu bestimmen, danach sind
sie
ganz sicher bestimmt - aber für den Kompost. Erst die Erfahrungen im
Umgang mit Kakteen vermittelt Ihnen einen Blick für den kleinen
Unterschied.
Um Sie etwas zu trösten, die hier gezeigten Euphorbien gehören
mit zu den gemeinsten, was das Tarnen und Täuschen angeht.
Wie bei allem, was in der Natur wächst und gedeiht hat sich der Mensch natürlich auch bei den Kakteen so seine Gedanken gemacht, wie man das stachelige Zeug den so verwenden könnte.
Aber wenden wir uns erstmal dem "technischen" Nutzen
der Kakteen zu:
Da wäre als erstes mal die Verwendung von Säulenkakteen oder Opuntien
als lebende Zäune. Von Peru über Mittelamerika, ja sogar in Nordafrika,
nutzt man die Kakteen als undurchdringliche Heckenpflanzen zum umzäunen
von Viehweiden oder Gehöften. Einzelne Dornen, wie die Hakendornen der
Gattung Mammillaria, verwendeten die Ureinwohner Amerikas als
natürliche
Angelhaken oder als Nähnadeln. Und wer hat nicht schon einmal einen
Bericht über den Galapagos- Kaktusfinken im Fernsehen gesehen. Dieser
Vogel hat die langen Opuntiendornen als Werkzeug entdeckt, indem er sie
als
Verlängerung seinen Schnabels nutzt, um Würmer aus Spalten und
Vertiefungen zu spiessen.
Die Wolle Cephalienbildender Säulenkakteen nutzte man zum Stopfen von
Matrazen und das Holz toter Kakteen ist Bau- und Brennstoff zugleich.
Die
Herstellung von Souveniers aus Kakteenteilen darf bei dieser
Aufzählung natürlich nicht fehlen. Und als Zierpflanzen sind sie
natürlich auch in aller Welt beliebt.
Kakteen als Nahrungs -und Genussmittel:
Unsere Vorfahren hatten Glück, denn es gibt keine wirklich giftigen
Kakteen ( im Gegensatz zu den Euphorbien), und so dürfte manch armer
Vorkoster mit dem Leben davon gekommen sein, wenn es darum ging neue
Nahrungsquellen zu erschliessen. Als erstes wären da die Glieder der
Opuntienkakteen zu nennen, die, nachdem sie entdornt wurden, zu Salat
zubereitet
werden. So macht man es noch heute in Mexiko und selbst in der
Pflanzenversuchsanstalt in Geisenheim experimentierte man mit neuen
dornenlosen
Opuntienzüchtungen, die als Salat und Gemüse zubereitet werden
können. Die Früchte der Opuntien sind als sogenannt Opuntienfeigen
oder Tunas im Handel zu kaufen. In Mexiko finden diese Früchte noch
in weiteren Zubereitungsformen Verwendung als Nahrungsmittel. Auch die
Früchte verschiedener Säulenkakteen wie z. B. die Pitayas der Saguaros
sind essbar. Die Beerenfrüchte des Myrtillocactus geometrizans genannt
Garumbullos werden als Obst verarbeitet. Echinocereusfrüchte werden
in den USA als Marmelade verarbeitet (straw-berry-cactus). Die Früchte
der Gattung Mila könnte man glatt mit unseren Stachelbeeren
verwechseln.
Zerkleinerte Ferokakteen und Echinokakteen werden in Amerika als
kandierte
Früchte (Candy Cactus) zubereitet. Diese Aufzählung könnte
man sicher noch fortführen, so vielfältig ist die Verwendung von
Kakteen.
Und da war doch noch was? Ach ja
- Genussmittel. Da gibt es
die sogenannten
Rauchgiftkakteen. Das sind Pflanzen, denen die Natur Alkaloide wie das
Mescalin
als natürlichen Schutz gegen das Gefressenwerden mit auf den Weg
gegeben
hat. Es konnte ja damals noch keiner ahnen, dass der Mensch Spass daran
hat,
diese Kakteen zu essen um dann um das Feuer zu tanzen und zu singen.
Der
bekannteste Kaktus ist der sogenannte "Peyotl- Lophophora williamsii".
In
Mexiko wird er schon seit Jahrhunderten von bestimmten Indianerstämmen
in rituellen Reisen gesammelt und in besonderen Zeremoniellen verzehrt.
Und
die Hippiegeneration der Sechziger Jahre hat den berauschenden Kaktus
schnell
für sich entdeckt. Die Auswirkungen des Rausches werden als LSD
ähnlich beschrieben. Indianer sehen plötzlich blaue Hirsche, Hippies
bunte Muster und Blitze, Behörden sehen nur Rot, und wenn man den
Ärzten glauben schenkt ist das alles schrecklich ungesund. Und verboten
ist es sowieso. Ich denke, hier ist es wie mit all solchem Problemkram:
"Wer
es am besten gebrauchen könnte, kann es am wenigsten gebrauchen". So
ist es mit Alkohol, der kann auch aus zuckerhaltigen Kakteen gebraut
werden,
so ist es mit Nikotin, und so ist es mit Kakteen. Wirkliche
Stärke
zeigt sich darin, dass man so etwas eben nicht braucht! Soviel zum
Peyotl-
Im Internet gibt es noch eine ganze Menge spezialisierter Seiten zu
diesem
Thema.
Als weitere "Rauschkakteen" sind mir noch "Trichocereus panachoi",
"Ariocarpus
retusus" und "Epithelantha micromeris" bekannt. Aus der "Königin der
Nacht- Selenicereus grandiflorus" stellt die Pharmaindustrie ein
Herzmittel
her und aus der Gattung Machaerocereus kann man Betäubungsmittel für
Fische gewinnen.
Guten Appetit!
Winterharte Kakteen - gibt es das denn überhaupt, wird sich der eine oder andere von Ihnen fragen? Die kommen doch aus den warmen tropischen Ländern und Wüstengebieten unserer Erde? Aber das ist ein Irrglaube, Kakteen kommen keineswegs nur aus den warmen tropischen Ländern. Wenn man sich mal die Verbreitungsgebiete in Amerika näher anschaut, stellt man schnell fest, das sie in den Anden bis hinauf auf 4500m Höhe vorkommen, oder in den Nordamerikanischen Gebirgszügen bis in europäische Breitengrade. Und natürlich gibt es in solchen Gebieten auch strenge Fröste. Aber warum sind sie dann bei uns nicht heimisch geworden. Ganz einfach, Kakteen sind Sukkulenten, die sich auf das Speichern von Wasserreserven spezialisiert haben. Wer aber Europäische Winter kennt, weiss, das es hier in dieser Jahreszeit ungemütlich nasskalt wird. Und genau das vertragen die Kakteen am allerwenigsten.
Man muss also klar unterscheiden zwischen Frosthart und Winterhart. Frostharte Kakteen gibt es eine ganze Menge, die Südamerikanischen Hochgebirgsarten wie Oroya, Lobivia, Matucana, Oreocereus, Trichocereus oder Teprocacteen sind in der Lage niedrige Temperaturen zu verkraften, genauso wie die Nordamerikanischen Arten Opuntia oder verschiedene Echinocereen. Aber die meisten vertragen bei Temperaturen unter 10°C keine Feuchtigkeit, weder im Boden, noch als Luftfeuchte. In den Heimatgebieten der Anden zum Beispiel beträgt die Luftfeuchte meist unter 20%. Ich habe in den letzten Jahren viele Freilandversuche mit solchen frostharten Kakteen unternommen. Fazit: Selbst bei Regenschutz kümmern die meisten Arten in unserem Klima dahin, werden anfällig für Schadpilze und gehen schliesslich ein.
Aber unter den Frostharten Kakteen gibt es auch einige Arten, die man durchaus als Winterhart bezeichnen kann, das heißt, sie sind in mitteleuropäischem Winterklima bedingt überlebensfähig. Bedingt deshalb, weil auch sie in nassen Wintern etwas Regenschutz und eine besonders gute Drainage benötigen. Allen voran wären da zuerst einmal die kriechenden Nordamerikanischen Opuntienarten wie O.phaeacantha, O.polyacantha, O.fragilis, O.humifusa; O.hystricina oder O.rhodantha zu nennen. Als sehr winterhart hat sich bei mir auch Cylindropuntia imbracata und Corynopuntia clavata herausgestellt. Letztere Art wächst zwar unter diesen harten Bedingungen sehr langsam, kommt aber selbst mit strengen Frösten unter -20°C zurecht! Aber Cylindropuntia imbracata ist der wahre Star unter den winterharten Arten 1994 zog ich zwei Jungpflanzen aus Samen heran, wovon ich eine Pflanze normal kultivierte und den zweiten Sämling vom zweiten Jahr an im Freien, ausgepflanzt in einen Balkonkasten, heranzog. Jetzt, vier Jahre später hat die hart kultivierte Pflanze eine Höhe von 25 cm erreicht, die im Innenraum kultivierte Pflanze aber kümmert mit 5 cm regelrecht dahin. C.imbracata braucht also regelrecht Frost und grosse Temperaturschwankungen zum guten Gedeihen.
Nun fragt man sich, wie machen die Wasserhaltigen
Kakteen das
eigentlich,
bei -25 °C nicht einzufrieren. Normalerweise würde bei solche
Temperaturen das Wasser in den Pflanzenzellen gefrieren und dabei die
Zellwände zerstören. Das passiert auch, wenn Kakteen sich
nicht allmählich auf Frost vorbereiten können. Wenn sie zum Beispiel
einen von mir als Winterhart bezeichneten Kaktus, der im Gewächshaus
kultiviert wurde, im Herbst ins Freie stellen, wird er sicher
erfrieren.
Genaus wenig kann ich einen mitten im Wachstum stehenden Kaktus
schnappen
und im Gefrierschrank einem Härtetest unterziehen. Auch das geht
Hundertprozentig schief. Vielmehr müssen sich Kakteen allmählich
auf die kalte Jahreszeit vorbereiten können.

Dies
geschieht durch eine Wasserreduktion: Durch die im Herbst fallenden
Temperaturen ausgelöst, reduzieren die Pflanzen langsam den
Wassergehalt
in ihren Zellen, sie schrumpfen dadurch sichtbar ein, viele auf weniger
als
die Hälfte ihres ursprünglichen Volumens. Der in den Zellen
verbleibende Flüssigkeitsrest ist von schleimig-klebriger Konsistens
und stark mineralstoffhaltig, also eine Art natürliches
Frostschutzmittel.
Mit der Schrumpfung einher geht meistens eine Rotfärbung des
Kakteenkörpers.

Die Kakteen bieten in diesem Stadium einen jämmerlichen Anblick, kaum einer, der sie so sieht, glaub daran, daß sie den nächsten Frühling noch erleben. Oft sind sie übersäht mit braunen und roten Flecken, graugrün oder braun verfärbt und zusammengekrümmt. Viele winterharte Opuntien legen ihre Glieder im Winter flach auf den Boden, ganz als wollten sie sich vor den drohenden Winterstürmen ducken. Manche Pediocacteen und Echinocereusarten schrumpfen derart, daß sie fast völlig in der Erde verschwinden. Aber gerade in solch einer Lage vertragen diese Arten überhaupt keine Nässe im Substrat. Bei all meinen Freilandversuchen hat sich einzig Echinocereus coccineus als sehr robust und winterhart herausgestellt. Er kommt auch mit mässiger Nässe zurecht, gute Drainage und ein Mineralsubstrat vorausgesetzt.
Sollten Sie also Interesse an Winterharten Kakteen haben, so wählen Sie einen Standort, der gut geschützt an der Südseite eines Gebäudes, idealerweise unter einem Dachvorstand liegt. Oder machen Sie es, wie ich: Nehmen sie einen Balkonkasten mit 5 cm Kies als Drainage unter dem eigentlichen Substrat. Den Kasten können sie, mit verschiedenen Winterharten Kakteen bepflanzt, den Sommer über im Freien ohne Regenschutz aufstellen, wo er noch nicht einmal gegossen werden muss. Im Spätherbst kommt er dann unter einen Dachvorstand, wo er bis Anfang April ohne jegliche Wassergaben bleibt. Leider sind im Handel so gut wie keine winterharten Kakteen erhältlich und man ist auf die eigene Anzucht aus Samen angewiesen. Die Sämlinge können sie dann ab dem Zweiten Jahr im Freien kultivieren. Bei einigen Samenversendern sind winterharten Arten speziell gekennzeichnet (z.B. bei Köhres als "WH", siehe Bezugsquellen). Auch gibt es verschiedene Staudenpflanzengärtnereien, die in ihrem Steingartensortiment hier und da winterharte Opuntien anbieten. Vor allem aber ist, wie überhaupt bei der Samenanzucht von Kakteen, viel Geduld von nöten. Bis das Kakteenbeet einigermassen atraktiv ausschaut, vergehen 4-5 Jahre. In dieser Zeit findet auch eine natürliche Auslese statt, viele Pflanzen überleben die ersten strengen Winter nicht. Ausfälle und Rückschläge sind unter solch harten Bedingungen vorprogrammiert. Aber gerade Winterharte Kakteen haben einen besonderen Reiz, nicht zuletzt, weil sie keinerlei Pflegemassnahmen bedürfen und sich selbst überlassen werden können.
Sind die Kakteen auch robust und anspruchslos, so heisst das jedoch nicht, dass man sie vernachlässigen kann. Deshalb ist eine Grundvoraussetzung für die erfolgreiche Kakteenhaltung ein Mindestmass an Interesse, das sich nicht nur auf die wenigen Wochen der Blüte beschränken kann. Eine konsequente Beobachtung des Gesundheitszustandes Ihrer Pfleglinge über den ganzen Lauf des Jahres hinweg, das Beachten der Pflegehinweise, und der Erfolg ist Ihnen gewiss. Und mit dem Erfolg kommt die Freude und Begeisterung über das vollbrachte, und auf einmal erscheint alles ganz leicht. Kakteen können sehr alt werden, und je älter sie sind, desto wertvoller und seltener werden sie. So kann diese Begeisterung schliesslich ein ganzes Leben lang andauern. Aber natürlich müssen auch die physischen Bedingungen stimmen. Dazu mehr in den nachfolgenden Kapiteln.
Erwarten
sie von Ihren Kakteen das Optimum von dem, wozu sie von Natur aus in
der
Lage sind, so müssen Sie ihnen auch einen optimale Standort bieten.
So könnte man es kurz umschreiben, um den richtigen Standort zu
definieren.
Da aber die wenigsten von uns ins Land der Kakteen umziehen werden, um
Ihren
Pflanzen den richtigen Standort zu bieten, schauen wir uns einmal näher
an, was wir ihnen bieten können. Ich gehe bei der
Beschreibung
von den klimatischen Voraussetzungen aus, wie sie in Deutschland
vorherrschen.
Grundsätzlich müssen wir zwischen dem Sommerquartier und dem
Überwinterungsplatz unterscheiden. Dies ist sehr wichtig, wenn Ihre
Kakteen blühen sollen!
Den nachfolgenden Standortbeschreibungen schliesst sich eine
Tabelle der geeigneten
Kakteensorten an.
Die Haltung in Innenräumen:
Eines haben unsere Innenräume mit der klassischen Kakteenheimat
gemeinsam,
die trockene Luft. Standorte mit feuchter Luft, wie Bäder, schaden den
klassischen Kakteen auf Dauer. Da sind Sie mit den
epiphytischen
Tropenwaldkakteen, wie den Oster - und Weihnachstkakteen besser bedient.
Ich habe keinen Fensterplatz zu bieten ! - Dann
vergessen Sie die
Kakteen bitte ganz schnell, wie Sie es auch anstellen, es wird nichts
werden.
Kakteen sterben zwar sehr langsam (man kann dies in den fensterlosen
Kaufhausabteilungen über Monate hinweg beobachten), aber ohne
Tageslicht
können Sie sich darauf verlassen.
Ich habe nur ein Nordfenster ! - Dann vergessen Sie
die "klassischen
Kakteen", sie werden dahinkümmern, vergeilen und was nicht noch alles,
glauben Sie mir. Wenden Sie sich den Oster- und Weihnachtskakteen zu,
die
gedeihen an solchen Standorten ganz gut.
Ich habe ein Ost- oder Westfenster ! - Jetzt kommen
wir der Sache
schon näher. Sie gehören zu den glücklichen Personen, die
sich die meisten Kakteen leisten können.
Ich habe ein Südfenster ! - Sie gehören, wie man
eigentlich
meinen sollte, zu den Gewinnern unter den Kakteenliebhabern. Aber
Vorsicht,
nur die wenigsten Kakteen halten die pralle Sonne direkt hinter einer
Glasscheibe
aus, ohne zu verbrennen! Haben sie keine Möglichkeit zur Schattierung,
oder einen Ausweichplatz ins Freie, bleiben Ihnen im Sommer für diesen
Standort nur Hitzespezialisten, wie z.B. Ferokakteen.
Die Haltung im Freien:
Ich habe einen regengeschützten Stellplatz im Freien !
- Und
wenn der noch auf der Süd oder Westseite des Hauses liegt, dann haben
Sie ihn, den optimalen Stellplatz für die meisten Kakteen. Das
ungefilterte
Sonnenlicht im Freien ist der Gesundheit und dem Habitus unserer
Kakteen
sehr zuträglich und durch nichts zu ersetzen.
Ich habe einen ungeschützten Stellplatz im Freien !
- In den
Sommermonaten ist das für die meisten Kakteen kein Problem, sie
vertragen
in der Wachstumszeit viel Wasser. Aber Vorsicht bei nasskaltem Wetter,
dass
mehr als eine Woche andauert, dann empfiehlt es sich, die Pflanzen ins
Trockene
zu stellen. Und ansonsten achten Sie an ungeschützten Standorten auf
einen guten Wasserabzug, Staunässe ist tödlich! Auch im zeitigen
Frühjahr, nach dem "Auswintern" der Pflanzen, und im Herbst
ist
dieser Standort abzulehnen.
Der
Überwinterungsplatz:
Kakteen brauchen zur Blütenbildung eine ausgesprochene Ruhezeit von
mindestens 16 Wochen. In dieser Zeit möchten sie nicht wachsen. Damit
sie das nicht tun, darf man sie in dieser Zeit nicht giessen. Das
können
wir aber nur mit ihnen machen, wenn sie bei einer Temperatur von 4°C
bis höchstens 12°C untergebracht sind. Bei dieser Temperatur
verdunsten sie fast kein Wasser. Versuchen Sie nicht, Ihre Kakteen in
geheizten
Wohnräumen zu überwintern, indem Sie einfach nicht giessen. Die
Pflanzen werden ums Überleben kämpfen, und keine Möglichkeit
zur Blütenbildung haben.
Das Licht ist meiner Erfahrung nach nicht ganz so wichtig, Sonnenlicht
ist
z.B. in der Ruhezeit gar nicht so zuträglich, weil es die Pflanzen viel
zu sehr aufheizt.
Zusammengefasst:
Geeignet zum
Überwintern sind frostsichere, ungeheizte Räume ( auch mit
Nordfenster).
Ein kühler Kellerraum mit Leuchtstoffröhren, die 20 cm über
den Pflanzen angebracht werden, gibt ein perfekter Überwinterungsraum
ab. Ich überwintere so seit Jahren mit grossem Erfolg ca. 50 Pflanzen
unter insgesamt 120 Watt Leuchtstofflampenlicht mit der Lichtfarbe
hellweiss.
Die dabei zwangsläufig anfallenden Stromkosten von ca.60 DM sind es
mir wert. Ich werde jedes Jahr aufs neue mit einer unglaublichen
Blütenpracht entlohnt.
Achtung wenn Sie Kakteen vom Winter- in das Sommerquartier umräumen,
müssen viele Arten wieder langsam an das Sonnenlicht gewöhnt werden,
am besten durch 2- wöchiges Schattieren mit einer dichten Gardinengaze
etc. Besonders Sonnenbrandgefährdet sind "nackte" und grüne Arten
wie zum Beispiel auch der "Schwiegermuttersessel" Echinocactus
grusonii.
Das Ausbilden eines Sonnenschutzes erkennt man bei vielen
Kakteenarten
an einer leichten Rotfärbung der Pflanzenoberfläche, die aber im
Laufe des Sommers wieder verschwindet. Unempfindlich gegen Sonnenbrand
sind
dagegen die Blau oder Weiss bereiften Kakteen und die dicht bewollten
Arten,
die gar nicht genug Sonnenlicht bekommen können.
| Sommerstandort: | Ruhequartier: | geeignete Arten: |
| schattig, auch im Freien | hell bei 12-18°C | Rhipsalidopsis, Schlumberga, (Oster- und Weihnachtskakteen) |
| halbschattig, Mai-Sept. auch im Freien | hell bei 5-12°C | Echinofossulocacteen, Gymnocalycium, Notocactus |
| vollsonnig, Mai-Okt. auch im Freien | hell bei 2-10°C | Rebutia, Sulcorebutia, Parodia, Echinocereus, Lobivia, Echinopsis, Oroya, Weingartia, Coryphantha, Opuntia, einige Mammillarien |
| vollsonnig, Juni-Sept. auch im Freien | hell bei 10-15°C | Mammillaria, Astrophytum, Thelocactus, Brasilopuntia, Ferocactus, Cleistocactus, Cereusarten |
| sonnig und warm, feuchter als andere Arten | hell um 15-18°C | Discocactus, Melocactus |
Hier
werden immer wieder viele Fehler gemacht. Als Substrat eignet sich
keine
übliche Blumenerde, sie ist meistens mit zuviel Stickstoffdünger
angereichert, was bei Kakteen zu unnatürlichem Wachstum führt.
Schauen wir uns einmal die im Handel erhältliche Kakteenerde an.
Meist besteht sie aus einer humosen Erdmischung mit Torf und
Sandanteilen.
Von Torf und Humus wissen wir aber, dass sie hervorragend Wasser
speichern
können, und das führt bei Kakteen mit dickeren, rübenartigen
Wurzeln zu Problemen. Kakteen sind von Natur aus in der Lage, innerhalb
kürzester Zeit grosse Mengen an Wasser aufzunehmen, und in ihren
sukkulenten
Körperzellen zu speichern. Eine feuchtigkeitspeichernde Erde ist also
hier gar nicht so sehr erwünscht, ja sogar schädlich. Gerade bei
unerfahrenen Kakteenbesitzern führt das oft dazu, dass die
Erde
gar nicht richtig abtrocknet. Schnell bildet sich Fäulnis und die
Pflanzen
gehen ein. Nur Kakteen mit feinem Wurzelwerk vertragen in der
Wachstumszeit
auch mehr Feuchtigkeit.
Abhilfe: Wir setzen die
Wasserspeicherfähigkeit
herab!
Tip:
Machen sie sich Ihre Erde selbst.
Nehmen Sie eine handelsübliche Kakteenerde und mischen Sie noch etwa
25 % groben (Körnung 2-3mm) Aquariumsand hinzu (feiner Sand wird zu
schnell ausgeschwemmt und hilft Ihnen dann auch nicht weiter). Bei
Aquariumsand
handelt es sich um Quarzsand, der sich in der Erde neutral verhält und
die Wasserdurchlässigkeit erhöht. Nehmen sie bitte keinen Bausand
oder ähnliches, er enthält den für die Pflanzen oft
schädlichen Kalk.
Unsere so gewonnene Erdmischung eignet sich für einen Grossteil der
Kakteen, aber da wir nicht alle in eine Topf werfen können, hier die
Ausnahmen:
Es gibt Kakteen, die mögen eine leicht saure Erdmischung. Dazu gehören
vor allem die Wiesenbewohner unter den Kakteen, die Gymnocalycien und
Echinofossulocacteen (Lammellenkakteen). Um es Ihnen recht zu machen,
mischen
wir unserer Erdmischung einfach noch etwas von einer im Handel
befindlichen
Rhododendronerde hinzu (ca. 20%). Damit erhalten wir dann eine
Erdmischung
mit dem PH-Wert von 4,5-5. Hier tut zur Kontrolle ein Bodentestset aus
dem
Fachhandel gute Dienste.
Des weiteren gibt es noch eine Gruppe von Kakteen, die überhaupt keine,
oder nur wenig Humusbestandteile im Substrat mögen. Darunter sind vor
allem Arten aus den felsigen und steinigen Halbwüsten und Gebirgen der
Heimatstandorte, wie die Echinocereusarten, Astrophytum (auch die
bekannte
Bischofsmütze), Lophophora, Thelocacteen und Ferocacteen. Für sie
reduzieren wir den Anteil der humushaltigen Kakteenerde auf etwa 20%
und
ergänzen die fehlenden Anteile mit Aquariumsand, dem auch im Zoohandel
erhältlichen Lavagruss auch Lavalit genannt und Lehmbeimischungen zu
gleichen Teilen. Aber Vorsicht bei Lehm, ist er Tonhaltig, so wird er
knochenhart
und nimmt kein Wasser mehr auf. Im Zweifelsfall lieber weglassen!
Noch
einmal alles
zusammengefasst:
Für die "meisten Kakteen"
= handelsübliche
Kakteenerde
+ 25 % Aquariumsand.
Für die "sauerliebenden Kakteen" =
handelsübliche
Kakteenerde + 25 % Aquariumsand + 20% Rhododendronerde.
Für die "Mineralliebhaber unter den Kakteen"
= 20%
handelsübliche Kakteenerde + 45% Aquariumsand +20% Lavalit + 15% Lehm.
Feines Wurzelwerk = mehr Humusanteile.
Dicke Rübenartige Wurzeln = wenig Humus,
viel Steine
und Sand, gut wasserdurchlässig.
Und für Weihnachts- und Osterkakteen =
100%
Rhododendronerde ganz locker aufgefüllt - Sie werden staunen, wie gut
sie darin wachsen.
Hier
stellt sich immer wieder die Frage: Tontöpfe oder Kunststofftöpfe.
Ich empfehle den Unerfahrenen die Tontöpfe. In den Tongefässen
nehmen es die Kakteen nicht so schnell übel, wenn sie einmal zu viel
gegossen werden. Die Tontöpfe geben überschüssiges Wasser
über ihre Aussenwände schneller wieder ab. Die Kakteen ertrinken
nicht so leicht. Allerdings erfordern Tontöpfe in der Wachstumzeit mehr
Aufmerksamkeit, da die Kakteen es während dieser Zeit nicht besonders
mögen, wenn sie ganz austrocknen, was bei grosser Hitze schnell
passiert
ist. Aber eins sollten Sie unbedingt beherzigen, egal ob Sie Kunststoff
oder
Tontöpfe nehmen, bitte benutzen Sie keine Übertöpfe! Die Gefahr,
dass sich darin unbemerkt Wasser sammelt, ist viel zu gross. Das ist
der
sichere Tod Ihres Kaktus. Statt dessen können Sie doch Ihre Töpfe
hübsch bemalen, zum Beispiel mit Mexiko - Motiven!
Wählen Sie die Topfgrösse nicht zu klein, viele Kakteenwurzeln
wollen sich gerne flach ausbreiten. Hier gilt: Mindestens 1 cm Platz
zwischen
dem Kaktuskörper und dem Topfrand. Oder wie wäre es denn mit
Kakteenlandschaften in flachen Blumenschalen oder
Balkonkästen.
Hier
können
Sie Ihrer Phantasie freien Lauf lassen, indem Sie Kakteen mit ähnlichen
Erd- und Pflegeansprüchen kombinieren. Sie können mit Lavabrocken
eine kleine Steinwüste nachbilden und die Erdoberfläche zwischen
den Kakteen mit gleichfarbigem Lavakies abdecken. Das hat den Vorteil,
dass
beim Giessen oder bei einem Platzregen keine Erde ausgeschwemmt wird.
