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Die Tut!-Basics

Die Basics sind die im Tut!-Team diskutierten und im Laufe der Zeit verfestigten Grundsätze & Schwerpunkte des Tutorienprogramms. Sie werden stetig weiterentwickelt, so dass sie sowohl als Diskussionsergebnisse als auch als Diskussionsgrundlage zu sehen sind. Die jüngste Aktualisierung der Tut!-Basics fand im Februar 2022 statt.

Folgende Punkte dienen der Orientierung zur Entwicklung neuer Tutorien. Sie sind nicht für immer festgeschrieben und werden in der Diskussion kontinuierlich überarbeitet.

 

  • Die Tutorien sollen auf Fähigkeiten, Kenntnissen und/oder Erfahrungen der jeweiligen Tutor*innen basieren.
  • Erfahrungen sollen dabei thematisiert und reflektiert und nicht lediglich vermittelt oder weitergegeben werden. Erfahrungen können in diesem Zusammenhang auch theoretische sein.
  • Es gibt auch Ideen, Tutorien ohne die entsprechenden Erfahrungen durchzuführen, sondern als eine Arbeitsgruppe, die sich bestimmte Themen/Methoden gemeinsam neu erarbeitet.

  • Die Tutorien sollen zu einem relevanten Teil Übungen bzw. praktische Methoden zum Inhalt haben.
  • Die Tutorien sollen einen pädagogischen Bezug zu dem entsprechenden Thema herstellen: Was ist das pädagogisch Interessante daran?
  • In den Tutorien soll eine Verbindung zwischen dem entsprechenden Thema und erziehungswissenschaftlichen Theorien bzw. Inhalten des Studiums hergestellt werden.
  • In den Tutorien sollen Anwendungsmöglichkeiten in konkreten Berufsfeldern, bzw. bei Querschnittsthemen exemplarische Verwendungen thematisiert werden. Die Entscheidung über die Gewichtung der Berufsbeispiele liegt bei den jeweiligen Tutor*innen und Teilnehmer*innen.
  • In den Tutorien kann die Didaktik des Themas thematisiert werden, um die Teilnehmer*innen zu befähigen, das Thema selbst „beibringen“ zu können, dies ist aber nur ein „Kann“-Ziel und hängt stark von der Spezifik des Tutoriums ab.
  • Das Verhältnis von Theorie, Praxisbezügen und Praxis muss für jedes Tutorium themenangemessen definiert werden.
  • Die Tutorien sollen eine Didaktik des Anregens, Begleitens und Kommunizierens verfolgen und nicht Belehrung oder Anleitung/Instruktion in den Vordergrund stellen.
  • Die Tutorien geben Einblicke in die jeweiligen Themen, Methoden und/oder Techniken: Es soll nicht der Eindruck erweckt werden, die Tutorien könnten eine Aus- oder Weiterbildung ersetzen.
  • Als Zeitformat soll grundsätzlich wöchentlich 2-stündig gelten. Wenn es das Thema oder Bedarf der jeweiligen Tutor*in aber anderes erfordern, können auch andere Formate (Wochenende, Block mehrere längere Einzeltermine) beschlossen werden.
  • Die Tutorien sollen Prinzipien wie Reflexion, Feedback und Evaluation beinhalten. Z. B. Lerntagebücher u. ä. Diese Prinzipien sollen angeregt werden, sie sind keine grundsätzliche Bedingung
  • Die Tut!-Tutorien sind ein freiwilliges Zusatzangebot. Die Teilnahme an den Tutorien wird mit Zertifikaten bescheinigt, in denen die Inhalte der Tutorien aufgelistet werden. Dazu ist eine Anwesenheit von 80 Prozent notwendig.
  • Die Teilnahme an den Tut!-Tutorien steht allen Studierenden der JLU-Gießen und der THM Gießen offen. Konzipiert wird das Tut! für alle Studierenden, die Erziehungswissenschaft im Haupt- oder Nebenfach oder als Grundwissenschaft (z. B. Lehramt) studieren.
  • Eine aktive Mitarbeit durch die Teilnehmer*innen im Sinne eines Einlassens auf die inhaltlichen Dimensionen ist Voraussetzung. Reines „Konsumieren“ widerläuft der Idee des Tut! Bei aller Freiwilligkeit bleibt das Einlassen auf das Ausprobieren der Methoden Voraussetzung für eine erfolgreiche Teilnahme.
  • Das Tut! arbeitet bei der didaktischen Schulung der Tutor*innen mit dem ZfbK zusammen. Neue Tutor*innen sollten an diesen Workshops teilnehmen. Alle Tutor*innen sollten an diesen Workshops teilnehmen. Die erfahreneren Tutor*innen übernehmen dabei sukzessive die Schulung der neueren. So können ihre Erfahrungen geteilt und gemeinsam weiterentwickelt werden. Die Zwischen- und Abschlussgespräche (je 1 x pro Semester) der Tutor*innen gelten auch als Reflexionselemente der Schulungen.
  • Das Tut! als Gesamtprojekt soll inhaltlich, organisatorisch und als Prozess so dokumentiert werden, dass es möglichst auch personenunabhängig dauerhaft weitergeführt werden kann.
  • Wünschenswert wäre eine solche nachhaltige Vorgehensweise auch für die Konzeption der einzelnen Tutorien.
  • Die Tätigkeit der Tutor*innen wird mit einem aussagekräftigen Zertifikat bescheinigt. Auf Wunsch wird auch ein Arbeitszeugnis ausgestellt.
  • Das Tut! wird zuallererst durch das Tut!-Team konzipiert, organisiert und durchgeführt. Das Tut!-Team steht allen interessierten Studierenden offen. Die Tutorinnen und Tutoren sind angehalten, möglichst kontinuierlich im Tut!-Team mitzuwirken.
  • Die Inhaberin/der Inhaber der Koordinationsstelle organisiert das Gesamtprogramm im Sinne des Tut!-Teams und ist dabei berechtigt, zwischen den Team-Treffen Entscheidungen zu treffen. Weitere Aufgaben sind: Kommunikation und Kooperation mit Professuren, Sekretariaten, ZfbK sowie Öffentlichkeitsarbeit, Dokumentation und Evaluation.

Tut!orium – Prozess von Idee bis Umsetzung (Ideal-Ablauf, kann flexibel gehandhabt werden):

 

  1. Vorschlag, Idee, Initiative
  2. Vorstellung im Tut!–Team: Diskussion über Inhalt, Sinn & Machbarkeit
  3. Vorkonzept erarbeiten und vorstellen (im Treffen oder online/schriftlich)
  4. Probe- bzw. Schnuppertutorium mit dem Tut!–Team und interessierten Studierenden
  5. Feedback, Modifizierung, Konzept schreiben
  6. Erste Tutor*innen-Schulung ZfbK (ca. 4 h)
  7. Konzeptausarbeitung (stichwortartig oder als Poster)
  8. Zweite Tutor*innen-Schulung ZfbK (ca. 4 h)
  9. Durchführung des Tutoriums (wöchentlich, zweiwöchentlich oder als Block)
  10. Feedback der Studierenden einholen, evtl. Anpassung des Konzepts
  11. Evaluation
  12. Ende oder Modifizierung, Neukonzeption
Entwicklungskreislauf Tut!