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Justus - Liebig - Universität Gießen
Akademisches Auslands Amt |
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Ausländische Studienbewerberinnen und Studienbewerber haben vor der Einschreibung an der Justus-Liebig-Universität
durch eine Prüfung den Nachweis zu erbringen, daß sie hinreichende deutsche Sprachkenntnisse besitzen, um ein Fachstudium erfolgreich aufnehmen zu können. Die Deutsche Sprachprüfung erfolgt nach den Rahmenrichtlinien der Hochschul-Rektoren-Konferenz und besteht aus einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung. Die schriftliche Prüfung umfaßt zwei Teile: 1.1 Aufgaben zum Verständnis eines vorgelegten Textes 1.2 Formulierung eines Textes anhand bestimmter Vorgaben 2.1 Grammatische Umformungsaufgaben 2.2 Wiedergabe eines zweimal vorgetragenen Textes Verstehen und Verarbeiten eines Lesetextes (1.1) und vorgabenorientierte Textproduktion (1.2) sowie Verstehen und Bearbeiten wissenschaftssprachlicher Strukturen (2.1) und Verstehen und Verarbeiten eines Hörtextes (2.2) bilden also jeweils eine Einheit. Die mündliche Prüfung wird nach der Bewertung der schriftlichen Prüfungsaufgaben durchgeführt. Die Bewerberinnen und Bewerber sollen dabei zeigen, daß sie in der Lage sind, über ein ihnen gestelltes Thema - vorzugsweise aus dem von ihnen gewählten Studiengebiet - zusammenhängend zu sprechen bzw. ein Gespräch zu führen. Die mündliche Prüfung dauert in der Regel etwa 15 Minuten. Die schriftliche Prüfung ist bestanden, wenn von den aus beiden Prüfungsteilen zu erreichenden Punkten wenigstens 2/3 erreicht wurden. Die mündliche Prüfung ist bestanden, wenn mindestens 2/3 der Anforderungen erfüllt sind. Die Gesamtprüfung ist bestanden, wenn sowohl die schriftliche als auch die mündliche Prüfung bestanden ist. |
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Beispiele für die vier Prüfungsteile der schriftlichen Prüfung Bitte beachten Sie: Beispiel 1 Berechnung des Sozialprodukts Das gesamtwirtschaftliche Produktionsergebnis einer Volkswirtschaft bezeichnet man als Sozialprodukt. Es umfaßt den Wert aller Konsum- und Produktionsgüter sowie aller Dienstleistungen, die innerhalb eines Jahres in einer Volkswirtschaft erzeugt werden. Das Sozialprodukt stellt somit eine Größe dar, die den Vergleich mit früheren Wirtschaftsperioden oder mit den Volkswirtschaften anderer Länder ermöglicht. Ein wichtiger Begriff bei der Berechnung des Sozialprodukts ist der der Wertschöpfung. Er läßt sich bestimmen, indem man alle in einem Wirtschaftssektor durch Produktion neu geschaffenen Werte zusammenfaßt. Um jedoch Doppelzählungen zu vermeiden, müssen vom Produktionsergebnis jedes Wirtschaftsbereichs die Werte der von anderen Sektoren beigetragenen Produkte und Dienstleistungen abgezogen werden. Der sich hieraus ergebende Nettoproduktionswert entspricht der Wertschöpfung eines Wirtschaftssektors, und die Summe der Werte aller Wirtschaftssektoren ergibt die gesamte volkswirtschaftliche Wertschöpfung, das sog. Sozialprodukt. Unter Sozialprodukt versteht man ________________________________________________
___________________________________________________________________________, II. BEANTWORTEN SIE folgende Fragen zum Text in ganzen Sätzen! 1. Was bezeichnet man als Wertschöpfung? Beispiel 2 SCHREIBEN SIE einen zusammenhängenden Text, in dem Sie Entstehung, Verteilung und Verwendung des Sozialprodukts anhand der vereinfachten Gliederung des unten stehenden Zahlenbilds darstellen. Ihr Text sollte wenigstens 100 Wörter umfassen. ![]() Beispiel 3 Grammatische Umformungsaufgaben ERGÄNZEN SIE die zweiten Sätze sinngemäß nach den in den ersten Sätzen gegebenen Informationen oder Fragen. 1. A: Bestanden die Künstler auf einer Änderung des Programms? 2. A: Hat man die Änderungen rechtzeitig bekanntgegeben? 3. A: Er hat die Bücher Bekannten geliehen. 4. A: Können Sie mir einen aus einem einheitlichen Stoff bestehenden Körper nennen? 5. A: Wie finden Sie die Lösung, welche die Wissenschaftler vorschlagen? 6. A: Zuerst schließt man die Versuche ab, dann beginnt man mit der Auswertung. 7. A: Es wäre gar nicht nötig gewesen, den Versuch abzubrechen. 8. A: Soll ich Ihnen helfen? Sie machen sonst einen Fehler. 9. A: Die Ölpreise sind hoch, wenn der Winter kalt ist. Beispiel 4 Ein amerikanischer Forscher gab Schimpansen, die noch im Urwald geboren worden waren, zehn Tage lang für jeweils acht Stunden große Spiegel in ihren Käfig, die von den Tieren aufmerksam betrachtet wurden. Anfangs reagierten sie so, als ob es sich um andere Affen handeln würde. Vom dritten Tag an begannen sie jedoch, das Spiegelbild als das Bild ihres eigenen Körpers zu erkennen. Sie betrachteten nämlich im Spiegel gerade die Körperteile, die sie normalerweise nicht sehen können. So betasteten sie ihre Rückseite, wischten sich Schmutz von Nase und Ohren und beobachteten sich dabei im Spiegel. In einem zweiten Versuch narkotisierte der Forscher diese Schimpansen und bemalte ihnen Augenbrauen und Ohren, also Körperteile, die sie ohne Spiegel nicht sehen können, mit roter Farbe. Als die Schimpansen aus der Narkose erwacht waren, betrachteten sie sich wiederum im Spiegel. Sie versuchten nun immer wieder, die roten Stellen zu betasten und die Farbe zu entfernen. Zur Kontrolle wurden andere Schimpansen, die keine Erfahrung mit Spiegeln hatten, ebenfalls narkotisiert und bemalt. Diese Schimpansen zeigten später vor dem Spiegel kein Interesse für ihre roten Augenbrauen und Ohren. Sie hatten nämlich noch nicht gelernt, sich selbst im Spiegel zu erkennen. Der amerikanische Forscher wiederholte seine Versuche auch mit anderen Affen- und Tierarten. Dabei stellte er fest, daß nur die sog. Menschenaffen in der Lage waren, das Spiegelbild als das Bild ihres eigenen Körpers zu erkennen. Andere Tiere, wie z.B. Hunde und Katzen, erkannten auch nach längerer Zeit das Bild im Spiegel nicht als das ihres eigenen Körpers. Sie sahen in dem Spiegelbild offensichtlich einen Artgenossen, also einen anderen Hund oder eine andere Katze, der immer dasselbe machte wie sie selbst und sie schon nach kurzer Zeit nicht mehr interessierte. Von Küken weiß man, daß sie wesentlich mehr fressen, wenn sie mit anderen Küken zusammen sind. Wenn man nun ein Küken mit Spiegeln umstellt, so reagiert es so, als befände es sich in einer Gruppe von Artgenossen: die Freßlust steigt erheblich. Ein Küken, das man allein in einen Käfig sperrt, verhält sich stets unruhig und ängstlich. Wenn man aber einen Teil der Wände durch Spiegel ersetzt, verhält sich das isolierte Küken in seinem Käfig völlig normal. |
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