Aber
Sie müssen bei so einer Kakteenlandschaft regelmässig unter der
Abdeckung die Erdfeuchtigkeit mit dem Finger kontrollieren, da eine
Sichtkontrolle nicht mehr möglich ist. Die grossen Gefässe halten
die Feuchtigkeit oft über Wochen, obwohl die Oberfläche schon trocken
ist. Denken Sie bitte auch daran, dass die Kakteen so frei ausgepflanzt
sehr
schnell grösser werden, lassen Sie zwischen den Pflanzen genug
Freiraum.
Eine Faustregel hierfür gibt es nicht, zu unterschiedlich ist das
Wachstum
der einzelnen Gattungen und Arten. Auch ich muss immer wieder Lehrgeld
bezahlen,
weil ich das Wachstum einzelner Pflanzen schlichtweg unterschätze.
Eine
je nach Bedornung der Pflanzen oft sehr schmerzhafte Angelegenheit kann
das
Umtopfen werden. Hier empfehle ich den Pflanzenkörper dick mit
Schaumgummi
zu umwickeln, dann kann man ihn leidlich gut anpacken. Schwieriger wird
es
bei Kakteen mit Hakenstacheln, dann ist Schaumgummi ungeeignet, da die
Stacheln
darin hängenbleiben würden. Versuchen Sie es in dem Fall mit Papier
von einer Küchenrolle. Eine gute Möglichkeit für
Säulenkakteen bieten auch die im Laborhandel
erhältlichen gepolsterten Reagenzglaszangen.
Wenn Sie den Pflanzenkörper in den Griff bekommen haben, lösen
Sie ihn vorsichtig aus dem Topf, das geht am besten, wenn die Erde gut
abgetrocknet ist. Sitzt der Kaktus in Gemeinschaft mit anderen, kann
man
die Erde auch gut mit einer Fleischgabel lockern und die Wurzeln
freilegen.
Haben Sie Ihren Kaktus ausgetopft, entfernen Sie die abgestorbene
Wurzeln
(hohle, korkige und verrottete Stücke) und kontrollieren Sie auf Befall
mit Schädlingen. Wollige weisse Gespinste und Knötchen im Wurzelbereich
deuten auf den Befall mit Wurzelläusen hin. In diesem Fall müssen
Sie vor dem Eintopfen die Schädlinge erst bekämpfen
(siehe Wurzelläuse).
Bereiten Sie das neue
Pflanzgefäss vor, indem Sie als unterste Schicht eine 2-3 cm dicke
Drainageschicht aus Basaltsplit aufschichten. Der Basaltsplit wird bei
Pflasterarbeiten im Strassen und Wegebau verwandt, und eignet sich für
diesen Zweck hervorragend. Eine Drainageschicht empfehle ich immer, sie
schützt die Kakteenwurzel vor Staunässe und macht unempfindlicher
vor unüberlegtem Giessen. In das so vorbereitete Gefäss halten
Sie dann Ihren Kaktus, während sie denn Freiraum mit neuer Erde
auffüllen. Die Wurzeln sollten dabei schön nach unten hängen,
sind sie zu lang, dann kürzen Sie diese vorher lieber noch etwas.
Vorsicht
bei rübenartigen Wurzeln, diese dürfen weder beschädigt noch
gekürzt werden. Wenn dies doch einmal passiert, dann topfen Sie die
Pflanze nicht gleich ein. Sie können die beschädigte Stelle mit
Holzkohlepulver desinfizieren und die Pflanzen zum Abtrocknen der
Wundstelle
an einen nicht zu warmen, schattigen Ort legen, das schadet der Pflanze
überhaupt nicht. Würden Sie sofort Eintopfen, führte das
unweigerlich zu Fäulnis.
Ist die Pflanze dann eingetopft und hat sich die Erde durch rütteln,
aufstossen und leichtes festdrücken gesetzt, können Sie leicht
angiessen. Vorsicht, wer sicher gehen will das keine Fäulnis auftritt,
wartet damit 1-2 Wochen. Da der Kaktus erst neue Wurzeln bilden muss,
bevor
er Wasser aufnehmen kann und das Umtopfen sowieso in das Ende
der Ruhezeit
fallen sollte, darf mit dem Giessen ohnehin nur sehr langsam und
vorsichtig
begonnen werden.
Das Wichtigste
zusammengefasst:
- Neu angeschaffte Pflanzen sofort Umtopfen, und dabei auf
Schädlingsbefall
kontrollieren.
- Kakteen nur alle 2-3 Jahre Umtopfen. Ausnahme: Schädlingsbefall im
Substrat.
- Bei grossen Pflanzgefässen reicht es aus, eine Teil der Erde gegen
frisches Substrat auszutauschen.
- Kakteen mit Rübenwurzeln brauchen schmale und tiefe Töpfe; Kakteen
mit feinem Wurzelwerk freuen sich über flache breite Schalen, ihre
Wurzeln
laufen in der Natur oft meterlang dicht unter der Erdoberfläche
entlang!
- Der beste Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Ende der Ruhezeit von Anfang
März bis Mai, bevor das Wachstum richtig eingesetzt hat, also vor oder
direkt nach der Blüte.
- Wenn Sie vor der Blüte umtopfen, dann warten Sie mit dem Angiessen,
bis die Blütenknospen gut ausgebildet sind, sonst können diese
sich zurückbilden.
- Immer als unterste Schicht in die Pflanzgefässe ein Drainageschicht
einfüllen.
- Beschädigte Wurzeln erst abtrocknen lassen.
Hier
kommt es auf den richtigen Zeitpunkt an! Wie schon im Kapitel Standort
unter
Überwinterung beschrieben, haben Kakteen von Natur aus eine
ausgeprägte Ruhezeit, die idealerweise in unsere lichtarme kühle
Winterzeit fallen sollte. Für die Kakteen heisst Ruhezeit eine
wasserarme
Zeit, in der sie möglichst nicht gegossen werden sollten. Das sieht
idealerweise so aus, dass die Pflanzen um 8 ° Celsius stehen und von
November bis Mitte März, also etwa 4,5 Monate lang keinen Tropfen
Wasser
zu Gesicht bekommen. Diese wasserlose Zeit sollten Sie ab Oktober mit
reduzierten
Wassergaben langsam einleiten, und ab Ende März mit vorsichtigem Nebeln
unter geringen, sich steigernden Wassergaben ausklingen lassen. Von
Mitte
Mai bis September wollen die meisten Kakteen gegossen werden, wie alle
anderen
Balkon- und Zimmerpflanzen auch. Ausnahmen bilden Kakteen mit
Rübenwurzeln,
die sollten Sie immer erst dann giessen, wenn die Erde völlig trocken
ist.
Und jetzt kommt das gute an den Kakteen, Sie können das Giessen auch
ruhig mal vergessen oder unbesorgt zwei, drei Wochen in den Urlaub
fahren.
Ihre Kakteen lassen den Kopf deswegen nicht hängen.
Welches
Giesswasser soll ich nehmen?
Wenn Sie Ihre Kakteen regelmässig alle 1-2 Jahre umtofpen, können
Sie ganz normales Leitungwasser verwenden.
Aber was hat den das Wasser mit dem Umtopfen zu tun?
Boden-Ph-Werte über 7,5 bekommt den Kakteen gar
nicht gut. Bedanken
Sie, dass sich der Ph-Wert des Pflanzsubstrates im Laufe der Jahre
durch
das Giessen mit kalkhaltigem Wasser nach oben bewegt. Wenn nun ein
Kaktus
über Jahre hinweg im gleichen Substrat sitzt, werden die Bedingungen
um seine Wurzeln herum immer schlechter, bis diese schliesslich
geschädigt
werden und absterben. Die Pflanze bekommt ein fahlgelbes Aussehen und
das
Wachstum stockt. Dem können Sie durch leichtes Ansäuern des
Giesswassers entgegenwirken, in dem Sie über Nacht ein Säckchen
mit Torf hineinhängen. Eine weitere ungefährliche Möglichkeit
zur Ansäuerung stellen die im Aquariumhandel erhältlichen
"Schwarzwasser" oder Torfextrakte dar ( ToruMin etc.), die Sie einfach
dem
Giesswasser hinzufügen können. Kontrollieren Sie Anfangs die Ph-Werte
ihres Giesswassers mit PH-Teststäbchen, um ein Gefühl für
die Dosierung zu bekommen. Werte um PH 5,5-6 sind ideal. (Natürlich
können Sie zum Ansäuern auch verschiedene Säuren verwenden,
wie Zitronensäure, Oxalsäure, Phosphorsäure oder
Salpetersäure. Bedenken Sie dabei aber die Gefährlichkeit dieser
Stoffe.)
Hier
gibt es eine einfache Faustregel. Je langsamer die Pflanzen wachsen,
desto
weniger Nährstoffe brauchen sie. Die meisten Kakteen gehören zu
dieser Gruppe. Stickstoff ist der für das Wachstum von Pflanzen
hauptsächlich benötigte Nährstoff, und Kakteen brauchen davon
entsprechend wenig. Deshalb haben Kakteendünger einen geringen
Stickstoffanteil und einen um das zweifache erhöhten Phosphor- und
Kaliumgehalt. Achten Sie beim Kauf auf die Inhaltsangabe des
Nährstoffverhältnisses zum Beispiel Stickstoff(N) = 1, Phosphor(P)=
2, Kalium(K)= 2 . Die Zahlen stehen für das Verhältnis der
Nährstoffe zueinander. Gute Erfahrungen habe ich auch mit sogenanntem
Blühpflanzendünger gemacht. Er ist wesentlich billiger als spezieller
Kakteendünger und bietet oft das gleiche Nährstoffverhältnis.
