Veredlung von Obstgehölzen
Da ich schon einige Anfragen zum Thema Veredlung bekommen habe möchte ich hiermit einige Fragen und Vorschläge ins Netz stellen.
Das wichtigste zur Veredlung ist richtiges Werkzeug:
1. Das Messer:
Das Veredlungsmesser ist ein Spezialmesser, mit einer geraden und einer gerundeten Seite. Das Messer ist äußerst scharf und wird nur über die gerundete Seite geschliffen.
2. Die Säge:
Die Säge muss einen feinen Schnitt haben um keine größeren Verletzungen an der Veredlungsstelle zu hinterlassen.
Natürlich ist bei beiden auf saubere und am besten desinfizierte Klingen zu achten.
Weiter braucht man Bast zum binden der Veredlung und Baumwachs zum Luftdichten Verschluss der Veredlungswunden.
Veredlungsreiser werden im Winter geschnitten solange die Knospen in Winterruhe sind. Kühl lagern. Am besten holt man sich Edelreiser in der Baumschule, dort werden sie optimal im Kühlhaus bis zum Frühjahr aufbewahrt.
Die Veredlung wird im Frühjahr durchgeführt. Die Veredlungsstelle wird vorbereitet d.h. absägen und Rindenenden glätten.
Je nach dicke der Veredlungsstelle werden 1, 2 oder mehr Edelreiser vorbereitet.
Dann wird das Edelreis eingepasst, dabei muss darauf geachtet werden das Kambium auf Kambium kommt (die schmierige Fläche unter der Rinde).
Die Reiser werden verbunden und alle offenen Stellen mit Baumwachs abgedeckt. Die Schnittflächen oben am Reis nicht vergessen.
Nun muss nur noch ein kräftiger Austrieb erfolgen.
Nach 6 Wochen sollte kontrolliert und ggf. der Bastverband geöffnet werden.