2 - Wein
Eine Kanne des späten 6. Jahrhunderts v. Chr. in der Antikensammlung der Justus-Liebig-Universität führt uns das Bild des Weingottes Dionysos vor Augen. Der von üppigen Efeuranken umgebene Gott trägt ein großes Trinkhorn in den Armen. Wie seine weit ausgreifende Schrittstellung und seine abrupte Körperdrehung verraten, ist er bereits berauscht. Es ist typisch für griechische Göttervorstellungen, dass die Gottheiten den Wirkungen ihrer eigenen Kräfte unterliegen. Begleitet wird der Gott von zwei Satyrn, menschengestaltigen Wesen mit Pferdeohren und –schweif. Diese ausgelassenen, stets zu Schabernack aufgelegten Gesellen bilden auch sonst das Gefolge des Dionysos und betonen die enthemmende Wirkung des Gottes und seiner Gabe, des Weines.
Mit Kannen dieser Art schöpfte man die Flüssigkeit aus Mischgefäßen (Krateren), in denen man Wein mit Wasser verdünnte, in Trinkschalen oder -becher.