Verwenden Sie bitte keinen normalen Blumen oder Grünpflanzendünger
für Ihre Kakteen, das führt zu unnatürlichem "mastigem" Wachstum,
und kann die Pflanzen sogar zum Platzen bringen.
Gedüngt wird nur der Hauptwachstumszeit von Mai bis August, niemals
in der Ruhezeit. Langsamwachsende Kakteen begnügen sich pro
Jahr mit 2-3 Düngergaben im Abstand von 3 Wochen. Halten Sie
sich
beim Mischen des Düngers an die Packungsangaben, hier gilt lieber
halbkonzentriert und doppelt so oft, als umgekehrt.
| Januar | Februar | März | April | Mai | Juni |
| Winterruhe: Auf Schädlingsbefall kontrollieren | Winterruhe: Auf Schädlingsbefall kontrollieren | Umtopfen, nebeln, langsam angiessen | angiessen, an die Sonne gewöhnen | in das Sommerquartier räumen, umtopfen, später düngen | normal giessen, düngen, über Blüten freuen |
| Juli | August | September | Oktober | November | Dezember |
| normal giessen, düngen, über Blüten freuen | normal giessen, düngen, über Blüten freuen | weniger giessen, Düngung einstellen, auf Schädlingsbefall kontrollieren | Kaum noch giessen, in Winterquartier räumen | Winterruhe: Auf Schädlingsbefall kontrollieren | Winterruhe: Auf Schädlingsbefall kontrollieren |
Sie
haben
Lust bekommen und wollen sich auch eine kleine Sammlung zulegen?
Wahrscheinlich
wird jeder erst einmal mit dem Kauf eines mehr oder wenig
ausgewachsenen
Kaktus beginnen. Das hat den Vorteil, dass man schnell und
unkompliziert
zu einen blühfähigen Exemplar kommt. Bei eigener Anzucht dauert
dies schliesslich in der Regel zwischen 2 und 8 Jahren und wer möchte
schon so lange darauf warten. Hier gibt es nun sehr vielfältige
Möglichkeiten zum Erwerb von Kakteen. Man bekommt sie inzwischen
überall angeboten, in Supermärkten, Baumärkten, in
Kaufhäusern und natürlich in Gärtnereien, Kakteengärtnereien
und im Spezialversandhandel. Aber sind die Kakteen in den Gross- und
Baumärkten den überhaupt empfehlenswert? Unter bestimmten
Voraussetzungen, Ja!
Uneingeschränkt empfehlenswert sind die Kakteen, die im Frühjahr
(meist im April) mit einer frischen Lieferung auf grossen Rollwagen und
Paletten
eintreffen. Sie stammen aus spezialisierten Kakteengärtnereien sind
von guter Qualität und erfreuen uns schnell mit schönen Blüten.
Aber schauen Sie sich die Pflanzen genau an, oft werden
"verkaufsfördernd"
künstliche Blüten angeklebt. Auch sind die beigesteckten
Namenschildchen oft vertauscht oder falsch. Auf das Erstehen
artenreiner
Pflanzen kann man hier auch nicht hoffen. Ablassen sollten sie auch von
Kakteen,
die schon über Monate hinweg in den Märkten herumstehen. Oft sind
es Überbleibsel aus der Frühjahrslieferung, die nun schon viel
zu lange mit viel zu wenig Licht, zu warm und schlecht gegossen
herumstehen.
Mit ihnen werden Sie keine Freude haben. Auch Pflanzen mit frischgrünen
Neutrieben sollten Sie nicht kaufen. Kakteen, die unter diesen
Verkaufsbedingungen austreiben, vergeilen oft und haben dann ein
unnatürliches Wachstum.
Hier noch
einmal zusammengefasst die wichtigsten
Punkte für dem Kauf in Märkten:
- Kaufen Sie nur im April und Mai die frisch
eingetroffenen Pflanzen
- Schauen Sie sich die Pflanzen genau an! Stichworte: Schädlingsbefall,
künstliche aufgeklebte Blüten, frischer Austrieb.
Eine weitere Möglichkeit bietet der Erwerb von Pflanzen in
Kakteengärtnereien, über den Versandhandel, oder direkt vor Ort.
Wenn Sie in Kakteengärtnereien Pflanzen erstehen, ist die
Wahrscheinlichkeit, dass Sie artenreine und richtig gezogene Pflanzen
bekommen,
relativ gross. Das hat natürlich seinen Preis. Dafür ist die Auswahl
der Gattungen und Arten in den Spezialgärtnereien reichhaltig und
umfangreich.
Mein Tip:
Schauen Sie sich um, und
vergleichen Sie. Mit der Zeit bekommen Sie ein Auge für gute
Kakteenware.
Kaufen Sie nicht blindlings, sondern überlegen Sie schon vor dem Kauf,
auf welche Kakteengattungen Ihre Haltungsbedingungen zutreffen. Nehmen
Sie
ruhig ein Bestimmungsbüchlein mit in das Geschäft und wählen
Sie gezielt aus, auch wenn manches exotische Angebot noch so verlockend
ist.
Irgendwann
kommt bestimmt in jedem einmal der Wunsch auf, aus Samen eigene
Pflanzen
heranzuziehen. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Einer der
Hauptgründe ist sicher, dass Sie viele Kakteenarten käuflich gar
nicht erwerben können, es gibt sie schlicht und einfach nicht im
Handel.
Es bleibt Ihnen also gar nichts anderes übrig, als die gewünschten
Pflanzen selbst aus Samen heranzuziehen. Ein weiterer Grund für die
eigene Anzucht ist natürlich die Freude, die damit verbunden ist. Der
Salat aus dem eigenen Garten schmeckt immer noch am besten. So verhält
es sich auch mit den selbstgezogenen Kakteen, ihre Blüten sind doppelt
so schön und ein ganz besonderer Stolz verbindet uns mit diesen
Pflanzen.
Haben Sie keine Angst vor der Aussaat von Kakteen, so schwierig wie es
scheint,
ist es gar nicht. Die Sache ist nur nicht, wie bei Salat, in drei
Wochen
vom Tisch. Ein bisschen mehr Geduld müssen Sie dafür schon aufbringen.
Voraussetzungen für die erfolgreiche
Aussaat:
Das Saatgut:
Am
Anfang
steht erst einmal die Beschaffung des geeigneten Samens. Hier bieten
die
"Kakteensamenversandhändler" die beste Möglichkeit. Für wenige
Mark können Sie sich Ihre gewünschten Samen zuschicken lassen (
z. B. 25 Korn Echinocactus grusonii = 80 Pfennige + Versandkosten 3 DM
=
3,80 DM). Diese sind schon aussaatfertig geputzt und vorbereitet.
Und
das Angebot der vorrätigen Sorten ist riesig, nahezu alle bekannten
Gattungen und Arten sind erhältlich.
Kaufen sie aber keine der Samenmischungen aus normalen Samenhandlungen.
Nicht
das diese nicht keimen würden, aber Sie wissen über Jahre hinweg
nicht, was daraus entsteht, denn solche Mischungen bestehen oft aus
"Verpackungsabfällen" und sind wild zusammengekehrt.
Natürlich haben Sie auch noch die Möglichkeit, sich die Samen
über andere Kakteenfreunde zu besorgen, aber das wird wohl kaum
billiger
oder besser sein als im spezialisierten Versandhandel. Schliesslich
gibt
es noch die Möglichkeit, eigene Samen zu ernten, wenn Ihre verblühten
Kakteen welchen ausgebildet haben, was gar nicht so selbstverständlich
ist. Aber den so gewonnenen Samen muss man gegebenenfalls noch für die
Aussaat vorbereiten. Eventuell anhaftende Fruchtfleischreste führen
sonst zur Fäulnis bei der Aussaat. Und das Putzen oder Beizen der oft
staubfeinen Samen ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Ich werde hier
nicht
näher darauf eingehen und gehe in der folgenden Aussaatbeschreibung
davon aus, das Sie den einfachsten und sichersten Weg gewählt haben,
und sich den Samen im Versandhandel besorgten.
Zeitpunkt:
Sind Sie im Besitz von technischen Hilfsmitteln, wie beheizbare
Aussaatschalen
und Zusatzbeleuchtung, dann können Sie das ganze Jahr über
aussähen. Haben Sie keine Hilfsmittel zu Verfügung, dann sähen
Sie am besten im Frühjahr und Frühsommer, in der Zeit von Mai bis
Juli aus.
Aussaatgefässe:
Geeignet ist so ziemlich alles, was man mit einer Klarsichtfolie, einer
Glasscheibe oder einem durchsichtigen Deckel abdecken kann, nur ein
Wasserabzugsloch sollte vorhanden sein, das auch zur späteren
Bewässerung dienen kann.
Standort:
Stellen die Aussaatgefässe an einen um 25° C warmen hellen
Ort, aber vermeiden Sie direktes Sonnenlicht. Achtung, auf
Steinfensterbänken sollten Sie die Bodenkälte durch eine
Styroporunterlage abschirmen.
Die Erde:
Sie können ganz normale Anzuchtserde nehmen, die Sie noch mit etwa 25%
Quarzsand vermischen. Es geht auch mit normaler handelsüblicher
Kakteenerde.
