Inhaltspezifische Aktionen

Projekt: "Konfliktiver Extraktivismus: Bergbau, Institutionen und soziale Konflikte in Peru und Kolumbien"

Die These des sogenannten „resource curse“ betrachtet soziale Konflikte als eine von mehreren negativen Folgen, die ein rohstoffbasiertes Entwicklungsmodell mit sich bringt. Im Gegensatz dazu behaupten Kritiker:innen dieses vermeintlichen Determinismus, dass nicht der Ressourcenreichtum eines Landes oder einer Region, sondern vielmehr seine institutionelle Einbettung die mit dem „Fluch“ in Verbindung gebrachten Probleme verursacht. Ausgehend von letzterer Annahme möchte ich anhand der Länderbeispiele Peru und Kolumbien darstellen, dass verschiedene Institutionen in strukturell ähnlichen Staaten zu unterschiedlichen Formen des Konflikts führen und somit maßgeblich für die negativen Outcomes des extraktivistischen Modells verantwortlich sind.

 

Rohstoffextraktion und Gewaltausbrüche gehen in der Empirie oft miteinander einher. Dieser Zusammenhang ist besonders in der Andenregion zu beobachten. Dennoch prägen sich die Konfliktivitäten je nach Kontext anders aus: Peru ist eines der Länder mit den meisten Extraktionskonflikten. Zusammenstöße zwischen lokalen Protestierenden und staatlichen Sicherheitskräften im Zusammenhang mit Extraktionsprojekten fordern regelmäßig Todesopfer. Im benachbarten Kolumbien halten sich Protestaktionen und Polizeiverhalten viel häufiger in einem „zivilen Rahmen“. Doch stattdessen äußert sich hier die Gewalt im Umfeld von Extraktionsaktivitäten in systematischen Bedrohungen, Vertreibungen und Tötungen von Umweltaktivist:innen und indigenen Repräsentant:innen durch para-staatliche Akteure.

 

Um diese unterschiedlichen Phänomene in zwei strukturell ähnlichen Ländern zu erklären, möchte ich die politischen, ökonomischen und sozialökologischen Institutionen in beiden Staaten am Beispiel des Bergbausektors untersuchen und zeigen, wie diese Konflikte produzieren. Dabei berufe ich mich auf das differenzierte Verständnis von Institutionen in neo-institutionalistischen Ansätzen, die Institutionen nicht nur als formelle Regelsysteme definieren, sondern auch informelle Praktiken und soziale Normen berücksichtigen.

 

Projektteam:

  • Quincy Stemmler. Doktorand. Professur für Friedensforschung
  • Prof. Dr. Stefan Peters. Professur für Friedensforschung

  

Kontaktdaten: