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Institut für Kunstgeschichte JLU Gießen - herzlich willkommen!

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Aktuelles

 

Solidarität mit der Ukraine / Solidarity with Ukraine

 

Das Institut für Kunstgeschichte nimmt Wissenschaftler:innen im Rahmen des Programms 'scholars at risk' auf.

The Department for Art History accepts scholars of the 'scholars at risk' program.

Німецькі програми фінансування для дослідників, які опинилися в небезпеці, та список інституційних контактів

Kontakt/Contact/Контакт: Prof. Dr. Markus Späth

Slideshow
Aktuelles

 

International Conference: The Emergence of Gendered Power Structures since Early Modern Times: Practices, Norms, Media, 23.-25. November 2022

 

Program

Contact:

The conference aims at analyzing configurations of gendered power relations from the early modern era to the present from an interdisciplinary perspective. The focus will be on these relations’ transformations and how they have been renegotiated and revised regarding the interwoven analytical levels of medialization, normative frames, and social practices. Correlations between transformation and change will be examined as well as formations of traditions and the development of historicizing narratives employed to legitimize gendered relations of power, including the justification of state power through naturalizing gender discourses. [more...]

Gastvortrag "Die 'Wittenberger Judensau' - polarisierende Kunst und ihre rechtliche Einordnung am Beispiel des Urteils des BGH vom 14. Juni 2022"

Das Institut für Kunstgeschichte lädt im Rahmen der Vortragsreihe "Tier – Mensch – Kunst" ein zum Gastvortrag von

Prof. Dr. Patrick Gödicke (Gießen/Karlsruhe)

1. Dezember 2022, 18.15 Uhr

Philosphikum I, Seminargebäude II, Raum 011

Alter Steinbacher Weg 34, 35394 Gießen

Kunst polarisiert – seit jeher und bis heute, mal unbeabsichtigt, mal gezielt. Kann sich hiergegen jeder wehren, der sich von ihr verletzt fühlt? Wann berührt Kunst überhaupt Rechte des Einzelnen, auf der Grundlage welchen Kunstverständnisses haben Gerichte hierüber zu entscheiden, und nach welchen Maßstäben ist zu ermitteln, welche Aussagen einem Kunstwerk als rechtsverletzend zuzuschreiben sind?

So unterschiedlich die Fälle sind, so gefestigt sind die äußerungsrechtlichen Entscheidungsmaßstäbe, die das Bundesverfassungsgericht und der Bundesgerichtshof hierzu herausgebildet haben. Besonders prominent zur Anwendung gekommen sind sie jüngst im Urteil des VI. Zivilsenats des Bundesgerichtshofs vom 14. Juni 2022 über das an der Wittenberger Stadtkirche seit dem 13. Jahrhundert angebrachte Sandsteinrelief der sog. „Wittenberger Judensau“ (Az. VI ZR 172/20). Als dessen Eigentümerin hat der Bundesgerichtshof die Evangelische Stadtkirchengemeinde Wittenberg nicht zur Entfernung verurteilt, da sie sich vom historisch diffamierend gemeinten Inhalt des Reliefs ersichtlich distanziert hat. Was genau bedeutet das? Und was bedeutet es in der Konsequenz für zahllose andere im öffentlichen Raum präsente historische Kunstgegenstände und deren Eigentümer? Neben einem Überblick über die höchstrichterlichen Beurteilungsmaßstäbe im Umgang mit polarisierender Kunst will der Vortrag auch hierzu eine Einordnung vornehmen.

Prof. Dr. Patrick Gödicke ist hauptamtlich Richter am OLG Frankfurt a.M. und apl. Professor für Bürgerliches Recht, Medizinrecht und Rechtstheorie an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Von 2019 bis 2022 war er an den VI. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe abgeordnet.

Keynote-Vortrag von Dr. Antje Bosselmann-Ruickbie "Art Without a Home? Metalwork of the Middle Ages in the Mediterranean and Beyond", 2. Dezember 2022

 

Dieser Vortrag unserer Kollegin Dr. Antje Bosselmann-Ruickbie findet im Rahmen der Tagung "Anthonite Metalwork (10th-16th ct.)" in Athen statt (2.-3. Dezember 2022).