So wird es gemacht:
Bereiten
sie die Aussaatgefässe vor, indem Sie diese gründlich reinigen.
Die Erde sollten Sie vor dem Einfüllen von groben Bestandteilen
befreien,
z.B. durch das Sieben in einem Drahtgitter. Man kann diese im
Gartenfachhandel
bekommen. Füllen sie dann das Aussaatgefäss bis etwa 1 cm unter
den Rand mit Erde auf und drücken Sie diese leicht an, damit eine
gerade
gleichmässige Fläche entsteht. Ein flaches Holzstückchen oder
ähnliches tut hier gute Dienste. Auf die so vorbereitete Fläche
streuen Sie den Kakteensamen. Diesen drücken Sie nun mit der
Erde
gut an. Decken Sie ihn aber nicht mit Erde ab, Kakteensamen braucht
Licht
zum keimen! Nehmen Sie für jede Sorte ein eigenes Aussaatgefäss,
sonst haben sie spätestens nach dem ersten Giessen ein heilloses
Durcheinander. Jetzt ist es wichtig, die Erde gut zu durchfeuchten, am
besten
man stellt die Aussaatgefässe in eine Schale mit Wasser, dann kann die
Erde sich durch die Wasserabzugslöcher richtig vollsaugen. Nun brauchen
wir die Gefässe nur noch mit durchsichtigem Material abdecken und an
ihrem vorgesehenen Standort plazieren.
Die Keimphase:
Nun
heisst
es warten. Die ersten Keimlinge können sich schon nach 48 Stunden
zeigen
und innerhalb von 10 Tagen keimen die meisten Kakteensamen. Ausnahmen
bilden
hier z. B. Opuntiensamen, sie brauchen oft 4 Wochen und
länger,
um zu keimen. Sehr wichtig ist es, dass in dieser Zeit die Saat nicht
austrocknet. Wird aufgequollener Samen trocken, so stirbt er
unwiederbringlich
ab. Die Keimfähigkeit von Kakteensamen ist sehr unterschiedlich und
variiert stark von Gattung zu Gattung. Viele Kakteensamen keimen erst
gut,
wenn sie ausgereift sind und über Monate hinweg abgelagert wurden.
Andere,
wie zum Beispiel die Samen von Rebutia und Sulcorebutia keimen frisch
am
besten. Ganz besonders gilt dies für die Samen von Lophophora
wiliamsii,
hier gilt, je frischer desto besser, am besten direkt von der Pflanze
in
die Erde.
Probleme:
Wenn
bisher alles gut gegangen ist, haben Sie jetzt eine Menge von
Kakteenkeimlingen
vor sich, die so gar nicht wie Kakteen aussehen. Die nächsten 2-3
Wochen
bis zur Bildung von winzigen Dornen im Scheitelpunkt der Sämlinge sind
die schwierigste Zeit. In dieser Zeit müssen Sie darauf achten, dass
Sie die Saat immer etwas feucht halten, andererseits nicht zu feucht,
damit
sich keine Pilze und Algen bilden. Die Glasabdeckung sollten Sie
möglichst
früh von den Gefässen entfernen, schon 3-4 Tage nach Aufgehen der
Saat. Das ganze gleicht immer wieder einem Drahtseilakt, denn der Feind
Nummer
1 ist der sogenannte Vermehrungspilz. Anfangs zeigen sich nur sehr
feine
weisse Pilzfäden auf der Erdoberfläche, aber sobald diese die
Sämlinge erreichen, vernichten sie in wenigen Stunden eine ganze
Aussaat.
Die Sämlinge werden glasig, fallen in sich zusammen und verschwinden
spurlos. Tritt dieser Pilz bei Ihnen auf, müssen Sie die betroffenen
Gefässe sofort von den anderen trennen, um eine Verbreitung über
die gesamte Aussaat zu verhindern. Aber auch ohne Pilzprobleme wird der
eine
oder andere Keimling ohne erkennbaren Grund sterben. Das ist ganz
natürlich, und Sie sollten sich nicht scheuen, dahinkümmernde
Sämlinge zu entfernen.
Die Aufzucht:
Haben
die Sämlinge die
nächsten Wochen schadlos
überstanden und zeigen sich die ersten feinen Dornen ( eigentlich sind
es ja erst einmal nur feine Härchen ), so sollten wir die Erde vor dem
nächsten Giessen immer regelmässig abtrocknen lassen. Das verhindert
die Ausbreitung von Algen und Pilzen. Auch kann man die Sämlinge in
diesem Stadium schon Umpflanzen, wenn dies durch grün veralgte
Erde oder Pilzinfektionen nötig werden sollte. Dazu nehmen Sie
die Pflänzchen vorsichtig mit einer Pinzette aus der Erde, ohne Druck
auf die Pflanzenkörper auszuüben. Setzen Sie diese in frische Erde
in dafür vorbereitete Pflanzlöcher. Das alles erfordert sehr grosse
Vorsicht, die Kakteensämlinge sind in diesem Entwicklungsstadium noch
sehr empfindlich gegen Verletzungen.
Ist alles gelungen, werden Sie staunen, wie schnell die Winzlinge in
frischer
Erde weiterwachsen. Die Sämlinge sind nun ausser Gefahr. Je grösser
Sie werden, desto robuster kann man Sie behandeln. In den ersten ein
bis
zwei Jahren sollte man die kleinen Pflanzen aber in der Winterruhe
nicht
völlig trocken halten, sie können noch nicht genug Wasser in ihren
kleinen Körpern speichern, um das zu überstehen.
Die Selbstaussaat:
Hier
möchte ich auf eine Besonderheit vieler Rebutien, Sulcorebutien und
Mammilarien noch etwas näher eingehen. Bei diesen Kakteensorten kommt
es häufig vor, dass sie sich ohne unser zutun, ganz von alleine durch
Samen weitervermehren. Meist noch im Jahr der Blüte kann man bei
genauerem
hinsehen rund um die Kakteenkörper viele kleine Kakteensämlinge
entdecken. Diese gedeihen überall dort, wo die Sonne nicht direkt
hinkommt,
und sich die Feuchtigkeit etwas länger halten konnte. Dadurch entstehen
in wenigen Jahren oft ganze Gruppen von Kakteen, ganz wie an den
natürlichen Standorten der Kakteenheimatgebiete. Wir können aber
nicht davon ausgehen, dass es sich bei den so vermehrten Pflanzen um
sortenreine
Arten handelt. Oft entstehen durch die wilde und unkontrollierte
Bestäubung
der Blüten Hybriden, denn viele Kakteen lassen sich untereinander sehr
leicht kreuzen.
Eine
weitere Möglichkeit, um schnell blühfähige Kakteen zu bekommen,
ist die vegitative Vermehrung, also die Vermehrung durch Seiten- oder
Wurzelsprosse und Stecklinge. Aber vor allen Dingen ist dies eine
Möglichkeit, vorhandene Merkmale von Pflanzen, besonders von Hybriden,
auf die Nachkommen zu übertragen. Und viele Kakteen, wie zum Beispiel
die Echinopsisarten oder Sulcorebutien, machen es uns sehr einfach. Sie
bilden
häufig Seitensprosse aus, sogenannte Kindel, die schon an der
Mutterpflanze
Wurzeln ausbilden. Man braucht diese Sprosse, wenn sie nicht schon von
selber
abfallen, nur durch eine vorsichtige Drehbewegung abzunehmen und in die
Erde
zu stecken. Auch Kakteen mit einzeln ausgebildeten Gliedern, wie
Opuntien
oder Weihnachtskakteen sind auf diese Art einfach zu vermehren.
Müssen wir aber Stecklinge von der Mutterpflanze abschneiden, so ist
einiges zu beachten. Vor allem ist der richtige Zeitpunkt für eine
Vermehrung durch Stecklinge ausserordentlich wichtig. Aussicht auf
Erfolg
hat man nur während der Wachstumszeit der Pflanzen. Muss man in der
Ruhezeit Stecklinge schneiden, sollte man diese anschliessend lieber
bis
zum Beginn der Wachstumsperiode kühl und trocken aufbewahren. So
können Sie zum Beispiel erkrankte Pflanzen retten, indem Sie von noch
nicht betroffenen gesunden Pflanzenteilen Stecklinge schneiden. Achten
Sie
dabei auf genügend Abstand zu den erkrankten Stellen ! Aber auch für
zu gross geratene Säulenkakteen stellt das Schneiden von Stecklingen
eine gute Möglichkeit zur Verjüngung dar.
Und so wird es gemacht:
Trennen
Sie die Pflanzenteile durch einen scharfen, glatten Schnitt von der
Mutterpflanze
und achten Sie dabei besonders auf Sauberkeit. Nun sollten Sie den
Steckling
an der Schnittstelle etwas zuspitzen. So verhindern Sie, dass die
Aussenhaut
der Pflanze über die Schnittstelle schrumpft. Ausserdem fördert
das eine bessere Wurzelbildung im Bereich des Leitbündels (das ist eine
ringförmige Nervenbahn im Pflanzenkörper, die dem Transport von
in Flüssigkeiten gelösten Nährstoffen dient). Der so geschnittene
Steckling darf aber keinesfalls sofort Eingepflanzt werden. Die
Schnittstelle
muss jetzt erst gründlich abtrocknen, je nach Saftgehalt der Pflanze
zwischen 2 Wochen und mehreren Monaten. Ungeduld ist hier völlig fehl
am Platze. Warten Sie, bis sich eine Schutzhaut über der Schnittstelle
gebildet hat, die resistent genug ist und so Schutz gegen Fäulnis
bieten
kann.
Lagern sie den Steckling während den Trocknes kühl und hell, aber
keinesfalls sonnig.
Achten Sie darauf, dass die Pflanze in der späteren Wachstumsposition
gelagert wird, da sich oft schon während des Trocknens Wurzeln am
tiefsten
Punkt der Pflanze ausbilden.
Den so vorbereiteten Steckling können Sie nun in nährstoffarmes
Substrat (z.B. Quarzsand) einpflanzen. Hierfür eignet sich alles, was
gut wasserdurchlässig ist. Mit dem Giessen müssen Sie nun
äusserst vorsichtig sein. Bedenken Sie, dass die Pflanze ohne
Wurzelwerk
kein Wasser aufnehmen kann und überschüssiges Wasser schnell zu
Fäulnis führt. Bis zum endgültigen Ausbilden von Wurzeln darf
das Substrat also nicht gewässert, sondern nur ganz leicht angefeuchtet
werden.
Haben sich die ersten Wurzeln ausgebildet, können Sie die Pflanzen in
normales Substrat umtopfen. Aber auch hier gilt: nährstoffarmes
Substrat
fördert die weitere Wurzelbildung erheblich, denn so wird die Pflanze
gezwungen, durch das Ausbilden neuer Wurzeln auf "Nährstoffsuche" zu
gehen. Das die Wurzelneubildung erfolgreich war erkennen Sie daran,
dass
sich frischer Neutrieb an den Pflanzen zeigt. Das ist ein untrügliches
Zeichen dafür, dass sich Wurzeln ausgebildet haben. Bei manchen Kakteen
dauert das sehr lange, 12 Monate sind da keine Seltenheit.
Das
Pfropfen
gehört eigentlich nicht in die Rubrik Vermehrung. Vielmehr handelt es
sich um eine Art Umgestaltung von Pflanzen. Dabei machen wir uns das
nahe
Verwandschaftsverhältnis von Kakteen zunutze. Angewandt wird diese
Technik
in erster Linie bei Kakteen, die auf Ihren Orginalwurzeln
schlecht
oder langsam wachsen. Wie bei Obstbäumen bekannt, vereinigt man
verschiedene
Kakteen auf Schnittstellen miteinander, und macht sich so zum Beispiel
das
starke Wachstum von Säulenkakteen zunutze, indem man diese als
Pfropfunterlage nimmt. Erwerbsgärtnereien kommen so schnell zu
verkaufsfertigen Pflanzen.
Auch kennt jeder bestimmt die farbenfrohen Kakteenzüchtungen, deren
rote, orangefarbene, gelbe oder violette Körper ohne die grüne
Pfropfunterlage nicht überlebensfähig wären.
Das Thema Pfropfen spaltet die Kakteenliebhaber in zwei Lager. Ich
gehöre
zu jenen Anhängern von "wurzelecht gehaltenen Pflanzen", die von dieser
Intensivmedizin für Kakteen nichts halten. Für mich stellt das
Pfropfen einen Eingriff in die Natur dar. So manipulierte Pflanzen
haben
nichts mehr mit Ihren natürlichen Vorbildern gemein. Die Freude
darüber, dass meine Pediokakteen seit vielen Jahren auch wurzelecht
prächtig gedeihen, entschädigt mich dafür tausendfach. Deshalb
lasse ich mich nicht weiter über dieses Thema aus, und verweise hier
die Anhänger von Frankenstein und Co. auf meine weiterführenden
Literaturhinweise
am Ende des Leitfadens.
Wo
Licht
ist fällt auch Schatten. So könnte man dieses Kapitel hier bezeichnen.
Auch Kakteen bleiben von Krankheiten nicht verschont, und genauso wie
bei
uns Menschen spielt dabei die körperliche Verfassung eine grosse Rolle.
Werden Kakteen vorbildlich gepflegt, bieten sie kaum Angriffsflächen
für die vielen verschiedenen Pilzsporen in ihrer Umgebung. Haben diese
aber doch einmal Fuss gefasst, so erkennen Sie das schnell an einer
braunen
oder schwarzen Verfärbung der befallenen Stellen mit gleichzeitig
einhergehender Schrumpfung oder dem Umfallen der Pflanze. Auch sind
diese
Stellen oft weich oder matschig und je nach Pilzerreger von glasigem
Aussehen.
Beobachten Sie solche Symptome an einer Ihrer Pflanzen, so isolieren
Sie
diese sofort von den anderen um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.
Verwechseln sie aber nicht die langsam einhergehende Verkorkung
(hellbraune
Verfärbung) mancher Kakteen mit den Pilzerkrankungen. Hier handelt sich
um eine Veränderung und Verhärtung der Pflanzenhaut, unter anderem
hervorgerufen durch unregelmässige Wassergaben. Dies ist lediglich ein
harmloser Schönheitsfehler und gehört bei vielen Kakteen wie
Ferrokakteen oder Echinopsisarten auch zur natürlichen
Alterserscheinungen.
Aber zurück zu den Pilzen, die ja bekanntlich Feuchtigkeit
brauchen,
um zu gedeihen! Mit diesem Wissen ausgestattet haben wir schon eine
wirksame
Waffe gegen sie. Aber Sie dürfen sich keine allzu grossen Hoffnungen
machen. Einmal befallene Pflanzen sind in der Regel nicht mehr zu
retten
(nur bei genügend vorhandenem gesunden Gewebe können Sie einen
Stecklingsschnitt
versuchen). Auch rate ich dringend
vom Einsatz chemischer Bekämpfungsmitteln ab. Ihre Wirkung ist
zweifelhaft
und der Schaden den Sie anrichten ist oft grösser als ihr Nutzen.
Vorbeugung ist
hier besser als
Heilung.
- Vermeiden Sie Feuchtigkeit in Verbindung mit kühlen Temperaturen !
- Achten Sie auf eine gute Belüftung Ihrer Kakteenstandorte, feuchtes
Treibhausklima bietet einen guten Nährboden für Pilzerkrankungen
!
Verwenden Sie keine Komposterde ! Diese hat oft einen viel zu grossen
Anteil
an unverrotteten Bestandteilen und ist mit Pilzsporen verseucht.
- Vermeiden sie Verletzungen des Pflanzenkörpers ! Diese bieten eine
willkommene Angriffsfläche für Pilzsporen. Sollte der Kaktus doch
einmal beschädigt werden, lassen Sie die Stelle vor dem Einpflanzen
mehrere Wochen abtrocknen.
Zu den Viren- und Bakterienerkrankungen gibt es nicht viel zu
sagen. Hier
steckt die Forschung noch in den Kinderschuhen. Manche Wucherungen bei
weichfleischigen Kakteen wie Mammillarien führt man auf diese Ursachen
zurück. Auch ich habe schon mit plötzlichen mysteriösen
Erkrankungen in meiner Sammlung zu tun gehabt, die keinem bekannten
Krankheitsbild zuzuordnen waren. Ich glaube hier gibt es vorerst nur
eine
sinnvolle Massnahme: die befallene Pflanze entsorgen (nicht
kompostieren!)
und anschliessend für die anderen beten. Und im übrigen sind Sie
mit dem Grundsatz der guten Haltungsbedingungen auch hier gut gerüstet.
Ja,
ja
die kleinen Plagegeister. In der natürlichen Umgebung sind sie kein
Problem, da hält sich ihre Population durch Fressfeinde im
Gleichgewicht,
und die befallenen Pflanzen werden selten in Ihrer Existenz gefährdet.
Sie werden in den nachfolgenden Zeilen vergeblich einen Hinweis auf
chemische
Bekämpfungsmittel suchen. Ich habe persönlich mit verheerenden
Unverträglichkeitsreaktionen bei den meisten Kakteenarten
Bekanntschaft gemacht und möchte Ihnen diese schmerzvolle Erfahrung
ersparen. Selbst relativ harmlose Mittel wie Mineralöllösungen
rufen bei Kakteen schnell Schädigungen hervor. Aber auch aus
Umweltgesichtspunkten fällt mir der Verzicht auf die chemische Keule
leicht. Machen Sie es doch der Natur gleich und setzen Sie die heute
schon
zahlreich im Versandhandel erhältlichen Nützlinge ein. Diese rotten
zwar die Schädlinge nie ganz aus, aber sie leisten durch Ihre
Gefrässigkeit eine gute Vorarbeit. Den Rest können Sie durch manuelles
Ablesen oder Abwaschen mit etwas Geduld selbst erledigen.
Hier nun eine Auswahl der häufigsten
Schädlinge:
Zuerst
schauen wir uns einmal die sogenannten Woll-
oder Schmierläuse an. Sie zählen zu den
häufigsten
Schädlingen im Reich der Kakteen und wurden aus deren Heimat bei uns
eingeschleppt. Diese kleinen Tierchen schützen sich durch
Wachsausscheidungen auf ihrer Haut vor Feuchtigkeit und legen ihre Brut
in
kleinen Wachskokons an. Die 2-4 Millimeter grossen
watteähnlichen
Gespinste findet man bei genauerem Hinsehen vor allem an geschützten
Stellen zwischen den Rippen, Warzen und Dornen unserer Kakteen. Das
erschwert
die mechanische Beseitigung ungemein. Gerade bei Wolläusen sind wir
aber auf diese Art der Bekämpfung angewiesen, denn chemische
Schädlingsbekämpfungsmittel kommen durch die besagte Wachsschicht
erst gar nicht an die Schädlinge heran und sind somit fast wirkungslos.