Die Tagung kann im Livestream besucht werden.

Tagungsprogramm

Kabinettausstellung im Oberhessischen Museum „Kunst im und nach dem NS: Zum Umgang mit Arbeiten von Walter Kröll (1911‒1976)“

 

Laufzeit: 7. September 2022 bis 29. Januar 2023

Ausstellungseröffnung: 12. Oktober 2022, 18:30 Uhr, Netanya-Saal, Oberhessisches Museum, Altes Schloss, Brandplatz 2

Öffnungszeiten: Di-So, 10-16 Uhr

Eintritt frei


Am Institut für Kunstgeschichte der Justus-Liebig-Universität Gießen wird 46 Jahre nach dem Tod von Walter Kröll (1911‒1976) sein Leben und Werk im Rahmen einer Lehrveranstaltung neu aufgearbeitet. Anstoß für das Seminar war die öffentliche Diskussion um Krölls Metallrelief (1965) an der Limesschule in Watzenborn-Steinberg, die exemplarisch für die Auseinandersetzung mit „Kunst am Bau“ und die häufig problematische Vergangenheit ihrer Künstler*innen steht. In enger Zusammenarbeit mit dem Oberhessischen Museum, das den Nachlass von Walter Kröll hält, ist nun eine Ausstellung zum Thema entstanden, die auch diese kritischen Fragen adressiert.

Kröll war in der Hitlerjugend aktiv, im Jahr 1943 Gründungsmitglied des Oberhessischen Künstlerbunds (OKB), präsentierte seine Werke auf der Gauausstellung in Frankfurt am Main und schuf ein „Führer-Bildnis“ für die Neue Aula der Ludwigs-Universität. Nach dem Zweiten Weltkrieg unterrichtete er Malen und Zeichnen an der Justus-Liebig-Hochschule und schuf zahlreiche Werke der Kunst am Bau in Gießen und im Umkreis. Kröll ist damit kein Einzelfall, sondern typisch für eine Vielzahl von Künstler*innen, die im Nationalsozialismus künstlerisch erfolgreich waren und nach 1945 ihre Karrieren fortsetzten. Kunst am Bau bot ihnen häufig ein Auftragsfeld.

Wie sich im Zuge der Recherchen gezeigt hat, sind Arbeiten von Walter Kröll im Gießener Raum vielerorts zu finden – vor allem an und in Schulen, Kindergärten, Krankhäusern und anderen öffentlichen, zum Teil auch privaten Bauten. Bemerkenswert sind nicht nur die technische und stilistische Bandbreite seines künstlerischen Werks, sondern auch seine berufliche Laufbahn, die diversen Tätigkeiten, die Kröll ausübte, seine relative Wandlungsfähigkeit und auch seine persönlichen Netzwerke, insbesondere in der Region.

Die Kabinettausstellung leistet einen Beitrag zur Diskussion, wie mit den Werken Krölls im öffentlichen Raum heute umgegangen werden kann, indem sie einen Überblick über die Biografie und das Werk des Künstlers bietet. Sie beleuchtet sowohl Brüche als auch Kontinuitäten zwischen dem NS und der Nachkriegszeit anhand von Gemälden, Entwurfsskizzen, Graphiken und ausgewählten schriftlichen Archivalien. Die Ausstellung präsentiert Ergebnisse aus der Arbeit mit Archivmaterial und dem Künstlernachlass. In einzelnen Feldforschungen haben die Studierenden noch erhaltene Werke der Kunst am Bau von Walter Kröll im Gießener Raum und darüber hinaus wieder ausfindig gemacht und dokumentiert. (Broschüre)

Ab dem 7. September 2022 können Interessierte einen ersten Einblick in die noch wachsende Ausstellung erhalten. Die Gießener Allgemeine Zeitung hat hierüber am 10. Sept. berichtet.

Kuration: Studierende des Instituts für Kunstgeschichte der JLU, Leitung: Prof. Dr. Sigrid Ruby, Annabel Ruckdeschel, M.A.

  

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