Sind nur einzelne Pflanzen befallen, hilft das genaue Absuchen mit Lupe
und
Pinzette und eine mehrmalige Nachkontrolle in den darauffolgenden
Wochen,
um die Schädlinge loszuwerden. Bei Wollausbefall in grösseren
Sammlungen können wir uns die Gefrässigkeit des Australischen
Marienkäfers oder der Florfliegenlarve zunutze machen, die wir als
sogenannten Nützlinge kaufen können. Diese nehmen uns die Hauptarbeit
auf umweltfreundliche Weise ab. Das macht aber wirklich nur bei
umfangreichen
Sammlungen zum Beispiel in Gewächshäusern Sinn, denn erstens
sind solche Nützlinge zum Teil recht teuer und zweitens will
wahrscheinlich
keiner von uns die nützlichen Tierchen in der guten Stube haben.
Viel
gefährlicher als die Wolläuse, und zudem schwerer zu entdecken,
sind die winzig kleinen
Spinnmilben.
Die gelblich bis
rotbraunen Schädlinge werden nur bis 0.5 Millimeter gross und sind
deshalb
mit dem blossen Auge kaum noch auszumachen. Viel eher sehen
wir die Schädigungen,
die sie an unseren Kakteen verursachen. Durch das Anstechen vieler
einzelner
Pflanzenzellen erscheinen die Kakteen zuerst blass und bei
fortschreitendem
Befall gelblich-braun verfärbt. Betrachten wir diese Stellen aufmerksam
mit der Lupe, so können wir die Spinnmilben auf der Oberfläche
unserer Pflanzen entdecken. Bei starker Vergrösserung erkennen wir auch
die frisch ausgesaugten Pflanzenzellen, die dann silbrig schimmern.
Spinnmilben können in hoher Luftfeuchtigkeit nicht lange überleben.
Diese Tatsache können wir uns bei der Bekämpfung zunutze machen.
Benebeln Sie die befallenen Pflanzen ausgiebig mit Wasser und stellen
Sie
diese dann mitsamt Pflanzgefäss in einen luftdichten Plastikeutel, die
Sie oben fest verschliessen. Drei Tage später können Sie den Beutel
wieder entfernen. Damit dürften Sie die meisten Spinnmilben
erledigt
haben. Eine weitere Bekämpfungsmöglichkeit ist das Einsprühen
der Kakteen mit verdünnter Neutralseifenlösung. Dazu lösen
Sie etwas Flüssigseife (1 Esslöffel) in 1 Liter Wasser auf und
benetzen mit einer Blumenspritze die gesamte Pflanzenoberfläche. Nach
mehrstündigen Einwirken der Lösung waschen Sie die Pflanze mit
klarem Wasser wieder ab. Allerdings müssen Sie diese Prozedur nach
einer
Woche noch einmal wiederholen, um auch die 2. Generation der Milben zu
erwischen. Achten Sie dabei aber immer darauf, das nicht
zuviel
Seifenlösung in das Erdreich gelangt, sonst war alle Mühe umsonst.
Da wir diese Methoden in grossen Sammlungen nicht anwenden können,
setzen
wir hier sogenannte Raubmilben als Nützlinge ein.
Ebenfalls
schwer zu entdecken sind die
Wurzelläuse.
Sie tun ihr
Werk, wie der Name schon sagt, im Verborgenen, also im Substrat unserer
Kakteentöpfe und Beete. Deshalb Augen auf beim Umtopfen der Pflanzen!
Achten Sie auf weissliche Gespinste und Kokons, ähnlich denen der
Wolläuse, zwischen den Wurzeln Ihrer Kakteen. Beim leisesten
Verdacht
hilft nur eines. Entfernen Sie gründlich die gesamte Erde und waschen
sie die Wurzeln dann gut ab. Da die Wachsausscheidungen der Wurzelläuse
wasserabweisend sind und gut haften, sollten Sie dabei nicht zu
oberflächlich vorgehen.
Die
gleiche
Vorgehensweise gilt auch für den Befall mit
Nematoden
,den Sie durch
knöllchenartige Verdickungen an den Wurzeln erkennen können. Diese
Wucherungen werden von den sogenannten Wurzelählchen verursacht und
sollten bei der Reinigungsprozedur mit entfernt werden.
Weniger
Sorgen machen müssen Sie sich beim Auftreten von
Schildläusen.
Man
findet sie manchmal an Opuntien und Blattkakteen. Sie kommen
aber bei
anderen Kakteen eher selten vor. Auch vermehren sie sich nicht so
schnell
und wir können ihnen durch mehrmaliges Ablesen den Garaus machen.
Die
Blattläuse
befallen manchmal
die jungen Glieder von Opuntien, aber mit einem scharfen Wasserstrahl
aus
der Blumenspritze lassen sie sich leicht entfernen.
In
Frühbeeten und Freilandsammlungen richten
Schnecken
oft grössere
Schäden an den Jungtrieben unserer Kakteen an. Man kann sie in der
Dunkelheit mit einer Taschenlampe ablesen, oder wir fangen sie mit bis
zum
Rand ins Erdreich eingelassene Gläser, die mit Bier gefüllt sind.
Erwähnen
möchte ich hier auch noch die
Ohrwürmer
und
Asseln.
Sie nehmen eine Sonderstellung
ein, gehören sie doch eigentlich zu den Nützlingen, da Sie viele
andere Schädlinge fressen. Aber aus leidvoller Erfahrung weiss ich,
dass sie sich mangels Schädlingen nur allzu gerne an den jungen
Blütenknospen zu schaffen machen. Hier sollte man abwägen und die
Tierchen gegebenenfalls umquartieren, um schlimmeres zu verhindern.
Einfangen
kann man sie leicht durch das Auslegen ausgehöhlter Kartoffelhälften,
unter denen sie dann gerne tagsüber Schutz suchen. Spendieren Sie ihnen
doch einen Freiflug in Nachbar´s Garten.
Hier möchte ich zuerst auf ein modernes und
ansprechendes Buch
hinweisen.
Das Werk heisst "Kakteen", geschrieben von
den Autoren
Erich Götz und Gerhard
Gröner
und ist im Eugen Ulmer Verlag erschienen.
Für die Anhänger von Kugelkakteen ist der "Kakteen
Atlas" von Rod & Ken Preston -
Mafham ebenfalls
im Ulmer Verlag erschienen. Es bietet
1094 Fotografien und
Kurzbeschreibungen von allen bekannten Kugelkakteen und
Echinocereen,
und ist eine wertvolle Bestimmungshilfe.
| A |
B |
C | D |
| E | F | G | H |
| I
|
J | K |
L |
M | N |
O |
P Pflegekalender |
Q | R |
S Selbstaussaat |
T |
U | V | W |
Z
|
Literaturquellen:
"Kakteen", Götz/Gröner, Ulmer Verlag1996;
"Kakteen an ihren Standorten", Werner Rauh, Parey Verlag 1979;
"KakteenAtlas", Preston- Mafham, Ulmer Verlag 1992;
"Kakteen", Becherer, GU-Pflanzenratgeberreihe;
"Kakteen und andere Sukkulenten", Andersohn, Buch und Zeit Verlag 1991;
"Kakteen und Sukkulenten, Gratias, Brio Verlag Praha / Karl
Müller
Verlag
1995;
"Kakteen und Sukkulenten", March, Unipart Verlag 1988;
"Kakteen und Sukkulenten", Haage, Quelle und Meyer Verlag 1988;
"Kakteen", Dopp, Ulmer Verlag 1994;
"Erfog mit Kakteen", Haude/Kündiger, Urania Verlag 1990;
"Kakteen", Bechtel, Gondrom Verlag 1993;
"Freihlandsukkulenten", Köhlein, Ulmer Verlag 1984;
"Schädlinge an Zimmerpflanzen", Flora Extra 9/92;
"Zimmerpflanzen", Herwig, BLV Verlag 1991;
"Kakteen", Moewig Verlag 1990;
"Kakteen- Die blühende Wüste", Parkland Verlag 1995;
Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieses Online- Ratgebers darf in irgendeiner Form, weder in Teilen, noch als ganzes, ohne schriftliche Genehmigung des Autors Andreas Reh reproduziert, vervielfältigt oder verbreitet werden. Ausnahme bildet die lokale Ablage des Buches auf Ihrer Festplatte und dessen Ausdruck zum Eigengebrauch.
Da aber auch mein Wissen einerseits aus Erfahrung, andererseits aus oben genannten Literaturquellen stammt, sind Ähnlichkeiten in der Formulierung und deren Inhalt nicht immer ganz zu vermeiden. Sollten mit diesem Leitfaden Rechte Dritter (Authoren/Verlage) berührt werden, bitte ich mir dieses sofort mittzuteilen! Selbstverständlich werden solche Umstände sofort beseitigt, nicht zuletzt um wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.
Ich weise ausdrücklich darauf hin, dass ich weder eine Garantie noch juristische Verantwortung oder irgendeine Haftung für Schäden übernehme, die auf Angaben, Hinweise und Tips dieses Leitfadens zurückgehen. Für Mitteilungen und Hinweise auf Fehler bin ich Ihnen jederzeit dankbar.
Andreas Reh, 10.07.2001